1440/2025
Fördermittelbericht 2023
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Mitteilung Ausschuss
2048 Zeichen
Dezernat, Dienststelle OB/01/03 Vorlagen-Nummer 12.06.2025 1440/2025 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / In- ternationales 23.06.2025 Finanzausschuss 30.06.2025 Fördermittelbericht 2023 Anfang 2024 wurde die Stabsstelle Fördermittelmanagement im Amt der Oberbürger- meisterin gegründet. Der beigefügte Bericht gibt einen Überblick über die vergebenen und akquirierten För- dermittel im Jahr 2023. Die Stabsstelle Fördermittelmanagement gliedert sich in die beiden Bereiche Förder- mittelvergabe und Fördermittelakquise. Entsprechend ist auch der Bericht in diese bei- den Unterbereiche gegliedert. Der Fördermittelbericht fasst die Fördermittel der Stadt Köln im Jahr 2023 zusammen. Dadurch, dass der Abschluss von Projekten durch Verwendungsnachweise einige Zeit in Anspruch nimmt, ergibt eine Abfrage zu den akquirierten Fördermitteln 2024 erst im zweiten Halbjahr 2025 Sinn. Zudem baut der Fördermittelbericht im Bereich Akquise damit logisch auf dem Bericht der Serviceeinheit Drittmittel für 2022 auf, der im Jahr 2023 erstellt wurde (Vorlage-Nr. 0665/2023). Somit liegen fortlaufende Daten zur För- dermittelakquise der Stadt Köln seit 2022 vor. Hier ist anzumerken, dass aufgrund ei- ner fehlenden Datenbanklösung die akquirierten Fördermittel auf der Grundlage einer Dezernatsabfrage ausgewertet wurden. Hier sind für alle Dezernate die in 2023 akqui- rierten Fördermittel unter verschiedenen Gesichtspunkten ausgewertet und beschrie- ben worden. Im Bereich der Fördermittelvergabe gibt der Bericht einen Überblick über die Entwick- lung der Nutzung der digitalen Fördermittelverwaltung über SAP Grantor sowie über die an die digitale Fördermittelverwaltung angeschlossenen Förderprogramme. Hier ist zu beachten, dass dieser Überblick bei weitem nicht vollständig ist, da aktuell nicht alle Förderprogramme angeschlossen sind. Die Verwaltung arbeitet daran, die Zahl der angeschlossenen Programme kontinuierlich zu erweitern. Gez. Reker
Anlage 1 - Fördermittelbericht_2023
55125 Zeichen
Fördermittelbericht
Fördermittel der Stadt Köln 2023
2
Inhalt
Fördermittelbericht der Stadt Köln 2023 .............................................................. .................................... 3
1 Fördermittelvergabe .................................................................................. ......................................... 4
1.1 Definition des Berichtszeitraums .......................................................................................... 4
1.2 Zielsetzung der Auswertung................................................................................................... 4
1.3 Entwicklung der Nutzung von SAP Grantor ....................................................................... 4
1.4 Nutzung von SAP Grantor im Jahr 2023 ............................................................................. 8
1.5 Ausblick ..................................................................................................................................... 14
2 Fördermittelakquise ............................... ................................................... ........................................ 15
2.1 Grundlagen Fördermittelverwaltung ................................................................................. 16
2.2 Definition Berichtszeitraum 2023........................................................................................ 17
2.3 Analyse Förderungen 2023 ................................................................................................... 17
2.3.1 Anteil Fördermittelgebende ......................................................................................... 18
2.3.2 Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ .......................................................... 19
2.3.3 Dezernate ......................................................................................................................... 20
2.3.4 Dienststellen .................................................................................................................... 22
2.4 Fazit ............................................................................................................................................ 24
2.5 Ausblick und weitere Vorgehensweise .............................................................................. 25
3 Kontaktinformationen .............................. ................................................... ...................................... 27
3
Fördermittelbericht der Stadt Köln 2023
Der vorliegende Fördermittelbericht fasst die von der
Stadt Köln vergebenen sowie akquirierten Fördermittel
zusammen.
Im Bereich der Fördermittelvergabe beziehen sich die
Daten auf die Programme, die an die digitale
Fördermittelvergabe angeschlossen sind. In 2023 waren
dies 11 Dienststellen aus 5 Dezernaten. Zu den weiteren
Dienststellen liegen der Stabsstelle
Fördermittelmanagement (01/03) aktuell keine Daten vor.
Im Bereich der Fördermittelakquise wurden die in 2023
akquirierten Fördermittel über die Dezernate abgefragt, da
eine Auswertung aus dem Finanzsystem aktuell nicht
möglich ist. Hier haben alle Dienststellen eine Meldung
abgegeben. Im Bereich der Akquise wurden alle
Zuwendungsbescheide erfasst, die in 2023 an die Stadt
Köln ausgestellt wurden. Mehrjährige Förderungen, die vor
2023 akquiriert wurden und die Mittel in 2023 erhalten
haben, wurden nicht erfasst, da diese bereits im
Fördermittelbericht 2022 berücksichtigt wurden.
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1 Fördermittelvergabe
Dieser Fördermittelbericht für den Bereich Fördermittelvergabe enthält Daten zu von der
Stadt Köln vergebenen Fördermitteln, die im Haushaltsjahr 2023 über das Tool SAP Grantor
verwaltet wurden. SAP Grantor bietet neben der Online-Antragstellung, die Möglichkeit der
digitalen Fördermittelsachbearbeitung. Es können Bewilligungen, Auszahlungen und
Verwendungsnachweise medienbruchfrei bearbeitet, geprüft und freigegeben werden.
