0422/2019
Notdienstpraxen: Änderungen durch die Kassenärztlichen Vereinigung
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Theisohn-Seniorenvertretung-Antwortschreiben
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IK der KVNO 204206563 Geschäftszeiten Montag bis Donnerstag 8:00 bis 17:00 Uhr Freitag 8:00 bis 13:00 Uhr Bankverbindung Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG, Düsseldorf IBAN DE32 3006 0601 0001 4179 16 BIC DAAEDEDDXXX Körperschaft des öffentlichen Rechts Kreisstelle Köln Sedanstraße 10-16 • 50668 Köln Telefon (0221) 7763-6721 www.kvno.de Kontakt Alexandra Thelen Telefon 0221 / 7763 - 6723 Telefax 0221 / 7763 - 6700 E-Mail kreis.koeln@kvno.de Datum 30.01.2019 KV Nordrhein • Kreisstelle Köln • Postfach 10 20 53 • 50460 Köln Seniorenvertretung der Stadt Köln Herrn Dr. Theisohn Grevenstr. 91 51107 Köln Ihr Zeichen Ihre Nachricht vom Unser Zeichen 11.01.2019 KSK/I/04 Änderungen durch die Kassenärztliche Vereinigung Bericht im KStA vom 09.01.2019 Sehr geehrter Herr Dr. Theisohn, Ihr Schreiben vom 11. Januar 2019 habe ich erhalten. Es stützt sich auf einen lückenhaft recherchierten Artikel im Kölner Stadtanzeiger vom 9. Januar 2019. Zu den von Ihnen angesprochenen 3 Punkten nehme ich wie folgt Stellung: Im Kölner Westen ist die neue Notdienstpraxis (Schwerpunktpraxis) an der Universitätsklinik Köln natürlich wie geplant am 15. Januar 2019 eröffnet worden und der Betrieb läuft erfolgreich! Die Notfallpraxis in Chorweiler wird nicht einfach geschlossen, sondern verlegt. Die Versorgung mit Hausbesuchen wird zukünftig durch den Fahrdienst mit mehr Fahrzeugen verbessert. Zurzeit arbeitet diese Notdienstpraxis noch und wir haben dem Notdienstverein die Weiterführung bis Ende dieses Jahres angeboten, wenn dieser dies wünscht. Die Unterversorgung mit Haus- und Fachärzten ist uns bekannt und zurückzuführen auf die desaströsen Rahmenbedingungen der Honorierung ambulanter Medizin durch die gesetzliche Krankenversicherung. Dies können nur Politiker ändern, die zurzeit allerdings eher daran arbeiten, Ärzte von der freiberuflichen Tätigkeit weiter abzuschrecken. Als Kölner Stadtkreisstelle der Kassenärztlichen Vereinigung versuchen wir nach allen Kräften, niederlassungs-willige Ärzte nach Chorweiler zu bekommen. Leider gibt es kaum welche! Auch die Tatsache, dass die Stadt Köln entgegen wiederholten Zusagen gegenüber dem Stadtbezirk hier kein Krankenhaus einrichtet, können wir mit einer Notfallpraxis nicht ausgleichen. Gleiches gilt für die beklagte schlechte Infrastruktur. Seite 2 von 2 Auch die Notfallpraxis in Köln Mülheim wird nach Kalk umziehen. Natürlich werden die Kapazitäten in der Notfallpraxis in Kalk an die Anforderungen angepasst. Das Krankenhaus baut im Übrigen demnächst ein neues Notfallzentrum und es gibt dort einen eigenen Chefarztbereich Notfallambulanz. Die Versorgung der einzelnen Stadtteile wird etwas deutlicher, wenn man die Entfernungen der Stadtteile von den entsprechenden Krankenhäusern betrachtet (siehe Anlage). Grundsätzlich sind wir durch das Sozialgesetzbuch zum wirtschaftlichen Umgang mit den Ressourcen verpflichtet. Nach den Kriterien aus der Versorgungs-forschung wird eine Notfallpraxis für ca. 300.000 Einwohner benötigt. Dies wären für Köln vier Notfallpraxen. Mit den nun geplanten sechs Standorten liegen wir hier noch deutlich drüber. Stuttgart und Düsseldorf haben jeweils eine Notdienstpraxis, Berlin mit 5 Millionen Einwohnern zwei Notdienstpraxen, Hamburg ebenfalls und München vier Notfallpraxen. Die Kosten für die Standorte in Köln werden aus privatem Geld der Vertragsärzte finanziert. Auch nach dieser Reform ist Köln die Stadt in Deutschland mit den meisten Notfallpraxen. Zu den Fragen: 1. Der Betrieb der Notfallpraxis in Chorweiler ist bis zum Jahresende sichergestellt, wenn der Verein mitmacht. Darüber hinaus wird zurzeit über ortsnahe Versorgung nachgedacht. 2. Das Krankenhaus Holweide stand und steht nicht zur Diskussion als Standort. Dies ergibt sich aus der dezentralen Lage und den Entfernungen zu den Wohngebieten. Hier befand sich noch nie eine Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung. 3. Für den Notdienst ist die Feuerwehr unter der Tel.