AN/0403/2024
Anfrage zur Neuorganisation der Hausmeister*innendienste an Schulen
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Gem. Anfrage nach § 4 (Grüne)
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Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kölner Rat CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln Volt-Fraktion im Rat der Stadt Köln An die Vorsitzende des Betriebsausschusses Gebäudewirtschaft Steffanie Ruffen Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 06.03.2024 AN/0403/2024 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Betriebsausschuss Gebäudewirtschaft 11.03.2024 Anfrage zur Neuorganisation der Hausmeister*innendienste an Schulen Sehr geehrte Frau Ruffen, sehr geehrte Frau Reker, bitte setzen Sie folgende Anfrage auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausschusses Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen/Vergabe/Internationales: Die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln hat die Betreiberverantwortung für die Schul- gebäude in ihrem Eigentum. Sie hat aber kein Personal vor Ort, dass dieser Verant- wortung gerecht werden könnte. Die Hausmeister*innen sind den Bezirksämtern bzw. bei den Gesamtschulen dem Amt für Schulentwicklung unterstellt. Die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) hat schon in ihrem Prüfbericht 2008 festgestellt: „Gleichfalls verbesserungswürdig und Ursache für die zuvor genannte Dateninkon- sistenz ist die aufbau- und ablauforganisatorische Ausgestaltung gebäudewirtschaftli- cher Aufgaben. Zwar existiert mit der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung „Zentrale Gebäudewirtschaft der Stadt Köln“ eine Organisationseinheit, die wesentliche Teil- aufgaben des kommunalen Gebäudemanagements für einen Teilbestand der kom- munalen Gebäude wahrnimmt, jedoch nicht vollständig. So besteht ein Systembruch in Form der Ausgliederung der wichtigsten infrastrukturellen Gebäudedienstleistun- gen (Reinigung und Hausmeisterdienste) auf andere Organisationseinheiten, […]. In Anlehnung an das ursprüngliche Konzept zur Zentralisierung gebäudewirtschaftlicher Aufgabenstellungen in der Stadt Köln aus den Jahren 1995/96 sehen wir hier Opti- mierungsbedarf.“ Als Konsequenz aus diesem Bericht gab es in der Verwaltung angeblich Arbeitsgrup- pen, die eine Lösung suchen sollten. Ein Ergebnis gibt es bis heute nicht. - 2 - Vor dem Hintergrund bitten wir um Beantwortung folgender Fragen: Zu welchen Ergebnissen ist die zuständige Arbeitsgruppe der Verwaltung be- züglich der (Neu-)Organisation der Hausmeister*innen gekommen? Unter welche Voraussetzungen können die Hausmeister*innen der Schulge- bäude zur Gebäudewirtschaft der Stadt Köln wechseln? Wie kann ein solcher Wechsel sinnvoll ablaufen (z.B. indem zunächst die Hausmeister*innen der Gesamtschule aus dem Amt für Schulentwicklung in die Gebäudewirtschaft wechseln oder bei Neueinstellungen von Hausmeis- ter*innen diese sukzessive bei der Gebäudewirtschaft angestellt werden)? Wir bitten darum, die Beantwortung der Fragen dem Ausschuss AVR sowie dem Be- triebsausschuss Gebäudewirtschaft vorzulegen. Dass die Gebäudewirtschaft (GW) als Eigentümerin der Schulgebäude kein eigenes Personal vor Ort hat, führt zu erheblichen Problemen und Mehrkosten: – Es sind Regelungen in Bezug auf die Verkehrssicherungspflichten zu bauli- chen und technischen Anlagen nötig. Dazu sind Checklisten für Sichtprüfun- gen, Beauftragte für Aufzüge, Wartungslisten, etc. notwendig. Die Regelungen dazu an Schulen sind der GW aber unbekannt. Zum Teil lehnen die heutigen Hausmeister*innen (HM) jede Verantwortung und Weisungen der GW ab. Da- mit kein Organisationsverschulden seitens der GW entsteht, muss die GW Sichtprüfungen, Schulungen, etc. mit eigenen Mitteln parallel organisieren. – HM betreuen auch außerschulische Veranstaltungen (Vereine, Karneval, etc.) und müssten darauf achten, dass die Bestimmungen betreffend der Überlas- sung von Schulräumen/Sporthallen beachtet werden. Ob sie die dafür nötige Ausbildung zu Veranstaltungsleitung haben oder Vereine die entsprechenden Fachleute und geeignete Veranstaltungstechnik mitbringen sowie Veränderun- gen dokumentiert werden, ist der GW völlig unbekannt. Die Objektcenter müs- sen dann oft nach Veranstaltungen die Fehler suchen, wenn z. B. von Veran- staltern Stromkabel gekappt werden. – Sportvereine duschen auch schon mal nach 22 Uhr, wenn die Lüftungsanla- gen bereits außer Betrieb sind. Die dadurch entstehende Schimmelbildung könnte verhindert werden, wenn es eine Residenzpflicht und Schichtdienst der HM geben würde. – HM müssten darauf achten, dass Flucht- und Rettungswege freigehalten wer- den, keine Brandlasten auf Fluren stehen, etc. Aktuell muss die GW immer wieder das Amt für Schulentwicklung anschreiben, da dies nicht funktioniert. – Auch beim Winterdienst könnten eigene HM die Vergabe an externe Firmen zumindest teilweise überflüssig machen. – Firmen stehen oft vor verschlossenen Türen, weil die HM nicht vor Ort sind o- der sie müssen mittags ihre Arbeit abbrechen, weil die HM abschließen wol- len. – Kleinreparaturen könnten von HM selbst durchgeführt werden, wenn nur noch Handwerker*innen als HM eingestellt würden und HM-Pools mit verschiede- nen Qualifizierungen zusammengestellt würden. Innerhalb der Pools könnten - 3 - sich HM verschiedener Schulen gegenseitig vertreten und es müssten weni- ger externe Wachdienste bezahlt werden. – Die GW hat keine Kenntnis, wie heute Überstunden, Vertretungen und der Schließdienst organisiert sind. Besonders in Ferienzeiten, wenn der OGTS- Betrieb weiterläuft und Fremdfirmen in den Schulen arbeiten müssen, sind ex- terne Wachdienste nicht nur kostenintensiv, sondern sie sind auch nicht in technische Anlagen eingewiesen und hilflos bei Störmeldungen. – Bei Reparaturen durch externe Firmen fehlt vor Ort jemand, der die geleistete Arbeit abzeichnen kann. Dass Mitarbeitende der GW dafür extra hinausfahren, steht oft in keinem Verhältnis zur Rechnungshöhe. Also werden Rechnungen bis 1.000 € ungeprüft bezahlt, was Firmen natürlich ausnutzen können. – Von Missständen an Schulen, Heizungsausfällen oder Ähnlichem erfährt die GW heute manchmal gar nicht oder nur verzögert. Die Einstellung der HM, ihre Aus- und Fortbildung und die direkte Kontrolle durch die GW könnte der Stadt nicht nur viel Geld einsparen, auch Missstände an Schulgebäu- den könnten schneller behoben werden bzw. durch bessere Wartung und Kontrolle erst gar nicht entstehen. Mit freundlichen Grüßen gez. Lino Hammer gez. Niklas Kienitz GRÜNE-Fraktionsgeschäftsführer CDU-Fraktionsgeschäftsführer gez. Lucas Sickmöller Volt-Fraktionsgeschäftsführer
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0403/2024
- Typ
- Gem. Anfrage nach § 4 (Grüne)
- Datum
- 06.03.2024
- Erstellt
- 06.03.2024 12:29