0245/2025
Tätigkeitsbericht 2024 Büro für Europa und Internationales
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Anlage 1 - Tätigkeitsbericht2024-Büro-Europa+Internationales-inSession
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Tätigkeitsbericht 2024 Büro für Europa und Internationales 2 Inhaltsverzeichnis Einleitung ............................................................................................................................................................................. 4 Demokratie, Frieden und eine starke Wirtschaft ........................................................................................ 5 Dnipro wird Kölns 23. internationale Partnerstadt 5 Für ein geeintes Europa im Jahr der Europawahlen 8 In Solidarität mit Kölns Partnerstädten Tel Aviv-Jaffa und Bethlehem 9 Internationale Menschenrechtsarbeit .............................................................................................................. 11 LSBTI-Austausch mit Aktivist*innen aus Kölns Partnerstädten 11 Oberbürgermeisterin Reker trifft Frauenrechtlerinnen in China 13 Im Dialog zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen 14 Klima und Nachhaltigkeit .......................................................................................................................................... 15 Klima und Umwelt im Fokus der Japan-Reise der Oberbürgermeisterin 15 Oberbürgermeisterin spricht beim Klimagipfel im Vatikan 16 Lateinamerika- und Karibik-Konferenz in Köln 17 Ausblick ................................................................................................................................................................................ 18 3 Einleitung 2024 berichten Nachrichtenportale, dass die Anzahl der globalen Konflikte im Vergleich zu 2023 um 15 Prozent gestiegen sei und sich in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt habe.1 Als eine Ursache wird die Zunahme von gewaltbereiten anti-demokratischen Regierungen aufgeführt. Zudem erhöhe die Klimakrise das Risiko für politische Instabilität und bewaffnete Auseinandersetzungen. Im Auftrag des Rates der Stadt Köln fördert und initiiert das Büro für Europa und Internatio- nales unter anderem Projekte zur Demokratie und dem Schutz der Menschenrechte. Damit trägt die Stadt Köln, basierend auf dem Ursprungsgedanken einer Städtepartnerschaft, zu Frieden und einem geeinten Europa bei. Angesichts des andauernden völkerrechtswidrigen Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine bestand ein zentraler Schwerpunkt der Arbeit 2024 darin, die Zusammenarbeit mit der ukrainischen Stadt Dnipro weiter zu vertiefen. Die intensive Kooperation mündete in die Gründung einer Städtepartnerschaft im August 2024. Das bedeutet, dass Köln nun 23 inter- nationale Partnerstädte zählt, so viele wie keine andere Stadt in Deutschland. Das Büro für Europa und Internationales pflegt Kontakte weltweit auf der kommunalen Ebene „von Stadt zu Stadt“ bzw. in internationalen Gremien und Partnerschaften. Dieser unmittelbare Austausch im Rahmen von Städtediplomatie („Urban Diplomacy“) ermöglicht es auch, sich unter anderem für Menschenrechtsthemen einzusetzen. In diesem Sinne war die Situation von Frauen in China ein Thema während des Besuchs von Oberbürgermeiste- rin Henriette Reker in Kölns Partnerstadt Peking. Dieser Bericht informiert über die wesentlichen Tätigkeiten des Büros für Europa und Internationales im Jahr 2024. Er gliedert sich dabei in die aktuellen thematischen Schwer- punkte des Büros, also Demokratie- und Friedensförderung, Menschenrechte sowie Klima und Nachhaltigkeit. Da sich die Stadt Köln zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen der Ver- einten Nationen (Sustainable Developments Goals/SDGs) bekennt und diese Zielvorgabe für die städtische Entwicklung sind, verweist dieser Bericht ebenso auf die relevanten Nachhaltigkeitsziele. 