1657/2017
Jahresbericht 2016 der Naturschutzwacht Bezirk 6 Ost - Herr Jansen
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Mitteilung BV
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/57/571 Vorlagen-Nummer 1657/2017 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Naturschutzbeirat bei der Unteren Naturschutzbehörde 04.09.2017 Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 07.09.2017 Jahresbericht 2016 der Naturschutzwacht Bezirk 6 Ost - Herr Jansen In der Anlage erhalten Sie den Naturschutzwacht-Jahresbericht 2016 von Herrn Jansen mit der Bitte um Kenntnisnahme. Stellungnahme / Anmerkungen der Verwaltung: N1/N4 Wegemarkierungen: Gemäß erfolgter Abstimmung und Beschlussfassung zu dem Pflege- und Entwicklungsplan (PEPL) für das N1 und N 4 soll die Wegeführung im gesamten Naturschutzgebiet kenntlich gemacht werden. Zur Zeit erfolgt die Abstimmung der genaue Wegeführung und auf dieser Grundlage die Erstellung von neuen Informationstafeln, die auch die beschlossene Wegeführung darstellen soll. Auf dieser Grundlage wird eine Markierung der Wege voraussichtlich in 2018 umgesetzt. Aufforstungen im Hufeisen des Worringer Bruchs als Ausgleichsmaßnahme für ehemaliges Esso-Gelände: Auf dem Gelände des Industrieparks Köln Nord (ehemaliges Esso-Gelände) werden Flächen bebaut, die für Köln lokal bedeutende Vorkommen des Fitis, des Feldschwirls und des Kuckucks beherber- gen. Als Kompensationsmaßnahmen wurden auf den Innenflächen des Worringer Bruches Bereiche mit Büschen und einzelnen Gehölzen angelegt. Da diese drei Arten vor allem auf halboffene und of- fene ruderale Lebensräume angewiesen sind, ist nicht beabsichtigt, die Flächen zu einem Wald hin zu entwickeln. Die typische Hufeisenform wird daher dauerhaft erhalten bleiben, auch wenn der an dieser Stelle bislang vorhandene unnatürlich scharfe Übergang von Waldbereich zu intensiv genutzter landwirtschaftlicher Fläche verschwindet. Umgehungsstraße B 9: Die Verlängerung der Industriestraße einschließlich der Lärmschutzwälle ist Gegenstand mehrerer Änderungsverfahren zum Bebauungsplan Nr. 6456/06, in denen gleichzeitig die hierfür erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen festgesetzt worden sind. Fällung von ca. 40 Bäumen im LB 6.01 an der St. Tönnis-Straße: Hierzu ist ein ordnungsbehördliches Verfahren gegen den neuen Eigentümer als Verursacher in Be- arbeitung. Baumfällungen im Bereich des Fühlinger Sees: Nach Angaben des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen sind die Baumfällungen aus Grün- den der Verkehrssicherheit, an die hier wegen der starken Frequentierung besonders hohe Anforde- rungen zu stellen sind, erforderlich geworden. Die Pappeln waren stark überaltert und abgängig. In der Vergangenheit waren wiederholt Astausbrüche im Starkastbereich, tote Äste und Grünastausbrü- che aufgefallen, die teilweise Sachschäden verursacht haben. 2 Eine Nachpflanzung mit heimischen Baumarten ist geplant.
