V/0415/2005
Jugendarbeitslosigkeit - Kommunale Handlungsschwerpunkte
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Anlage 2
26926 Zeichen
Der Arbeitsmarkt im Bezirk der
Agentur für Arbeit Münster
Arbeitsmarktreport
Berichtsmonat April 2005
Agentur für Arbeit Münster
Zur Lage und Struktur des Agenturbezirkes Münster
• Der Agenturbezirk Münster ist deckungsgleich mit dem kommunalen Raum der Stadt Münster. Er besteht in den
heutigen Grenzen seit Anfang 1980.
• Münster hat als Beschäftigungsort eine ausgeprägt überregionale Bedeutung. Dies wird nicht zuletzt durch die
hohe Zahl an Berufspendlern deutlich. Über 65.000 sind täglich auf Mü nsters Straßen unterwegs. Auf vier
Einpendler kommt ein Auspendler.
• Die Wirtschaftsstruktur ist dienstleistungsorientiert. Über 75 Prozent der Beschäftigten sind in dem sogenannten
“tertiären” Bereich tätig. In der Westfalenmetropole dominieren neben dem H andel die Wissenschaft und Lehre,
das Gesundheitswesen, Kreditinstitute, Versicherungen und die öffentliche Verwaltung. Die Industriestruktur ist
vor allem mittelständisch geprägt.
• Überdurchschnittliches Bi ldungsangebot: Hochschulen mit 5 5.000 Studierenden, höhere Schulen, zahlreiche
Weiterbildungseinrichtungen.
Erläuterungen zu den Arbeitmarktdaten
• Arbeitsuchende sind Personen, die im Bundesgebiet wohnen und das 15. Lebensjahr vollendet haben, eine
Beschäftigung als Arbeitnehmer mit einer Dauer von mehr als sieben Kalendertagen im In - oder Ausland
suchen (auch wenn sie bereits eine Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit ausüben), sich bei einer Agentur
für Arbeit gemeldet haben und die angestrebte Arbeitnehmertätigkeit ausüben können und dürfen.
• Arbeitslose sind Personen, die vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen (oder nur eine
kurzzeitige Beschäftigung, d.h. weniger als 15 Stunden wöchentlich, ausüben), die ein Arbeits - oder
Heimarbeitsverhältnis von mehr als 7 Kalendertage n als Arbeitnehmer/in eingehen wollen und sich persönlich
bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben.
• Zugang an Arbeitslosen (Arbeitslosmeldungen): Zahl der Arbeitnehmer, die sich im Laufe des Berichtsmonats
neu oder erneut arbeitslos melden (Bewegungszahl).
• Abgang an Arbeitslosen : Zahl der Arbeitnehmer, die im Laufe des Berichtsmonats die Arbeitslosigkeit
beenden.
• Arbeitslosenquote ist der Anteil der bei der Agentur für Arbeit Münster registrierten Arbeitslosen an allen
abhängigen zivilen Erwerb spersonen (sozialversicherungspflichtige und geringfügig Beschäftigte, Beamte und
Arbeitslose), bzw. an allen zivilen Erwerbspersonen (abhängig zivile Erwerbspersonen plus Selbständige und
mitarbeitende Familienangehörige), ausgedrückt in Prozent.
• Als offene Stellen gelten die bei der Agentur für Arbeit zur Besetzung gemeldeten Arbeitsplätze für namen tlich
nicht genannte Arbeitnehmer und Heimarbeiter. Erfasst werden nur offene Stellen für eine Beschäftigung von
voraussichtlich mehr als 7 Kalendertagen. Stellen für Heimarbeit gelten als offene Stellen für Teilzeitarbeit.
• Kurzarbeiter sind Arbeitnehmer, deren Arbeitszeit wegen eines vorübergehenden Arbeitsausfalls von mehr als
zehn Prozent eingeschränkt ist und die Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben.
• Teilnehmer an beruflicher Weiterbildung sind Arbeitnehmer, die an einem Stichtag zum Monatsende an
einer von der Agentur für Arbeit geförderten beruflichen Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen (Bestandszahl).
• Beschäftigte in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) sind Ar beitnehmer, die an einem Stichtag zum
Monatsende in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme beschäftigt sind (Bestandszahl).
Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im April 2005 28.4.2005
Arbeitsmarktreport Bezirk der Agentur für Arbeit Münster
Impressum
Herausgeber:
Agentur für Arbeit Münster
Information und Controlling
Ansprechpartner: Harry Penellis
É 0251/698-255 Ê 0251/698910673
¿ muenster.ic@arbeitsagentur.de
Sperrfrist bis 9:55 Uhr
Eckwerte des Arbeitsmarktes im April 2005
absolut in % absolut in %
ARBEITSUCHENDE insgesamt
- Bestand am Monatsende 19.410 19.238 19.374 16.509 172 0,9 2.901 17,6
darunter ARBEITSLOSE
- Bestand am Monatsende 13.065 13.457 13.990 11.581 -392 -2,9 1.484 12,8
dar. 42,1 % Frauen 5.498 5.609 5.832 4.460 -111 -2,0 1.038 23,3
44,6 % Angestellte 5.831 5.895 6.145 5.585 -64 -1,1 246 4,4
9,7 % Jüngere u. 25 Jahren 1.268 1.508 1.670 1.132 -240 -15,9 136 12,0
1,4 % Jugendl. u. 20 Jahren 180 215 231 118 -35 -16,3 62 52,5
19,7 % 50 Jahre und älter 2.570 2.554 2.574 2.206 16 0,6 364 16,5
32,9 % Langzeitarbeitslose 4.296 4.320 4.324 3.778 -24 -0,6 518 13,7
3,9 % Schwerbehinderte 509 519 564 505 -10 -1,9 4 0,8
17,6 % Ausländer 2.294 2.436 2.556 1.935 -142 -5,8 359 18,6
14,2 % Teilzeitarbeitsuchende 1.860 1.863 1.888 1.276 -3 -0,2 584 45,8
- Zugang seit Jahresbeginn 8.684 6.897 5.315 8.250 . . 434 5,3
im Monat 1.787 1.582 2.790 2.030 205 13,0 -243 -12,0
dar. aus Erwerbstätigkeit 804 679 694 1.041 125 18,4 -237 -22,8
aus Ausbildung 265 217 429 188 48 22,1 77 41,0
- Abgang seit Jahresbeginn 7.281 5.102 2.987 7.918 . . -637 -8,0
im Monat 2.179 2.115 1.476 1.898 64 3,0 281 14,8
dar. in Erwerbstätigkeit 852 776 607 775 76 9,8 77 9,9
in Ausbildung 504 356 276 330 148 41,6 174 52,7
ARBEITSLOSENQUOTEN 2) bezogen auf
alle zivilen Erwerbspersonen 9,4 9,7 10,0 8,3 -0,3 . 1,1 .
alle abhängigen zivilen Erwerbspersonen 2) 10,4 10,8 11,2 9,2 -0,4 . 1,2 .
Männer 12,2 12,6 13,1 11,4 -0,4 . 0,8 .
Frauen 8,7 8,9 9,3 7,1 -0,2 . 1,6 .
Jüngere unter 25 Jahren 8,0 9,5 10,5 6,9 -1,5 . 1,1 .
Jugendliche unter 20 Jahren 4,9 5,9 6,3 3,0 -1,0 . 1,9 .
Ausländer 26,9 28,5 29,9 22,8 -1,6 . 4,1 .
GEMELDETE STELLEN
- Bestand am Monatsende 1.601 1.525 1.341 383 76 5,0 1.218 318,0
- Zugang seit Jahresbeginn 4.629 3.670 2.600 2.705 . . 1.924 71,1
im Monat 959 1.070 1.259 453 -111 -10,4 506 111,7
- Abgang seit Jahresbeginn 3.737 2.854 1.968 2.810 . . 927 33,0
im Monat 883 886 910 549 -3 -0,3 334 60,8
AKTIVE ARBEITSMARKTPOLITIK
- Bestand am Monatsende
Kurzarbeiter 4) . 393 393 306 . . . .