1 Konfliktindex ACLED, siehe https:/ /acleddata.com/conflict-index/index-july-2024 4 Dnipro wird Kölns 23. internationale Partnerstadt Die Millionenstadt Dnipro im Südosten der Ukraine und Köln sind seit dem 28. August 2024 offiziell Partnerstädte. An diesem Tag unterschrieben Oberbürgermeisterin Henriette Reker und der Bürgermeister von Dnipro, Borys Filatov, eine Urkunde, die diese Städtepartner- schaft besiegelt. Damit wird die Metropole am Fluss Dnepr, die mit Köln viele Gemeinsam- keiten hat, Kölns 23. internationale Partnerstadt. Vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte und der daraus gewachsenen Verant- wortung pflegt die Stadt Köln weltweit Partnerschaften. Damit leistet sie einen Beitrag zu Demokratie, Frieden und einer starken Wirtschaft in Europa und der Welt. Angesichts der vielen Krisen, Kriege sowie anti-demokratischen Entwicklungen ist dieser Beitrag wichtiger denn je. Im Jahr 2024 bedeutete dies, dass ... • die Zusammenarbeit mit Dnipro vertieft, ukrainische Kultur in Köln präsentiert, Hilfsmaßnahmen koordiniert und Projekte für akute Hilfe und den wirtschaftlichen Wiederaufbau initiiert wurden • wahlberechtigte Kölner*innen im Vorfeld der Europawahlen über die EU informiert wurden und Kölns Mitgliedschaft in europäischen Netzwerken gestärkt wurde • Kölns Solidarität mit Kölns Partnerstädten Tel Aviv-Jaffa und Bethlehem zum Ausdruck gebracht wurde. Demokratie, Frieden und eine starke Wirtschaft 5 „Dnipro Days“ – Ukrainische Kultur in Köln Mit den „Dnipro Days“ waren alle Kölner*innen eingeladen, die neue Städtepartnerschaft zu feiern und die Stadt Dnipro sowie die vielfältige Kultur der Ukraine näher kennenzulernen. Unmittelbar nachdem Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Bürgermeister Borys Filatov den Partnerschafts- vertrag unterzeichnet hatten, fand in der Kölner Philharmonie ein Festkonzert statt. Dabei spielte das Kammerorchester von Dnipro, FOUR SEASONS, musikalische Werke aus beiden Kulturen. Die Skulpturen des in Dnipro geborenen Avantgardekünstlers Vadym Sidur waren vom 31. August bis zum 14. September 2024 im Bezirksrathaus Porz ausgestellt. Der Ukraine-Tag am Schokoladenmuseum am 1. September 2024 bot jungen Familien ein buntes Unterhaltungsprogramm. Das Büro für Europa und Internationales war präsent mit einem Stand, an dem die Kolleg*innen aus Dnipro die neue Partnerstadt vorstellten. Kooperation mit dem Land Nordrhein-Westfalen Das Land Nordrhein-Westfalen pflegt seit Anfang 2023 eine Regionalpartnerschaft mit der Oblast Dnipropetrowsk, von der Kölns Projektpartnerstadt Dnipro die größte Stadt ist. Diese „doppelte“ Partnerschaft bietet der Stadt Köln und dem Land NRW die Möglichkeit, Hand in Hand zusammenzuarbeiten, um die vielfältige ukrainische Kultur den Kölner*innen und Bürger*innen Nordrhein-Westfalens zu präsentieren, akute Notlagen zu bewältigen sowie beim Wiederaufbau zu unterstützen. Unter diesem Zeichen luden die Stadt Köln und die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen gemeinsam am 8. Mai 2024 zu einem aufschlussreichen Vortrag des Historikers Professor Dr. Andrii Portnov über die Geschichte von Dnipro und einer sich anschließenden Diskussion im Historischen Rathaus zu Köln ein. Die Veranstaltung fand nur wenige Tage vor dem Beschluss des Rats der Stadt Köln statt, die seit Okto- ber 2022 bestehende Projektpartnerschaft mit Dnipro in eine vollwertige Städtepartnerschaft zu überführen. 6 Hilfsmaßnahmen in akuter Not und für langfristigen Wiederaufbau Ebenso kooperierten die Stadt Köln und das Land Nordrhein-Westfalen bei der Ukraine-Konferenz am 18. November 2024 in der Flora Köln. Dabei standen die Regionalpartnerschaft zwischen Nord - rhein-Westfalen und der Oblast Dnipropetrowsk sowie die Städtepartnerschaft zwischen Köln und Dnipro im Fokus. Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Ministerpräsident Hendrik Wüst und der Botschafter der Ukraine in Deutschland Oleksii Makeiev eröffneten die Tagung. In verschiedenen Fach- foren diskutierten die deutschen und ukrainischen Teilnehmenden, wie Kommunen, Unter- nehmen, Vereine oder Hochschulen die Ukraine bei der Bewältigung der akuten Notlage und längerfristig beim Wiederaufbau unterstützen können. Anlässlich der Konferenz besuchte eine Delegation aus Dnipro fünf Tage lang die Stadt Köln. Mit dabei waren Mitglieder der Stadtverwaltung und die Direktoren von zwei Kranken- häusern sowie eines Rehabilitationszentrums. Unter der Leitung des Bürgermeisters von Dnipro fanden Treffen mit dem Kulturamt und dem Gesundheitsamt der Stadt Köln statt. Aus letzterem ergab sich ein intensiver Austausch mit Ärzt*innen der Klinik Merheim. Die Kooperation zwischen den Krankenhäusern von Köln und Dnipro hatte im Fokus des Aus- tauschs gestanden. Projektarbeit zur Rehabilitation ukrainischer Kinder Um akut vor Ort zu helfen, führte das Büro für Europa und Internationales 2024 gemeinsam mit Dnipro ein Projekt durch, in dessen Rahmen ein Rehabilitationsraum für Kinder gefallener ukrainischer Soldaten eingerichtet wurde. Das Projekt wurde vollständig aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Diese Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) werden durch die Partnerschaft mit Dnipro gefördert: • SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen • SDG 4 – Hochwertige Bildung • SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden • SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen • SDG 17 – Globale Partnerschaften zur Erreichung der Ziele 7 Für ein geeintes Europa im Jahr der Europawahlen Köln ist bedeutsamer Wirtschaftsstandort im Herzen Europas. Die Europäische Union bedeutet Frieden, Demokratie, Handel im vereinten Binnenmarkt und Begegnung der Bürger*innen Europas. Vor diesem Hintergrund setzt sich das Büro für Europa und Inter- nationales für den europäischen Integrationsprozess ein und fordert den Austausch mit seinen europäischen Partnerstädten. Dazu ist das Büro für Europa und Internationales in europäischen Netzwerken aktiv. Im Mai 2024 reiste eine Delegation des Büros für Europa und Internationales zusammen mit Wirtschaftsdezernent Andree Haack in Kölns rumänische Partnerstadt Cluj-Napoca. Dort fand das europaweite Jahrestreffen des Netzwerks Eurocities statt, in dem sich die Stadt Köln seit 1998 engagiert. Dezernent Haack tauschte sich mit anderen Stadtspitzen unter anderem darüber aus, welche Herausforderungen klimagerechte Investitionsvorhaben mit sich bringen. Weiterhin fanden Gespräche mit dem deutschsprachigen Wirtschaftsclub von Nordtransil- vanien und ein Unternehmensbesuch bei der Firma Accesa statt. Dabei wurde der Stand der Digitalisierung in Rumänien und Möglichkeiten der Fachkräftegewinnung besprochen. Großeinkäuferinitiative für den europäischen Binnenmarkt Um den europäischen Markt für innovative Waren, Dienstleistungen und Bauleistungen in der öffentlichen Auftragsvergabe anzukurbeln, hat die EU-Kommission die „GroßeinkäuferInitia- tive“ angestoßen. Sie hat zum Ziel, den europäischen Markt für innovative Waren, Dienstleis- tungen und Bauleistungen in der öffentlichen Auftragsvergabe anzukurbeln. Davon profitiert auch die Stadt Köln. Die Abfallbetriebe der Stadt Köln (AWB) und die Koordinationsstelle Klimaschutz beteiligen sich an den Arbeitsgruppen der Initiative, die das Büro für Europa und Internationales als Mitglied von Eurocities für die Stadt Köln