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2016/0071

Bericht der Sozialplanung der Bedarfe für ältere Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt

Magistratsvorlage 23.02.2016

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2016/0071

3806 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
24.02.2016 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
 
 
Amt: Dezernat V 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magis trat 
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2016/0071 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 315110 
Kostenstelle:  751-020-1010 Investitionsnummer:        
Kostenträger:  3151-10 Sachkonto: 6179002 
 
Betreff: Bericht der Sozialplanung der Bedarfe für ältere Menschen in der Wissenschaftsstadt 
Darmstadt 
 
Vorlage vom: 23.02.2016  
 
Beschlussvorschlag : 
 
Der Bericht der Sozialplanung der Bedarfe für ältere Menschen in der Wissenschaftsstadt 
Darmstadt wird zur Kenntnis genommen. 
 
 
 
Anlagen: Bericht Sozialplanung  
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein

- 2 - 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 23.02.2016: 
 
Die Lebenssituation der älteren Menschen sowie die gesetzlichen Grundlagen und das fachliche 
Verständnis von Altenhilfe haben sich seit der Vorlage des letzten Altenhilfeplanes im Jahr 
2003 erheblich verändert.  
Der vorliegende Bericht der Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen betrachtet im Kern 
die heutige und zukünftige Situation älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt. 
Dabei werden insbesondere die Auswirkungen und Gestaltungsmöglichkeiten der 
demografischen Entwicklung in den Blick genommen. 
Die sozialpolitischen Leitlinien - Partizipation, Prävention und Sozialraumorientierung - stehen 
hierbei auch künftig insbesondere kleinräumig in der Quartiersentwicklung im Zentrum d er 
Umsetzungsprozesse.  
Ziel ist, in den Darmstädter Stadtteilen gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern sowie den 
Institutionen vor Ort Strukturen zu entwickeln, die das Zusammenleben und die  
Versorgungssicherheit aller Generationen inklusiv ermöglichen. Hierbei ist es unverzichtbar, die 
besonderen Potenziale der einzelnen Stadtteile zu erkennen und einzubeziehen.  
Der Bericht zeigt vorhandene, gut etablierte und begonnene Projekte auf, mit der Maßgabe, 
diese in allen Stadtteilen zu etablieren und stellt verschiedene Themenblöcke dar: 
1. Partizipation und Bürgerschaftliches Engagement/Bildung und Kultur  
2. Wohnen und Lebensführung  
3. Gesundheit und Sport  
4. Pflege und Versorgung  
Bei der Erarbeitung der Themenblöcke haben sich in den jeweiligen Arbeitsgruppen vielfäl tige 
Institutionen und Einzelpersonen aktiv beteiligt und eingebracht, so dass ein fundierter Bericht 
erstellt werden konnte. 
An den Vorgaben des vorliegenden Berichtes sollen Träger und künftige Investoren ihre 
Vorhaben ausrichten bzw. sich daran orientieren. 
Dem Inklusionsgedanken folgend ist es Ziel, die Teilhabe aller Menschen am sozialen und 
kulturellen Leben zu ermöglichen, eine transparente Gesamtstrategie zu entwickeln und damit 
den demografischen Herausforderungen zu begegnen. Hierbei spielt die Beteiligung der 
Fachkonferenz Altenhilfe eine wichtige Rolle. 
Die weitere Fortschreibung des Gesamtberichts erfolgt in 5-Jahres-Abständen. Einzelne 
Themenfelder (wie z.B. Partizipation oder Angebotssituation) werden unter Beteiligung der 
Fachkonferenz Altenhilfe in kürzeren Abständen vertieft und untersucht. Insbesondere zum 
Thema Pflegebedarfsplanung ist es erforderlich, geeignete Instrumentarien zu entwickeln. 
Hierzu sind Kooperationen u.a. mit Wissenschaft, Fachämtern und Institutionen erforderlich.  
 
Darmstadt, 23.02.2016 
Dezernat V 
 
 
 
Barbara Akdeniz 
Stadträtin

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Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen 
in der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
 
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert                
 
 2016

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
2 
  
 
 
 
 
Sozialplanung 
der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert                                                    2016 
  
 
 
Verfasserin 
Marion Schmitt                                  
Sozialplanung der Bedarfe Älterer 
 
 
 
 
Herausgeberin  /  Kontakt 
Wissenschaftsstadt Darmstadt 
Amt für Soziales und Prävention 
Frankfurter Straße 71 
64293 Darmstadt 
 
Telefon (06151) 13 2505 
E-Mail marion.schmitt@darmstadt.de 
Internet www.darmstadt.de 
 
 
 
 
Mitarbeit und Redaktion  
Benjamin Eichner  
Diplomsoziologe 
Felix Sehr 
B.A. Soziologie 
 
 
 
Mit freundlicher Unterstützung 
Günther Bachmann  
Michael Schäfer                                
Statistik und Stadtforschung 
 
 
 
 
Nachdruck – auch Auszugsweise –  
Nur mit Quellenangabe gestattet

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
3 
  
Wir danken allen Beteiligten der Arbeitsgruppen zu den Themenfeldern für ihr 
Engagement und konstruktive Mitarbeit:  
 
 
 
AG Partizipation, bürgerschaftliches Engagement, Bildung und Kultur:  
 
Jeannette Dorff, Diakonisches Werk Darmstadt-Dieburg 
Ursula Schwarz, Vorstand Hiergeblieben e.V. 
Irmgard Klaff-Isselmann, Vorstandsvorsitzende Seniorenrat e.V. 
Manfred Zietlow, Aktive Senioren Wixhausen 
 
  
 
AG Wohnen und Wohnumfeld: 
 
Inka Kinsberger, Einrichtungsleitung Altenzentrum an der Rosenhöhe 
Irmgard Naß-Griegoleit, Akademie 55+ 
Claudia Utzinger, Organisation und Recht, Sozialmanagement bauverein AG 
Sibylle Bernstein, Dipl. Sozialarbeiterin, Betreuung – Training – Supervision 
Jürgen Frohnert, Geschäftsführer DRK Kreisverband Darmstadt-Stadt e.V. 
 
  
 
AG Sport und Gesundheit:  
 
Barbara Thielmann, Seniorenrat e.V. 
Inge Klemann, Seniorenrat e.V. 
 
 
 
AG Pflege: 
 
Christine Müller, Koordinatorin Malteser Hilfsdienst Darmstadt 
Rainer Deppe, Leitung Caritas Sozialstation 
Frank Huhn, Heimleitung Agaplesion Elisabethenstift WOHNEN & PFLEGEN 
Wolfgang Linck, Leiter Abt. Altenhilfe, Amt für Soziales und Prävention  
Dorothee Munz-Sundhaus, Geschäftsleitung DemenzForumDarmstadt e.V. 
Kirstin Nieswandt, Sozialarbeiterin,Tagesklinik Gerontopsychiatrie 
Petra Wendling, Care-Management Pflegestützpunkt Darmstadt 
Gerhard Schwarzmann, VdK Hessen-Thüringen Kreisgeschäftsstelle Darmstadt 
Daniel Bauer, Leiter AWO Seniorenwohnanlage Johannesviertel 
 
 
 
Projektleitung:  
 
Marion Schmitt, Sozialplanerin der Bedarfe Älterer,  
                          Wissenschaftsstadt Darmstadt

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
4 
  
                                                                                                     
Vorwort  
 
Mit dem vorliegenden Bericht zur Sozialplanung für ältere Menschen der Wis- 
senschaftsstadt Darmstadt schreiben wir den Altenhi lfeplan fort. Wir sehen die 
Planung für und mit älteren Menschen nicht losgelös t als separaten Planungs- 
auftrag, sondern als wichtigen Bestandteil der Sozialplanung. Daher verwenden 
wir im Folgenden den Begriff „Sozialplanung der Bed arfe älterer Menschen in 
der Wissenschaftsstadt Darmstadt“ und verlassen die  Bezeichnung „Altenhilfe- 
planung“. Damit folgen wir fachlichen Empfehlungen der Bertelsmann Stiftung: 
„Ebenso wie der demografische Wandel zum Verständnis und zur Bewältigung seiner 
Konsequenzen ein verändertes Altersbild verlangt, u nterliegt auch der Planungsbe- 
griff der Notwendigkeit einer prinzipiellen Erneuerung.“ 
1  
Unsere sozialpolitischen Leitlinien Partizipation, Prävention und Sozialraum- 
orientierung sollen insbesondere kleinräumig in der  Quartiersentwicklung um- 
gesetzt werden. Das Ziel ist, in den Darmstädter St adtteilen gemeinsam mit 
Bürgerinnen und Bürgern sowie den Institutionen Str ukturen zu entwickeln, die 
das Zusammenleben und Versorgungssicherheit aller G enerationen vor Ort in- 
klusiv ermöglichen. Hierbei ist es unverzichtbar, d ie besonderen Potenziale der 
Stadtteile zu erkennen und einzubeziehen. Dies kann  nur gemeinsam mit den 
Menschen im Sozialraum gelingen.  
„Eine demographisch verantwortliche Seniorenpolitik sollte kleinräumig orientiert 
sein und sich an den jeweiligen Problemstellungen der Menschen in den Kommunen 
ausrichten.“ 
2 
Dieser Bericht will einerseits die sozialpolitische n Herausforderungen der 
Stadtteile aufzeigen, aber auch weitere Untersuchungen anregen.  
Ziel ist, dem Inklusionsgedanken folgend, Teilhabe aller Menschen am sozialen 
und kulturellen Leben zu ermöglichen, eine transpar ente Gesamtstrategie zu 
entwickeln und damit den demografischen Herausforderungen zu begegnen. 
Allen, die sich an diesem Planungsprozess beteiligt habe, danke ich sehr! 
 
Barbara Akdeniz 
Stadträtin – Sozialdezernentin  
                                                
1 Bertelsmann Stiftung: Sozialplanung für Senioren, http://www.sozialplanung-senioren.de/das-
instrument/i-allgemeine-einfuehrung/index.html  (Stand: 13.02.2016). 
2 Vgl. ebd.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
5 
  
    Inhalt  
1.   Einführung             7 
     1.1   Methodische Vorgehensweise       10 
2.  Demografische und soziostrukturelle Situation     12 
2.1    Einwohner/innen         12 
2.2    Altersverteilung in den Stadtteilen      14 
2.3    Bezug von Grundsicherung im Alter      15  
2.4    Einpersonenhaushalte        16 
3.  Partizipation, bürgerschaftliches Engagement, Bildung und Kultur  17  
    3.1     Partizipation         18 
    3.1.1  Gesamtstadt         18 
                 Interessenvertretung für ältere Menschen      20 
    3.1.2  Stadtteilebenen         22        
                 Projekt „Gepflegt leben im Stadtteil…“      22 
    3.2      Bürgerschaftliches Engagement      25 
    3.2.1   Gesamtstadt         26 
    3.2.2   Stadtteilebenen         27 
    3.3      Bildung und Kultur        29 
    3.3.1   Bildung          29 
    3.3.2   Kultur          31 
    3.4      Handlungsempfehlungen der AG Partizipation, bürgerschaftliches  
               Engagement, Bildung und Kultur      32    
4. Wohnen und Lebensführung        33 
4.1      Gesamtstadt         33 
4.2      Stadtteilebenen         35 
     4.2.1   Infrastruktur         35 
     4.2.2   Kranichsteiner Modell, Hiergeblieben e.V.     38 
4.3      Erhebungen         40 
     4.3.1   Wohntypen, Barrieren/ Wohnraumanpassung, Umzugspläne  41 
     4.3.2   Zufriedenheit mit Wohnung, Stadtteil und finanzieller Situation  43 
     4.3.3   Erreichbarkeit mit ÖPNV       44 
4.4      Beratungen         44  
4.5      Handlungsempfehlungen der AG Wohnen und Lebensführung  45 
5. Gesundheit und Sport         46

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
6 
  
     5.1      Gesundheit         48 
5.1.1   Ärztliche Entwicklungstrends im Gesundheitswesen   48 
5.1.2   Altersstruktur der Hausärzte/innen      49 
5.1.3   Fachärztliche Situation        50  
5.1.4   Apotheken         52 
5.2      Sport          53 
5.3      Handlungsempfehlungen der AG Gesundheit und Sport   55 
6. Pflege           55 
6.1      Pflegestärkungsgesetz II (PSG II)      56 
6.2      Beratungen         58 
6.3      Ambulante Versorgung        59 
6.4      Teilstationäre Pflege        61 
6.5      Stationäre Pflege        65 
6.6      Befragungsergebnisse der stationären Pflegeeinrichtungen  66 
6.6.1   Lage und Erreichbarkeit der Einrichtungen     66 
6.6.2   Versorgungsarten        66 
6.6.3   Pflegerische Versorgung       68 
6.6.4   Fachärztliche Kooperationen       70 
6.6.5   Kultursensible Pflegeausrichtung      71 
6.6.6   Ausstattung des Hauses       73 
6.6.7   Zusätzliche Leistungen        74 
6.6.8   Leistungen für Menschen mit kognitiven Einschränkungen  76 
6.6.9   Kooperationen, Zusammenarbeit      79 
6.6.10  Personal, Ausbildung        80 
6.6.11  Belegungssituation        81 
     6.6.12  Belegung nach Alter, Geschlecht und Pflegestufe    82 
     6.6.13  Belegung durch ältere Menschen mit Migrationshintergrund  82 
     6.6.14  Ausblick und Veränderungen       83 
     6.7       Pflegeprognosen, Bedarfsplanung      84 
     6.7.1    Bevölkerungsprognose, Zahlen, Daten, Fakten?    84 
     6.7.2    Instrumentarium zur Erstellung einer Bedarfsplanung   86 
     6.8       Ausblick und Empfehlungen der AG Pflege     87 
7. Fazit           89 
Quellenverzeichnis          93

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
7 
  
1. Einführung 
Die Auswirkungen der demografischen Entwicklung gestalten sich regional sehr 
unterschiedlich. Faktoren wie Wirtschaftswachstum u nd Wirtschaftsstandort, 
die Situation auf dem Arbeitsmarkt, Ausbildungsange bote, Wohnraumangebot 
und geeignete Kinderbetreuungsmöglichkeiten wirken sich auf Wanderungsbe- 
wegungen aus, insbesondere auch auf die Ansiedlung junger Familien. Zu- und 
Abwanderungen in eine Region beeinflussen die demog rafische Situation eben- 
so wie das Verhältnis von Geburten zu Sterbefällen.  
Darmstadt als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandor t bietet ein breites Spekt- 
rum an Studien-, Ausbildungs- und Arbeitsplatzmögli chkeiten. Dies führt zu 
einer stetig ansteigenden Bevölkerungszahl, welche sich aus einem Geburten- 
überhang und der positiven Wanderungsbilanz zusamme nsetzt und Darmstadt 
vor die Herausforderung stellt, sowohl den Bedürfni ssen junger Studierender, 
Familien, aber auch einer wachsenden Zahl älterer M enschen gerecht zu wer- 
den.   
Diese Ausgangslage wird auch in einer Studie 3 beschrieben, welche in Koopera- 
tion des Berlin-Instituts und der Körber-Stiftung durchgeführt wurde und Orien- 
tierungshilfen für den Umgang mit demografischen Ve ränderungen bietet. Im 
Rahmen dieser Studie wurden demografische und wirts chaftliche Kennzahlen 
von 196 deutschen Mittel- und Großstädten miteinand er verglichen und in 5 
Städtecluster mit jeweils ähnlichen Ausgangslagen e ingeteilt. Darmstadt wird 
hier in Cluster 1, Groß- und Universitätsstädte, ei ngereiht. Viele Anregungen 
und Empfehlungen dieser Studie werden in Darmstadt bereits umgesetzt. Ins- 
besondere der Quartiersansatz sowie das Bestreben, Nachfrageveränderungen 
zu erkennen und zu berücksichtigen, finden sich nic ht nur in den sozialpoliti- 
schen Grundsätzen wieder, sondern werden auch operativ umgesetzt. Dies wird 
im Folgenden in den verschiedenen Themenfeldern genauer beschrieben.  
Der Altersbegriff und zukünftige Szenarien der demo grafischen Entwicklungen 
werden unterschiedlich diskutiert. Die Diversität v on Lebenslagen im Alter und 
biografischen Hintergründen sind Forschungsgegensta nd der Gerontologie und 
anderer wissenschaftlicher Disziplinen.  
Auch die Rahmenbedingungen verändern sich. Einersei ts verschiebt sich die 
Altersgrenze für den Renteneintritt auf 67 Jahre, g leichzeitig beenden aber 
auch viele Menschen aus unterschiedlichen Gründen i hre Berufstätigkeit noch 
                                                
3 Körber-Stiftung: Präsentation der Studie »Stadt für alle Lebensalter» in Berlin. http://www.koerber-
stiftung.de/gesellschaft/schwerpunkt-alter-neu-erfinden/news-details-sp-alter-neu-
erfinden/artikel/praesentation-der-studie-stadt-fuer-alle-lebensalter-in-berlin.html  (Stand: 13.02.2016).

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
8 
  
vor dem Erreichen des bisherigen gesetzlichen Rente nalters von 65 Jahren. 
Weder Berufstätigkeit noch Ruhestand, im Sinne eine s gesellschaftlichen Rück- 
zuges in die Privatsphäre, sind also für alle gleic hermaßen erstrebenswerte 
Ziele.  
Nach medialen Überalterungsszenarien, wie sie u.a. Frank Schirrmacher in 
seinem Methusalem-Komplott beschreibt und zu einer gesellschaftlichen und 
politischen Gegensteuerung aufruft, hat sich eine n eue Sozialfigur, die der 
„jungen Alten“, gebildet: „sie bleiben länger gesund, sind aktiv und mobil un d vor 
allem auch höher gebildet als früher.“ 
4  
Die derzeitige Politik des „aktiven Alterns“ 5, welche die Potenziale des (jungen) 
Alters für Wirtschaft und Zivilgesellschaft aktivie ren möchte, wird in ihrer ge- 
sellschaftlichen Bedeutung mittlerweile auch kritisch hinterfragt.  
Die wirtschaftlichen Möglichkeiten älterer Menschen  sind bereits heute sehr 
unterschiedlich. Die Situation der konsumfreudigen jungen Alten mit entspre- 
chend hohem sozioökonomischem Status überschattet o ft die Lage derjenigen, 
die von Grundsicherung leben oder nur geringe Rente n beziehen. Die letztere 
Personengruppe tritt öffentlich wenig in den Vorder grund, ist meist weniger 
gebildet und kann, mangels Teilnahme, auch bei Erhebungen nur unzureichend 
berücksichtigt werden.  
Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung nimmt de r Anteil der über 65-
jährigen, die im Alter armutsgefährdet sind, weiter  zu. Während 2006 jede 
zehnte Person im Ruhestand von Altersarmut bedroht war, betraf es 2013 
schon jede siebte. Besonders betroffen sind Frauen,  Alleinstehende, gering 
Qualifizierte und Menschen mit Migrationshintergrund.
6 
Selbstverständlich sind auch die Interessen und Bed arfe der jungen Alten sehr 
heterogen und unterschiedlich ausgeprägt, bedingt d urch die individuellen bio- 
grafischen Entwicklungen. Dies betrifft natürlich auch persönliche Schwerpunk- 
te und Gestaltungsräume für bürgerschaftliches Enga gement im Rahmen des 
„aktiven Alterns“.  
                                                
4 Van Dyk, Lessenich (Hg.): Die jungen Alten, Analyse einer neuen Sozialfigur. 
5 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Das Europäische Jahr für aktives Altern 
und Solidarität zwischen den Generationen 2012. http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/freiwilliges-
engagement,did%3D176354.html  (Stand: 13.02.2016). 
6 Bertelsmann Stiftung: Das Risiko für Altersarmut steigt in Deutschland weiter an. 
https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2015/oktober/altersarmut-steigt-
in-deutschland-weiter-an/  (Stand: 13.02.2016).

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
9 
  
Auch die gesetzlichen Änderungen der Pflegeversicherung durch die Einführung 
des Pflegestärkungsgesetzes II (PSG) werden die kün ftigen Entwicklungen be- 
einflussen. Insbesondere die darin enthaltene „Ambu lantisierung“ der Pflege 
(vergl.6.1) wird sich auch auf die künftige Gestalt ung stationärer Unterbrin- 
gung auswirken müssen, um eine attraktive Alternative zu bieten.  
Bedingt durch die geburtenstarken Jahrgänge (1955 –  1969 geb. Personen) 
wird etwa ab 2030 auch der Anteil der Hochaltrigen zunehmen, also der Men- 
schen ab 80 Jahren. Da in dieser Altersgruppe der A nteil an Menschen wächst, 
deren körperliche und geistige Leistungsfähigkeit a ltersbedingt eingeschränkt 
ist, trägt die Personengruppe ein größeres pflegeri sches Risikopotential und 
Bedarf an Alltagsunterstützung im Rahmen haushaltsn aher Dienstleistungen. 
Bei letzterem bestehen teilweise erhebliche Versorg ungsengpässe, da es zwar 
grundsätzlich genügend Angebote gibt, diese aber fü r einkommensschwache 
Haushalte kaum zu finanzieren sind. 
Die Kriegsgeneration führt aktuell zu einer Feminis ierung des Alters, dies wird 
sich aber voraussichtlich bei den kommenden Jahrgängen wieder an die durch- 
schnittliche Lebenserwartung angleichen und sollte nicht dazu verleiten, männ- 
liche Bedarfe zu vernachlässigen. 
Immer mehr Menschen leben auch in jüngeren Jahren a lleine. Die Singularität 
setzt sich in der Regel auch im Alter fort und kann , insbesondere bei einge- 
schränkter Mobilität, zu Versorgungsengpässen führen. 
Der Anteil älterer Menschen mit Migrationshintergru nd nimmt zu. Hier stellt 
sich besonders die Frage nach der Zugänglichkeit vo n Angeboten, nicht nur im 
pflegerischen Sektor sondern in allen gesellschaftlichen Bereichen.  
In der Wissenschaftsstadt Darmstadt wurde die Anzah l älterer Menschen bis- 
her kaum von Wanderungsbewegungen beeinflusst. Ob s ich hier bei den nach- 
rückenden Generationen Veränderungen ergeben werden , ist derzeit nicht ab- 
zusehen. 
Im Folgenden sollen mögliche Wege und Lösungsansätz e beschrieben und auf- 
gezeigt werden, mit den genannten Fragestellungen k onstruktiv und zielgerich- 
tet umzugehen. Die weitere Fortschreibung des Beric hts soll in fünfjährlichen 
Abständen erfolgen.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
10 
  
1.1 Methodisches Vorgehen   
Der Bericht orientiert sich fachlich an dem im Auftrag der Bertelsmann Stiftung 
entwickelten Instrumentarium, Sozialplanung für Sen ioren (SoSe) 7. Das In- 
strumentarium bietet einen Leitfaden für Kommunen z ur individuellen Erstel- 
lung von Planungsgrundlagen im Rahmen der sozialpolitischen Ausrichtung. Es 
wurde im Rahmen des politischen Pilotprojekts für S eniorinnen und Senioren 
NAIS (Neues Altern in der Stadt) durch die Forschungsgesellschaft für Geronto- 
logie e.V. an der Universität Dortmund in Zusammena rbeit mit der Abteilung 
Psychologische Alternsforschung der Universität Hei delberg für kleine und 
mittlere Kommunen entwickelt. 
Der Bericht verfolgt das Ziel, als Teil einer zu en twickelnden planerischen Ge- 
samtstrategie im Rahmen integrativer Sozialplanung,  Felder für kommunale 
Steuerungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Aber auch inne rhalb des Darmstädter 
Expertengremiums Fachkonferenz Altenhilfe 
8 soll für die in der Einführung ge- 
nannten Handlungsfelder weiter interdisziplinär sen sibilisiert werden. Hand- 
lungsfelder für Interventionen, die dazu beitragen,  selbstbestimmtes Leben zu 
ermöglichen und Gestaltungspotenziale zu entfalten,  werden aufgezeigt. Ge- 
meinsam können Lösungsansätze für die Herausforderu ngen der demografi- 
schen Entwicklungen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt entwickelt werden.  
Folgerichtig wurde die grundsätzliche fachliche Ori entierung, Festlegung der 
Themenfelder und Wahl der Indikatoren partizipativ, in Abstimmung mit Exper- 
tinnen und Experten aus der Fachkonferenz Altenhilf e unter verantwortlicher 
Leitung der Sozialplanerin der Bedarfe Älterer fest gelegt. Im Anschluss bildete 
sich zu jedem Themenfeld eine interprofessionelle Arbeitsgruppe.   
Im ersten Schritt wurden inhaltliche Faktoren aus d er jeweiligen professionel- 
len Perspektive diskutiert und individuelle Unterstützungsmöglichkeiten bei der 
erforderlichen Datenakquise geprüft. Hierbei wurden  schnell die Grenzen klein- 
räumiger Datenerfassung auf Stadtteilebene deutlich.  
Nach Abstimmung der Rahmenbedingungen wurden die In halte der einzelnen 
Themenfelder von der Sozialplanerin der Bedarfe Ält erer erarbeitet und ver- 
schriftlicht. In den Arbeitsgruppen wurden Handlung sempfehlungen aus den 
interprofessionellen Perspektiven heraus in jeweils  einem abschließenden ge- 
meinsamen Gespräch formuliert. Die Empfehlungen sol lten sich nicht aus- 
                                                
7 Bertelsmann Stiftung: Sozialplanung für Senioren. http://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-
projekte/sozialplanung-fuer-senioren/service/download-center/ (Stand: 13.02.2016).  
8 Eine interdisziplinäre Kooperation von Verbänden, Institutionen und Akteuren aus dem Bereich Altenhil- 
fe der Wissenschaftsstadt Darmstadt.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
11 
  
schließlich an die Sozialpolitik und Verwaltung ric hten, sondern ebenfalls Insti- 
tutionen und Organisationen sowie bürgerschaftliche Initiativen ansprechen. 
Die Texte zu den einzelnen Themenfeldern wurden den  entsprechenden Ar- 
beitsgruppen nochmals zur Endabstimmung und Ergänzung vorgelegt. 
Soziodemografische Informationen lagen größtenteils vor, da das Amt für Wirt- 
schaft und Stadtentwicklung, Statistik und Stadtfor schung diese in regelmäßi- 
gen Abständen erhebt.  
Für Themenfeld 3. Bürgerschaftliches Engagement, Bi ldung und Kultur war es 
dagegen kaum möglich, kleinräumiges Datenmaterial z u beziehen. Auch für 
Themenfeld 5. Gesundheit und Sport stehen fast auss chließlich Daten für die 
Gesamtstadt zur Verfügung.  
Im Themenfeld 4. Wohnen und Lebensführung wird am B eispiel Infrastruktur 
versucht, Lösungsmöglichkeiten für Versorgungsstruk turen auf Stadtteilebene 
aufzuzeigen.  
Themenfeld 6. Pflege beinhaltet die Ergebnisse eine r Befragung der vollstatio- 
nären Pflegeeinrichtungen in Darmstadt. Diese Erheb ung soll künftig in jährli- 
chen Abständen wiederholt werden, um über aktuelle Entwicklungen und die 
durchschnittliche Auslastung Informationen zu erhal ten. Die Erfassung aller 
Stadtteile in jedem Themenfeld ist derzeit noch nic ht möglich. Befragungen, 
wie in den Stadtteilen Arheilgen, Wixhausen und zul etzt in DA-Nord durchge- 
führt, könnten fehlende Informationen liefern und i n geeigneten Zeitabständen 
(etwa alle 5 Jahre) für alle Stadtteile parallel durchgeführt werden. 
Bei voneinander abweichenden Quellenangaben orienti ert sich der Bericht im 
Folgenden aus Gründen der Aktualität nach Möglichke it an den Angaben der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt, Amt für Wirtschaft un d Stadtentwicklung, Sta- 
tistik und Stadtforschung sowie Eigenerhebungen. Da her weichen einige Werte 
möglicherweise von anderen Bezugsquellen ab. 
   
