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2630/2022

Sachstand Kölner Stadttauben-Modell

Mitteilung Ausschuss 23.08.2022

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Nächste Beratung: Ausschuss Klima, Umwelt und Grün, Sitzung am 29.09.2022, TOP 7.2

Mitteilung Ausschuss

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Mitteilung Ausschuss

7520 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VIII/57 
 
Vorlagen-Nummer 23.08.2022 
 2630/2022 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 25.08.2022 
 
Stadttaubenkonzept 
Ausgangslage 
 
Die Erfahrungen der 80er-Jahre in Köln mit drei Taubenhäusern, haben gezeigt, dass die Reduzie-
rung der Stadttaubenpopulation nur im Rahmen eines langfristigen Konzeptes und mit einer langfristi-
gen Strategie möglich ist. 
 
Die Stadt Köln orientierte sich dabei an Erfahrungen anderer Städte. Ein tierfreundliches Konzept zur 
Reduktion der Tauben in Großstädten (mit dem Aufstellen von Taubenhäusern) wird in mehreren 
Städten umgesetzt. Bei den Modellen von Taubenhäusern, die ihren Ursprung in Augsburg oder in 
Aachen haben, setzt man auf einen offenen Ein- und Ausflug und versucht durch Füttern in und um 
diese Anlagen die Tauben von den Problemzonen wegzulocken. Wichtig ist für eine Bestandsreduzie-
rung der regelmäßig Austausch der Gelege. Grundvoraussetzung ist eine gut organisierte Betreuung 
des Taubenschlages. Der Betrieb sollte durch ehrenamtliche Helfer erfolgen.  
 
Von immenser Bedeutung sind die richtige Standortwahl und die regelmäßige und verlässliche sowie 
fachliche Betreuung. Die hierfür in Frage kommenden Flächen sind jedoch überwiegend in Privatbe-
sitz. Nicht nur die Aufstellung, sondern auch ein Betretungsrecht wäre hierbei vorab rechtlich mit dem 
Besitzer zu klären.  
 
Taubenhäuser dämpfen stadtweit die Taubenschwärme. Eine kurzfristige Taubenreduktion ist in den 
Problemzonen bei diesen Modellen nicht zu erwarten, man dämpft jedoch langfristig die sonst konti-
nuierlich anwachsende Stadttaubenproduktion. Mit einem betreuten Taubenschlag wird versucht, den 
Bestand tiergerecht dort annähernd gleich zu halten. 
 
 
Taubenhaus am Hansaring 
 
Mit einem Pilotprojekt wurde im November 2019 das Taubenhaus am Hansaring in Betrieb genom-
men. Der von der Kölner Taubenhilfe e.V. betreute Taubenschlag wird von den Tauben gut ange-
nommen. Die Tauben konnten dort erfolgreich angesiedelt und gehalten werden. Bisher haben mehr 
als 150 Tauben das Taubenhaus bezogen. Mit der erfolgreichen Umsiedlung halten sich die Tiere 
weniger in der S- und U-Bahnstation auf und verursachen so weniger Dreck. Die Stadttauben werden 
dort mit artgerechtem Futter und sauberem Wasser versorgt, erhalten einen sicheren Lebensraum. 
Die Gelege werden durch Gipseier ersetzt, was die Population langfristig an diesem Standort ein-
dämmt.  
 
 
Kooperation mit der Kölner Taubenhilfe e.V. 
 
Die Kölner Taubenhilfe betreibt einen Lebenshof für Stadttauben im Kölner Norden im Stadtteil Wei-

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denpesch. Hier finden gerettete Stadttauben, Handaufzuchten, ausgesetzte und ungewollte Rasse-, 
Hochzeits- und Brieftauben, die von Ihren Besitzern nicht mehr gewollt sind, sowie gehandicapte 
Tauben ein tiergerechtes und sicheres Zuhause. Der Lebenshof dient als Dreh- und Angelpunkt des 
Stadttaubenmanagements und ist ein wichtiger Bestandteil zur Aufnahme von Stadttauben und bei 
Bedarf auch deren Gesundpflege.  
 
Die Kooperation mit dem Verein Kölner Taubenhilfe hat sich zu den Projekten am Hansaring sowie 
die Führung des Taubengnadenhofes in Weidenpesch als erfolgreich erwiesen. Der Verein betreut im 
Auftrag der Stadt Köln beide Projekte.  
 
Um eine Betreuung weiterer Standorte gewährleisten zu können, ist die Kooperation mit einem weite-
ren Verein angedacht, der hierzu bereits seine Bereitschaft signalisiert hat. 
 
 
Weiterer Ansatz  
 
Das Pilotprojekt Taubenhaus am Hansaring zeigt, dass die gesteckten Ziele erreicht werden können.  
 