koordiniert. EU-Quiz für wahlberechtigte Kölner*innen Die Europawahlen 2024 brachten ein Novum. Zum ersten Mal durften 16-jährige wahlberechtigte Köl- ner*innen abstimmen. Aus diesem Grund standen junge Menschen im Fokus der Europaarbeit des Büros für Europa und Internationales im Frühjahr 2024. Um möglichst viele von ihnen für die Wahl zu mobilisieren, besuchten Mitarbeitende des Büros für Europa und Internationales zahlreiche Kölner Schu- len und Berufskollegs. Dort informierten sie inter- aktiv über die EU mit einem vielseitigen Quiz und berichteten über die Kölner Städtepartnerschaften und Europaarbeit. 8 Weitere Aktivitäten zielten auf ein breiteres Publikum: Beim diesjährigen Klimatag im Kölner Zoo informier- ten die Mitarbeitenden des Büros für Europa und Internationales zum Beispiel über die Europawahlen. Darüber hinaus wurden viele Bürger*innen in den Kundenzentren mit Informationen des Europäischen Parlaments über die EU-Wahlen erreicht, die an den Info-Bildschirmen ausgestrahlt wurden. Die Wahlbeteiligung zum Europäischen Parlament in Köln lag im Jahr 2024 bei 66 Prozent (im Vergleich zu 64,6 Prozent im Jahr 2019) und damit 1,5 Prozentpunkte über dem Durch- schnitt in Deutschland. Dieses Globale Nachhaltigkeitsziel (SDG) wurde mit der Veranstaltung gefördert: • SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen In Solidarität mit Kölns Partnerstädten T el Aviv-Jaffa und Bethlehem Anlässlich des ersten Jahrestags des Angriffs der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2024 wendete sich Oberbürgermeisterin Henriette Reker an den Bürgermeister der Partnerstadt Tel Aviv-Jaffa, Ron Huldai. In ihrem Schreiben brachte sie ihr Mitgefühl mit den Opfern des brutalen Terrorangriffs von vor einem Jahr sowie ihre Solidarität mit den Einwohner*innen Israels zum Ausdruck. Oberbürgermeisterin Henriette Reker betonte die Bedeutung von Menschlichkeit und die Hoffnung, dass bald dauerhaft Frieden in der gesamten Region Nah- ost einkehre. Die Stadt Köln engagiert sich seit mehr als vier Jahrzehnten für Völkerverständigung in der Region Nahost. Köln und Tel Aviv-Jaffa sind seit 1979 durch eine Städtepartnerschaft mit- einander verbunden. Seitdem steht Köln solidarisch an der Seite Israels. Zudem unterhält Köln seit 1996 freundschaftliche Beziehungen zu Bethlehem in den Palästinensischen Auto- nomiegebieten. Das Büro für Europa und Internationales koordiniert den Austausch mit den Stadtverwaltungen und die einzelnen Maßnahmen der Städtepartnerschaftsarbeit. Spenden für „T el Aviv Foundation“ und SOS-Kinderdorf in Bethlehem Zum ersten Jahrestag des Angriffs der Hamas auf Israel spendeten städtische Beschäftigte 10.000 Euro an die „Tel Aviv Foundation“ . Die Stiftung hat nach dem 7. Oktober 2023 Not- fallfonds eingerichtet, um Kriegsopfer zu unterstützen. Weitere 10.000 Euro gingen an das SOS-Kinderdorf in Bethlehem. Mit den Mitteln wurden vor allem den Kindern, die aus dem Gazastreifen nach Bethlehem geflüchtet waren, geholfen. 9 Darüber hinaus unterstützte das Büro für Europa und Internationales mit 40.000 Euro Drittmitteln des Programms der NRW Landesregierung „Shalom Chaveruth“ das „Sapir Col- lege“ an der Grenze zum Gazastreifen. Mit den Mitteln wurden hauptsächlich Laptops und Kameras angeschafft. In Bethlehem wurde das dreijährige Projekt „Nachhaltige Kommunale Partnerschaften“ erfolgreich abgeschlossen, welches zu 90 % mit Drittmitteln des Bundes finanziert wurde. Als Ergebnis ist die Altstadt von Bethlehem mit neuen LED-Straßenlater- nen und Solarpanels ausgestattet. Darüber hinaus empfing die Stadt Köln im Dezember 2024 eine Delegation der Stadt Bethlehem. Im Zentrum des Austauschs standen die The- men Jugend, Stärkung von Frauen und die Kreativwirtschaft. Dieses Globale