Dabei greift das System auf rechtssichere Bescheide zu, die bei rechtlichen Änderungen für
alle Nutzenden angepasst werden. Außerdem bietet SAP Grantor die Möglichkeit, über die
Online-Kommunikation direkt mit den Antragstellenden in Kontakt zu treten. Durch eine
Verknüpfung von SAP Grantor mit dem städtischen Finanzsystem werden freigegebene
Mittelabrufe ohne Umwege direkt an die Antragstellenden ausgezahlt. Dadurch, dass alle
Daten zu dem Vorgang im System vorhanden sind, bietet dies eine gute Grundlage für ein
Berichtswesen.
Für die Erstellung des Berichtes haben die Berater*innen der SAP gemeinsam mit dem
Amt für Informationsverarbeitung, CC SAP (121/3) SAP Grantor an das gesamtstädtische
Business-Warehouse-System (BW-System) angebunden, welches sich aktuell im Aufbau
befindet. Eine Verbindung zur SAP Analytics Cloud (SAC) ermöglicht es, die Zahlen für den
folgenden Bericht zu ermitteln und die dargestellten Abbildungen herunterzuladen.
Langfristig sollen die Grafiken auch in anderen Bereichen über ein Dashboard live aufrufbar
sein, um so beispielsweise ein unterjähriges Controlling in den Dienststellen zu erleichtern.
1.1 Definition des Berichtszeitraums
Der vorliegende Bericht betrachtet unterschiedliche Aktivitäten im Jahr 2023. Es werden
Anträge betrachtet, die in 2023 eingegangen sind sowie Bewilligungen und Auszahlungen,
die in 2023 ausgesprochen wurden. Da der Antrag nicht unbedingt im gleichen Jahr gestellt
wurde, wie die zugehörige Bewilligung oder die Auszahlung erfolgt sind, kann es hier zu
Differenzen in der Anzahl kommen, wenn die Bearbeitung beispielsweise über einen
Jahreswechsel erfolgt ist oder für mehrere Jahre ausgesprochen wurde.
1.2 Zielsetzung der Auswertung
Der folgende Bericht stellt die Entwicklung und Nutzung der Fördermittelvergabe über
SAP Grantor dar. Daher sind nur die Förderungen abgebildet, die über SAP Grantor
abgewickelt wurden.
Der Bericht soll insbesondere folgende Fragestellungen beantworten:
1. Wie hat sich die Nutzung von SAP Grantor von der Einführung in 2020 bis zum Jahr
2023 entwickelt? (Kapitel 1.3)
2. Welche Fördermittel wurden mittels SAP Grantor im Jahr 2023 verwaltet? (Kapitel
1.4)
Daten zu darüberhinausgehenden Förderungen sind aktuell nicht ohne eine aufwendige
und fehleranfällige Datenabfrage auswertbar und daher kein Teil des Berichts.
1.3 Entwicklung der Nutzung von SAP Grantor
Im Jahr 2020 wurde SAP Grantor für die digitale Fördermittelvergabe eingeführt. Seitdem
sind die angeschlossenen Dienststellen in der Lage, die Fördermittelvergabe hierüber
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abzuwickeln. Seitdem wurde das Tool kontinuierlich weiterentwickelt und auf die
Anforderungen der Dienststellen angepasst, sodass immer zusätzliche Funktionen
integriert werden konnten, um den gesamten Förderprozess hierüber abwickeln zu können.
Abbildung 1: Anzahl der angebundenen Förderprogramme je Haushaltsjahr
Abbildung 1 zeigt die Anzahl der angebundenen Förderprogramme je Haushaltsjahr.
Förderprogramme, deren Bearbeitung vollständig beendet ist, werden ab dem Folgejahr
nicht mehr berücksichtigt.
Aus der Abbildung ist ersichtlich, dass im ersten Jahr zehn Förderprogramme an
SAP Grantor angebunden waren. Im Jahr 2021 konnte die Zahl schon mehr als verdoppelt
werden und auch im Jahr 2022 kamen sechs weitere Programme hinzu. Dass im Jahr 2023
die Anzahl der angebundenen Förderprogramme nur leicht ansteigt, liegt daran, dass die
ersten Förderprogramme im Jahr 2022 beendet wurden und somit nicht mehr in 2023
hineinzählen. Gleichzeitig wurden nur wenig neue Programme angebunden, da die
Projektleitung zu dieser Zeit vakant war und der Fokus auf der Fehlerbehebung lag, um das
Tool einsatzfähig zu halten.
Aufgrund der Vielschichtigkeit der Förderprogramme, sowohl was die Anzahl an Anträge,
aber auch die Höhe der vergebenen Fördermittel angeht, werden diese im Folgenden
genauer betrachtet.
Die Anzahl der Anträge, die über SAP Grantor abgebildet werden (Abbildung 2), hat sich von
2020 bis 2023 ungefähr verzehnfacht. In 2023 ist die Steigerung der Anzahl im Vergleich
geringer, was daran liegt, dass sich die Anzahl der angebundenen Förderprogramme im
Vergleich zum Vorjahr kaum verändert hat.
Die Anzahl an Anträgen ist im Verhältnis zur Anzahl der Förderprogramme kontinuierlich
gestiegen. Daraus lässt sich schließen, dass das Online-Förderportal zur Online-
Antragstellung und SAP Grantor für die Fördermittel-Sachbearbeitung jedes Jahr besser
angenommen werden.
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Abbildung 2: Anzahl der in SAP Grantor hinterlegten Anträge je Haushaltsjahr
Für Bürger*innen und Organisationen, die ihre Anträge nicht in das Online-Förderportal
eingeben können oder wollen gibt es die Möglichkeit, dass diese in Papier bei den
Dienststellen eingereicht und dann manuell nachgetragen werden. Die Kommunikation mit
den Antragstellenden erfolgt dann nicht in SAP Grantor, dennoch kann die Sachbearbeitung
vollständig über das Tool abgewickelt werden, sodass auch diese Daten im Bericht erfasst
sind. Dennoch wird diese Möglichkeit nur in wenigen Fällen in Anspruch genommen. In
2020 wurden noch 37 von 657 Anträgen, also 5,6 %, in Papier eingereicht, in 2021 15 von
1.834, also 0,8 %, in 2022 12 von 5.762 Anträgen, also 0,2 % und in 2023 18 von 6.245
Anträgen, also 0,3 % der Anträge.