-Nr. 112 zuständig. Die Kassenärztliche Vereinigung ist zuständig für die hausärztliche Versorgung ambulanter Patienten durch Vertragsärzte außerhalb der Sprechstundenzeiten. Dies ist sichergestellt durch einen in Zukunft für das ganze Stadtgebiet (statt wie bisher auf einzelne Stadtteile beschränkt) organisierten und zuständigen Fahrdienst. Seit dem 7. Januar 2019 ist im Rahmen unserer Notdienstreform die Arztruf- zentrale (Tel. 116117) an 24 Stunden / 7 Tage in der Woche erreichbar. Hier finden Sie auch tagsüber Rat und Hilfe. Die Organisation der Versorgung älterer Menschen in der Heimpflege ist durch die entsprechenden Heime zu organisieren. Den Heimen raten wir zum Abschluss von Versorgungsverträgen mit niedergelassenen Vertragsärzten. In Berlin zum Beispiel gibt es ein Versorgungsmodell, welches seit Jahren erfolgreich umgesetzt ist (siehe Anlage). Hier würde ich ein wichtiges Betätigungsfeld für die Stadt Köln in der Organisation eines solchen Modells für Köln sehen. Es wäre gut, wenn die Politik die Beteiligten (Heime, Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigung) an einen Tisch bringen könnte. Mit freundlichen Grüßen Dr. Jürgen Zastrow Vorsitzender Anlage
Die Lage rechtsrheinisch
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Die Lage rechtsrheinisch Einwohnerzahlen Entfernung Krankenhaus Mülheim Mülheim 42.800 1 (2km NFP), 3 (3km), 5 (3km) Buchforst 7.500 1 (1km NFP), 3 (3km), 5 (4km) Buchheim 12.900 1 (2km NFP), 3 (3km), 5 (3km) Holweide 21.100 1 (5km NFP), 3 (3km), 5 (1km) Dellbrück 21.800 1 (3km NFP), 3 (4km), 5 (2km) Höhenhaus 15.600 1 (6km NFP), 3 (10km), 5 (3km) , 6 (6km) Dünnwald 11.700 1 (7km NFP), 3 (11km), 5 (4km) , 6 (5km) Stammheim 8.000 1 (5km NFP), 3 (12km), 5 (5km) , 6 (4km) Flittard 8.000 1 (6km NFP), 3 (15km), 5 (6km) , 6 (5km) Gesamt 149.500 Kalk Deutz 15.700 1 (2km NFP), 2 (1km), 3 (12km) Humboldt 15.500 1 (2km NFP), 2 (2km), 3 (8km), 5 (4km) Kalk 24.000 1 (0km NFP), 2 (2km), 3 (7km), 5 (4km) Vingst 13.000 1 (1km NFP), 2 (3km), 3 (6km), 5 (2km) Höhenberg 12.500 1 (2km NFP), 2 (4km), 3 (3km) Ostheim 13.600 1 (2km NFP), 2 (4km), 3 (4km) Merheim 11.200 1 (4km NFP), 3 (1km), 5 (2km) Brück 10.400 1 (5km NFP), 3 (1km), 5 (3km) Rath 11.800 1 (5km NFP), 3 (3km), 4 (4km) Neubrück 9.000 1 (5km NFP), 3 (1km), 5 (3km) Gesamt 137.000 Krankenhäuser 1. Evangelisches Krankenhaus Kalk 9000 Fälle in 2017 (+18500 NFP) 51103 Köln Buchforststraße 2 https://www.evkk.de/ 2. Eduardus Krankenhaus 7200 Fälle in 2017 50679 Köln Custodisstrasse http://www.eduardus.de/ 3. Städtisches Krankenhaus Merheim 15300 Fälle in 2017 51109 Köln Ostmerheimerstr. 200 http://www.kliniken-koeln.de/krankenhaeuser/Kranke 4. Krankenhaus Porz am Rhein 14800 Fälle in 2017 (+14000 NFP) 51149 Köln Urbacherweg 19 http://www.khporz.de/ 5. städtisches Krankenhaus Holweide 19500 Fälle in 2017 51067 Köln Neufelderstraße 34 http://www.kliniken-koeln.de/krankenhaeuser/Kranke 6. St. Remigius Krankenhaus 51373 Leverkusen Adolfstraße 15 http://www.remigius.de/ Die Versorgung der rechtsrheinischen Stadtbezirke ist wie bisher auch sowohl durch den Sitzdienst in den umliegenden Krankenhäusern als auch durch einen Fahrdienst für Hausbesuche in Zukunft sichergestellt. Inanspruchnahme Notfallpraxen In Mülheim hatten 2017 insgesamt 161 Ärzte 13.000 Notfälle versorgt, davon 1200 Hausbesuche, also 11.800 Fälle im Sitzdienst. Die sind im Durchschnitt 32 Fälle am Tag. In Kalk und Deutz hatten 2017 insgesamt 180 Ärzte 18.500 Notfälle versorgt, davon 2000 Hausbesuche, also 16.500 Fälle im Sitzdienst. Die sind im Durchschnitt 45 Fälle am Tag. In Porz hatten 2017 insgesamt 125 Ärzte 14.000 Notfälle versorgt, davon 1600 Hausbesuche, also 12.400 Fälle im Sitzdienst. Die sind im Durchschnitt 34 Fälle am Tag. Für einen wirtschaftlichen Betrieb benötigt eine Notfallpraxis 15.000 - 20.000 Fälle im Jahr. Die Praxis in Mülheim wird von einem privaten Verein in einer angemieteten Wohnung betrieben. Sie kann aufgrund der Vorgaben (Anbindung an ein Krankenhaus, Betrieb durch die KV Nordrhein) nicht weiter betrieben werden. Die Fallzahl war mit ca. 12.000 Fällen niedrig. Der Lenkungsausschuss der kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein hat in der Vertreterversammlung im April 2018 als Kriterien für Standorte von Notfallpraxen genannt: Erreichbarkeit in 30 Minuten Fahrzeit (Pkw) Anbindung an ein Krankenhaus Anbindung an einer Klinik mit der höchsten oder zweithöchsten Fallzahl im Notdienst Leitung der Notfallpraxis durch die KV Nordrhein (direkt oder indirekt durch GMG) Die Bezirksvertretung Mülheim problematisiert die geplante Versorgung durch die Notfallpraxis in Kalk zu Unrecht. Zunächst einmal ist die Notfallpraxis in der Genovevastraße weiter in Betrieb und wird erst im Laufe des Jahres an das Krankenhaus Kalk verlegt. 