1231/2022
Jahresbericht 2021 der Selbsthilfe-Kontaktstelle Köln
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Anlage 1 Jahresbericht 2021
39406 Zeichen
Jahresbericht
2021
2
Inhaltsverzeichnis
S. 03 Einleitung
S. 04 Zahlen und Fakten
S. 06 Öffentlichkeitsarbeit
S. 09 Unterstützungsleistung bei Gruppengründungen
S. 11 In-Gang-Setzer Projekt
S. 12 Allgemeine Unterstützungsleistungen
S. 14 Finanzielle Förderung
S. 15 Unterstützung in Gruppenform
S. 16 Koordination der Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfe im Paritätischen Köln
S. 18 Virtuelles Haus der Selbsthilfe
S. 19 Kölner Haus der Selbsthilfe
S. 20 Gremien und Arbeitskreis
S. 22 Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe
S. 24 Fazit und Ausblick
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Einleitung
Mit dem vorliegenden Jahresbericht der Selbsthil-
fe-Kontaktstelle Köln - die einzige Einrichtung in
der Stadt, die ein umfassendes Informations- und
Beratungsangebot rund um das Thema Selbsthilfe
bereitstellt - wird Ihnen ein Gesamteindruck unse-
rer Tätigkeiten im Jahr 2021 und deren Ergebnisse
vermittelt.
Seit mehr als 35 Jahren unterstützt die Selbsthilfe-
Kontaktstelle Selbsthilfegruppen bei ihrer Arbeit,
vermittelt interessierte Bürger*innen an bestehen-
de Gruppen und trägt auf verschiedenen Ebenen
zu einem selbsthilfefreundlichen Köln bei.
Das Team der Selbsthilfe-Kontaktstelle Köln be -
steht aus qualifizierten, hauptamtlichen Fachkräf -
ten: Fünf Frauen und ein Mann haben eine Fach -
ausbildung im sozialen Bereich, drei Fachkräfte
arbeiten in der Verwaltung. Außerdem sprechen
drei unserer Kolleginnen neben Deutsch auch Tür-
kisch.
Daher können wir türkischsprachigen Bürger*in-
nen unsere Leistungen in ihrer Muttersprache an -
bieten. Natürlich beraten wir auch weitere fremd -
sprachige Selbsthilfegruppen beim Aufbau und
unterstützen sie bei weiteren Aktivitäten.
Die Grundlage unserer Arbeit beruht auf folgen -
den Leitgedanken:
Jeder Mensch verfügt über das Wissen und die
Kraft, mit einer schwierigen Lebenssituation,
einer Krankheit oder Behinderung eigenverant -
wortlich und selbstbestimmt umzugehen.
Alle Fähigkeiten, die er*sie dazu benötigt, sind
bereits in ihm*ihr angelegt. Dadurch kann jeder
Mensch seine Situation selber verändern oder
verbessern.
Innerhalb einer Gruppe, im Austausch mit
Gleichgesinnten und anderen Betroffenen, kön-
nen sich eigene Möglichkeiten und Selbsthilfe-
Potenziale besser entfalten und weiterentwi -
ckeln.
Aus dieser Haltung heraus richten wir den Fokus
unserer Arbeit auf vorhandene Kräfte und Fähig -
keiten, nicht auf Defizite. Dieser Ansatz gilt für ein-
zelne Ratsuchende genauso wie für Gruppen.
Selbsthilfegruppen sind Partner*innen auf Augen-
höhe. Die Mitarbeiter*innen der Selbsthilfe-Kon -
taktstelle geben daher ihr professionelles Wissen
und Erfahrungen an sie weiter, um ihr Selbsthilfe -
engagement und ihre Selbstvertretung zu stärken.
Die Selbsthilfe-Kontaktstelle Köln bedankt sich für
die langanhaltende und vertrauensvolle Unter -
stützung bei allen beteiligten Akteur*innen, ins-
besondere bei der Stadt Köln sowie den Kranken -
kassen/-verbänden in Nordrhein-Westfalen.
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Zahlen und Fakten
Information und Beratung
Im Jahr 2021 hat die Selbsthilfe-Kontaktstelle
22.894 Kontakte statistisch erfasst. Davon waren
3.924 eingehende Kontakte und 18.970 ausge-
hende Kontakte. Kontakte an Infoständen, Ver -
anstaltungen oder im Bereich der Sozialen Medien
sind in diesen Zahlen nicht erfasst.
Die ausgehenden Kontakte setzen sich wie folgt
zusammen:
729 ausgehende Einzelkontakte zu Selbsthilfe -
gruppen und 18.241 ausgehende Kontakte zu
Selbsthilfegruppen, Bürger*innen oder professio -
nellen Einrichtungen in Form von Einladungen zu
Treffen, Versand von Protokollen, aktuelle Informa-
tionen, etc..
Eingehende Kontakte
31,9%
32,9 %
34,4 %
0,8 %
1349 (11) Bürger*innen
1292 (9) Selbsthifegruppen
1252 (223) Prof. Einrichtungen
31 (0) Sonstige
2021
(...) türkischsprachig
235 persönlich
2214 schriftlich
1475 telefonisch
6,4 %
56,4 %
37,6 %
Es suchten 10 Bürger*innen die Selbsthilfe-
Kontaktstelle persönlich auf, wenn sie auf der
Suche nach einer Selbsthilfegruppe waren und 30
holten allgemeine Selbsthilfe-Informationen ein.
Das Hauptanliegen der persönlichen Kontak -
te von Selbsthilfegruppen war organisatori -
sche Unterstützung. Überwiegend wurde die
Selbsthilfe-Kontaktstelle von Kölner Bürger*innen,
Selbsthilfegruppen und professionellen Einrich-
tungen kontaktiert: 3.223 (82,1 %).
Das Hauptanliegen von Selbsthilfe-Interessierten
und professionellen Einrichtungen war die Suche
nach Selbsthilfegruppen. Dazu wurde die Selbst-
hilfe-Kontaktstelle von 1.098 Bürger*innen und
von 98 professionellen Einrichtungen kontak -
tiert.
Die 1.098 anfragenden Bürger*innen auf der Su -
che nach einer Selbsthilfegruppe verteilten sich
wie folgt:
9,7 %
86,1 %
4,2 %
46 in Vertretung
107 Angehörige
945 Betroffene
27,8%
71,4 %
0,8 %
9 Geschlecht unbekannt
305 Männer
784 Frauen
5
Angefragte Themen
Um einen Eindruck zu vermitteln, welche konkreten Anfragen sich hinter den abstrakten Zahlen der
Anfrage-Statistik verbergen, ist im Folgenden eine Übersicht der am meisten angefragten Themen
aufgelistet:
7,2 %
9,2 %
18,8 %
14,4 %
206 Depressionen/ Bipolare Störungen
158 Angst/ Panik / Phobien
101 Gewalt/ Missbrauch - Opfer
82 Ess-Störungen
4,8 %
4,3 % 79 Einsamkeit/ Freizeit
53 Alkoholabhängigkeit
3,8 %
3,8 %
3,6 % 3,5 %
47 Tod/ Trauer
42 AD(H)S
42 Psychische Erkrankungen - nicht näher bezeichnet
40 Zwangserkrankungen7,5 %
38 Familie/ Eltern/ Kind - nicht näher bezeichnet
Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass die eingehenden Kontakte im Vergleich zum Vorjahr leicht
angestiegen sind. Dies hängt mit dem Rückgang der Kontaktzahlen aus dem Jahr 2020 im direkten Zu -
sammenhang, als die langanhaltenden kontaktreduzierenden Maßnahmen die Kontaktmöglichkeiten
einschränkten. Zudem lässt sich feststellen, dass die persönlichen Kontakte weiterhin reduziert sind,
diese aber weitestgehend durch Kontakt per Telefon oder E-Mail kompensiert werden.