Abbildung 3: Anzahl der Bewilligungen über SAP Grantor je Haushaltsjahr
Abbildung 3 zeigt die Anzahl der Bewilligungen, die über SAP Grantor erstellt wurden.
Bereits im Jahr der Einführung wurde das Tool für 103 Bewilligungen genutzt. In den
folgenden Jahren ist die Zahl deutlich gestiegen und liegt im Jahr 2023 bei 4.208
Bewilligungen, was auf die zunehmende Nutzung von SAP Grantor zurückzuführen ist.
Nicht jeder Förderantrag wird im Jahr der Antragstellung beziehungsweise überhaupt
bewilligt. Ein Antrag muss abgelehnt werden, wenn ein Projekt nicht förderfähig ist,
beispielsweise aus förderrechtlichen oder inhaltlichen Gründen, oder wenn die finanziellen
Mittel ausgeschöpft sind. Außerdem kann es dazu kommen, dass die Bewilligung erst im
Folgejahr ausgesprochen wird. Dies ist beispielsweise bei Anträgen der Fall, die am Ende
eines Jahres gestellt werden und dementsprechend erst im Folgejahr bearbeitet werden
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können oder wenn der Bewilligungsprozess einige Zeit in Anspruch nimmt. Ist der
Haushaltsansatz für ein Jahr bereits ausgeschöpft, werden gute, förderfähige Projekte
möglicherweise auch deshalb ins Folgejahr verschoben und erst dann bewilligt.
Abbildung 4: Bewilligte Mittel über SAP Grantor je Haushaltsjahr [in Euro]
Werden nun die Mittel, die über SAP Grantor bewilligt wurden, betrachtet (Abbildung 4),
zeigen diese den gleichen Trend wie die Bewilligungen. Da im Jahr 2020 aufgrund der
Startphase des Systems noch sehr wenige Bewilligungen ausgesprochen wurden, wurden
auch entsprechend wenige Mittel bewilligt.
Die bewilligten Mittel lassen noch nicht auf die tatsächlich ausgezahlten Mittel schließen. Je
nach Förderprogramm werden die Mittel entweder direkt nach der Bewilligung vorschüssig
gezahlt oder im Projektverlauf beziehungsweise erst nach Projektabschluss und Prüfung
des Verwendungsnachweises. Unterschiedlich ist auch, ob in einem Förderprogramm die
gesamte Summe mit einem Mittelabruf ausgezahlt wird oder ob mehrere Mittelabrufe über
die Projektlaufzeit gestellt werden können (bedarfsgerechte Auszahlung). Dadurch gibt es
keine genaue Relation zwischen Bewilligungen und abgeflossenen Mitteln, was zu
unterschiedlichen Effekten bei den im Folgenden gezeigten Ergebnissen führt.
Abbildung 5: Abgerufene Mittel über SAP Grantor je Haushaltsjahr [in Euro]
Um einen Überblick über die tatsächlich geflossenen Mittel zu bekommen, sind in
Abbildung 5 die über SAP Grantor abgerufenen Mittel über die vier Jahre dargestellt.
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Insgesamt wurden in der Zeit von 2020 bis 2023 knapp 26,9 Millionen Euro Fördermittel
über SAP Grantor ausgezahlt. Warum im Jahr 2022 im Vergleich zu den steigenden
Bewilligungen so wenig Mittel geflossen sind, kann aktuell nicht nachvollzogen werden.
Aus dem Vergleich von Abbildung 4 und Abbildung 5 wird deutlich, dass nicht alle
bewilligten Mittel ausgezahlt wurden. Dies kann sich durch Verzögerungen in den Projekten
oder Minderausgaben ergeben. Manche Projekte werden auch überhaupt nicht
durchgeführt und dadurch im Nachhinein noch zurückgenommen. Zudem gibt es
Förderprogramme, in welchen die Mittel über mehrere Jahre ausgezahlt werden oder erst
nach abschließender Prüfung des Verwendungsnachweises, was möglicherweise ins
Folgejahr fällt.
Als Entwicklung kann somit grundsätzlich eine Steigerung sowohl bei der Anzahl, als auch
bei den jeweiligen Summen von Anträgen, Bewilligungen und Mittelabrufen, die über
SAP Grantor bearbeitet wurden, festgehalten werden. Auch die Anzahl der Nutzenden in der
Stadt Köln und bei den Antragstellenden nimmt stetig zu. Insofern sollen weiterhin
kontinuierlich weitere Dienststellen und Förderprogramme an SAP Grantor angebunden
werden.
1.4 Nutzung von SAP Grantor im Jahr 2023
Der vorliegende Bericht wurde erstellt, indem SAP Grantor an das gesamtstädtische
Business-Warehouse-System (BW-System) angebunden und mit der SAP Analytic Cloud
(SAC) verbunden wurde, um die Daten auswertbar zu machen. Durch die
Auswertungsmöglichkeiten, die die SAC mit den Daten aus SAP Grantor bietet, können die
Auswertungen auch auf Dezernats-, Dienststellen- sowie Programmebene durchgeführt
werden. Wichtig ist hier zu berücksichtigen, dass bis zum 31.12.2023 nur aus fünf von zehn
Dezernaten Dienststellen an SAP Grantor angebunden waren. Aus diesem Grund
erscheinen auch nur diese Dezernate in den Auswertungen. Pro Dezernat können eine oder
mehrere Dienststellen angebunden sein.
Abbildung 6: Anzahl der angebundenen Förderprogramme im Haushaltsjahr 2023 je Dezernat
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In 2023 waren insgesamt 30 Förderprogramme an SAP Grantor angebunden (Abbildung 6).