85.000 Einwohner der Stadtteile Mühlheim, Buch Forst, Buchheim und Delbrück erreichen den Standort unserer Notfallpraxis in Kalk in Distanzen von bis zu 3 km Luftlinie. Die restlichen nordöstlichen Stadtteile haben Distanzen von maximal 5-6 km Luftlinie. Die städtischen Kliniken wünschen einen Standort für eine KV Notfallpraxis im städtischen Krankenhaus Merheim. Dieses liegt außerhalb verdichteter städtischer Wohngebiete und bezieht seine Patienten aus weiter entfernten Bezirken. Zwei Notfallpraxen in Kalk und Merheim sind wirtschaftlich und aufgrund der bisherigen Inanspruchnahme nicht zu vertreten. Daher ist eine Entscheidung für einen der beiden Standorte zu treffen. Addiert man die Anfahrtswege für die Stadtteile Mülheim und Kalk in die Krankenhäuser, so addieren sich die Anfahrtstrecken für Kalk auf 62 km und für Merheim auf 100 km. Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Merheim schlechter erreichbar als Kalk (1 km von der Straßenbahnhaltestelle zur Notfallpraxis und die Buslinie 158 fährt nur alle 30 Minuten durch das Krankenhausgelände und endet um 22:33 Uhr). Auch die Inanspruchnahme ist in Kalk mit 27.500 Patienten höher als in Merheim mit 15.300. Der Hinweis auf die Einstufung von Krankenhäusern als integrierte Notfallzentren durch den GBA entwickelt aus folgenden Gründen keine zwingende Standortentscheidung für Merheim: die Kategorisierung der Krankenhäuser ist noch nicht endgültig abgeschlossen es wird zahlreiche Notfallstandorte geben, sodass zurzeit nicht an jedem eingestuften Krankenhaus auch eine KV Notfallpraxis eingerichtet werden kann. die Finanzierung zusätzlicher KV Notfallpraxen ist zur Zeit noch ungeklärt möglicherweise wird in Zukunft an den entsprechend eingestuften Krankenhäuser auch eine ambulante KV Notfallpraxis eingerichtet werden. Dies ist politisch zu entscheiden. Es ist nicht geplant, die Praxis in Mülheim ersatzlos zu schließen, sondern die Versorgung, wie politisch und gesetzlich gewollt, durch Verlegung im 2 Halbjahr 2019 an einem Krankenhaus fortzuführen. Die Versorgungsforschung gibt als Richtzahl 300.000 Einwohner pro Notdienstpraxis an. Bei der Weiterentwicklung des Notdienstes versorgen dann ca. 466 Ärzte des Einzugsbereichs 286.500 Einwohner in 2 Notfallpraxen. Damit ist der Versorgungsgrad rechtsrheinisch mehr als doppelt so hoch wie gefordert. Das angrenzende Bergisch Gladbach ist durch 3 Kliniken (GFO Kliniken Rheinberg, das Evangelische Krankenhaus und das Marienkrankenhaus) und Bensberg durch das Vinzenz Palotti Krankenhaus gut versorgt. Verbesserungen werden durch folgende Maßnahmen erreicht: Die Arztrufzentrale der KV mit der Nummer 116117 wird ihre Reaktionszeiten erniedrigen und durch umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit ihren Bekanntheitsgrad erhöhen. Sie wird in Zukunft deutlich mehr Patienten in die KV Notfallpraxen leiten als bisher. Dies soll die Klinikambulanzen insgesamt entlasten. Die Hausbesuche des Fahrdienstes können in Zukunft verbessert angeboten werden. Da Köln nun insgesamt beplant wird, könnten bei Spitzen von Inanspruchnahmen auch Fahrzeuge aus anderen Gebieten die Bezirke versorgen. Durch die erweiterte Erreichbarkeit unserer Arztrufzentrale (24 Stunden an 7 Wochentagen) unter der Nummer 116117 wird die Versorgung für den Stadtteil auch tagsüber verbessert. Tagsüber stehen neuerdings seit dem 7. Januar 2019 ca. 40 Kooperationspraxen für die Aufnahme von Notfallpatienten zur Verfügung! Durch Verlegung der Notfallpraxis an ein Krankenhaus wird eine höhere Qualität erreicht, da im Krankenhaus höhere Ressourcen zur Verfügung stehen. Durch die Übernahme der Verwaltung der Arztpraxis durch die kassenärztliche Vereinigung wird ein standardisiertes Qualitätsmanagement eingeführt, welches die Behandlungsqualität erhöht. Wir sind mit dem Vorstand der Notfallpraxis Mülheim seit 2017 im Gespräch über die anstehenden Veränderungen. Wir suchen händeringend ausgebildetes Personal für den Ausbau unserer sechs Notfallpraxen an Krankenhäusern und haben allen Mitarbeiter dieser Notfallpraxis bereits Mitte 2018 entsprechende Angebote zur Weiterbeschäftigung gemacht.