Als Ergebnis des vorliegenden Berichts werden Handlungsempfehlungen formu- 
liert, Diese Handlungsempfehlungen wurden ebenfalls  partizipativ in o.g. Ar- 
beitsgruppen abgestimmt und berücksichtigen den Altenhilfeplan von 2003.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
12 
  
2.  Demographische und soziostrukturelle Situation 
2.1  Einwohner/innen  
In der Wissenschaftsstadt Darmstadt leben insgesamt  154.002 9 Menschen. 
Davon sind 26.903 Personen 65 Jahre und älter, dies  entspricht 17,5% der 
Gesamtbevölkerung. Das Durchschnittsalter der Bevöl kerung liegt demnach 
aktuell bei 40,8 Jahren. Dies darf nicht darüber hi nwegtäuschen, dass auch in 
Darmstadt die Zahl älterer und hochaltriger Menschen zunehmen wird. 
Ausgehend von der Gesamtbevölkerung hat sich der An teil der Altersgruppe 
von Personen ab 65 Jahren seit 2010 sogar um 0,7% v erringert. Das Durch- 
schnittsalter lag 2010 noch bei 41,3 Jahren und ist  2014 auf 40,8 Jahre ge- 
sunken. Diese Entwicklung ist jedoch auf den Zuzug jüngerer Menschen zu- 
rückzuführen und nicht auf eine Abnahme der älteren  Generation durch Wan- 
derungsbewegungen. Tatsächlich hat der Bevölkerungs anteil der Personen ab 
65 Jahren seit 2010 um 870 Personen (3,2%) zugenomm en, auch wenn sich 
deren Anteil an der Gesamtbevölkerung verringert ha t (vergl. Tabelle 1). Die 
künftige Entwicklung der Alterskohorten 65+ ist unb edingt im Blick zu behal- 
ten, um belastbare Bedarfsplanungen zu ermöglichen (vergl. 6.7). 
  
Tabelle 1, Bevölkerungsentwicklung 
Jahr 
(31.12… 
) 
Personen 65 
und älter 
% Bevölkerung     
insgesamt 
Durchschnitts- 
alter Jahre 
Entwicklung  
65     und älter 
2010 26.033 18,17 143.276 41,3   
2011 26.075 17,63 147.930 41,0 +42 
2012 26.289 17,51 150.155 40,9 +214 
2013 26.514 17,45 151.944 40,8 +225 
2014 26.903 17,47 154.002 40,8 +389 
  - 0,70   +870 gesamt 
Quelle: Datenreport 2015, Wissenschaftsstadt Darmstadt 
 
Bis zum Jahr 2020 werden weitere 8.177 Personen das  65. Lebensjahr vollen- 
den. Hinzukommen weitere 1.235 ausländische Bürgerinnen und Bürger dieser 
Kohorte. Insgesamt werden also im Jahr 2020 bereits  36.315 Personen in die 
                                                
9 Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung: Statistik und Stadtforschung, Stichtag 31.12.2014.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
13 
  
Altersgruppe von 65 Jahren und älter vorrücken. Dam it würde der Anteil dieser 
Bevölkerungsgruppe auf 23,58% ansteigen 10 , vorausgesetzt, es finden keine 
Veränderungen durch Wanderungsbewegungen statt.  
Der Frauenanteil der deutschen Bevölkerung liegt be reits in der Altersgruppe 
von 65 bis unter 75 Jahren um 14% über dem Anteil d er Männer. In den fol- 
genden Altersgruppen steigt er weiter an. In der Altersstufe von 80 bis unter 85 
Jahren liegt der Frauenanteil bereits bei 52,58% üb er dem männlichen Anteil, 
bis schließlich in der Gruppe der über 90-jährigen der Frauenanteil 261,13% 
beträgt. Diese Verteilung spiegelt noch das Kriegsg eschehen wieder und ist für 
kommende Generationen in dieser Ausprägung nicht repräsentativ.  
Im Vergleich gestaltet sich die Geschlechterverteil ung bei der ausländischen 
Bevölkerung ausgewogener, bis in den Altersgruppen ab 85 Jahren auch hier 
der Frauenanteil deutlich überwiegt.  
 
Tabelle 2, Altersgruppen nach Geschlechterverteilung und Nationalität 
 Deutsche Bevölkerung =n Ausländische Bevölkerung 
=n 
Altersgruppen  Frauen Männer Frauen Männer 
65 – unter 70 3.020 2.649 447 470 
70 – unter 75 3.368 2.888 292 290 
75 – unter 80 3.185 2.381 199 223 
80 – unter 85 2.014 1.320   89   94 
85 – unter 90 1.625    805   46   34 
90 und älter 1.152    319   23     5 
Quelle: Datenreport 2015, Wissenschaftsstadt Darmstadt, Stand: 31.12.2014 
eigene Darstellung 
 
 
 
 
 
 
 
                                                
10  Diese Zahlen errechnen sich lediglich aus der Addi tion der Besetzung der Jahrgänge von einschließlich  
1950 bis 1955 und lassen Wanderungsbewegungen unberücksichtigt.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
14 
  
Grafik 1, Geschlechterverteilung nach Alter 
   
Quelle: Datenreport 2015, Wissenschaftsstadt Darmstadt, Stand: 31.12.2014 
eigene Darstellung 
 
 
 
2.2  Altersverteilung in den Stadtteilen 
Tabelle 3 macht deutlich, dass in den Stadtteilen A rheilgen, Wixhausen, Eber- 
stadt und Darmstadt-Ost der Anteil älterer Menschen  an der Gesamtbevölke- 
rung prozentual am höchsten ist. Hier bestehen erhö hte Bedarfe für altersge- 
rechtes Wohnen und Wohnumfeld sowie infrastrukturel ler Versorgung. Vorhan- 
dene Versorgungsstrukturen müssen ggf. ergänzt werd en. Insgesamt liegt der 
Anteil der Personen ab 65 Jahren auch auf Stadtteil ebene vergleichsweise 
niedrig. Zum Vergleich: in Frankfurt am Main 11  liegt der Anteil der Personen ab 
65 Jahren bei 16%. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
                                                
11  Stadt Frankfurt https://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=2811&_ffmpar[_id_inhalt]=7524  
(Stand 16.02.2016) 
0
500 
1.000 
1.500 
2.000 
2.500 
3.000 
3.500 
4.000 
65 – unter 70 70 – unter 75 75 – unter 80 80 – unter 85 85 – unter 90 90 und älter 
Geschlechterverteilung nach Alter 
Frauen Männer

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
15 
  
Tabelle 3, Altersverteilung in den Stadtteilen 
Stadtteile Von 65 – unter 75 
Jahre 
   %* 75 Jahre u. älter    %* 
Wixhausen            658 10,8          564   9,3 
Kranichstein         1.016   8,6       1.104   9,3 
Arheilgen         1.750 10,2       1.841 10,7 
Darmstadt-Nord         2.162   7,1       1.883   6,2 
Darmstadt-Mitte         1.359   7,0       1.366   7,0 
Darmstadt-West         1.408   7,9       1.518   8,6 
Darmstadt-Ost         1.305   9,1       1.558 10,9 
Bessungen         1.267   9,3       1.221   9,0 
Eberstadt         2.499 10,8       2.424 10,5 
* % an der Gesamtbevölkerung 
 
2.3 Bezug von Grundsicherung im Alter  
Der Bezug von Grundsicherung im Alter nach SBB XII ist ein Faktor zur 
Beurteilung der ökonomischen Situation in den Stadt teilen. Um gena u- 
ere Aufschlüsse zu erhalten, wären darüber hinaus A ngaben zur gen e- 
rellen Einkommenssituation erforderlich, insbesondere auch der Bezug 
geringer Renten, daher geben die in Tabelle 4 gelisteten Angaben nur 
einen ersten Einblick. Erfreulich ist, dass der ant eil ige Leistungsbezug 
von Grundsicherung im Verhältnis zur Bevölkerung im  Alter ab 64 Ja h- 
ren derzeit noch gering ist. Dies sollte nicht darüber hinwegtäuschen, 
dass kommende Generationen im Durchschnitt über geringere Einkün f- 
te verfügen werden.  
Im Stadtteil Kranichstein, insbesondere im Bezirk K ranichstein-
Süd, 
liegt der Anteil der Grundsicherungsempfänger/innen  deutlich über 
den anderen Stadtteilen.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
16 
  
Tabelle 4, Empfang von Grundsicherung  
 Gesamtanteil =n Anteil > 64 Jahre =n 
Stadtteile Gesamt   Frauen   Gesamt  Frauen          %* 
Wixhausen     67     31      41      24       3,36 
Kranichstein   352   201    242    140     11,42 
Arheilgen   231   134    152      88       4,23 
Da-Nord   583   318    371    224       9,17 
Da-Mitte   283   136    163      86       5,98 
Da-West   232   113    133      69       4,55 
Da-Ost   175     87    108      59       3,77 
Bessungen   152     66      78      50       3,14 
Eberstadt   381   220    253    153       5,14 
* Anteil an der Bevölkerung >64 Jahre          
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, Amt für Wirts chaft und Stadtentwicklung/ 
Statistik und Stadtforschung, Stand: 31.12.2014 / eigene Darstellung 
 
 
 
Die Ursachen künftiger Altersarmut werden vor allem  in bruchstückhaften, u n- 
vollständigen Erwerbsbiographien und nicht ausbildu ngsgemäßen Beschäft i- 
gungsverhältnissen gesehen. So werden geringere Rüc klagen zur Alterssich e- 
rung gebildet, was letztlich zu einer niedrigeren R entenanspruchshöhe führen 
wird. Eine weitere Rolle wird hi erbei die Haushaltszusammensetzung spielen. 
Alleinstehende sind stärker von Armut betroffen, als Paare . Ein weiterer Anstieg 
der Einpersonenhaushalte bildet einen zusätzlichen Faktor für Altersarmut.  
 
2.4 Einpersonenhaushalte 
Der Familienstand an sich spiegelt nicht zwangsläuf
ig soziale Beziehungen 
wieder, trotzdem bieten die Angaben in Tabelle 5 Hinweise auf die An zahl der 
Einpersonenhaushalte ab 65 Jahren. Bei 43,64% der H aushalte deutet der 
Familienstand auf einen Einpersonenhaushalt hin.  
Zum Vergleich: in Darmstadt-
Nord gaben 36% der Befragten an, alleine zu 
wohnen. Von den Befragten ab 80 Jahren waren es 44% . Auch der Wohnstatus 
ist natürlich nicht zwangsläufig mit einem Mangel a n sozialen Kontakten ve r- 
bunden. In höherem Alter, bei möglicherweise eingeschränkter Mobilität, weist 
die Wohnsituation ggf. auf Vereinsamung und Versorgungsengpässe hin. Der 
Anteil der Single- Haushalte steigt mit zunehmendem Alter und wird auc h bei

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
17 
  
den kommenden Generationen zunehmen. Umso mehr gewi nnen soziale Net z- 
werke an Bedeutung.  
 
Tabelle 5, Potenzielle Einpersonenhaushalte 
 Potenzielle Einpersonenhaushalte nach Familienstand 
Familienstand 65 Jahre – 75 
=n 
75 Jahre u. äl- 
ter =n 
Zusammen =n 
             Anteil 65+ %  
ledig    889    780   1.669   6,20 
geschieden 1.850 1.017   2.867 10,66 
verwitwet 1.769 5.436   7.205 26,78 
gesamt 4.508 7.233 11.741 43,64 
Quelle: Datenreport 2015, Wissenschaftsstadt Darmst adt, Stand: 31.12.2014/eigene Darste l- 
lung  
 
3. Partizipation, bürgerschaftliches Engagement, Bi ldung 
und Kultur 
Sowohl partizipative Prozesse als auch bürgerschaft liches Engagement bieten 
Felder für ehrenamtliches Handeln, teils unmittelba r, teils in der Pro- 
zessumsetzung. Die Grenzen verlaufen hier fließend.  Freiwilliges Engagement 
beinhaltet immer auch Teilhabe und bietet Raum für kulturelle Gestaltungs- 
möglichkeiten.  
Das Alter an sich unterliegt kulturellen Deutungen,  deren Einflüsse auf den so- 
zialen Umgang mit dem Älter werden groß sind. Sie f ormen Erwartungshaltun- 
gen und können individuelles Verhalten bestimmen. M ittlerweile setzt sich ein 
kultureller Entwurf des Alters durch, der die seeli sch-geistigen und sozialkom- 
munikativen Stärken älterer Menschen hervorhebt und  das darin enthaltene 
kreative Lösungspotenzial für gesellschaftlich rele vante Fragestellungen be- 
schreibt. Hier liegt der Fokus auf bürgerschaftlichem Engagement 
12 . 
Freiwilliges Engagement ist gleichzeitig auch ein w ichtiges Lernfeld für nicht-
formale Bildung und informelles Lernen (vergl. 3.3 Bildung und Kultur). Daher 
wurde sich in der AG Partizipation und bürgerliches  Engagement dafür ent- 
schieden, die Bereiche Bildung und Kultur in Themenfeld 2. einzubeziehen.  
                                                
12  Andreas Kruse in Report (29) 3/2006 , Altern, Kultur und gesellschaftliche Entwicklung     
http://www.die-bonn.de/doks/kruse0601.pdf

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
18 
  
3.1 Partizipation 
3.1.1 Gesamtstadt 
Partizipation meint gesellschaftliche und politische Teilhabe, darunter wird Be- 
teiligung von Bürgerinnen und Bürgern im Sozialraum
13  und legitimierte Teil- 
habe an Gremien im Rahmen des § 8c HGO (Hessische G emeindeordnung) ver- 
standen. Hierzu werden beispielhaft unter 3.1 sozia lräumliche Beteiligungspro- 
zesse als Top-down Entwicklung und die Entstehung d er Interessenvertretung 
für ältere Menschen der Wissenschaftsstadt Darmstad t als Bottom-up Prozess 
beschrieben. Politische Teilhabe beinhaltet in der Regel auch gesellschaftliche 
Teilhabe.  
Beteiligungsprozesse finden daneben aber in weitere n Formaten statt, welche 
in geeigneter Weise die verschiedenen Beteiligungsstufen umsetzen: 
Informative Öffentlichkeitsbeteiligung: Gemeint sind öffentliche  Informations- 
veranstaltungen, wie z.B. zur Wahl der Interessenve rtretungen für Ältere im 
Juni 2015. Diese Veranstaltung sollte Fragen zu Kan didatur und Wahl beant- 
worten. Auch das Auslegen von Plänen zur Einsicht und Kenntnisnahme ist eine 
informative Beteiligung der Öffentlichkeit. 
Konsultative Öffentlichkeitsbeteiligung: Hierbei können Ideen und Vorschläge 
eingebracht werden, die bei der Entscheidung berück sichtigt werden, z.B. bei 
der Bauleitplanung oder bei Bürgerbefragungen.  
Mitbestimmung: Hier ist die Möglichkeit gegeben, Vorhaben in der E ntwick- 
lung, Ausführung und Umsetzung mitzubestimmen. Beis piele hierfür sind der 
vorliegende Bericht, die Leitlinien zur Bürgerbetei ligung, die Entwicklung des 
ersten Aktionsplans für Menschen mit Behinderung un d natürlich die Stadtteil- 
foren und Runden Tische für Ältere.   
 
 
 
 
Abb.1, Beteiligungsstufen 
                                                
13  Van Rießen, Bleck: Zugänge zu ‚Möglichkeitsräumen für Partizipation’ im Quartier? 
http://www.sozialraum.de/zugaenge-zu-moeglichkeitsraeumen-fuer-partizipation-im-quartier.php  (Stand: 
13.02.2016).

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
19 
  
 
 
 
 
 
 
Quelle: Handbuch Öffentlichkeitsbeteiligung, S.9 Ös terreichische Gesellschaft für Umwelt und 
Technik (ÖGUT) eigene Darstellung 
 
Gesellschaftliche Teilhabe bildet die zweite Dimens ion von Partizipation. Sie 
findet im Grunde bei allen sozialen und politischen  Interaktionen statt. Die 
Möglichkeiten zu gesellschaftlicher Teilhabe können  durch personale Faktoren 
wie materielle, gesundheitliche oder motivationale Gründe beeinflusst werden.  
Aber auch gesellschaftliche und räumliche Faktoren können Teilhabe ermögli- 
chen, beeinträchtigen oder verhindern. Hierzu gehören Barrieren aller Art. Bau- 
liche Barrieren können Zugänge erschweren, auf sie wird in Themenfeld 4. 
Wohnen und Wohnumfeld näher eingegangen. Sprache ka nn eine große Barrie- 
re sein, nicht nur für Menschen, die mit einer ande ren Muttersprache aufge- 
wachsen sind. Auch Fachsprachen, Mundarten und komp lizierte Ausdruckswei- 
se können Barrieren sein, welche Teilhabe von Perso nen, die ihrer nicht mäch- 
tig sind, erschweren oder ausschließen. Ethische Gr undlagen gesellschaftlicher 
Gruppierungen sind richtungsweisend für den Umgang miteinander und Ande- 
ren. Teilhabe im Sinne einer inklusiven Gesellschaf t kann sich nur angenähert 
werden, indem eine fortschreitende Sensibilisierung  auf allen Ebenen gewollt 
und gefördert wird. Hierzu kann und sollte Sozialpo litik den Rahmen vorgeben, 
die Umsetzung muss aber gesamtgesellschaftlich erfo lgen, um nachhaltige 
Wirksamkeit zu erzielen. 
 
Partizipation ist eine der drei Säulen der Sozialpo litik in der Wissenschafts- 
stadt Darmstadt. Beteiligung findet nicht nur im Ra hmen städtebaulicher Maß- 
nahmen wie der Umwandlung von Konversionsflächen in  Wohngebiete oder der 
Offenlegung von Bauleitplänen statt. Bürgerinnen un d Bürger sind z.B. im 
Rahmen des Bürgerhaushalts aufgerufen, sich aktiv z ur Verwendung von Mit- 
teln einzubringen.  
Konsultation 
Diskussionsveranstaltung, Befragung, Bür- 
ger/innenversammlung, Stellungnahmen, etc.  
Mitbestimmung 
Stadtteilforum, Runder Tisch,                              
Leitlinienentwicklung, etc. 
Information 
Informationsveranstaltung, öffentliche Einsichtnahme, Aushang, 
Wurfsendung, etc.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
20 
  
Seit November 2015 ist auf der städtischen Homepage  eine Vorhabenliste ein- 
gestellt, auf der  sich alle Bürgerinnen und Bürger  über geplante Projekte der 
Stadt informieren und erfahren können, ob und in welcher Form eine Bürgerbe- 
teiligung geplant ist.   
Für die Beteiligungsprozesse wurden in einem Arbeit skreis Leitlinien entwi- 
ckelt, welche dazu beitragen sollen, Beteiligung zu vereinfachen und bürgernah 
umzusetzen.  
Erstmalig wurde im September 2015 die Interessenver tretung für ältere Men- 
schen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt gewählt. 
 
Interessenvertretung für ältere Menschen der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
2015 wurde per Magistratsbeschluss die Einrichtung einer Interessenvertre- 
tung für ältere Menschen verabschiedet. Der Entsteh ungsprozess bildet ein 
weiteres Beispiel für gelungene Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern.  
Ein Magistratsbeschluss von 2011 zum Thema Senioren vertretung in Darm- 
stadt stieß auf Kritik verschiedener Institutionen und aus den Reihen interes- 
sierter Bürgerinnen und Bürger. Um dieser Kritik Re chnung zu tragen, fand am 
22.05.2012 eine Anhörung im Sozialausschuss der Sta dtverordnetenversamm- 
lung zum Thema Seniorenvertretung statt. Gehört wur den Vertretungen aus 
folgenden Institutionen:  
- Fachkonferenz Altenhilfe 
- Seniorenrat e.V. 
- Initiative gewählter Seniorenbeirat 
- Evangelische und katholische Kirchen (vertreten durch das ev. Dekanat) 
- Migrantenselbstorganisationen (vertreten durch Magnolya e.V.) 
- Verwaltung (Amt für Soziales und Prävention) 
Der Sozialausschuss griff die Impulse aus der Anhör ung auf. Der Magistrat 
wurde gebeten, eine neue Vorlage auszuarbeiten. Die se sollte möglichst viele 
der vorgetragenen Aspekte berücksichtigen und unter  Berücksichtigung der 
Prämissen Sozialraumorientierung, Partizipation und  Prävention in einem par- 
tizipativen Dialogprozess mit Expertinnen und Exper ten aus der Anhörung ent- 
wickelt werden.  
Der daraus resultierende Dialogprozess wurde seiten s der Politik von Sozialde- 
zernentin Barbara Akdeniz moderiert und begleitet. Beteiligt waren Vertretun- 
gen aus den oben genannten Institutionen und Initia tiven. Gemeinsam wurden 
die Grundlagen der Interessenvertretung in einer Sa tzung festgelegt. Mit Un-

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
21 
  
terstützung durch Rechtsamt, Bürger- und Ordnungsam t, sowie dem Amt für 
Soziales und Prävention der Wissenschaftsstadt Darm stadt wurde eine Wahl- 
ordnung entwickelt. 
Die Interessenvertretung vertritt die ältere Generation gesamtstädtisch, in den 
einzelnen Stadtteilen und in den städtischen Gremien. 
 
Zu den Aufgaben der Interessenvertretung gehören Be ratung, Unterstützung 
und Information städtischer Gremien und sonstiger O rganisationen. Die Be- 
dürfnisse, Interessen und Bedarfe der älteren Mensc hen sowohl in den Stadt- 
teilen als auch gesamtstädtisch sollen an städtisch e Gremien übermittelt wer- 
den. Ein jährlicher Bericht an den Magistrat und di e Stadtverordnetenver- 
sammlung ist zu erstellen. 
Die Interessenvertretung setzt sich zusammen aus 19  gewählten und acht de- 
legierten Mitgliedern. Wählbar und delegierbar sind  Personen ab Vollendung 
des 60. Lebensjahres, welche ihren Hauptwohnsitz in  der Wissenschaftsstadt 
Darmstadt haben.  
Die delegierten Mitglieder der Interessenvertretung  sollen die Interessen von 
Personengruppen wahrnehmen, die ihre Interessen nur  eingeschränkt oder 
nicht selbst vertreten können. Hierzu gehören:  
- Ambulant Pflegebedürftige 
- Stationär Pflegebedürftige 
- Menschen mit psychischer Erkrankung 
- Menschen mit Demenz 
- Menschen, die sozial benachteiligt sind 
- Menschen mit Migrationshintergrund 
- Menschen mit körperlicher Behinderung 
- Menschen mit geistiger Behinderung 
Der Magistrat hat die Interessenvertretung rechtzeitig über alle Angelegenhei- 
ten, die ältere Menschen betreffen, zu unterrichten und anzuhören. Die Inte- 
ressensvertretung hat in den Ausschusssitzungen ein Rede- und Vorschlags- 
recht. 
Weitere Einzelheiten können der Satzung und Wahlord nung der Interessenver- 
tretung entnommen werden. Diese sind aktuell auf de r städtischen Homepage 
unter folgendem Link einsehbar: 
https://www.darmstadt.de/leben-in-
darmstadt/soziales-und-gesellschaft/seniorinnen-und-senioren/index.htmnoch  
Die konstituierende Sitzung der Interessenvertretun g fand am 4. November 
2015 statt.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
22 
  
3.1.2 Stadtteilebenen 
Darüber hinaus sind durch unterschiedliche Ausgangs lagen und Trägerschaft 
in einigen Stadtteilen bereits für alle interessier ten Bürgerinnen und Bürger 
zugängliche „Stadtviertelrunden“ entstanden. Diese Stadtviertelrunden werden 
unterschiedlich genannt, z.B. „Stadtteilrunde Krani chstein“, „Stadtviertelrunde 
Eberstadt“, „Stadtviertelrunde Waldkolonie 2020“, „ Stadtviertelrunde Pallas- 
wiesen-/Mornewegviertel“, „Stadtteilforum Arheilgen “ oder das neu initiierte 
„Stadtteilforum Eberstadt“. Diese Stadtviertelrunden oder Stadtteilforen bieten 
allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Institutionen vor Ort eine 
Austausch- und Vernetzungsplattform, um gemeinsamen  Einfluss auf die Ge- 
staltung des jeweiligen Stadtteils nehmen zu können und ihre Anliegen auch an 
politische Mandatsträger/innen weiterzuleiten. Dies e Foren werden sukzessive 
in allen Stadtteilen auf den Weg gebracht.  
 