5
6
Öffentlichkeitsarbeit
Neben dem Bekanntmachen der Selbsthilfe-Kon -
taktstelle Köln ist es das Ziel, dem Begriff „Selbst -
hilfegruppe” ein positives Image zu geben, den
Bekanntheitsgrad der Selbsthilfegruppen zu erhö-
hen und den Zugang zu den Selbsthilfegruppen
zu erleichtern.
Bereits im Frühjahr des Jahres zeichnete sich ab,
dass aufgrund dem schwierig zu prognostizieren-
den Verlauf der Covid-19-Pandemie die Planung
von öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen
nur unter Vorbehalt und mit größtmöglicher
Flexibilität angegangen werden können. Eine He -
rausforderung, an dem das Team der Selbsthilfe-
Kontaktstelle gewachsen ist.
Die jährliche Informationsveranstaltung zu den
Fördermöglichkeiten für Kölner Selbsthilfegrup -
pen Anfang Februar konnte erfolgreich in einem
virtuellen Format realisiert werden. Im Sommer
und Herbst war es wiederum möglich, einige
öffentliche Veranstaltungen in Präsenz mit
Kooperationspartner*innen sowie Selbsthilfe -
gruppen durchzuführen.
So beteiligte sich die Selbsthilfe-Kontaktstelle
unter anderem an der Ehrenamtswoche der Stadt
Köln, begrüßte den Selbsthilfe-Truck auf dem
Neumarkt und an der Uniklinik Köln. Selbst die
Teilnahme an zwei der Kölner Gesundheitsge -
spräche konnte, wenn auch in angepasster Form,
durchgeführt werden. Auch der Kölner Chor der
Selbsthilfe bekam die Möglichkeit, Auftritte zu
absolvieren.
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Weitere Aktivitäten im Bereich
Öffentlichkeitsarbeit
Ständige Aktualisierung der Internetseite
www.selbsthilfekoeln.de der Selbsthilfe-Kon-
taktstelle (Selbsthilfegruppen, Gründungswün-
sche, aktuelle Neugründungen, Veranstaltun -
gen von und für Gruppen etc.); 2021 wurde die
Internetseite 34.341 Mal besucht;
Pflege des eigenen Facebook-Auftritts www.
facebook.com/selbsthilfe.koeln;
Aktualisierung und Neuaufnahme von Grup -
pendaten im Internetportal Selbsthilfenetz.de;
Regelmäßige Zusendung von Informations-
materialien an über 130 professionelle Einrich -
tungen zum Auslegen oder zur Weitergabe an
Interessierte;
Auslage und Aktualisierung von 130 Grup -
pen-Flyern in den Prospektständern im Ein -
gangsbereich des Kölner Hauses der Selbsthilfe;
7
8
Fortführung des Projekts SelbsthilfeNews der
Krankenkassenverbände NRW. Dieser News -
letter erscheint im Zwei-Monats-Rhythmus
und wird derzeit an über 900 Abonnenten
verschickt. Zusätzlich sind alle Ausgaben im
Archiv auf www.selbsthilfe-news.de zu finden;
Regelmäßiges Befüllen der Prospektständer mit
Infomaterial in Einrichtungen mit Publikums-
verkehr, wie z.B. dem Gesundheitsamt der Stadt
Köln;
Pressemitteilungen zu Aktivitäten der Selbst -
hilfe-Kontaktstelle und zu Gruppengründungs-
treffen;
Chor der Kölner Selbsthilfe – Auftritte und Pres-
severöffentlichungen;
8
Zwei Vorträge am 07.10.2021 sowie am
10.11.2021 über die Kölner Selbsthilfelandschaft
und die Arbeit der Selbsthilfe-Kontaktstelle im
Rahmen der Kölner Gesundheitstage in Ko -
operation mit dem Gesundheitsamt der Stadt
Köln;
Infostand im Rahmen der Ehrenamtswoche der
Stadt Köln in Köln-Kalk am 07. August 2021;
Infostand und Podiumsdiskussion im Rahmen
der NRW Selbsthilfe-Tour mit Pro Retina e.V. auf
dem Neumarkt am 27. August 2021;
Infostand und Podiumsdiskussion im Rahmen
des Aktionstages „fragEltern“ des Elternkreises
drogengefährdeter und –abhängiger Jugendli -
cher Köln II auf dem Ebertplatz am 28. August
2021;
Infostand und Podiumsdiskussion im Rahmen
der NRW Selbsthilfe-Tour mit Netzwerk Organ-
spende NRW e.V. vor der Uni-Klinik Köln am 13.
September 2021.
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Unterstützungsleistungen bei Gruppengründungen
Die Unterstützungsleistungen der Selbsthilfe-Kontaktstelle im Bereich Gruppengründung sind vielfältig:
Die Selbsthilfe-Kontaktstelle berät Initiator*innen, entwickelt mit ihnen gemeinsam Faltblätter, sammelt
weitere Interessent*innen auf einer Warteliste und stellt den Kontakt untereinander her. Darüber hinaus
moderiert die Selbsthilfe-Kontaktstelle erste Gruppentreffen, entwickelt mit Gruppen tragfähige Struk -
turen und unterstützt diese bei der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Suche nach einem geeigneten Raum.
2021 hat die Selbsthilfe-Kontaktstelle folgende Gründungen bzw. Gründungsversuche mit unterschied-
lichen Aktivitäten unterstützt:
Gruppen mit folgenden Themen haben sich unabhängig von der Selbsthilfe-Kontaktstelle gegründet
und sind 2021 in die Vermittlungskartei aufgenommen worden:
1. COURAGE - Frauen, die sexuellen Missbrauch oder sexuelle Gewalt erlebt
haben
2. DIS-Harmonie - SHG für Frauen mit (p)DIS
3. Ess-Störungen
4. Fatigue, tumorbedingt
5. Rauchfrei leben (inzwischen wieder aufgelöst)
6. SHG - Sozialphobie
7. SozTreff - Selbsthilfegruppe für soziale Phobie
1. Borderline DBT
2. Endometriose – Stammtisch Köln
3. Epilepsie Gesprächskreis Köln-Süd
4. Treffpunkt der deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs
5. Treffpunkt Nierenkrebs
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Folgende Themen wurden 2021 in die Übersicht „Gruppengründungswünsche“ aufgenommen. Aktive
Gruppengründungsinteressierte wurden beraten und unterstützt. Die Gruppengründung ist noch nicht
erfolgt.
Diese Auflistung zeigt wieder ein breit gefächertes Themenspektrum der neu gegründeten bzw. in
Vorbereitung befindlichen Selbsthilfegruppen.
1. Adipositas ohne OP
2. Bipolare Störung: Licht und Schatten
3. Borderline Seiltanz
4. Burnout/ Hohe Leistungsansprüche
5. Covid-Hinterbliebene
6. Ein Unfall, der alles verändert - Angehörigengruppe
7. Frauen mit menstruellen Störungen
8. Hochbegabung
9. Long Covid - Betroffene und Angehörige
10. LSBTIQ-Angehörige
11. Narzisstischer Missbrauch (arabischsprachig)
12. Neurodiversität
13. Online-Sucht/Mediensucht
14. Trennung/ Scheidung
15. Umwelttrauer/ Ecological Grief
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In-Gang-Setzer Projekt
Seit 2018 beteiligt sich die Selbsthilfe-Kontaktstel-
le am In-Gang-Setzer Projekt, um Gruppengrün-
dungen verstärkt zu unterstützen. So sollen mehr
Gruppengründungswünsche aufgegriffen und bei
Bedarf neue Gruppen intensiver begleitet werden.
