2747/2022
Anfrage der FDP Fraktion zu den Verzögerungen der Eröffnung der Dauerausstellung des Kölnischen Stadtmuseums im Interim Haus Sauer
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/4518 Vorlagen-Nummer 26.08.2022 2747/2022 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 30.08.2022 Anfrage der FDP Fraktion zur Verzögerung der Eröffnung der Dauerausstellung des Kölnischen Stadtmuseums im Interim Haus Sauer Die FDP-Fraktion bittet unter der Vorlagen Nr. AN/1429/2022 um die Beantwortung folgender Fragen in der Sitzung des Ausschusses Kunst und Kultur zur Verzögerung der Eröffnung der Dauerausstel- lung des Kölnischen Stadtmuseums im ehemaligen Haus Sauer am 30. August 2022: 1. Welche konkreten Schwierigkeiten haben zu der jetzt kommunizierten Verschiebung geführt und seit wann war der Verwaltung bekannt, dass es diese Schwierigkeiten gibt? 2. Wann sind die für die Einrichtung der Ausstellung notwendigen Gewerke ausgeschrieben worden und wann ist die jeweilige Beauftragung erfolgt? 3. Für die Szenographie der Ausstellung wurde ein Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben, den die Agentur Neo. Studio Neumann Schneider gewonnen hat. Wann werden die Planungen dem Aus- schuss vorgestellt und wer ist federführend für die Umsetzung verantwortlich? 4. Gilt auch für den nun erneut verlängerten Zeitraum bis zur Eröffnung, dass der Vermieter auf Mietzahlungen verzichtet? 5. Hat die erneute Verzögerung Einfluss auf die Kostenentwicklung? Wenn ja, welche? Antwort der Verwaltung Zu Fragen 1 und 2: Die Herausforderungen der Ertüchtigung des ehemaligen Modehauses Sauer sind vielfältig. Sie um- fassen nicht alleine die rein bautechnisch erforderlichen Maßnahmen, sondern auch die programma- tische Neuausrichtung auf einer erheblich reduzierten Ausstellungsfläche und gleichzeitige Umset- zung barrierefreier und inklusiver Angebote. Diese unterschiedlichen Themenfelder stehen untereinander in erheblicher Wechselwirkung, was in allen ordentlichen Planungs- und Abstimmungsvorgängen zu Mehraufwänden geführt hat. Dieser Ausgangssituation wohnt das Fehlen möglicher Beschleunigungspotentiale inne, so dass auftretende Schwierigkeiten unmittelbar durchschlagen. So führen selbst kleine Umplanungsnotwendigkeiten zu einem Mehr an Rückkoppelungsbedarfen, die allerdings regelmäßig notwendig sind, um alle Anpas- sungen möglichst kostenneutral zu betreiben. Im vorliegenden Fall können die folgenden Faktoren als wesentlich für die aktuelle Situation benannt werden: Nach Vorliegen der Baugenehmigung und Beginn der Umbauarbeiten im November 2020 wurden Mängel und die Notwendigkeit zur Modernisierung von Technik inkl. Alarm- und Klimasystemen fest- 2 gestellt, die zum Zeitpunkt der Planung im Jahr 2018 nicht bekannt waren. Die ursprüngliche Planung der Gebäudewirtschaft sah eine Nutzung der vorhandenen Einrichtung vor, die einem musealen Be- trieb nicht gerecht würde. Die so erforderlich gewordenen Maßnahmen, die Pandemiesituation und Verzögerungen bei Materiallieferungen führten dazu, dass sich alleine diese Arbeiten bis ins dritte Quartal 2021 zogen. Im Detail haben sich bei den folgenden Maßnahmen Umplanungen (inkl. Kostenerhöhungen) erge- ben: Einrichtung der Dauerausstellung, Alarmtechnik, Möbel und Regale / Kompaktus-Anlage inklusi- ve Graphischer Sammlung / Bibliothek, Einrichtung von Shop und Foyer (Kasse, Veranstaltungsbe- reich), technische Ausstattung für Besprechungsräume und Pädagogik / Pforte, Verwaltung / Digitali- sierung / Mediaguides, Umzug, Restaurierungsarbeiten, Werbung und Fassadengestaltung, Herrich- tung Büros / Werkstätten, Bibliothek / Graphische Sammlung, nutzerspezifische technische Anlagen. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurden die erforderliche Kostenfortschreibung und Mittelfreigabe in den Rat eingebracht und am 03.02.2022 beschlossen. In der Folge haben sich die Anschlussgewerke verzögert, deren Leistungsverzeichnisse fachlich wie preistechnisch angepasst werden mussten. Die mittlerweile durch den allgegenwärtigen Ukrainekrieg direkt wie indirekt verstärkte Ressourcenknapp- heit ist dabei zu einem wesentlichen Faktor geworden. Im Zuge der Interimsmaßnahme finden regelmäßige Monitoringtermine statt, in welchen der Fortgang aller einzelnen Maßnahmen besprochen und bewertet wird. In der KW 34 hat ein entsprechender Termin stattgefunden, in dem die für den Betrieb des Hauses wesentlichen Maßnahmen auf der Zeit- schiene verortet wurden. Das wesentlichste und zugleich zeitkritischste, weil komplexeste Gewerk für den Betrieb des Muse- ums sind die Einbauten der Objektvitrinen, die auf den Etagen eingebracht werden, um die wertvollen Objekte gut geschützt und zugleich nahbar für die Besucher*innen präsentieren zu können. Die Aus- schreibung wurde durch das Amt für Recht, Vergabe und Versicherungen am 11.08.2022 veröffent- licht. Der Ausschreibung wurde in Absprache mit dem Planungsbüro und nach Rückkoppelung in die Wirtschaft das Ende des ersten Quartals 2023 als im Bestfall frühestmöglicher Zeitraum zur Fertig- stellung zugrunde gelegt. Bereits jetzt liegen allerdings Bieterfragen vor, die auf erhebliche Schwierigkeiten u.a. im Zulieferbe- reich hinweisen. Der Submissionstermin wurde daher mit verlängertem Zeitraum für den 21.09.2022 vorgesehen, um realistische Angebote und Terminprognosen durch die Bieterfirmen zu erhalten. Um dieser Situation angemessen zu begegnen, wurden bereits Maßnahmen besprochen, wie im An- schluss an die Submission eine Beschleunigung erzielt werden kann. Der Bauantrag für die Fassadengestaltung/Werbegestaltung wurde am 17.6.2022 von der Agentur Neo gestellt. Sobald die Genehmigung vorliegt, wird diese Leistung ausgeschrieben. Das Leistungs- verzeichnis dafür ist fertiggestellt, so dass der Vergabeprozess dann unmittelbar gestartet werden kann. Die Ertüchtigung der maroden Elektrik für den laufenden Betrieb ist fertiggestellt. Ebenso ist die lüf- tungstechnische Anlage wieder in Gang gebracht und für einen musealen Betrieb modifiziert und be- findet sich in der Testphase. Die Brandschutztüren sind nach achtmonatiger Wartezeit geliefert und verbaut. Die Alarmanlage wird momentan eingebaut. Dies geschieht aufgrund Fachkräfte- und Materialman- gels schleppend. Das Treppengeländer in den Ausstellungsräumlichkeiten musste erhöht und mit Netz bespannt wer- den, weil das Geländer nicht der Norm für ein öffentliches Gebäude entspricht. Das ausführende Un- ternehmen hat die Arbeiten nicht beendet, weil es pandemiebedingt in Konkurs gegangen ist. Erst nach einer Regressprüfung konnte eine neue Firma beauftragt werden. Eine alternative Firma zu fin- den, gestaltete sich wegen des Materialmangels schwierig. Zudem übernehmen Firmen angefangene Gewerke wegen Gewährleistungsansprüchen nur ungern. Die Ausführung