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Kommunale Wärmeleitplanung

Mitteilung Ausschuss 1651/2022 vom 19.05.2022

Stand: Am 19.05.2022 im Ausschuss Klima, Umwelt und Grün beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.

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    Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VIII/VIII/2 Vorlagen-Nummer 19.05.2022 1651/2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 19.05.2022 Kommunale Wärmeleitplanung Am 24.06.2021 hat der Rat der Stadt Köln eine Anpassung des Klimaziels beschlossen. Die gesamt- städtische Klimaneutralität soll danach bis 2035 erreicht werden (AN/1377/2021 geänderte Fassung). Wärmenetze (Fern- und Nahwärme) sind wesentlich für eine effiziente Wärmewende. Als ein Teilge- biet der kommunalen Wärmeplanung wurde die strategische Energieplanung bereits 2018 als Maß- nahme im Aktionsprogramm „KölnKlimaAktiv 2022“ priorisiert. 1. Ziel der kommunalen Wärmeleitplanung Die kommunale Wärmeplanung ist ein Instrument das dazu dient, eine Strategie zum langfristigen Umbau der Wärmeversorgung mit dem Ziel der Klimaneutralität zu entwickeln. Im Gegensatz zu Strom aus erneuerbaren Energien (EE-Strom), kann Wärme aus erneuerbaren Energien (EE-Wärme) nicht über lange Strecken importiert werden. Studien der Universität in Aalborg, Dänemark, zeigen, wie Abwärme aus lokalen Ressourcen und Kraftwerken den gesamten Wärmeverbrauch des Gebäudebestands der EU decken könnte (vgl. un- ten 0 Projekt MuseGrids). Im Ergebnis kann die Kommune die Ausschöpfung lokal verfügbarer Poten- tiale für die Wärmeerzeugung gezielt steuern. 2. Stand des Datenaufbaus für die kommunale Wärmeleitplanung Abgeschlossene Maßnahmen 2021 Im Jahr 2021 konnten wesentliche Bausteine zum Aufbau von Grundlagendaten für die strategische Energie- und Wärmeleitplanung abgeschlossen werden. Folgende Potentialermittlungen liegen vor, sind in GIS umgesetzt und werden am 23.05.2022 veröffentlicht: - Abwärme & Abkälte o Rechenzentren o Supermärkte o Gewässer o Abwasser Kanalisation und Kläranlagen (mit SteB & TH-Köln) o Industrielle Abwärme (V7- EU Projekt HRE (2016-2019)1) - Solarpotentiale auf Dachflächen o PV gesamtstädtisch & städtische Gebäude o Solarthermie gesamtstädtisch - Energiebedarf (gebäudescharf) o Wärmebedarf (TH-Köln) o Kältebedarf (TH-Köln) 1 Heat Roadmap Europe (HRE): Building the knowledge, skills, and capacity required to enable new policies and encourage new investments in the heating and cooling sector , vgl. https://cordis.europa. eu/project/id/695989 2 Maßnahmen 2022 - Ausschreibung zum Ausbau der strategischen Energieplanung Die Koordinationsstelle Klimaschutz hat einen Auftrag zum Ausbau der strategischen Energieplanung ausgeschrieben. Gegenstand der Ausschreibung ist die Herstellung einer Grundlage für die Planung und Optimierung der gesamtstädtischen Wärmeversorgung, so wie sie in anderen Städten (bspw. München) oder Bundesländern (bspw. Baden-Württemberg) bereits praktiziert oder verpflichtend vor- gegeben ist. Bestandteile der ausgeschriebenen Dienstleistung sind erstens ein Energienutzungs- plan. Die bestehende georeferenzierte Datengrundlage wird um wesentliche Layer erweitert, um ei- nen Energienutzungsplan aufzustellen und darauf aufbauend Umsetzungsvarianten bewerten zu können. Ferner umfasst die Ausschreibung die Erstellung eines Maßnahmenplans mit möglichen Umset- zungsprojekten. Hierzu werden zunächst die Planungen der RheinEnergie betrachtet, im aktuellen und zukünftigen Einflussbereich ihrer Netze dekarbonisierte Wärmeversorgung zu erreichen. Die Ko- ordinationsstelle Klimaschutz koordiniert den Austausch mit der RheinEnergie sowie die Bedarfe und Fragestellungen der entsprechenden Ämter und wird somit im Rahmen ihrer Rolle die Verschränkung und Synchronisierung der Planungen und Vorhaben steuern. Es sollen konkrete Umsetzungsoptionen aufgezeigt werden, beispielsweise neue Wärmenetze für Quartiere, energetische Sanierung und die Versorgung mittels Wärmepumpen, Solarthermie etc. von Einzelobjekten. Ziel der Ausschreibung ist es weiterhin, bei der Koordinationsstelle Klimaschutz ein digitales Tool einzuführen, das den Mitarbeitenden die Möglichkeit bietet, sowohl Energiekonzepte aktueller Groß- neubauprojekte zu prüfen, als auch Empfehlungen für die Energieversorgung auf Quartiersebene (beispielsweise im Rahmen der Antragstellung von Vorhaben unter KfW 432 Förderung) zu unterbrei- ten. Energiepotentiale werden dadurch von der gesamtstädtischen Betrachtung bis hin zur Betrach- tung einzelner Baublöcke aufgezeigt und gezielt nutzbar gemacht. 