Das Projekt In-Gang-Setzer besteht seit über 10
Jahren an mehr als 40 Standorten bundesweit.
In-Gang-Setzer*innen sind ehrenamtliche Mit -
arbeiter*innen der Selbsthilfe-Kontaktstellen. Sie
kommen i. d. R. aus Selbsthilfegruppen und wer -
den geschult. Sie unterstützen Selbsthilfegruppen
in Hinblick auf Kommunikation und Organisation
der Gruppenprozesse. Sie sind keine Ansprech -
person für die jeweiligen Themen der Gruppen. In-
Gang-Setzer*innen werden bei Bedarf in neu ge -
bildeten Selbsthilfegruppen für einen bestimmten
Zeitraum eingesetzt. Sie werden bei der Tätigkeit
kontinuierlich durch die Selbsthilfe-Kontaktstel -
le begleitet und unterstützt. Darüber hinaus gibt
es regelmäßige Austauschtreffen mit anderen In-
Gang-Setzer*innen.
Die Zusammenarbeit und der Austausch mit unse-
ren In-Gangsetzer*innen war 2021 stark von der
Covid-19-Pandemie geprägt. So wurde der indi-
viduelle Kontakt zwischen den Ehrenamtlichen
und den Mitarbeiter*innen der Kontaktstelle über
E-Mail aufrecht erhalten. Der Austausch unter den
In-Gangsetzer*innen wurde virtuell im Regional -
verbund umgesetzt. Vier thematische Austausch-
treffen unter den In-Gangsetzer*innen fanden im
südlichen Rheinland unter Begleitung der Fach -
kräfte der entsprechenden Selbsthilfe-Kontakt -
stellen statt.
Darüber hinaus gab es verschiedene virtuelle Fort-
bildungsangebote und Austauschtreffen auf Lan -
des-und Bundesebene - sowohl für die In-Gang -
setzer*innen als auch für die Fachkräfte in den
Selbsthilfe-Kontaktstellen.
Die erfolgreichen Gruppengründungen zu den
Themen “Soziale Phobie” , „Ess-Störungen“ sowie
“Selbsthilfegruppe Courage - Für Frauen, die se -
xuellen Missbrauch oder sexuelle Gewalt erlebt
haben” sind 2021 von drei In-Gang-Setzer*innen
begleitet worden.
12
Allgemeine Unterstützungsleistungen
Alle Selbsthilfegruppen in Köln können sich jeder-
zeit mit Fragen oder Problemen, die sich aus der
Selbsthilfearbeit ergeben, an die Selbsthilfe-Kon-
taktstelle wenden. Seien es Schwierigkeiten und
Konflikte in der Gruppe, Fragen zur Finanzierung,
Raumsuche, Öffentlichkeitsarbeit, Vereinsrecht
oder Informations- und Handlungswünsche zu ge-
sundheits- und sozialpolitischen Fragestellungen.
Die Selbsthilfe-Kontaktstelle bietet den örtlichen
Selbsthilfegruppen Information, Einzelberatung,
Erfahrungsaustausch mit anderen Gruppen, Fort -
bildung und Supervision sowie praktische Hil -
festellungen, insbesondere über das Haus der
Selbsthilfe und das Virtuelle Haus der Selbsthilfe,
an.
2021 wandten sich Selbsthilfegruppen 1.292
Mal mit folgenden Anliegen (Gesamtanliegen
1.388, da Mehrfachnennungen möglich) an die
Selbsthilfe-Kontaktstelle:
13 %
19,5 %
45 %
4 %
625 Organisatorische Unterstützung
270 Finanzen
180 Austausch aktueller Infos
118 Gremienarbeit
8,5 %
7,3 %
101 Öffentlichkeitsarbeit
56 Sonstiges
(aufgelistet sind Anliegen ab 20 Kontakten)
166 persönliche Kontakte mit Gruppen hatten fol-
gende Anliegen (Mehrfachnennungen möglich):
116 Organisatorische Unterstützung
23 Sonstiges
17 Finanzen
13 Austausch aktueller Infos
12 Gremienarbeit
(aufgelistet sind die fünf häufigsten Anliegen)
Zu diesen Zahlen sei angemerkt, dass aufgrund
der Covid-19-Pandemie und den damit verbun-
denen kontaktreduzierenden Maßnahmen sowie
Vorgaben zum Arbeitsschutz, die Möglichkeiten
zum persönlichen Kontakt zeitweise stark einge -
schränkt waren.
Datenbank
Die Aktualität der Datenbank ist eine wichtige
Grundlage der Informations- und Unterstützungs-
arbeit der Selbsthilfe-Kontaktstelle.
Die Datenbank umfasst aktuell (Anfang 2022) 271
Gruppen. Diese Zahl entspricht nicht der Anzahl
der Kölner Selbsthilfegruppen, da einige Gruppen
20 oder mehr Untergruppen haben.
Im Rahmen der begonnenen Digitalisierungsmaß-
nahmen wurde die Datenbank weiter angepasst.
13
Informationen
Alle in der Datenbank erfassten Selbsthilfe-
gruppen erhalten regelmäßig interessante
Neuigkeiten und Informationen zu wichtigen
Unterstützungsangeboten der Selbsthilfe-Kon -
taktstelle Köln sowie des Paritätischen NRW.
Darüber hinaus bekommen die Selbsthilfegrup -
pen wichtige Informationen weitergeleitet, die
von professionellen Kooperationspartner*innen
oder landes- und bundesweiten Selbsthilfevereini-
gungen an die Selbsthilfe-Kontaktstelle gerichtet
werden.
Raumkartei
In der Raumkartei, in der sich die Institutionen
in Köln befinden, die Selbsthilfegruppen Räume
kostenlos zur Verfügung stellen bzw. Räume
vermieten, sind aktuell rund 118 Einrichtungen
aufgeführt. Es besteht nach wie vor ein hoher
Raumbedarf, vor allem im Innenstadt-Bereich. Die
Situation hat sich durch die kontaktreduzieren -
den Maßnahmen in Folge der Covid-19-Pandemie
zudem verstärkt, da die zulässigen Teilnehmer*in-
nenzahl in den einzelnen Räumen verringert
werden mussten. Hierdurch hat sich die Zahl der
geeigneten Räume zusätzlich reduziert. Setzen
Sie sich gerne mit uns in Verbindung, wenn Sie
Selbsthilfegruppen Räume zur Verfügung stellen
können.
Datenschutz
Die im Mai 2018 in Kraft getretene Datenschutz-
Grundverordnung (DS-GVO) hat anfangs zu
großer Verunsicherung bei allen Aktiven geführt.
Da die Verunsicherung weiterhin anhielt, wurde
die begonnene Fortbildungsreihe auch im Jahr
2021 fortgeführt. So wurde eine Fortbildung „Die
Nutzung digitaler Medien für Selbsthilfegrup -
pen“ zu diesem Thema angeboten, da durch die
Covid-19-Pandemie Selbsthilfegruppen verstärkt
auf digitale Angebote umstiegen, um ihren Grup -
penaustausch während der kontaktreduzierenden
Maßnahmen aufrecht zu erhalten.
