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1015/2018

Gewalt in der Pflege

Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.) 04.05.2018

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Nächste Beratung: Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren, Sitzung am 17.05.2018, TOP 11.1.5

Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

6450 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
V/50/503 
 
Vorlagen-Nummer 04.05.2018 
 1015/2018 
Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Soziales und Senioren 17.05.2018 
 
Gewalt in der Pflege 
Mündliche Anfrage von Herrn Dr. Dr. Mück im Ausschuss für Soziales und Senioren (TOP 11.3 
vom 14.12.2017) 
SE Herr Dr. Dr. Mück macht darauf aufmerksam, dass es ein Thema gibt, über welches kaum ge-
sprochen werde und daher auch wenig bekannt sei. Es geht um das Thema „Gewalt in der ambulan-
ten Pflege“ Hiermit sei nicht nur körperliche Gewalt gemeint, sondern auch psychische Gewalt. Hierzu 
gebe es momentan nur wenige Untersuchungen. Experten gehen jedoch davon aus, dass es in ei-
nem beachtlichen Ausmaß zu den geschilderten Gewaltanwendungen komme. Während die Gesell-
schaft für Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlicher immer sensibler werde und es bei den Ju-
gendämtern zuständige Sachbearbeiter gebe, werde das Thema Gewalt gegenüber Pflegebedürfti-
gen, insbesondere im ambulanten Bereich weitestgehend ignoriert. Er fragt daher, ob sich die Stadt 
Köln vorstellen könne, eine Anlauf- und Beratungsstelle zum Thema Gewalt in der ambulanten Pflege 
einzurichten oder deren Einrichtung zumindest zu fördern. 
 
Die Verwaltung nimmt hierzu wie folgt Stellung: 
 
Gewalt gegenüber pflegebedürftigen Menschen in der ambulanten Pflege ist häufig ein Ausdruck von 
Überforderung, Hilflosigkeit, Unwissenheit und beruht zum Teil auf nicht gewollten Abhängigkeiten. 
Wichtig ist, je mehr Menschen teilhaben an der Pflege und Unterstützung von Menschen mit Pflege-
bedarf zu Hause, je eher werden Gewaltsignale und -erfahrungen in der Pflege wahrgenommen und 
thematisiert.  
 
Eine zusätzliche Anlauf- und Beratungsstelle in Köln ist aus der Sicht der Sozialverwaltung nicht er-
forderlich, da das Kölner Beratungssystem mit seinen Seniorenberatungsstellen, mit telefonischen 
Beratungsangeboten, der Heimaufsicht und dem Fachdienst für Pflegebedürftige vielfältige Möglich-
keiten als Anlaufstelle für Beschwerden und Auffälligkeiten bietet. 
 
Das Amt für Soziales und Senioren und das Gesundheitsamt arbeiten seit langem gemeinsam mit 
den Wohlfahrtsverbänden sowie den Seniorenvertreterinnen und -vertretern an diesem Thema und 
haben ein umfangreiches Netz der Prävention und Hilfe aufgebaut: 
 
Bereits 1997 hat die Sozialverwaltung einen Fachdienst für Pflegebedürftige installiert, dessen Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter über eine Doppelqualifizierung (Pflege und Sozialarbeit) verfügen. Aufga-
be des Fachdienstes ist die Erstellung von individuellen und passgenauen Hilfeplanungen für Men-
schen, die einen Pflegebedarf haben. Bei Verdachtsmomenten von häuslicher Gewalt, die durch un-
terschiedliche Quellen wie z.B. durch die Clearingstelle für hilflose Personen (Hilo-Meldungen), durch 
die Sachbearbeitung im Verwaltungsdienst „Hilfe zur Pflege“ oder durch die Außenstellen des Amtes 
für Soziales und Senioren an den Fachdienst herangetragen werden, wird er standardmäßig aktiv. 
Konkret heißt das, es wird ein Hausbesuch durchgeführt und wenn nötig Unterstützung durch profes-
sionelle Hilfe initiiert. Dies kann durch Einsatz eines Pflegedienstes oder eines Entlastungsdienstes 
für Angehörige von somatisch erkrankten Pflegebedürftige oder durch Entlastungsdienste für demen-

2 
 
tiell erkrankte Pflegebedürftige erfolgen. Unter Umständen ist die Anregung einer gesetzlichen Be-
treuung ein zusätzliches Mittel zur Unterstützung von Angehörigen und Betroffenen selbst. 
 
