0004/2018
Kommunalverfassungsrechtliche Streitigkeit nach §§ 44 der Geschäftsordnung des Rates und der Bezirksvertretungen
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Anlage 4: Niederschrift Bezirksvertretung Rodenkirchen - Sondersitzung 14.12.2017
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Der Bezirksbürgermeister Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) Geschäftsführung Frau Paßmann Telefon: (0221) 221-92313 Fax: (0221) 221-92318 E-Mail: miriam.passmann@stadt-koeln.de Datum: 03.01.2018 Niederschrift über die Sondersitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen in der Wahlperiode 2014/2020 am Donnerstag, dem 14.12.2017, 17:00 Uhr bis 17:55 Uhr, Bezirksrathaus Rodenkirchen, Raum 119 Anwesend: Bezirksbürgermeister Herr Bezirksbürgermeister Mike Homann SPD Mitglieder der Bezirksvertretung Herr Wasilis Pavegos CDU Herr Christoph Schykowski CDU Herr Manfred Giesen GRÜNE Frau Carolin Ramrath GRÜNE Herr Frank Theilen-von Wrochem GRÜNE Frau Elke Bussmann SPD Herr Dr. Jörg Klusemann SPD Herr Karl-Heinz Daniel FDP Herr Karl Wolters FDP Herr Berthold Bronisz DIE LINKE Ratsmitglieder mit beratender Stimme Herr Rafael Christof Struwe SPD Verwaltung Herr Kai Lachmann Frau Claudia Mohr Herr Hubertus Tempski Seniorenvertreterinnen und Seniorenvertreter Frau Dr. Christiane Köhler Presse Zuschauer Entschuldigt: Mitglieder der Bezirksvertretung Frau Constanze Aengenvoort CDU Frau Marlies Ante CDU Niederschrift über die Sondersitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen am 14.12.2017 - 2 - Herr Peter Heinzlmeier CDU Herr Hans-Josef Küpper CDU Frau Dr. Sabine Müller GRÜNE Frau Elisabeth Sandow SPD Frau Julia von Dewitz SPD Herr Torsten Rüdiger Ilg Freie Wähler Tagesordnung I. Öffentlicher Teil 1 Umklassifizierung der K 28 / K 30 – Umgang mit den Rechten der Bezirksvertretung Rodenkirchen durch den Verkehrsausschuss am 05.12.2017, TOP 4.3; notwendige Entschei- dung des Hauptausschuss AN/1881/2017 1.1 Aufhebung der Klassifizierung der K 28 Sürther Straße und der K 30 Am Feldrain, Hammerschmidtstraße und Weißer Straße in Köln- Rodenkirchen/Sürth (Session-Nr. 2259/2017) hier: Erschließungsbeiträge 3912/2017 1.2 Zuständigkeit für die Umstufungsanzeige von Straßen hier: Abstufung einer Kreisstraße zu einer Gemeindestraße 3910/2017 Niederschrift über die Sondersitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen am 14.12.2017 - 3 - I. Öffentlicher Teil 1 Umklassifizierung der K 28 / K 30 – Umgang mit den Rechten der Bezirksvertretung Rodenkirchen durch den Verkehrsausschuss am 05.12.2017, TOP 4.3; notwendige Entschei- dung des Hauptausschuss AN/1881/2017 Herr BBM Homann begrüßt die Bezirksvertreterinnen und Bezirksvertreter und führt in den Gegenstand der Sondersitzung ein. Die BV 2 habe eine Vorlage zur Umklassi- fizierung der K28 und der K30 geschoben. Das habe der Verkehrsausschuss anders gesehen und gesagt, wir schieben nicht, wir entscheiden das jetzt. Vor diesem Hin- tergrund seien Herr Lachmann und Frau Mohr von der Fachverwaltung da. Herr BBM Homann macht aber an der Stelle darauf aufmerksam, das sei kein Thema, was im eigentlichen Sinne sie beträfe. Heute werde vielmehr über die Umklassifizierung ge- sprochen und über die Frage, wer dafür zuständig ist und nicht darüber, was passiert danach, gibt es da KAG-Beiträge, Ersterschließungsbeiträge oder was auch immer. Das Thema sei, ist die BV Rodenkirchen für die Sürtherstraße, für die Hammer- schmidtstraße und für Am Feldrain zuständig, weil diese Straßen schon immer keine überbezirkliche Bedeutung hatten oder aber ist es der Verkehrsausschuss. Es liege eine Stellungnahme von 01 vor, die seines Erachtens dem Schreiben entspreche, das die BV 2 vorher schon hatte, juristisch sei keine neue Argumentation erkennbar, wo man sagen müsste, so, das würde jetzt die Position der BV 2 auf jeden Fall ver- ändern müssen. Herr BBM bittet um Wortmeldungen. Herr Schykowski (CDU-Fraktion) bezweifelt die Notwendigkeit, unbedingt noch im Dezember 2017 eine Sondersitzung durchführen zu müssen, denn wegen der Kurz- fristigkeit sei doch einigen Bezirksvertreterinnen und Bezirksvertretern die Teilnahme an der wichtigen Diskussion verwehrt. Das wäre bei einer Sondersitzung Anfang Ja- nuar 2018 wahrscheinlich anders gewesen. Er betont, dass die CDU-Fraktion in der Sache voll hinter dem Antrag stehe und deswegen hätte man es besser gefunden, wenn möglichst viele der Bezirksvertreter diesen Antrag persönlich anwesend unterstützt hätten. In der Sache nimmt er zunächst Stellung zu der Mitteilung des Amtes der Oberbür- germeisterin darin heiße es: Jede Straße fällt in den Verantwortungsbereich einer Behörde, eines Gremiums, Bundesstraßen und so weiter und so fort und dann heiße es weiter, daher liege die Zuständigkeit für die Umstufung bzw. die Umstufungsan- zeige von Straßen bei dem Gremium, was auch in sonstiger Hinsicht für die jeweilige Straße zuständig ist. Andernfalls würde ein an sich für die jeweilige Straße, derzeit noch nicht zuständiges Gremium über die Umstufungsanzeige der Straße entschei- den. Hier liege nach seinem Empfinden der logische Fehler in der Argumentation, denn wenn die Verwaltung der Ansicht sei, eine Straße habe keine überbezirkliche Bedeutung, und das habe sie ja explizit schriftlich so bestätigt und auch implizit mit der Vorlage zur Umgestaltung der Sürtherstraße, die die BV 2 als Beschlussgremium vorgelegt bekommen habe, habe sie anerkannt, dass die Bezirksvertretung zustän- dig ist. Dann müsse die Verwaltung aber doch logischer Weise zunächst eine Vorla- ge bringen, in dem das bisherige Beschlussgremium, nämlich der Verkehrsaus- schuss, beschließt, dass es nicht mehr zuständig ist und alle weiteren Beschlüsse werden dann in dem Gremium gefasst, das zuständig ist. Niederschrift über die Sondersitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen am 14.12.2017 - 4 - Hier sei es genau umgekehrt passiert, hier wurde erst noch eine Reihe von Be- schlüssen gefasst, obwohl die Verwaltung anerkannt habe, dass die Bezirksvertre- tung eigentlich zuständig ist und anschließend habe man danach quasi gesagt, ab jetzt ist eben die Bezirksvertretung zuständig. Und das kann nicht der richtige Weg sein. Der von Herrn Schykowski skizzierte Weg, erst beschließt das bisherige Be- schlussorgan, es gibt die Verantwortung ab und alles Weitere wird durch das tat- sächlich zuständige Beschlussorgan, die Bezirksvertretung entschieden, das sei sei- ner Ansicht nach der richtige Weg für alle diese Fälle und könnte von der Verwaltung durchaus für vergleichbare Fälle als Blaupause genommen werden. Zu der zweiten Mitteilung des Bauverwaltungsamtes merkt Herr Schykowski an, die- se habe ihn äußerst irritiert. Die BV 2 beschließe hier nicht über irgendwelche Er- schließungsmaßnahmen oder über die Verteilung von Kosten von Erschließungs- maßnahmen. Sie beschließe hier ihren Antrag, den Hauptausschuss anzurufen, weil ihre Entscheidungskompetenz übergangen worden sei und weil hier ein Gremium über etwas entschieden habe, nämlich die Herabstufung der Straße, und um nichts anderes gehe es. Wenn er solche Sätze lese wie „sie laufen Gefahr sich der Untreue schuldig zu machen.