Berliner Projekt
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Berliner Projekt - Versorgung von Pflegeeinrichtungen kurze Stoffsammlung aus Internetquellen Nur wenige Heime sind im “Berliner Projekt”, weil es zu viele Begrenzungen gibt. AOK und weitere Kassen haben deshalb eigene Arztverträge mit Pflegeeinrichtungen. Dass Heimbewohner davon profitieren, wenn ein Hausarzt sich nur um sie kümmert, ist unumstritten. Trotzdem hat noch immer nur ein Bruchteil der 290 Berliner Pflegeheime einen Heimarzt. Es gibt zu viele Interessen der verschiedenen Partner – Heime, Kassen und Kassenärztliche Vereinigung (KV) -, dass eine Ausweitung schwierig ist. Im Gegenteil: Seit der Gründung des Berliner Projektes 1998 sind fünf Heime aus dem Projekt ausgeschieden, oft aus Kostengründen, weil sich ein teurer Heimarzt erst ab einer bestimmten Anzahl von Pflegeplätzen lohnt. Deshalb haben die AOK und andere Kassen selbst ein ähnliches Heimarztmodell auf den Weg gebracht: “care plus”. Vorbild sind die Bestimmungen des Berliner Projektes, aber in einigen Punkten etwas abgespeckt und auf einer anderen Vertragsgrundlage. So bleibt die besondere Form der hausärztlichen für die Bewohner der Pflegeheime – so sie denn in einer der “care plus” ausschreibenden Kassen versichert sind – erhalten. Das Heim kann also einen Arzt anstellen oder – was angesichts der Vertragsbedingungen von “care plus” wahrscheinlicher ist – einen Freiberufler vertraglich für die haus ärztliche Versorgung binden. Der Arzt muss wie beim Berliner Projekt eine Rufbereitschaft organisieren, wöchentliche Bewohnervisiten durchführen, muss an vierteljährlichen interdisziplinären Fallbesprechungen teilnehmen und sich natürlich regelmäßig fortbilden. Zwar gibt es auch bei dem Programm “care plus” Qualitätsvorgaben. Aber eine Messung verschiedenster Qualitätsindikatoren, wie sie in Form von RAI-Daten etwa für die Anzahl von Druckgeschwüren oder Stürzen beim Berliner Projekt erhoben wird (siehe Seite 29), gibt es nicht. Um eine Fließbandmedizin zu vermeiden, wurde auch ein Richtwert für das Verhältnis Arzt – Bewohner definiert: Ein Heimarzt sollte für maximal 30 bis 40 Patienten verantwortlich sein. Ein Richtwert, wie gesagt. Möglich also, dass mancher Arzt auch mehr Bewohner betreuen muss. Für den Mehraufwand erhält der Arzt 500 Euro pro Jahr, bei dem Richtwert von 40 Bewohnern macht das also jährlich ein Zusatzhonorar von 20 000 Euro. Vertragspartner sind aber zunächst nur die Kasse und das Pflegeheim, das durch die Vereinbarung verpflichtet wird, anschließend einen Vertrag mit einem Hausarzt zu schließen. Die KV ist bei dieser Konstruktion also außen vor. Derzeit sind 36 Berliner und 14 Brandenburger Pflegeheime “care plus”-Partner. Dabei soll es aber nicht bleiben. Es laufen Gespräche mit weiteren Einrichtungen. Pflegeheime, die über einen festen Arzt verfügen, müssen ihre Bewohner seltener in ein Krankenhaus überweisen als andere Einrichtungen, da rund um die Uhr eine intensive medizinische Betreuung gegeben ist. Das zeigen die Erfahrungen mit dem sogenannten Berliner Projekt, an dem seit dem Jahr 1998 insgesamt 33 der rund 290 stationären Pflegeeinrichtungen der Stadt beteiligt sind. In diesem bundesweiten Vorreiterprojekt sind Mediziner direkt im Heim angestellt oder aber als niedergelassene Ärzte vertraglich mit ihm verbunden. Während die Pflegekassen in einem typischen Berliner Heim pro Jahr im Schnitt knapp 80 Kliniküberweisungen pro 100 Bewohner registrierten, liegt diese Quote in dem Projekt durchschnittlich 40 Prozent niedriger. Das Projekt wird jedoch nicht von allen Krankenkassen getragen, sondern derzeit nur von AOK Nordost, der IKK Brandenburg und Berlin und der Bahn BKK. Seit 2007 ist auch die Siemens BKK mit dabei. Gut 4200 der insgesamt rund 29 000 Bewohner von Berliner Pflegeheimen werden in den Projekteinrichtungen betreut. Für den höheren Aufwand erhalten die beteiligten Vertragsärzte maximal 200 Euro pro Quartal und Patient zusätzlich. Dafür müssen diese Mediziner zum Beispiel mindestens einmal pro Woche in dem Heim für eine Visite anwesend sein, regelmäßige Fallbesprechungen durchführen und 24 Stunden am Tag eine Rufbereitschaft für die Heimpatienten