Projekt „Gepflegt leben im Stadtteil…“  
Um auch die besonderen Belange älterer Menschen bes ser zu berücksichtigen, 
wurden in einem Kooperationsprojekt 14  „Runde Tische für Ältere“ initiiert. Die 
Kooperationspartner/innen bildeten eine Koordinatio nsgruppe, welche den 
Austausch und Vernetzung von Institutionen und Bürg erinnen und Bürgern im 
Stadtteil initiierte.  
Kooperationsgrundlagen: In den Stadtteilen der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
sind Versorgungsstrukturen und Teilhabemöglichkeite n für Menschen im Alter 
sehr unterschiedlich ausgeprägt. 
• Auch die Lebenslagen und Wünsche älterer Menschen s ind individuell 
verschieden und gestalten sich entsprechend den jew eiligen Lebensent- 
würfen. Ihre Teilhabe am sozialen Leben im Stadttei l wird beeinflusst 
durch Mobilität, Gesundheit, persönliche Aufgeschlo ssenheit, finanzielle 
Ausstattung und auch dem Willen, sich am sozialen Leben zu beteiligen. 
• Teilhabe am sozialen Leben im Stadtteil, trotz gesundheitlicher, sozialer, 
materieller oder sonstiger Einschränkungen tragen z ur Lebensqualität 
und Zufriedenheit aller bei. 
• Einzelne Institutionen und Organisationen erreichen  unterschiedliche 
Gruppierungen älterer Menschen. Kirchengemeinden si nd Ansprechpart- 
                                                
14  Kooperationspartner: Wissenschaftsstadt Darmstadt,  Pflegestützpunkt Darmstadt, Evangelische Kir- 
chengemeinde, Seniorenarbeit, Katholische Kirchenge meinden, Seniorenarbeit, Dekanat, DemenzForum- 
Darmstadt e.V., Gemeinwesenarbeit, Nachbarschaftsheim Darmstadt e.V.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
23 
  
ner/innen für ihre Gemeindemitglieder, Seniorinnen und Senioren, die 
keinem Glaubensbekenntnis angehören, brauchen eine entsprechend 
neutrale Ansprache. Ältere Menschen mit Migrationsh intergrund fühlen 
sich außerhalb ihrer Familien eher von Migrantensel bstorganisationen 
angesprochen.  
• Keine Institution kann also mit ihren Angeboten all e Menschen im Stadt- 
teil erreichen und auch nicht alleine alle Bedarfe im Blick haben. Daher 
ist es wünschenswert, die unterschiedlichen Perspek tiven zusammenzu- 
führen und zu vernetzen, um gemeinsam ein ganzheitl icheres Bild der 
Versorgungslandschaft im Stadtteil zu erhalten. 
Projektziele:  
• Durch Kooperation der verschiedenen Anbieter/innen in den Stadtteilen 
sollen gemeinsam nachhaltige Strukturen entwickelt werden, welche 
Teilhabe im Alter am sozialen Leben auch bei gesundheitlichen, sozialen, 
materiellen oder sonstigen Einschränkungen im Quartier ermöglichen.  
• Dies beinhaltet die Einbeziehung von ehrenamtlicher  Mitarbeit. Hierfür 
soll ein „Runder Tisch“ im Stadtteil initiiert werd en, an dem sich Anbie- 
ter/innen von Dienstleistungen für Seniorinnen und Senioren sowie en- 
gagierte Bürger/innen des Stadtteils einbringen und  so selbstgestaltend 
Einfluss nehmen können. 
• Die Versorgungsstrukturen in den Stadtteilen werden  dazu sukzessive 
untersucht. 
• Senioreninnen und Senioren beteiligen sich an der G estaltung der Ange- 
bote in ihrem Stadtteil und nehmen aktiv an der Strukturentwicklung und 
Umsetzung teil.  
Umsetzung: 
Die Umsetzung erfolgte in drei Schritten. Zunächst wurden Institutionen und 
Anbieter/innen mit Schwerpunkt auf ehrenamtliche Tä tigkeit, welche im jewei- 
ligen Stadtteil Angebote für ältere Menschen vorhal ten, ermittelt, z.B. Vereine 
oder Kirchengemeinden. Dies geschah ohne Anspruch a uf Vollständigkeit, eine 
spätere Beteiligung Interessierter war und ist jede rzeit möglich und erwünscht. 
Gewerbliche Anbieter/innen wurden zunächst nicht di rekt angesprochen, aber 
auch nicht ausgeschlossen. Die ermittelten Institut ionen wurden über das Vor- 
haben informiert und zu einem ersten gemeinsamen Austausch eingeladen. 
Zum folgenden Treffen, das zeitnah nach dem ersten Austausch terminiert war, 
wurden, neben Institutionen, auch ältere Bürgerinne n und Bürger des Stadt-

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
24 
  
teils als Akteur/innen und Mitgestalter/innen einge laden. Die Einladung erfolg- 
te öffentlich über die Presse und durch Plakate. Di e beteiligten Institutionen 
fungierten als Multiplikatoren/innen in ihren jewei ligen Einflussbereichen. Die- 
ses öffentliche Treffen hatte das Ziel, die Idee de s „Runden Tisches für Senio- 
rinnen und Senioren“ als Kommunikations- und Beteil igungsplattform bekannt 
zu machen, zur Mitarbeit anzuregen und durch ein Gr ußwort der Sozialdezer- 
nentin auch politisch zu legitimieren. 
Das Projekt konnte zunächst in Bessungen umgesetzt werden, hier entstand 
die „Stadtteilrunde für Senioren“. Der nächste Stad tteil war Eberstadt, hier 
nennt sich der Arbeitskreis „Seniorennetzwerk Eberstadt“.  
Projektabschluss:  
Das Projekt konnte mit Beginn der Initiierung der S tadtteilforen beendet wer- 
den. Das Aktionskonzept für das Projekt „Gepflegt ä lter werden, gut umsorgt 
im Stadtteil…“ wurde für die Initiierung der Stadtteilforen übernommen. Da die 
Stadtteilforen für alle Altersgruppen als Beteiligu ngsplattform ausgelegt sind, 
gliedern sich Arbeitskreise für ältere Menschen, wi e die Runden Tische, hier 
ein. Die Umsetzung der Stadtteilforen erfolgt ebenf alls in Kooperation mit den 
jeweiligen Organisationen vor Ort. Stadtintern koop erieren bisher Bürgerbeauf- 
tragte und Sozialplanung der Bedarfe Älterer dezern atsübergreifend sowie die 
beiden Bezirksverwaltungen für die Stadtteile Arhei lgen und Eberstadt. Im Mai 
2015 fand die Auftaktveranstaltung des ersten Stadt teilforums in Arheilgen 
statt. Für die Belange älterer Menschen bildete sic h der Arbeitskreis (AK) „Eh- 
renamtliches Engagement/Nachbarschaftshilfe“.  
Unabhängig vom Projekt „Gepflegt älter werden…“ sind auch in weiteren Stadt- 
teilen Beteiligungsplattformen für ältere Menschen entstanden. In den Stadttei- 
len Waldkolonie und Kranichstein haben sich aus den  jeweiligen Stadtteilrun- 
den heraus die „AG Gemeinsam leben und alt werden i n der Waldkolonie“ und 
„AG Senioren in Kranichstein“ als Arbeitskreise geb ildet. Erstere wird in einem 
3-jährigen Projekt von Frau Prof. Dr. Kleiner, Ev. Hochschule Darmstadt, wis- 
senschaftlich begleitet.  
Diese Arbeitskreise werden durch die Sozialplanung der Bedarfe Älterer in Ko- 
operation mit Institutionen und Bürgerinnen und Bür gern vor Ort initiiert und 
unterstützt. Durch die so entstehende Netzwerkarbei t können vorhandene Ver- 
sorgungsstrukturen erfasst und Bedarfslücken erkann t und deutlich gemacht 
werden.  
Stadtteile mit Eigennamen sind historisch entstande n, hier haben sich bereits 
Strukturen entwickelt und verfestigt. Dies lädt ehe r zur Identifikation ihrer Be- 
wohnerinnen und Bewohner ein. Hierzu gehören die St adtteile Wixhausen,

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
25 
  
Eberstadt, Bessungen, Arheilgen und Kranichstein. D ie restlichen Stadtteile 
sind lediglich statistische Konstrukte: DA-Mitte, D A-Nord, DA-Ost und DA-West. 
Dies erschwert eine Identifikation, die Bewohnerinn en und Bewohner fühlen 
sich hier eher kleinräumigeren Bezirken zugehörig, z.B. Komponisten-, Martins- 
oder Johannesviertel. Dies ist bei der Etablierung von Austausch- und Beteili- 
gungsforen zu berücksichtigen, wenn ein breites Per sonenspektrum erreicht 
werden soll. Gegebenenfalls ist nicht für jeden Bez irk dieser Stadtteile ein Be- 
teiligungsforum wie die runden Tische möglich, aber  eine sinnvolle Zusammen- 
fassung einzelner Bezirke ist erforderlich. 
 
3.2 Bürgerschaftliches Engagement 
Bürgerschaftliches Engagement wird in der Arbeitsgruppe definiert als eine Be- 
tätigung, welche freiwillig ohne Gewinnerwirtschaft ung und gemeinwohlorien- 
tiert erfolgt. Sie findet organisiert statt, z.B. i n Verbänden, Kirchen, Vereinen, 
Initiativen oder Selbsthilfegruppen. Beispiele für nicht organisiertes Engage- 
ment sind direkt demokratische Bürgerbeteiligung (W ahlen) oder individuelle 
nachbarschaftliche Unterstützung vielfältiger Art.  
Politisches Engagement in Parteien wurde in der AG nochmals differenziert 
betrachtet, da sich hier ein „positiver Effekt für Dritte 15 “ z.B. bei abweichender 
politischer Haltung nicht unmittelbar ableiten lässt.  
Engagement im Bundesfreiwilligendienst und finanzie lles Engagement in Form 
von Spenden oder Stiftungen durch Organisationen od er Einzelpersonen blei- 
ben hier unberücksichtigt. 
Für Darmstadt liegen bisher zu den genannten Engage mentformen keine In- 
formationen vor. Um einen Überblick über den Umfang  und inhaltliche 
Schwerpunkte des gegenwärtigen Engagements machen z u können, wären Er- 
hebungen in Form von Befragungen erforderlich. Aufb auend auf dem sich hie- 
raus ergebenden Erkenntnisgewinn könnten Untersuchu ngen zur Aktivierung 
von Engagementpotenzialen durchgeführt werden. Darüber hinaus sollten Wege 
gefunden werden, bereits vorhandenes Datenmaterial zu statistischen Zwecken 
zusammenzuführen und so auswertbar zu machen. Die s o entstehende Daten- 
bank würde dazu beitragen, das Freiwilligenzentrum als zentrale Koordinati- 
onsstelle besser zu etablieren. 
 
 
                                                
15  Wikipedia: Bürgerschaftliches Engagement. 
https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerschaftliches_Engagement (Stand: 13.02.2016).

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
26 
  
3.2.1 Gesamtstadt  
Das größte Potenzial ehrenamtlichen Engagements dür fte immer noch in Kir- 
chen, Verbände und Vereine münden. Auch Selbsthilfe gruppen und Initiativen 
wählen oft den Verein als Rechtsform.  
Das Amtsgericht Darmstadt verzeichnete Anfang 2014 eine Anzahl von 1.767 
eingetragenen Vereinen. Ein genauerer Einblick ist nicht möglich, weil lediglich 
Vereinsnamen und teilweise Adressen gelistet werden . Detailliertere Informati- 
onen über die Zusammensetzung der Mitgliederstruktu r und Art sowie Schwer- 
punkte der Tätigkeiten müssten bei den Vereinen dir ekt erhoben werden, was 
die Möglichkeiten dieses Berichts übersteigt (vergl. 2.2).   
Weitere organisierte Formen ehrenamtlichen Engageme nts finden sich in Orga- 
nisationen der Kirchen und in Verbänden. Hier werde n Ehrenamtliche meist 
professionell begleitet und unterstützt, um durch r echtzeitige Entlastung und 
Reflexion Überforderungen vorzubeugen.   
Das Freiwilligenzentrum Darmstadt bietet eine Anlau fstelle für Freiwilligen-, 
Flüchtlings- und Selbsthilfemanagement. Interessier te Bürgerinnen und Bürger 
können sich hier melden und in Einsatzstellen vermi tteln lassen. Darüber hin- 
aus werden unentgeltlich Beratungen und Qualifizier ungen angeboten. Diese 
können auch von Sozialorganisationen in Anspruch ge nommen werden. Träger 
des Freiwilligenzentrums ist der Paritätische, die Finanzierung erfolgt über die 
Wissenschaftsstadt Darmstadt. 
  
In der allgemeinen Datenbank des Freiwilligenzentru ms sind 342 Freiwillige 
gelistet 16 , der Frauenanteil beträgt 63%. Es liegen nur von 1 3% der gelisteten 
Personen Altersangaben vor. Diese verteilen sich au f die Altersstufen von 20 – 
29 Jahren und 60 – 69 Jahren. Deutsche Staatsbürger schaft haben 80% der 
gelisteten Personen. Die Angaben zum gewünschten Ze itaufwand pro Woche 
verteilen sich wie folgt: 
 
25% möchten sich weniger als 5 Stunden wöchentlich engagieren 
 
22% nach Vereinbarung 
14% 5-10 Stunden wöchentlich 
3% über 20 Stunden 
3% spontan 
 
                                                
16  Freiwilligenzentrum, Stichtag 15.12.2015.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
27 
  
Diese Angaben sind nicht repräsentativ, lassen aber  einen Trend erkennen, der 
vom bisherigen, klassischen ehrenamtlichen Engageme nt, mit hoher Verbind- 
lichkeit und zu festgelegten Zeiten, wegführt. Viel e soziale Organisationen nen- 
nen das Ausbleiben von jüngerem Nachwuchs als eine der größten Herausfor- 
derungen für die Zukunft.  
Klassische Angebote wie Seniorentreffs gehen zunehm end zurück. Der Nach- 
wuchs an Besucherinnen und Besuchern bleibt ebenso aus, wie der Nachwuchs 
an Menschen, die bereit sind, Leitung und Organisat ion eines Treffs ehrenamt- 
lich zu übernehmen. Dies betrifft Treffs in kirchli cher, kommunaler und ver- 
bandlicher Trägerschaft gleichermaßen. Daher kann d avon ausgegangen wer- 
den, dass nicht die Trägerausrichtung entscheidend ist, sondern eher ein ge- 
samtgesellschaftlicher Veränderungsprozess diese Entwicklungen auslöst.   
Interessanterweise sind im Freiwilligenzentrum in d er Datenbank für Flücht- 
lingshilfen 975 Personen gelistet. Hier ist der Fra uenanteil mit 65% sogar ge- 
ringfügig höher als in der allgemeinen Datenbank.  
Dies zeigt ein bisher unerschlossenes, nicht unerhe bliches Potenzial ehrenamt- 
lichen Engagements. Dieses Potenzial genauer zu unt ersuchen, könnte eben- 
falls wichtige Hinweise auf die Gestaltung künftiger Engagementfelder geben.  
 
3.2.2 Stadtteilebenen  
In einigen Stadtteilen werden bereits mit kommunale r Unterstützung im Rah- 
men bürgerschaftlichen Engagements soziale Treffpun kte und nachbarschaftli- 
che Unterstützungssysteme aufgebaut. Beides wird in  der Regel miteinander 
verknüpft, da soziale Treffpunkte, z.B. in Form von  Nachbarschaftscafés, als 
Begegnungsorte idealerweise über unterstützungsrelevante Netzwerke verfügen 
und Anliegen niederschwellig eingebracht und/oder b emerkt werden können. 
Im Folgenden werden einige Beispiele ehrenamtlichen  Engagements im Rah- 
men nachbarschaftlicher Unterstützungssysteme und Netzwerke vorgestellt.   
 
Im Stadtteil Wixhausen  gibt es seit 2010 als Gemeinschaft im DRK, Ortsver - 
band Wixhausen, die Aktiven Senioren .
17  Sie sind gut vernetzt mit anderen sozi- 
al engagierten Vereinen und Gruppierungen, sowie der Fachkonferenz Altenhilfe 
und der Sozialplanung der Bedarfe Älterer. Folgende  Ziele stehen auf ihrer 
Agenda: 
                                                
17  Aktive Senioren Wixhausen, http://aktive-senioren.wixhausen.de/node/211 (Stand: 16.02.2016).

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
28 
  
• im Stadtteil Wixhausen infrastrukturelle, kulturell e und soziale Voraus- 
setzungen schaffen, um möglichst lange selbstbestim mt im eigenen Zu- 
hause leben zu können 
• intergenerative Möglichkeiten eröffnen, um im Rahme n ehrenamtlichen 
Engagements Wissen, Können und Erfahrung zum Nutzen  der Gesell- 
schaft einzubringen 
• durch den Betrieb der Begegnungsstätte der Vereinsa mung entgegen- 
wirken und 
• in Kooperation mit Bauträgern und Grundstückseigner n im Stadtteil bar- 
rierefreie Wohnungen entstehen zu lassen  
Die Aktiven Senioren haben bereits viel erreicht, n äheres hierzu und weitere 
Informationen sind auf ihrer Homepage einzusehen. 
 
In Kranichstein ist der  Verein Hiergeblieben e.V.  aktiv. Er setzt sich für die 
Etablierung eines Service-Zentrums mit folgenden Angeboten ein: 
• Beratung und ambulante Pflege, rund um die Uhr und fußläufig erreich- 
bar. 
• Nachbarschaftscafé für Freizeitgestaltung, Unterhaltung und Kultur. 
• Ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe bei Unterstützung sbedarf in profes- 
sioneller Koordination. 
• Vermittlung haushaltsnaher Dienstleistungen. 
Aus strukturellen Gründen wird der Verein Hiergeblieben e.V. im Themenfeld 3. 
Wohnen und Wohnumfeld näher beschrieben.  
 
 Im Stadtteil Arheilgen hat sich im Rahmen des Stadtteilforums 2015 der Ar-
beitskreis (AK) Ehrenamtliches Engagement und Nachbarschaftshi lfe  gebildet. 
Hier sind bisher Vertretungen verschiedener soziale r Organisationen, kirchli- 
cher Träger und Stadt Darmstadt, Sozialplanung der Bedarfe Älterer zusam- 
mengeschlossen. Der AK ist offen für Interessierte und hat folgende Ziele:  
• Austausch und Vernetzung bereits bestehender Angebote im Stadtteil 
• Informationsgewinnung zur passgenaueren Angebotsgestaltung 
• gegenseitige Kooperation und Ressourcenaustausch bei Bedarf 
• gemeinsame Interessen zusammenführen und vertreten 
• gemeinsam Lösungsansätze für künftige Gestaltung entwickeln 
In Arheilgen sind Unterstützungssysteme in den vers chiedenen Trägerschaften 
parallel entstanden und gewachsen. Diese auf Augenh öhe zusammenzuführen 
und zu vernetzen ist ein wichtiger Schritt zur weit eren Entwicklung von Struk- 
turen, welche selbstbestimmtes Leben im Alter unterstützen.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
29 
  
In Bessungen engagiert sich die Stadtteilrunde für Senioren für die Belange älte- 
rer Menschen. Die Stadtteilrunde arbeitet bisher themenzentriert und trifft sich 
unter der organisatorischen Leitung der Geschäftsfü hrerin des Nachbar- 
schaftsheim Darmstadt e.V. und einer Vertreterin de r Ökumenischen Gemein- 
derunde Bessungen.   
 
Im Stadtteil Eberstadt entwickelt sich das Seniorennetzwerk Eberstadt . Auch 
hier stehen die Elemente nachbarschaftliche Unterst ützung, Nachbarschaftsca- 
fé und Vernetzung im Mittelpunkt. Weitere Arbeitsgr uppen sind in Planung. 
Eberstadt ist ein großer Stadtteil 
 mit 5 statischen Bezirken. Das Seniorennetz- 
werk Eberstadt möchte alle Bezirke einbeziehen und berücksichtigt dies in sei- 
ner Öffentlichkeitsarbeit. 
Bisher wurde einmal monatlich ein Nachbarschaftscaf é realisiert. Die Arbeits- 
gruppe Eber-schaffts-Hilfe möchte ein nachbarschaftliches Unterstützungssys- 
tem etablieren. Dies beinhaltet folgende Angebote:  
   
• Unterstützung bei Einkauf,  
• Begleitungsangebote für Freizeit, Arztbesuche etc.,  
• kleine Hilfen im Haushalt,  
• Hilfe bei Umgang mit PC,  
• Hilfe bei Krankheit/Notfälle, keine Pflege 
 
Arbeitsgruppen zu weiteren Themen sind in Planung. 
 
3.3 Bildung und Kultur 
3.3.1 Bildung 
Lebenslanges Lernen und Zugang zu Bildungsmöglichke iten auch im Alter för- 
dern Persönlichkeitsentwicklung, Alltagsbewältigung  und unterstützen die so- 
ziale Teilhabe. Unbestritten ist, dass Lernen auch im Alter die individuelle geis- 
tige Aktivität fördert, Kommunikationsfähigkeiten v erbessert und ein flexibleres 
Handlungsspektrum ermöglicht. 
18  Ein weiterer Aspekt ist die Förderung von 
intergenerativem Erfahrungstransfer.  
In der Praxis, bzw. im gesellschaftlichen Alltagsge schehen wirken sich diese 
Überlegungen nur dann aus, wenn ältere Menschen tat sächlich auch (Weiter-) 
Bildungsmöglichkeiten nutzen. Hierzu gibt es Unters uchungen, die bestätigen, 
dass die Bereitschaft an betrieblichen und beruflic hen Veranstaltungen teilzu- 
nehmen, von den bereits vorhandenen Bildungsabschlüssen abhängt. Personen 
                                                
18  Scheich, H. (2006): Lernen und Gedächtnis. In: Nuissl, E. (Hrsg.): Vom Lernen zum Lehren Bielefeld, 
S.75-92.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
30 
  
mit höheren Bildungsabschlüssen nehmen etwa doppelt  so häufig an Veran- 
staltungen zur Fort- und Weiterbildung teil, wie Pe rsonen mit niedrigem oder 
ohne Bildungsabschluss. 19  Die Untersuchungen zeigen auch, dass die Teil- 
nahmebereitschaft mit zunehmendem Alter nachlässt. Hierbei ist zu berück- 
sichtigen, dass die nachlassende Teilnahmebereitsch aft möglicherweise durch 
den bevorstehenden beruflichen Ausstieg determiniert ist und die Bildungsinte- 
ressen sich anderen, hier nicht erfassten Themenfeldern zuwendet. 
Um erste Informationen zum Bildungsverhalten älterer Menschen in Darmstadt 
zu bekommen, wurden zunächst zwei Institutionen bet rachtet, der Verein Aka- 
demie 55+ Darmstadt e.V. 20  und die Volkshochschule Darmstadt (VHS). Die 
Akademie 55+ spricht mit ihrem Programm eher Mensch en mit höherem Bil- 
dungsabschluss an. Bei der VHS wird davon ausgegangen, dass sie (Nomen est 
omen) mit ihrem Angebot ein breiteres Publikum erreicht.  
Die Akademie 55+ bietet für Mitglieder und Interess ierte ab dem 55. Lebens- 
jahr Kurse und Veranstaltungen an. Im Angebot sind Sprach- und Computer- 
kurse, Vorträge, sportliche Angebote, Tagesausflüge , Reisen und Seminare zu 
unterschiedlichen Themen. Das Angebot kann jederzei t auf weitere Inhalte 
ausgedehnt werden. Alle Mitarbeiter/innen und Vortr agende arbeiten ehren- 
amtlich, die Kurse sind für Mitglieder im Mitglieds beitrag enthalten. Dieser be- 
trägt 65€ jährlich und ist bei Bezug von Grundsiche rung auf 35€ ermäßigt. Der 
Verein hatte 2014 1289 Mitglieder. Der Frauenanteil  ist etwa doppelt so hoch 
wie der Männeranteil. Der Altersschwerpunkt der Mitglieder liegt etwa zwischen 
65 und 79 Jahren. 803 Mitglieder leben in Darmstadt . An den angebotenen 
Kursen haben im 1. Halbjahr 2587 Personen teilgenom men, im 2. Halbjahr 
2709 Personen. Selbst wenn davon ausgegangen wird, dass hier Doppelungen 
vorliegen, also einige Personen in beiden Halbjahre n Kurse besucht haben, 
zeigt die Teilnehmer/innenzahl ein hohes Bildungsinteresse. 
Ein Blick auf die Statistik der Volkshochschule Dar mstadt 21  zeigt, dass die 
meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer Sprachen bel egen, darunter am häu- 
figsten Deutsch als Fremdsprache. Danach kommen ges undheitliche Themen. 
Die Veranstaltungen werden ebenfalls etwa doppelt s o oft von Frauen wie von 
Männern besucht. Im Jahr 2014 nahmen insgesamt 11.8 02 Personen an den 
angebotenen Kursen teil.  
                                                
19   Jens Friebe, Bildung bis ins hohe Alter, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung Leibniz-Zentrum 
für Lebenslanges Lernen Dezember 2009    http://www.die-bonn.de/doks/friebe0901.pdf  (Stand 
14.02.2016) 
20  Akademie 55+ Homepage, http://www.aka55plus.de/index.php/wir-ueber-uns  (Stand 14.02.2016) 
21  Auszug aus Datenreport 2015  https://www.darmstadt.de/fileadmin/Bilder-
Rubriken/Standort/Statistik_und_Stadtforschung/pdf/jahrbuch/07Bildung/K07-44-45.pdf

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
31 
  
Die beiden ausgewählten Bildungsträger geben einen ersten Einblick zur Wahr- 
nehmung von non-formalen Bildungsangeboten, lassen aber keine belastbaren 
Rückschlüsse über den Bildungsstand und damit verbu ndene Teilnahmekrite- 
rien zu. Um weiterführende Aussagen zum Bildungsver halten älterer Menschen 
in der Wissenschaftsstadt Darmstadt zu machen und daraus Handlungsbedarfe 
ableiten zu können, wird eine Befragung im Rahmen e iner wissenschaftlichen 
Studie angeregt um auch niedrigschwelligere Bildung sangebote zu erfassen. 
Auf Stadtteilebene finden meist in Räumen für bürge rschaftliche Nutzung zahl- 
reiche weitere Bildungsangebote in Form von Veranst altungen und Kursen 
statt. Vereine wie der Seniorenrat e.V. bieten PC-K urse für Seniorinnen und Se- 
nioren an.  
   
3.3.2 Kultur  
Im kulturellen Bereich gibt es in der Wissenschafts stadt für alle Altersgruppen 
ein breites Angebot. Neben Staatstheater, halbNeun Theater, Theater Moller 
Haus, Neue Bühne Darmstadt, West Side Theatre, Hoff ART-Theater oder Co- 
medy Hall mit Kikeriki-Theater bieten Kultur- und V eranstaltungshäuser ein 
vielfältiges, abwechslungsreiches Programm. Nähere Informationen zu kulturel- 
len Angeboten und Veranstaltungskalender sind u.a. der städtischen Homepa- 
ge 
22  zu entnehmen und brauchen hier nicht weiter aufgeführt werden.  
Im Rahmen des ersten Aktionsplans der Wissenschafts stadt Darmstadt 23  ist 
die Entwicklung eines inklusiven Kulturführers gepl ant, welcher über kulturelle 
Einrichtungen und deren Angebote informiert. Auch d er Abbau von Barrieren 
wird im Zuge der Umsetzung des Aktionsplans weiter vorangetrieben. Für städ- 
tische Kultur- und Veranstaltungshäuser ist ein bar rierefreier Zugang entweder 
bereits weitestgehend möglich oder wird angestrebt.   
Die Teilhabecard 24  bietet ermäßigte Eintrittspreise im sozialen und k ulturellen 
Bereich. 
Um gesellschaftliche Teilhabe zu fördern, bietet da s Seniorenprogramm 
25  der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt ein sehr differenziert es, kostengünstiges Spekt- 
                                                
22  Wissenschaftsstadt Darmstadt: Veranstaltungskalender. 
http://www.darmstadt.de/veranstaltungskalender/index.htm?no_cache=1 (Stand: 13.02.2016). 
23  Wissenschaftsstadt Darmstadt: Auf dem Weg zur inklusiven Stadt. Erster Aktionsplan der Wissen- 
schaftsstadt Darmstadt zur Umsetzung des Übereinkommens der vereinten Nationen über die Rechte von 
Menschen mit Behinderung. 
24  Wissenschaftsstadt Darmstadt: Teilhabecard. https://www.darmstadt.de/leben-in-darmstadt/soziales-
und-gesellschaft/teilhabecard/ (Stand: 13.02.2016).  
25  Wissenschaftsstadt Darmstadt: Programm für Seniorinnen und Senioren. 
https://www.darmstadt.de/fileadmin/Bilder-

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
32 
  
rum an kulturellen, informativen, sportlichen, musi kalischen und geselligen 
Angeboten an.    
 