3. Ausblick Die unter Abschnitt 2 beschriebene Datengrundlage wird ab Q3 2022 mittels Beteiligung an drei dritt- mittelgeförderten Projekten in die Anwendung gebracht. Die Energieversorgung wird dadurch planbar unter gezielter Ausschöpfung regenerativer Energien inkl. lokaler Abwärmequellen. Köln als replication city im EU Drittmittelprojekt „Muse Grids“ Projektleitung: RINA Consulting Laufzeit (Köln): 04/2022 - 10/2022 (Gesamtlaufzeit des Projektes 2019-2025) Förderung: Horizon 2020 Fokus: Optimierte Simulation des Kölner Energiesystems - Modellierung von Szenarien für die Energieversorgung Infos: https://muse-grids.eu/; https://muse-grids.eu/muse-grids-team/ Im Rahmen des Projektes wird das Energiesystemmodellierungs-Tool „MuseGrids“ auf Köln ange- wandt, indem das Energiesystem Kölns hinsichtlich seiner Leistungsfähigkeit unter verschiedenen Annahmen simuliert und analysiert wird, d.h. die Analyse erfolgt NICHT verräumlicht. Generierte Ergebnisse geben beispielsweise Aufschluss zu Vergleichen des Zielszenarios mit dem Status quo und Plan-Szenarien, Kosten, CO2- Emissionen, Technologien und deren Kombinationen, u.v.m. und erlauben die Ableitung notwendiger strategischer und/oder politischer Entscheidungen. Drittmittelprojekt „namares 2.0“ Projektleitung: Projektleitung Karlsruhe Institut für Technologie (KIT) Laufzeit: 01/07/2022 - 30/06/2024 Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Fokus: Integrierte Quartierslösungen (Bestand) Infos: https://www.youtube.com/watch?v=_ONiHjQ5cc0 Das Projekt „namares 2.0“ ist Teil der BMBF-Fördermaßnahme "Ressourceneffiziente Stadtquartiere für die Zukunft - RES:Z" und bildet die Umsetzungs- und Verstetigungsphase des gleichnamigen Vor- läuferprojekts. Ziel ist, umsetzungsorientierte Konzepte auf Baublock- und Quartiersebene mittels einer Softwarelösung für eine integrierte nachhaltige Entwicklung von Stadtquartieren zu erforschen 3 und praktisch zu erproben. Köln nimmt als Anwenderkommune an dem Projekt teil. Über die Verräumlichung bestehender Fra- gestellungen zur Energieversorgung sind Betrachtungen zur Klimawandelanpassung sowie zum Stoffstrommanagement möglich. Betrachtet wird der Bestand der Kölner Wohnungsgenossenschaft im Quartier Rennbahnstraße sowie Objekte des Sportamtes. Drittmittelprojekt „UrbanGroundHeat:Transfer“ Projektleitung: Fraunhofer Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE)) Laufzeit: 01/06/2022 – 31/05/2025 Förderung: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Fokus: oberflächennahe Geothermie in Bestandsquartieren Status: Antragsbegutachtung durch den Projektträger Jülich läuft Das Projekt „UrbanGroundHeat:Transfer - Urbane Wärmewende: Übertragung von geothermiebasier- ten Versorgungslösungen in Bestandsquartieren auf ganze Städte im Kontext der kommunalen Wär- meplanung: Technische, wirtschaftliche und rechtliche Lösungsansätze für die Erschließung“ wurde beantragt im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung: „Innovationen für das Energiesystem von Morgen“ im Förderschwerpunkt Geothermie. Übergeordnetes Ziel des Pro- jekts ist es, die Potentiale zur Umsetzung von Geothermieprojekten in Bestandsquartieren bewertbar zu machen. Bei positivem Entscheid über den Projektantrag würde das Projekt einen Beitrag zur Umsetzung des Beschlusspunktes 6 (Geothermiepotentiale) der Ratsvorlage zum Mediationsverfahren Klimawende Köln – RheinEnergie AG leisten. Gez. Wolfgramm

Beratungsverlauf

  1. 19.05.2022

    Ausschuss Klima, Umwelt und Grün

    TOP 3.2, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen

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