Direkte Förderung regulärer Beschäft. 3) 1.276 1.177 1.178 784 99 8,4 492 62,8
Berufliche Weiterbildung 488 371 316 479 117 31,5 9 1,9
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen 46 47 52 23 -1 -2,1 23 100,0
MÜNSTERLAND
Bestand Arbeitslose 63.021 65.162 66.944 59.363 -2.141 -3,3 3.658 6,2
Ouote (alle ziv. Erw.personen) 8,0 8,3 8,5 7,6 -0,3 . 0,4 .
Zugang Arbeitslose 7.932 7.278 9.970 9.437 654 9,0 -1.505 -15,9
Bestand gemeldete Stellen 6.152 7.251 6.749 5.837 -1.099 -15,2 315 5,4
Zugang gemeldete Stellen 3.401 3.609 4.651 2.996 -208 -5,8 405 13,5
Kurzarbeiter 4) . 3.084 3.322 3.376 . . . .
NORDRHEIN-WESTFALEN
Bestand Arbeitslose 1.060.506 1.086.271 1.083.382 912.115 -25.765 -2,4 148.391 16,3
Ouote (alle ziv. Erw.personen) 12,1 12,4 12,3 10,3 -0,3 . 1,8 .
Zugang Arbeitslose 104.771 110.931 189.219 117.955 -6.160 -5,6 -13.184 -11,2
Bestand gemeldete Stellen 81.604 77.193 68.762 58.130 4.411 5,7 23.474 40,4
Zugang gemeldete Stellen 44.718 44.152 39.655 32.158 566 1,3 12.560 39,1
Kurzarbeiter 4) . 42.212 40.773 44.461 . . . .
1) Veränderung der Quoten in Prozentpunkten
2) neue Basiswerte ab Mai 2004
3)
Hierzu gehören: Eingliederungszuschüsse, Einstellungszuschüsse bei Neugründungen, Einstellungszuschüsse bei Vertretungen,
Entgeltsicherung für Ältere, Arbeitsentgeltzuschüsse für Ungelernte und von Arbeitslosigkeit Bedrohte, Strukturanpassungsmaßnahmen (OfW),
Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose, Überbrückungsgeld, Existenzgründungszuschüsse und Personal-Service-Agenturen.
4) Aus technischen Gründen erfolgt die Veröffentlichung der Kurzarbeiterzahlen ab Januar 2005 mit einer Zeitverzögerung von einem Monat.
April
2004
Vorjahres-
veränderung 1)
Vormonats-
veränderung 1)Merkmal April
2005
März
2005
Februar
2005
Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im April 2005 28.04.2005
Arbeitsmarktreport Bezirk der Agentur für Arbeit Münster
Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im April 2005 28.4.2005
Arbeitsmarktreport Bezirk der Agentur für Arbeit Münster
Arbeitslosigkeit im April erneut abgebaut
Frühjahrsbelebung jahreszeitlich bestimmt
Einstellungsbereitschaft der Betriebe zugenommen
Situation besser als im Landesdurchschnitt NRW
Im April kam die jahreszeitlich übliche Frühjahrsbelebung des Ar beitsmarktes stärker voran
als vor einem Jahr um diese Zeit, da sich wegen des kalten Februars und März der Abbau
saisonaler Arbeitslosigkeit vermehrt in den April und Mai verschiebt. Die Zahl der arbeitslosen
Frauen und Männer in Münster verringerte sich gegenüber dem März um 392 oder 2,9
Prozent auf 13.065. Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen –
sank von 9,7 Prozent im März auf 9,4 Prozen t im April. Vor einem Jahr betrug sie 8,3
Prozent.
Arbeitsmarkt ohne konjunkturelle Impulse
„Nach wie vor kann die Konjunktur den Arbeits markt kaum beleben“, kommentiert Jürgen
Katerkamp, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Münster, die Abnahme der
Arbeitslosenzahl. So seien der Rückgang der Arbeitslosigkeit und die seit Anfang des Jahres
festzustellende erhöhte Nachfrage nach Arbeitskräften in der Westfalenmetropole vor allem
auf jahreszeitliche Gründe zurück zu führen. Nicht saisonal bestimmt, son dern
arbeitsmarktlich gezielt kam es zur Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit. Angesichts der
kritischen Situation setzt die Agentur gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Münster bei
der Jugendarbeitslosigkeit einen der Schwerpunkte ihrer Aktivitäten. Erste Erfolge werden
sichtbar: im Vergleich zum März konnte die Erwerbslosigkeit junger Mensche n um 15,9
Prozent auf 1.268 Betroffene gesenkt werden.
Die Entwicklung des Stellenangebots wird seit Januar von Meldungen für Zusatzjobs
beeinflusst, die ab Januar statistisch erfasst werden und arbeitsmarktpolitisch auf die
Beschäftigung von Langzeitarbe itslosen und Jugendlichen abzielen . Der Bestand an
gemeldeten Stellen insgesamt ist im April g estiegen, und zwar um 76 auf 1.601 . Im
Berichtsmonat meldeten Arbeitgeber zwar weniger freie Stellen als noch im März, seit Anfang
des Jahres mit 4.629 allerdings 1.924 oder 71,1 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des
Vorjahres. Auf Zusatzjobs entfallen 10,7 Prozent aller seit Jahresbeginn bekannt gegebenen
Stellenangebote.
Entwicklung in Münster günstiger als im NRW-Durchschnitt
Nach wie vor weist Münster mit 9,4 Prozent im nordrhein -westfälischen Vergleich eine
günstige Arbe itslosenquote aus (NRW: 12,1 %). Auch im Vergleich mit dem Vormonat
schneidet die Westfalenmetropole günstiger ab. Während im hiesigen Agenturbe zirk die
Arbeitslosenzahl um 2,9 Prozent sank, nahm sie im nordrhein-westfälischen Durchschnitt um
2,4 Prozent ab.
Presseinformation Nr. 26/2005
Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im April 2005 28.04.2005
Die Arbeitslosigkeit hat sich im April 2005 um 392 auf 13.065 verringert. Im Vergleich zum
Vorjahr gab es 1.484 Arbeitslose mehr.
Für Bezirke der Agenturen für Arbeit gibt es keine saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen. Um die Entwicklung der
Arbeitslosigkeit wenigstens näherungsweise von saisonalen Einflüssen zu bereinigen wird ein gleitender 12-
Monatsdurchschnitt berechnet, der jeweils dem mittleren Monatswert zugeordnet wird. Für die letzten sechs Monate ist
der Durchschnitt auf diese Weise jedoch nicht zu ermitteln.
Ursprungswerte gleitender 12-Monatsdurchschnitt
Arbeitslosigkeit
Bestand an Arbeitslosen
Die Arbeitslosenquote, berechnet auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im
April 9,4 %. Vor einem Jahr hatte sie bei 8,3 % gelegen.
Arbeitsmarktreport Bezirk der Agentur für Arbeit Münster
Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im April 2005 28.04.2005
Arbeitslosigkeit von ausgewählten Personengruppen
- Vorjahresveränderung in % -
Arbeitslosigkeit von ausgewählten Personengruppen
- Anteil an allen Arbeitslosen in % -
Das Gewicht der ausgewählten Personengruppen am Arbeitslosenbestand ist
unterschiedlich groß. Von besonderem Interesse ist der Anteil der Langzeitarbeitslosen. So
waren im April 33 % der Arbeitslosen länger als ein Jahr auf der Suche nach einer
Beschäftigung.
Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich:
Arbeitsmarktreport Bezirk der Agentur für Arbeit Münster
Zugang in und Abgang aus Arbeitslosigkeit
Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im April 2005 28.04.2005
Zugang in Arbeitslosigkeit
im Berichtsmonat seit Jahresbeginn
insgesamt Vorjahresveränderung insgesamt
absolut absolut absolut absolut in % in %
Vorjahresveränderung
1.787 -12,0 -243 8.684 434 5,3Zugänge insgesamt
804 -22,8 -237 3.426 -696 -16,9aus Erwerbstätigkeit
18 63,6 7 72 5 7,5- Land- und Forstwirtschaft
86 -18,9 -20 361 -47 -11,5- Produzierendes Gewerbe (ohne Bau)
48 4,3 2 254 -35 -12,1- Baugewerbe
637 -25,5 -218 2.700 -577 -17,6- Dienstleistungsgewerbe
265 41,0 77 1.188 288 32,0aus Ausbildung/Qualifizierung
716 -10,4 -83 4.066 852 26,5aus sonstiger Nichterwerbstätigkeit
804 Personen meldeten sich nach Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses
arbeitslos, 237 oder 23 % weniger.