3.4 Handlungsempfehlungen  aus der AG Partizipation, bürger- 
schaftliches Engagement, Bildung und Kultur 
Um für dieses Themenfeld weiterführende Handlungsempfehlungen auszuspre- 
chen, ist zunächst weitere Informationsgewinnung erforderlich.  
• Es fällt auf, dass Beteiligung von Menschen mit Mig rationshintergrund 
nach wie vor überwiegend durch Ansprache und aufsuc henden Zugang 
erreicht werden kann. Um genauere Aufschlüsse zur N achhaltigkeit bis- 
heriger Maßnahmen und Projekte zu erhalten und so m öglicherweise op- 
timieren zu können, wird eine wissenschaftliche Übe rprüfung der Ergeb- 
nisse der bisher in Darmstadt erfolgten Maßnahmen angeregt 
• Erstellung einer übergreifenden Datenbank zur Erfas sung ehrenamtli- 
chem Engagements (vergl.3.2) 
• Hauptamtliche Koordination und Vernetzung ehrenamtl ichen Engage- 
ments im Rahmen der Stadtteilforen und Runden Tische 
• stärkere institutionelle Vernetzung und Austausch, könnte z.B. über die 
Foren erfolgen 
• Entwicklung eines strategischen, sozialplanerischen  „Masterplans“ zur 
weiteren Vorgehensweise: Steuerung und Zusammenführ ung von Stadt- 
teilforen, deren Finanzierung, Koordination und Anb indung an die Ver- 
waltung. Gestaltung künftiger Angebote und ggf. der en Trägerschaft, s. 
auch 4.3. 
• dezentrale Beratungsstrukturen, auch zur Wohnberatung (vergl. 4.4)  
 
 
 
 
 
 
                                                                                                                                                   
Ru- 
briken/Leben_in_Darmstadt/soziales/senioren/5024_Seniorenprogramm_DA_2016_Finale_web_Endfassu 
ng.pdf (Stand: 13.02.2016).

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
33 
  
4. Wohnen und Lebensführung 
 
Die Bereiche Wohnen und Lebensführung sind voneinan der abhängig und wer- 
den daher in einem gemeinsamen Themenfeld zusammeng efasst. In der AG 
wurde zunächst die Abgrenzung zu anderen Themenfeld ern diskutiert, insbe- 
sondere zum Thema Pflege. Hier bilden Unterstützung sbedarf an haushaltsna- 
hen Dienstleistungen sowie die Anpassung von Wohnra um Schnittmengen. 
Beide Bereiche wurden strukturell dem Thema Wohnen und Wohnumfeld zuge- 
ordnet, da sie Pflege nicht nur unterstützen, sonde rn bereits als Vorstufe zur 
Pflege erforderlich oder sogar unumgänglich sein kö nnen, um ambulant vor 
stationär zu ermöglichen.  
Auch Mobilität wird im Zusammenhang mit Wohnen und Wohnumfeld gesehen, 
insbesondere im Kontext Barriereabbau und ÖPNV. Die barrierefreie Ausgestal- 
tung der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist ein wichtiges Anliegen der Sozialpo- 
litik und wird in der Stadtplanung berücksichtigt. Um Barrieren kleinräumig in 
bestehenden Wohnquartieren zu identifizieren und ab zubauen, ist die Mitwir- 
kung und Beteiligung der Menschen vor Ort erforderlich (vergl. 2.1).  
 
4.1 Gesamtstadt 
Bei aller Diversität im Alter gibt es einen gemeins amen Nenner: nahezu alle 
befragten Personen möchten, solange es irgendwie mö glich ist, auch im Alter 
in ihrem vertrauten Wohnumfeld bleiben und bei Beda rf auch versorgt werden. 
Diese bundesweite Entwicklung bestätigt sich auch i n den Ergebnissen von 
kleinräumigen Befragungen auf Stadtteilebene in Dar mstadt.26  Daraus ergeben 
sich Herausforderungen an die kleinräumige Quartier sentwicklung, besonders 
in den Bereichen Wohnen und Infrastruktur. Aber auc h der Zugang zu Freizeit- 
angeboten, Kultur und Sport sollte gegeben sein.   
Immer mehr Menschen werden immer älter, dies ist je doch kein isolierter Fak- 
tor, sondern eine gesamtgesellschaftliche Entwicklu ng, die alle Altersgruppen 
auf allen sozialen Ebenen betrifft.  
Für das Themenfeld Wohnen und Lebensführung sind Ba rriereabbau und Infra- 
struktur zentrale Faktoren, die proportional zu Ein schränkungen der Mobilität 
                                                
26  TU Darmstadt, Stadtforschung / Institut für Soziologie, Wissenschaftsstadt Darmstadt (2009): Befra- 
gung Generation 65+ in Wixhausen. 
TU-Darmstadt, Stadtforschung / Institut für Soziologie, Wissenschaftsstadt Darmstadt (2015): Lebenssi-
tuation der Generation 65+ im Stadtteil Darmstadt-Nord.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
34 
  
an Bedeutung gewinnen. Mobilitätseingeschränkt könn en Menschen mit kör- 
perlicher, geistiger oder psychischer Behinderung s ein. Auch soziale Kompe- 
tenzen und wirtschaftliche Möglichkeiten können sic h mobilitätseinschränkend 
auswirken. Je ausgeprägter die jeweilige Einschränk ung ist, desto mehr gewin- 
nen das nahe Umfeld und der private Wohnraum an Bed eutung. Betroffen hier- 
von sind auch ältere Menschen – neben anderen Bevöl kerungsgruppen. So pro- 
fitieren grundsätzlich auch Familien mit Kleinkindern von barrierefreien/-armen 
Wohnungen und ebensolchem öffentlichem Nahraum.  
Das Interesse an barrierefreiem/-armen und somit au ch altersgerechtem 
Wohnraum zeigt sich in verschiedenen Wohnprojekten,
27  die teilweise bereits 
erfolgreich umgesetzt werden konnten. Projekte für gemeinschaftliches Woh- 
nen sprechen bisher allerdings nur einen kleinen Te il der Bevölkerung an, sie 
bilden aber eine wichtige Ergänzung. Bei eintretend em Unterstützungsbedarf 
von Bewohnerinnen und Bewohnern stoßen jedoch auch intergenerative Wohn- 
projekte an Grenzen, insbesondere, wenn längere Zei träume kontinuierlich zu 
überbrücken sind.  
Mindestens ebenso wichtig wie bezahlbarer, barriere freier/-armer Wohnraum 
in entsprechendem Wohnumfeld ist die Verfügbarkeit von bezahlbaren bzw. 
kostenlosen haushaltsnahen Dienstleistungen bei Unt erstützungsbedarf. Dies 
erfordert neue Konzepte, die für die Darmstädter St adtteile in fortlaufenden 
partizipativen Prozessen mit Bürgerinnen und Bürger n, Wohnungswirtschaft 
und Institutionen vor Ort zu entwickeln sind. Gemei nsam sollten die Grenzen 
für ehrenamtliches Engagement ausgelotet und profes sionelle Unterstüt- 
zungsmöglichkeiten einbezogen werden.  
Die Beurteilung der Lebensqualität in einem Stadtte il ist immer auch subjektiv 
und nur unzureichend in Strukturdaten messbar. Um h ierzu Informationen als 
Planungsgrundlage zu gewinnen, sind Erhebungen wie die Bürgerumfrage zur 
Lebensqualität 
28  unerlässlich. Diese sollten nach Altersgruppen aus gewertet 
werden, um Erkenntnisse über die subjektive Lebensq ualität älterer Menschen 
zu erhalten. Detailliertere Informationen geben kle inräumige Erhebungen auf 
Stadtteilebene, wie in Arheilgen, Wixhausen und Da-Nord durchgeführt.  
Die Erfassung der Infrastruktur auf Stadtteilebene ist mit den zur Verfügung 
stehenden Mitteln sehr zeitintensiv und müsste zude m jährlich wiederholt wer- 
den, um aktuell zu bleiben. Der Einzelhandel unterl iegt letztendlich betriebs- 
                                                
27  Förderverein Gemeinsames Wohnen Jung und Alt e.V. Darmstadt: Wohnprojekte in Darmstadt und 
Umgebung. http://www.wohnprojekte-darmstadt.de/wohnprojekte  (Stand: 13.02.2016). 
28  Wissenschaftsstadt Darmstadt: Statistik und Stadtforschung. 
https://www.darmstadt.de/standort/statistik-und-stadtforschung/index.htm (Stand: 13.02.2016).

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
35 
  
wirtschaftlichen Gegebenheiten. Wenn in einem Stadt teil aus Gründen der Ren- 
tabilität Geschäfte schließen und damit Versorgungs möglichkeiten wegfallen, 
wird sich diese Lücke meistens nicht durch Neuansie dlung eines anderen An- 
bieters schließen lassen. Problematisch kann sich h ier vor allem die Versor- 
gung mit Gütern des täglichen Bedarfs und medizinische Versorgung gestalten.  
  
4.2 Stadtteilebenen 
4.2.1 Infrastruktur 
Die Infrastruktur der Darmstädter Stadteile und der en Bezirke ist unterschied- 
lich ausgeprägt. So gibt es aktuell (Stand Februar 2016) im Bezirk Waldkolo- 
nie, Stadtteil Darmstadt-Nord, keine Einkaufsmöglic hkeit für Lebensmittel und 
andere Güter des täglichen Bedarfs mehr. Eine Bäcke rei und eine Metzgerei 
sind noch vor Ort. Es ist fraglich, ob eine Neuansi edlung eines rein kommerzi- 
ellen Lebensmittelgeschäfts zustande kommt und ob d ie zu erwartenden Um- 
sätze eine Nachhaltigkeit gewährleisten würden, dies könnte durch eine profes- 
sionelle Unternehmensberatung unter Berücksichtigun g des Stadtteilentwick- 
lungspotenzials geprüft werden.  
Neben der fehlenden Nahversorgung ist zusätzlich ei n offener sozialer Treff- 
punkt verloren gegangen, welcher besonders auch für  ältere Menschen eine 
neutrale Möglichkeit geboten hatte, sich ohne Kirch en- oder Vereinszugehörig- 
keit zu begegnen.  
Diese Problematik ist aus dem ländlichen Raum bekan nt. Zur Lösung wurden 
mittlerweile Dienstleistungskonzepte 
29  entwickelt, welche den unterschiedli- 
chen Bedarfen Rechnung tragen. Es sind Nachbarschaf tsläden entstanden, 
welche möglichst viele Funktionen in sich vereinen.  Neben der Versorgung mit 
Gütern des täglichen Bedarfs werden Dienstleistunge n und ein sozialer Treff- 
punkt, z.B. ein niedrigschwelliger Cafébetrieb ange boten. Die Trägerschaft 
kann sehr unterschiedlich aussehen. Es gibt Dorf- b zw. Nachbarschaftsläden 
als Integrationsbetriebe für Menschen mit Behinderu ng oder Beschäftigungs- 
förderung. Einige Läden sind genossenschaftlich org anisiert, andere werden 
von Landwirtschaftlichen Erzeugern betrieben, welch e neben ihren eigenen 
Produkten auch andere Bedarfsgüter anbieten.  
Hier könnte auch für die Waldkolonie und andere bet roffene Bezirke ein Lö- 
sungsansatz liegen, dies sollte in den Beteiligungs foren vor Ort wie der Stadt- 
                                                
29  Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg (2014): Dorfläden in Nordhessen. https://www.ihk-
kassel.de/solva_docs/dorflaeden_in_nordhessen.pdf (Stand: 13.02.2016).

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
36 
  
viertelrunde oder der AG „Gemeinsam leben und alt w erden“ diskutiert und ei- 
ne passende Strategie entwickelt werden. Möglicherw eise könnte ein bereits 
vorhandenes Angebot, wie die Bäckerei, zu einem Aus bau bereit sein oder ein 
Landwirtschaftlicher Erzeuger aus dem Umland ließe sich gewinnen.  
Einen weiteren Lösungsansatz bietet ein „Shopping S huttle“: ein Fahrdienst 
holt mit einem Kleinbus zu festgelegten Zeiten interessierte Personen an einem 
vereinbarten Treffpunkt ab und fährt zu einem Einka ufszentrum. Nach einer 
vereinbarten Zeit werden alle wieder im Stadtteil abgesetzt. Ein Shopping Shut- 
tle berücksichtigt ebenfalls soziale Komponenten, a llerdings kann nur eine be- 
grenzte Personenzahl in einem vergleichsweise klein en Zeitfenster mitgenom- 
men werden. 
Mit reinen Lieferdiensten durch den Einzelhandel od er Einkaufsdienste kann 
zwar die Versorgung abgesichert werden, sie reduzie ren Sozialkontakte aller- 
dings auf ein Minimum.  
Die Zufriedenheit älterer Menschen mit der Infrastr uktur im Stadtteil lässt sich 
aus den Bürgerbefragungen nicht direkt ableiten, da  der Anteil der befragten 
Personen ab 65 Jahren nur 21,3% beträgt. Daher ist davon auszugehen, dass 
sich möglicherweise abweichende Ergebnisse für ausd ifferenzierte Alterskohor- 
ten ergeben würden.  
In den Stadtteilen Wixhausen und Darmstadt-Nord gab en zwischen 85% und 
95% der befragten Personen an, gerne bis sehr gerne im Stadtteil zu leben.  
Dies relativiert sich auf Bezirksebene. In den stat istischen Bezirken Morneweg- 
und Pallaswiesenviertel wohnen zusammen nur 60,3% d er Befragten gerne bis 
sehr gerne im Stadtteil. Der Stadtteil Darmstadt-No rd macht deutlich, wie 
wichtig eine kleinräumige Betrachtung ist. 
Die Beurteilung der Wohn- und Lebenssituation ist i mmer auch subjektiv. So 
leben in der Waldkolonie trotz ungünstiger Einkaufs möglichkeiten 82,8% gerne 
bis sehr gerne im Stadtteil. Das zeigt, dass der Wo hlfühlgrad von mehreren 
Faktoren bestimmt wird.  
Die Erhebungen in Wixhausen und Darmstadt-Nord berü cksichtigen Versor- 
gungsgrade im gesundheitlichen-, gesellschaftlichen -, Dienstleistungs-, und 
infrastrukturellen Bereich. Die hier verwendeten Fr agestellungen könnten für 
weitere Stadtteile genutzt werden.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
37 
  
Tabelle 6, Wohlfühlfaktor im Stadtteil 
 Sehr gern % Gern % Teils/teils % Eher ungern 
% 
Sehr ungern 
% 
Johannesviertel  61,6 32,3 4,9 1,2 0,0 
Martinsviertel West  64,7 30,1 5,1 0,0 0,0 
Martinsviertel Ost 54,4 36,8 7,1 1,1 0,5 
Waldkolonie 47,2 35,6 16,9 0,4 0,0 
Morneweg-/ Pal- 
laswiesenviertel 
16,7 43,6 32,1 5,1 2,6 
Am Ziegelbusch 47,4 41,2 10,1 1,3 0,0 
gesamt 51,0 36,3 11,3 1,1 0,3 
Quelle: Uwe Engfer, André Bonin, „Die Lebenssituati on der Generation 65+ in Darmstadt-
Nord“, Tabellenband mit Aufgliederung nach statistischen Bezirken, (Stand: 2015) 
 
Soziale Treffpunkte im Wohnumfeld sind auch bei int akter Infrastruktur wichti- 
ge Bestandteile von Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. In den Stadtteilen 
wo bisher Beteiligungsforen initiiert werden konnte n, wurde der Bedarf an eh- 
renamtlich betriebenen Nachbarschaftscafés angemeld et und entsprechende 
Räume gesucht. Das Vorhandensein eines solchen Ange bots steigert die Le- 
bensqualität und das soziale Miteinander im Wohnumf eld und wertet es damit 
auf.  
Nachbarschaftscafés sind bisher in den Stadtteilen Wixhausen, Arheilgen, 
Eberstadt und Kranichstein entstanden. Die Angebote  unterscheiden sich in 
der Ausgestaltung und entsprechen den Ressourcen vo r Ort. Gemeinsam ist, 
alle werden ehrenamtlich betrieben und dienen auch als Andockstellen für Un- 
terstützungsbedarf. Im Stadtteil Kranichstein wurde  aus einer Initiative ein 
Verein gegründet, welcher sich zum Ziel gesetzt hat, die Schwerpunkte sozialer 
Treffpunkt, haushaltsnahe Dienstleistungen, ehrenam tliches Engagement, 
Wohnen und ambulante Pflege zu verbinden.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
38 
  
4.2.2 Kranichsteiner Modell, Hiergeblieben e.V.   
Der Verein Hiergeblieben e.V. 30  setzt sich für Versorgungssicherheit im Stadt- 
teil Kranichstein ein. Selbstbestimmtes Wohnen, auc h im Alter und bei Unter- 
stützungsbedarf durch Krankheit oder Beeinträchtigu ng durch Behinderungen, 
soll realisiert werden. Bei der Umsetzung orientier t sich der Verein am Biele- 
felder Modell. 31   
Dieses Modell ermöglicht selbstbestimmtes Wohnen au f Quartiersebene ohne 
Betreuungspauschale. Mittlerweile werden in fast al len Bielefelder Stadtteilen 
barrierefreie Wohnungen als Servicestützpunkte an a mbulante Dienstleister 
vermietet. Diese verpflichten sich vertraglich, 24 Stunden an sieben Tagen pro 
Woche präsent zu sein. Die Bewohner/innen des umlie genden Quartiers kön- 
nen bei Bedarf auf die Angebote des Dienstleisters zurückgreifen, zahlen aber 
nur bei tatsächlicher Inanspruchnahme.   
Die Angebote decken sowohl Behandlungspflege als au ch den Bedarf an haus- 
haltsnahen Dienstleistungen ab. Haushaltsnahe Diens tleistungen werden von 
Ehrenamtlichen verrichtet, die Koordination erfolgt  über sozialpädagogische 
Fachkräfte der ambulanten Dienstleister. Diese umfa ssenden Versorgungsan- 
gebote werden pro Quartier jeweils mit einem Wohnca fé mit großer Küche 
kombiniert, welche ebenfalls ehrenamtlich betrieben  werden. Sie bieten einen 
kostengünstigen, täglichen Mittagstisch und wirken darüber hinaus als Treff- 
punkt in der Freizeit möglicher Vereinsamung entgegen. 
Dieses Modell ist auf Darmstadt nicht direkt übertragbar, da ambulante Dienst- 
leister hier konzeptionell und personell anders aus gerichtet sind. Auch fanden 
bisher noch keine Kooperationen mit Wohnungsbaugese llschaften statt. Der 
Verein Hiergeblieben e.V. möchte dies ändern und se tzt sich für die Entwick- 
lung eines „Kranichsteiner Modells“ ein, welches eb enfalls die Bereiche Woh- 
nen, Pflege und Ehrenamt verbindet. 
2011 bildete sich eine Initiative von Bewohner/inne n aus der Bau- und Wohn- 
genossenschaft Wohnsinn. Zunächst gewann die Initia tive die sozialpolitische 
Unterstützung durch Stadträtin Barbara Akdeniz. Die se stellte Stellenanteile 
der damaligen Altenhilfeplanung für die Projektleit ung zur Verfügung. Es ge- 
                                                
30  Hiergeblieben e.V. http://www.hiergeblieben-kranichstein.de/index.html (Stand: 13.0.2016). 
31  WEGE mbH Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Bielefeld: Selbstbestimmt Wohnen mit Versorgungssi- 
cherheit   http://www.das-kommt-aus-bielefeld.de/produkte-dienstleistungen/produkt-
detail/selbstbestimmt-wohnen.html (Stand: 13.02.2016).

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
39 
  
lang in kurzer Zeit, weitere Kooperationspartner/in nen 32  zu gewinnen, welche 
Ressourcen für die Weiterarbeit einbrachten und zur  Vernetzung beitrugen. 
Hervorzuheben ist hier die professionelle Unterstützung bei der Gewinnung von 
Fördermitteln durch die Quartiersmanagerin des Stad tteils, Mitarbeiterin des 
Diakonischen Werks Darmstadt-Dieburg. 
2013 gründete die Initiative den Verein Hiergeblieben e.V. um in dieser Rechts- 
form öffentliche und private Fördermittel akquirier en zu können. Mit der Ver- 
einsgründung und der Wahl des Vorstands entfiel die  Projektleitung. Die Aktivi- 
täten des Vereins werden aber weiterhin im Rahmen v on Stadtteileilentwick- 
lungen durch die Sozialplanung der Bedarfe Älterer unterstützt.  
Der Verein ist in Arbeitsgruppen organisiert, welch e themenzentriert dem Vor- 
stand zuarbeiten. Diese beinhalten Finanzen, Ressou rcen, Partizipation, Ko- 
operationspartner/innen, Pflege und Nachbarschaftscafé. 
Der Verein ist mittlerweile über den Stadtteil hina us mit sozialen Organisatio- 
nen vernetzt und Mitglied der Fachkonferenz Altenhi lfe. Um die Bedarfe und 
Wünsche der Menschen im Stadtteil kennen zu lernen und hierbei auch Men- 
schen mit Migrationshintergrund zu berücksichtigen,  wurde 2014/15 eine Be- 
fragung als Zufallsstichprobe durchgeführt. Um auss agefähigere Ergebnisse zu 
bekommen, sollen über einen längeren Zeitraum hinwe g weitere Personen be- 
fragt werden.  
Im Stadtteil Kranichstein konnte bisher als Angebot  für Austausch und Gesel- 
ligkeit ein Nachbarschaftscafé umgesetzt werden. Es  findet bisher (Stand Feb- 
ruar 2016) einmal wöchentlich nachmittags statt und  ist sehr gut besucht. Die 
kooperierenden ambulanten Pflegedienste bieten einm al monatlich abwech- 
selnd Beratung und Kurzvorträge zu gesundheitlichen , medizinischen oder 
pflegerischen Fragen an. 
Neben dem Nachbarschaftscafé organisiert der Verein  den Aufbau eines Krei- 
ses von Ehrenamtlichen für Nachbarschaftshilfe. Zur  Vermittlung von Nachbar- 
schaftshilfen kann ebenfalls niederschwellig das Na chbarschaftscafé genutzt 
werden. Die Koordination des ehrenamtlichen Engagem ents erfolgt professio- 
nell, da Projektfördermittel des Deutschen Hilfswer ks (DHW) zur Finanzierung 
bewilligt wurden. Die Nachhaltigkeit der Stellenfin anzierung über die 3-jährige 
Projektlaufzeit hinaus, beginnend ab 2015, ist noch nicht sicher gestellt.  
Um im Sinne des Bielefelder Modells Servicestützpun kte im Stadtteil zu initiie- 
ren, finden Kooperationsgespräche mit der GWH Wohnu ngsgesellschaft mbH 
                                                
32  Neue Wohnraumhilfe gGmbH; GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen; Diakonisches Werk Darmstadt-
Dieburg; Caritasverband Darmstadt e.V.; Bau- und Wohngenossenschaft Wohnsinn; Al Jasem, Physiothe- 
rapiezentrum am See; Wohnpark Kranichstein; Verein für Hauspflege e.V.; Verein für Reha- und Gesund- 
heitssport (VRGS) Darmstadt e.V.; Wohnart 3 sowie die Wissenschaftsstadt Darmstadt.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
40 
  
Hessen, bauverein AG, Caritasverband Darmstadt e.V. , DRK Pflegedienst 
Darmstadt und Wissenschaftsstadt Darmstadt statt. E rste gemeinsame Projek- 
te sind in Aussicht. So soll eine Tagespflegeeinrichtung in Kooperation von DRK 
und GWH entstehen, welche nach der Etablierung als Servicestützpunkt erwei- 
tert werden könnte. Der Caritasverband Darmstadt wi rd in seinen Räumlichkei- 
ten im Stadtteil Beratungsangebote und Sprechzeiten  vorhalten. Schwierig ge- 
staltet sich die Anpassung von Wohnraum im Bestand.  Auch inhaltlich sind 
noch viele Einzelfragen zu klären, etwa wie die Woh nungsbelegung zu erfolgen 
hätte, um Pflegediensten betriebswirtschaftliches Arbeiten zu ermöglichen.  
Weitere Kooperationsgespräche werden stattfinden. W enn es gelingt, die Ange- 
bote weiter auszuweiten, könnten mittelfristig die ersten beiden Servicestütz- 
punkte als Pilotprojekte arbeiten.  
  
4.3 Erhebungen 
Im Stadtteil Arheilgen wurde 2006 eine Befragung der Bewohner/innen 65 Jah- 
re und älter durchgeführt. 33  2009 erfolgte eine weitere Befragung im Stadtteil 
Wixhausen und 2015 eine dritte im Stadtteil Darmsta dt-Nord. Die beiden letz- 
teren wurden in Kooperation mit der TU, Institut fü r Soziologie und der Wis- 
senschaftsstadt Darmstadt durchgeführt.  
Alle drei Befragungen berücksichtigten die Themenfe lder Wohnen und räumli- 
che Umwelt/Mobilität, Gesundheit und Lebenszufriede nheit im Kontext selbst- 
bestimmtem Älterwerdens. Ein direkter Vergleich ist nur zwischen den Stadttei- 
len Wixhausen und Darmstadt-Nord möglich, da die In dikatoren beider Erhe- 
bungen aufeinander abgestimmt waren. Im Folgenden w erden einige Auszüge 
der Ergebnisse wiedergegeben. 
Die Stadtteile Arheilgen und Wixhausen sind struktu rell homogener als der 
Stadtteil Darmstadt-Nord. Die folgenden Gegenüberst ellungen können nur ers- 
te Eindrücke vermitteln. Grundsätzlich sollten die statistischen Bezirke diffe- 
renziert betrachtet werden, da die angegebenen Wert e lediglich den Mittelwert 
darstellen und als Planungsgrundlage eine kleinräum igere Untersuchung auf 
Bezirksebene erforderlich ist.  
Die in 4.3 folgenden Tabellen haben als Quelle die Abschlussberichte der Be- 
fragungen in Arheilgen, Wixhausen und Darmstadt-Nor d und sind eigene Dar- 
stellungen. 
 
                                                
33  Ruprechts-Karls-Universität Heidelberg, Wissenschaftsstadt Darmstadt (2006): „Selbstbestimmt älter 
werden in Arheilgen“.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
41 
  
Tabelle 7, Bewohner/innen, statistische Bezirke 
 Wixhausen  Arheilgen  Darmstadt -Nord  
Bewohner/innen, n 6.089  17.238  30.530  
Bewohner/innen 65+, n 1.222  3.564    4.045  
Statistische Bezirke  Wixhausen -West  
Wixhausen-Ost 
Alt -Arheilgen  
Arheilgen-Süd 
Arheilgen-West 
Arheilgen-Ost 
 
Johannesviertel  
Martinsviertel-West 
Martinsviertel-Ost 
Waldkolonie 
Mornewegviertel 
Pallaswiesenviertel 
Am Ziegelbusch 
 
  
Aus Gründen der Aktualität und besseren Vergleichba rkeit werden im Folgen- 
den einige Ergebnisse der Befragungen in Wixhausen und Darmstadt-Nord zum 
Thema Wohnen gegenübergestellt. Hierbei ist die Zei tspanne von acht Jahren, 
die zwischen den Erhebungen liegt, zu berücksichtigen.  
 