Nachhaltigkeitsziel (SDG) wurde mit der Veranstaltung gefördert: • SDG 4 – Hochwertige Bildung • SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen 10 Internationale Menschenrechtsarbeit Die universellen Menschenrechte bilden die Grundlage für ein Leben in Freiheit, Würde und Gleichberechtigung und stehen allen Menschen zu. Sie sind Wesenskern und Fundament unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung sowie kommunaler Selbstverwaltung. Die Stadt Köln versteht sich als Menschenrechtsstadt und misst kommunaler und internationaler Menschenrechtsarbeit einen großen Wert bei. Durch seine internationale Arbeit trägt das Büro für Europa und Internationales dazu bei, die Menschenrechte in Köln und den Partnerstädten zu fördern, Menschenrechtsverteidi- ger*innen zu unterstützen und lokale Demokratien zu stärken. Im Jahr 2024 bedeutete dies, dass ... • LSBTI-Aktivist*innen aus Kölns Partnerstädten zum Fachaustausch und zur Vernetzung nach Köln eingeladen wurden • ein Gespräch zwischen Oberbürgermeisterin Reker und chinesischen Frauenrechts- organisationen in Peking stattfand • der Dialog mit Menschenrechtsorganisationen und Menschenrechtsverteidiger*innen konstant gepflegt wird. LSBTI-Austausch mit Aktivist*innen aus Kölns Partnerstädten Unter dem Motto „Sister Cities Stand Together“ lädt die Stadt Köln jedes Jahr engagierte Bürger*innen, die sich für die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transge- schlechtlichen und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI) in Kölns Partnerstädten ein- setzen, rund um den Christopher Street Day zu einem Austausch ein. Vom 17. bis 22. Juli 2024 nahmen Aktivist*innen aus Cluj-Napoca (Rumänien), Istanbul (Türkei), Kattowitz (Polen) und Peking (China) am sogenannten „Sister Cities Exchange“ teil. Gemeinsam mit Mitarbeitenden des Büros für Europa und Internationales und des Amts für Integration und Vielfalt besuchten sie das queere Jugendzentrum anyway e.V., den Verein rubicon e.V. und die Aids-Hilfe Köln e.V. Im Rahmen eines Fachaustauschs im Historischen Rathaus stellten die Aktivist*innen ihre Arbeit für die Rechte von LSBTI-Personen vor, und sie vernetzten sich mit politischen Vertreter*innen und Engagierten aus Köln. Die Akti- vist*innen gingen bei der Parade des „Cologne Pride“ mit. Sie präsentierten auf dem Alter Markt die politische Situation von queeren Menschen in ihren Heimatländern. 11 Diese Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) wurden damit gefördert: • SDG 5 – Geschlechtergleichheit • SDG 10 – Weniger Ungleichheiten • SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden • SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen • SDG 17 – Partnerschaften und Erreichung der Ziele Ebenso organisierte das Büro für Europa und Internationales ein Treffen mit einer/m LSBTI- Aktivist*in aus China und Kölner Menschenrechtsorganisationen. Dabei standen im Fokus die Rechtslage für LSBTI-Personen in China, Spielräume für mehr gesellschaftliche Akzep- tanz sowie die Frage, wie Partnerstädte vor Ort angemessen unterstützt werden können. Der unmittelbare Bericht des/r Aktivist*in aus China sowie die Vernetzung mit relevanten Akteur*innen aus Deutschland war wesentlicher Mehrwert des Treffens. Das ermöglicht den Menschenrechtsorganisationen, LSBTI-Personen zukünftig besser fördern zu können. 