sicherstellen. Neu sind in dem Berliner Projekt aber nicht nur die Heimärzte, sondern auch die regelmäßige Erhebung von Qualitätsdaten nach internationalem Standard: die sogenannten Resident Assessment Instruments. Diese werden von der Berliner Consulting- Firma Arbuma ausgewertet und unter anderem auch zu anonymisierten Ranglisten zusammengeführt. Ein namentlicher Qualitätsvergleich ist also nicht möglich. Trotzdem geben die Ergebnisse eine Orientierung dafür, was in den Heimen vor sich geht, vor allem im Langzeitvergleich. Deshalb an dieser Stelle einige Ergebnisse für 2011 im Vergleich zu 2006. Rund um die Uhr steht den Bewohnern ein Arzt zur Verfügung Kornelia Suttinger ist nur an zwei Wochentagen im Havelgarten präsent. Wegen der Unterstützung durch einen weiteren Heimarzt, der einmal die Woche anwesend ist, sowie der 24-Stunden- Rufbereitschaft, steht den Bewohnern dennoch rund um die Uhr ein Arzt zur Verfügung. Rund 60 Anrufe bekommt Kornelia Suttinger pro Woche von den Pflegefachkräften. Morgens, mittags, nachts. Unter der Woche, am Wochenende, am Feiertag. Auch in der Weihnachtsmesse hat Kornelia Suttinger schon einmal medizinische Ratschläge gegeben. "Ich habe keinen freien Tag", sagt die Mutter von fünf Kindern, die seit Jahren im beschaulichen Kleinmachnow lebt. Zufrieden ist sie dennoch mit ihrer Arbeit als Heimärztin, erzählt sie. "Ich arbeite unglaublich gerne hier." Auch für die Heimmitarbeiter ist ein fester Arzt von Vorteil, sagt Rene Potratz. Sie wissen, an wen sie sich wenden müssen. Externe Ärzte sind dagegen nicht immer zu erreichen, kennen zudem weder Krankengeschichte noch Biografie des Patienten. Und auch die Krankenkassen profitieren. Allein zwischen 2005 und 2009 sparten die beteiligten Kassen rund 8,8 Millionen Euro ein. Dennoch: Gerade einmal 33 der insgesamt 290 vollstationären Pflegeeinrichtungen Berlins gehören dem bundesweiten Vorzeigemodell an. Kornelia Suttinger glaubt, dass dies mit der schlechten Honorierung und der hohen Arbeitsbelastung für die beteiligten Ärzte zusammenhängt. Kritisch sieht sie auch die Begrenzung der therapeutischen Möglichkeiten durch die Budgetierung der Medikamente sowie der Hilfs- und Heilmittel. Als Budget stehen schließlich pro Patient und Quartal lediglich 78 Euro zur Verfügung. Liegt sie darüber, muss sie aufwendig beweisen, dass die eine teurere Behandlung unbedingt notwendig war. "Ich verschreibe viele Generika. Ich hatte aber auch schon Regressansprüche von Seiten der Krankenversicherung in Höhe von 78 000 Euro", berichtet Kornelia Suttinger. Entnervt von den sich ewig hinziehenden Verhandlungen beim Berliner Projekt, schließt die AOK nach dem Vorbild des Berliner Projektes nun auch eigene Verträge ab Dass Heimbewohner davon profitieren, wenn ein Hausarzt sich nur um sie kümmert, ist unumstritten. Deshalb wurde die Möglichkeit, dass Pflegeheime niedergelassenen Mediziner vertraglich an sich binden können oder einen Arzt gleich ganz anstellen, auch in das Pflegereformgesetz von 2008 geschrieben. Trotzdem hat noch immer nur ein Bruchteil der 290 Berliner Pflegeheime einen Heimarzt. Denn es wird seit langer Zeit um das Honorar für die Ärzte in diesem auch “Berliner Projekt “) genannten Modell gestritten, dass die Pflegekassen an die Kassenärztliche Vereinigung (KV) zahlen soll. Berliner Projekt kann fortgesetzt werden Das erfolgreiche Berliner Projekt, in dem Heimärzte zur Versorgung von kranken und pflegebedürftigen Menschen direkt in den Heimen zur Verfügung stehen, wird fortgesetzt. Die Vertragspartner haben sich nach langen Verhandlungen auf einen neuen, unbefristeten Vertrag geeinigt, der Anfang Juli 2011 startete, teilte die AOK Nordost jetzt mit. Am Berliner Projekt beteiligten sich zurzeit die AOK Nordost, die IKK Brandenburg und Berlin, die Siemens Betriebskrankenkasse, die Bahn BKK, die Kassenärztliche Vereinigung Berlin und mehr als 40 Vertragsärztinnen und Vertragsärzte sowie die Berliner Krankenhausgesellschaft und der Verband privater Kliniken und Pflegeeinrichtungen Berlin- Brandenburg e.V., welche die teilnehmenden 32 Pflegeeinrichtungen vertreten, heißt es in der Pressemitteilung. AOK und andere Krankenkassen bringen “care plus” auf den Weg Entnervt