4.3.1 Wohntypen, Barrieren/ Wohnraumanpassung, Umzugspläne 
Der Anteil an Wohneigentum beträgt in Wixhausen 75, 3% und liegt damit fast 
doppelt so hoch wie in Darmstadt-Nord mit 41,1%. De r Wohnstatus Eigen- 
tum/Miete lässt nicht nur Rückschlüsse über die Ein kommensverhältnisse zu, 
er ist auch in Bezug auf Umbau- und Umzugsentscheid ungen von großer Be- 
deutung.  
In Wixhausen hatte keine der zur Miete wohnenden Pe rsonen die Absicht, 
Wohnraumanpassungen vorzunehmen. Von den Personen m it Hauseigentum 
beabsichtigten 5,8% der überwiegend jüngeren Senior en/innen, ihren Wohn- 
raum altersgerecht anzupassen.  
In Darmstadt-Nord gaben 4,3% der Befragten an, Wohn raumanpassungen vor- 
nehmen zu wollen. Hier wurde in der Fragestellung n icht mehr nach Eigentum 
und Miete differenziert, es darf aber angenommen we rden, dass auch hier die 
Personen mit Wohneigentum erfasst wurden.  
Das bedeutet im Umkehrschluss, dass rund 95% der Be wohner/innen beider 
Stadtteile Eigentümer/innen wie Mieter/innen, keine  Anpassung ihres Wohn- 
raumes beabsichtigten.  
Dem steht gegenüber, dass in Wixhausen 92,4% der Be fragten angaben, in ih- 
rer Wohnung so lange es geht verbleiben zu wollen.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
42 
  
Tabelle 8, Wohnstatus 
Wohntyp  Wixhausen                  
Personen in % 
Da -Nord            
Personen in % 
Mietwohnung  23,9  56,9  
Eigentumswohnung  6,5  21,1  
Gemietetes Haus  nicht erfasst  2,1  
Eigenes Haus  68,8  20,0  
 
Die folgenden Tabellen 9 und 10 geben Informationen  zu vorhandenen Barrie- 
ren. Auch hier wird ein gewisser Widerspruch zwisch en Wohnsituation und Plä- 
nen zur Wohnraumanpassung deutlich.    
 
Tabelle 9, für Zugang Treppenbenutzung erforderlich 
Altersgruppen  Wixhausen %  Da -Nord %  
65 -69  80,9  77,8  
70 -74  70,7  79,2  
75 -79  74,5  73,0  
80 +  76,7  78,9  
gesamt  75,5  77,3  
 
Tabelle 10,   Haus/Wohnung ist nicht barrierefrei 
Altersgruppen  Wixhausen %  Da -Nord %  
65 -69   75,1  
70 -74   73,7  
75 -79   66,1  
80 +   61,6  
gesamt   69,9  
 
In Darmstadt-Nord hatten 45,6% der Befragten bereit s Umzugspläne. Davon 
waren 33,1% auf altersgerechtere Wohnformen ausgerichtet.  
Private Haus- und Wohngemeinschaften waren in beide n Stadtteilen kaum op- 
tional. In Wixhausen planten weniger als 1% einen s olchen Umzug, in Darm- 
stadt-Nord waren es 1,5%. 
Einen Umzug in eine stationäre Pflegeeinrichtung be absichtigten in Wixhausen 
2,2% der Befragten, in Darmstadt-Nord waren es 3,9%.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
43 
  
In beiden Stadtteilen wurde betreutes Wohnen oder a ltengerechtes Wohnen als 
Option favorisiert. 
 
4.3.2 Zufriedenheit mit Wohnung, Stadtteil und finanzieller Situation 
 
Die Zufriedenheit mit der Wohnsituation ist in beid en Stadtteilen fast gleich 
hoch. Die Zufriedenheit mit dem Stadtteil ist in Da rmstadt-Nord insgesamt et- 
was höher als in Wixhausen.  
 
Tabelle 11, Zufriedenheit mit Wohnung/Haus   
Wohnung/Haus  Wixhausen %  Da -Nord %  
sehr zufrieden  51,3  52,8  
eher zufried en  44,4  41,0  
weniger zufri e- 
den 
  4,0    4,9  
eher unzufri e- 
den 
  0,4    1,3  
 
Tabelle 12, Zufriedenheit mit dem Stadtteil 
Stadtteilzufriedenheit  Wixhausen  %   Da -Nord %  
Sehr gern  27,2  50,5  
 gern  49,6  36,6  
Teils/teils  19,8  11,5  
 Eher ungern    3,0    1,0  
Sehr ungern    0,4    0,3

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
44 
  
Im Hinblick auf die finanzielle Situation war/ist d ie subjektive Zufriedenheit in 
Darmstadt-Nord höher ausgeprägt, als in Wixhausen.  
 
Tabelle 13, gegenwärtige finanzielle Situation 
Finanzielle Zufriedenheit  Wixhausen %  Da -Nord %  
Komme sehr gut zurecht  11,2  23,8  
Komme gut zurecht  45,9  41,7  
Komme genau hin  21,4  17,0  
Einschränkung erforderlich  16,7  12,8  
Starke Einschränkung erford er lich  4,9  4,7  
  
4.3.3 Erreichbarkeit ÖPNV 
Die Anbindung an den ÖPNV ist in beiden Stadtteilen gut. In Wixhausen wurde 
der ÖPNV allerdings wenig in Anspruch genommen. So gaben 70 bis 80% der 
Befragten an, öffentliche Verkehrsmittel nur wenige Male im Jahr zu nutzen. In 
Darmstadt-Nord fiel die Bilanz günstiger aus.  
34,2% nutzen den ÖPNV mehrmals die Woche bis täglich, 34,7% einmal bis 
mehrmals im Monat.   
 
Tabelle 14, ÖPNV, Erreichbarkeit von Bus/Straßenbahnhaltestelle 
Haltestellen  Wixhausen  %   Da -Nord %  
Gibt es, gut 
erreichbar 
92,1  97,5  
Gibt es, nicht 
gut erreichbar 
7,9  2,0  
Gibt es n icht, 
vermisse ich 
Nicht erfragt  0,5  
  
4.4 Beratungen 
 
Die kommunale Beratungsstelle Servicestelle Soziales und Beratung  (BuS)  bietet 
kostenlose, neutrale Beratung zu Alltagshilfen im R ahmen haushaltsnaher 
Dienstleistungen und informiert allgemein über Frag en zum Thema älter wer- 
den.  
Dies beinhaltet auch Beratung zu möglichen Wohnform en im Alter und deren 
Finanzierungsmöglichkeiten. Im Rahmen von Wohnberat ung wird an weiterfüh-

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
45 
  
rende Stellen vermittelt. Die Servicestelle kooperi ert mit dem Pflegestützpunkt 
Darmstadt und anderen Fachstellen.  
Für Menschen mit Behinderung bietet die Servicestel le allgemeine Lebensbera- 
tung an. Kooperationen mit Werkstätten, Selbsthilfe gruppen und anderen Insti- 
tutionen ermöglichen adäquate Vermittlungen.  
In Kooperation mit dem Diakonischen Werk Darmstadt- Dieburg werden Be- 
suchsdienste für Seniorinnen und Senioren und Ämterlotsen vermittelt. 
Neutrale Beratungsangebote auch in den Stadtteilen werden zunehmend nach- 
gefragt. 
 
4.5 Handlungsempfehlungen der AG Wohnen und Lebensführung   
• Beratung und Information: Strukturen schaffen, die objektivierbar sind. 
Wo sind welche Informationen erhältlich und wie wir d darauf hingewie- 
sen? Wer sollte darüber informiert sein und diese i n seinen Netzwerken 
weiterleiten? So sind immer noch viele Bürgerinnen und Bürger nicht 
über das Beratungsangebot des Pflegestützpunkts informiert  
• Informationen für Neubürger/innen sollten in den St adtteilen erhältlich 
sein und auf Angebote für alle Altersstufen hinweisen 
• Ehrenamtliches Engagement muss professionell koordi niert, unterstützt 
und begleitet werden. Dies betrifft für dieses Them enfeld insbesondere 
haushaltsnahe Dienstleistungen im Rahmen nachbarsch aftli- 
cher/ehrenamtlich durchgeführter Unterstützungssysteme. Auf Stadtteil- 
ebene werden diese seitens der Bürger/innen ausdrüc klich gewünscht, 
entsprechende Arbeitskreise formieren sich. Die hie r ehrenamtlich Täti- 
gen sind für den Umgang mit Unterstützungssuchenden  zu schulen 
(Freiwilligenzentrum) und professionell zu unterstü tzen. Hierbei ist der 
Umgang mit Personen, die psychisch, geistig, körper lich oder mehrfach 
eingeschränkt sind, adäquat zu berücksichtigen 
• Fahrdienste für Menschen, die wegen psychischer und /oder körperlicher 
Einschränkungen Angebote des ÖPNV nicht nutzen könn en, sind zu rea- 
lisieren. 
• Nutzung von Einkaufs- und Begleitservice, auch bei Vorliegen einer Pfle- 
gestufe bzw. eines Pflegegrades sollte möglich sein 
• Bezahlbare haushaltsnahe Dienstleistungen auch für Menschen, die ge- 
ringe Renten oder Grundsicherung beziehen 
• Ein strategisches Gesamtkonzept zur Quartiersentwic klung für alle Al- 
tersstufen im Rahmen der Sozialplanung und Sozialpl anung der Bedarfe 
Älterer wäre wünschenswert. Dieses Konzept könnte u nter Einbeziehung

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
46 
  
der Fachkonferenz Altenhilfe und der Bürgerbeauftra gten erarbeitet und 
durch Magistratsbeschluss verabschiedet werden 
• Wohnberatung aus einer Hand, Beratung zu Finanzieru ng, baulichen 
Möglichkeiten und sonstiger Unterstützung in Kooper ation mit dem 
Pflegestützpunkt Darmstadt, der Servicestelle Sozia les und Beratung 
(SuB) und anderen. Dieses Beratungsangebot sollte g ut beworben 
werden, um Wohneigentümer/innen und Mieter/innen au f dies Mög- 
lichkeit aufmerksam zu machen  
 
5. Gesundheit und Sport 
 
Der Begriff Gesundheit ist mehrdimensional und reic ht über die Abwendung 
von Krankheit hinaus. Zur Begriffsklärung hatte sic h die AG Gesundheit und 
Sport zur Orientierung an der Definition der WHO verständigt:   
„Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körpe rlichen, geistigen und sozi- 
alen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Kran kheit oder Gebrechen.“ 
(„Health is a state of complete physical, mental an d social well-being and not 
merely the absence of disease or infirmity“).34  
Dieses Konstrukt bezieht die körperliche, psychisch e und soziale Dimension 
ein und ist noch durch die ökologische und ökonomis che Dimension zu ergän- 
zen. 35  Ökosomatische Störungen treten in erheblich höhere m Maße auf oder 
werden als solche erkannt, als noch Mitte des letzten Jahrhunderts.  
Alterungsprozesse werden subjektiv sehr individuell  und damit auch unter- 
schiedlich erlebt und finden mehrdimensional statt:  körperlich, seelisch und 
kognitiv. Wichtige Ressourcen zur Bewältigung sind Bildung, ökonomische Ver- 
hältnisse und soziale Netzwerke. 
Der sozio-ökonomische Status bedingt soziale Unglei chheiten, „ Bevölkerungs- 
gruppen mit geringem Sozialprestige, niedrigem Bild ungsgrad und relativ schlech- 
ten finanziellen Ressourcen  werden durch die bestehenden Versorgungsstrukturen 
nicht voll erreicht“.
36  Hinzu kommt bei diesem Personenkreis oft ein ungüns ti- 
ges Gesundheitsverhalten z.B. bei Wahl und Konsum v on Nahrungs- und Ge- 
nussmitteln. Diese Kumulation begünstigt chronische  und degenerative Er- 
                                                
34  Weltgesundheitsorganisation (WHO): Verfassung, deutsche Übersetzung. 
35  Hurrelmann, Razum (2016): Handbuch Gesundheitswissenschaften, S. 22. 
36  Vgl. ebd.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
47 
  
krankungen bereits im mittleren Lebensalter und trä gt zu einer früheren Sterb- 
lichkeit bei. Diese Personengruppe gilt es, bereits  präventiv, besser einzubin- 
den. Präventionsmaßnahmen durch Wissensvermittlung auf allen Bildungsebe- 
nen für alle Altersstufen wären erforderlich, um hier gegenzusteuern.  
Im Gesundheitsbereich sind folglich neben klassisch  medizinischen Ansätzen 
auch sozial- und verhaltenswissenschaftliche Forsch ungen erforderlich. Bei der 
Entwicklung von Versorgungsstrukturen sind verstärk t ökonomische Faktoren 
zu berücksichtigen. Prävention, Kur, Rehabilitation  und Pflege sind gefordert, 
enger und verzahnter zusammenzuarbeiten. Das interd isziplinäre Ineinander- 
greifen von Forschung hat sich bereits gewandelt (vergl. Abb. 4.1). 
 
Abb. 2 Adressaten gesundheitlicher Versorgung 
 
 
 
 
 
 
 
Adressaten: Gesundheitlich unterversorgte                    Adressaten: Alle Bevölkerungsgruppen 
                   Bevölkerungsgruppen 
Quelle: Abb.1, Handbuch Gesundheitswissenschaften 
37  / eigene Darstellung 
 
Die AG Sport und Gesundheit orientiert sich an dem erweiterten Gesundheits- 
begriff der Salutogenese von Aaron Antonovsky 
38  als Begriffsdefinition. Dieser 
verzichtet auf die alternative Entscheidung „krank oder gesund“ und vertritt 
stattdessen eine ganzheitliche Sichtweise. Hier wir d von einem Gesundheits-
Krankheits-Kontinuum ausgegangen, das sich zwischen  den Polen völlige Ge- 
sundheit und völlige Krankheit befindet. Statt nach  Auslösern von Erkrankun- 
gen zu suchen, fragt das Modell nach Faktoren, welc he dazu beitragen, die Po- 
sition auf dem Kontinuum beizubehalten oder sich we iter dem gesunden Pol 
anzunähern. Die Extreme völlige Gesundheit oder völ lige Krankheit sind nicht 
erreichbar. In diesem Modell tragen Stressoren dazu  bei, aus dem Gleichge- 
wicht zu geraten und sich in Richtung des kranken P ols zu bewegen. Ihnen ste- 
                                                
37  Hurrelmann, Razum (2016): Handbuch Gesundheitswissenschaften.  
38   Antonovsky, Franke (Hg): Salutogenese - Zur Entmystifizierung der Gesundheit. 
Hygiene 
Präventio n 
Mikrobiolo- 
gie 
Epidemio- 
logie 
Epidemio- 
logie 
Präventi- 
on 
Versor- 
gungsfor- 
schung  
Sys tem- 
forschung 
Sozial- 
hygiene 
Umwelthy- 
giene

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
48 
  
hen Widerstandsressourcen entgegen, welche sich aus  den persönlichen Res- 
sourcen wie Veranlagungen, Intelligenz, sozialen Zu sammenhängen oder spiri- 
tueller Ausrichtung ergeben. 
Sport als Präventionsmaßnahme erhält in diesem Sinn e die Funktion einer Wi- 
derstandsressource. Gemeint ist hier nicht Leistungs- oder Hochleistungssport, 
obwohl ältere Menschen natürlich auch auf diesem Ge biet aktiv sind. Im Zent- 
rum der Betrachtung steht Sport als Bezeichnung für  körperliche Aktivitäten, 
welche Fitness als Teil der Gesundheit erhalten und  verbessern. Dies wirkt sich 
positiv auf die allgemeine Belastbarkeit aus und un terstützt die Alltagsbewälti- 
gung. Chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck od er Gelenkverschleiß 
kann durch sportliche Betätigung vorgebeugt werden.  Auch psychischen Er- 
krankungen wie Depressionen,
 sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kann mit 
Ausdauertraining präventiv entgegengewirkt werden. 
In diesem Sinne wurden die beiden Bereiche Gesundhe it und Sport in einem 
Themenfeld zusammengefasst. 
 
5.1 Gesundheit 
Im Folgenden wird die Versorgungssituation im Gesun dheitswesen in Darm- 
stadt dargestellt. Als Datengrundlage wird der Regi onale Gesundheitsreport 
2014 39  verwendet. Die Angaben beziehen sich auf die Gesamtstadt.  
Die Bevölkerungsprognose des Reports für die Wissen schaftsstadt Darm- 
stadt für das Jahr 2020 ist allerdings bereits jetz t überholt, so wird von 
2011 bis 2020 eine Bevölkerungsabnahme von 0,3% auf  148.647 Einwoh- 
ner/innen prognostiziert. Tatsächlich hat Darmstadt  zum 31.12.2014 be- 
reits 154.002 Einwohner/innen (vergl. 5.5.1). Daher  relativieren sich die fol- 
genden Angaben zu den Versorgungsgraden entsprechend. 
 
5.1.1 Ärztliche Entwicklungstrends im Gesundheitswesen: 
• Die Rahmenbedingungen für niedergelassene Ärzte/inn en verschlech- 
tern sich (hohe Arbeitsbelastung/wenig Zeit für ein zelne Patien- 
ten/innen, fehlende finanzielle Planungssicherheit,  hoher Bürokratie- 
aufwand) 
                                                
39  Hessisches Ministerium für Soziales und Integration, Kassenärztliche Vereinigung Hessen (2016): Re- 
gionaler Gesundheitsreport 2016. 
https://www.kvhessen.de/fileadmin/media/documents/WEB_Einzelseiten_Allg_Hessen.pdf  (Stand: 
13.02.2016).

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
49 
  
• Mangel an Attraktivität einzelner Regionen 
• Mangel an Attraktivität zur Übernahme angebotener P raxen (Einzel- 
praxen, kleinere Praxen, schlechte Kooperationsmöglichkeiten) 
• Wandel im Werteverständnis, Work-Life-Balance ist b ei jungen Ärz- 
ten/innen gefragt 
• Zunehmendes Nachrücken junger Ärztinnen, Vereinbark eit von Beruf 
und Familie erwünscht (Teilzeitmodelle, bessere Kin derbetreuungs- 
möglichkeiten) 
• Unkalkulierbare wirtschaftliche Risiken durch häufi ge Änderungen der 
Honorarsystematik 
• Steigende Tendenz zu Gemeinschaftspraxen bei Fachär zten (ermög- 
licht gemeinsame Nutzung von Praxisräumen und Praxi seinrichtungen 
sowie gemeinsame Beschäftigung von Personal) 
• Hoher Anstieg von Partnerärzten/innen und angestell ten Ärzten/innen 
(auch in Teilzeit) 
Diese Entwicklungstrends müssen berücksichtigt werd en, um kommunale 
Standorte für junge Ärztinnen und Ärzte attraktiv zu machen.  
 
5.1.2 Altersstruktur der Hausärzte/innen 
Die Altersstruktur der Ärzteschaft ist im Hinblick auf die Nachfolge interes- 
sant. In der Region Darmstadt sind 103 Hausärzte/innen niedergelassen.  
Die Grafik zeigt, dass die Altersverteilung im Schw erpunkt bei der Alters- 
gruppe zwischen 50 und 59 Jahren liegt (38,83%).  
Bei der Gruppe der 60-jährigen und älter beträgt de r Prozentsatz 29,13%, 
die 40 bis 49-jährigen erreichen einen Prozentsatz von 25,24%.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
50 
  
Grafik 3, Hausärzte/innen Darmstadt, Altersstufen    n=103  
 
Quelle: Regionaler Gesundheitsreport 2016, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration und 
Kassenärztliche Vereinigung Hessen, eigene Darstellung 
 
Insgesamt sind also 93,2% der in Darmstadt niederge lassenen Hausärz- 
te/innen älter als 40 Jahre, nur 6,8% sind in der A ltersgruppe der jüngeren 
Ärzte/innen. Selbst wenn davon auszugehen ist, dass  nicht alle niedergelas- 
senen Hausärzte/innen mit dem Erreichen des gesetzl ichen Rentenalters 
ihre Praxen aufgeben werden, könnten im Jahr 2020 b ereits 40 Praxen auf- 
gegeben werden. 
Hieraus ergibt sich ein Nachfolgebedarf zur hausärz tlichen Versorgung. Me- 
dizinische Absolventen/innen müssen gewonnen werden. 
 
5.1.3  Fachärztliche Situation  
Die Kassenärztliche Vereinigung weist für die Stadt  Darmstadt eine fachärzt- 
liche Überversorgung in allen Fachrichtungen aus. 40  Darunter ist ein Versor- 
gungsgrad von 100% bis 110% zu verstehen. 
Für den Gesundheitsreport wurden die Fachrichtungen  Augenheilkunde, Gy- 
näkologie, Urologie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Kinderheilkunde aus- 
gewertet. Der bei den folgenden Darstellungen verwe ndete Begriff „Fachärz- 
te/innen“ bezieht sich auf diese Fachbereiche.  
Die Fachrichtungen Dermatologie, Orthopädie, Psycho therapie, Chirurgie 
und Neurologie wurden im Gesundheitsreport 2014 nicht ausgewertet.  
                                                
40  Beschluss Landesausschuss 27.06.2013, Arzt/Ärztinnenbestand am 01.06.2013  
4
38 
36 
9
0
5
10 
15 
20 
25 
30 
35 
40 
30 - 39 40 - 49 50 - 59 60+ 
Anzahl 
Alter

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
51 
  
Die Fachärzte/innen in Darmstadt sind überwiegend i m Stadtzentrum ange- 
siedelt und müssen aufgesucht werden.  
Die Altersverteilung zeigt, dass auch hier der Ante il junger Ärzte/innen mit 
einem Prozentsatz von 4,6% am geringsten ist. Zusam mengenommen sind 
85,06% zwischen 40 und 59 Jahren, 10,34% sind 60 Jahre und älter.  
 
Grafik 4, Fachärzte/innen, Altersstufen     n=87 
 
 Quelle: Regionaler Gesundheitsreport 2016, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration und 
Kassenärztliche Vereinigung Hessen, eigene Darstellung 
 
Die fachärztliche Versorgung in Darmstadt liegt für  alle aufgeführten Fach- 
richtungen über dem hessischen Durchschnitt. 
 
Tabelle 15, Entwicklung bis 2020 
Fachrichtung 
Anzahl             
Praxen 
2020* 
n 
2020 
% 
Hessendurch-
schnitt % 
Augenheilkunde 17 -5     29 31 
Gynäkologie 36 -5 14 27 
HNO 11 -2 18 26 
Kinder- und Jugend 15 -3 20 33 
Urologie 8 -2 25 31 
*Mögliche Praxen Aufgabe wegen Erreichen des gesetzlichen Rentenalters

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
52 
  
5.1.4 Apotheken 
In Darmstadt bestehen 43 Apothekenstandorte. Die Apothekendichte beträgt 
3.358 Einwohner/innen pro Apotheke.  
Zum Vergleich: die durchschnittliche hessische Apot hekendichte in den 
kreisfreien Städten beträgt 3.659 Einwohner/innen p ro Apotheke. Eine Apo- 
theke versorgt also 301 Einwohner/innen weniger als  im hessischen Durch- 
schnitt. 
 
Tabelle 16, Apothekenversorgungsgrad auf Stadtteilebene 
Stadtteil Einwohner/in pro Apothe- 
ke 
Wixhausen 2.883 
Arheilgen 4.269 
Kranichstein 5.459 
Darmstadt-Mitte 1.351 
Darmstadt-Nord 5.580 
Darmstadt-West 5.163 
Darmstadt-Ost 2.609 
Bessungen 6.375 
Eberstadt 3.059 
Quelle: Regionaler Gesundheitsreport 2016, Hessisches Ministerium 
            für Soziales und Integration und Kassenärztliche Vereinigung  
            Hessen, eigene Darstellung 
 
Der  Nachfolgebedarf für Apotheken für das Jahr 2025 liegt unter dem hes si- 
schen Durchschnitt und ist für die Gesamtstadt unbe denklich. Dies sagt al- 
lerdings nichts über die Situation in den einzelnen  Stadtteilen aus. So hat 
Bessungen bereits zum Erhebungszeitraum einen sehr hohen Anteil an Ein- 
wohner/innen pro Apotheke. 
Mittlerweile bieten Apotheken Lieferservice an, mit  zunehmender Internet 
Nutzungsbereitschaft werden ältere Menschen auch im  medizinischen Be- 
reich Online-Versandmöglichkeiten nutzen, daher rel ativiert sich der Bedarf 
an Apothekenstandorten auf Stadtteilebene mittelfristig.

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
53 
  
Tabelle 17, Nachfolgebedarf Apotheken 
 Bedarf 2025 
n 
Bedarf Hes- 
sen 2025   
Abgabe mit 68 Jahren  12    (34,3%) 41,3% 
Abgabe mit 65 Jahren  13    (37,1%) n.a. 
Abgabe mit 60 Jahren 23    (65,7%) 72,3% 
Quelle: s.o. 
 
5.2 Sport  
Sport erhält hier wegen seiner gesundheitsfördernde n Aspekte Bedeutung. 
Hierzu gehört die Unterstützung des Erhalts von Sel bstständigkeit in motori- 
scher Hinsicht.  
Sportliche Angebote werden in Darmstadt überwiegend  von Vereinen vorgehal- 
ten, dies bildet auch eine Schnittstelle zu bürgerschaftlichem Engagement. 
Fast 100 Sportvereine bieten vielfältige Möglichkei ten sportlicher Betätigung 
für alle Altersstufen. Besonders hervorzuheben ist hier der Darmstädter Lauf- 
treff , welcher durch Ausdauer, Kreativität und Bewegung eine Vorbildfunktion 
für die deutsche Lauftreffszene eingenommen hat. Di e Angebote im Ausdauer- 
sport Laufen reichen vom Stadtlauf über den Heinerf est-Triathlon bis zum 
Darmstadt Marathon. 
Ein niederschwelliges Angebot für alle Altersgruppe n, insbesondere für Fami- 
lien bietet das alljährliche Sport- und Spielefest  im Darmstädter Park Herrn- 
garten. 
Im Bürgerpark-Nord besteht ganzjährig die Möglichke it, den dort installierten 
Bewegungsparcours  zu nutzen. Die aufeinander abgestimmten Stationen er- 
lauben auch Übungen für beeinträchtigte Zielgruppen , z.B. demenziell verän- 
derte Personen mit Begleitung oder Schlaganfallpati enten/innen. Hier plant 
der Sportkreis zielgruppengerechte Angebote in Zusa mmenarbeit mit entspre- 
chenden Einrichtungen, dem Sportamt und dem Amt für  Soziales und Präven- 
tion.  
Von März bis Dezember werden jeden Montag und Diens tag angeleitete 
Übungsstunden angeboten. Außerhalb der angeleiteten  Trainingszeiten stehen 
die Geräte kostenlos allen Interessierten zur Verfü gung und werden auch stark 
frequentiert. 
Das Programm für Seniorinnen und Senioren der Servicestelle Soziales und 
Beratung, Wissenschaftsstadt Darmstadt, bietet im R ahmen von „Fit und ge- 
sund im Alter“ kostengünstige Möglichkeiten für sportliche Betätigung.