Seit Anfang 2020 stehen zur Datenschutz-Grund -
verordnung eine FAQ-Sammlung sowie weitere
Hilfestellungen auf der Internetseite der Selbst -
hilfe-Kontaktstelle Köln für die Selbsthilfegruppen
zum Download bereit.
Auch die Selbsthilfe-Kontaktstelle hat sich weiter -
hin intensiv mit dem Thema befasst und eigene
Strukturen angepasst. Im Fokus standen dabei die
Datenminimierung und die Überarbeitung von
Einwilligungserklärungen.
Die fortschreitende Digitalisierung der Selbsthil -
fe sorgt dafür, dass das Thema Datenschutz auch
weiterhin die notwendige Aufmerksamkeit der
Selbsthilfe-Kontaktstelle erhalten wird.
14
Finanzielle Förderung
Seit 1996 stellt die Stadt Köln der Selbsthilfe-
Kontaktstelle Fördermittel - den sogenannten
Selbsthilfetopf - zur Verfügung, den die Selbsthil -
fe-Kontaktstelle gemeinsam mit dem Sprecher*in-
nenkreis der Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfe
verwalten. Der „Topf“ setzt sich aus einem
Sockelbetrag in Höhe von 9.828,80 € und Rest -
fördergeldern des Amtes für Soziales, Arbeit und
Senioren und des Gesundheitsamtes zusammen.
Das Volumen des „Topfes“ ist daher jährlich unter-
schiedlich. Die Verwendung der Fördergelder wird
dem Amt für Soziales, Arbeit und Senioren und
dem Gesundheitsamt mit Bericht und Belegen
nachgewiesen.
Durch die Möglichkeit, den „Topf“ nach Bedarf
- ohne Einhaltung starrer Antragsfristen – in An -
spruch zu nehmen, ist er eine wesentliche Hilfe -
stellung und Stabilisierungsmaßnahme für kleine
und neue Gruppen, Gruppen mit schwankendem
Förderbedarf sowie Gruppen in Krisensituationen.
Aber auch für Gruppen, die es nicht schaffen, Fris -
ten einzuhalten, ein Gruppenkonto einzurichten
oder in Vorleistung der Kosten zu gehen, bietet
der „Topf" Hilfe. Ohne diese Möglichkeit würden
einige Gruppen nicht existieren.
2021 standen der Selbsthilfe-Kontaktstelle ca.
93.000,00 € zur Verteilung an Gruppen zur Verfü -
gung. Dadurch wurden 42 Gruppen gefördert, da-
von 9 Gruppen erstmalig.
Die Summe der an einzelne Gruppen ausgezahl -
ten Mittel war zudem höher als im vergangenen
Jahr. Darüber hinaus konnten mit diesen Mitteln
gruppenübergreifende Anschaffungen getätigt
und gruppenübergreifende Aktivitäten gefördert
werden. Besondere Schwerpunkte waren hier die
Öffentlichkeitsarbeit, Fortbildungen und Supervi -
sionstreffen sowie die Fortführung des Kölner Vir -
tuellen Haus der Selbsthilfe und Modernisierungs-
maßnahmen im Haus der Selbsthilfe.
Diese thematischen Schwerpunkte zeigen, wel-
chen hohen Stellenwert die städtische Selbsthil -
feförderung für die Selbsthilfeunterstützung hat
und ebenso, wie wichtig der Stadt die Selbsthilfe
ist.
Alle Selbsthilfegruppen haben Zugang zur städti-
schen Förderung durch das Gesundheitsamt, das
Amt für Soziales, Arbeit und Senioren sowie über
die Selbsthilfe-Kontaktstelle. Darüber hinaus ist
eine Förderung von gesundheitlichen Gruppen
durch die Krankenkassen möglich. Auch in 2021
wurde wieder eine Informationsveranstaltung des
Selbsthilfebeirates zum Thema finanzielle Förde -
rung unter Mitwirkung der zuständigen Mitarbei-
terinnen des Amtes für Soziales, Arbeit und Senio-
ren und des Gesundheitsamtes durchgeführt. Die
Veranstaltung wurde erstmalig virtuell durchge -
führt.
15
Gemeinsam mit weiteren von den für die
Wahrnehmung der Interessen der Selbsthilfe
maßgeblichen Spitzenorganisationen benann-
ten Selbsthilfegruppen, nimmt die Selbsthilfe-
Kontaktstelle als beratendes Mitglied an der
Vergabesitzung der Krankenkassen/ -verbän -
de teil. Diese Sitzung findet jährlich Ende April/
Anfang Mai statt, so dass die bewilligten Mit -
tel Ende Mai an die Gruppen ausgezahlt werden
können.
Das weiterhin durch die Covid-19-Pandemie ge -
prägte Jahr 2021 bedeutete für viele Selbsthilfe -
gruppen eine außergewöhnliche Belastung und
konfrontierte sie mit zusätzlichen Herausforderun-
gen. Bereits vorhandene Themen innerhalb der
Gruppen, wie eine hohe Fluktuation von Teilneh-
mer*innen, Aufrechterhaltung von Gruppenstabi-
lität im Kontext von Generationswechsel oder die
(Über-)Belastung von Gruppenleiter*innen und
der Aktiven in Gremien erhielten durch die Pande-
mie ein neues Gewicht.
Die Selbsthilfe-Kontaktstelle begleitet die Kölner
Selbsthilfelandschaft und erarbeitet hierfür neue
Wege. Der so wichtig gewordene Faktor der Digi -
talisierung ist deshalb auch im vergangenen Jahr
ein zentraler Schwerpunkt gewesen. Dazu zählen
die Bereitstellung des zuvor erwähnten Virtuellen
Haus der Selbsthilfe, niederschwellige Angebote
zur Heranführung der Gruppen an digitale Aus -
tauschmöglichkeiten sowie gleichsam die Aufklä -
rung in Bezug auf Datensicherheit und –schutz.
Die Selbsthilfe-Kontaktstelle hat ihre weiteren
regulären Angebote, wie Austauschtreffen oder
Fortbildungen, schrittweise an die derzeitige Situ-
ation angepasst und digital angeboten.
Unterstützung in Gruppenform
15
16
Koordination der Arbeitsgemeinschaft
Selbsthilfe im Paritätischen Köln
Die Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfe (181 Gruppen
als Mitglieder; Stand Anfang 2022) ist der Zusam -
menschluss der gesundheitlichen und sozialen
Selbsthilfe in Köln unter dem Dach des Paritäti -
schen und wird von der Selbsthilfe-Kontaktstel -
le koordiniert. Die AG dient dem Austausch und
vertritt themenübergreifend die Interessen der
Selbsthilfegruppen in Köln. Ihr steht ein gewählter
Sprecher*innenkreis vor. Der bereits im vorange -
gangenen Jahr angestoßene Generationenwech -
sel vollzog sich auch in diesem Jahr weiter. Die
beiden seit Juli 2020 im Sprecher*innen-Kreis hos-
pitierenden Vertreter der AG Selbsthilfe wurden
im Oktober 2021 als Sprecher für ein Jahr in den
Sprecher*innen-Kreis gewählt.
Alle von der Selbsthilfe-Kontaktstelle organisier -
ten Treffen und Fortbildungen für Selbsthilfegrup-
pen im Überblick:
Treffen im Rahmen des Selbsthilfebeirates:
Informationsveranstaltung „Die finanzielle
Förderung der Selbsthilfe in Köln im Jahr 2021 –
1 Treffen.
Treffen im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft
Selbsthilfe:
Sprecher*innenkreis-Treffen - 11 Treffen;
Treffen der AG Selbsthilfe - 1 Treffen;
Austauschtreffen der Elterngruppen, -initiativen
und –vereine - 1 Treffen;
Virtuelle gruppenübergreifende Austausch-
treffen - 4 Treffen.
