1864/2021
Beantwortung der Anfrage der Fraktion DIE LINKE AN/1008/2021 zum Lebenslagenbericht
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/V/3 Vorlagen-Nummer 21.05.2021 1864/2021 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Stadtentwicklungsausschuss 17.06.2021 Beantwortung der Anfrage der Fraktion DIE LINKE AN/1008/2021 zum Lebenslagenbericht Mit der Anfrage AN/1008/2021 bittet die Fraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Köln um die Be- antwortung folgender Fragen: 1. Der Lebenslagenbericht knüpft an Daten des Monitoring Stadtentwicklung an. Wo weichen die Indikatoren des Lebenslagenberichtes und des Monitoring Stadtentwicklung voneinander ab? 2. Wurden für den Lebenslagenbericht eigenständige Erhebungen durchgeführt oder wurde aus- schließlich auf bereits vorhandene Datenbestände zurückgegriffen? 3. Welche Datenlücken wurden erkannt? 4. Welche bisher nicht vorhandenen Daten sollten für zukünftige Lebenslagenberichte erhoben werden? Die Verwaltung nimmt zu den Fragen wie folgt Stellung: Antwort zu Frage 1: Im Lebenslagenbericht werden die Daten des Monitoring Stadtentwicklung verwendet und in Bezug zu weiteren Daten gesetzt. Die Kernindikatoren, die das Monitoring Stadtentwicklung verwendet, wer- den auch im Lebenslagenbericht verwendet. Auch die Methodik der Standardisierung und Kategori- sierung von Indexwerten wird im Lebenslagenbericht angewendet. Mit dieser Methodik können alle Indikatoren miteinander verglichen werden und mehrfache Problemlagen in den Stadtteilen sind er- kennbar. Im Lebenslagenbericht werden über die im Monitoring hinaus verwendeten Kernindikatoren weitere Indikatoren und Kennzahlen ausgewertet. Dies soll am Beispiel der Kinder- und Jugendgesundheit verdeutlicht werden. So werden im Monitoring Stadtentwicklung die beiden Kernindikatoren „Adiposi- tas“ und „Teilnahme an der U8-Untersuchung“ verwendet. Dies sind aussagekräftige Indikatoren, die anzeigen, wie gut oder schlecht es um die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen steht. Im Le- benslagenbericht wird die gesundheitliche Lage darüber hinaus anhand der Indikatoren „Zahn- gesundheit“, „psychische Beschwerden“ und „Suchtgefährdung“ differenziert nach stoffgebundenen und nichtstoffgebundenen Süchten beschrieben. Dadurch entsteht ein differenzierteres Bild. Weitere Ausführungen hierzu finden sich im Bericht in den Kapiteln 1.5.8 und 1.6. Antwort zu Frage 2: Bei den verwendeten Daten wurde sowohl auf die amtliche Statistik zurückgegriffen als auch auf ei- gene Erhebungen der Stadt Köln wie z.B. die „Leben in Köln-Umfrage“. Allerdings wurden Daten nicht 2 separat für den Lebenslagenbericht erhoben. Mit der Leben in Köln-Umfrage lagen aus Sicht des Gutachters schon sehr gute Daten vor. Zudem wären weitere Umfragen mit dem vorhandenen Budget kaum zu realisieren gewesen. Zu den verwendeten Datengrundlagen wird im Lebenslagenbe- richt in Kapitel 1.6 ausführlich berichtet. Antwort zu Frage 3: Gemäß der Konzeption war vorgesehen, dass alle Indikatoren im Querschnitt nach Alter, Geschlecht, Migrationshintergrund und Behinderung ausgewertet werden sollten. Dies konnte nicht durchgängig umgesetzt werden, da viele Daten - auch der amtlichen Statistik - oft nicht in der benötigten Differen- ziertheit vorliegen. Die Datenlage für eine Analyse der Lebenslage der Gruppe der LGBTIQ wurde als so schlecht bewertet, dass darauf verzichtet wurde, diese Gruppe als Querschnittsthema aufzugrei- fen. Die so entstandenen Datenlücken werden an mehreren Stellen im Bericht deutlich: So sind z. B. Aussagen zur Kindergesundheit nur eingeschränkt möglich, da keine Zahlen der Schuleingangsuntersuchung nach Migrationshintergrund oder Behinderung vorliegen. Bei der Auswertung von Arbeitsmarktdaten bestand z. B. das Problem, für im Bericht zugrun- de gelegten Lebensphasen Informationen zu generieren. So konnte die Lebenslage der Un- terbeschäftigten der 18 bis 34 Jährigen nicht ausreichend beschrieben werden, da die Zahl der Arbeitslosen 18 bis 34 Jährigen nicht ermittelt werden konnte. Bei den SGB II-Daten ist nur eine eingeschränkte Auswertung möglich aufgrund fehlender Da- ten für die Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund und Behinderung. Zahlen zur Höhe der Renten und damit auch der Altersrente stehen nicht auf Stadtebene zur Verfügung, aufgrund dieser Datenlücke sind keine genauen Aussagen zur Rentensituation in Köln möglich. Auch bei der Bewertung der Lebenslagen in den Stadtteilen Kölns wurden Defizite in den ver- fügbaren Daten deutlich, die sich z.B. auf die kleinräumige Verfügbarkeit von Daten zur Zahn- gesundheit, psychischen Belastungen von jungen Erwachsenen, Sprachkenntnissen von Kin- dern bei der Einschulung bis hin zu Arbeitsmarktdaten (Unterbeschäftigung) und zur Wohnzu- friedenheit reichen. Die Ursachen für die mangelnde Datenverfügbarkeit sind unterschiedlich und z. T. nur bedingt von der Stadt beeinflussbar. Eine weitergehende Darstellung der gesundheitlichen Belastung auf der Basis von KV-Daten konnte noch nicht erfolgen, da diese Daten voraussichtlich erst im Sommer 2021 vorliegen werden. Antwort zu Frage 4: Grundsätzlich ist es wünschenswert, dass bei der Auswertung relevanter Indikatoren durchgängig auch Querschnittsaspekte (z. B. „Alter“, „Geschlecht“, „Migrationshintergrund“, „Behinderung“) be- rücksichtigt werden können. Welche konkreten Fragestellungen darüber hinaus von Interesse für die Fachplanungen sind und welche Daten entsprechend benötigt werden, ist mit den beteiligten Akteu- ren zu klären. Wünschenswert ist auch eine bessere Datenlagen für die kleinräumige Auswertung der im Bericht verwendeten Indikatoren. Tabelle 45, S. 299 zeigt, welche der Indikatoren bislang kleinräumig aus- gewertet werden konnten und welche nicht. Köln-spezifische Daten konnten oftmals aus der Leben in Köln-Umfrage gewonnen werden. Die Le- ben in Köln-Umfrage bietet große Chancen, wenn es darum, im Lebenslagenbericht weitere Frage- stellungen aufzugreifen. Die Leben in Köln-Umfrage sollte deshalb in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1864/2021
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 21.05.2021
- Erstellt
- 18.05.2021 10:15