12 Oberbürgermeisterin Reker trifft Frauenrechtlerinnen in China Vom 9. bis 13. September 2024 besuchte Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit einer Bildungs- und Wirtschaftsdelegation Kölns Partnerstadt Peking sowie die Wirtschafts- metropole Shanghai. Ziele der Reise waren unter anderem die städtediplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit den beiden Städten zu pflegen und die Chinakompetenz der Stadt Köln zu steigern. In diesem Zusammenhang organisierte das Büro für Europa und Internationales auch einen Austausch der Oberbürgermeisterin mit zivilgesellschaftlichen Organisationen zum Thema Frauenrechte. Das Treffen fand in Kooperation mit dem Goethe-Institut von Peking statt. Dabei infor- mierten Menschenrechtsverteidiger*innen die Oberbürgermeisterin über die Situation von Frauen in China sowie über die Herausforderungen, denen sie bei ihrer politischen Arbeit gegenüberstehen. Ebenso war Gewalt gegen Frauen ein Thema. Für die lokalen Aktivistinnen war das Interesse und die Präsenz der Kölner Oberbürger- meisterin vor Ort sehr stärkend und motivierend. Im Nachgang beauftragte die Oberbürger- meisterin das Büro für Europa und Internationales Kölns Partnerstädte zu ihrer städtischen Arbeit für Frauenrechte zu befragen. Mit den Antworten sollen unter anderem Möglichkeiten zur Zusammenarbeit in diesem Bereich ausgelotet werden. Frauenrechte im Fokus des China-T ags Das Thema Frauenrechte war zudem ein Schwerpunktthema des China-Tags am 8. Dezember 2024, der ein buntes Programm von Diskussionen, Vorträgen, Kultur und Mit- machaktionen für Familien bot. So fand beispielsweise eine Diskussion über die Situation von Frauen in der chinesischen und deutschen Arbeitswelt statt. Das Büro für Europa und Internationales hatte die Veranstaltung zusammen mit dem Rautenstrauch-Joest-Museum und der Volkshochschule Köln organisiert. Diese Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) wurden damit gefördert: • SDG 5 – Geschlechtergleichheit • SDG 10 – Weniger Ungleichheiten • SDG 17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele 13 Im Dialog zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen So wie es auch das Städtepartnerschaftskonzept vorsieht, fand ein stetiger Austausch mit Kölner Menschenrechtsorganisationen statt, wie zum Beispiel mit der Städtegruppe Amnesty International e.V. in Köln, der Initiative Menschenrechtsstadt Köln e.V., der Stiftung Asienhaus oder dem Verein Free Hongkong e.V. Zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2024 ging zudem eine neue Seite auf der Website der Stadt Köln online, die über die Schwerpunkte der internationalen Kölner Menschenrechtsarbeit informiert, siehe hier https:/ /www.stadt-koeln.de/politik-und- verwaltung/internationales/koeln-fuer-menschenrechte-global . Diese Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) wurden damit gefördert: • SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen • SDG 10 – Weniger Ungleichheiten • SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen 14 Klima und Nachhaltigkeit Die Klimakrise betrifft alle Menschen weltweit und uns auch in Köln. Gemeinsam mit anderen Städten suchen wir nach innovativen und solidarischen Lösungen, um ihren Auswirkungen zu begegnen. Im Rahmen der internationalen Arbeit setzen wir uns für einen starken Klimaschutz ein. Im Jahr 2024 bedeutete dies, dass … • bei der Reise der Oberbürgermeisterin in Kölns Partnerschaft Kyoto die Themen Umwelt und Klima im Zentrum standen • die Oberbürgermeisterin zum Klimagipfel im Vatikan reiste • die Stadt Köln Gastgeberin der Lateinamerika- und Karibik-Konferenz war Klima und Umwelt im Fokus der Japan-Reise der Oberbürgermeisterin Vom 24. bis 29. März 2024 besuchte Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit einer fünf- köpfigen Delegation Kölns Partnerstadt Kyoto. Die ehemalige japanische Kaiserstadt und die Domstadt sind seit dem 21. Januar 1963 städtepartnerschaftlich miteinander verbunden. Der Besuch fand im Nachgang zum 60-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft statt. Klima- und Umweltthemen bildeten einen Schwerpunkt der Reise. So besuchten die Teil- nehmenden ein Umweltbildungszentrum, und