Abgang aus Arbeitslosigkeit
im Berichtsmonat seit Jahresbeginn
insgesamt Vorjahresveränderung insgesamt
absolut absolut in % in % absolut absolut
Vorjahresveränderung
2.179 Abgänge insgesamt 281 14,8 7.281 -637 -8,0
852 in Erwerbstätigkeit 77 9,9 2.989 159 5,6
130 dar.: durch Auswahl und Vorschlag 46 54,8 404 202 100,0
504 in Ausbildung/Qualifizierung 174 52,7 1.375 86 6,7
567 in sonstige Nichterwerbstätigkeit -16 -2,7 1.866 -1.094 -37,0
Durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit konnten im April 852 Personen ihre
Arbeitslosigkeit beenden, 77 oder 10 % mehr als vor einem Jahr. In 130 Fällen war die
Agentur für Arbeit Münster durch Auswahl und Vorschlag an der Stellenbesetzung
beteiligt.
Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel
Bewegung. Im April meldeten sich 1.787 Personen neu oder erneut arbeitslos, das
waren 243 oder 12 % weniger als vor einem Jahr.
Gleichzeitig beendeten 2.179 Personen ihre Arbeitslosigkeit, das waren 281 oder 15
% mehr als vor Jahresfrist.
Arbeitsmarktreport Bezirk der Agentur für Arbeit Münster
28.04.2005Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im April 2005
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Münster waren im April 1.601 Stellenangebote
registriert, gegenüber März ist das ein Plus von 76. Im Vergleich zum Vorjahr gab es
1.218 Stellen mehr.
Ursprungswerte
gleitender 12-Monatsdurchschnitt
Stellenangebote
Für Bezirke der Agenturen für Arbeit gibt es keine saisonbereinigten Stellenzahlen. Um die Entwicklung der
offenen Stellen wenigstens näherungsweise von saisonalen Einflüssen zu bereinigen, wird ein gleitender 12-
Monatsdurchschnitt berechnet, der jeweils dem mittleren Monatswert zugeordnet wird. Für die letzten sechs
Monate ist der Durchschnitt auf diese Weise jedoch nicht zu ermitteln.
Betriebe und Verwaltungen meldeten der Agentur für Arbeit im April 959 Stellen, das
waren 506 oder 112 % mehr als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn sind 4.629
Stellen eingegangen, gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum ist das ein
Zuwachs von 1.924 oder 71 % .
Stellenangebot
Im April wurden 883 Stellen abgemeldet, 334 oder 61 % mehr als im Vorjahr. Von
Januar bis April gab es 3.737 Stellenabgänge, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
ist das ein Zuwachs von 927 oder 33 % .
Arbeitsmarktreport Bezirk der Agentur für Arbeit Münster
Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im April 2005 28.04.2005
Wirtschaftszweige
Die Arbeitslosmeldungen und Stellenzugänge nach Branchen geben Anhaltspunkte über
Veränderungen der regionalen Wirtschaftsstruktur.
Im April zeigt sich folgendes Bild:
Zugang von Arbeitslosen und Stellen
nach Wirtschaftszweigen
Arbeitslosmeldungen nach
vorheriger Erwerbstätigkeit Stellenmeldungen
Berichts-
monat Vorjahres-
veränderung
Berichts-
monat Vorjahres-
veränderung
absolut in % absolut absolut absolut in % in % in %
804 959 Insgesamt -237 -22,8 100,0 100,
0
506 111,7
18 17 dar.: Land- und Forstwirtschaft 7 63,6 2,2 1,8 1 6,3
86 53 Prod. Gewerbe (ohne Bau) -20 -18,9 10,7 5,5 31 140,9
48 25 Baugewerbe 2 4,3 6,0 2,6 3 13,6
637 862 Dienstleistungen -218 -25,5 79,2 89,9 469 119,3
169 225 dav.: Handel, Gastgewerbe und Verkehr -81 -32,4 21,0 23,5 78 53,1
179 389 Finanzierung, Vermietung, Unternehmensdienstleistung -47 -20,8 22,3 40,6 253 186,0
289 248 öffentliche und private Dienstleister -90 -23,7 35,9 25,9 138 125,5
Arbeitslosmeldungen je 100 Stellenzugänge
- Werte für den Zeitraum Januar bis April -
Für den Zeitraum Januar bis April ergeben sich unterschiedliche Relationen aus
Arbeitslosmeldungen nach vorheriger Erwerbstätigkeit und Stellenzugängen:
Arbeitsmarktreport Bezirk der Agentur für Arbeit Münster
Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im April 2005 28.04.2005
Berufe
Die berufsfachlichen Strukturen von Arbeitslosen und gemeldeten Stellen und deren
Veränderungen lassen Chancen und Grenzen für die Integration in Arbeit erkennen. Ende
April stellt sich die Situation so dar:
Arbeitslose und offene Stellen
nach Berufen
Bestand an Arbeitslosen Bestand an Stellen
Berichts-
monat Berichts-
monat Vorjahres-
veränderung Vorjahres-
veränderung
absolut absolut absolut absolut in % in % in % in %
13.065 1.601 insgesamt 1.484 1.218 12,8 318,0 100,0 100,0
350 41 dar.: Grüne Berufe 59 36 20,3 720,0 2,7 2,6
2.330 383 Fertigungsberufe (ohne Bau) 1) 345 247 17,4 181,6 17,8 23,9
922 31 Bau- und baunahe Fertigungsberufe 69 12 8,1 63,2 7,1 1,9
485 24 Technische Berufe -66 4-12,0 20,0 3,7 1,5
8.725 1.122 Dienstleistungsberufe 1.042 919 13,6 452,7 66,8 70,1
1.435 373 dav.: Waren- und Dienstleistungskaufleute 196 312 15,8 511,5 11,0 23,3
1.288 63 Verkehrsberufe 146 29 12,8 85,3 9,9 3,9
1.531 229 Organisations-, Verwaltungs- u. Büroberufe 8 189 0,5 472,5 11,7 14,3
629 143 Ordnungs- und Sicherheitsberufe 61 140 10,7 4.666,
7
4,8 8,9
270 17 Medien- und künstlerische Berufe -8 13-2,9 325,0 2,1 1,1
491 34 Gesundheitsdienstberufe 29 21 6,3 161,5 3,8 2,1
1.418 145 Sozial- und Erziehungsberufe 88 129 6,6 806,3 10,9 9,1
1.663 118 Sonstige Dienstleistungsberufe 522 86 45,7 268,8 12,7 7,4
Unterschiede veranschaulicht auch das Diagramm:
- April 2005 -
Arbeitslose je gemeldete Stelle nach Berufen
Arbeitsmarktreport Bezirk der Agentur für Arbeit Münster
1) Einschließlich Bergleute und Mineralgewinner.