Hierbei handelt es sich
• aus dem Dezernat I – Allgemeine Verwaltung und Ordnung um die
„bezirksorientierten Mittel“ der Bürgerämter Innenstadt (02/1), Rodenkirchen
(02/2), Ehrenfeld (02/4), Chorweiler (02/6), Kalk (02/8) und Mülheim (02/9)
• aus dem Dezernat III – Mobilität im Amt für nachhaltige Mobilitätsentwicklung (68)
um das Förderprogramm „Lastenfahrräder 2022“
• aus dem Dezernat V – Soziales, Gesundheit und Wohnen
o in der Stabsstelle Sozialplanung / Sozialberichterstattung (V/3) um die
Förderprogramme „Bürgerbeteiligung und Aktivierung“ und
„Sozialraumkoordination“
o im Amt für Soziales, Arbeit und Senioren (50) um die Förderprogramme
„Housing First“, „Wohnungslosigkeit“, „KomProArBeit“ und „BOREA“
• aus dem Dezernat VII – Kunst und Kultur im Kulturamt (41) um die
Förderprogramme „Freie Szene“, „Theater“, „Tanz“, „Bildende Kunst“, „Filmkultur“,
„Popkultur“, „Interkultur“, „Diversity“ und „Übergreifende Förderungen“
• aus dem Dezernat VIII – Klima, Umwelt, Grün und Liegenschaften im Umwelt- und
Verbraucherschutzamt (57) um die Förderprogramme „Grün hoch 3“,
„Gebäudesanierung und erneuerbare Energien“, „Umweltbildung“,
„Gebäudesanierung: klimafreundliches Wohnen“, „Photovoltaik: Klimafreundliches
Wohnen“ und „Photovoltaik: Klimafreundliches Arbeiten“
Im Folgenden werden jeweils die Anzahl und die Beträge der Anträge, bzw. der beantragten
Mittel, der Bewilligungen und bewilligten Mittel sowie der getätigten Auszahlungen und der
ausgezahlten Mittel für die jeweils zehn größten Förderprogramme des jeweiligen
Kriteriums (Top 10) dargestellt, um so einen Überblick über die Nutzung des Tools zu geben.
Abbildung 7 zeigt die zehn antragsreichsten Förderprogramme. Hier wird die Anzahl der
Anträge, die 2023 über SAP Grantor bearbeitet wurden, dargestellt. Es fällt auf, dass das
Programm „Gebäudesanierung und erneuerbare Energien“ von Dezernat VIII mit 3.216
Anträgen das mit Abstand einreichungsstärkste Programm ist. Es folgt, ebenfalls von
Dezernat VIII, das Programm „Photovoltaik: klimafreundliches Wohnen“ mit 908 Anträgen.
Die anderen Förderprogramme weisen eine deutlich geringere Anzahl an Anträgen auf.
Abbildung 7: Anzahl der Anträge über SAP Grantor der 10 größten angebundenen Programme (Top 10)
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Im Vergleich zu den Antragszahlen fällt bei der Betrachtung der beantragten Mittel
(Abbildung 8) auf, dass nicht immer eine direkte Korrelation zwischen der Anzahl der
Anträge und den beantragten Mitteln besteht. Vielmehr gibt es große Unterschiede bei der
durchschnittlich beantragten Summe in den unterschiedlichen Programmen. Die meisten
Mittel wurden im Programm „Gebäudesanierung und erneuerbare Energien“ beantragt, was
hier allerdings tatsächlichauf die Vielzahl der Anträge zurückzuführen ist. Die bewilligten
Mittel pro Antrag lagen hier im Durchschnitt nur bei gut 4.900 Euro. Bei dem Programm
„Kultur – Musik“, das die zweitmeisten beantragten Mittel aufweist, lagen die beantragten
Mittel pro Antrag im Durchschnitt bei knapp 8.900 Euro und somit fast doppelt so hoch.
Daran zeigt sich deutlich, dass bei einer Analyse der Bewilligungszahlen immer sowohl die
Anzahl als auch die Beträge betrachtet werden sollten, um ein Gesamtbild über die
Förderaktivitäten zu bekommen.
Abbildung 8: Beantragte Mittel über SAP Grantor im Haushaltsjahr 2023 (Top 10) [in Euro]
Bei der Betrachtung der über SAP Grantor erfolgten Bewilligungen (Abbildung 9) fällt auf,
dass die Anzahl der Bewilligungen nicht immer mit der Anzahl der Anträge übereinstimmt.
Die beiden Programme mit den meisten Anträgen haben auch die meisten Bewilligungen,
was allerdings auch an der Vielzahl der Anträge im Vergleich zu den anderen
Förderprogrammen liegt. Im Programm „Grün hoch 3“ gab es beispielsweise sehr viele
Bewilligungen im Vergleich zu den Antragszahlen (153 Bewilligungen bei 156 Anträgen), bei
„Kultur: Musik“ als Beispiel eher wenige Bewilligungen im Vergleich zu den Anträgen (95
Bewilligungen bei 319 Anträgen).
Hier gibt es verschiedene Ansätze, die diesen Sachverhalt erklären können:
1. Haushaltsmittel ausgeschöpft: Es können nur so viele Projekte bewilligt werden,
wie Haushaltsmittel vorhanden sind. Wenn der Haushaltsansatz ausgeschöpft ist,
können keine Bewilligungen mehr ausgesprochen werden. Hier gibt es
unterschiedliche Vorgehen. In einigen Programmen gibt es einen definierten
Einreichschluss für die Anträge und alle Anträge werden von einem
Auswahlgremium gesichtet und bewertet und nur die besten Anträge werden
bewilligt, bis der Haushaltsansatz aufgebraucht ist. Ein anderer Ansatz ist
beispielsweise das Prinzip zu bewilligen, bis der Ansatz aufgebraucht ist und dann im
entsprechenden Haushaltsjahr keine weiteren Bewilligungen auszusprechen.