“ und dann werde da irgendein Artikel aus 2008 zitiert, der im Internet nicht zu finden ist, der wahrscheinlich in irgendwelchen Regalen in der Fachverwaltung vorhanden ist, dann finde er, dass man hier seitens der Verwaltung versucht, die BV unter Druck zu setzten, die Fehler der Verwaltung auszubügeln. Denn es werde ja aufgeführt, dass eigentlich die Gebäude, die an der Straße stehen, gar nicht hätten gebaut werden dürfen, und jetzt stelle man auf einmal fest, da ste- hen lauter Gebäude und da müssen wir die Straße herabstufen, damit das alles wie- der rechtens ist und droht quasi der Politik: „Wenn ihr das nicht macht, dann macht ihr euch strafbar!“ . Herr Schykowski bittet ausdrücklich um eine Antwort der Verwaltung zur Frage, wie viele Gebäude an der Sürther Straße in den letzten 10 bzw. 15 Jahren entstanden sind, die dort einen Anschluss haben, aber eigentlich dort nicht stehen dürften. Herr Giesen (Fraktion die Grünen) widerspricht Herrn Schykowski zunächst bezüg- lich der Dringlichkeit des behandelten Themas, die Problematik sei ja auch sehr kurz- fristig aufgetreten und viele Bezirksvertreterinnen und Bezirksvertreter hätten ihre Teilnahme möglich machen können. Ihm sei völlig egal, welche Regel die Verwaltung da vorschlage, ob der Abgebende oder der Aufnehmende das Entscheidungsrecht habe und der andere nur ein Anhörungsrecht. Was ihn störe sei, auch wenn die BV 2 nur die beratende Funktion hätte, dass durch den Verkehrsausschuss entschieden wurde, ohne die BV vorher gehört zu haben, das gehe gar nicht. Die BV „quäle“ sich mit dieser Sache, mit diesem Thema Umstufung der Sürther Straße seit Monaten rum, weil da parallel das Thema des Ausbaus der Sürther Straße sei, da gäbe es Beziehungen und wenn das eine entschieden werde, dann wirke sich das auf KAG aus und das müsse doch alles berücksichtigt werden. Dann gehe es um Grund- stücksankäufe oder Verkäufe und das sei ein größeres Thema, was in sich zusam- men hängt, was man auf den ersten Blick gar nicht sieht und der Ratsausschuss ge- he da ganz locker darüber hinweg, weil er arrogant ist, weil er das größere Wissen hat, er wisse es nicht. Er fragt den Bezirksbürgermeister, ob denn die Ratsmitglieder aus unserem Bezirk eingeladen worden seien, er hätte es toll gefunden, wenn sie jetzt hier gewesen wä- ren und ihr Vorgehen mal erklärten, warum sie das gemacht haben, ohne bei uns nachzufragen. Man habe nicht unter einem Termindruck gestanden, sondern hätte sich doch die Mühe machen müssen, in der BV Rodenkirchen nach den Motiven zu Niederschrift über die Sondersitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen am 14.12.2017 - 5 - fragen. Stattdessen nehme das der Verkehrsausschuss einfach so in die Hand, das sei ein Unding, das so nicht passieren dürfe und das man auch nicht in einer norma- len Sitzung irgendwann unter ferner liefen kommuniziere sollte, sondern das müsse ganz klar eine besondere Stellung haben wie in einer solchen Sondersitzung. Herr Dr. Klusemann (SPD Fraktion) betont die Wichtigkeit, auf akute Situationen sofort zu reagieren. Von daher sei eine schnelle Sondersitzung, um sich an den Hauptausschuss zu wenden, geboten, das sei auch ein Signal sowohl an den Rat als auch an die Verwaltung, wie im besonderen Maße wichtig die eigene Entschei- dungskompetenz der BV 2 sei. Er hält die Mitteilung der Verwaltung aus dem Büro der OBin bezüglich der Zustän- digkeit für absolut widersprüchlich. Auf der einen Seite schreibe sie: „Daher liegt die Zuständigkeit für die Umstufung bzw. die Umstufungsanzeige von Straßen bei dem Gremium, das auch in sonstiger Hinsicht für die jeweilige Straße zuständig ist, an- dernfalls würde ein an sich für die jeweilige Straße derzeit noch nicht zuständiges Gremium über die Umstufunganzeige der Straße entscheiden.“ Die BV 2 sei laut Verwaltung, das schreibe sie ja selbst, zuständig für diese Straße. Dann sei es ab- surd, wenn plötzlich die Umstufung ein anderes Gremium übernehmen müsse, näm- lich der Verkehrsausschuss. Die Widersprüchlichkeit ergebe sich aus den Fakten, die von Herrn Schykowski und Herrn Giesen bereits benannt worden seien. Die BV 2 sei alleine zuständig für diese Straße, denn es gehe auch um einen Kreisverkehr, An- kauf von Grundstücken etc. und von daher sei diese Reaktion aus der Verwaltung wirklich absurd. Herr Daniel (FDP-Fraktion) betont ebenfalls die Wichtigkeit des Themas für seine Fraktion, dass sie die Sondersitzung für gerechtfertigt halte, denn die ordentlichen Sitzungen seien mit so vielen Themen befrachtet, dass man kaum in der Lage sei, ein solches wichtiges Thema mal in alleiniger Sache zu beraten. Die BV 2 habe am 10.09.2017 die Vorlage von der Verwaltung über die Umstufung der Straßen K28 und K30 erhalten, ohne dass eine weitergehende Information von Seiten der Verwaltung, was denn dahinter stehe, gegeben worden ist. Der Mitarbeiter der Fachverwaltung, den man sonst herzlich begrüße, habe den rechtlichen Hinter- grund, der mit dieser Umstufung verbunden ist, nicht darlegen können. Wenn man jetzt höre, dass im Verkehrsausschuss dann die Verwaltung mit großen Geschützen aufgefahren, einschließlich der rechtlichen Vertreter aus den Ämtern aufgetreten sei, dann verwundere das schon, dass die BV 2 diese gleiche Aufklärung nicht erhalte. Es sei auch sehr verwunderlich, dass seit Jahr und Tag in den Straßen, es gehe nicht nur um die Sürther Straße, sondern es ist die Weißer Straße bis zur Adolf- Menzel-Straße , die Hammerschmidtstraße, Am Feldrain und die Sürther Straße, al- so dass in diesem Bereich über Jahre gebaut worden ist und auch in großem Stil ge- baut wurde. Herr Daniel verweist exemplarisch auf das große Wohnhaus an der Ecke Hammer- schmidtstraße/ Kreisel Am Feldrain, mit dem er die Frage an Frau Mohr und Herrn Lachmann richtet, wo denn entschieden werde, was rechtlich zulässig für eine Bau- genehmigung sei und was nicht. In der aktuellen Mitteilung stehe doch, dass das ei- gentlich rechtlich nicht zulässig war, Baugenehmigungen aber dennoch erteilt wor- den sind. Auf der Sürther Straße sei vor Jahr und Tag die