63,2%11,5%
23,1%
2,2%
Beschäftigungsbegleitende
Leistungen
Trainingsmaßnahmen
Berufliche Weiterbildung
Beschäftigung schaffende
Maßnahmen
Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im April 2005 28.04.2005
Arbeitsmarktpolitik 1)
Mit dem Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente konnte für zahlreiche Personen im
Bezirk der Agentur für Arbeit Arbeitslosigkeit beendet oder verhindert werden. Die
nachfolgenden Übersichten geben für die wichtigsten Maßnahmen einen Überblick über
die Zahl der geförderten Personen:
Teilnehmer an ausgewählten Maßnahmen
aktiver Arbeitsmarktpolitik Vormonatsveränderung Vorjahresveränderung
absolut absolut in % in %
April
2005
Beschäftigungsbegleitende Leistungen 1.335 98 7,9 475 55,2
dav.: in abhäng. Beschäftigung 128 -10 -7,2 -27 -17,4
dar.: in Personal-Service-Agenturen 59 -1 -1,7 -17 -22,4
in Selbständigkeit 1.207 108 9,8 502 71,2
Berufliche Weiterbildung 488 117 31,5 9 1,9
Trainingsmaßnahmen 242 -47 -16,3 -161 -40,0
Beschäftigung schaffende Maßnahmen 46 -1 -2,1 22 91,7
dar.: Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen 46 -1 -2,1 23 100,0
Strukturanpassungsmaßnahmen (trad.) 0 0 0,0 -1 -100,0
Zugänge in ausgewählte
Maßnahmen aktiver
Arbeitsmarktpolitik
April
2005
absolut absolut in % in %
seit Jahres-
beginn Vorjahresveränderung Vorjahresveränderung
436 Unterstützung der Beratung und Vermittlung 1.981 91 26,4 341 20,8
92 Beschäftigungsbegleitende Leistungen 450 -77 -45,6 -31 -6,4
25 dav.: in abhäng. Beschäftigung 88 -40 -61,5 -31 -26,1
6 dar.: in Personal-Service-Agenturen 13 -30 -83,3 -47 -78,3
67 in Selbständigkeit 362 -37 -35,6 0 0,0
157 Berufliche Weiterbildung 245 90 134,3 37 17,8
304 Trainingsmaßnahmen 1.075 14 4,8 -116 -9,7
5 Beschäftigung schaffende Maßnahmen 42 -7 -58,3 27 180,0
5 dar.: Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen 42 -7 -58,3 27 180,0
0 Strukturanpassungsmaßnahmen (trad.) 0 0 0,0 0 0,0
Teilnehmer an ausgewählten Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik
Die Zugänge in Maßnahmen entwickelten sich folgendermaßen:
1) Außer Mobilitätshilfen, Unterstützung der Beratung und Vermittlung und Personal-Service-Agenturen vorläufige Ergebnisse, da die
Werte auf Basis der bisher eingegangenen Meldungen hochgerechnet werden. Die Ergebnisse für den Berichtsmonat stehen erst nach
einer Wartezeit von 3 Monaten endgültig fest.
Arbeitsmarktreport Bezirk der Agentur für Arbeit Münster
Die Entwickung des Arbeitsmarktes im April 2005 28.04.2005
Ausbildungsstellenmarkt
Eckdaten des
Ausbildungsstellenmarktes
Berufsberatungsjahr Vorjahresveränderung
absolut in % 2004/2005 2003/2004 2002/2003
Berufsausbildungsstellen
1.965 2.156 gemeldet seit Beginn des Berichtsjahres -140 -7,1 1.825
1.932 2.151 darunter betriebliche -121 -6,3 1.811
735 1.137 unbesetzt am Monatsende -234 -31,8 501
Bewerber
1.383 1.405 gemeldet seit Beginn des Berichtsjahres 116 8,4 1.499
773 762 nicht vermittelt am Monatsende 66 8,5 839
Bewerber und
Berufsausbildungsstellen nach
Berufsgruppen
absolut in %
Vorjahresveränderung Vorjahresveränderung
absolut in %
nicht ver-
mittelt /
unbesetzt am
Monatsende
gemeldet
von Oktober
bis April
Bewerber
1.499 839 insgesamt 116 66 8,4 8,5
507 307 davon für: Fertigungsberufe 71 59 16,3 23,8
910 486 Dienstleistungsberufe 50 8 5,8 1,7
82 46 sonstige Berufe -5 -1 -5,7 -2,1
Berufsausbildungsstellen
1.825 501 insgesamt -140 -234 -7,1 -31,8
361 116 davon für: Fertigungsberufe -64 -73 -15,1 -38,6
1.379 374 Dienstleistungsberufe -79 -134 -5,4 -26,4
85 11 sonstige Berufe 3 -27 3,7 -71,1
Der Agentur für Arbeit wurden seit Oktober letzten Jahres 1.825 Ausbildungsstellen
gemeldet, 7 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 1.499
Bewerbermeldungen, 8 % mehr.
Ende April waren 501 Ausbildungsstellen noch unbesetzt und 839 Bewerber noch nicht
vermittelt. Im Vergleich zum Vorjahr gab es weniger unbesetzte Ausbildungsstellen (-32%).
Die Zahl der unversorgten Bewerber war größer (9%).
Dabei war die Entwicklung nach Berufsbereichen unterschiedlich:
Arbeitsmarktreport Bezirk der Agentur für Arbeit Münster
Die Entwickung des Arbeitsmarktes im April 2005 28.04.2005
Eine Beurteilung der aktuellen Lage am Ausbildungsstellenmarkt ist auf der Grundlage
von unbesetzten Ausbildungsstellen und unversorgten Bewerbern im Vergleich zum
vorhergehenden Berufsberatungsjahr möglich:
noch unbesetzte Ausbildungsstellen noch nicht vermittelte Bewerber
Ausbildungsstellenmarkt im Vorjahresvergleich
Arbeitsmarktreport Bezirk der Agentur für Arbeit Münster
Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im April 2005 28.4.2005
Arbeitsmarktreport Bezirk der Agentur für Arbeit Münster
Anhang:
Wichtige Hinweise zur Interpretation der Arbeitsmarktdaten
Mit der Einführung des Sozialgesetzbuches II (SGB II) ändern sich die Grundlagen der
Arbeitsmarktstatistik in Deutschland. Bis Ende 2004 basierten die Statistiken allein auf den
Geschäftsdaten der Agenturen für Arbeit. Nach der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und
Sozialhilfe sind die Agenturen nur noch für einen Teil der Arbeitslosen zuständig. Als Träger der
neuen Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II treten mit den
Arbeitsgemeinschaften von Arbeitsagenturen und Kommunen und den zugelassenen
kommunalen Trägern (optierende Kommunen) weitere Akteure auf den Arbeitsmarkt.
Zur Sicherung der Vergleichbarkeit und Qualität der Statistik wurde die Bundesagentur für Arbeit
im SGB II beauftragt, die bisherige Arbeitsmarktstatistik unter Einschluss der Grundsicherung für
Arbeitsuchende weiter zu führen. Dabei wird die Definition der Arbeitslosigkeit aus dem SGB III
beibehalten. Durch die Kombination von Informationen aus dem SGB II und dem SGB III-Bereich
über Arbeitslose, erwerbsfähige Hilfebedürftige, Bedarfsgemeinschaften, Leistungsbezug und
Förderung wird eine integrierte Statistik geschaffen, die für die einzelnen Regionen ein
Gesamtbild von Arbeitslosigkeit und sozialer Sicherung zeigen kann. Die Realisierung dieses
umfassenden Berichtsprogramm in sehr kurzer Zeit ist eine große Herausforderung. So mussten
die SGB II-Besonderheiten in die bestehenden Statistikverfahren integriert und insbesondere
eine Differenzierung nach Rechtskreis (SGB III bzw. SGB II) und Trägerschaft (Arbeitsagenturen,
Arbeitgemeinschaften, getrennte Trägerschaft, optierenden Kommune) ermöglicht werden. Alle
Daten über Kunden der Bundesagentur für Arbeit, die ab dem 1. Januar 2005 in den
Zuständigkeitsbereich des SGB II übergehen, müssen auf den neuen zuständigen Träger
umgestellt werden. Für die SGB II-Leistungen wurde ein neues IT-Fachverfahren geschaffen
(A2LL), aus dem erste Eckwerte gewonnen werden können; eine Schnittstelle zum regulären
Statistikverfahren wird im Laufe des Jahres 2005 installiert und dann detaillierte Daten liefern
können. Mit den zugelassenen kommunalen Trägern wurden Datenstandards vereinbart, um
deren Daten in die Datenstruktur des BA-Statistik-Data-Warehouse einbinden zu können.