2. Überjährige Bewilligungen: Anträge die zum Ende des Jahres eintreffen, können oft
nicht mehr in dem Jahr bewilligt werden, in dem Sie eingegangen sind. Gleiches
kann auch bei einer hohen Arbeitsbelastung in Fachbereichen zutreffen.
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Entsprechend können Bewilligungen erfolgen, für die in dem Jahr kein Antrag
eingereicht wurde. Ein Beispiel hierfür ist das Programm „Lastenfahrräder 2022“ für
das nur in 2022 Anträge eingereicht werden konnten, die aber teilweise erst in 2023
bewilligt wurden. Entsprechend taucht das Programm bei den Anträgen nicht auf,
bei den Bewilligungen jedoch schon.
3. Nicht förderfähige oder förderwürdige Projekte: Projekte, die eingereicht werden,
aber die Kriterien des Förderaufrufes nicht erfüllen, qualitativ den Anforderungen
nicht genügen oder aus anderen Gründen nicht bewilligungsfähig sind, müssen
ebenfalls abgelehnt werden und führen dazu, dass es weniger Bewilligungen als
Anträge in einem Jahr gibt.
Abbildung 9: Anzahl der Bewilligungen über SAP Grantor im Haushaltsjahr 2023 (Top 10)
Abbildung 10 zeigt die über SAP Grantor bewilligten Mittel in 2023. Hierbei sind die
Summen der Bewilligungen dargestellt, die im Jahr 2023 ausgesprochen wurden,
unabhängig von der Laufzeit der Projekte. So können die Mittel auch im Jahr 2024
gebunden worden sein oder, im Falle von mehrjährigen Projekten, auch in mehreren Jahren.
Dies wird zum Beispiel deutlich am Förderprogramm „Sozialraumkoordination“, das weder
bei der Anzahl der Bewilligungen noch bei der Höhe der beantragten Mittel in den Top 10
der Förderaufrufe war, das jedoch die meisten Mittel in 2023 bewilligt hat. In diesem
Programm wurden in 2023 nur 14 Bewilligungen ausgesprochen, die durchschnittliche
Bewilligungssumme beläuft sich damit auf über 500.000 Euro pro Bewilligung. Ein
genauerer Blick in die Förderung zeigt allerdings, dass es sich um eine mehrjährige
Förderung handelt und die Bewilligungssumme auf insgesamt fünf Jahre aufgeteilt wird. Im
Jahr 2023 wurden hier nur 1.415.200 Euro gebunden, die restlichen Mittel liegen in den
folgenden vier Jahren.
12
Abbildung 10: Bewilligte Mittel über SAP Grantor im Haushaltsjahr 2023 (Top 10) [in Euro]
Auch diese 14 Bewilligungen wurden bereits im Vorjahr beantragt, so dass auch bei den
angeforderten Mitteln die Sozialraumkoordination nicht auftaucht.
Es wird also deutlich, dass die Stadt Köln über sehr unterschiedliche Förderprogramme mit
verschiedenen Verfahren, Zeiträumen und auch Fördergeldern pro Projekt verfügt und die
Vergleichbarkeit der einzelnen Förderprogramme nicht direkt gegeben ist, bzw. es einer
detaillierten Betrachtung der unterschiedlichen Faktoren bedarf.
Neben den eingegangenen Anträgen und den Bewilligungen sind auch die ausgezahlten
Fördermittel eine wichtige Kenngröße. Auch hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen
den einzelnen Förderprogrammen. Bei einigen Programmen gibt es nur einen Mittelabruf,
bei anderen können mehrfach Mittel abgerufen werden. In einigen Programmen wird der
Mittelabruf unmittelbar nach der Bewilligung, also zu Beginn des Projektes ausgezahlt, bei
anderen erst nach Beendigung des Projektes und nach der Prüfung des
Verwendungsnachweises. Diese Unterschiede haben wieder eine direkte Auswirkung auf
die Haushaltsjahre, so dass Bewilligungen und Auszahlungen auch nicht immer in
Korrelation zueinander stehen. Dies wird deutlich bei der Betrachtung der Anzahl der
ausgezahlten Mittelabrufe ( Abbildung 11 ). Während bei den beiden obersten
Förderprogrammen („Gebäudesanierung und erneuerbare Energien“ und „Lastenfahrräder
2022“) die Anzahl der Mittelabrufe mit der Anzahl der Bewilligungen übereinstimmt, da es
nur einen Mittelabruf pro Bewilligung gibt, gibt es bei den beiden folgenden Programmen
aus der Kultur mehr Mittelabrufe als Bewilligungen. Hier sind entsprechend mehrere
Mittelabrufe pro Bewilligung möglich. Bei „Grün hoch 3“ wurden weniger Mittelabrufe
ausgezahlt als Bewilligungen ausgesprochen wurden. Hier wird die Auszahlung erst nach
Abschluss der Maßnahme und Prüfung des Verwendungsnachweises vorgenommen, so
dass die Zahlen hier variieren.
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Abbildung 11: Anzahl freigegebener Mittelabrufe über SAP Grantor im Haushaltsjahr 2023 (Top 10)
Der Blick auf die tatsächlich ausgezahlten Mittel in 2023 ( Abbildung 12 ) zeigt, dass es
weder eine Korrelation zwischen beantragten und ausgezahlten Mitteln noch zwischen der
Anzahl der Mittelabrufe und den ausgezahlten Mitteln gibt. Die „Sozialraumkoordination“
zum Beispiel hat mit gut 1,4 Mio. Euro vergleichsweise viele Mittel ausgezahlt, obwohl nur
14 Mittelabrufe eingegangen sind und sie daher in der Anzahl der Mittelabrufe nicht in der
Top 10 erscheint. In diesem Förderprogramm werden mit einem Mittelabruf hohe Summen
angefordert, da das Förderprogramm entsprechend aufgesetzt wurde. Bei der Förderung
der Lastenfahrräder dagegen gab es mit 141 ausgezahlten Mittelabrufen vergleichsweise
viele Mittelanforderungen, mit nur circa 277.000 Euro insgesamt ausgezahlter Mittel
wurden hier pro Mittelabruf nur sehr geringe Beträge ausgezahlt.