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
54 
  
Die Angebote beinhalten u.a. Qi-Gong, Wassergymnast ik, Tanzangebote, Gym- 
nastik zur Sturzprophylaxe und Erhalt von Beweglichkeit und Radtouren.  
Die Kurse sind i.d.R. ausgebucht, es gibt Wartelist en. Dies zeigt ein steigendes 
Interesse an sportlicher Betätigung bei älteren Men schen. Besonders positiv 
wird seitens der Teilnehmenden ein Gewinn an Lebens qualität durch bessere 
Alltagsbewältigung rückgemeldet. 
Auch viele Sportvereine bieten eine breite Palette von Sportangeboten für Seni- 
orinnen und Senioren an. Einen Überblick hierzu bie tet das kommunale Pro- 
gramm für Seniorinnen und Senioren.   
Durch die Ausweitung der partizipativen Stadtteilfo ren und Arbeitskreise für 
Ältere (vergl. 2.1.2) wird es in Zukunft noch besse r gelingen, weitere Bedarfe 
im sportlichen Bereich zu erkennen und passende Angebote zu entwickeln.  
Bisher gibt es noch keinen statistischen Gesamtüber blick über die Nut- 
zer/innenstruktur der sportlichen Angebote. Die Ang ebote des Programms für 
Seniorinnen und Senioren werden überwiegend von Fra uen nachgefragt, dies 
ist sicherlich auch auf den höheren Frauenanteil de r jetzigen Alterskohorten 
zurückzuführen.  
Eine Studie 
41  des Deutschen Olympischen Sportbundes DOSB hatte d ie Mit- 
gliederentwicklung in deutschen Sportvereinen zwisc hen 2000 und 2010 un- 
tersucht. In diesem Zeitraum gewannen die Vereine e inen Mitgliederinnenan- 
stieg von 4,5%, d.h. mehr als 400.000 Frauen aller Altersstufen entdeckten 
den Vereinssport für sich. Der Zuwachs bei den Männ ern betrug dagegen nur 
0,1%.   
Die höchsten Zugewinne, sowohl bei Frauen als auch bei Männern, lagen in der 
Altersgruppe ab 60 Jahren. Für Frauen ergab sich hi er ein Plus von 68%, für 
Männer von 38,5%. 
Für die Wissenschaftsstadt Darmstadt wären Informat ionen erforderlich, die 
Aufschluss über die Mitgliederstrukturen im Hinblic k auf Alter, Geschlecht und 
Risikogruppen, z.B. mit niedrigem sozioökonomischem Status, geben.  
 
 
 
 
                                                
41  Deutscher Olympischer Sportbund DOSB I, Mitgliederentwicklung im Sportverein, Bestandserhebungen 
und demografischer Wandel zwischen den Jahren 2000 - 2010

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
55 
  
5.3 Handlungsempfehlungen der AG Gesundheit und Sport 
• Die veränderten Rahmenbedingungen für niedergelasse ne Arztpraxen 
müssen berücksichtigt werden, um auch auf Stadtteil ebene attraktive 
Standorte für Praxen anbieten zu können. Insbesonde re um einem 
Rückgang in der hausärztlichen Versorgung entgegen zu wirken.  
• Eine zu erwartende stärkere Ambulantisierung der Pf lege sollte eine 
stärkere Bereitschaft zu Hausbesuchen insbesondere in der fachärzt- 
lichen Versorgung, aber auch im Beratungsbereich zur Folge haben. 
• Im Bereich Sport sollten Erhebungen durchgeführt we rden, die Auf- 
schluss über die Mitgliederstrukturen im Hinblick a uf Alter, Ge- 
schlecht und Risikogruppen, z.B. mit niedrigem sozi oökonomischem 
Status, geben 
• Noch mehr präventive sportliche Angebote auf Stadtt eilebene sollten 
angeboten werden.  
     
6. Pflege 
Das Themenfeld Pflege beinhaltet die Bereiche stati onäre, teilstationäre und 
ambulante Versorgung. Die vorhandenen Angebote und Bedarfe im geron- 
topsychiatrischen Bereich und demenzielle Veränderu ngen sind entspre- 
chend zugeordnet.  
Da ab Januar 2016 das Pflegestärkungsgesetz II (PSG  II) in Kraft getreten 
ist, wird unter 5.1. eine kurze Übersicht gegeben. Pflegebedürftigkeit tritt 
am häufigsten in der Altersgruppe ab 80 Jahren auf,  daher sind stationäre 
Pflegeeinrichtungen zumeist auf ältere Menschen ausgerichtet. In Darmstadt 
stehen zwölf stationäre Pflegeeinrichtungen mit ins gesamt 1.190 vollstatio- 
nären Plätzen 
42  zur Verfügung. Kurzzeitpflege ist meistens eingest reut ver- 
fügbar. Die Lage der Einrichtungen ist über die Sta dt gut verteilt, die Bele- 
gungszahlen lassen keine Rückschlüsse darauf zu, ob  sich die Lage einer 
Einrichtung auf ihre Auslastung auswirkt. 
Im Landkreis Darmstadt-Dieburg sind elf weitere sta tionäre Pflegeeinrichtun- 
gen in weniger als zehn Kilometern Entfernung von Darmstadt vorhanden.  
 
 
 
                                                
42  Stand 31.05.2015, Eigenerhebung

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
56 
  
6.1 Pflegestärkungsgesetz PSG II   
Am 12.8.15 wurde der Entwurf „Zweite Stufe Pflegest ärkungsgesetz (PSG II)" 
beschlossen. Das Gesetz ist zum 1. Januar 2016 in K raft getreten. Die neue 
Form der Begutachtung und die Umstellung der Leistu ngsbeträge aus der Pfle- 
geversicherung werden zum 1. Januar 2017 gelten. De r Mittelpunkt ist die Ein- 
führung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs, d er nicht nach Pflegestufen 
sondern nach Pflegegraden unterscheidet. 
Kognitive und psychische Beeinträchtigungen sollen in gleicher Weise berück- 
sichtigt werden wie körperliche. So wird die Zahl d er abgefragten Kriterien 
mehr als verdoppelt (77). Mobilität, Verständigung und Selbstversorgung wer- 
den künftig abgefragt und psychische Probleme eigen s erfasst. Auch Hilfebe- 
darf zur Pflege sozialer Kontakte wird künftig erfasst und berücksichtigt. 
Das Pflegestärkungsgesetz II stärkt den Grundsatz " Reha vor Pflege". Durch 
Rehabilitationsleistungen kann der Eintritt von Pfl egebedürftigkeit verhindert 
oder hinausgezögert werden. Deshalb wird der Medizi nische Dienst zur Anwen- 
dung eines bundesweit einheitlichen, strukturierten Verfahrens für die Rehabili- 
tationsempfehlungen verpflichtet. 
Auf der Grundlage der Begutachtung werden Erst-Antr agsteller/innen künftig 
von den Pflegekassen in fünf Pflegegrade eingeteilt . Bisher waren es drei Pfle- 
gestufen. Personen, die bereits eine Pflegestufe ha ben, werden ohne erneute 
Begutachtung in einen entsprechenden Pflegegrad integriert. 
 
Kriterien zur Einstufung in die fünf Pflegegrade: 
1. Mobilität 
2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten 
3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen 
4. Selbstversorgung 
5. Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheitsbedingten  
    oder therapeutischen Anforderungen und Belastungen 
6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte 
 
In Pflegegrad 1 werden Menschen eingestuft, die noc h keinen erheblichen Un- 
terstützungsbedarf haben, jedoch in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt sind. 
Sie können zum Beispiel eine Pflegeberatung, eine A npassung des Wohnumfel-

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
57 
  
des (z.B. barrierefreie Dusche) oder Leistungen der  allgemeinen Betreuung er- 
halten. 
Die Änderungen, die sich durch das PSG II ergeben, führen zu einer „Ambulan- 
tisierung“ der stationären Einrichtungen. So kann d er Pflegesatz auf 80% ge- 
kürzt werden, wenn z.B. im Falle einer stationären Versorgung keine Empfeh- 
lung hierzu im MDK Gutachten vorliegt. Stationäre E inrichtungen sollten Ange- 
bote entsprechend ergänzen, etwa im Bereich ambulante Tagespflege. 
In Pflegeheimen zahlen Pflegebedürftigen der Pflegegrade 2 bis 5 ab 2017 eine 
Pauschale für den pflegebedingten Eigenanteil, die im Bundesdurchschnitt bei 
ca. 580 € liegen wird. Allerdings werden die unters chiedlich hoch anfallenden 
Kosten für Verpflegung, Unterkunft und Investitione n ebenfalls auf die Bewoh- 
nerinnen und Bewohner umgelegt, was letztendlich in  der Summe doch zu un- 
terschiedlich hohen Eigenanteilen führen wird. Dies  wird Auswirkungen auf die 
ungedeckten Kostenanteile haben, die durch den Sozi alhilfeträger finanziert 
werden. 
Neben den pflegebedürftigen Versicherten haben auch  pflegende Angehörige 
ab Januar 2016 einen Beratungsanspruch durch die Pflegekassen und sollen in 
der Renten- und Arbeitslosenversicherung besser abgesichert werden. 
Die Pflegeselbstverwaltung 
43  wird gesetzlich verpflichtet, ein wissenschaftlich  
fundiertes Personalbemessungssystem zu entwickeln und zu evaluieren. 
Die Ausführungsbestimmungen müssen nachgearbeitet w erden und eine An- 
passung von SGB XI und XII vorgenommen werden. 
Ebenfalls sind Lösungen im Bereich Fachkräftemangel zu finden. Die Quote der 
50-jährigen und älteren Beschäftigten in der Pflege  ist sehr hoch und die 
Nachqualifizierungsoffensive läuft aus. Es besteht weiterhin hoher Bedarf, im 
Rahmen der Weiterbildungsinitiative WeGebAU (Weiter bildung Geringqualifi- 
zierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in U nternehmen) Beschäftigte 
nach zu qualifizieren. 
 
 
 
                                                
43  Organ der Selbstverwaltung im Krankenversicherungsrecht ist der Gemeinsame Bundesausschuss 
(GBA). Ihm gehören die Kassenärztliche und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, die Deutsche Kran- 
kenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband an und (GBA) regelt die Leistungsansprüche der gesetz- 
lich krankenversicherten Bevölkerungsmitglieder.

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
58 
  
6.2 Beratungen  
Hier wird zunächst nur auf Beratungsangebote im Ber eich Pflege, psychiatri- 
sche Erkrankungen und demenzielle Veränderungen ein gegangen. Beratung zu 
Wohnraumanpassung, sozialen und kulturellen Angebot en sind den entspre- 
chenden Themenfeldern zugeordnet.  
Neutrale, umfassende Beratung im Rahmen von Care- u nd Case Management 
zum Thema Pflege bietet der Pflegestützpunkt Darmstadt  an. Bei Bedarf sind 
Hausbesuche möglich und Begleitung bei Widersprüche n zu Sozialleistungen 
der Pflegekassen. Die Beratungsnachfrage ist seit d er Einrichtung des Pflege- 
stützpunktes kontinuierlich gestiegen. Auch Beratun g vor Ort in den einzelnen 
Stadtteilen wird zunehmend von Bürgerinnen und Bürg ern, aber auch instituti- 
onell, gewünscht und nachgefragt.  
Im Jahr 2014 nahmen 2.189 Personen die Beratung des  Pflegestützpunkts in 
Anspruch, der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund betrug 6,4 %. 
Auch die Pflegekassen  sowie ambulante Dienstleister  und stationäre Pflege- 
einrichtungen  beraten zum Thema Pflegeorganisation und Finanzier ungsmög- 
lichkeiten.  
Beratung bei psychischen Erkrankungen  wird von verschiedenen Trägern und 
Institutionen angeboten. Neben der gerontopsychiatr ischen Tagesklinik des 
Agaplesion Elisabethenstifts gibt es die unter Tabe lle 18 aufgeführten Angebo- 
te. 
 
Tabelle 18, Beratungsstellen bei psychischen Erkrankungen 
Träger Anschrift 
Gesundheitsamt Darmstadt,                                     
Sozialpsychiatrischer Dienst 
Niersteiner Straße 3                                         
64295 Darmstadt 
Sozialpsychiatrischer Verein Darmstadt e.V. Erbacherstr. 57                                                   
64287 Darmstadt 
Darmstädter Bündnis gegen Depression e.V. Erbacher Straße 29                                      
64287 Darmstadt 
Caritas Gemeindepsychiatrisches Zentrum Wilhelminen platz 7                                      
64283 Darmstadt 
DemenzForumDarmstadt e.V. Beratungsan- 
gebot zum Thema Demenz 
Bad Nauheimer Straße 9                                
64289 Darmstadt 
Quelle: Eigene Erhebung

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
59 
  
Unabhängige und trägerübergreifende Beratung zum Th ema demenzielle Ver- 
änderungen  sowie niedrigschwellige Betreuungsangebote bietet der Verein 
DemenzForumDarmstadt e.V. an. Auch die Tageszentren  für Menschen mit 
demenziellen Veränderungen (vergleiche 5.4 Tabelle 3) sowie die ambulanten 
Pflegedienste bieten Beratung zum Thema Demenz.  
Die meisten Träger der Beratungsangebote sind in der Fachkonferenz Altenhil- 
fe  vernetzt. Eine gute Kooperation und Vernetzung all er Beratungsebenen, ins- 
besondere von Beratung zur Wohnraumanpassung und Pf legeberatung, aber 
auch sozialpsychiatrischen Angeboten und Demenziellen Veränderungen,  kann 
entscheidend dazu beitragen, den Verbleib in der ei genen Wohnung auch bei 
Eintritt von Unterstützungsbedarf zu ermöglichen.    
Es fehlen neutrale, dezentrale Beratungsangebote au f Stadtteilebene. Insbe- 
sondere im gerontopsychiatrischen Bereich wären auc h aufsuchende Bera- 
tungsangebote wünschenswert.  
 
 
6.3 Ambulante Versorgung   
Durch das PSG II wird geregelt, dass künftig jeder ambulante Pflegedienst ne- 
ben körperbezogenen Pflegeleistungen und Hilfen bei  der Haushaltsführung 
auch Betreuungs- und Entlastungsleistungen anzubiet en hat. Diese Betreu- 
ungsmaßnahmen können auch in Kooperation mit andere n zugelassenen An- 
bietern erbracht werden. Dies wird sich auf die Qua lität der ambulanten Ver- 
sorgung auswirken indem sich das Leistungsspektrum erweitert.   
Die Anzahl der in der Wissenschaftsstadt Darmstadt aktiven ambulanten 
Dienstleistungsunternehmen verändert sich ständig leicht, der Trend geht nach 
oben. Eine weitere Unschärfe ergibt sich durch stad tnahe Anbieter/innen aus 
dem Landkreis, welche ebenfalls auch in Darmstadt t ätig sind, ebenso wie 
Darmstädter Pflegedienste auch den grenznahen Landk reis bedienen. Für die- 
sen Bericht war eine Befragung der ambulanten Pfleg edienste geplant, der 
Fragebogen wurde in der AG Pflege parallel zur Befr agung der stationären 
Pflegeinrichtungen entwickelt und an alle ambulante n Dienste mit Sitz in 
Darmstadt versandt. Das Ergebnis konnte wegen des g eringen Rücklaufs leider 
nicht ausgewertet werden.  
Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Pfleges tatistik des Statistischen 
Landesamts Hessen, Stand 15.12.2013. 
Insgesamt waren zum genannten Stichtag 24 Dienste i n Darmstadt ansässig, 
davon 15 in privater Trägerschaft, acht Träger der freien Wohlfahrtspflege und 
einer in kommunaler Trägerschaft.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
60 
  
Der Fachkräftemangel zeigt sich auch im ambulanten Bereich, ebenso wie die 
demografische Entwicklung. Die Fachkräfte werden zunehmend älter. 
Mehr Angebote ambulanter psychiatrischer Krankenpfl ege wären erforderlich. 
Die pflegerische Versorgung psychisch kranker Mensc hen wird durch die struk- 
turellen Ausführungen der Gesetze des SGB XI in Hessen erschwert. In anderen 
Bundesländern ist die Abrechnung von Leistungen der  psychiatrischen Pflege 
mit den Kassen vertraglich geregelt. In Hessen sind  Einzelgenehmigungen der 
Pflegekassen erforderlich. 
Menschen mit Migrationshintergrund nutzen professio nelle Pflege auch im 
ambulanten Bereich weniger als Menschen ohne Migrationshintergrund.  
Auch haben sich Erkenntnisse bestätigt, dass Pflege bedürftige mit Migrations- 
hintergrund in Privathaushalten eher ausschließlich  Pflegegeld beziehen und 
weniger Sach- und Kombinationsleistungen in Anspruc h nehmen. Befragte mit 
Migrationshintergrund begründen dies öfter als Pers onen ohne Migrationshin- 
tergrund damit, das Pflegegeld zur Kostendeckung im Haushalt zu benötigen.
44   
Insgesamt nahmen 991 Personen Leistungen zur Pflege  in Anspruch. Die Al- 
tersverteilung zeigt einen deutlichen Anstieg ab dem 75. Lebensjahr.  
 
Grafik 5, Altersverteilung der Leistungsempfänger/innen für ambulante Versorgung 
45  
 
Quelle: Destasis Pflege 
                                                
44  Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (2012): Pf legebedürftigkeit und Nachfrage nach Pflegeleis- 
tungen von Migrantinnen und  Migranten im demograph ischen Wandel. http://www.awo-
informationsservice.org/uploads/media/fb12-pflegebeduerftigkeit-kurzfassung.pdf (Stand: 13.02.2016). 
45  Statistisches Landesamt Hessen, Pflegestatistik, (Stand: 15.12.2013) 
0 50 100 150 200 250 
   5 - 10 
  15 - 20 
  25 - 30 
  35 - 40 
  45 - 50 
  55 - 60 
  65 - 70 
  75 - 80 
  85 - 90 
  95 und mehr

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
61 
  
Im Pflegestützpunkt Darmstadt wurde im Jahr 2015 Beratung zur Organisation 
von ambulanter Pflege und Versorgung in 13,4% aller  Fälle nachgefragt. Fra- 
gen zur stationären und teilstationären Versorgung sind dagegen nur in 9% 
aller Beratungen Thema. Dies bestätigt die Entwickl ung von „ambulant vor sta- 
tionär“. 
 
 
6.4 Teilstationäre Pflege  
Die Tagespflege ist ein teilstationäres Angebot, be i dem ältere Menschen mit 
körperlichen und/oder psychischen Erkrankungen sowi e demenziell veränderte 
Menschen tagsüber in einer Einrichtung mit anderen Betroffenen betreut wer- 
den. In der Regel liegen die Öffnungszeiten zwische n 8:00 und 16:00 Uhr und 
neben einer einzelfallspezifischen Verköstigung sin d Bewegungs- und Gedächt- 
nisangebote zentrale Bestandteile des Tagesablaufes  in Tagespflegeeinrichtun- 
gen. Durch Förderung und Forderung sollen Kompetenz en und Fähigkeiten er- 
halten bleiben oder, falls möglich, auch wieder erl ernt werden. Darüber hinaus 
wirken teilstationäre Angebote der Vereinsamung hil fs- und pflegebedürftiger 
Personen entgegen, fördern den sozialen Austausch u nd erhöhen dadurch 
Selbstbestimmung und Teilhabechancen im Alter. 
Für Angehörige ist die Tagespflege ein Entlastungsa ngebot. Nach wie vor wer- 
den mehr als zwei Drittel der pflegebedürftigen Men schen zu Hause versorgt 
46  
und dies in der Mehrheit der Fälle ohne Unterstützu ng durch ambulante Pfle- 
gedienste. Die dabei entstehenden körperlichen und psychischen Belastungen 
für die Angehörigen sind zum Teil erheblich, Überla stung kann die Folge sein. 
Durch die Nutzung von Tagespflege finden Angehörige  Unterstützung, in der 
Gewissheit, dass eine professionelle Versorgung, Be treuung und Pflege jeder- 
zeit sichergestellt ist. Tagespflege wird so zu ein em beutenden Bestandteil in 
einem Hilfesystem mit Wahlmöglichkeiten, da sie str ukturell zwischen einer 
„Pflege daheim“ und einer vollstationären Einrichtung steht.  
Da mit dem Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetze s II nach der Umsetzung 
des Gesetzes kognitiven Veränderungen ein deutlich größeres Gewicht bei der 
Eingruppierung in einen Pflegegrad gegeben werden, ist davon auszugehen, 
dass mittelfristig der Bedarf an teilstationären Angeboten steigen wird. 
Dies gilt insbesondere auch für die Versorgung bei gerontopsychiatrischen und 
psychischen Erkrankungen. Hierzu gehören neben deme nziellen Veränderun- 
                                                
46  Destasis: Pflege. 
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Pflege/Pflege.html  (Stand: 
23.12.2015).

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
62 
  
gen auch Depressionen, Angst- und Zwangserkrankunge n und Psychosen. Bis- 
her gibt es für Betroffene in Darmstadt eine Tagesk linik mit zwölf Plätzen, eine 
Tagesstätte in Trägerschaft des Sozialpsychiatrisch en Vereins Darmstadt e.V. 
sowie zwei Tagesstätten für psychisch Kranke der Ca ritas Darmstadt 
(vergl.Tabelle 19).  
Bereits jetzt ist ein deutlicher Trendverlauf im Pf legesystem erkennbar. Sowohl 
die zunehmende Präferenz ambulanter vor stationärer  Pflege in der Gesetzge- 
bung als auch der gesellschaftliche Trend, so lange  wie möglich im gewohnten 
Umfeld zu verbleiben, haben sich bereits auf die Ve rsorgungsstruktur ausge- 
wirkt. Während es 2008 bundesweit rund 2.100 Tagesp flegen mit 27.300 Plät- 
zen gab, waren es bis August 2015 schon 4.600 Einri chtungen mit 60.000 
Plätzen. Bis Ende 2015 wird ein weiterer Anstieg au f 5.600 Einrichtungen mit 
65.000 Plätzen erwartet. 47  Auch verkürzte sich die Zeit zwischen Einrichtungs - 
eröffnung und voller Auslastung im gleichen Zeitrau m signifikant, was zusätz- 
lich auf einen hohen Bedarf hindeutet. Aktuelle Dis kussionen beschäftigen sich 
mit der Erweiterung der Öffnungszeiten auf die Woch enenden und der Einrich- 
tung einer Nachtpflege zur Entlastung von Angehörig en, die tagsüber ihre An- 
gehörigen betreuen wollen.  
Folglich wird auch in der Wissenschaftsstadt Darmst adt mit einer steigenden 
Nachfrage an teilstationären Pflegeplätzen zu rechnen sein.  
Zum Stand 31.12.2015 gibt es drei Tagespflegeeinric htungen in Darmstadt, 
von denen sich zwei an Menschen mit demenziellen Veränderungen richten und 
eine für überwiegend somatische Erkrankungen ausgelegt ist. Hier stehen zwölf 
Plätze zur Verfügung. 
In Planung sind weitere Angebote für Tagespflege in  Kranichstein (DRK), Eber- 
stadt (Volpp) und Bessungen (Agaplesion Heimathaus) , Nachtpflege wird von 
keiner Einrichtung angeboten. 
 
 
 
 
 
 
 
                                                
47  CAREkonkret (2015): Ohne Tagespflege geht es nicht, Ausgabe 48 vom 27.11.2015.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
63 
  
Tabelle 19, Tagespflege (Stand 31.12.2015) 
Einrichtung Stadtteil Tagespflegeplätze 
DRK Tageszentrum für Menschen 
mit Demenz                             
Wechslerstraße 3                       
64291 Darmstadt 
Arheilgen 13 
DRK Tageszentrum für Menschen 
mit Demenz                                  
Heidelberger Landstraße 383    
64297 Darmstadt 
Eberstadt 15 
Wohnpark Kranichstein               
Borsdorffstraße 40                      
64289 Darmstadt 
Kranichstein 12 
Nachtpflege Kein Angebot   - 
Quelle: Eigene Darstellung 
 
Tageskliniken 
Eine Tagesklinik ist eine medizinische Einrichtung der teilstationären Versor- 
gung von Patienten/-innen. In Darmstadt gibt es sow ohl eine geriatrische als 
auch eine gerontopsychiatrische Tagesklinik. Sie er möglichen, Patienten/-
innen zu beschäftigen, zu beobachten, und nach und nach zu verschiedenen 
fachärztlichen Untersuchungen der Klinik, der sie a ngeschlossen sind, zu brin- 
gen.

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
64 
  
Tabelle 20, Tageskliniken 
Gerontopsychiatrische Tagesklinik 
mit Schwerpunkt Altersdepression 
Luise-Karte-Haus                            
Erbacherstr. 29 
64287 Darmstadt 
Darmstadt-Ost 12 
Agaplesion Elisabethenstift 
gGmbH 
Geriatrische Tagesklinik  
Gebäude E, Ebene -1 
Erbacher Straße 25 
64287 Darmstadt 
Darmstadt-Ost 12 
Quelle: Eigene Darstellung 
 
Tagesstätten 
Tagesstätten für psychisch kranke und seelisch behi nderte Menschen sind teil- 
stationäre Einrichtungen. Sie helfen den Alltag (wi eder) zu gestalten und zu 
strukturieren; die jeweiligen Aktivitäten und Maßna hmen, werden an die indivi- 
duelle Situation angepasst. 
 
Tabelle 21, Tagesstätten 
Sozialpsychiatrischer Verein 
Darmstadt e. V. Tagesstätte am 
Hundertwasser Haus 
Darmstadt-Nord Tägl. Auslastung bis 
zu 20 Personen mög- 
lich 
Caritas Tagesstätte für psychisch 
Kranke                                           
Wilhelminenplatz 7                    
64283 Darmstadt 
Darmstadt-Mitte 47    
Caritaszentrum Schweizer Haus 
Mühltalstr. 35                       
64297 Darmstadt-Eberstadt 
 23 
Quelle: Eigene Darstellung

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
65 
  
6.5 Stationäre Pflege  
Im April 2015 wurde eine Befragung der zwölf statio nären Pflegeeinrichtungen 
in Darmstadt als Vollerhebung durchgeführt, der Rüc klauf betrug 100%. Die 
Befragung verfolgte das Ziel, einerseits im Rahmen von Netzwerkarbeit Infor- 
mationen über die Angebote zu erhalten und für die verschiedenen Arbeitsfel- 
der nutzbar zu machen. Zum anderen sollten für die Pflegeprognose aktuelle 
Belegungszahlen erhoben werden, da 2012 eine neue s tationäre Pflegeeinrich- 
tung mit 120 Plätzen eröffnet hatte. 2014 wurden zwei etablierte Einrichtungen 
geschlossen. Die sich hieraus ergebenden Veränderun gen auf die Auslastung 
der Pflegeeinrichtungen sollten erhoben werden.     
Methodisch erfolgte die Befragung mittels eines Fra gebogens, welcher partizi- 
pativ unter Berücksichtigung der Interessen aller v ertretenen Arbeitsfelder in 
der AG Pflege entwickelt wurde. In der AG waren Ein richtungsleitungen und 
Beschäftigte aus folgenden Arbeitsfeldern tätig: St ationäre Pflegeinrichtungen, 
Sozialstation, VdK Ortsverband Darmstadt, Pflegestü tzpunkt Darmstadt, am- 
bulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst, e.V. , DemenzForumDarmstadt 
e.V., einer gerontopsychiatrischen Klinik und Verwaltung.   
Durch die interdisziplinäre Zusammensetzung der AG konnten viele Perspekti- 
ven zusammengeführt und diskutiert werden. Dieser Austausch wurde von allen 
Beteiligten als bereichernd erlebt und war in dieser Form bisher nicht üblich.  
Der abgestimmte Fragebogen wurde den Einrichtungen per E-Mail zugesandt 
und konnte sowohl online ausgefüllt werden als auch  ausgedruckt und posta- 
lisch zurückgesandt werden. Für die Beantwortung wa ren vier Wochen Zeit ge- 
geben, der Rücklauf betrug 100%. 
Aus Gründen der Aktualität werden, soweit möglich, die selbst erhobenen Da- 
ten zur vollstationären Pflege für den vorliegenden  Bericht verwendet und in 
der folgenden Ergebnisübersicht vorgestellt. Abweic hungen zur Pflegestatistik 
des statistischen Landesamts Hessen ergeben sich du rch die Vollerhebung der 
stationären Pflegeeinrichtungen und den Erhebungszeiträumen.  
Die Ergebnisübersicht bietet einen ersten Einblick in die Versorgungsarten und 
Ausstattung und kann als Anregung und Grundlage für weitere Untersuchungen 
genutzt werden.  
Die Befragung wird jährlich wiederholt, um aktuelle  Entwicklungen aufzuzeigen 
und über die Belegungssituation zu informieren.