Weitere Maßnahmen der kommunalen Seniorenarbeit sind die in den Stadtbezirk wirkenden Pro-
gramme: Seniorenberatung, SeniorenNetzwerke, Entlastungsdienste für Menschen mit Demenz und 
ihre Angehörigen, haushaltsnahe Dienstleistungen und Präventive Hausbesuche. Darüber hinaus 
unterstützen selbstorganisierte SeniorenNetzwerke Seniorinnen und Senioren dabei, ein persönliches 
Netzwerk im Stadtteil aufzubauen. Mit der Seniorenberatung in den Stadtbezirken stehen älteren 
Menschen mit Unterstützungsbedarf professionelle Beraterinnen und Berater für alle Fragen des Al-
ters zur Verfügung. Die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Entlastungsdienste für 
Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen haben die Aufgabe, ehrenamtliche Helferinnen und 
Helfer zur Entlastung der betroffenen Familien zu gewinnen, zu schulen, einzusetzen und zu beglei-
ten. Ziel der Arbeit ist die Erhaltung der Pflegebereitschaft in der Familie und Teilhabemöglichkeiten 
für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen und Überlastungen zu vermeiden. 
 
Unter drei Telefonnummern der Stadt Köln kann eine qualifizierte Beratung erreicht werden, die an 
entsprechende notwendige Stellen weiterleiten können: 
 
 das Beratungstelefon, das unter vielen Kölner Bürgern sehr bekannt ist 
mit der Telefonnummer 2 21–2 74 00;  
 die Clearingstelle für hilflose Personen (Hilo-Meldungen) mit der Telefonnummer 2 21–
2 44 44, wenn in der Nachbarschaft jemand aufgefallen ist, der verwirrt, vernachlässigt und 
hilfebedürftig erscheint und  
 das zentrale Bürgertelefon mit der Telefonnummer 115.  
Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Beratungsangebote, die im „Wegweiser – Gut informiert 
älter werden“, einer Sonderausgabe von KölnerLeben, verzeichnet sind. Die Internet-Seite 
www.koelnerleben.koeln  
 
Auch überregionale Beratungsstellen zum Thema Gewalt in der Pflege sind in Köln ansässig und 
ansprechbar: 
 Medizinischer Dienst der Krankenkassen, 50676 Köln, Cäcilienkloster 6,  
Telefon: 02 21/16 06 50 
 KoNAP-KompetenzNetz Angehörigenunterstützung und Pflegeberatung NRW, 51065 Köln, 
Steinkopfstraße 2, Telefon: 02 21/76 58 42 oder konap@gesundheitsladen-koeln.de 
Das bundesweite Krisentelefon Pflege in Not mit Sitz in Brandenburg mit der Telefonnummer 
08 00/2 65 55 66 ist rund um die Uhr verfügbar. Auf der dazu veröffentlichten Internetseite unter 
www.pflege-gewalt.de sind wertvolle Tipps zur Vorbeugung von Gewalt und Vermeidungsstrategien 
zu finden.  
 
 
Wichtig ist aus Sicht der Sozialverwaltung, dass bei allen, die mit ambulanten Pflegediensten, pfle-
genden Angehörigen oder Pflegebedürftigen in Kontakt kommen, ob beruflich oder privat, ein Be-
wusstsein und eine hohe Sensibilität für das Thema Gewalt in der Pflege geschaffen wird und es kein 
Tabuthema ist. Die Seniorenvertretung ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Multiplikator. 
 
 
Gez. Dr. Rau

Beratungsverlauf (1)

17.05.2018 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 11.1.5 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Steinkopfstraße 2
  • Cäcilienkloster 6

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Details

Aktenzeichen
1015/2018
Typ
Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
Datum
04.05.2018
Erstellt
29.03.2018 07:44