Fortbildungen und Workshops:
„Die Nutzung digitaler Medien für Selbsthilfe -
gruppen” (2 Online-Seminare),
Referent*innen: Renate Mitleger-Lehner, Rechts-
anwältin und Autorin und Florian Gress, GF Com-
puty GmbH & Co. KG;
„Suizidalität - eine Herausforderung für alle Be -
teiligten” (2 Online-Seminare),
Referentin: Martina Nassenstein, Diplom Sozial -
arbeiterin, Systemische Therapeutin / Familien -
therapeutin, Supervisorin i. A.;
17
„Supervision” (4 Online-Seminare)
Referent: Georg Meurer, Supervisor (DGSv);
„Was macht mich stark? Resilienz fördernde
Möglichkeiten für Selbsthilfegruppen”
(1 Online-Seminar), Referentin: Ines Krahn, Dipl.-
Sozialpädagogin, Coach und Moderatorin;
„Lachen ist gesund - auch ohne Grund” (1 Online-
Seminar), Referentin: Veronika Spogis, Lach-Yoga-
Lehrerin der Laugher-Yoga University Internatio -
nal, Dipl.-Pädagogin;
„Corona - eine Chance für unsere Selbsthilfegrup-
pe!? Was hält unsere Gruppe zusammen?” (2 On -
line-Seminare), Referentin: Claudia Daubenbü -
chel, Dipl.-Sozialarbeiterin, Supervisorin (DGSv);
„Achtsames Sprechen und Hören mit der
Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B.
Rosenberg” (2 Online-Seminare),
Referent: Andreas Smolen, Trainer und Coach für
die Gewaltfreie Kommunikation;
„Gelassen, sicher und klar. Wie uns Achtsamkeit in
herausfordernden Zeiten hilft” (2 Online-Semina -
re), Referentin: Katrin Röntgen, (Online-)Trainerin,
Coach, Achtsamkeitstrainerin, Theaterpädagogin;
„Improvisationstheater: Ein Kurzurlaub für Körper
und Seele. Abschalten - Lachen - Lernen” (Präsenz-
veranstaltung), Referent: Markus Hahn, Mitarbei -
ter der Improschule clamotta GbR;
„Gesprächsleitung in Gruppen. Aufgaben und
Rolle - Umgang mit Störungen - Moderationstech-
niken” (2 Präsenzveranstaltungen),
Referentin: Valeria Aebert, Dipl.-Pädagogin, Super-
visorin (DGSv), freiberufliche Moderatorin.
Die geplante virtuelle Fortbildung „Rechte Sprü-
che und Parolen: Strategien im Umgang mit dis-
kriminierenden Äußerungen” konnte leider auf-
grund geringer Anmeldezahlen nicht stattfinden.
F ortbildungsangebot
für Selbsthilfegruppen in Köln
goes virtuell
Januar bis Mai 2021
F ortbildungsangebot
für Selbsthilfegruppen in Köln
präsent + virtuell
01. September bis 31. Dezember2021
F ortbildungsangebot
für Selbsthilfegruppen in Köln
stays virtuell
01. Mai bis 31. August 2021
18
Virtuelles Haus der Selbsthilfe
Das Virtuelle Haus der Selbsthilfe ist ein Digitalisierungsangebot für Kölner Selbsthilfegruppen. Als Re -
aktion auf die mit der Covid-19-Pandemie einhergehenden Einschränkungen bietet diese Videokonfe -
renz-Plattform Kölner Selbsthilfegruppen die Möglichkeit, sich virtuell auszutauschen. Anders als viele
kommerzielle Angebote ist diese Videokonferenzplattform datenschutzkonform, kostenlos sowie mög -
lichst barrierearm und an die Bedürfnisse von Selbsthilfegruppen angepasst. Als solches war es das erste
entsprechende Angebot für Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland.
Dem Datenschutz wird dadurch Rechnung getragen, dass zum einen die Open-Source-Software „Jitsi-
Meet“ verwendet wird. Zum anderen ist der Standort des verwendeten Servers in Deutschland. Mit Hilfe
von freiwilligen Tester*innen aus dem Sprecher*innen-Kreis der Kölner AG Selbsthilfe wurde dieses An-
gebot mehrere Wochen lang geprüft und die aus dieser Testphase gewonnenen Erkenntnisse genutzt,
um die Endnutzer-Plattform anzupassen.
Das Virtuelle Haus der Selbsthilfe begann seine Testphase im Juli 2020 und startete für alle Kölner Selbst-
hilfegruppen im September 2020. Begleitet durch Einführungsveranstaltungen für die Selbsthilfeaktiven
sowie einer ausführlichen Dokumentation, nutzten seitdem über 30 Kölner Selbsthilfegruppen dieses
Angebot bis zum Oktober 2021 regelmäßig.
Aus den Erfahrungen dieses Projekts entwickelte der Paritätische NRW das landesweite Nachfolgeprojekt
„Virtuelles Haus der Selbsthilfe NRW“ . Weiterentwickelt, um den Ansprüchen und Bedarfen von Selbsthil-
fegruppen noch gerechter zu werden, bietet es seit November 2021 Nutzer*innen die Möglichkeit, noch
autonomer ihre Treffen dort zu organisieren, wobei die eingangs genannten Vorteile gewahrt bleiben.
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Kölner Haus der Selbsthilfe
Das Kölner Haus der Selbsthilfe umfasst 2 Grup -
penräume, eine Teeküche sowie Sanitärräume in
den Räumlichkeiten der Selbsthilfe-Kontaktstel-
le Köln und steht Kölner Selbsthilfegruppen als
Unterstützungsleistung zur Verfügung. Die beiden
Gruppenräume werden regelmäßig von 60 Kölner
Selbsthilfegruppen für Treffen genutzt.
Neben allgemein bekannten Sicherheitsmaßnah-
men und einer Erhöhung der Frequenz der Grund-
reinigung der Räumlichkeiten hatte das Hygiene -
konzept zur Folge, dass die Teilnehmer*innenzahl
in den beiden Räumen anfangs auf 5 bzw. 8 Perso-
nen limitiert werden musste. Diese Beschränkung
konnte erst im Herbst auf 12 bzw. 16 Personen er -
höht werden.
Im Rahmen allgemeiner Modernisierungsmaßnah
men wurde in beiden Gruppenräumen der Fußbo-
den sowie die Wandfarbe erneuert und damit all -
ergikerfreundlich gestaltet. Darüber hinaus wurde
auch der Eingangsbereich neu gestaltet, damit
im Frühjahr 2022 dort ein Plattform-Lift installiert
werden kann, der einen barrierefreien Zugang zu
dem Kölner Haus der Selbsthilfe ermöglichen wird.
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Gremien und Arbeitskreise
Das Ziel der Selbsthilfe-Kontaktstelle ist ein selbst-
hilfefreundliches Köln. In diesem Rahmen verfolgt
die Kontaktstelle die Stärkung der Selbsthilfe durch
Vernetzung mit professionellen Institutionen so -
wie die Beteiligung in Facharbeitskreisen und Gre-
mien der Stadt Köln. Hierzu unterstützt die Selbst-
hilfe-Kontaktstelle beteiligte Vertreter*innen von
Selbsthilfegruppen durch Informationsaustausch
und Fortbildungsangebote.