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
66 
  
6.6 Befragungsergebnisse stationärer Pflegeeinrichtungen 
Die folgenden Ergebnisse werden nach den eingegange nen Angaben darge- 
stellt. Widersprüchliche Aussagen werden soweit mög lich kommentiert. Alle 
unter 5.6 aufgeführten Tabellen wurden in eigener D arstellung erstellt und ge- 
ben die Erhebungsergebnisse wieder. 
 
6.6.1 Lage und Erreichbarkeit der Pflegeeinrichtungen 
Die Pflegeeinrichtungen verteilen sich gut über das  Stadtgebiet. Alle sind an 
den ÖPNV angebunden, eine Einrichtung hätte gerne e ine direkte Anbindung. 
Alle verfügen über barrierefreie Zugänge, neun Einr ichtungen haben eigene 
Parkplätze. 
 
Tabelle  22, Lage und Erreichbarkeit der Pflegeeinrichtungen      
   Anzahl/ ja-Nennungen     
n=12 
Lage der Pflegeeinrichtung Zentrale Lage 
Stadtrandlage 
5 
7 
Erreichbarkeit der Pflege- 
einrichtung 
Gute Erreichbarkeit mit 
ÖPNV 
Parkplätze vorhanden   
Barrierefreier Zugang 
  
12 
9 
9
                                                                                                      
  
6.6.2 Versorgungsarten 
Alle Pflegeeinrichtungen bieten neben vollstationär er Pflege auch eingestreute 
Kurzzeitpflege an. Tagespflegeangebote sind bei drei Einrichtungen vorhanden, 
Nachtpflege wird nicht angeboten, hier besteht ein Defizit.  
Menschen ohne Einstufung in eine Pflegestufe werden  von neun Einrichtungen 
aufgenommen.  
Bei elf Einrichtungen ist eine Akutaufnahme im Kris enfall möglich, sie können 
diese Aufnahme innerhalb eines Tages organisieren. Sechs Einrichtungen kön- 
nen eine Akutaufnahme auch nachts organisieren, ach t Einrichtungen auch am 
Wochenende.

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
67 
  
Acht Einrichtungen sind zusätzlich unterschiedlich zertifiziert (vergl. Tabelle 
22).  
 
Tabelle 23, Versorgungsarten 
  Anzahl/ ja-Nennungen n=12 
Vollstationär Vollstationäre Pflege      
Kurzzeitpflege                
12 
12 
Teilstationär Tagespflege                     
Nachtpflege                      
3 
0 
Aufnahme von Personen oh- 
ne Pflegestufe 
  9 
Notfallversorgung 
 
Akutaufnahme in Krisensitua- 
tionen möglich 
11 
 
 
Organisation dieser Versor- 
gung innerhalb eines Tages 
möglich 
11 
 
 
Organisation dieser Versor- 
gung auch Nachts 
6 
 Organisation dieser Versor- 
gung auch am Wochenende 
8 
* Mehrfachnennungen, Auflistung ohne Zuordnung

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
68 
  
Tabelle 24, Zertifizierungen 
 Zertifizierungen 
 
Zertifizierungen vorhanden* 
5x Grüner Haken (2014) bzw. 
BIVA 
DIN ISO 9001 (Reinigung) 
DIN ISO 9001 (Küche) 
DIN ISO 9001 (TÜV NORD) 
Dekra 
Comitted to Excellence 
(EFQM) 
8 
 
6.6.3 Pflegerische Versorgung  
In Bezug auf spezialisierte pflegerische Versorgung  ist in zehn Einrichtungen 
regelmäßige Sekret Absaugung der oberen Atemwege mö glich. Palliative 
Schmerzversorgung, Tracheostomaversorgung und Aufna hme bei Aids Erkran- 
kung ist in sieben Einrichtungen möglich. Versorgung bei apallischem Syndrom 
bieten fünf Einrichtungen an. 
Gerontopsychiatrische Versorgung und einen Demenzbe reich bieten ebenfalls 
sieben Einrichtungen an, einen beschützten Demenzbe reich gibt es in drei Ein- 
richtungen.  
MRSA und MRS Versorgung sind in elf und zehn Einrichtungen möglich.  
Eine Einrichtung versorgt Menschen bereits ab dem 4 0. Lebensjahr. Einmal 
wurde angegeben, die Versorgung entsprechend der Be darfe bei der Aufnahme 
zu ermöglichen.  
Eine Versorgung für beatmungspflichtige Patienten/i nnen bietet keine Einrich- 
tung an, eine Unterbringung nach Phase F gibt es eb enfalls nicht und ist auch 
bei keiner Einrichtung in Planung.

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
69 
  
Tabelle 25, Pflegerische Versorgung 
Pflegerische Versorgung Versorgungsarten Anzahl/ ja -Nennungen 
n=12 
 Regelmäßige Sekret Absau- 
gung aus den oberen Atem- 
wegen  
10 
 Tracheostomaversorgung 7 
 Gerontopsychiatrische Ver- 
sorgung 
7 
 Palliative Schmerzversorgung 7 
 MRE (Multiresistente Erreger) 10 
 MRSA (Staphylococcus au- 
rous, Gram-positives Bacte- 
rium) 
11 
 Beatmungspflichtige 0 
 Aids Erkrankung 7 
 Apallisches Syndrom 5 
 Unterbringung nach Phase F 
in Planung 
0 
 Demenzbereich 7 
 Beschützter Demenzbereich 3 
 Weitere:*                                
Anpassung an die Bedarfe im 
Einzelfall 
Versorgung pflegebedürftiger 
Menschen ab dem 40 Lebens- 
jahr 
 
*Mehrfachnennungen, Auflistung ohne Zuordnung

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
70 
  
6.6.4 Fachärztliche Kooperationen  
Die ärztliche Versorgung  der Bewohner/innen von Pflegeheimen sollte sich ab 
2016 durch gesetzliche Regelungen verbessern. Durch  das Hospiz- und Pallia- 
tivgesetz werden stationäre Pflegeeinrichtungen kün ftig verpflichtet, Kooperati- 
onsvereinbarungen mit niedergelassenen Haus-, Fach-  und Zahnärzten zu 
schließen.
48  Die Kooperationsbereitschaft seitens der Ärzte wir d teilweise kriti- 
siert. 
Die Befragung zeigt, dass die meisten Kooperationen  in den Fachbereichen 
Neurologie sowie Kiefer- und Zahnheilkunde stattfin den, dies wurde jeweils von 
zehn Einrichtungen angegeben. Zwei Einrichtungen ko operieren mit dem Neu- 
rozentrum in Erbach, eine Einrichtung nannte ein Za hnzentrum in Nidderau-
Heldenbergen. Die Gründe hierfür wurden nicht hinte rfragt. Auf die Situation 
der ärztlichen Versorgung in der Wissenschaftsstadt  Darmstadt wird unter 
Themenfeld 5. Gesundheit und Sport, näher eingegangen. 
Mit den Fachbereichen Psychiatrie und Dermatologie bestehen jeweils drei Ko- 
operationen. 
Die übrigen medizinischen Fachbereiche werden ledig lich jeweils von ein bis 
zwei Pflegeeinrichtungen genannt. Der Fachbereich G ynäkologie wird ebenfalls 
nur von zwei Einrichtungen genannt, obwohl besonder s in den Altersgruppen 
ab 70 Jahren ein deutlicher Frauenüberhang besteht.  
Art und Intensität der Kooperationen wurden nicht hinterfragt, allerdings wurde 
deutlich, dass fachärztliche Versorgung teilweise n ur in den Arztpraxen erfolgt, 
seitens der Pflegeeinrichtungen wären Hausbesuche erwünscht.  
Die Frage nach den Kooperationen mit Fachärzten/inn en gibt erste Einblicke 
und kann als Grundlage für weitere Untersuchungen genutzt werden. 
    
 
 
 
 
 
 
                                                
48  Bundesministerium für Gesundheit (2015): Bundestag beschließt das Zweite Pflegestärkungsgesetz. 
http://www.bmg.bund.de/ministerium/meldungen/2015/psg-ii-bt-verabschiedung.html  (Stand 
13.02.2016).

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
71 
  
Tabelle 26, Kooperationen mit Fachärzten/innen 
 Kooperationen*  Fachrichtungen Anzahl/ ja-Nennunge n n=12  
 Neurologie 10 
 Kiefer- und Zahnheilkunde 10 
 Psychiatrie  3 
 Dermatologie 3 
 Gynäkologie 2 
 Urologie  2 
 Internisten/innen 2 
 Alle Fachrichtungen 2 
 Geriatrie 1 
 Hals-Nasen-Ohrenheilkunde 1 
  Orthopädie 1 
 Augenarzt/ärztinnen 1 
 Diabetologie 1 
 Chirurgie 1 
*Mehrfachnennungen, Auflistung ohne Zuordnung, zwei Einrichtungen nannten „mit allen Fach- 
richtungen“, dies ist in der Tabelle nicht berücksichtigt. 
 
6.6.5 Kultursensible Pflegeausrichtung 
Es darf vermutet werden, dass die Frage nach dem ko nzeptionellen Vorhan- 
densein von kultursensibler Pflege, unterschiedlich  interpretiert wurde. Ge- 
nannt wurden sowohl religiöse als auch nationale Au srichtungen. Zwei Einrich- 
tungen gaben an, dass „alle“ willkommen wären.  
In zwei Einrichtungen ist die christliche Kultur ko nzeptionell als kultursensible 
Pflegeausrichtung verankert.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
72 
  
Dem Ergebnis ist also nicht zu entnehmen, in wie we it nicht europäische kultu- 
relle Belange in der Praxis, z.B. bei der Gestaltun g des Speiseplans oder der 
Körperhygiene, tatsächlich in den meisten Pflegeein richtungen berücksichtigt 
werden. Sowohl konzeptionell, personell als auch rä umlich ist bisher nur eine 
Einrichtung auf religiöse und ethnische Diversität eingestellt. 
Die Frage, ob für kultursensible Pflege entsprechen d qualifiziertes Personal 
vorhanden sei, wurde von fünf Einrichtungen bejaht.  Da nur vier Einrichtungen 
angegeben hatten, konzeptionell kultursensible Pfle ge zu ermöglichen, kann 
davon ausgegangen werden, dass in einer Einrichtung  Mitarbeiter/innen mit 
unterschiedlichem Migrationshintergrund beschäftigt  werden und ggf. für ent- 
sprechende Bedarfe zur Verfügung stehen.   
 
Tabelle 27, Kultursensible Pflegeausrichtung 
  Anzahl/ ja-Nennungen n=12 
        
Kultursensible Pflegeaus- 
richtung konzeptionell vor- 
handen 
 4 
Berücksichtigte Kulturkreise                               
Mehrfachnennungen 
Christliche Kultur 
Balkan  
Türkei    
 Polen     
 Muslimische Kultur  
Italien 
Alle 
2  
1 
2  
2 
1  
1 
2                                                              
Hierfür qualifiziertes Perso- 
nal vorhanden 
 5

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
73 
  
6.6.6 Ausstattung des Hauses 
Die Angaben zur Ausstattung deuten darauf hin, dass  die meisten Pflegeein- 
richtungen noch eher konventionell ausgerichtet sind. Die Ausstattung mit SAT-
Zugang und WLAN sind als Handlungsfelder erkennbar,  ebenso eine Konzept- 
entwicklung, die Hausgemeinschaften oder Wohngruppe n einbezieht. Hier sind 
von einigen Einrichtungen Veränderungen für die Zukunft geplant.
 
Hervorzuheben ist, dass alle Einrichtungen über Auß enanlagen verfügen. Dies 
ist, besonders in zentraler Lage, nicht unbedingt selbstverständlich.   
Tabelle 28, Ausstattung des Hauses 
Ausstattung* Anzahl/ ja-Nennungen n=12 
 
Einbettzimmer 12 
Mehrbettzimmer 9 
Begleitperson möglich 5 
Wohngruppen 0 
Hausgemeinschaften 1 
Außenanlagen 12 
Spirituelle Angebote 8 
Interkulturelle Andachts-
/Gebetsräume 
6 
Telefonanschluss frei wähl- 
bar 
11 
Kabelzugang vorhanden 8 
SAT-Zugang vorhanden 6 
WLAN vorhanden 6 
Weitere*:                                              
Großzügige Wohnzimmer, 
Wohnküchen und Balkone in 
allen Wohnbereichen                        
Heller Speiseraum                          
Gemeinschaftsküche                      
mehrere Aufenthaltsräume 
 
                                             
 
*Mehrfachnennungen, Auflistung ohne Zuordnung

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
74 
  
6.6.7 Zusätzliche Leistungen 
Die Frage nach zusätzlichen Leistungen sollte ebenf alls zunächst einen Über- 
blick geben. Hier fällt auf, dass nur sechs Pflegee inrichtungen Sport- und Be- 
wegungstraining im Angebot haben. Hier besteht Hand lungsbedarf, besonders 
auch im Hinblick auf die gesetzlichen Regelungen de s Präventionsgesetzes 
(PrävG) 
49 , welches am 25. Juli 2015 in Kraft getreten ist.50   
Eine Einrichtung bietet Physiotherapie an. 
In neun Einrichtungen ist ein Sozialdienst vorhande n. Hier besteht zwar keine 
gesetzliche Verankerung, trotzdem sollte eine sozia le Betreuung sichergestellt 
sein. In vielen Einrichtungen regelt der Sozialdienst zudem die Neuaufnahmen. 
Alle Einrichtungen bieten Ausflüge und Urlaube an u nd tragen mit einem Café 
zu geselligem Austausch bei.  
Auch Fußpflege gehört in allen Einrichtungen dazu, einen Friseur gibt es in 
zehn Einrichtungen. 
Einkaufs- und Besuchsdienst haben acht, bzw. neun Einrichtungen.  
Nur vier Einrichtungen haben einen Fahrdienst im Pr ogramm, lediglich zwei 
Einrichtungen bieten rollstuhlgerechten Fahrdienst.  Hier könnten eventuell Ko- 
operationen mit externen Anbietern das Angebot ergänzen. 
Darüber hinaus bieten zwei Einrichtungen in den Sta dtteilen Arheilgen und 
Eberstadt jeweils einen Mittagstisch für Senioren/i nnen an. Auch ein Kiosk für 
kleine Einkäufe und eine Cafeteria stehen in jeweil s einer Einrichtung zur Ver- 
fügung.  
Kreative Angebote wie Töpfern, Malkurse, Korbflecht en und kreatives Gestalten 
wurden ebenfalls genannt.  
Für die Zukunft sind einige Veränderungen geplant. Es soll ein Internetcafé 
eingerichtet und die vorhandenen Angebote ausgebaut  werden. Eine Einrich- 
tung möchte ihren Betreuungsdienst weiter ausbauen und ein Tagespflegean- 
gebot wird neu hinzukommen. 
 
 
 
 
                                                
49  Bundesministerium für Gesundheit (2015): Präventionsgesetz. 
http://www.bmg.bund.de/themen/praevention/praeventionsgesetz.html  (Stand 13.02.2016). 
50  Vgl. ebd.

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
75 
  
Tabelle 29, zusätzliche Leistungen 
 Leistungen Anzahl/ ja-Nennungen n=12 
 Sozialdienst 9 
 Fahrdienst 4 
 Fahrdienst rollstuhlgeeignet 2 
 Besuchsdienst 9 
 Einkaufsdienst 8 
 Mahlzeitendienst 6 
 Sport/Bewegungstraining 6 
 Ausflüge/Urlaub 12 
 Geplante Veranstaltungen 12 
 Café 12 
 Friseur 10 
 Fußpflege 12 
  Weitere*:                                   
Mittagstisch für Bewoh- 
ner/innen des umliegenden 
Quartiers in Arheilgen 
                                                 
Mittagstisch für Senioren/innen 
aus Eberstadt                                   
Cafeteria                                           
Kreatives Gestalten                              
Malkurse                                         
Töpfern                                                  
Korbflechten                                            
Physiotherapie                                                      
Kiosk 
 
Welche zusätzlichen Leistungen 
sind in Planung? 
Internetcafé 
                                                                  
Ausbau der vorhandenen Ange- 
bote 
                                                                      
Tagespflege                                           
Ausbau des Betreuungsdienstes 
 
*Mehrfachnennungen, Auflistung ohne Zuordnung

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
76 
  
6.6.8 Leistungen für Menschen mit kognitiven Einschränkungen 
Angebote in diesem Bereich sind unterrepräsentiert.  Hier besteht ebenfalls 
Handlungsbedarf. Insbesondere gerontopsychiatrische  Versorgungsleistungen 
werden lediglich von vier Pflegeeinrichtungen erbra cht, ohne diese näher zu 
spezifizieren.   
Eine Einrichtung bietet Betreuungsleistungen nach S GBXI §87b für pflegebe- 
dürftige Heimbewohner mit erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf an. 
Hier ist zu vermuten, dass die Fragestellung unters chiedlich interpretiert wur- 
de. Der § 87b regelt die Vergütung für zusätzliche Betreuungsleistungen, diese 
werden von den Einrichtungen beantragt, wenn Bewohn er/innen kognitiv ein- 
geschränkt sind. Somit sollten mindestens die sechs  Einrichtungen, die Ver- 
sorgung für demenziell Veränderte anbieten, im Umke hrschluss auch zusätzli- 
che Betreuungsleistungen nach § 45b beantragen und erhalten. 
Fachärztliche neurologische Visite findet in einer Einrichtung statt. 
Die Versorgungsangebote für Menschen mit demenziell en Veränderungen sind 
etwas umfangreicher. So gibt es in fünf Einrichtung en einen speziellen Wohn- 
bereich. 
Lediglich Alltagsbegleitung wird in allen zwölf Einrichtungen angeboten.

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
77 
  
Tabelle 30, Leistungen für Menschen mit kognitiven Einschränkungen 
 Leistungen Anzahl/ ja-Nennungen n=12  
Gerontopsychiatrische Ver- 
sorgungsleistungen   
generell 4 
 Betreuungs- und Pflegeleis- 
tungen dem Bedarf der Be- 
wohner/innen angepasst 
1 
 Betreuungsleistungen nach 
§87b SGBXI 
1 
 Neurologische Visite durch 
NL 
1 
Versorgungsangebote für 
Menschen mit demenziellen 
Veränderungen 
Spezieller Wohnbereich 6 
 Besondere stationäre De- 
menzbetreuung 
1 
 Wohngemeinschaften 1 
 Beschützter Bereich 9 
 Geschützter Außenbereich 5 
 Alltagsbegleitung 12 
 Erhöhter Personalschlüssel 2 
 „Café Freiraum“ für Men- 
schen mit demenziellen Ver- 
änderungen  
1 
 Kochgruppe „Clowns“ 1

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
78 
  
Tabelle 31, Leistungen/Angebote für demenziell Veränderte und ihre Angehörigen 
Leistungen/Angebote für 
demenziell Veränderte und 
ihre Angehörigen 
 
Urlaubsbetreuung 
 
7 
 Tagespflege 1 
 Gruppenangebote für Ange- 
hörige 
1 
 Selbsthilfegruppen für pfle- 
gende Angehörige 
3 
 Schulung/Anleitung für pfle- 
gende Angehörige 
4 
 Information und Beratung 
von Angehörigen 
11 
 Betreuung durch Ehrenamtli- 
che 
7 
 Weitere:                                     
wöchentliche Nachmittags- 
betreuung für demenziell 
Veränderte 
 
1 
 Kooperation mit der VITOS 
GmbH (psychiatrische Ambu- 
lanz) wird angestrebt 
1 
 
Die Anteile der Personen mit kognitiven Einschränku ngen und demenziellen 
Veränderungen an der Gesamtanzahl der Bewohner/inne n in vollstationärer 
Pflege sind in den beiden Grafiken 
abgebildet. Für die einzelnen Altersgruppen wurde 
aus den Angaben der zwölf Pflegeeinrichtungen jeweils der Mittelwert dargestellt.

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
79 
  
Grafik 5, Personen mit kognitiven Einschränkungen 
 
Quelle: Eigene Darstellung 
 
Grafik 6, Demenziell veränderte Personen 
 
Quelle: Eigene Darstellung 
 
6.6.9 Kooperationen, Zusammenarbeit 
Die Begriffe Kooperationen und Zusammenarbeit wurde n nicht nach Art und 
Intensität differenziert, daher können auch diese A ngaben lediglich einen Ein- 
blick bieten und möglicherweise Impulse für die wei tere Ausgestaltung in den 
Einrichtungen geben.  
In sechs Einrichtungen gibt es keine Kooperation od er Zusammenarbeit mit 
einem sozialpsychiatrischen Dienst, hier sollte ein e bessere Vernetzung entwi- 
ckelt werden. In der AG Pflege wurde ausdrücklich d er Bedarf an einer besse- 
ren Vernetzung von psychiatrisch-medizinischen Einr ichtungen und vollstatio- 
0% 
5% 
10% 
15% 
20% 
25% 
u 60 60-69 70-79 80-89 90+ 
Anteil Personen mit kognitiven Einschränkungen nach 
Altersgruppen 
0% 
5% 
13% 
30% 
27% 
0% 
5% 
10% 
15% 
20% 
25% 
30% 
35% 
U 60 60-69 70-79 80-89 90+ 
Anteil demenziell veränderter Personen nach Altersgruppen 
U 60 60-69 70-79 80-89 90+

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
80 
  
närer Pflege genannt. Generell sollte der psychosoz iale Bedarf von Menschen 
in stationären Pflegeeinrichtungen stärker berücksichtigt werden.  
 
Tabelle 32, Kooperationen/Zusammenarbeit 
Zusammenarbeit mit folgenden Anbietern eng  lose ke ine 
Andere stationäre Pflegeeinrichtungen 2 10  
Kurzzeit-/Tagespflegeeinrichtungen 2 6 2 
Pflegedienste 5 5 1 
Krankenhäuser 12   
Hausärzte 12   
Fachärzte 11 1  
Pflegestützpunkt Darmstadt 5 7  
Wissenschaftsstadt Darmstadt 8 3  
Hospizdienste 11 1  
Therapeutische Berufe 12   
Sozialpsychiatrischer Dienst 2 2 6 
 
6.6.10 Personal, Ausbildung 
Alle zwölf Pflegeeinrichtungen bieten Ausbildungspl ätze für examinierte Pflege- 
kräfte und Helfer/innen an. Die Anzahl und Nachfrag e der Ausbildungsangebo- 
te wurden nicht erfragt. Dies könnte bei einer Unte rsuchung zum Thema Fach- 
kräftemangel erfolgen.

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
81 
  
Tabelle 33, Personal/Ausbildung 
 Ausbildungsmöglichkeiten Anzahl/ ja-Nennungen n=12 
 
Ausbildungsbetrieb   12 
 3 jährige Ausbildung exami- 
nierte/n. Altenpfleger/in 
12 
 1 jährige Ausbildung Alten- 
pflegehelfer/in 
10 
 Bürokauffrau/mann 2 
 Koch/Köchin 1 
 Alltagsbegleitung 1 
 
6.6.11 Belegungssituation 
Die durchschnittliche Auslastung der vollstationäre n Pflegeeinrichtungen für 
die Jahre 2012 bis 2014 lag im Mittelwert für die z wölf Pflegeeinrichtungen 
zwischen rund 88% und 90%. Da 2012 eine neue statio näre Pflegeeinrichtung 
mit 120 Plätzen eröffnet hatte und 2014 zwei etabli erte Einrichtungen ge- 
schlossen wurden, sollten durch die Befragung die s ich hieraus ergebenden 
Veränderungen auf die Belegungssituation sichtbar werden. Bedeutsam ist hier 
das Ergebnis für das Jahr 2014. Zu diesem Zeitpunkt  hatte sich die Bele- 
gungssituation wieder stabilisiert. Für die Zukunft  planen einige Einrichtungen 
Veränderungen, wodurch sich das Angebot an vollstat ionärer Pflege zugunsten 
qualitativer Verbesserungen quantitativ noch etwas weiter reduzieren wird. 
(vergl. 5.5.3) Dies dürfte aber mittelfristig noch kein Problem darstellen. 
 
Tabelle 34, Auslastung vollstationäre Pflege 
 
 
Jahr Auslastung vollstationäre       
Pflege %   n=12, %Mittelwert 
2012 86,12 
2013 87,63 
2014 90,29

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
82 
  
6.6.12 Belegung nach Alter, Geschlecht und Pflegestufe 
Zu dieser Frage waren die Angaben von neun stationä ren Pflegeeinrichtungen 
auswertbar. In der Tabelle 31 wird der Mittelwert d er Altersgruppen in den 
neun stationären Pflegeeinrichtungen angegeben, die s kann für einzelne Pfle- 
geeinrichtungen ein etwas abweichendes Bild ergeben . Der deutlich höhere An- 
teil der Frauen ab 70 Jahren entspricht ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung 
dieser Generation (vergl. Tabelle 2)   
Bei der Verteilung der Pflegestufen wurde nicht zus ätzlich nach Geschlecht dif- 
ferenziert, da eine detailliertere Untersuchung nac h geschlechtsspezifischen 
Kriterien den Rahmen dieses Berichts übersteigt. Di e höchste Konzentration 
liegt in den Pflegestufen 1 und 2. Die Verteilung a uf Pflegestufe 0 bleibt in al- 
len Altersgruppen unter 3%, Stufe 3 erreicht ihren Höchstwert in der Alters- 
gruppe der 80-89 Jährigen. In der Altersgruppe ab 8 0+ sinkt der Anteil der 
Pflegestufe 3 wieder auf 6,54%. 
 