Jahresbericht 2016_Bezirk 6 ChorweilerOst
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Jahresbericht 2016 Bezirk 6 Chorweiler Ost Herbert Jansen Naturschutzwacht Stadt Köln, Bezirk 6 Chorweiler Ost Naturschutzgebiete Rheinaue, Worringer Bruch und Umgebung: Im Frühjahr und Sommer sorgte das feuchte und kalte Wetter für einem relativ hohen Wasserstand im Rhein mit einem Kölner Pegel von 6,5 m (Mittelwert 3,2 m), der den schönen Sandstrand überdeckte. Die Naturschutzgebiete in der Rheinaue wurden dadurch etwas weniger durch Picknick und Partys gefordert. Zum Teil konnten die Bauern das Gras in den Rheinwiesen wegen des erhöhten Wasserstandes nicht mähen. Zurück blieb eine matschige, stinkende Wiesenlandschaft bei Langel, die auch nicht zum Verweilen einlud. So fanden hier im letzten Jahr, nach meinen Beobachtungen, keine Abi Feten oder sonstige Wochenendlager statt. Die StEB verlegte eine neue Abwasser-Verbindungsleitung zwischen Worringen und Langel, so dass die Römerstraße ganzjährig gesperrt war und viele Besucher mit Fahrzeugen von hier auch nicht richtig an den Rhein konnten. Der Hauptzugang ist immer noch der Parkplatz auf der ehemaligen Nato-Rampe an der Langeler Fähre. Es wurde dann ab September trockener und ein niedrige Wasserstand (KP 1.25 m) beendete das Jahr 2016 . Freilaufende und umherstreunende Hunde sind nach wie vor in großer Zahl anzutreffen. Hier ist weiterhin ein Betätigungsfeld für das Ordnungsamt. Markierte Wege gibt es noch nicht, sind aber meines Erachtens nicht das vorrangige Problem. Verbotsschilder für freilaufende Hunde gibt es genug aber nur wenig Kontrolle. Die beiden Hundefreilaufflächen bei Seeberg und Chorweiler sind vor Ort gar nicht oder irreführend markiert. In Worringen wurde die revitalisierten Rheinaue, in der vor Jahren ca. 30 verschiedene Samen und Pflanzen eingebracht wurden, noch einmal nachgearbeitet. Man versucht die Salbeipflanzen herauszuholen und durch teilweise neue Aussaat das Gelände wieder einzurichten. Am Rhein zwischen Worringen und Merkenich trifft man aber immer wieder auf Pflanzen und Tiere die man lieber nicht im Naturschutzgebiet hätte, weil sie andere Pflanzen und Tiere verdrängen, z.B.: Seerosen, Indisches Springkraut, Goldrute, Herkulesstaude, Nilgänse, Halsbandsittiche und weitere Neophyten und Neozoen. Im Landschaftsschutzgebiet innerhalb des Worringer Bruches wurden landwirtschaftlich genutzte Flächen stillgelegt und Aufforstungen in Form von Bäumen und Sträuchern als Ausgleichsmaßnahmen für Flächen auf dem ehemaligen Esso-Gelände an der B 9 angelegt. So wird in einigen Jahren das typische Bild des Worringer Bruches als Hufeisenform auf der Landkarte verschwinden. Mit dem Arbeitskreis Amphibien und Reptilien der NABU konnte ich bei einer Rettung- und Umsiedlungsaktion für Wechselkröten teilnehmen. Wir fingen ca. 1200 Larven, Kaulquappen und Kröten auf einem Gelände am Eifeltor ein und brachten sie bei Auweiler in einen neu angelegten Teich. In Köln sollen insgesamt 16 Teiche für Kröten angelegt werden. Im Jahr 2015 besuchte ich einen Kurs zum Monitoring von Kröten und Molchen durch Vermittlung der Unteren Landschaftsbehörde in Duisburg. Vieleicht kann ich das Wissen mal anwenden beim Bau des Retentionsraumes Worringer Bruch. Hier lief das Planfeststellungsverfahren. Rund 150 Einsprüche sind wohl zu bearbeiten. Die Bürgervereine von Worringen und Roggendorf-Thenhoven schlagen einen kleineren Bereich, ohne das Worringer Bruch, vor. Hierfür spricht z.B. dass Fische im Worringer Bruch das Ende der Kammmolchpopulation wären. Es entfielen auch die erheblichen Baumaßnahmen für den Fangedamm Brombeergasse mit seinen Durchlässen für Kröten und Molche. Hierfür müsste der heutige Abwasserkanal von Roggendorf/Thenhoven abgerissen und neu gebaut werden. Zwischen dem Naturschutzgebiet Worringer Bruch und dem Geschützten Landschaftsbestandteil rund um den Pletschbach muss ein Provisorium während der Bauzeit parallel betrieben werden. Aber auch der Pletschbach müsste als Ablauf für das eingestaute Wasser bei einer Flutung erheblich ausgebaut werden. Kammmolch, Kröten und die ungezählten Insekten nebst Pflanzen könnten ihren Lebensraum bei einem kleineren Stauraum zu jeder Zeit behalten. Auch das Grundwasserproblem in Worringen würde nicht erhöht. Die Umgehungsstraße der B 9 zwischen Fühlingen und Langel wurde im Mai fertiggestellt. Umfangreiche Erdwälle