von den sich ewig hinziehenden Verhandlungen hatten die AOK und andere Kassen selbst ein dem Berliner Projekt ähnliches Heimarztmodell auf den Weg gebracht: “care plus”. Vorbild sind die Bestimmungen des Berliner Projektes, aber in einigen Punkten etwas abgespeckt und auf einer anderen Vertragsgrundlage. So bleibt die besondere Form der hausärztlichen Versorgung für die Bewohner der Pflegeheime – so sie denn in einer der ausschreibenden Kassen versichert sind – erhalten. Das Heim kann also einen Arzt anstellen oder – was angesichts der Vertragsbedingungen von “care plus” wahrscheinlicher ist – einen Freiberufler vertraglich für die hausärztliche Versorgung binden. “Der Arzt muss wie beim Berliner Projekt eine 24-Stunden-Bereitschaft organisieren, wöchentliche Bewohnervisiten durchführen, muss an vierteljährlichen interdisziplinären Fallbesprechungen teilnehmen und sich natürlich regelmäßig fortbilden”, heißt es bei der AOK Nordost (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern). Zwar gebe es auch bei dem Programm “care plus” Qualitätsvorgaben. Aber eine Messung verschiedenster Qualitätsindikatoren wie sie in Form von RAI-Daten, etwa für die Anzahl von Druckgeschwüren oder Stürzen beim Berliner Projekt erhoben wird, gibt es nicht. Um eine Fließbandmedizin zu vermeiden, wurde auch ein Richtwert für das Verhältnis Arzt – Bewohner definiert: ein Heimarzt sollte für maximal 30 bis 40 Patienten verantwortlich sein. Ein Richtwert, wie gesagt. Möglich also, dass mancher Arzt auch mehr Bewohner betreuen muss. Für den Mehraufwand erhält er der Arzt 500 Euro pro Jahr, bei dem Richtwert von 40 Bewohnern macht das jährlich ein Zusatzhonorar von 20 000 Euro. Vertragspartner sind aber zunächst nur die Kasse und das Pflegeheim, das durch den Vertrag verpflichtet wird, anschließend einen Vertrag mit einem Hausarzt zu schließen. Die KV ist bei dieser Konstruktion außen vor. Derzeit seien 35 Berliner Pflegeeinrichtungen “care plus”-Partner, sagt Bauer. Dabei werde es aber nicht bleiben, so der Kassenmanager. Man sei bereits im Gespräch mit weiteren Einrichtungen.
Die Lage in Chorweiler
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Die Lage in Chorweiler Einwohnerzahlen Entfernung Krankenhaus Merkenich 5750 7 (3km), 2 (4km), 4 (6km NFP), 5 (8km NFP), 6 (2km) Fühlingen 2000 7 (3km), 2 (5km), 4 (8km NFP), 5 (9km NFP), 6 (4km) Seeberg 11500 7 (1km), 2 (3km), 4 (6km NFP), 5 (7km NFP), 6 (5km) Heimersdorf 6200 7 (2km), 2 (3km), 4 (6km NFP), 5 (7km NFP), 6 (6km) Lindweiler 3500 7 (2km), 2 (2km), 4 (5km NFP), 5 (7km NFP), 6 (6km) Pesch 7800 7 (3km), 2 (4km), 4 (6km NFP), 5 (6km NFP), 6 (8km) Esch 7000 7 (3km), 2 (5km), 4 (8km NFP), 5 (7km NFP), 6 (9km) Volkhoven 6100 7 (2km), 2 (5km), 4 (8km NFP), 5 (9km NFP), 6 (7km) Chorweiler 13200 7 (1km), 2 (4km), 4 (7km NFP), 5 (8km NFP), 6 (5km) Blumenberg 5500 7 (3km), 2 (5km), 4 (8km NFP), 5 (9km NFP), 6 (8km) Roggendorf 4400 7 (4km), 2 (7km), 4 (10km NFP), 5 (11km NFP), 1 (4km) Worringen 10300 7 (5km), 2 (9km), 4 (12km NFP), 5 (13km NFP), 1 (4km) Gesamt 83000 1236 Einwohner/qkm 67,2qkm Fläche Krankenhäuser 1. Kreiskrankenhaus Dormagen 41540 Dormagen Dr. Geldmacherstraße 20 http://www.kkh-ne.de/ 2. Heilig Geist Krankenhaus 50737 Köln Grasegger Straße 105 http://www.hgk-koeln.de/ 3. Sankt Agatha Krankenhaus 50735 Köln Feldgartenstraße 97 http://www.st-agatha-krankenhaus.de/ 4. Sankt Vinzenz Hospital 50733 Köln Mehrheiten Straße 221 http://www.vinzenz-hospital.de/ 5. Sankt Franziskus Hospital 50825 Köln Schönsteinstraße 63 http://www.stfranziskus.de/ 6. St. Remigius Krankenhaus 51373 Leverkusen Adolfstraße 15 http://www.remigius.de/ 7. Notfallpraxis des Kölner Norden 50765 Köln-Chorweiler Florenzer Straße 84 Die Versorgung des Stadtbezirks Chorweiler ist wie bisher auch sowohl durch den Sitzdienst in den umliegenden Krankenhäusern als auch durch einen Fahrdienst für Hausbesuche in Zukunft sichergestellt. In Chorweiler hatten 2017 insgesamt 68 Ärzte 10.500 Notfälle versorgt, davon 2000 Hausbesuche, also 8500 Fälle im Sitzdienst. Die sind im Durchschnitt 23 Fälle am Tag. Für einen wirtschaftlichen Betrieb benötigt eine Notfallpraxis 15.000 - 20.000 Fälle im Jahr. Dass die alte Notfallpraxis trotzt