große Bezirkssportanlage gebaut worden. Damals wäre das auf jeden Fall noch Kreisstraße und keine Ge- meindestraße gewesen, so dass die Frage berechtigt sei, wie denn dort die Bauge- nehmigung an der Kreisstraße erteilt wurde. Es gebe im Einklang mit den Vorrednern Niederschrift über die Sondersitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen am 14.12.2017 - 6 - zur Umstufung viel Fragebedarf und Aufklärungsbedarf durch die Verwaltung. Als Letztes sei für die FDP-Fraktion für die Zuständigkeit noch entscheidend, wer denn die Baulast trage. Die vorliegende Fragestellung auf kreisangehörige Städte übertragen bedeute doch, wenn umgekehrt die Stadt Brühl vom Landkreis Erftkreis damit „überfahren“ würde, ihr müsst diese Kreisstraße jetzt als Gemeindestraße übernehmen, weil sie die Verkehrsbedeutung nicht mehr habe, dass dann doch das erklärte Einverständnis der Stadt Brühl selbstverständlich sein müsse, ob sie dieser Umstufung von Kreisstraße auf Gemeindestraße zustimmt, wenn sie die Baulast übernehmen muss, das heißt zu Lasten ihres Haushaltes zustimmt. Also insofern hätte zumindest das Anhörungsrecht und die Widerspruchsmöglichkeiten durch ge- geben sein müssen, ohne per ordre de mufti dem anderen Teil zu sagen: „Hier, wir haben das umgestuft, du musst jetzt die Baulast übernehmen von dieser Straße.“ Also insofern sei diese Reihenfolge, die hier für die Zuständigkeit gegeben werde, nicht logisch. Herr Bronisz, (Die Linke), empfindet die Mitteilung aus dem Bauverwaltungsamt als „Starkes Stück“. Er zitiert den Textteil zur Untreue und zur Schadensersatzpflicht. Er sei ein ordentliches Mitglied in einem Gremium, indem er grundsätzlich drei Möglich- keiten habe, sich zu entscheiden. Entweder stimme er irgendwann mit ja, mit Enthal- tung oder mit nein. Er möchte aber nicht als Mitglied der Bezirksvertretung nur aus Angst, dass er irgendwann einmal schadensersatzpflichtig werden kann, nur mit ja stimmen können. In Bezug auf die Mitteilung der Verwaltung, die den Verfahrensablauf erklärt, merkt er an, die Bezirksvertretung hatte die Zuständigkeit, die Abstufung einer Kreisstraße im September auf der Tagesordnung gehabt und da war es die Verwaltung, die diese Beschlussvorlage wieder zurückgezogen habe. Das heiße, man habe eigentlich vor- her sogar mal gehört werden müssen. Das sei eben nicht geschehen und insofern denke er, dass die Entscheidung im Verkehrsausschuss schon allein aus diesem Punkt gar nicht zulässig war. Frau Bussmann (SPD-Fraktion) , verweist darauf, dass die Beschlussvorlagen zu den Kreisverkehren auf der Sürther Straße ja auch der BV zugeleitet worden seien, das zeige doch, dass die Verwaltung das als eine bezirkliche Sache gesehen habe. Von daher erschließe sich nicht, warum jetzt in diesem Fall der Umstufung das an- ders sein soll und dass die BV 2 in diesem Falle übergangen werde. Es habe sie wirklich richtig erbost, dass die BV 2 einen sehr umfassenden Antrag gestellt habe, um ein Gesamtkonzept für diesen Bereich zu planen. Daran seien alle Ämter beteiligt gewesen und es sei mit ganz viel Mühe, ganz viel Herzblut und ganz vielen Gesprächen mit allen Verwaltungen gearbeitet worden. Selbst vom Dezernen- ten sei gefordert worden oder ist zumindest die Einsicht da gewesen, dass man die- sen Bereich insgesamt beplanen muss. Und jetzt presche wieder ein Amt vor und lege hier eine Straße vor, versuche irgendwelche Fakten zu schaffen, womit dann letztendlich es unmöglich werde, andere Dinge einzubinden. Das kritisiere sie sehr scharf! Es werde immer wieder von der Verwaltung betont: „Nein, wir machen immer einen Jour Fixe und wir arbeiten zusammen!“ aber das Vorgehen hier zeige ihr, dass genau das Gegenteil passiere, ein Amt klinke sich aus und sein eigenes Süppchen koche und die anderen würden eben nicht mit eingebunden. Herr Lachmann, Amt für Straßen und Verkehrstechnik, erläutert, die BV 2 be- mängle zutreffend, dass die Verwaltung im Zuge der Planungsleistungen die Be- Niederschrift über die Sondersitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen am 14.12.2017 - 7 - zirksvertretung als zuständiges Gremium irgendwo immer genannt habe und jetzt im Nachhinein mit einer Vorlage komme und sage, jetzt ist doch die ganze Zeit der Ver- kehrsausschuss zuständig. Das sei nicht ganz sauber gelaufen. Allerdings müsse die Verwaltung diesen Umstand, den man derzeit dort habe, heilen. Das heiße, die Ver- waltung sei also verpflichtet, das als Aufgabe jetzt wahrzunehmen. Es sei eine ge- bundene Entscheidung, die die Verwaltung aufgrund von Landesgesetzten herbeizu- führen habe, eine Straße durch eine Klassifizierung entsprechend einzustufen. Das sei, wie die BV 2 auch richtig in den zahlreichen Bemerkungen angesprochen habe, eine lange Zeit wohl nicht ordnungsgemäß erfolgt. Warum die Bebauung in diesem Bereich dort stattgefunden habe, lasse sich im Endeffekt auch nicht mehr so richtig im Detail und im Nachhinein feststellen. Es sei nicht mehr heraus zu bekommen, wann in der Vergangenheit Genehmigungen für irgendwelche Erschließungsmaß- nahmen gegeben wurden, die in diesem Bereich gebaut worden sind. Aber die Ver- waltung sei jetzt verpflichtet, weil sie das Problem erkannt habe, zu handeln und deswegen habe die Verwaltung auch diese Vorlage gemacht. In Bezug auf die Mitteilungshinweise zum Untreuetatbestand und die potentielle Schadensersatzpflicht weist Herr Lachmann darauf hin, dass die Verwaltung gesetz- lich verpflichtet sei, eine entsprechende Entscheidung zu treffen bzw. die Verwaltung müsse auch darauf hinweisen, dass es auch Gerichtsurteile gebe, die eine gewisse Verantwortung auch bei der Politik sehen. Dieser Hinweischarakter komme vielleicht nicht ganz so gut rüber, aber der Sachverhalt sei so richtig. Die Bezirkssportanlage sei nicht direkt über die Sürther Straße erschlossen, sondern es gebe eine Stichstra- ße. Es sei also nicht so, dass erst noch vor Kurzem eine Genehmigung mit einer An- bindung an diese Straße erfolgt ist. Herr Bezirksbürgermeister Homann weist darauf hin, dass die postalische Adresse der Gesamtschule zwar die Sürther Straße ist, nach seiner Auffassung sei sie aber nicht direkt angebunden, das gelte auch für die Diakonie. Es gebe dort eigentlich keine direkt erschlossenen Gebäude, sondern immer Stichstraßen. Das einzige sei das Verwaltungsgebäude der Diakonie, das seinen Zugang nach vorne zur Sürther Straße habe. Frau Mohr, Bauverwaltungsamt, erklärt, sie könne nicht sagen, wie viele Bauge- nehmigungen in den letzten 10 - 15 Jahren erteilt wurden oder ob die Gebäude ei- gentlich schon viel älter sind, die dort stehen, was eher zu vermuten sei. Zur