als Lärmschutz und Wiesen als Ausgleichsflächen sind zur Zeit noch im Bau. Die Flächen zwischen den Rewe- Hallen und dem Fühlinger See sind nicht mehr wieder zu erkennen. Ende des Jahres wurden die ersten Bäume und Sträucher gepflanzt. Zwei große Reiterhöfe sind links und rechts der Straße angesiedelt worden. Der Reitweg geht hier vorbei aber nur durch die Felder. "Verirrte Reiterinnen" sah ich schon des Öfteren im Naturschutzgebiet Rheinaue, wo das Reiten verboten ist. In Langel und Feldkassel gibt es auch noch einige private Pferdeställe. Der Fühlinger See hatte auch lange Zeit sehr viel Wasser. Es stand bis weit in die Liegewiesen. Enten und Gänse waren hier in sehr großer Zahl anzutreffen. Mittags wenn die Badegäste kamen mussten sie die Wiesen räumen. Der Fühlinger See ist schon eine vielfältige Erholungsanlage der Stadt Köln. Straßen NRW lud den Beirat der Unteren Landschaftsbehörde zu einer Vorstellung der naturschutzfachlichen Aspekte des Ausbaus der Autobahnbrücke A 1 Merkenich- Leverkusen ein. Als Landschaftswart war ich dabei und konnte so die Auswirkungen durch den Bau schon im vorab kennen lernen. Ja da kommt noch was auf die Rheinaue und Umgebung zu. Der neuer Rheindüker des Chempark von Leverkusen nach Merkenich wurde ohne große Auswirkungen auf das Naturschutzgebiet erstellt. Die Baustelle auf der Merkenicher Seite war nur 2000 m2. Zum Ende bleibt nur der garagenähnliche Zugang übrig. Kleine Arbeitsgruben entlang der Pipelinetrasse sind im Laufe des Jahres zwischen Merkenich und Worringen immer mal da. In der Landschaft gibt es viele Bäume, einige stehen irgendwann mal im Weg oder sind am Ende. Wie damit umzugehen ist kann die Baumschutzsatzung klären oder die Untere Landschaftsbehörde muss entscheiden. Einige Vorkommnisse konnte ich vor Ort klären, andere meldete ich der Unteren Landschaftsbehörde oder wie sie heute heißt Untere Naturschutzbehörde. Bäume stehen bei vielen Bautätigkeiten im Weg. Die Umgehungsstraße B 9 bei Fühlingen macht einen Bogen um einige 60 jährige Pappeln. Jetzt wo die Straße fertig ist werden die Pappeln doch gefällt weil sie altersschwach sind und die Verkehrssicherheit gefährden. In Worringen wurde die letzte Weide im Geschützten Landschaftsbestandteil am Rande des Baugebietes "Krebelsweide" gefällt weil sie als Kletterbaum zu gefährlich war. Gegenüber an der St.Tönnisstrasse fällte der neue Besitzer ca. 40 Bäume im Geschützten Landschaftsbestandteil, weil er Obstbäume pflanzen will. Am Fühlinger See fehlen plötzlich auch wieder einige Bäume auf dem Festivalgelände. Jeder kennt sicher noch einige Beispiele mehr. Ich sehe aber auch eine Menge neuer Bäume, hoffentlich sind es mehr als die fehlenden Exemplare. Viele Veröffentlichungen in den Zeitungen berichteten über die Naturschutzgebiete und ihre Probleme. Der Bezirksbürgermeister Herr Reinhard Zöllner lud wie im Jahre 2015 auch im letzten Jahr wieder zu einer Fahrradtour durch den Kölner Norden ein. Dabei wurde das Worringer Bruch besucht und unser Förster Herr Hund erzählte den Besuchern die Zusammenhänge von Flora und Fauna. Anschließend ging es in die Worringer Rheinaue wo Frau Dr. Dresen vom Grünflächenamt schon wartete und den Pflege- und Entwicklungsplan für das Naturschutzgebiet Rheinaue erklärte. Viele Informationen in dieser Art sind kleine Schritte, die so langsam bei der Bevölkerung das Verständnis für die Naturschutzgebiete wecken. Wilder Müll lag wieder im üblichen Ausmaß in der Landschaft, wurde aber nach einer Meldung an die AWB immer sehr schnell abgeholt. Am Naturschutzgebiet "Alte Ziegelei" bei Blumenberg fand der Jagdpächter in einen Haufen Bauschutt einen Lieferschein. Ich traf mich am nächsten Tag mit einem Mülldetektiv der AWB, der noch weitere Beweise fand und die Angelegenheit aufnahm und dann an das Ordnungsamt weiterleitete. Die Probleme in so einem Falle sind: liegt der Unrat auf privatem Grund, ist die AWB nicht zuständig. Wird der Verursacher ermittelt muss ihm Gelegenheit gegeben werden die Sache selbst zu bereinigen. Geschieht das nicht in einem angemessenen Zeitraum müssen die Kosten seitens der AWB ermittelt werden, die der Verursacher plus eine Anzeige zahlen muss. Und in einem solchen Falle kann der Abtransport schon mal dauern.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1657/2017
- Typ
- Mitteilung BV
- Datum
- 01.09.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27