Abbildung 12: Ausgezahlte Mittel über SAP Grantor im Haushaltsjahr 2023 (Top 10) [in Euro]
Die Auswertung der Förderprogramme im Jahr 2023 zeigt auf, dass es bei der Stadt Köln
sehr unterschiedliche Förderprogramme mit verschiedenen Förderbedingungen und
Regularien gibt. Dies beginnt bei der Auswahl der zu fördernden Projekte, geht über die
Zeiträume der Förderung und die Zeitpunkte und Anzahl der Mittelabrufe bis hin zu sehr
unterschiedlichen Förderzielen und damit zusammenhängend auch unterschiedlichen
Förderbeträgen. Da sich die Förderprogramme der Stadt Köln stark unterscheiden, ist eine
14
pauschale Aussage nicht möglich. Eine Bewertung erfordert stets eine individuelle und
vergleichende Betrachtung.
1.5 Ausblick
Durch das Berichtswesen in der SAC wurde deutlich, dass die vorhandenen Felder in den
Dienststellen unterschiedlich genutzt werden. Daher ist eine übergreifende Auswertung in
einzelnen Punkten aktuell nicht zielführend. Dies betrifft beispielsweise die Gesamtkosten
der Projekte, die durch die Förderung realisiert werden konnten. Aktuell wird dieses Feld
nur im Rahmen der Antragstellung von den Bürger*innen und Organisationen befüllt. Zu
diesem Zeitpunkt stehen die tatsächlichen Kosten für das Projekt jedoch noch nicht fest.
Nach der Prüfung des Verwendungsweises gibt es zwar ein Feld „Gesamtkosten“, welches
gepflegt werden kann, dennoch zeigt sich, dass dies nicht einheitlich verwendet wird.
Langfristig könnten aber diese und weitere Kennzahlen durch zusätzliche Pflichtfelder oder
eine Handlungsanweisung für die Arbeit mit SAP Grantor, in der klare Vorgaben für die
Pflege des Systems vorgegeben werden, auch stadtweit auswertbar gemacht werden. Nur
bei einer stadtweit einheitlichen Nutzung der Felder können die Vorteile eines
dezernatsübergreifenden Berichtswesens vollumfänglich genutzt werden.
Gerade durch mehrjährige Förderungen und die Einteilung in die jeweiligen Haushaltsjahre
kommt es im Bericht immer wieder zu Auffälligkeiten, die auf die Datenauswahl
zurückzuführen sind. Dies könnte langfristig durch ergänzende Auswertungen verdeutlicht
und durch Nachfragen bei den jeweiligen Dienststellen aufgearbeitet werden.
Ein wesentlicher Teil, welcher langfristig durch die SAC realisiert werden soll, ist zudem die
Überprüfung von eventuellen Doppelförderungen. Gemäß der allgemeinen Förderrichtlinie
der Stadt Köln dürfen mehrere Dienststellen der Stadt Köln die gleiche Maßnahme fördern,
sofern die Zuwendungen die Kosten der Maßnahme insgesamt nicht übersteigen. Eine
Möglichkeit, dies stadtweit zu prüfen, gibt es bislang noch nicht. Gerade vor der derzeitigen
Haushaltslage, aber auch zur Einhaltung des Grundsatzes der Sparsamkeit, ist dies
unbedingt notwendig.
Um ein vollständiges Bild über die Förderungen der Stadt Köln zu erhalten, müssen
langfristig alle Förderprogramme an SAP Grantor angebunden werden. Dies bietet neben
den umfangreichen Auswertungsmöglichkeiten den Vorteil, dass sich interessierte
Bürger*innen über sämtliche Förderungen im Förderwegweiser informieren können und
passende Förderungen in einem einheitlichen Verfahren online beantragen können.
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2 Fördermittelakquise
Fördermittel im Sinne dieses Berichtes sind finanzielle Zuwendungen, in der Form von nicht
rückzahlbaren Zuschüssen, die von dem Land NRW, dem Bund, der EU oder Stiftungen
aufgrund eines Zuwendungsbescheides gewährt werden.
Fördermittel sind finanzielle Unterstützungen, die von staatlichen Stellen, öffentlichen
Institutionen, privaten Organisationen oder anderen Einrichtungen zur Verfügung gestellt
werden, um Projekte oder Maßnahmen ganz oder teilweise zu finanzieren. Diese finanzielle
Hilfe kann in verschiedenen Formen bereitgestellt werden, darunter Zuschüsse, Darlehen,
Bürgschaften oder Sachleistungen.
Fördermittel im engeren Sinne beziehen sich auf finanzielle Mittel, die gezielt für bestimmte
Zwecke und Projekte bereitgestellt werden. Diese Mittel werden oft nach einem definierten
Antragsverfahren und unter Berücksichtigung bestimmter Kriterien wie Projektzielen,
Zielgruppen und Finanzierungsbedingungen vergeben.
Fördermittel „im weiteren Sinne“ sind nicht unmittelbar von der Stadt Köln steuerbar. Das
bedeutet, dass die Entscheidung, ob Mittel beantragt werden, nicht von der Stadt Köln
beeinflusst werden kann. Beispielsweise werden der Stadt Köln vom Bund Mittel aus dem
Kommunalinvestitionsfördergesetz bereitgestellt. Die Mittel werden anhand eines
Verteilungsschlüssels auf die Kommunen aufgeteilt. Eine Bewerbung um diese Mittel ist
nicht notwendig, das Förderziel ist allerdings festgelegt.
Im Rahmen dieses Berichtes werden sowohl Fördermittel im engeren, als auch im weiteren
Sinne betrachtet.