Anmer- kung „per ordre du mufti“ weist sie nochmals auf die Prüfpflicht und auch die Anzei- gepflicht gegenüber der Bauaufsichtsbehörde, also der Straßenbauaufsichtsbehörde hin, diese beschließe dann die Umstufung. Also es entscheide auch nicht der Rat, es entscheide nicht die Stadtverwaltung, sondern es entscheide die Bezirksregierung Köln über die Umstufung. Und es sei halt immer die abgebende Behörde, also es gelte tatsächlich das Prinzip „Ober sticht Unter“. Herr Schykowski (CDU-Fraktion) reklamiert, dass hier teilweise am Thema vorbei diskutiert werde. Es gehe darum, dass die Vorlage zur Umstufung, welche Folgen sie auch immer habe, in diesem Gremium (BV 2) hätte getroffen werden müssen und nicht in einem anderen Gremium. Die Argumentation der Verwaltung hingegen impli- ziere, Kreis, das müsse größer als Bezirk sein und das stelle er hier in Frage, ob eine Kreisstraße größer sein muss als ein Bezirk. Immerhin habe der Stadtbezirk Ro- denkirchen 110.000 Einwohner und da wo er groß geworden sei, das war ein Kreis, der hatte ca. 30.000 Einwohner, also von der Einwohnerzahl her komme das schon mal nicht hin. Insofern sei es durchaus denkbar, dass eine Kreisstraße sich nur in- nerhalb eines Bezirkes befindet und damit auch im Prinzip nach Gemeindeordnung, Niederschrift über die Sondersitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen am 14.12.2017 - 8 - wenn sie keine überbezirkliche Bedeutung hat, die Bezirksvertretung zuständig ist. Wenn er jetzt höre, dass weder der Rat noch die Bezirksvertretung zuständig sei, sondern die Bezirksregierung, dann frage er sich, warum hatte der Verkehrsaus- schuss das überhaupt entscheiden müssen oder entscheiden sollen oder entschie- den. Da passten so viele Sachen nicht. Ihm habe bei seiner Recherche in der Sache eine Situation sehr missfallen. Ein Be- teiligter an dem Verfahren, habe wohl nachgefragt, ob denn die Bezirksvertretung darüber informiert worden sei, dass mit Umstufungen Erschließungskosten und Wei- teres verbunden seien. Von einem Mitarbeiter der Verwaltung habe er die Antwort bekommen, es sei nicht seine Aufgabe, dumme Menschen schlau zu machen. Wenn das in der betreffenden Verwaltung gängige Ansichten seien, sei das inakzeptabel. Denn bereits der Begriff „dumme Menschen“ sei schon höchst arrogant. Zudem sei- en Bezirkspolitiker eben keine Fachleute und genau aus diesem Grunde sei es Auf- gabe der Verwaltung, bestenfalls unwissende Menschen, die in einem solchen Gre- mium sitzen, schlau zu machen. Herr Giesen (Fraktion Die Grünen) , wundert sich über die Diskussion, die sehr fachtechnisch ausgerichtet sei. Eigentlich werde bisher Versäumtes nachgeholt. Aber das sei der Kernpunkt, der Rat habe entschieden. Die Regel, der Abgebende ent- scheidet, und der Aufnehmende, der muss angehört werden, sei durchaus verständ- lich. Aber die BV 2 sei nicht einmal angehört worden. Er hätte es anständig gefunden, wenn die Ratsmitglieder aus dem Stadtbezirk Ro- denkirchen hier hingekommen wären und aus ihrer Sicht aufgeklärt hätten, warum sie entschieden haben. Es wäre von dem Ratsausschuss anständig gewesen, wenn man gesagt hätte: „Halt! Die BV hat noch nicht entschieden“, denn es ging wirklich nicht um ein paar Wochen früher oder später. „Die BV hat noch nicht ihr Votum ab- gegeben, wir wollen das noch hören oder wir hören zumindest mal nach, warum habt ihr euer Votum noch nicht abgegeben, was ist denn da los.“. Dass das nicht passiert sei, dagegen wehre er sich. Er habe keine Lust, irgendwelchen Sachen hinterher zu hecheln, wenn der Rat das entschieden hat, dann könne sich die BV die ganze Dis- kussion sparen. Herr Wolters (FDP-Fraktion) , empfindet die Mitteilung 1.1 mit dem Hinweis, die Be- zirksvertreterinnen und Bezirksvertreter liefen Gefahr, sich einer Untreue schuldig zu machen, als eine Frechheit. Das sei ja keine „Spaßveranstaltung“, was hier ge- schrieben wurde. Der Autor sei ja kein Komiker, sondern wohl jemand, der ernsthaft Verwaltungsrecht betreibe. Daher wäre die Frage berechtigt, habe die BV Möglich- keiten, ein externes Gutachten anzufordern, hat sie überhaupt ein Budget, um bei- spielhaft eine externe Kanzlei zu beauftragen. Es sei unangebracht, die Ehrenamtler, die den ganzen Tag in ihrem Beruf arbeiten, und sich nachmittags noch mal sehr engagieren, für Gotteslohn, hier quasi mit einem Straftatbestand zu konfrontieren. Er regt an, dass der Mitarbeiter, der das geschrie- ben habe, in die BV 2 komme und darlege, was das überhaupt solle. Man müsse schon überlegen, ein externes Gutachten zu beauftragen, denn nicht jeder, der in diesem Gremium sitze, habe strafrechtlich „ein dickes Fell“ und werde vielleicht doch Bedenken haben und sagen: „Stimme ich jetzt ab oder fühle ich mich dadurch ir- gendwo gegängelt?“. Herr Theilen-von Wrochem (Fraktion Die Grünen) , schließt sich den Bedenken von Herrn Wolters an und ihn bewegt die Frage, ob er sein Ehrenamt weiterhin so ausüben werde können, was er unter den Voraussetzungen der Mitteilung zurzeit erstmal verneinen würde. Er fühle sich nämlich unter Druck gesetzt von Dritten und Niederschrift über die Sondersitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen am 14.12.2017 - 9 - das habe nichts mit dem zu tun, was von den Bezirksvertreterinnen und Bezirksver- tretern erwartet werde. Er bittet darum, den Stand der Runde der Bezirksbürgermeister mitzuteilen, zum Thema Klage, mit dem Ziel, das rechtskräftig zu klären. Im Moment habe er das Ge- fühl, dass da mehr nicht sei als „heiße Luft“ und wenn dem so ist, dann sei sein Sta- tus in Frage gestellt, denn er möchte schon wissen, auf welchen Rechtsgrundlagen er sein Ehrenamt ausübe. Herr Dr. Klusemann (SPD-Fraktion) möchte wissen, wer den Mitteilungsteil 1.1 überhaupt gezeichnet habe, es gebe keine Unterschrift. Herr Tempski (Bürgeramtsleiter) , erläutert, dass eine Unterschrift nicht üblich sei. Verfasser der Mitteilungen, Verfasser von Vorlagen seien oben links erkennbar. Die- se Mitteilung stamme vom Dezernat VI aus dem Amtsbereich 62, Bauverwaltungs- amt. Herr Homann, (Bezirksbürgermeister), teilt mit, die Runde der Bezirksbürgermeis- ter habe sich letzte Woche getroffen und über die vorliegenden Probleme oder die Sachverhalte, die in letzter Zeit passiert sind, gesprochen. In Nippes habe der Be- zirksbürgermeister Bernd Schößler ebenfalls einen Antrag der Bezirksvertretung oder den Auftrag der Bezirksvertretung erhalten, eine Entscheidung dem Hauptausschuss vorzulegen, was er in der Sitzung am 15.01.2018 tun werde. Wenn der Hauptaus- schuss „Nein!