Diese neuen Verfahren und Datenlieferungsprozesse brauchen eine Anlaufzeit um vollständige,
hinreichend sichere und differenzierte Daten bereitstellen zu können. Trotzdem kann über Lage
und Entwicklung des Arbeitsmarktes berichtet werden.
Jugendarbeitslosigkeit Anlage 1
9581 Zeichen
Anlage
Jugendarbeitslosigkeit und Ausbildungssituation
Die Sorgen um Ausbildung und berufliche Zukunft sow ie Arbeitslosigkeit nach Beendigung
der Ausbildung gehören seit vielen Jahren zu einer prägenden Erfahrung für die junge Gene-
ration. Auf dem Ausbildungsstellenmarkt ist die Ent wicklung einerseits dadurch gekenn-
zeichnet, dass eine große Nachfrage an betriebliche n Ausbildungsplätzen und andererseits
ein Rückgang an Ausbildungsplätzen besteht. Eine be sondere Problematik ergibt sich dabei
auch aus dem Umstand, dass in den letzten Jahren ei ne zunehmende Zahl von Abitu-
rient/innen eine Ausbildung im dualen System anstre bt. Mit dem steigenden Angebot an gut
qualifizierten Bewerber/innen verschlechtern sich d ie Chancen für Jugendliche ohne Schul-
abschluss oder mit einem schlechten Schulabschluss einen Ausbildungsplatz zu bekommen
deutlich. Die erwerbsbiographischen Folgen sind fü r die Jugendlichen gravierend, da ein
fehlender oder schlechter Schulabschluss den Überga ng von der Schule in den Beruf ver-
hindert.
Die Verwaltung legt den fünften Bericht zur Jugenda rbeitslosigkeit und Jugendberufshilfe
vor. Dieser Bericht enthält aktuelle Stichtagszahle n nach Inkrafttreten der sog. Hartz-
Gesetze und die damit einhergehende Zusammenführung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe.
Hierdurch sind viele Jugendliche wieder statistisch erfasst, die zuvor in den Statistiken nicht
mehr auftauchten. Die jetzt vorliegenden Zahlen bel egen, dass die städtischen Angebote der
Jugendberufshilfe unverzichtbar sind und in einigen Bereichen intensiviert werden sollten.
Bevor auf einzelne Aspekte der Jugendarbeitslosigke it eingegangen wird, vorab einige An-
merkungen zu der verwendeten Statistik. Art und Umf ang der Statistik sowie die Berichter-
stattung obliegt der Agentur für Arbeit. Somit ist gewährleistet, dass bundesweit vergleichba-
re Daten vorliegen. Allerdings entspricht die Aufbe reitung der Daten nicht zwingend die Be-
dürfnisse der Kommunen, spezielle Zielgruppen oder Probleme weitgehender zu analysie-
ren. Hierzu werden Sonderauswertungen benötigt, die ausschließlich von der zuständigen
Agentur durchgeführt werden kann und zu Mehraufwand der Agentur führt. Differenzierte
Auswertungen (z.B. differenziert nach Geschlecht, A ltergruppen und Ausländern) sind somit
nur mit erheblichem Zeitaufwand möglich und erforde rn einen entsprechenden zeitlichen
Vorlauf. Im Berichtsjahr wird diese Problematik noc h durch die gesetzlichen Änderungen am
01.01.2005 verschärft. Erstmalig sind alle Arbeitsl osen statistisch gemeinsam erfasst und
nicht einerseits in der Sozialhilfestatistik und an dererseits in der Arbeitslosenstatistik. Dies
wiederum führt dazu, dass zurzeit ausschließlich au f monatliche Stichtagszahlen zurückge-
griffen werden, die nicht unbedingt so genau sind w ie Jahresdurchschnittswerte. Angesichts
dieser Ausgangslage wird auf eine sehr differenzier te Auswertung verzichtet. Die Verwaltung
legt den parlamentarischen Gremien einen differenzi erteren Bericht zu dem Thema „Ju-
gendarbeitslosigkeit“ in Zusammenhang mit der Dokum entation der noch durchzuführenden
„Jugendkonferenz“ vor.
Jugendarbeitslosigkeit – Zahlen und Fakten
Die Jugendarbeitslosigkeit verschärfte sich in Münster deutlich. Es sind erheblich mehr junge
Menschen als im Vorjahr arbeitslos. Besonders gravi erend ist, dass sich auch die Struktur
verschlechterte.
Im April 2005 waren insgesamt 1.268 Jugendliche (ge genüber 1.507 am Stichtag
21.03.2005) unter 25 Jahren in Münster arbeitslos g emeldet, davon hatten 614 mit Ansprü-
che auf SGB III – Leistungen und 654 bezogen SGB II – Leistungen und werden von der
Arbeitsgemeinschaft Münster – der Zusammenschluss v on der Stadt Münster und der Agen-
tur für Arbeit zur Wahrnehmung der Aufgaben nach dem Sozialgesetzbuch II - betreut.
Arbeitslose unter 25 Jahren nach Art des Leistungsb ezugs und Altergruppe in Müns-
ter (Berichtsmonat April 2005)
insgesamt SGB III SGB II
Unter 25 Jahre 1.268 614 654
Davon unter 20 180 65 115
Quelle: Agentur für Arbeit Münster
Der Anstieg gegenüber dem April des Vorjahres war m it rund 30 Prozent deutlich höher als
bei allen Arbeitslosen (plus 19 Prozent). Dies häng t unter anderem damit zusammen, dass
die Zusammenführung von Arbeitslosen- und Sozialhil fe viele Jüngere wieder „sichtbar“ ge-
macht hat, die vorher mangels Leistungsanspruches a us den offiziellen Statistiken ver-
schwunden waren.
Ende April waren in Münster 180 Arbeitslose unter 20 Jahren registriert. Der Anstieg gegen-
über dem April des Vorjahres war mit 52,5 % deutlich höher als bei allen Arbeitslosen (+ 12,8
Prozent). Von den 180 Jugendlichen können 168 keine Berufsausbildung nachweisen und
jeder zweite besitzt keinen Hauptschulabschluss.
Diese Entwicklung trifft auch zu, wenn die Gruppe d er Jugendlichen insgesamt, d.h. bis 25
Jahre, betrachtet wird: Erheblich mehr junge Arbeitslose als vor einem Jahr (plus 46 Prozent)
können keine abgeschlossene Berufsausbildung vorwei sen. Vor einem Jahr hatten gut 70
Prozent der jüngeren ohne Berufsausbildung zumindes t die Hauptschule erfolgreich absol-
viert. In der aktuellen Struktur sank dieser Anteil auf 64 Prozent. In NRW haben 26.000 ar-
beitslose Jugendliche (rund 20 Prozent haben weder einen Hauptschulabschluss noch eine
Berufsausbildung). Diese landesweite Entwicklung ze igt sich auch in Münster: Von den
1.268 im April 2005 als arbeitslos registrierten Jugendlichen in Münster trifft dies auf 734
Jugendliche zu. Eine Sonderzählung der Arbeitsgemei nschaft Münster ergab, das allein 286
Jugendliche, die Ansprüche auf Arbeitslosengeld II haben keine Schulabschluss haben. Da-
von waren 192 männlich und 94 weiblich.
Über keinen Berufsabschluss verfügen insgesamt 58,5 % aller als arbeitslos in Münster re-
gistrierten Jugendlichen. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede, wenn nach Art des Leis-
tungsbezugs differenziert wird. Keine abgeschlossene Berufsausbildung haben 32,4 % der
BezieherInnen von Arbeitslosengeld I und 81,8 % der BezieherInnen von Arbeitslosengeld II.