Die Selbsthilfe-Kontaktstelle bzw. die Arbeitsge -
meinschaft Selbsthilfe sind in folgenden Gremien
und Arbeitskreisen vertreten:
Anhörungen im Rahmen
von Planfeststellungs-
verfahren
Fachausschüsse des Rates
Kommunale Konferenz
Alter und Pfl ege
Kommunale
Gesundheitskonferenz
Stadt AG
Behindertenpolitik
Gesunde Städte-Netzwerk
Regionalkonferenz im LVR
Ethik-Kommission der Uni-
versitäts-Klinik Köln
Wahlausschuss der
Stadt AG
Behindertenpolitik
AK BarrierefreiBeratung gemäß § 116
SH-Kontaktstelle und Selbsthilfe
vertreten
AG Selbsthilfe in Vertretung für
SH-Kontaktstelle Köln
Selbsthilfegruppen
vertreten
Gremien
mit Beteiligung der
SH-Kontaktstelle /
AG Selbsthilfe
Schwerpunkte der Interessensvertretung:
Kommunale Gesundheitskonferenz
Die Kommunale Gesundheitskonferenz bie -
tet den Selbsthilfegruppen vor allem über ihre
Arbeitsgruppen die Möglichkeit, ihre Themen
und Anliegen einzubringen. Eine Arbeitsgruppe
ist u.a. der Selbsthilfebeirat, dessen Vorsitz der
Selbsthilfe-Kontaktstelle obliegt. Dadurch ist die
Selbsthilfe-Kontaktstelle auch in den Arbeitsgrup-
pensprecher*innen-Treffen vertreten.
Stadt-AG Behindertenpolitik
Die Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik
vertritt die Interessen der Menschen mit Behinde -
rungen gegenüber politischen Gremien und Ein -
richtungen der Stadt Köln. Mit Beginn der neuen
Ratsperiode vertritt die Selbsthilfe-Kontaktstelle
den Paritätischen Köln dort als stimmberechtigtes
Mitglied. Darüber hinaus ist die Selbsthilfe-Kon -
taktstelle auch vertreten im Wahlausschuss der
Stadt-AG Behindertenpolitik. Aufgabe des Wahl-
ausschusses ist die Besetzung vakanter Posten in
der Stadt-AG Behindertenpolitik sowie Nominie -
rung sachkundiger Einwohner*innen in den Aus -
schüssen des Rates der Stadt Köln.
Neu hinzugekommen ist im Jahr 2021, dass zwei
Vertreter aus dem Sprecher*innen-Kreis der AG
Selbsthilfe die Selbsthilfelandschaft Kölns als Pa -
tient*innen-Vertreter in der Ethik-Kommission der
Universitäts-Klinik Köln repräsentieren.
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Fachliche Einbindung
Wie alle Selbsthilfe-Kontaktstellen des Paritätischen in NRW stehen die Mitarbeiter*innen in fachlichen
Austausch mit den Kolleg*innen der paritätischen Kontaktstellen sowie mit allen anderen Kontaktstellen
in NRW.
Landesarbeitskreis
Selbsthilfe-Kontakstellen NRW
AG Selbsthilfe-Kontaktstellen
+ Büros im
Paritätischen NRW
Regionaltreff en der
SH-Kontaktstellen
AK IKÖ der
SH-Kontakstellen in NRW
AG Selbsthilfe in die
Lehre bringen
Selbsthilfe-Akademie NRW
Fachliche
Einbindung
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Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe
Das Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe, angebunden
an die Selbsthilfe-Kontaktstelle im Herzen von
Köln, ist ein Projekt des Landes NRW und der Lan -
desverbände der Pflegekassen. Das Projekt wurde
2017 ins Leben gerufen und im Sommer 2020 um
drei weitere Jahre verlängert und personell ausge-
baut, um die Selbsthilfe pflegender Angehöriger
zu stärken. Aktuell teilen sich zwei Fachkräfte mit
jeweils 9,75 und 10 Stunden die Aufgabe.
Das Jahr 2021 hat weiterhin die Pandemie be -
stimmt. Im Sommer gab es ein kleines Aufatmen
und erste Gesprächskreise wagten wieder Präsenz-
treffen. Der Bedarf nach Austausch und Entlas-
tung ist hoch, aber die Sorge vor einer möglichen
Ansteckung höher, sodass es um einige Gesprächs-
kreise noch ruhig blieb.
Mitte März wagte das Kontaktbüro Pflege -
selbsthilfe daher den Versuch zweier digitaler
Gesprächskreise und ein digitales Yoga-Angebot
in Kooperation mit dem Verein Yoga hilft e.V.. Der
Gesprächskreis allgemein für pflegende Angehö -
rige wird von den Mitarbeiterinnen des Kontakt -
büros betreut und findet jeden dritten Mittwoch
im Monat in den Abendstunden statt, um auch
Berufstätigen die Teilnahme zu ermöglichen. Der
digitale Gesprächskreis für Zugehörige von jungen
Demenzerkrankten fand von April bis September
jeden zweiten Mittwoch im Monat in Kooperation
mit einer Mitarbeiterin der Alexianer statt.
Allerdings wurde der Gesprächskreis mangels
Teilnehmer*innen eingestellt. Wogegen sich der
digitale Austausch allgemein für pflegende Ange -
hörige und das Sportangebot fest etablierten.
Neben den digitalen Angeboten befinden sich
aktuell 14 weitere Gesprächskreise in der Förde -
rung des Kontaktbüros. Darüber hinaus gibt es
aber noch eine Vielzahl an weiteren Gruppen, die
sich in anderer Förderung befinden. Derzeit sind
ca. 20 weitere Gruppen aufgelistet, in die das Kon-
taktbüro Pflegeselbsthilfe ebenfalls vermittelt.
Ein weiterer großer Bestandteil der Arbeit, neben
der Beratung und Vermittlung zu Gesprächskrei -
sen, besteht aus dem regelmäßigen Kontakt und
Austausch mit einer Vielzahl an Kooperationspart-
nern*innen, wie z.B. mit dem Kuratorium Deutsche
Altershilfe und dem Regionalbüro Alter Pflege und
Demenz sowie mit den Kolleg*innen der Kontakt -
büros NRW und der AOK. Gemeinsam wurden
Angebote für die Zielgruppe geplant und umge -
setzt, um das Thema Pflegeselbsthilfe sichtbar zu
machen, aber auch um über andere Thematiken
zu informieren und diskutieren.
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So gab es z.B. im Sommer den Tag für pflegende
Angehörige, der aus einem bunten Programm
bestand. Gefüllt mit unterschiedlichen Vorträ -
gen, u.a. zu den Themen Bewegung im Alter und
Betreuungsrecht, aber auch einem Markt der Mög-
lichkeiten. Auch der Verein „Radeln ohne Alter” war
mit dabei und bot Rikschafahrten durch den Grün-
gürtel an. Abgerundet wurde der Tag von einem
Theaterstück mit dem Titel „Über die Trauer hin -
aus“ , bei dem die Puppenspielerin ohne Worte den
Weg der Trauer zweier Personen aufzeigt.
Neben dem Aktionstag gab es noch weitere
Angebote und Beteiligungen des Kontaktbüros,
wie unter anderem Marktstände, die Beteiligung
am Projekt „Pflegeguide” , und an der Telefonak -
tion: Expert*innen beantworten Ratsuchenden
Fragen zum Thema Alter, Pflege und Demenz
sowie die Planung und Beteiligung an der
Vortragsreihe „Zeit für mich“ .