Die Stadt Köln ist bemüht, mit einem Taubenkonzept die Taubenpopulation zu verringern. Um nach-
haltig und gesamtstädtisch die Stadttaubenproblematik zukünftig lösen zu können, ist die Errichtung 
weiterer Taubenhäuser nötig. Dies ist auch in verschiedenen weiteren Stadtteilen gewünscht.  
 
 
Errichtung weiterer Taubenschläge 
 
Weitere Taubenhäuser sollen folgen. Hier ist die Stadt auf der Suche nach weiteren Standorten und 
bereits im näheren Austausch mit möglichen Kooperationspartnern. 
 
So soll am Kölner Hauptbahnhof ein sogenannter Taubenraum, der von der Deutschen Bahn zur Ver-
fügung gestellt wird, eingerichtet werden, der die Tauben aus der näheren Umgebung des Doms dort 
halten soll. Der Taubenraum wird wie das Taubenhaus so ausgestattet werden, dass die Tauben mit 
Futter versorgt und dort brüten sollen.  
 
Weitere Gespräche mit der Deutschen Bahn finden aktuell statt zu dem Standort am Bahnhof Mül-
heim. Im Innenbereich könnte ein Taubenhaus aufgestellt werden, das wie der Taubenraum fach-
kundlich betreut werden soll. 
 
Am Busbahnhof in Porz ist geplant, ein Taubenhaus auf der vierten Parkebene des Apcoa-
Parkhauses zu installieren. Die Bereitschaft des Parkhaus-Betreibers ist gegeben.  
In Porz betreiben Ehrenamtler*innen einen Taubenraum am ehemaligen Real-Markt in Porz-Eil. Die 
Zusage des neuen Grundstückseigentümers bis zum Ende des Jahres ist gegeben. Die Stadt unter-
stützt über diesen Zeitraum das Engagement. 
 
Chorweiler wurde ebenfalls bei der Überlegung für die Standorte möglicher Taubenhäuser berück-
sichtigt. Nach einigen Kontaktversuchen mit dem City Center-Management wird derzeit die Möglich-
keit zur Installation eines Taubenhauses auf dem Dacht des City Centers geprüft und aktuelle Ge-
spräche hierzu geführt. Sollte die Möglichkeit der Installation eines Taubenhauses gegeben sein, 
kann zur Konkretisierung eine Entscheidung getroffen werden. 
 
 
Projekt Taubenpille „Ovistopp“ 
 
Aber nicht jeder Platz, der unter einem hohem Taubenaufkommen leidet, kommt ohne weiteres für die 
Errichtung eines Taubenhauses in Frage. Private Gebäudebesitzer haben eventuell Vorbehalte ge-
gen ein Taubenhaus auf ihrem Grundstück, oder es kann die Betretung über 365 Tage im Jahr nicht 
gewährleistet werden oder manchmal fehlt es einfach an einem geeigneten Platz. In diesen Fällen 
bietet sich nun eine relativ neue Methode an, die parallel zu oder in Kombination mit Taubenhäusern 
einzusetzen ist: eine Art Empfängnisverhütung für Tauben. An die Tauben wird dabei gezielt Futter

3 
 
verfüttert, welches mit einem Medikament (R12) behandelt wurde. Dieses Medikament sorgt bei re-
gelmäßiger Einnahme einer bestimmten Dosis bereits nach 5 Tagen dafür, dass bei allen danach 
gelegten Eiern eine Fruchtentwicklung unterbleibt. Die Taubenpopulation vermehrt sich infolge nicht 
weiter. Das Medikament hat keinerlei Nebenwirkung und ist weder für andere Vögel noch für Hunde 
oder Katzen eine Gefahr. Die Verabreichung erfolgt unter tierärztlicher Kontrolle über platzsparende 
Futterspender. Die behandelnde Tierärztin sorgt über ein entsprechendes Monitoring dafür, dass die 
gefütterte Taubenpopulation ausreichend mit Futter=Wirkstoff versorgt wird. Diese Verabreichung 
erfolgt einmal täglich am frühen Morgen. Die Tauben erhalten nur so viel Futter, dass sie die kom-
plette Menge aufpicken und keine Reste für andere Vögel oder Nager übrig bleiben.  
 
In einigen spanischen, italienischen und belgischen Städten wird dieses Verfahren bereits praktiziert. 
Die Erfahrung zeigt, dass sich nach einem Jahr die Taubenanzahl um ca. 20-30% reduziert.  
 
Ein positiver Nebeneffekt dürfte hier für die betroffene Umgebung auch die deutliche und gravierende 
Veränderung des Taubenkots sein. Dieser verändert sich vom derzeitigen schleimigen Hunger-
Durchfall in „normalen“, geformten Kot, der deutlich einfacher zu beseitigen ist.  
 
Gez. Wolfgramm

Beratungsverlauf (1)

29.09.2022 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 7.2 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

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Details

Aktenzeichen
2630/2022
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
23.08.2022
Erstellt
17.08.2022 14:48