Jugendliche Arbeitslose in Münster ohne Berufsausbildung nach Leistungsbezug und
Ausländern (Berichtsmonat April 2005)
insgesamt SGB III SGB II
743 199 535
Davon Ausländer 189 58 131
Quelle: Agentur für Arbeit Münster
Ein viertel der jüngeren Arbeitslosen (unter 25 Ja hren) in Münster (351) sucht bereits sechs
Monate oder länger nach einem Arbeitsplatz und gilt damit als langzeitarbeitslos. Von den
unter Jahren sind es 180 Personen, die langzeitarbe itslos sind. Deutlich höher ist der Anteil
der Langzeitarbeitslosen bei den SGB II Beziehende n. Hier suchen 203 von 654 länger als
ein halbes Jahr einen Arbeitsplatz, davon sind 115 unter 20 Jahreen
Gegenüber dem März 2004 ist der – ohnehin schon hoh e – Anteil junger Ausländer/-innen
ohne Berufsausbildung noch einmal um 40 Prozent ges tiegen. Drei von vier ausländischen
Jugendlichen haben keine Berufsausbildung, davon kn app die Hälfte auch keinen Haupt-
schulabschluss.
Ausbildungsmarkt
Das Gesamtangebot der bei den Agenturen für Arbeit in NRW gemeldeten betrieblichen
Ausbildungsplätze lag mit 74.280 um 6,6 Prozent (5. 285 Plätze) unter dem des Vorjahres.
Auch hier zeigt sich eine deutliche regionale Diffe renzierung. Die größten Einbrüche gab es
in Hamm mit minus 19,8 Prozent, den höchsten Zuwach s in Bonn mit plus 8,2 Prozent. In
Münster wurden 191 weniger Ausbildungsstellen im Ve rgleich zum Vorjahr gemeldet. Bei
diesen Zahlen muss jedoch berücksichtigt werden, dass viele Ausbildungsverträge nicht über
die Vermittlung der Agenturen für Arbeit abgeschlossen werden, sondern direkt erfolgen, z.B.
über das Internet oder über den Übergang in ein Aus bildungsverhältnis im Anschluss an ei-
nen Maßnahme, z.B. Praktika.
Landesweit befinden sich aus dem vergangenen Ausbil dungsjahr zurzeit 2.770 Jugendliche
in einer Einstiegsqualifizierung, die z. T. neu auf dem Ausbildungsmarkt als Bewerber er-
scheinen werden.
Aufgrund der weiter wachsenden Nachfrage nach Ausbi ldungsplätzen (Gründe: weitere An-
stieg der Schulabgänger, Jugendliche aus weiterführ enden Schulen und schulischen Warte-
schleifen) und der fehlenden Angebote wird sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt im
Vergleich zum Vorjahr eher verschärfen, so dass wie der immense Anstrengungen zur
Schließung der Lehrstellenlücke notwendig sein werden.
Seit Oktober letzten Jahres wurden der Agentur für Arbeit in Münster 1.825 Ausbildungsstel-
len gemeldet. Dies entspricht einem minus von 7,1 P rozent, dem ein plus von 8 Prozent auf
der Seite der BewerberInnen gegenüber steht.
Eckdaten des
Ausbildungsstellenmarktes
Berufsberatungsjahr
Vorjahresveränderung
2004/2005 2003/2004 2002/2003 absolut In %
Berufsausbildungsstellen:
gemeldet seit Beginn des Berichtsjahres
>darunter betriebliche
unbesetzt am Monatsende
1.825
1.811
501
1.965
1.932
735
2.156
2.151
1.137
-140
-121
-234
-7,1
-6,3
-31,8
Bewerber:
gemeldet seit Beginn des Berichtsjahres
nicht vermittelt am Monatsende
1.499
839
1.383
773
1.405
762
116
66
8,4
8,5
Ende April waren 501 Ausbildungsstellen noch unbese tzt und 839 BewerberInenn noch nicht
vermittelt. Im Vergleich zum Vorjahr gab es weniger unbesetzte Ausbildungsstellen (- 32 %).
Die Zahl der unversorgten BewerberInnen war größer (9 %).
Berichtsvorlage
17474 Zeichen
DER OBERBÜRGERMEISTER AIM jugend+ Betrifft Jugendarbeitslosigkeit - Kommunale Handlungsschwerpunkte Teil I Beratungsfolge 02.06.2005 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 02.06.2005 Ausländerbeirat Bericht 08.06.2005 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht 14.06.2005 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht 16.06.2005 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht Bericht: Jugendarbeitslosigkeit und Ausbildungssituation Die Integration von Jugendlichen in Ausbildung und Beruf hat höchste Priorität. In seiner Sitzung am 8.12.2004 beauftragte der Rat der Stadt Münster die Verwaltung ein Kon- zept zur Überwindung der Jugendarbeitslosigkeit in Münster zu erarbeiten und den parlamentari- schen Gremien vorzulegen. Die Arbeitslosenquote lag im April 2005 bei 12,1 % landesweit und 9,4 % in Münster. Deutlich höher ist die Arbeitslosenquote Jugendlicher mit 12,0 % in Münster. Der größte Anteil der arbeits- losen Jugendlichen (64 %) erhält Leistungen nach dem SGB II und wird in der Trägerschaft der Arbeitsgemeinschaft Münster betreut. Besorgniserregend in diesem Zusammenhang ist der An- teil der SGB II – Leistungsbeziehenden die keinen Schulabschluss und Berufsabschluss haben. Zum Stichtag 29.04.2005 traf dies auf 286 Jugendliche zu, davon waren 192 Jungen und 94 Mädchen (vgl. Anlage „Jugendarbeitslosigkeit und Ausbildungssituation“; Arbeitsmarktreport der Agentur für Arbeit Münster). Handlungsschwerpunkte der AIM jugend + Junge arbeit slose Menschen sind eine Gruppe, die besonderer Aufmerksamkeit und Förderung bedürfen. Wird der Einstieg in das Ausbildungs- bzw. Erwerbssystem blockiert, kann dies die gesamte berufliche Sozialisation negativ beeinflussen. Die frühe Erfahrung der beruflichen Aus- grenzung führt bei vielen Jugendlichen zu Verweigerungen und leitet langfristig instabile Er- werbsverläufe ein. Außerdem fehlt den Jugendlichen ein wichtiges Element ihrer persönlichen Sozialisation, und psycho-soziale Folgen der Arbeitslosigkeit betreffen sie in besonderem Maße. Sie sind noch in der Entwicklung der Persönlichkeit, auf der Suche nach Identität, die sich in un- serer Gesellschaft zentral an der Erwerbsbeteiligung orientiert. Zudem ist an die Planung der Vorlagen-Nr.: V/0415/2005 Auskunft erteilt: Frau Dr. Ringbeck Ruf: 492 28 80 E-Mail: aim@stadt-muenster.de Datum: 18.05.2005 Öffentliche Berichtsvorlage 2 Berufsausbildung die gesamte Lebensplanung gekoppelt. Empirische Studien zeigen, dass bei fehlender oder durch Arbeitslosigkeit unterbrochener beruflicher Sozialisation junge Menschen mit psychischen Störungen, Krankheiten und massiven Zukunftsängsten reagieren. Vor diesem Hintergrund steht bei Jugendlichen die Teilnahme an Bildung sowie der Aufbau und die Stabili- sierung ihrer Arbeitsmotivation im Vordergrund, im Gegensatz zur Realisierung von schnellen und möglicherweise nur kurzfristigen Eingliederungserfolgen. Mit dem zum 01.01.2005 in Kraft getretenen Gesetzen im Rahmen von Hartz IV werden die Leis- tungsgrundsätze für die erwerbsfähigen Hilfebedürftigen unter 25 Jahren und diejenigen über 25 Jahre bis 65 Jahre neu gefasst. Diese neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen ergeben not- wendige Abgrenzungen zur Jugendberufshilfe und eine Definition der Schnittstellen zu der Ziel- gruppe SGB II. Die gesetzlichen Leistungen nach dem SGB II gelten nur für die Jugendlichen, die wegen (finanzieller) Hilfebedürftigkeit anspruchberechtigt sind. Dazu gehören nicht die jun- gen Menschen, bei denen keine (finanzielle) Hilfebedürftigkeit nach SGB II vorliegt, weil sie fi- nanziell von ihrer Familie versorgt werden oder Leistungen der Jugendhilfe nach SGB VIII erhal- ten. Auch ein Teil dieser jungen Menschen kann zu der benachteiligten Personengruppe gezählt werden, für die kommunale Angebote erforderlich sind. Die Kooperation und Abstimmung der Angebote und Vorhaben des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien mit dem Amt für Schule und Weiterbildung als Schulträger ist hier von besonderer Bedeutung. Unabdingbar ist die Koor- dinierung des gemeinsamen kommunalen Engagements mit den Interessen, Zielsetzungen und Angeboten anderer Akteure (Agentur für Arbeit, freie Träger, Schulen, Schulaufsicht, Wirtschaft, Kammern), die sich für die Verbesserung der Ausbildungschancen einsetzen. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen in Münster, insbesondere auch die Zahl derer ohne Schul- und Berufsabschluss erfordern die Fortführung und Ausweitung des kommunalen Enga- gements. Im Bereich der Jugendberufshilfe und des SGB II und III sind flankierende und ergän- zende Maßnahmen zur Überwindung der Jugendarbeitslosigkeit erforderlich. Jugendberufshilfe richtet sich mit ihren Angeboten hauptsächlich an junge Menschen, die allge- meine Schulpflicht erfüllt haben und die aufgrund individueller Beeinträchtigungen und sozialer Benachteiligungen einer besonderen Unterstützung auf dem Weg in Ausbildung, zur Eingliede- rung in Arbeit oder zur Förderung der sozialen Integration benötigen. Jugendberufshilfe leistet einen wichtigen Beitrag für Jugendliche, die während der Schulzeit trotz unterschiedlicher Förde- rungen wie BUS, Orient/ Equal, BQF oder dem Kooperationsprojekt Südviertel keinen Schulab- schluss erreichen oder in Ausbildung vermittelt werden konnten. Um die Chancen gerade der benachteiligten Jugendlichen zu verbessern, ist eine möglichst früh- zeitige Unterstützung erforderlich, die nach Möglichkeit bereits während der Schulzeit beginnen sollte und den Übergang in Ausbildung fördert. Misserfolge und Erfahrungen des Scheiterns in der Schule können den Übergang in Ausbildung stark beeinträchtigen oder verhindern. Die folgende Übersicht gibt einen Überblick über alle zurzeit unter städtischer Beteiligung geför- derter Projekte, differenziert nach den zentralen Kategorien „Prävention in der Schu- le/Berufsorientierung“ und „Beratung, Qualifizierung und Beschäftigung“. 3 Übersicht über die derzeitigen Projekte mit städtischer Beteiligung, unterteilt in zwei Kate- gorien (A) Prävention in der Schule/ Berufsorientierung Kurztitel: Jugendhilfe direkt Finanzierung: 47.880 € städtischer Zuschuss Laufzeit: Unbefristet Projektträger: Jugendhilfe direkt e.V. Zielsetzung: Berufsorientierung, Praktikumsvermittlung, Beratung und Beglei- tung, Lehrstellenvermittlung Zielgruppe: SchülerInnen der Hauptschule Hiltrup (8. – 10. Klasse) Kurztitel: Orient Finanzierung: Bundesmittel „Lernende Regionen“; ESF; Stiftung Siverdes; AIM- Proje ktförderung; Unternehmen Laufzeit: 01.07.2003 – 30.06.2006 Projektträger: Initiative für Beschäftigung gGmbH in Kooperation mit Amt 40 Zielsetzung: Beratung u. Begleitung; Erprobung von Qualifizierungsbaustei- nen Zielgruppe: Benachteiligte Jugendliche in den Abgangsklassen der Förder- und Hauptschulen (Adolph-Kolping Schule; Anne-Frank-Schule; Richard-von-Weizäcker-Schule; Martin-Luther-King-Schule; Geistschule), sowie Vorklassen zum BGJ und SOB an den Be- rufskollegs Kurztitel: EQUAL Finanzierung: ESF- EQUAL; Stiftung Siverdes; AIM-Projektförderung; Unternehmen Laufzeit: 01.09.2004 – 30.06.2007 Projektträger: Initiative für Beschäftigung gGmbH in Kooperation mit Amt 40 Zielsetzung: Beratung u. Begleitung bei der Vermittlung in Ausbildungsstelen und Jahrespraktika; Ausbau der Elternarbeit Zielgruppe: Jugendliche in den Klassen 8- 10 an Hauptschulen, die keinen oder einen schwachen Abschluss erwarten (Hauptschule Wol- beck; Wartburghauptschule; Hauptschule Roxel; Fürstenberg- Hauptschule) (B) Beratung, Qualifizierung und Beschäftigung arbeitsloser Jugendlicher Kurztitel: Jugendwerkstatt im JIB Finanzierung: Städtische Mittel max. 107.400 € plus Projektmittel Landesjugendplan Laufzeit: Unbefristet Projektträger: Jugenausbildungszentrum Zielsetzung: Tagesstrukturierung, Erlangen von Schlüsselqualifikationen, Berufsorientierung Zielgruppe: 16 bis 20 Jahre, nach Beendigung der allgemeinen Schulpflicht 4 Kurztitel: Stadtteilwerkstatt Nord Finanzierung: Städtischer Zuschuss ; Agentur für Arbeit bis Ende 2005 Laufzeit: Unbefristet Projektträger: Am 51 und JAZ Zielsetzung: Tagesstrukturierung, Erlangen von Schlüsselqualifikationen, Berufsorientierung Zielgruppe: 16 bis 24 Jahre aus Münster-Nord nach Beendigung der allge- meinen Schulpflicht, keine Vermittlung in Maßnahmen der Agen- tur oder in schulische Maßnahmen möglich Kurztitel: Tagelöhner Projekt Finanzierung: AIM-Projektförderung und Einnahmen aus dem Projekt Laufzeit: 01.01.2005 bis 31.12.2005 Projektträger: Arbeitgemeinschaft Betriebssozialarbeit e.V. Zielsetzung: Stundenweise Heranführung an Arbeitsalltag mit dem Ziel Integ- ration in Wohnung und Arbeitsmarkt Zielgruppe: Arbeits- und wohnungslose Jugendliche Kurztitel: Teilzeitausbildung f. junge Mütter Finanzierung: ESF; SGB III Laufzeit: 01.01.2005 – 31.08.2006 Projektträger: Gesellschaft f. Berufsförderung und Ausbildung mbH Zielsetzung: Beratung der Betriebe in Bezug auf Arbeitszeitmodelle; Coa- ching der Frauen während des 1. Ausbildungsjahres Zielgruppe: Junge Frauen, die aufgrund ihrer Situation keine Vollzeitausbil- dung absolvieren können Kurztitel: Arbeiten und Lernen Finanzierung: SGB II; Städtischer Zuschuss Laufzeit: 1 Maßnahme jährlich, Laufzeit 13 Monate Projektträger: JAZ Zielsetzung: Nachträgliches Erlangen des Hauptschulabschlusses und Be- schäftigung Zielgruppe: Jugendliche 16 bis 27 Jahre, die die allgemeine Schulpflicht erfüllt haben und keinen Hauptschulabschluss haben Kurztitel: Jugend online Finanzierung: Städtische Mittel, ESF Agentur f. Arbeit Laufzeit: Bis 2007 Projektträger: Amt 51 Zielsetzung: Bewerbungshilfen und Einführungskurse EDV Zielgruppe: 16 – 27 jährige Jugendliche 5 Kurztitel: Gemeinnützig zusätzliche Arbeit Finanzierung: Agentur für Arbeit SGB II Laufzeit: Unbefristet Projektträger: Stadt Münster/ AIM jugend +; Einsatz in den städtischen Äm- tern (u.a. 26 Arbeitsgelegenheiten bei Amt 51) Zielsetzung: Beschäftigung und Qualifizierung (rd. 100 Plätze bei der Stadt, davon ca. 20 für Jugendliche) Zielgruppe: BezieherInnen von Leistungen nach dem SGB II Kurztitel: EQUAL II Finanzierung: ESF- EQUAL; Agentur für Arbeit; AIM-Projektförderung; Laufzeit: 01.09.2005 – 31.12.2006 Projektträger: concept gGmbH Zielsetzung: Profiling und modulare Qualifizierungsbausteine zur Verbesse- rung des Zugangs zu Ausbildungs- und Weiterbildungsangebo- ten Zielgruppe: 100 Migranten und Migrantinen, darunter ca. 25 Plätze für unter 27 jährige