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Fazit und Ausblick
Auch das Jahr 2021 stand weiterhin unter dem
Einfluss der Covid-19-Pandemie und den damit
verbundenen Einschränkungen des gesellschaft -
lichen Lebens und wird uns als Gesellschaft auch
im Jahr 2022 noch begleiten.
Im Vergleich zum Jahr 2020 haben wir jedoch
festgestellt, dass wir als Selbsthilfe-Kontaktstelle
sowie die vielen Selbsthilfeaktiven in Köln aus den
gemachten Erfahrungen gelernt haben und so auf
die wiederkehrenden Herausforderungen, welche
sich aus den notwendigen gesellschaftlichen Ein -
schränkungen ergaben, flexibel reagieren konn -
ten.
Ein Schlüssel hierfür war zum einen die verstärk -
te Nutzung von digitalen Inhalten und Kanälen.
Seit Januar 2021 nutzt das Team der Selbsthilfe-
Kontaktstelle Köln einen eigenen Facebook-Ka -
nal, um Selbsthilfeaktive und interessierte Bür -
ger*innen sowie Kooperationspartner*innen über
das Thema Selbsthilfe in Köln zu informieren. In
diesem Zuge haben wir auch die technische Aus -
stattung der Mitarbeiter*innen der Kontaktstelle
entsprechend angepasst.
Zum anderen war es auch die inhaltliche
Ausrichtung unseres Fortbildungsprogramms,
welches begleitend die zahlreichen Selbsthilfe-
aktiven unterstützen konnte. Lag der Schwerpunkt
im Jahr 2020 noch auf Grundlagen der Digitalisie -
rung (beispielsweise Technik und Datenschutz),
war es im vergangenen Jahr die stärker in den
Vordergrund tretenden Themen der Stressbewäl-
tigung und Ressourcenaktivierung. Auf Anregung
aus der AG Selbsthilfe werden wir im kommenden
Jahr einen weiteren Fortbildungsschwerpunkt auf
die Stabilisierung der Gruppen legen.
Stabilisierend auf die Selbsthilfe-Landschaft Köln
wirkte sich im vergangenen Jahr auch die Fort -
führung des Virtuellen Haus der Selbsthilfe Köln
aus. Als bundesweit erstes kostenlose Video-
Konferenzsystem, das auf die Bedarfe von Selbst -
hilfegruppen zugeschnitten war, konnte es vielen
Kölner Gruppen helfen, in Zeiten von kontakt-
reduzierenden Maßnahmen ihr Gruppenleben
aufrecht zu erhalten. Insgesamt nutzen knapp
über 30 Kölner Selbsthilfegruppen dieses Ange -
bot regelmäßig. Angestoßen von diesem Projekt
entschied sich der Paritätische Landesverband
NRW dieses Unterstützungsangebot aufzugreifen
und ein weiterentwickeltes System für alle Selbst -
hilfegruppen in Nordrhein-Westfalen anzubieten.
So ging im Winter 2021 das Kölner Angebot in das
Virtuellen Haus der Selbsthilfe NRW über.
Alle diese stabilisierenden Unterstützungsan -
gebote konnten jedoch nicht verhindern, dass
sich im vergangenen Jahr – teilweise seit lan-
25
ger Zeit bestehende – Selbsthilfegruppen unter
dem Druck der Covid-19-Pandemie aufgelöst ha -
ben. Dies bedauern wir zutiefst und hoffen, dass
diese Entwicklung in den kommenden Monaten
mit Gruppeneugründungen wieder kompensiert
werden kann.
Abschließen soll der Ausblick damit enden, dass
im Sommer 2022 Marina Kollmann vollumfänglich
aus ihrer Elternzeit in die Selbsthilfe-Kontaktstelle
Köln wiederkehren wird und ihre Elternzeitvertre-
tung Kristin Maletz uns somit wieder verlässt. An
dieser Stelle möchten wir Kristin Maletz für ihren
Einsatz und die neuen Impulse herzlich danken.
März 2022
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Selbsthilfe-Kontaktstelle Köln
Montag bis Donnerstag, 9.00- 16.00 Uhr
und Freitag 9.00- 12.30 Uhr
Marsilstein 4-6, 50676 Köln
0221 95 15 42 23
selbsthilfe-koeln@paritaet-nrw.org
www.selbsthilfekoeln.de
Telefonische Informationen
zu Selbsthilfegruppen
0221 95 15 42 16
Montag und Donnerstag, 9.00- 12.30 Uhr
Mittwoch, 14.00- 17.30 Uhr
Türkische Information
0221 95 15 42 56
Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe Köln
0221 95 15 42 33
Mittwoch 10.00- 12.00 Uhr
pflegeselbsthilfe-koeln@paritaet-nrw.org
Persönliche Beratung nach Vereinbarung
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Impressum
Herausgegeben von:
Selbsthilfe-Kontaktstelle Köln im Paritätischen
Marsilstein 4-6, 50676 Köln
v.i.S.d.P . Steven Adam
Druck:
Wir machen Druck, Backnang-Waldrems
Auflage: 100
Bildnachweis Titelbild:
HilkeFromm / pixabay.com
Köln, März 2022
Anlage 2 Bericht Förderung
7611 Zeichen
DEUTSCHER PARITÄTISCHER WOHLFAHRTSVERBAND LANDESVERBAND NORDRHEIN-WESTFALEN E.V. Loher Straße 7 42283 Wuppertal www.paritaet-nrw.org Telefon: 0202|2822-0 Telefax 0202|2822-110 mail@paritaet-nrw.org Amtsgericht Wuppertal VR 14 39 Steuer-Nr: 131|5951|0051 Stiften und Spenden: www.gemeinsamhandeln.de Seite 1 von 4 Selbsthilfe-Kontaktstelle | Marsilstein 4-6 | 50676 Köln Köln Marsilstein 4-6 50676 Köln Telefon: 0221/951542-23 Telefax: 0221/951542-42 www.selbsthilfekoeln.de selbsthilfe-koeln@paritaet-nrw.org Rückfragen: Steven Adam Öffnungszeiten: MO - DO: 9 - 12.30 + 13 - 16 Uhr FR: 9 - 12 Uhr Stadt Köln Amt für Soziales, Arbeit und Senioren Andrea Kreß Ottmar-Pohl-Platz 1 51103 Köln 22.02.2022 Förderung der nicht unmittelbar über den Ausschuss für Soziales und Senioren und den Gesundheitsausschuss geförderten Selbsthilfegruppen im Sozial- und Gesundheitsbereich Bericht der Selbsthilfe -Kontaktstelle Köln Verwendungsnachweis 2021 Selbsthilfeförderung 2021 2021 standen uns insgesamt 93.159,14 € zur Förderung der Selbsthilfegruppen zur Verfügung. Die Summe setzt sich wie folgt zusammen: 18.327,90 € Übertrag aus der Selbsthilfeförderung 2020 (Amt für Soziales, Arbeit und Senioren 18.302,90 €, Selbsthilfe-Kontaktstelle 25,00 €) und neu 74.831,24 € Zuwendungen aus 2021 (Amt für Soziales, Arbeit und Senioren 37.669,80 €, Gesundheitsamt 37.161,44 €). Verteilt auf die beiden Ämter standen uns seitens des Amtes für Soziales, Arbeit und Senioren insgesamt 55.972,70 € und seitens des Gesundheitsamtes 37.161,44 € zur Verfügung. Von dem uns zur Verfügung stehenden Betrag in Höhe von 93.159,14 € haben wir 35.574,26 € wie folgt verausgabt: 16.072,46 € wurden an 42 Selbsthilfegruppen ausgezahlt. 