Die Erhebung der Fördermitteldaten für das Jahr 2023 wurde in Zusammenarbeit mit den
Dienststellen der Stadt Köln durchgeführt. Dabei lag der Fokus auf einer pragmatischen
Erfassung der wesentlichen Informationen, um mit relativ geringem Aufwand bei den
Dienststellen aussagekräftige Erkenntnisse zu gewinnen. Diese Daten bieten dennoch eine
solide Grundlage, um strategische Handlungsfelder zu identifizieren und die
Fördermittelakquise gezielt weiterzuentwickeln.
Es ist zu beachten, dass die erhobenen Daten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder
Gewähr erheben. Eine umfassendere und präzisere Erhebung wäre mit einer einheitlichen,
standardisierten Softwarelösung möglich, die von allen Dienststellen genutzt wird und eine
nahtlose Verknüpfung mit dem Finanzsystem beinhaltet. Da diese Lösung derzeit weder
verfügbar noch flächendeckend implementiert ist, erscheint es aus
ressourcenökonomischen Gründen sinnvoll, den Detailgrad der Berichterstattung auf das
notwendige Maß zu beschränken. Die so eingesparten Kapazitäten können stattdessen
gezielt für die Identifizierung neuer Fördermöglichkeiten, den Aufbau von Kompetenzen und
die Antragsvorbereitungen genutzt werden. Diese Ausrichtung erhöht die Chancen auf eine
nachhaltige Entlastung des städtischen Haushalts durch externe Finanzierung und
unterstützt zugleich die langfristige Entwicklung einer effektiven und tragfähigen
Fördermittelstrategie für die Stadt Köln.
Herausforderungen Berichterstattung
Die Verwaltung von Fördermitteln ist in vielen Bereichen nicht selbsterklärend und erfordert
eine differenzierte Betrachtung. Selbst eine scheinbare einfache Frage wie „In welcher
Höhe hat die Stadt Köln im Jahr 2023 Fördermittel erhalten?“ lässt sich nicht ohne Weiteres
eindeutig beantworten. Dies liegt daran, dass aufgrund eines Haushaltsvorbehaltes, aus
einem Zuwendungsbescheid nicht immer klar hervorgeht, welche finanziellen Mittel
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tatsächlich in einem bestimmten Jahr fließen werden. Fördermittelprojekte haben häufig
mehrjährige Laufzeiten, bei denen Zahlungen in spätere Haushaltsjahre fallen können.
Darüber hinaus können die finalen Beträge durch Verwendungsnachweise am Ende eines
Projekts angepasst werden. Es kommt vor, dass Beträge ganz oder teilweise zurückgezahlt
werden müssen oder nachträglich zusätzliche Zahlungen erforderlich sind.
Diese Aspekte verdeutlichen die besonderen Herausforderungen bei der Verwaltung und
Berichterstattung von Fördermitteln. Im Folgenden wird der Prozess der
Fördermittelverwaltung daher grundlegend erläutert, um erklärungsbedürftige Vorgänge
besser einzuordnen und die ermittelten Zahlen nachvollziehbar darzustellen.
Im Rahmen dieser Auswertung standen drei zentrale Aspekte im Fokus:
1. Herkunft der Fördermittel und Schwerpunkte der Akquise
Es wurde untersucht, welche Fördermittelgebende im Jahr 2023 überwiegend in
Anspruch genommen wurden. Diese Erkenntnisse ermöglichen eine gezielte
Ausrichtung der zukünftigen Aktivitäten, da Erfahrungen in der bisherigen
städtischen Akquise bei den Fördermittelgebenden identifiziert wird.
2. Beitrag der Fördermittel zur Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“
Ein Schwerpunkt der Analyse lag darauf, welche Fördermittel dazu beigetragen
haben, die Leitsätze der Stadtstrategie zu unterstützen. Die Ergebnisse bieten eine
gute Orientierung hinsichtlich der Vereinbarung von Förderung und der
gesamtstädtischen Strategie.
3. Bündelung von Kompetenz und Identifikation von Entwicklungspotenzialen
Die Auswertung gibt Aufschluss darüber, in welchen Bereichen der Stadtverwaltung
bereits Erfahrung und Kompetenz in der Fördermittelakquise besteht. Gleichzeitig
zeigen die Ergebnisse, wo noch Entwicklungspotenziale vorhanden sind, um bisher
unerschlossene Fördermöglichkeiten zu nutzen oder die Effektivität in der Akquise
zu steigern. Diese Entwicklungspotenziale sind in hohem Maße abhängig von den
aktuell verfügbaren Förderprogrammen sowie dem fachlichen Aufgabenbereich der
jeweiligen Dienststellen. Daher ist es wichtig, die Akquisestrategien regelmäßig zu
überprüfen und an neue Programme anzupassen, um die Potenziale bestmöglich
auszuschöpfen.
2.1 Grundlagen Fördermittelverwaltung
Die Fördermittelverwaltung umfasst den gesamten Prozess von der Antragstellung bis zur
finalen Abwicklung eines Projekts. Zu Beginn wird ein Förderantrag eingereicht, der die
Projektziele, geplanten Maßnahmen und die voraussichtlichen Ausgaben detailliert
beschreibt. Nach Prüfung durch die Fördermittelgebenden erfolgt der Zuwendungs-
beziehungsweise Bewilligungsbescheid, der die Förderung offiziell bestätigt und die
Rahmenbedingungen sowie Auflagen definiert. Die Mittel werden entweder einmalig oder in
unterschiedlichen Zeitabständen angefordert, woraufhin entsprechende Zahlungen
erfolgen. Nach Abschluss des Projekts ist ein Verwendungsnachweis zu erstellen und
einzureichen, der eine Übersicht über alle erhaltenen Zahlungen und deren
zweckgebundene Verwendung enthält und somit die Abrechnung abschließt.