“ sagen sollte, habe Herr Schüßler den Auftrag der BV Nippes zu kla- gen. Es gehe inhaltlich um den Ausbau des Niehler Gürtels. Laut Verwaltung gebe es auf diesem Teilstück 1 – 2 % Durchgangsverkehr, das sei aber Sache des Ver- kehrsausschusses. Die BV Nippes reklamiere ihre Zuständigkeit. Diese Angelegen- heit habe mehr Brisanz, weil dieser Punkt eine Vereinbarung auf Ratsebene beträfe. Auch die BV 2 habe Vorlagen gehabt, z. B. die Prioritätenliste bei den Kunstrasen- plätzen, bei denen sie der Auffassung war, dass es eigentlich Sache der Bezirksver- tretung und nicht Sache des Sportausschusses sei. Man habe diese Vorlagen aber nicht für die gesamte Stadt anhalten wollen, sondern einen Vorgang nehmen wollen, bei dem die Zuständigkeitsklärung „unproblematisch“ möglich sei und man nichts verschlage. Er habe diesen Vorgang letzte Woche Frau OBin Reker kenntlich ge- macht und Frau OBin Reker habe gesagt, sie würde sich gerne darum kümmern. Sie habe auf jeden Fall bis zum 15.01.2018 nun die Möglichkeit dazu. Herr Homann erinnert, es sei eine neue Zuständigkeitsordnung beschlossen und ein Abgrenzungskatalog für den Stadtbezirk erarbeitet worden über die Straßen, die als überbezirklich erachtet werden. Dieser Abgrenzungskatalog sei sowohl der Verwal- tung kenntlich gemacht, als auch den Ratsmitgliedern. Da stehe beispielhaft die Sürther Straße nun mal nicht drin, als überbezirklich, die Hammerschmidtstraße auch nicht. Also sei materiell rechtlich die BV zuständig. Jetzt stelle man sie sich folgenden Fall vor, irgendein Anwohner klagte gegen einen Beitragsbescheid mit der Argumentation, das sei gar nicht das richtige Gremium ge- wesen, welches die Entscheidung zur Umstufung getroffen habe. Das ergebe das Risiko einer Vielzahl von Rechtsstreiten gegen die Stadt Köln. Und deswegen sei es zutiefst verantwortungsvoll von der BV 2, die Rechtssicherheit herbei zu führen. Man müsse wissen, wer ist zuständig und wie ist das richtige Verfahren. Aber mate- riell rechtlich glaube er, sei jeder der Auffassung, das sei Sache der Bezirksvertre- tung und damit werde an dieser Stelle tatsächlich Schaden von der Stadt abgewen- det, wenn dies juristisch geklärt werde, insbesondere wenn die Entscheidung Au- ßenwirkung habe und von jedem Bürger beklagt werden könne. Niederschrift über die Sondersitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen am 14.12.2017 - 10 - Herr Tempski (Bürgeramtsleiter), erläutert, die Benachrichtigung über die Einla- dung zur Sondersitzung sei in den üblichen Verteiler gesteuert worden, in den auch die Einladungen zu den regulären Sitzungen gegeben werden. In diesem Verteiler seien nicht gesondert und abschließend vollständig alle Ratsmitglieder aus dem Stadtbezirk Rodenkirchen drin enthalten. Gleichwohl gehe natürlich die Einladung an die Geschäftsführung des Verkehrsausschusses. Die Einladung werde veröffentlicht, also insofern sei Öffentlichkeit hergestellt. Da für die Geschäftsführung aus eigenen Stücken ein Interesse nicht erkenntlich war, dass sich möglicherweise Ratsmitglie- der, insbesondere aus dem Verkehrsausschuss in der BV 2 äußern sollten, seien die betreffenden Ratsmitglieder nicht gesondert angesprochen worden. Herr Bezirksbürgermeister Homann ruft sodann zur Abstimmung auf: Es liege ein gemeinsamer Antrag aller Fraktionen vor und lässt über diesen Antrag abstimmen. Beschluss: Die Bezirksvertretung Rodenkirchen fasst folgenden Beschluss: Die Bezirksvertretung Rodenkirchen wurde durch die Entscheidung des Verkehrs- ausschusses am 05.12.2017, TOP 4.3 zum Thema Umklassifizierung der K 28 / K 30 in ihren Rechten verletzt und bittet daher den Hauptausschuss die Entscheidung des Verkehrsausschusses aufzuheben und die Bezirksvertretung Rodenkirchen als allei- niges Entscheidungsgremium festzulegen. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt. 1.1 Aufhebung der Klassifizierung der K 28 Sürther Straße und der K 30 Am Feldrain, Hammerschmidtstraße und Weißer Straße in Köln- Rodenkirchen/Sürth (Session-Nr. 2259/2017) hier: Erschließungsbeiträge, 3912/2017 Die Bezirksvertretung Rodenkirchen nimmt die Mitteilung zur Kenntnis. 1.2 Zuständigkeit für die Umstufungsanzeige von Straßen hier: Abstufung einer Kreisstraße zu einer Gemeindestraße, 3910/2017 Die Bezirksvertretung Rodenkirchen nimmt die Mitteilung zur Kenntnis. Er bedankt sich bei allen Beteiligten, die heute Abend die Möglichkeit hatten zu kommen und beendet die Sitzung. Gez. Mike Homann gez. Miriam Paßmann (Bezirksbürgermeister) (Schriftführerin)
Anlage 5: Auszug Niederschrift Verkehrsausschuss 05.12.2017
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Anlage 5 Geschäftsführung Verkehrsausschuss Frau Krause Telefon: (0221) 221-25909 Fax : (0221) 221-24447 E-Mail: angela.krause@stadt-koeln.de Datum: 12.01.2018 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der 31. Sitzung des Verkehrsausschusses vom 05.12.2017 öffentlich 4.3 Aufhebung der Klassifizierung der K28 Sürther Straße und der K30 Am Feldrain, Hammerschmidtstraße und Weißer Straße in Köln Rodenkir- chen /Sürth 2259/2017 RM Roß-Belkner berichtet aus der BV Rodenkirchen, dass diese die Beschlussfas- sung bereits zweimal vertagt habe, da sie die Entscheidungsbefugnis nicht beim Verkehrsausschuss sondern vielmehr bei sich sehe. Sie weist darauf hin, dass die Abstufung einer Kreis- zur Gemeindestraße höhere Anliegerbeiträge nach sich ziehe und die Diakonie Michaelshoven an der Sürther Straße, die sich in den nächsten Jahren baulich erweitern möchte, somit sehr stark belastet werden würde. Herr Harzendorf, Leiter des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik, teilt mit, dass sich die Charakteristik dieser Strecke durch die Bebauung in den letzten Jahren ver- ändert habe und die Abstufung insofern zwangsläufig sei. Wenn sie anbaufrei eine Kreisstraße bleiben würde, sei eine direkte Erschließung nicht möglich. Er bestätigt, dass als Konsequenz dieses Beschlusses Erschließungskosten anfallen. RM Roß-Belkner betont erneut, dass sich die Diakonie baulich erweitern möchte und somit erschließen müsse; insofern sehe sie keine Alternative zum Beschlussvor- schlag der Verwaltung. Durch eine Vertagung würde sich die Sachlage nicht ändern. RM Heuser weist zudem darauf hin, dass neben der Diakonie noch weitere Bauvor- haben in Planung seien, so z.B. die Schule auf dem Baufeld Sürther Feld. Von daher halte auch ihre Fraktion den Beschlussvorschlag für alternativlos. Da keine weiteren Wortmeldungen vorliegen, bedankt sich stellv. Vorsitzender Pött- gen bei der Verwaltung für die Aufklärung und stellt den Beschlussvorschlag der Verwaltung zur Abstimmung. Beschluss: Der Verkehrsausschuss beauftragt die Verwaltung in Köln-Rodenkirchen/Sürth in folgenden Bereichen Abstufungen zur Gemeindestraße vorzunehmen: 1. Sürther Straße, K 28, von NK 5108007 in Richtung NK 5107009 (Station Km 0,000 bis Station Km 1,417). 2. Am Feldrain, K 30, von NK 5108007 in Richtung NK 5108065 (Station Km 0,000 bis Station Km 1,060). 3. Weißer Straße und Hammerschmidtstraße, K 30, von NK 5108065 in Richtung NK 5108006 (Station Km 0,000 bis Station Km 1,170) sowie die Abschnitte 5108065O5108065B (Station Km 0,000 bis 0,032), 5108065C5108065O (Station Km 0,000 bis 0,026) und 5108065B5108065C (Station Km 0,000 bis 0,012). Die Veränderungen sind im beiliegenden Lageplan (17-07-14 Lageplan Abstufung K28 K30) dargestellt. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt
Beschlussvorlage Rat
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle OB/OB/1-3 Vorlagen-Nummer 0004/2018 Freigabedatum 04.01.2018 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Kommunalverfassungsrechtliche Streitigkeit nach §§ 44 der Geschäftsordnung des Rates und der Bezirksvertretungen hier: Abstufung einer Kreisstraße zu einer Gemeindestraße (Vorlage 2559/2017); Beschluss der Bezirksvertretung Rodenkirchen vom 14.12.2017 Beschlussorgan Hauptausschuss Gremium Datum Beschluss: 1. Der Hauptausschuss stellt fest, dass der Verkehrsausschuss das entscheidungsbefugte Gre- mium für die Abstufung/Abstufungsanzeige einer Kreisstraße (hier der K 28 Sürther Straße und der K 30 Am Feldrain – Vorlage 2259/2017) zu einer Gemeindestraße ist und die Rechte der Bezirksvertretung Rodenkirchen durch den Beschluss des Verkehrsausschusses vom 05.12.2017 (TOP 4.3 zum Thema Umklassifizierung der K 28/ K 30) nicht verletzt wurden. 2. Zugleich fordert der Hauptausschuss die Verwaltung auf, den Abgrenzungskatalog zur Zu- ständigkeitsordnung zeitnah fertigzustellen, damit die Entscheidungszuständigkeiten künftig klarer festgelegt sind. Alternative: 1. Der Hauptausschuss stellt fest, dass die Bezirksvertretung Rodenkirchen das entscheidungs- befugte Gremium für die Abstufung/Abstufungsanzeige einer Kreisstraße (hier der K 28 Sürther Straße und der K 30 Am Feldrain – Vorlage 2259/2017) zu einer Gemeindestraße ist und fordert die Verwaltung auf, die Beschlussvorlage 2259/2017 der Bezirksvertretung Ro- denkirchen zur Entscheidung vorzulegen. 2. Zugleich fordert der Hauptausschuss die Verwaltung auf, den Abgrenzungskatalog zur Zu- ständigkeitsordnung zeitnah fertigzustellen, damit die Entscheidungszuständigkeiten künftig klarer festgelegt sind. Hauptausschuss 15.01.2018 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Begründung Die Beschlussvorlage 2259/2017 vom 08.08.2017 zur „Aufhebung der Klassifizierung der K28 Sürther Straße und der K30 Am Feldrain, Hammerschmidtstraße und Weißer Straße in Köln Rodenkirchen /Sürth“ (Anlage 1) wurde von der Bezirksvertretung Rodenkirchen in der Sitzung am 15. September 2017 zurückgestellt. In der folgenden Sitzung am 16. Oktober 2017 fasste die Bezirksvertretung den Beschluss, die Vorlage in den Hauptausschuss zu verwiesen: Die Bezirksvertretung Rodenkirchen vertritt die Auffassung, selbst aus der Argumentation der Verwaltung ergebe sich, dass die Bedeutung der Entscheidung nicht wesentlich über die Be- zirksgrenzen hinausgehe und daher die Bezirksvertretung Rodenkirchen als endgültig ent- scheidendes Gremium zuständig ist. Herr Bezirksbürgermeister Homann beantragt die Verweisung in den Hauptausschuss zur Klä- rung der Zuständigkeit. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt. Die Verwaltung hat daraufhin dazu Stellung genommen, warum die Entscheidungszuständigkeit beim Verkehrsausschuss liegt und darauf hingewiesen, dass für eine Befassung des Hauptausschusses ein Verweisungsbeschluss „zur Klärung der Zuständigkeit“ formell nicht ausreichend ist: Wenn Strei- tigkeiten darüber entstehen, ob Rechte einer Bezirksvertretung durch einen entscheidungsbefugten Ausschuss verletzt worden sind, ist die Angelegenheit dem Hauptausschuss nach § 44 Abs. 1 Ge- schäftsordnung in der Form eines Antrages gemäß § 3 der Geschäftsordnung zu unterbreiten. Ein entsprechender Antrag wurde für die Sitzungen der Bezirksvertretung Rodenkirchen am 13. Novem- ber 2017 und 4. Dezember 2017 nicht gestellt. Auch eine Verlängerung der Beratungsfrist für die Be- zirksvertretung nach § 38 Abs. 9 Geschäftsordnung wurde nicht beantragt. Vor diesem Hintergrund hat der Verkehrsausschuss der Beschlussvorlage 2259/2017 in seiner Sit- zung am 5. Dezember 2017 einstimmig zugestimmt. Auf entsprechenden Antrag der Fraktionen SPD/CDU/Grüne und FDP in der Bezirksvertretung Ro- denkirchen (AN/1881/2017 – s. Anlage 2) fand am 14. Dezember 2017 eine Sondersitzung der Be- zirksvertretung statt. Zu dieser Sitzung wurde neben einer Mitteilung der Verwaltung zu erschlie- ßungsbeitragsrechtlichen Fragen auch eine Stellungnahme zum Antrag vorgelegt (Vorlage 3910/2017 – s. Anlage 3), in der die Entscheidungszuständigkeit zu Beschlussvorlage 2259/2017 erläutert wur- de. Die Bezirksvertretung fasste unter TOP 1 „Umklassifizierung der K 28 / K 30 – Umgang mit den Rech- ten der Bezirksvertretung Rodenkirchen durch den Verkehrsausschuss am 05.12.2017, TOP 4.3; notwendige Entscheidung des Hauptausschusses“ folgenden Beschluss: Die Bezirksvertretung Rodenkirchen wurde durch die Entscheidung des Verkehrsausschusses am 05.12.2017, TOP 4.3 zum Thema Umklassifizierung der K 28 / K 30 in ihren Rechten ver- letzt und bittet daher den Hauptausschuss die Entscheidung des Verkehrsausschusses auf- zuheben und die Bezirksvertretung Rodenkirchen als alleiniges Entscheidungsgremium fest- zulegen. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt. Die Niederschrift der Sitzung der Bezirksvertretung ist als Anlage 4 beigefügt. Nach § 44 Abs. 1 der Geschäftsordnung des Rates und der Bezirksvertretungen der Stadt Köln wird die Angelegenheit dem Hauptausschuss vorgelegt. Dieser soll gemäß § 44 Abs. 1 Satz 3 Geschäftsordnung durch weitest- 3 gehende Klärung der Rechtslage und Vermittlung zwischen den Betroffenen die Führung eines Rechtsstreites zu verhindern suchen. Die Verwaltung hat in der als Anlage 3 beigefügten Stellungnahme erläutert, dass bei der Umstufung einer überbezirklichen Straße immer sowohl bezirkliche als auch überbezirkliche Belange berührt sind. Die Gemeinde ist verpflichtet, die Einstufung der Straßen zu überprüfen und ggf. eine Umstu- fung einzuleiten. Verfügt wird die Umstufung von der für die Straße höherer Verkehrsbedeutung zu- ständigen Straßenaufsichtsbehörde (§ 8 Absatz 3 StrWG NRW, hier von der Bezirksregierung). Da Kreisstraßen in der Regel eine wesentlich über den Bezirk hinausgehende Bedeutung haben (vgl. Kleerbaum/Palmen, Gemeindeordnung NRW, § 37 Erläuterung II.2.c, Held/Winkel, Gemeindeord- nung NRW § 37 Erläuterung 4.3), ist im vorliegenden Fall der Verkehrsausschuss das entschei- dungsbefugte Gremium. Abgrenzungskatalog Zur besseren Abgrenzung von bezirklichen Angelegenheiten wurde in der Kommission zur Stärkung der Bezirke der Entwurf eines Abgrenzungskatalogs erarbeitet, in dem die Angelegenheiten mit we- sentlich über den Stadtbezirk hinaus gehender Bedeutung aufgeführt werden. Der Entwurf wird derzeit anhand der Rückmeldungen aus den Bezirken vervollständigt und soll da- nach verwaltungsintern sowie in der Kommission abgestimmt werden. Er wird dann die Grundlage für die Abgrenzung von Angelegenheiten mit wesentlich über den Bezirk hinausgehender Bedeutung und entsprechend für die Festlegung der Entscheidungszuständigkeiten sein. Anlagen - Anlage 1 Beschlussvorlage 2259/2017 https://buergerinfo.sessionnet.verwaltung.stadtkoeln.de/vo0050.asp?