8.277,30 € wurden für übergreifende Aktivitäten und Anschaffungen verwendet. 11.224,50 € erhielt die Selbsthilfe-Kontaktstelle für ihren Verwaltungsaufwand. DEUTSCHER PARITÄTISCHER WOHLFAHRTSVERBAND LANDESVERBAND NORDRHEIN-WESTFALEN E.V. Loher Straße 7 42283 Wuppertal www.paritaet-nrw.org Telefon: 0202|2822-0 Telefax 0202|2822-110 mail@paritaet-nrw.org Amtsgericht Wuppertal VR 14 39 Steuer-Nr: 131|5951|0051 Stiften und Spenden: www.gemeinsamhandeln.de Seite 2 von 4 Zu den Gruppenanträgen im Einzelnen Es wurden 47 Gruppenanträge aufgenommen. An 42 Gruppen wurden Fördermittel ausgezahlt. Bei den 5 nicht geförderten Gruppen haben 4 Gruppen ihren Antrag nicht konkretisiert. Hier gehen wir davon aus, dass sie ausreichend andere Fördermittel erhalten haben oder der Förderbedarf so gering war, dass er aus Eigenmitteln finanziert wurde. Ein Antrag wurde aufgrund eines fehlenden Fehlbedarfs abgelehnt. 30 Gruppen wurden mit einem Betrag bis zu 500 € gefördert, bei 10 Gruppen lag der Förderbetrag zwischen 500 € - 1.000 €, 2 Gruppe erhielten eine Förderung zwischen 1.000 €- 1.900 €. Die Förderinhalte verteilten sich auf das gesamte mögliche Förderspektrum. 30 Gruppen erhielten eine Erstattung der Telefonkosten. 19 Gruppen wurden Mietkosten erstattet. 6 Gruppen wurden mit Fahrtkosten gefördert, fünf Gruppen mit Portokosten. 9 Gruppen erhielten eine Förderung für Büromaterial, eine Gruppe für Kopierkosten. Mit unterschiedlichen Inhalten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit wurden zwei Gruppen gefördert. Eine Förderung für Fachliteratur erhielten 6 Gruppen, sowie weitere vier Gruppen für technische Geräte. Mit Kostenerstattungen fürs Internet wurden 9 Gruppen unterstützt. Zu den übergreifenden Anschaffungen und Aktivitäten Wie im Vorjahr wurden Verbrauchsmittel für das Haus der Selbsthilfe finanziert, sowie zusätzliche Kosten im Rahmen des notwendigen Hygieneschutzkonzepts übernommen. Für einen virtuellen Info-Abend wurde ein Honorar für einen Schriftdolmetscher finanziert. Im Bereich gruppenübergreifende Öffentlichkeitsarbeit flossen Mittel in die Aktualisierung der Wegweiser-Broschüre („Selbsthilfegruppen in Köln von A-Z“). Der Schwerpunkt der übergreifenden Förderung waren Fortbildungen: Neben der Fortführung der Fortbildung im Bereich der Digitalisierung lag ein weiterer Schwerpunkt im Bereich der Resilienz. Wie in den Vorjahren fanden auch wieder gruppenübergreifende Supervisionen statt. Um den Selbsthilfegruppen in den Zeiten der kontaktreduzierenden Maßnahmen die Möglichkeit zum Austausch zu bieten, wurde das „Virtuelle Haus der Selbsthilfe Köln“ - ein Video-Konferenzsystem, das an die besonderen Erfordernisse der Selbsthilfegruppen (insb. bzgl. des Datenschutzes) angepasst wurde - weitergeführt. DEUTSCHER PARITÄTISCHER WOHLFAHRTSVERBAND LANDESVERBAND NORDRHEIN-WESTFALEN E.V. Loher Straße 7 42283 Wuppertal www.paritaet-nrw.org Telefon: 0202|2822-0 Telefax 0202|2822-110 mail@paritaet-nrw.org Amtsgericht Wuppertal VR 14 39 Steuer-Nr: 131|5951|0051 Stiften und Spenden: www.gemeinsamhandeln.de Seite 3 von 4 Erfahrungen und Fazit der Selbsthilfe -Kontaktstelle Die Anzahl der Anträge 61 (Vorjahr: 73) war niedriger als im vergangen Jahr. Dies betraf neben den Anträgen einzelner Gruppen auch die der gruppenübergreifenden Art. So wurden 2021 nur 42 einzelne Gruppen (Vorjahr: 44) gefördert. Erstmalig gefördert wurden 9 Gruppen (Vorjahr: 9). Dies zeigt sich zudem auch in der Summe der an einzelne Gruppen ausgezahlten Mittel. So wurden 2021 insgesamt 16.072,46 € im Gegensatz zu 19.088,94 € im Jahr 2020 verausgabt. Im Detail sieht es so aus, dass die Anzahl der Gruppen, die weniger als 500 € erhielt, sich etwas erhöht hat: 30 Gruppen in 2021 (Vorjahr: 29). Die Anzahl der Gruppen mit einem Förderbetrag zwischen 500-1.000 Euro ist auf 10 Gruppen gesunken (Vorjahr: 14). Über 1.000 Euro erhielten zwei Gruppen (Vorjahr: 1). Die Anzahl der gruppenübergreifenden Anträge ist in diesem Jahr hingegen gesunken. Dies spiegelt sich in den ausgezahlten Fördermitteln in Höhe von 16.072,46 €, die sich im Vergleich zum Vorjahr (2020: 59.678,86 €) stark verringert haben, wider. Gründe dafür sind, dass Aktivitäten für den Bereich übergreifende Öffentlichkeitsarbeit sowie weiterer Unterstützungsleitungen im Vorjahr erbracht wurden, so dass in diesen Bereichen im Folgejahr weniger finanzieller Förderbedarf bestand. Wie im Vorjahr haben wir mit mehreren Gruppen die Anträge gemeinsam ausgefüllt. Der Unterstützungsbedarf ist insbesondere für neue Gruppen und Personen, die erstmalig einen Antrag stellen, hoch. Wir sind Ansprechperson für Gruppen mit eher geringem oder schwankendem Förderbedarf, für neue Gruppen und Gruppen in besonderen Situationen, wie z.B. die Gruppen, die aktuell nicht in der Lage sind, in Vorleistung zu gehen, Anträge auszufüllen, Belege in ordnungsgemäßer Form vorzulegen sowie Fristen einzuhalten oder ein Gruppenkonto zu führen. Schwierig ist für uns nach wie vor, dass bei wechselnden Ansprechpersonen oft keine interne Übergabe stattfindet. Die Restsumme in Höhe von 57.584,88 € (Gesundheitsamt 17.996,78 €, Amt für Soziales, Arbeit und Senioren 39.588,10 €) würden wir gerne für übergreifende Aktivitäten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit – hervorzuheben ist hier die bundesweite Aktionswoche „Wir hilft“ im September 2022 - sowie Fortbildungen und dringend benötigte Anschaffungen und Erneuerungen im Bereich der Barrierefreiheit sowie Wahrung der Privatsphäre für das Haus der Selbsthilfe verausgaben. Die geförderten Gruppen und der Sprecher*innenkreis der AG Selbsthilfe im Paritätischen bedanken sich ausdrücklich für die Unterstützung durch die Stadt Köln. Steven Adam Selbsthilfe-Kontaktstelle Köln
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1231/2022
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 24.06.2022
- Erstellt
- 08.04.2022 13:49