0418/2024
Verkehrsversuch Venloer Straße Stufe II – Einrichtung Einbahnstraße
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Mitteilung BV
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Dezernat, Dienststelle III/68/681/2 Vorlagen-Nummer 0418/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 29.01.2024 Verkehrsversuch Venloer Straße Stufe II – Einrichtung Einbahnstraße hier : Sachstandsbericht 01/2024 1. Umsetzung der Stufe II Die Einrichtung der Einbahnstraße auf einem Teilstück der Venloer Straße zwischen dem Eh- renfeldgürtel und der Piusstraße / Franz-Geuer-Straße erfolgte am 23.10.2023 mit dem Ziel, die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden zu erhöhen. Um dieses Ziel zu errei- chen, sollten der Kfz-Verkehr reduziert und sichere Querungsmöglichkeiten für zu Fuß Ge- hende geschaffen werden. Die Einbahnstraße ist für Fahrradfahrende weiterhin in beide Rich- tungen befahrbar. Zur Einrichtung der Einbahnstraße fanden umfangreiche Änderungen und Anpassungen der ortsfesten Beschilderung statt. Gleichzeitig wurden die Fahrradschutzstreifen und die ur- sprünglichen Fußgängerüberwege sowie die abgeschaltete Lichtsignalanlage auf Höhe der St.-Joseph-Kirche wieder in Betrieb genommen. Zusätzlich wurde ein provisorischer Fußgän- gerüberweg östlich des Knotenpunktes Venloer Straße/Hansemannstraße/Sömmeringstraße eingerichtet. 2. Erste Erkenntnisse Die seitdem durchgeführten Verkehrsbeobachtungen und die Auswertungen der Dauerzähl- stelle an der Venloer Straße (Höhe Fuchsstraße) zeigen eine merkliche Reduzierung des Kfz- Verkehrs in der Venloer Straße. Konflikte zwischen Verkehrsteilnehmenden treten in den Be- obachtungen seltener zu Tage. Eine Abfrage bei der Polizei bestätigt, dass sich eine erste Tendenz zur Beruhigung der Unfalllage seit Einführung der Einbahnstraße zeigt. Auch die vor- liegenden Ergebnisse zur Geschwindigkeitsüberwachung sind bisher weitgehend unauffällig. Eine Auswertung der Belegungsdaten des Parkhauses Barthoniaforum verzeichnet seit 2022 eine zunehmende Auslastung sowohl für das Kurzzeitparken als auch bei den Dauerparkplät- zen. Auch mit Beginn der Einbahnstraßenreglung setzt sich die steigende Tendenz weiter fort. Eine abschließende Beurteilung der Gesamtsituation steht noch aus und kann erst nach ei- nem längeren Beobachtungszeitraum auf Grundlage einer breiteren Datengrundlage erfolgen. Bei der Auswertung und Analyse werden auch besondere Ereignisse (z.B. Straßensperrun- gen) sowie Wetterbedingungen berücksichtigt, um eine fundierte Bewertung zu ermöglichen. So wurde im November 2023 ein signifikant höherer Niederschlag als im langjährigen Mittel festgestellt. Dies kann sich unter anderem auf die Verkehrsmittelwahl auswirken. 2 3. Information und Beteiligung, erste Reaktionen Aufgrund der Erfahrungen der ersten Phase des Verkehrsversuches (verkehrsberuhigter Ge- schäftsbereich) wurde die intensivere Information und Beteiligung der Anwohner*innen, Besu- cher*innen sowie Handel- und Gewerbebetriebe als wichtiger Erfolgsfaktor definiert. Daher hat die Verwaltung ein mehrstufiges Beteiligungs- und Kommunikationskonzept entwickelt, wel- ches neben der umfassenden Information über die geplanten Maßnahmen auch die Möglich- keit bietet, aktiv am weiteren Gestaltungsprozess mitzuwirken. Eine