Tabelle 35, Belegung nach Geschlecht und Altersstufen 
  Belegung nach Geschlecht %                                                                                              
n=9, % Mittelwert  
Beide Geschlechter nach Pflegestufen %                                                    
n=9, %Mittelwert  
Alter weiblich männlich 0 1 2 3 
 U 60 0,96 0,9 0,20 0,96 0,58 0,13 
60-69 1,69 2,52 0,20 2,71 1,14 0,20 
70-79 14,85 9,03 2,14 16,21 78,65 3,80 
80-89 36,33 10,93 2,56 20,63 20,14 8,56 
80+ 21,36 4,05 1,60 18,08 15,79 6,54 
 
6.6.13 Belegung durch ältere Menschen mit Migrationshintergrund 
Zur derzeitigen Belegungssituation durch ältere Men schen mit Migrationshin- 
tergrund in der vollstationären Pflege ist ein klei ner Exkurs erforderlich. Die 
jetzige Generation älterer Menschen mit Migrationsh intergrund ist in vollstatio- 
närer Versorgung bislang auch in der Wissenschaftss tadt Darmstadt wenig ver- 
treten. Diese Tatsache sollte genauer hinterfragt u nd untersucht werden. Es 
gab im Rahmen von Projekten im Kontext Älter werden  verschiedene Ansätze, 
auf Migrantenselbstorganisationen (MSO’s) in Darmstadt zuzugehen um sie als

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
83 
  
Multiplikatoren/innen zu gewinnen. Auf diesem Wege bildete sich z.B. im 
Stadtteil Kranichstein eine Gruppe von Seniorinnen und Senioren mit türki- 
schem Migrationshintergrund, die in den Räumlichkeiten des Bürgerhauses am 
See/Luise-Büchner-Haus einmal monatlich zusammenkom men. Bei diesen 
Treffen finden, neben geselligen Aspekten, ebenfall s Informationen zu Fragen 
rund um das Thema „Versorgung im Alter“ Raum.  
Auch zu verschiedenen MSOs bestehen Kontakte, der P flegestützpunkt konnte 
sein Beratungsangebot in einigen Vereinen und relig iösen Gemeinden vorstel- 
len. Dies hat bisher wenig Auswirkungen auf die Nutzung der Angebote gehabt. 
Bei den kommenden Generationen wird sich dies vorau ssichtlich ändern, da 
sich hier die familiären Gegebenheiten zunehmend an  die Aufnahmegesell- 
schaft angleichen und damit auch häusliche Pflege n icht mehr wie bislang vor- 
wiegend familiär, d.h. vorwiegend von Frauen, gelei stet werden kann.
51  Dies 
erfordert allerdings mittelfristig weitere Anpassun gen der Pflegeeinrichtungs- 
angebote. Bisher haben laut dieser Umfrage lediglic h vier Pflegeeinrichtungen 
in Darmstadt kultursensible Pflege konzeptionell vo rgesehen. Zwei dieser Ein- 
richtungen gaben an, darunter die christliche Kultur zu verstehen.  
Der Bereich kultursensible Pflege wird in Zukunft e inen erheblich größeren 
Raum einnehmen als bisher, darauf sollten sich stat ionäre Pflegeeinrichtungen 
konzeptionell einstellen.  
 6.6.14 Ausblick und Veränderungen  
Vorschläge zur weiteren Verbesserung der Versorgungssituation durch die 
Einrichtungsleitungen:
  
 
• Vernetzung ausbauen 
• Zusammenarbeit mit ortsansässigen Fachärzten ist ma ngelhaft auf 
Grund fehlender Ressourcen 
• Förderung Ehrenamtlicher (St. Josef) 
• Fachärztliche Versorgung durch Hausbesuche (Heimathaus) 
• Anbindung der Einrichtung an ÖPNV (Volpp) 
                                                
51  Zentrum für Qualität in der Pflege: Alternde Migran ten und Pflege in Deutschland – eine Bestandsauf- 
nahme. https://www.zqp.de/index.php?pn=care&id=6  (Stand 13.02.2015).

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
84 
  
• Ausbau stadtteilbezogen zum Zentrum mit mehreren Wo hn- und Pflege- 
konzepten (Emilstraße) 
• Schaffung eines Wohnquartieres, geschlossener Berei ch, Wohnformen 
für junge Behinderte (Louise Dittmar Haus) 
• Ausbau der bestehenden Kooperationen (Fiedlersee) 
 
Vorhaben der Träger:   
• Umbau der Doppel- in Einzelzimmer (Alice-Altenheim) 
• Fortbildungen für Mitarbeiter/innen im Bereich inte rkulturelle Pflege fin- 
den statt, der Bereich soll gelebt werden. Bauliche  Umsetzbarkeit eines 
beschützenden Demenzbereichs wird geprüft (AWO Johannesviertel) 
• Quartiersbezug, stärkere Anbindung an die Geriatrie  (E-Stift, Mathilden- 
höhe) 
• Sanierung Neubau (Heimathaus) 
• Etablierung von betreutem Wohnen (Volpp) 
• Modernisierung, Reduktion der Bettenanzahl durch Ei nzelzimmer (Emil- 
straße) 
• Betreutes Wohnen (Louise Dittmar Haus) 
• Angebot für ältere Menschen, die nicht mehr ohne Au fsicht zuhause al- 
leine leben können, aber noch keine körperliche Pfl egebedürftigkeit vor- 
liegt (Rosenhöhe) 
• Beschützender Wohnbereich in Anlehnung an Hausgemei nschaftsmodell 
für Menschen mit demenziellen Veränderungen, kleine  betreute 
Wohneinheit in Planung (Fiedlersee) 
    
6.7 Pflegeprognosen/Bedarfsplanung 
6.7.1 Bevölkerungsprognose, Zahlen, Daten, Fakten? 
Hier werden nochmals einige der in der Einführung b eschriebenen Einflussfak- 
toren aufgegriffen, um den Status quo der Rahmenbed ingungen einer Bedarfs- 
planung zu verdeutlichen.  
Der zukünftige Bedarf in der Pflege wird von mehrer en Parametern bestimmt 
werden. Ein wichtiger Faktor wird die gesundheitlic he Entwicklung der kom- 
menden Generationen sein. Hierzu wurden verschieden e interdisziplinäre For-

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
85 
  
schungen durchgeführt und entscheidende Faktoren be nannt.52  Europaweit 53  
wird eine Politik des „aktiven Alterns“ verfolgt, d ie maßgeblich auf Aktivierung 
und gesellschaftliches Engagement älterer Menschen setzt. Welche Auswirkun- 
gen sich hieraus konkret für gesundheitliche und pf legerische Entwicklungen 
ergeben werden, ob und in welchem Umfang der Paradi gmenwechsel von dem 
sozialen Konstrukt eines „verdienten Ruhestands“ zu m „active aging“ der „jun- 
gen Alten“ der Babyboomer Generationen vollzogen we rden wird, bleibt abzu- 
warten.    
Die künftigen Entwicklungen und Veränderungen, die sich durch das Pflege- 
stärkungsgesetz im präventiven und ambulanten Berei ch ergeben werden, tra- 
gen hoffentlich dazu bei, den Eintritt der Pflegebe dürftigkeit weiter hinauszu- 
zögern und vielleicht zu verkürzen.  
Ein weiterer Einflussfaktor wird die kommende Einbettung in soziale Netzwerke 
sein, möglichst vor Ort im Stadtteil. Wenn es gelin gt, stabile Versorgungsstruk- 
turen in den Stadtteilen aufzubauen, werden gute Vo raussetzungen zur weite- 
ren Ambulantisierung der Pflege für alle Altersgruppen geschaffen. 
Auch die in der Biografie erworbenen individuellen Ressourcen tragen dazu bei, 
einen möglichen Pflegebedarf zu gestalten. Hier wer den neben den wirtschaft- 
lichen Möglichkeiten Bildung und Erfahrungswissen, also informelle Bildung, 
wichtige Einflussfaktoren sein.   
Sicher ist bisher, dass hochaltrige Menschen so lan ge wie möglich im gewohn- 
ten Umfeld verbleiben möchten. Der Einzug in statio näre Pflege gehört in der 
Regel nicht zum perspektivischen Wunschszenario ält erer Menschen (vergl. 
4.3) 
 
Faktoren wie Wanderungsbewegungen und Mortalitätsra te werden sich auch 
bei den künftigen Generationen 65+ verändern. Wie s ich daher die zukünftigen 
Szenarien der Pflegelandschaft gestalten werden, lä sst sich folglich zum jetzi- 
gen Zeitpunkt nicht in Zahlen Daten und Fakten abbi lden, sondern lediglich als 
mögliche Trends beschreiben. 
Aus diesem Grund wäre auch eine Bedarfsplanung, die  auf einer demografi- 
schen Prognose basiert, nur sehr ungenau. Hierbei w ürde die aktuelle Pflege- 
quote auf den prognostizierten Bevölkerungsanteil d er Personen ab 60 Jahren, 
                                                
52  Kruse, Lehr, Thomae u.a: Psychologie des Alterns, http://tocs.ulb.tu-darmstadt.de/1395511X.pdf  
(Stand: 13.02.2016). 
53  Europäische Kommission, Europäische Union Ausschuss der Regionen, AGE PlatForm Europe: Maß- 
nahmen zur Förderung des aktiven Alterns in Europa, http://bookshop.europa.eu/de/massnahmen-zur-
foerderung-des-aktiven-alterns-in-europa-pbKE3211749/  (Stand: 13.02.2016).

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
86 
  
in fünf Jahresstufen aufsteigend, hochgerechnet. Als Datengrundlage würde die 
zahlenmäßige Besetzung der Jahrgänge 1940 bis einsc hließlich 1969 verwen- 
det, dies entspricht einem Alter zwischen 70 bis 90  Jahren im Jahr 2030. Es 
würde davon ausgegangen, dass es keine Veränderunge n der aktuellen Pflege- 
quote geben wird – was aus den o.g. Gründen wenig wahrscheinlich ist.  
Für die Entwicklung der Alterskohorten der geburten starken Jahrgänge, die et- 
wa ab 2035 das 80. Lebensjahr erreichen werden und damit in die bisherige 
Personengruppe mit dem  höchsten Pflegerisiko aufrü cken, gibt es in der Wis- 
senschaftsstadt Darmstadt derzeit keine belastbare Prognose. Die Berechnun- 
gen des Demografie Berichts von 2012 sind bereits v on den tatsächlichen Ent- 
wicklungen überholt, dies betrifft nicht nur die Al terskohorten in der Erwerbs- 
phase (vergl. 2.1).  
Hier besteht Handlungsbedarf. Die Einrichtung einer  Experten/innen Kommis- 
sion zur Entwicklung einer belastbaren Bevölkerungs prognose für die Wissen- 
schaftsstadt Darmstadt als Datengrundlage für eine Pflegebedarfsplanung wird 
empfohlen.  
 
6.7.2 Instrumentarium zur Erstellung einer Bedarfsplanung  
Als bisheriges Instrumentarium zur Berechnung des B edarfs an vollstationären 
Dauerpflegeplätzen wurde für das Land Hessen eine f este Messziffer als Be- 
darfsanhaltswert festgelegt. Dieser beträgt 25 stat ionäre Dauerpflegeplätze für 
je 1.000 Einwohner/innen in einem Alter von 65 Jahr en und darüber. Diese 
Messziffer entspricht nicht mehr dem tatsächlichen Bedarf. So ergeben sich 
aufgrund dieses Berechnungsmodells für Darmstadt fü r das Jahr 2013 rund 
663 erforderliche Plätze. Tatsächlich wurden von de r besagten Altersgruppe 
1.104 vollstationäre Dauerpflegeplätze in Anspruch genommen. Zusätzliche 38 
Plätze wurden von jüngeren Personen belegt (vergl. Tabelle 32). 
 
Aus diesem Beispiel geht hervor, dass die bisherige  Messziffer des Bedarfs an 
vollstationären Dauerpflegeplätzen des Landes Hessen zu überarbeiten ist.  
Eine demografische Prognose (s.o.) würde zum jetzig en Zeitpunkt erhebliche 
Einflussfaktoren unberücksichtigt lassen und stellt  daher ebenfalls kein geeig- 
netes Messinstrument dar. 
Hier besteht ebenfalls Handlungsbedarf. Der Entwick lungsbedarf eines geeig- 
neten Instrumentariums als Berechnungsgrundlage wir d auch seitens des Hes- 
sischen Landtages, 
 Arbeitskreis I, Hessische Altenhilfeplanung, gesehe n. Der 
Arbeitskreis beabsichtigt die Empfehlung auszusprec hen, z.B. im Rahmen ei-

Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt                                                                             
Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
87 
  
nes wissenschaftlichen Forschungsprojekts die Entwi cklung geeigneter Berech- 
nungsgrundlagen in Auftrag zu geben.  
 
Tabelle 36, Inanspruchnahme vollstationärer Dauerpflege 2013 
54  
Alter in Jahren Anzahl Perso- 
nen 55  
Anhaltswert        
Anzahl:1000x25  
Stand 2013 
56   
65 - 70 13.472  336,80  115  
75 und älter 13.042  326,05  989  
gesamt 26.514  662,85  1.104  
 
6.8 Ausblick und Empfehlungen der AG Pflege 
Die vollstationären Pflegeeinrichtungen  in der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
hatten für das Jahr 2014 im Mittelwert eine Auslast ung von 90,29%. Im Jahr 
2013, vor der Schließung von zwei Einrichtungen lag  die Auslastung lediglich 
bei 87,63%. Somit besteht derzeit kein Bedarf an ei nem quantitativen Ausbau 
von vollstationären Pflegeplätzen. Allerdings plane n einige Einrichtungen quali- 
tative Veränderungen ihres Angebots, z.B. die Umwan dlung von Mehrbett- zu 
Einbettzimmern. Aber auch dies wird mittelfristig v oraussichtlich noch nicht zu 
Engpässen führen, da die geburtenstarken Jahrgänge erst im Jahr 2035 das 
Alter mit dem höchsten Risiko eines Eintritts von P flegebedarf erreichen wer- 
den. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen wäre eine  Auslastung der Pflegeein- 
richtungen von ca. 98% erforderlich.  
Die Befragung der Einrichtungen durch die Sozialpla nung der Bedarfe älterer 
Menschen wird jährlich durchgeführt werden, um aktu elle Entwicklungen zu 
dokumentieren und Bedarfsveränderungen rechtzeitig zu erkennen.  
Eine demografische Pflegeprognose kann erfolgen, so bald belastbare Bevölke- 
rungsentwicklungsprognosen für die Wissenschaftssta dt Darmstadt vorliegen. 
Eine aussagefähigere Bedarfsplanung ist möglich, we nn neben einer Bevölke- 
rungsprognose auch ein geeignetes Instrumentarium v erfügbar ist, welches die 
unter 6.7.1 beschriebenen Einflussfaktoren berücksichtigt.  
                                                
54  Statistisches Landesamt Hessen (2013): Inanspruchnahme vollstationärer Dauerpflege 2013. 
55  Wissenschaftsstadt Darmstadt (2014): Datenreport 2014. 
56  Statistisches Landesamt Hessen (2013): Pflegestatistik.

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Ein weiterer qualitativer Ausbau der vollstationäre n Pflege und konzeptionelles 
Umdenken zeichnet sich bereits ab (vergl. 6.6.14).  
Qualitativer und quantitativer Handlungsbedarf wird  in der Wahrnehmung der 
psychosozialen Bedarfe von Menschen in stationärer Pflege seitens der Pflege- 
einrichtungen gesehen. Hierzu würden entsprechende Qualifizierungen und 
Sensibilisierungen der Beschäftigten gehören, aber auch intensivere Kooperati- 
onen zwischen psychiatrisch-medizinischen Einrichtu ngen und stationären 
Pflegeeinrichtungen. 
Sterbebetreuung und palliative Konzepte werden sicher ebenfalls an Bedeutung 
zunehmen.  
Die ambulante Versorgung  in der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist ebenfalls 
quantitativ gut aufgestellt, ein weiterer Ausbau wä re im Bereich der psychiatri- 
schen Krankenpflege erforderlich. Die pflegerische Versorgung psychisch Kran- 
ker wird durch die strukturellen Ausführungen der G esetze des SGB XI in Hes- 
sen erschwert. Für die Leistung „psychiatrische Kra nkenpflege“ sind in Hessen 
Einzelgenehmigungen notwendig, da es keine entsprec henden Versorgungsver- 
träge gibt.  
Die  teilstationäre Pflege sollte durch Nachtpflegeangebote erweitert werden. 
Diese sollten für alle Pflegebereiche vorgehalten w erden, sowohl für rein kör- 
perliche Pflege, als auch für demenzielle Veränderu ngen und psychische Er- 
krankungen.  
Die Tagesstätten für Menschen mit demenziellen Verä nderungen sollten flexib- 
lere Öffnungszeiten, auch am Wochenende haben. Es f ehlen Tagesstätten Plät- 
ze für Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen, b esonders im Süden 
Darmstadts.  
Betreutes Wohnen im Hinblick auf möglichen Unterstützungsbedarf, vor zugs- 
weise im vertrauten Stadtteil, wurde in Befragungen in Darmstädter Stadtteilen 
als häufigste Option genannt. Eine stationäre Unter bringung wird dagegen nur 
von ca. 4% der Befragten als Perspektive angesehen.  Der Bedarf an bezahlba- 
rem betreutem Wohnen wird sicher auch in Folge der Veränderungen durch das 
PSG II zunehmen.  
Weitere beschützte Wohneinrichtungen sowohl für Menschen mit gerontopsy- 
chiatrischen Erkrankungen als auch für Menschen mit  demenziellen Verände- 
rungen zu erschwinglichen Kosten sind erforderlich. 
Ein Steuerungs- und wichtiger Unterstützungsansatz wäre der dezentrale Aus- 
bau der Beratungsangebote  auf Stadtteilebene, insbesondere zur Organisation 
der Pflege und Wohnraumanpassung. Die Angebote soll ten multimedial bewor-

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ben werden, da sich die Nachfrage aus der Bekannthe it der Angebote ergibt. 
Umfassende, neutrale Beratung zu den vorhandenen Mö glichkeiten leistet er- 
heblichen Beitrag zu selbstbestimmten Wohnen im Quartier. 
Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und/oder  kognitiven, bzw. geron- 
topsychiatrischen Erkrankungen wären auch aufsuchen de Beratungsangebote 
erforderlich.  
  
7. Fazit 
Zuletzt wurde im Jahr 2003 im Rahmen der Sozialberichterstattung mit dem 
Schwerpunkt Seniorinnen und Senioren der Bericht zu r Altenhilfeplanung 
erstellt. Folgende Aufgabenfelder für zukünftige so zialpolitische Trägerüber- 
greifende Planungsprozesse wurden identifiziert: 
„Das Fehlen einer gesetzlichen Grundlage für die Al tenhilfeplanung macht es er- 
forderlich, verbindliche Strukturen zu schaffen und  Planungsverantwortung aus- 
zuweisen, indem Altenhilfeplanung als Pflichtaufgab e der kommunalen Verwal- 
tung festgeschrieben wird. Die Umsetzung einer mode rnen Altenhilfepolitik erfor- 
dert: 
 
1. 
 Formulierung politischer Leitlinien 
2.  Ressort- und Trägerübergreifende Planungsprozesse ( Gesundheitshilfe, 
Wohnen, Altenhilfe) 
3.  Aufbau einer anwaltschaftlichen Vertretung älterer Menschen 
4.  Regelmäßige Trägerkonferenzen der Entscheidungsträg er zur Strukturent- 
wicklung (Bauträger, Stadtplanung, Wohlfahrtsverbände) 
5.  Beteiligung der damaligen Beratungs- und Serviceste lle für Ältere (BuS) als 
Fachabteilung an allen relevanten Planungsprozessen 
6.  Aufbau eines regelmäßigen Berichtswesens zur Lage d er älteren Generati- 
on 
7.  Ausbau von Kommunikationsstrukturen 
 
Inzwischen hat sich einiges bewegt, politische Leit linien wurden formuliert, 
zunehmend finden Ressort- und Trägerübergreifende P lanungsprozesse 
statt, wobei hier durchaus noch einiges Optimierungspotenzial liegt.

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In Bezug auf eine anwaltschaftliche Vertretung älterer Menschen hat sich ein 
Paradigmenwechsel vollzogen. Im Rahmen der sozialpo litischen Leitlinien 
werden ältere Menschen darin unterstützt und geförd ert, ihre Potenziale zu 
aktivieren, sich aktiv einzubringen und ihre Umwelt  mitzugestalten. Dies 
wird durch Beteiligungsforen, die Interessenvertret ung für Ältere und in wei- 
teren Beteiligungsprozessen ermöglicht. 
Die Fachkonferenz Altenhilfe ist mittlerweile ein e tabliertes Gremium, wel- 
ches dreimal jährlich zusammenkommt und mit Entsche idungsträgern be- 
setzt ist. Der Vorstand trifft sich monatlich und bereitet aktuelle Themen vor. 
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist durch die Sozi aldezernentin, Amtslei- 
tung Amt für Soziales und Prävention, sowie der Soz ialplanung der Bedarfe 
Älterer in der Fachkonferenz vertreten. 
Seit April 2012 steht eine volle Stelle für die Soz ialplanung der Bedarfe Älte- 
rer zur Verfügung. Die Stelle ist im Sachgebiet Ser vicestelle Soziales und 
Beratung verortet, welche der Beratungsstelle BuS v on 2003 entspricht. Die- 
se Verortung in der kommunalen Organisationsstruktu r ist für Planungsstel- 
len mit Schwerpunkt Seniorinnen und Senioren nicht ungewöhnlich, da aner- 
kannte fachliche Planungsstandards fehlen. Im Rahme n dieser strukturellen 
Bedingungen findet Beteiligung der Fachabteilung an  Planungsprozessen 
statt. 
Der Bericht zur Sozialplanung der Bedarfe Älterer w ird künftig in 5-
jährlichen Abständen neu aufgelegt. Die Befragung d er stationären Pflege- 
einrichtungen wird jährlich durchgeführt, die Ergeb nisse können über die 
Homepage der Wissenschaftsstadt Darmstadt unter der  Seite der Sozialpla- 
nung der Bedarfe Älterer eingesehen werden.  
Auch im Ausbau der Kommunikationsstrukturen haben p ositive Entwicklun- 
gen stattgefunden, die Sozialplanung der Bedarfe Äl terer ist gut in der Fach- 
konferenz Altenhilfe, den Stadtteilforen und Arbeit skreisen Älterer in den 
Stadtteilen sowie mit der Interessenvertretung für ältere Menschen vernetzt. 
Im Themenfeld Partizipation, bürgerschaftliches Engagement, Bildu ng und 
Kultur  wurde deutlich, dass der Bereich Partizipation ein e hohe sozialpoliti- 
sche Bedeutung hat. Dem würde die Entwicklung eines  strategischen sozial- 
planerischen Masterplans, welcher Finanzierung, Ste uerung, Koordination 
und Verwaltungsanbindung regelt, Rechnung tragen. 
Zur Informationsgewinnung im Bereich bürgerschaftli ches Engagement soll- 
te eine Datenbank erstellt werden, welche Instituti onsübergreifend Daten 
zusammenführt und auswertbar macht. Das ehrenamtlic he Engagement in 
den Stadtteilen, insbesondere im Bereich Nachbarsch aftshilfe bedarf profes-

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sioneller Koordination und Begleitung. Dies beinhal tet auch Schulungen, wie 
mit dem Freiwilligenzentrum Darmstadt geplant und Supervision.  
Um Aufschlüsse zur Wirksamkeit bisheriger Maßnahmen  und Projekte zur 
Förderung der Einbindung von Menschen mit Migration shintergrund zu er- 
halten, wurde in der AG Partizipation eine wissensc haftliche Evaluation vor- 
geschlagen. 
Die in der AG Wohnen und Lebensführung  formulierten Handlungsempfeh- 
lungen überschneiden sich teilweise mit Themenfeld 3. Auch hier wird die 
Bedeutung professioneller Koordination und Begleitu ng ehrenamtlichen En- 
gagements gesehen.  
Ebenso wird die Entwicklung eines strategischen Ges amtkonzepts zur Quar- 
tiersentwicklung angeregt, an dem die Fachkonferenz Altenhilfe zu beteiligen 
wäre.  
Im Bereich Beratungen und Informationen wird die No twendigkeit gesehen, 
Strukturen zu schaffen, welche bessere Zugänglichke it ermöglichen. Hierzu 
gehören neutrale dezentrale Beratungsangebote, insb esondere zur Wohnbe- 
ratung. Wohnberatung sollte baufachliche Kompetenze n beinhalten, Finan- 
zierungsmöglichkeiten aufzeigen und Beratungskompet enzen haben. Eine 
enge Kooperation mit dem Pflegestützpunkt Darmstadt und der Servicestelle 
Soziales und Beratung 
 wäre erforderlich. 
Es fehlen Fahrdienste für mobilitätseingeschränkte Menschen. Besonderer 
Bedarf wird bei Personen gesehen, die wegen psychis cher und/oder körper- 
licher Einschränkungen Angebote des ÖPNV nicht nutzen können.  
Im Themenfeld Gesundheit und Sport  sollten veränderte Bedarfe seitens der 
Ärzteschaft wie Gemeinschaftspraxen bei Bauplanunge n berücksichtigt wer- 
den, um attraktive Standorte vorhalten zu können.  
Zur präventiven Gesundheitsvorsorge und Bedarfsdeck ung sind Sport- und 
Bewegungsangebote in den Stadtteilen zu fördern.  
Auch hier sollten Erhebungen durchgeführt werden, w elche Aufschluss über 
die Mitgliederstrukturen geben. 
Dringend wird eine Bereitschaft für fachärztliche Hausbesuche gewünscht.  
Im Themenfeld Pflege wird im Bereich psychiatrischer und gerontopsychiat - 
rischer Krankenpflege Bedarf an weiterem Ausbau erk annt. Dies könnte poli- 
tisch durch Einflussnahme auf die strukturellen Aus führungen der Gesetze 
des SGB XI in Hessen unterstützt werden.

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Teilstationäre Angebote fehlen für Menschen mit aus schließlich körperlicher 
Behinderung aber auch für psychische Erkrankungen u nd demenzielle Ver- 
änderungen. Nachtpflege und Wochenendangebote von T agesstätten sind 
erforderlich. 
Der Bedarf an bezahlbarem betreutem Wohnen wird zun ehmen. Geeignete 
Konzepte sind zu entwickeln. Dies betrifft gleicher maßen beschützte 
Wohneinrichtungen für Menschen mit gerontopsychiatr ischen Erkrankungen, 
wie demenziellen Veränderungen. 
Die identifizierten Handlungsbedarfe werden seitens  der Sozialpolitik, Sozi- 
alplanung der Bedarfe Älterer sowie der Fachkonfere nz Altenhilfe aufgegrif- 
fen und Lösungsvorschläge erarbeitet.

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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
93 
  
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Partizipativ, präventiv, sozialraumorientiert 
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land – eine Bestandsaufnahme. https://www.zqp.de/index.php?pn=care&id=6 
(Stand: 13.02.2015).

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Details

Vorlagen-Nr.
2016/0071
Typ
Magistratsvorlage
Datum
23.02.2016
Erstellt
29.09.2026 00:00