steht noch aus. Die Leuchtmittel für die Ausstellung sind bereits beschafft. Der Mediaguide für die Ausstellung ist beauftragt und bereits in Produktion. Das Ausstellungskonzept wurde mit dem AK Barrierefreiheit erarbeitet. Für die Umsetzung der inklu- siven Angebote ist ein Großteil bereits beauftragt. Für einen barrierefreien Besucherverkehr ist ein funktionierender Aufzug nötig. Auch hier steht auf- grund der Materialsituation das nötige Ersatzteil seit Februar aus. 3 Insbesondere in den digital unterstützten Ausstellungs- und Vermittlungsangeboten konnten durch die gute Zusammenarbeit mit dem Amt für Informationsverarbeitung bislang alle Maßnahmen wir geplant angegangen werden. Zu Frage 3: Auf Wunsch werden die Planungen mittels eines Powerpointvortrages dem Ausschuss vorgestellt. Die Verwaltung schlägt vor, die Vorstellung für eine der kommenden Ausschusssitzungen vorzuse- hen, gerne ergänzt um die innovativen Vermittlungsansätze. Zu Frage 4: Das Gebäude wurde am 15. September 2021 übergeben. Seitdem erfolgen die Mietzahlungen, so dass umgehend mit der Einbringung der notwendigen IT-Infrastruktur begonnen werden konnte. Der Umzug der Verwaltung erfolgte am 21. Oktober 2021. Das Gebäude wird bereits intensiv genutzt. Zu Frage 5: Wie bereits vorstehend erwähnt, erfolgt ein regelmäßiges Projektmonitoring, um neben den Terminen auch die Kosten im Blick zu halten. Bei allen Anpassungen und Veränderungen wurde Wert darauf gelegt, keine zusätzlichen Kosten zu verursachen. Nach heutigem Stand sind keine Kostensteigerungen absehbar, die nicht über das vorhandene Budget abgedeckt werden oder durch Gegenmaßnahmen aufgefangen werden können. Sobald verwertbare Erkenntnisse aus der Beauftragung der Objektvitrinen vorliegen, wird die Verwal- tung unaufgefordert berichten. Gez. Charles
Anlage 1 1429_2022 Beantwortung Fragen FDP Stand 18.08.2022
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www.FDP-Koeln.de Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker An die Vorsitzende des Ausschusses Kunst und Kultur Frau Elfi Scho-Antwerpes Rathaus · 50667 Köln Fon 0221. 221-23830 Fax 0221. 221-23833 fdp-fraktion@stadt-koeln.de www.fdp-koeln.de Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 18.08.2022 AN/1429/2022 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss Kunst und Kultur 30.08.2022 Interim Stadtmuseum Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrte Frau Vorsitzende, die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln bittet Sie darum, folgende Anfrage auf die Tagesord- nung der kommenden Sitzung des Ausschusses Kunst und Kultur am 30. August zu setzen. Die Verwaltung hat am 16. August gegenüber der Presse mitgeteilt, dass die Eröffnung des Interims des Kölnischen Stadtmuseums im ehemaligen Haus Sauer um ein weiteres Jahr verschoben werden muss. Damit summiert sich die Verzögerung gegenüber den ursprüngli- chen Plänen um dreieinhalb Jahre. Zur Begründung wurde auf die Corona-Krise und den Uk- rainekrieg und die damit verbundenen Schwierigkeiten bei Lieferketten verwiesen. Vor diesem Hintergrund bitten wir um die Beantwortung der folgenden Fragen: 1. Welche konkreten Schwierigkeiten haben zu der jetzt kommunizierten Verschiebung geführt und seit wann war der Verwaltung bekannt, dass es diese Schwierigkeiten gibt? Unmittelbar nach Freigabe der Mittel wurde die Ausschreibung über den Shared Services