__kvonr=70099&se arch=1 - Anlage 2 Antrag der Fraktionen SPD/CDU/Grüne und FDP in der Bezirksvertretung Rodenkirchen (AN/1881/2017) https://buergerinfo.sessionnet.verwaltung.stadtkoeln.de/getfile.asp?id=641619&type=do & - Anlage 3 Stellungnahme der Verwaltung 3910/2017 vom 14.12.2017 https://buergerinfo.sessionnet.verwaltung.stadtkoeln.de/getfile.asp?id=641650&type=do & - Anlage 4 Niederschrift der Sitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen vom 14.12.2017 https://buergerinfo.sessionnet.verwaltung.stadtkoeln.de/getfile.asp?id=643929&type=do & Gez. Reker
Anlage 1: Beschlussvorlage 2259/2017
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VIII/66/662 Vorlagen-Nummer 2259/2017 Freigabedatum 08.08.2017 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Aufhebung der Klassifizierung der K28 Sürther Straße und der K30 Am Feldrain, Hammerschmidtstraße und Weißer Straße in Köln Rodenkirchen /Sürth Beschlussorgan Verkehrsausschuss Gremium Datum Beschluss: Der Verkehrsausschuss beauftragt die Verwaltung in Köln-Rodenkirchen/Sürth in folgenden Berei- chen Abstufungen zur Gemeindestraße vorzunehmen: 1. Sürther Straße, K 28, von NK 5108007 in Richtung NK 5107009 (Station Km 0,000 bis Station Km 1,417). 2. Am Feldrain, K 30, von NK 5108007 in Richtung NK 5108065 (Station Km 0,000 bis Station Km 1,060). 3. Weißer Straße und Hammerschmidtstraße, K 30, von NK 5108065 in Richtung NK 5108006 (Stati- on Km 0,000 bis Station Km 1,170) sowie die Abschnitte 5108065O5108065B (Station Km 0,000 bis 0,032), 5108065C5108065O (Station Km 0,000 bis 0,026) und 5108065B5108065C (Station Km 0,000 bis 0,012). Die Veränderungen sind im beiliegenden Lageplan (17-07-14 Lageplan Abstufung K28 K30) darge- stellt. Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 18.09.2017 Verkehrsausschuss 10.10.2017 2 Begründung: Der Abschnitt der Weißer Straße in Köln-Rodenkirchen von der Johann-Strauss-Straße bis Adolf- Menzel-Straße ist fast vollständig einseitig, teilweise auch beidseitig, angebaut. Auch die Hammer- schmidtstraße zwischen Weißer Straße und Am Feldrain stellt in Teilbereichen ebenfalls eine Er- schließung für die anliegenden Grundstücke sicher. Ebenfalls trifft dies für die Sürther Straße zwi- schen der Wattigniesstraße und dem Friedhof zu. Dies spricht mindestens für die Ausweisung einer Ortsdurchfahrt in den vorgenannten Bereichen. Bei der Betrachtung der Verkehrsbedeutung ist festzustellen, dass die oben genannten Straßen der Abwicklung des nachbarschaftlichen Verkehrs innerhalb der Gemeinde und ihrer Gemeindeteile die- nen. Somit sind sie nach § 3 Abs. 4 StrWG NRW als Gemeindestraßen einzustufen und die Klassifi- zierung aufzuheben. Bei einer Aufhebung der Klassifizierung für die Hammerschmidtstraße .und die Sürther Straße, ist auch die Klassifizierung der Straße Am Feldrain (K30) aufzuheben. Grund hierfür ist, dass Kreisstra- ßen nach § 3 Abs. 3 StrWG NRW mindestens an einem Ende an eine Bundes-, Landes- oder Kreis- straße angebunden sein sollen. Des Weiteren stellt die Straße "Am Feldrain" in einem geringen Umfang eine Erschließung für die anliegenden Grundstücke sicher und dient vorwiegend dem Verkehr und der Erschließung innerhalb des Gemeindegebietes. Daher handelt es sich hierbei um eine Hauptverkehrsstraße. Somit ist für die Straße Am Feldrain ebenfalls die Klassifizierung als Kreisstraße aufzuheben. Bei einer Aufhebung der Klassifizierung der Sürther Straße bis zum Friedhof verbleibt im Bereich zwi- schen dem Friedhof und der Grüngürtelstraße auf einer Länge von etwa 300 m die K28. Aufgrund des Anschlusses an die verbleibende K28 und im Folgenden an die L92 ist ein Anschluss an das überört- liche Straßennetz gegeben. Bei der Betrachtung der Verkehrsbedeutung ist jedoch festzustellen, dass die Sürther Straße zwi- schen Grüngürtelstraße und dem Friedhof ebenfalls der Abwicklung des nachbarschaftlichen Ver- kehrs innerhalb der Gemeinde und ihrer Gemeindeteile dient. Dies führt zu dem Schluss, dass die Weißer Straße zwischen Johann-Strauss-Straße und Adolf- Menzel-Straße, die Hammerschmidtstraße zwischen Weißer Straße und Am Feldrain, Am Feldrain zwischen der Hammerschmidtstraße und Kölnstraße und die Sürther Straße zwischen Wattignies- straße und Grüngürtelstraße als Gemeindestraße einzustufen und die Klassifizierung als Kreisstraße aufzuheben ist. 0 125 250 375 500 m !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !.!. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !.!. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !.!. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !.!. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. !. 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Stationierung Km 1,417 K28(K) K26(K) K30(K) L300 L92 L150 L150 NK 5108065 NK 5108007 NK 5108006 NK 5107014 NK 5108049 NK 5107010 NK 5107009 35850 35850 35900 35900 35950 35950 36000 36000 36050 36050 56365 56365 56370 56370 56375 56375 56380 56380 56385 56385 56390 56390 56395 56395 56400 56400 ± Amt für Straßen und Verkehrstechnik 662/2 Grundsatzangelegenheiten Projektbezeichnung Abstufung K30 Weißer Straße, Hammerschmidtstraße und Am Feldrain und Teil der K28 Sürther Straße in Köln Ro- denkirchen/Sürth Maßstab Datum bearbeitet Sachs Quelle: Straßen NRW (Stand April 2017) Koordinatensystem: ETRS 1989 UTM Zone32N 1:10.000 14.07.2017 Ortsdurchfahrt Freie Strecke Abstufung zur Gemeindestraße