ausführliche Darstellung ist in der Mitteilung 0297/2024 dargelegt. Im Rahmen dieses Konzeptes informierte die Stadtverwaltung bereits mehrere Wochen im Voraus über die zukünftige Einbahnstraße. So wiesen Hinweisschilder auf den Haupteinfall- straßen auf die zukünftige Einbahnstraße hin. Die neuen Regelungen werden zudem auf großflächigen Werbeanlagen im Umfeld der Venloer Straße kommuniziert. Ende September wurde eine Informationsveranstaltung im Bezirksrathaus Ehrenfeld durchgeführt. Zudem wur- den Postwurfsendungen großflächig verteilt und verschiedene Multiplikator*innen gesondert informiert. Die Gewerbetreibenden auf der Venloer Straße im betroffenen Abschnitt wurden persönlich besucht und über die Änderungen informiert. Seit der Einführung der Einbahnstraße haben alle Bürger*innen die Möglichkeit, über das Por- tal „Meinung für Köln“ Fragen, Anregungen oder Kritik zu äußern. Zusätzlich war das Infomobil an 15 Terminen vor Ort, um mit den Bürger*innen in Kontakt zu treten. Eine erste Auswertung der vielfältigen Rückmeldungen über das Infoportal, per E-Mail oder vor Ort beim Meinungs- mobil zeigen, dass die Umsetzung der 2. Stufe von einem Großteil der Bürgerschaft positiv bewertet wird. Die Verkehrsführung wird jetzt wieder als klarer wahrgenommen, auch die wie- der verbesserte Querbarkeit der Venloer Straße wird positiv erwähnt. Viele Rückmeldungen berichten von einer entspannteren und sichereren Situation für alle Verkehrsteilnehmenden. Negativ äußern sich insbesondere Anwohnende der Piusstraße und der Vogelsanger Straße aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens sowie ein Teil der Gewerbetreibenden, die von Umsatzeinbußen berichten. Um die Situation und die verkehrliche Entwicklung in der Piusstraße besser beurteilen zu kön- nen, fanden bereits an mehreren Tagen Verkehrsbeobachtungen statt, weitere sind geplant. Die vorläufigen Ergebnisse bestätigen in der Piusstraße ein erhöhtes Verkehrsaufkommen seit Einführung der Einbahnstraße. Die Stadtverwaltung steht im direkten Austausch mit den Anwohnenden, um proaktiv auf die Hinweise und Anregungen zu reagieren und die Hand- lungsweise der Verwaltung transparent darstellen zu können. Am 24.01.2024 fand hierzu vor Ort ein persönlicher Austausch mit rund 15 betroffenen Anwohner*innen der Piusstraße statt. Zusätzlich zeigen die Beobachtungen sowie verwaltungsinterne Rückmeldungen, dass die Lichtsignalanlagen am Knotenpunkt Venloer Straße/Piusstraße/Franz-Geuer-Straße schon durch wendende LKW beschädigt wurde. Die Stadtverwaltung hat mit zusätzlichen, besser verständlichen Hinweisschildern, welche am 11. Januar 2024 aufgestellt wurden, bereits auf die Situation reagiert. Aktuell werden mögliche weitere Maßnahmen zur Beruhigung der Piusstraße und zur Entschärfung der Situation am Knoten Venloer Straße/Piusstraße/Franz-Geuer-Straße erarbeitet. Aufgrund der Erfahrungen aus vorherigen Verkehrsversuchen ist die Stadtverwaltung bereits seit Mitte 2022 aktiv in den Austausch mit der Handwerkskammer (HWK) gegangen, um die Interessen und Belange der Gewerbetreibenden und Handwerksbetriebe stärker in dem Um- setzungsprozess von Verkehrsversuchen berücksichtigen zu können. Als ein Ergebnis wurde gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der HWK ein Baukastensystem zur