Bei den Maßnahmen und Projekten, die zeitlich befristet aus Mitteln der EU, des Bundes, der Kommune, Stiftungen und der AIM jugend+ gefördert werden, sollen, soweit für die Maßnahmen weiterhin Bedarf besteht, entsprechende Drittmittel akquiriert oder städtische Mittel eingesetzt werden. Nach Abstimmung der Bedarfe mit den Trägern und Kooperationspartnern wird die Ver- waltung dem Rat und seinen Ausschüssen eine entsprechende Beschlussfassung in der 2. Jah- reshälfte 2005 vorlegen. Zukünftige Handlungsschwerpunkte der AIM jugend+ Über das vorhandene Spektrum von Angeboten und Maßnahmen im Rahmen des SGB III, SGB II und SGB VIII lassen sich auf Grundlage der Analyse der Arbeitsmarktdaten Zielgruppen und Förderschwerpunkte ableiten, für die weiterhin Angebote bereitgestellt werden müssen. Hierzu gehören insbesondere: • Junge Männer und Frauen mit schwachem oder ohne Schulabschluss • Alleinerziehende unter 27 Jahre ohne Berufsausbildung • Arbeitslose Jugendliche ohne Ansprüche auf Arbeitslosengeld I und II • Schulmüde im Übergang Schule/ Beruf • Jugendliche im Übergang Schule/ Beruf • Sog. Kindergeldarbeitslose • Jugendliche, die eine berufliche Fördermaßnahme abgebrochen haben • Junge Migranten und Migrantinnen Um eine mö glichst große Zahl von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu erreichen und um dem erforderlichen Unterstützungsbedarf derjenigen gerecht zu werden, die wenige Chancen haben, sind in Ergänzung und in Kombination zu den Instrumentarien der Agentur für Arbeit auch kommunale Angebote notwendig. Viele junge Frauen und Männer, die weder Arbeitslosengeld II noch Arbeitslosengeld I beziehen, benötigen auf ihrem Weg ins Erwerbsleben professionelle, individuelle Begleitung. Für die beschriebenen Zielgruppen sollen passgenaue Angebote und Maßnahmen entwickelt und gefördert werden. Im Rahmen eines Trägergesprächs am 12.05.2005 wurden die Träger der Ju- gendberufshilfe und die Bildungs- und Qualifizierungsträger, die im Rahmen ihrer Aktivitäten Maßnahmen für Jugendliche anbieten, über zukünftige Handlungsschwerpunkte informiert. Die Träger wurden aufgefordert, Projektvorschläge zu entwickeln und mit der AIM jugend+ auf För- 6 derfähigkeit hin abzustimmen. AIM jugend+ prüft in jedem Fall inwieweit eine Beteiligung Dritter (insbesondere Mittel des Bundes im Rahmen des SGB II oder III) als Komplementärfinanzierung möglich ist. Gefördert werden sollen in diesem Zusammenhang z. B. Projekte zum „nachträgli- chen Erwerb des Hauptschulabschlusses“, niedrigschwellige Maßnahme zur Vermittlung ar- beitsmarktrelevanter Grundkompetenzen und präventive Ansätze im Übergang von Schule und Beruf. Eine Abstimmung der beantragten und für förderfähig befundenen Angebote ist z.B. im Rahmen bestehender Netzwerke (Schule-Wirtschaft, AG 3, Lernende Regionen) gewährleistet. Die strukturelle Benachteiligung von jungen Frauen am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt wird bis- lang durch spezielle Förderprogramme nur unzureichend kompensiert. Mit der Entwicklung von Teilzeitausbildungen für allein erziehende junge Mütter soll der besonderen Situation der Frauen Rechnung getragen werden und dabei adäquate Unterstützung und Begleitung angeboten wer- den. Darüber hinaus sollen junge Mädchen und junge Frauen in verstärktem Maß auf die Be- schäftigungsperspektiven in zukunftsweisenden Berufsfeldern aufmerksam gemacht und bei der Erweiterung ihres Berufswahlspektrums gezielt unterstützt werden. Diese Aspekte sollen grund- sätzlich bei der Initiierung und Förderung von Maßnahmen berücksichtigt werden. Darüber hinaus soll auf der Grundlage einer weiteren Ausdifferenzierung der vorhandenen Daten bei der Arbeitsgemeinschaft Münster, der Agentur für Arbeit und der endgültigen Aufstellung des U 25-Teams und aus den im Rahmen der Jugendkonferenz gewonnenen Erkenntnisse eine An- passung der Handlungsschwerpunkte erfolgen. Jugendkonferenz Die Bundesagentur für Arbeit erstellte ein „Kompendium Aktive Arbeitsmarktpolitik n ach dem SGB II“. Ein Schwerpunkt befasst sich mit dem Thema „Angebote für junge Menschen“ und die Einrichtung von Jugendkonferenzen wird empfohlen. Zentrale Aufgabe der Jugendkonferenz ist es, die Ressourcen und jugendspezifischen Angebote und Aktivitäten aller Bildungs- und Ar- beitsmarktakteure im Interesse einer nachhaltigen sozialen und beruflichen Integration junger Menschen aufeinander abzustimmen. Idealtypisch geht es dabei um die Aufstellung eines koor- dinierten Arbeitsmarktprogramms durch die Träger der Grundsicherung (SGB II) in Abstimmung mit Wirtschaft, Bildungsträgern, Beschäftigungs- und Qualifizierungsträgern, dem Schulträger und regionalen Jugendhilfeträgern u.a. mit dem Ziel, die Integration junger Menschen zu optimie- ren. Der Beirat der Arbeitgemeinschaft Münster übertrug die Durchführung der Jugendkonferenz auf das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien. Die Federführung liegt bei AIM jugend+. Stattfin- den soll die Jugendkonferenz im 3. Quartal 2005. Die Aufgabenstellung der Jugendkonferenz umfasst ein breites Spektrum: • Analyse des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes • Vorstellung aktueller Programme und Überprüfung der Umsetzungsmöglichkeiten • Auf- und Ausbau der Netzwerkstrukturen • Transparenz über lokale Maßnahmeangebote und Dienstleistungen für Jugendliche herstellen • Schwerpunktsetzung für besondere Zielgruppen der unter 25 jährigen (z.B. junge Müt- ter, Migrant/- innen, Jugendliche ohne Schul- und Berufsabschluss) • Konzepte für besonders Benachteiligte entwickeln • Schaffung von Arbeitsgelegenheiten • Mitteleinsatz Teilnehmende sind Politik und Verwaltung, Agentur für Arbeit, Arbeitgeber- und Arbeitnehmer- verbände, Verbände der freien Wohlfahrtspflege, Träger der Jugendhilfe und Jugendberufshilfe, Vertreter und Vertreterinnen von Bildungseinrichtungen (Schulträger und Schulen, Hochschulen etc.) und Frauenbeauftragte. 7 Um die Nachhaltigkeit zu gewährleisten sollen Folgekonferenzen durchgeführt werden, in denen die praktische Zusammenarbeit der Akteure im Vordergrund steht. Sie können demzufolge auch in einem engeren personellen Rahmen stattfinden. Die Kompetenzen in der Region müssen ab- gerufen und gebündelt werden. Der Zielereichungsgrad ist mittels eines transparenten Control- lings zu überprüfen und zu dokumentieren. Darüber hinaus ist vorgesehen die Jugendkonferenz zu dokumentieren und die Ergebnisse für die zukünftige Schwerpunktsetzung der kommunalen Handlungsfelder zu nutzen. Weiteres Verfahren: Die Verwaltung legt in der 2. Jahreshälfte 2005 ein abgestimmtes Förderkonzept von Jugendar- beitslosigkeit (Teil II) vor. i.V. gez. Dr. Klein Stadträtin
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0415/2005
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 18.05.2005
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37