an das Vergabeamt weitergeleitet, da alle Unterlagen entsprechend zusammengestellt waren. Es gab Korrekturwünsche die immer zeitnah beigebracht wurden. Da zwischenzeitlich eine systemische Umstellung des Vergabeprogramms eVa auf cVergabe erfolgte, mit dem uner- freulicher Weise nicht alle beteiligten Ämter synchron arbeiten konnte, verzögerte ich die Ausschreibung. Die Ausschreibung für den Vitrinenbau konnte endlich am 16.08.2022 veröffentlicht werden. Zwischenzeitlich wurden selbstverständlich davon unabhängige Beschaffungen bereits auf den Weg gebracht. Dazu gehören u.a. Leuchtstrahler, Ausstellungstexte, Maßnahmen rund um die Barrierefreiheit. Bis Juli 2022 bestand die Hoffnung, dass der Termin für die Eröffnung zu halten ist. Jedoch FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln - 2 - www.FDP-Koeln.de wurde dann deutlich, dass sowohl die Ausschreibungsfrist, wie Ausführungszeit mit anschlie- ßender Einrichtung der Vitrinen mit weiterem hohen Engagement der Mitarbeitenden im KSM realisierbar sein könnte. Doch ist neben den oben genannten Gründen die Materialbeschaf- fung ein grundsätzliches Problem für Handwerkerbetriebe. 2. Wann sind die für die Einrichtung der Ausstellung notwendigen Gewerke ausge- schrieben worden und wann ist die jeweilige Beauftragung erfolgt? Die Ausschreibung wurde am 11.08.2022 mit einer Frist von 8 Wochen veröffentlicht. Die Auswertung der Rückmeldungen der Bieter und die daraus resultierende Beauftragung soll unmittelbar nach Fristende. 3. Für die Szenographie der Ausstellung wurde ein Gestaltungswettbewerb ausge- schrieben, den die Agentur Neo. Studio Neumann Schneider gewonnen hat. Wann werden die Planungen dem Ausschuss vorgestellt und wer ist federführend für die Umsetzung verantwortlich? In der Vergangenheit wurden bereits alle Fraktionen sowie die Kulturpolitischen Sprecherin- nen und Sprecher eingeladen und die Planungen den Beteiligten vorgestellt. Die Planungen können selbstverständlich z.B. in der Sitzung des KuK am 25.10.2022 vorge- stellt werden. Gerne laden die Kuratoren Herr Lewejohann und Herr Pries sowie die stellver- tretende Direktion Frau Rückert auch zu einem Termin vor Ort im zukünftigen Ausstellungs- bereich in die Minoritenstraße ein. 4. Gilt auch für den nun erneut verlängerten Zeitraum bis zur Eröffnung, dass der Ver- mieter auf Mietzahlungen verzichtet? Die Mietzahlungen erfolgen seit Bezug des Gebäudes durch das KSM, da der Eigentümer die verspätete Eröffnung nicht zu verantworten hat. Die Räumlichkeiten wurden zwischen- zeitlich für einzelne Veranstaltungen und Sonderausstellungen genutzt, um das Kölnische Stadtmuseum im Blick der Stadtgesellschaft zu erhalten. 5. Hat die erneute Verzögerung Einfluss auf die Kostenentwicklung? Wenn ja, welche? Nach dem derzeitigen Stand hat die Verzögerung keinen Einfluss auf die Kostenentwicklung. Es sind zwar noch nicht alle Ausschreibungen erfolgt. Jedoch besteht ein Puffer, da es Ein- sparungen in anderen Bereichen der Ertüchtigung im Haus gibt. Daher besteht die Hoffnung, dass eventuelle Materialverteuerungen mit dem vorhandenen Budget abgepuffert werden können. Mit freundlichen Grüßen Gez. Ulrich Breite Lorenz Deutsch Fraktionsgeschäftsführer Kulturpolitischer Sprecher
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2747/2022
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 26.08.2022
- Erstellt
- 23.08.2022 14:20