der niedrigen Fallzahl kostendeckend arbeiten konnte, lag an Einsparungen in der Infrastruktur einerseits und den vergleichsweise hohen Einnahmen pro Arzt (besonders durch die hohe Anzahl der 2000 Hausbesuche). Dafür hatten die Nachbargebiete wie Nippes mit mehrfach höheren Kosten zu kämpfen, weil hier 260 Ärzte 9500 Notfälle (davon lediglich 360 Hausbesuche) jährlich versorgt haben. Der Stadtbezirk Chorweiler dehnt sich über 67,16 km² aus. Er ist damit nach Porz (78,92 km²) der zweitgrößte Stadtbezirk in Köln (durchschnittliche Bezirksgröße 44,88 km²). Die Einwohnerzahl pro Quadratmeter ist mit 1236 die niedrigste aller Stadtbezirke in Köln (2679 Einwohner pro Quadratkilometer). Der Stadtbezirk ist sehr weitläufig, sodass von den 83.036 Einwohnern des Stadtbezirks lediglich ein Teil der 13.229 Einwohner von Chorweiler die Praxis zu Fuß erreichen können. Die Einwohner aus den anderen 11 Stadtteilen sind auf die Benutzung eines Fahrzeuges angewiesen. Dieses Verkehrsmittel könnte sie auch zu einem Krankenhausstandort bringen. Aus folgenden Gründen ist die Organisation des Notdienstes in Chorweiler zu verändern: Einzugsgebiet zu klein: 83.000 Einwohner statt geforderten 300.000 Einwohner Inanspruchnahme zu gering: 10.500 Fälle jährlich statt erforderlichen 20.000 Fällen fehlende Krankenhausanbindung: Verstoß gegen ministeriale Vorgaben falsche Organisationsstruktur: Organisation durch KV Nordrhein ministerial gefordert Es ist nicht geplant, die Praxis in Chorweiler ersatzlos zu schließen, sondern die Versorgung, wie politisch und gesetzlich gewollt, Ende 2019 durch Verlegung an einem Krankenhaus fortzuführen. Der Lenkungsausschuss der kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein hat in der Vertreterversammlung im April 2018 als Kriterien für Standorte von Notfallpraxen genannt: Erreichbarkeit in 30 Minuten Fahrzeit (Pkw) Anbindung an ein Krankenhaus Anbindung an einer Klinik mit der höchsten oder zweithöchsten Fallzahl im Notdienst Leitung der Notfallpraxis durch die KV Nordrhein (direkt oder indirekt durch GMG) Wir sind mit dem Vorstand der Notfallpraxis Chorweiler seit über zwei Jahren im Gespräch über die anstehenden Veränderungen. Wir suchen händeringend ausgebildetes Personal für den Ausbau unserer sechs Notfallpraxen an Krankenhäusern und machen allen Mitarbeiter dieser Notfallpraxis entsprechende Angebote zur Weiterbeschäftigung. Die ursprüngliche Planung sah für den gesamten Bereich des Kölner Nordens mit 350.000 Einwohnern eine Notfallpraxis am Franziskus Krankenhaus vor. Zur besseren Abdeckung gerade der nördlichen Stadtteile wurde zusätzlich eine Notfallpraxis am Vinzenzkrankenhaus Nippes eingeplant. Die Versorgungsforschung gibt als Richtzahl 300.000 Einwohner pro Notdienstpraxis an. Bei der Weiterentwicklung des Notdienstes versorgen nun ca. 250 Ärzte des Einzugsbereichs 180.000 Einwohner. Verbesserungen werden durch folgende Maßnahmen erreicht: Die Arztrufzentrale der KV mit der Nummer 116117 wird ihre Reaktionszeiten erniedrigen und durch umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit ihren Bekanntheitsgrad erhöhen. Sie wird in Zukunft deutlich mehr Patienten in die KV Notfallpraxen leiten als bisher. Dies soll die Klinikambulanzen insgesamt entlasten. Der Schwerpunkt der Versorgung in Chorweiler lag in der Beschäftigung des Fahrdienstes, der in Zukunft verbessert angeboten wird. Da Köln nun insgesamt beplant wird, könnten bei Spitzen von Inanspruchnahmen auch Fahrzeuge aus anderen Gebieten nach Chorweiler versorgen. Durch die erweiterte Erreichbarkeit unserer Arztrufzentrale (24 Stunden an 7 Wochentagen) unter der Nummer 116117 wird die Versorgung für den Stadtteil auch tagsüber verbessert. Tagsüber stehen neuerdings seit dem 7. Januar 2019 ca. 40 Kooperationspraxen für die Aufnahme von Notfallpatienten tagsüber zur Verfügung, auch für Chorweiler! Durch Verlegung der Notfallpraxis an ein Krankenhaus wird eine höhere Behandlungsqualität erreicht, da im Krankenhaus höhere Ressourcen zur Verfügung stehen. Durch die Übernahme der Verwaltung der Arztpraxis durch die kassenärztliche Vereinigung wird ein standardisiertes Qualitätsmanagement eingeführt, welches die Behandlungsqualität erhöht.