Anlage 3: Stellungnahme der Verwaltung vom 14.12.2017 (Vorlage 3910/2017)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle OB/OB OB/2-2 Vorlagen-Nummer 14.12.2017 3910/2017 Stellungnahme zu einem Antrag öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 14.12.2017 Zuständigkeit für die Umstufungsanzeige von Straßen hier: Abstufung einer Kreisstraße zu einer Gemeindestraße Zur Beteiligung der politischen Gremien bei der Umstufung bzw. Umstufungsanzeige einer Kreisstra- ße zur Gemeindestraße (Vorlage 2259/2017) wird aus kommunalverfassungsrechtlicher Sicht wie folgt Stellung genommen. Ausgangslage: Straßen sind gemäß § 3 Abs. 1 Straßen- und Wegegesetz NRW entsprechend ihrer Verkehrsbedeu- tung in verschiedene Straßengruppen eingeteilt. Dabei sind Kreisstraßen nach § 3 Abs. 3 Straßen- und Wegegesetz NRW die Straßen mit überörtlicher Verkehrsbedeutung, die den zwischenörtlichen Verkehrsverbindungen dienen oder zu dienen bestimmt sind. Gemeindestraßen sind dagegen nach § 3 Abs. 4 Straßen- und Wegegesetz NRW Straßen, die vorwiegend dem Verkehr und der Erschlie- ßung innerhalb des Gemeindegebietes dienen oder zu dienen bestimmt sind. Ändert sich die Verkehrsbedeutung einer Straße, so dass ihre tatsächliche Verkehrsbedeutung nicht mehr der aktuellen Zuordnung entspricht, ist nach § 8 Straßen- und Wegegesetz NRW eine Umstu- fung erforderlich. Im konkreten Fall geht es um die Abstufung einer Kreisstraße in eine Gemein- destraße. Die Straßenbaubehörde (hier die Gemeinde) der Straße, deren Verkehrsbedeutung sich geändert hat, muss diese Änderung der Straßenaufsichtsbehörde (im Falle der Kreisstraße ist dies die Bezirksregierung) anzeigen, wenn die Änderung der Verkehrsbedeutung eine Umstufung erforder- lich machen kann (§ 8 Abs. 2 Straßen- und Wegegesetz NRW). Es handelt sich um eine gebundene Entscheidung. Die Gemeinde ist verpflichtet, die Einstufung der Straßen zu überprüfen und ggf. eine Umstufung einzuleiten. Verfügt wird die Umstufung von der für die Straße höherer Verkehrsbedeutung zuständigen Straßenaufsichtsbehörde (§ 8 Absatz 3 StrWG NRW, hier von der Bezirksregierung). Soweit eine bisher als überbezirklich eingestufte Straße (Kreisstraße) nach ihrer geänderten tatsäch- lichen Verkehrsbedeutung nunmehr rein bezirkliche Bedeutung erlangt hat oder umgekehrt, sind im- mer sowohl bezirkliche als auch überbezirkliche Belange berührt. Daher bedarf es einer grundsätzli- chen Regelung. Zuständiges Entscheidungsgremium Bei Umstufungen von Straßen werden die politischen Gremien wie folgt beteiligt: - Bei Aufstufung von innerbezirklichen Gemeindestraßen zu Bundes-/Landes-/Kreisstraßen ent- scheidet die Bezirksvertretung (Vorberatung im Verkehrsausschuss). - Bei Abstufung von Bundes-/Landes-/Kreisstraßen zu Gemeindestraßen entscheidet der Ver- kehrsausschuss (Vorberatung in der Bezirksvertretung). Demzufolge ist jeweils das „abgebende“ Gremium entscheidungsbefugt. Folgende Argumentation 2 liegt dem zugrunde: Jede Straße fällt in den Verantwortungsbereichs einer Behörde/eines Gremiums: Bundesstraßen – Bund; Landesstraßen – Land; Kreisstraßen – Kreis bzw. kreisfreie Stadt; Gemeindestraßen – Ge- meinde (dort rein bezirkliche Straßen – Bezirksvertretung; überbezirkliche Straßen – Verkehrsaus- schuss). Daher liegt die Zuständigkeit für die Umstufung bzw. Umstufungsanzeige von Straßen bei dem Gremium, das auch in sonstiger Hinsicht für die jeweilige Straße zuständig ist. Andernfalls würde ein an sich für die jeweilige Straße (derzeit noch) nicht zuständiges Gremium über die Umstufungs- anzeige der Straße entscheiden. Die Regelung steht im Einklang mit § 21 Abs. 1 Nr. 14 der Zuständigkeitsordnung. Danach ist der Verkehrsausschuss zuständig für die Widmung/Einziehung/Umstufung von Straßen/ Wegen/ Plätzen mit wesentlich über den Bezirk hinausgehender Bedeutung. Dazu zählen in der Regel die Kreisstra- ßen (vgl. Kleerbaum/Palmen, § 37 II.2.c). Entsprechend regelt § 2 Abs. 1 Nr. 6.3. der Zuständigkeits- ordnung die Zuständigkeit der Bezirksvertretung für die Widmung/Einziehung/Umstufung von Stra- ßen/ Wegen/ Plätzen innerhalb des Bezirks (=soweit es sich um rein bezirkliche Straßen/Wege/Plätze handelt). Auch wenn es ausgehend von § 8 Absatz 3 des Straßen- und Wegegesetz NRW sogar vertretbar erscheinen könnte, immer den Verkehrsausschuss entscheiden zu lassen (Die Umstufungen verfügt die für die Straße höherer Verkehrsbedeutung (§ 3 Abs. 1) zuständige Straßenaufsichtsbehörde.), spricht die Regelung des § 8 Absatz 6 Straßen- und Wegegesetz NRW (Im Falle der Abstufung einer Bundesstraße bestimmt das für Straßen zuständige Ministerium die neue Straßengruppe. Der neue Träger der Straßenbaulast ist vorher zu hören.) für die Entscheidung durch das „abgebende“ Gremi- um. Ergebnis: Im konkreten Fall (Abstufung einer Kreisstraße in eine Gemeindestraße – Vorlage 2259/2017) sind die Rechte der Bezirksvertretung Rodenkirchen nicht verletzt. Der Verkehrsausschuss ist das ent- scheidungsbefugte Gremium. gez. Reker
Anlage 2: Antrag Bezirksvertretung AN/1881/2017
1768 Zeichen
CDU-Fraktion SPD-Fraktion Fraktion Die Grünen FDP-Fraktion Herr Bezirksbürgermeister Frau Oberbürgermeisterin Mike Homann Henriette Reker Hauptstraße 85 Hist. Rathaus 50996 Köln 50667 Köln Eingang beim Bezirksbürgermeister: AN/1881/2017 Gemeinsamer Antrag aller Fraktionen der Bezirksvertretung Rodenkirchen gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 14.12.2017 Umklassifizierung der K 28 / K 30 – Umgang mit den Rechten der Bezirksvertretung Rodenkirchen durch den Verkehrsausschuss am 05.12.2017, TOP 4.3; notwendige Entscheidung des Hauptausschuss Sehr verehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister, die Fraktionen der Bezirksvertretung Rodenkirchen bitten, folgenden Antrag auf die Tage s- ordnung der Sondersitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen am 14.12.2017 zu setzen. Die Bezirksvertretung Rodenkirchen möge beschließen: Die Bezirksvertretung Rodenkirchen wurde durch die Entscheidung des Verkehrsausschus- ses am 05.12.2017, TOP 4.3 zum Thema Umklassifizierung der K 28 / K 30 in ihren Rechten verletzt und bittet daher den Hauptausschuss die Entscheidung des Verkehrsausschusses aufzuheben und die Bezirksvertretung Rodenkirchen als alleiniges Entscheidungsgremium festzulegen. Begründung (auch der Dringlichkeit): Der Hauptausschuss tagt am 15.01.2018; die nächste reguläre Sitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen findet jedoch erst am 22.01.2018 statt. Da bei Streitigkeiten zwischen Gremien der Hauptausschuss entscheidet, ist die Dringlichkeit für die Durchführung einer Sondersit- - 2 - zung gegeben. Weitere Begründung erfolgt mündlich. gez. Schykowski gez Dr. Klusemann gez. Giesen gez. Daniel
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0004/2018
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 12.01.2018
- Erstellt
- 02.01.2018 09:55