Partizipation bei Verkehrsmaßnahmen entwickelt. Es sieht zur Einbindung der Unterneh- men Befragung, Rundgänge, Unternehmensbesuche und einen Workshop vor. Dieses Baukastensystem soll aktuell erstmalig im Rahmen des Verkehrsversuchs Venloer Straße angewendet werden. Über die IHK und die HWK wurde Anfang Dezember 2023 eine Umfrage zu den ersten Erfahrungen und möglichen Verbesserungsvorschlägen gestartet. Die 3 Fragen wurden gemeinsam mit der Verwaltung erarbeitet. Die Umfrageergebnisse sollen An- fang 2024 von den Verbänden der Stadtverwaltung vorgestellt werden, um gemeinsam mögli- che weitere Schritte zu erörtern. Darüber hinaus steht die Verwaltung im Austausch mit einer Universität, um die wirtschaftliche Entwicklung der Venloer Straße während des Verkehrsversuches wissenschaftlich zu untersu- chen. In der bevorstehenden Beteiligungsphase, voraussichtlich Ende Februar 2024, geht es darum als Verwaltung herauszufinden, wie die Einbahnstraße gestaltet sein muss, damit sie den Be- dürfnissen der Nutzer*innen entspricht. Diese Phase beginnt bewusst erst einige Zeit nach Einrichtung der Einbahnstraße, da ver- kehrliche Änderungen erfahrungsgemäß eine Eingewöhnungsphase benötigen. 1. Gestaltungsworkshops Um Erkenntnisse über die Ausgestaltung der Einbahnstraße zu gewinnen, werden Ge- staltungsworkshops mit ausgewählten Teilnehmenden (ca. 30) durchgeführt, die unter- schiedliche Perspektiven haben. Es geht nicht um statistische Repräsentativität, son- dern um ortsspezifische Heterogenität, also z. B. Anwohner*innen der Venloer, Anwoh- ner*innen der Nebenstraßen, Geschäftstreibende, Dienstleistende, Kinder und Jugend- liche – im Idealfall mit unterschiedlichem Alter, Geschlecht, Mobilitätsmöglichkeiten und sozioökonomischem Hintergrund. In den Gestaltungsworkshops werden Ideen entwickelt, wie die Einbahnstraße eine „gute Einbahnstraße“ werden kann. Die Ideen sind im Gestaltungsworkshop noch nicht ausgereift, sondern werden im Anschluss mit der Verwaltung priorisiert (von „sofort umsetzbar“ über „ggf. umsetzbar“ hin zu „prototypisch umsetzbar“ oder „nicht umsetz- bar, weil…“) sowie visualisiert und damit für die folgenden Spaziergänge sichtbar ge- macht. 2. Spaziergänge Die entwickelten Ideen aus den Gestaltungsworkshops werden der interessierten Öf- fentlichkeit (keine feste Gruppe so wie bei den Gestaltungsworkshops) während Spa- ziergängen auf der Venloer Straße vorgestellt und ein Feedback eingeholt. Auf Grund- lage des Feedbacks werden die Ideen ggf. weiterentwickelt. 4. Weiteres Vorgehen Im 2. Quartal 2024 findet wie angekündigt eine weitere umfangreiche Verkehrszählung an der Venloer Straße sowie in zahlreichen Neben- und Parallelstraßen im Rahmen der 2. Nachher- untersuchung statt, um die Auswirkung der Einbahnstraße beurteilen zu können und mögliche Defizite im Verkehrsablauf feststellen zu können. Im Spätsommer wird die Verwaltung dann alle Ergebnisse und Erkenntnisse des Versuchs zu- sammentragen, damit die Bezirksvertretung Ehrenfeld im Herbst – nach einem Jahr Versuch der Einbahnstraßenregelung – abschließend über die zukünftige dauerhafte Verkehrsregelung in der Venloer Straße entscheiden kann.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0418/2024
- Typ
- Mitteilung BV
- Datum
- 27.01.2024
- Erstellt
- 25.01.2024 14:53