ein Fachgespräch über Klimaschutz und Klimaanpassungsmaßnahmen in den Städten wurde geführt. Oberbürgermeisterin Reker traf den neu gewählten Bürgermeister von Kyoto, Koji Matsui, sowie den Präsidenten des Stadtrats von Kyoto, Yashinao Nishimura. William Wolfgramm, Dezernent für Klima, Umwelt, Grün und Liegenschaften und Alice Bauer, Leiterin der Koordinationsstelle Klimaschutz der Stadt Köln, Stefan Charles, Dezer- nent für Kunst und Kultur sowie Dr. Shao-Lan Hertel, Direktorin des Museums für Ostasia- tische Kunst, waren Teil der Delegation. Ebenso standen auf dem Programm ein Besuch des „National Museum of Modern Art Kyoto“ (MoMAK) und Gespräche über den Austausch zwischen den Museen beider Städte. Diese Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) wurden damit gefördert: • SDG 4 – Hochwertige Bildung • SDG 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz 15 Oberbürgermeisterin spricht beim Klimagipfel im Vatikan Vom 15 bis 17. Mai 2024 nahm Oberbürgermeisterin Henriette Reker an der internationalen Konferenz „Von der Klimakrise zur Klimaresilienz“ im Vatikan teil. Sie folgte damit einer gemeinsamen Einladung der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften und der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. Diese hatten Bürgermeister*innen und Gouver- neur*innen aus aller Welt ausgewählt, die sich im Klimaschutz mit herausragenden Ideen und Projekten engagieren oder Vorreiter*innen im Kampf gegen die Erderwärmung sind. Als einzige deutsche Oberbürgermeisterin hielt Frau Oberbürgermeisterin Reker einen Vortrag zu den kommunalen Antworten auf die Herausforderungen des Klimawandels. Frau Reker und alle Teilnehmenden unterzeichneten ein Abschlussprotokoll, das an die Vereinten Nationen übergeben und an alle Mitgliedsländer übermittelt wird. Am zweiten Konferenztag empfing Papst Franziskus alle Gipfelteilnehmer*innen zu einer Audienz. Diese Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) wurden damit gefördert: • SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden • SDG 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz • SDG 17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele 16 Lateinamerika- und Karibik-Konferenz in Köln Am 4. und 5. September 2024 fand in Köln die vierte Partnerschaftskonferenz zwischen deutschen, karibischen und lateinamerikanischen Kommunen statt. 120 Kommunalver- treter*innen aus Argentinien, Bolivien, Brasilien, Costa Rica, Ecuador, Jamaica, Kolumbien, Mexiko, Peru und Deutschland nahmen teil. Ziel war der Austausch über erfolgreiche Prakti- ken und Herausforderungen in der internationalen Partnerschaftsarbeit. Im Fokus standen Themen wie Wasserversorgung, Abfallmanagement, Umweltbildung und Geschlechtergerechtigkeit. Die Servicestelle „Kommunen in der Einen Welt“ , beauftragt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, war Ausrichterin der Konferenz gemeinsam mit der Partnerschaft Köln – Rio de Janeiro. Nicaragua und Venezuela waren aufgrund der politischen Situation von der Konferenz aus- geschlossen. Die Stadt Köln pflegt allerdings eine Partnerschaft mit Corinto/ El Realejo in Nicaragua. Deshalb war das Büro für Europa und Internationales angefragt worden, eine Veranstaltung außerhalb der offiziellen Konferenz mit Vertreter*innen deutscher und mexi- kanischer Kommunen zu organisieren. Diese fand unmittelbar im Anschluss statt. Das Büro für Europa und Internationales stellte dabei die erfolgreichen Klimaprojekte mit Corinto vor. Diese Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) wurden mit den beiden Aktivitäten gefördert: • SDG 1 – Keine Armut • SDG 5 – Geschlechtergerechtigkeit • SDG 6 – Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen • SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden • SDG 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz • SDG 17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele Ausblick Das Büro für Europa und Internationales wird auch im Jahr 2025 für ein geeintes Europa und starke Kooperationen zwischen Kommunen in der Welt arbeiten. Der Einsatz für Demokratie, Frieden und Freiheit, Menschenrechte weltweit sowie Klima und Nachhaltigkeit bilden dabei die thematischen Schwerpunkte. Bezüglich Demokratie, Frieden und Freiheit wird die Städtepartnerschaft mit Dnipro weiter verstetigt. Zu hoffen ist, dass sich 2025 der Fokus verstärkt auf den Wiederaufbau richten und der Austausch zwischen den Bürger*innen intensivieren lässt. Das Büro für Europa und Internationales wird die Partnerstädte Tel Aviv-Jaffa und Bethlehem unterstützen und Projekte mit beiden Städten initiieren. Nach den Europawahlen 2024, welche die politische Landschaft der EU verändert haben, ist es wichtig, die Kölner Stadtgesellschaft über die Vorteile eines geeinten Europas zu informieren. So wird das Büro für Europa und Internationales mit der Volkshochschule zum Europatag im Mai für die Veranstaltung „Europa in Köln – Köln in Europa“ kooperieren. Nach dem Brexit und den Präsidentschaftswahlen in den USA gilt es, die gesamteuropäische Idee und das transatlantische Bündnis zu stärken. Durch Kölns Städtepartnerschaften mit Liver- pool und Indianapolis beabsichtigt das Büro für Europa und Internationales, dazu bedeutsam beizutragen. Im Kontext der internationalen Menschenrechtsarbeit werden Menschenrechtsverteidi- ger*innen in den Kölner Städtepartnerschaften unterstützt werden. Als eine Folge des Treffens zwischen der Oberbürgermeisterin mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen in Peking wurde eine chinesische Filmemacherin eingeladen, am Christopher Street Day 2025 teilzunehmen. In diesem Zusammenhang ist geplant, die Kölner Stadtgesellschaft mit ihren Filmen über die Situation von homosexuellen Frauen in China zu informieren. Im Themenbereich ökologische und soziale Nachhaltigkeit wird am 6. Mai 2025 die „Fair Trade Night“ stattfinden. Als Kooperationsprojekt mit Initiativen der Kölner Nachhaltigkeits- zene beabsichtigt die Veranstaltung, den Fairen Handel in Köln zu stärken und weiter in die Öffentlichkeit zu tragen. Der zuständige Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen/Vergabe/Internationa- les wird durch Mitteilungen und Beschlussvorlagen informiert. Für die Öffentlichkeit finden sich weitere Informationen auf der Website www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/ internationales. Kontakt Amt der Oberbürgermeisterin Büro für Europa und Internationales Unter Goldschmied 6 50667 Köln eurocologne@stadt-koeln.de Redaktion Cora Pfafferott Die Oberbürgermeisterin Amt der Oberbürgermeisterin Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Gestaltung und Druck Zentrale Dienste der Stadt Köln Bildnachweis S. 5: Thomas Banneyer; S. 6 oben: Arthur Pluta; S. 6 unten: Land NRW/Robin Teller; S. 7: Land NRW/ Ralph Sondermann; S. 8/9: Stadt Köln; S. 12: anyway e.V.; S. 16: Vatican Media 13-US/020-25/OB/01.2025
Mitteilung Ausschuss
425 Zeichen
Dezernat, Dienststelle OB/01/3 Vorlagen-Nummer 03.02.2025 0245/2025 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / In- ternationales 03.02.2025 Büro für Europa und Internationales: Tätigkeitsbericht 2024 Die Verwaltung informiert mit beigefügtem Tätigkeitsbericht über die Arbeit des Büros für Eu- ropa und Internationales im Jahr 2024. Gez. Reker
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (5)
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Details
- Aktenzeichen
- 0245/2025
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 03.02.2025
- Erstellt
- 21.01.2025 16:01