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/53/530/1 Vorlagen-Nummer 04.02.2019 0422/2019 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Gesundheitsausschuss 05.02.2019 Notdienstpraxen: Änderungen durch die Kassenärztlichen Vereinigung Anfrage: Mit Schreiben vom 11.01.2019 - (u.a.) an den Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses Dr. Unna gerichtet – wendet sich die Seniorenvertretung der Stadt Köln wegen der durch die kassenärztliche Vereinigung vorgesehenen Veränderungen bei den ärztlichen Notdienstpraxen mit Anregungen und Fragen an den Gesundheitsausschuss. In dem Schreiben heißt es: „In dem Bericht des Kölner Stadtanzeigers wird berichtet, dass von den 10 vorhandenen Notdienst- praxen 5 geschlossen werden. 1. Dies betrifft 3 im Kölner Westen: Bunzlauer Str. 1, Weyertal 76 und Jakobstr. 27-31. Für diese 3 soll es eine Schwerpunktpraxis in der Universitätsklinik Köln geben, die aber noch nicht eröffnet worden ist. 2. Die Notdienstpraxis in Chorweiler: Praxis des Kölner Norden, Florenzer Str. 84 Die Schließung dieser Praxis, bedeutet, dass die Patienten und ihre Angehörigen weite Wege zurück- legen müssen, um Ersatz-Notfallpraxen zu erreichen: Praxis Nord-West St. Franziskus-Hospital, Schönsteinstraße 63 oder Praxis Köln-Nord, St. Vinzenz-Hospital Kempener Str. 88b. Diese beiden Praxen liegen in Ehrenfeld oder im Stadtbezirk Nippes. Der Stadtbezirk Chorweiler beklagt jetzt schon eine Unterversorgung mit Hausärzten und insbesonde- re Fachärzten. Diese Minderversorgung soll nun auch noch durch die Schließung der Notfallpraxis verstärkt werden. Leider befindet sich im Stadtbezirk Chorweiler kein Krankenhaus, an dem die Not- fallpraxis angesiedelt werden könnte. Aber auch dieser Umstand weist auf die Minderversorgung die- ses Stadtbezirks hin. 2 3. Schließung der Praxis Köln-Nordost, Genoveva-Str. 3 in Köln-Mülheim. Auch für diese Praxisschließung soll es keinen Ersatz geben. Dies bedeutet, dass in den beiden gro- ßen Stadtbezirken Köln-Kalk und Köln-Mülheim nur noch eine Notfallpraxis in Köln-Kalk, Buchforststr. 2 geben soll. Die nördlichen Stadtteile Flittard, Stammheim, Dünnwald, Höhenhaus, Delbrück und Holweide erleiden damit nun wieder eine Minderversorgung obwohl es in Holweide ein sehr gut aus- gestattetes Krankenhaus gibt. Zusätzlich ist zu erwarten, dass die Notfallpraxis in Kalk keine ausreichende Kapazität hat und dann die Patienten erneut die Notfallambulanzen der Krankenhäuser aufsuchen, was durch die Notfallpra- xen eigentlich verhindert werden sollte. Wir fragen: 1. Kann die Schließung der Notfallpraxis in Chorweiler noch verhindert werden? Was muss dafür getan werden? 2. Kann die Notfallpraxis Köln-Nord-Ost nicht an dem Krankenhaus Holweide untergebracht wer- den? 3. Ist gewährleistet, dass bei Bettlägerigen Patienten ausreichend schnell ein Hausbesuch durch Notärzte erfolgt? Wie ist dafür die Kapazität und wie ist dies geregelt?“ Antwort der Verwaltung: Die Zuständigkeit für die Notfallpraxen liegt bei der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Das Antwortschreiben der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein Kreisstelle Köln vom 30.01.2019 sowie weitere von dort vorgelegte Unterlagen sind als Anlagen beigefügt. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- 0422/2019
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 04.02.2019
- Erstellt
- 31.01.2019 16:17