17
Antragsphase
● Erstellung und Einreichung des Förderantrags
● Beschreibung der Projektziele, Maßnahmen und
voraussichtlichen Ausgaben
● Prüfung und Bewilligung durch die
Fördermittelgebenden (Zuwendungsbescheid)
Durchführungsphase
● Umsetzung des Projekts gemäß den Vorgaben
● Anforderung der Mittel (einmalig oder in Teilzahlungen)
● Nachweis der sachgerechten Mittelverwendung
während des Projektverlaufs
Abschlussphase
● Erstellung und Einreichung des
Verwendungsnachweises
● Dokumentation aller Zahlungen und deren
zweckgebundene Verwendung
● Abschluss des Projekts und finaler
Abrechnungsprozess
2.2 Definition Berichtszeitraum 2023
Die Grundlage für diesen Fördermittelbericht bildet eine Auswertung der Projekte und
Maßnahmen, die im Jahr 2023 begonnen wurden. Tatsächliche Zahlungseingänge liegen
nicht vor, da deren Ermittlung mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand verbunden
sind. Aus diesem Grund konzentriert sich die Analyse auf den Start der Projekte oder der
Maßnahmen. Hierbei wird die Höhe der Gesamtförderung herangezogen, auch wenn diese
Mittel womöglich nicht vollständig im Jahr 2023 ausgezahlt wurden.
Diese Fokussierung erlaubt es, eine klare und strukturierte Betrachtung der
Förderaktivitäten im Berichtszeitraum vorzunehmen und gleichzeitig eine fundierte
Grundlage für die strategische Weiterentwicklung der Fördermittelakquise der Stadt Köln
zu schaffen. Durch die Heranziehung der Gesamtfördersumme können wichtige Einblicke in
die finanzielle Dimension der im Jahr 2023 gestarteten Projekte und Maßnahmen
gewonnen werden, unabhängig von deren mehrjährigem Charakter oder zeitlichen
Zahlungsströmen.
2.3 Analyse Förderungen 2023
Im Berichtszeitraum 2023 wurden insgesamt 93 Projekte und Maßnahmen begonnen, die
entweder vollständig oder anteilig durch Fördermittel finanziert wurden. Davon wurden 38
vollständig oder durch einen angemessenen Pauschalbetrag finanziert , während 55 mit
einem Eigenanteil der Stadt Köln realisiert wurden . Ob eine vollständige Finanzierung, eine
Deckung durch Pauschalbeträge oder eine anteilige Finanzierung erfolgt, hängt maßgeblich
vom jeweiligen Förderprogramm ab und kann in der Regel vom Zuwendungsempfänger
nicht beeinflusst werden.
Zuwendungsbescheid
Mittelabruf
Verwendungsnachweis
18
Die Gesamtausgaben der im Jahr 2023
begonnenen Projekte und Maßnahmen
belaufen sich auf circa 261 Millionen Euro .
Davon wurden 148 Millionen Euro durch
Fördermittel und 113 Millionen Euro durch
Eigenmittel der Stadt Köln finanziert
(Abbildung 13). Diese Aufteilung verdeutlicht
den erheblich erweiterten
Handlungsspielraum, den die externe
Finanzierung durch Fördermittel der Stadt
ermöglicht. Ohne diese externen Mittel hätten
viele Maßnahmen nicht realisiert werden
können oder in ihrem Umfang stark
eingeschränkt werden müssen.
Die Hebelwirkung der Fördermittel zeigt sich
besonders deutlich in der Relation zwischen
Eigenmitteln und externen Mitteln:
Für jeden Euro Eigenmittel wurden im
Rahmen einer Förderung durchschnittlich 1,31
Euro an Fördermitteln eingeworben .
2.3.1 Anteil Fördermittelgebende
Die Fördermittel für die im Jahr 2023 begonnenen Projekte und Maßnahmen stammen aus
einer Vielzahl von Quellen, wobei die größte Unterstützung durch das Land Nordrhein-
Westfalen (NRW) bereitgestellt wurde. Die Verteilung der Fördermittel ist in Abbildung 14
dargestellt.
Die dominierende Rolle von NRW bei der Finanzierung verdeutlicht den starken Fokus des
Landes auf die Kommunen und die finanzielle Bedeutung für die Stadt Köln. Auffällig ist,
dass Bundesmittel sowie kombinierte EU- und Bundesmittel einen geringeren Anteil
ausmachen. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass hier noch Potenzial besteht,
Förderprogramme auf diesen Ebenen stärker zu nutzen, oder, dass die vorhandenen
Förderprogramme nicht attraktiv oder umsetzbar waren. Die Beantragung von reinen EU-
Mitteln ist für Kommunen häufig mit einem extrem hohen administrativen Aufwand
verbunden. Förderprogramme, die EU-Mittel mit Beiträgen von Bund und Ländern
kombinieren, bieten den Kommunen eine niedrigschwellige Möglichkeit, von europäischen
Fördergeldern zu profitieren. Diese Programme machen es einfacher, EU-Förderungen
abzuschöpfen, da die komplexen administrativen Anforderungen durch die Beteiligung
nationaler oder regionaler Strukturen abgemildert werden.
Der Beitrag des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) verdeutlicht schließlich die
Bedeutung spezialisierter regionaler Institutionen, die durch gezielte Förderprogramme
spezifische Projekte und Maßnahmen unterstützen.
Abbildung 13: Aufteilung der Gesamtausgaben in Fördermittel und
Eigenmittel [in Euro]
19
Abbildung 14: Höhe Gesamtförderung durch Fördergebende für im Jahr 2023 gestartete Projekte/Mahnahmen
[in Euro]
Insgesamt spiegelt die Verteilung der Mittel die Vielschichtigkeit der Förderlandschaft
wider. Sie bietet Anhaltspunkte dafür, wo die Stadt Köln ihre Fördermittelakquise
verstärken und noch ungenutzte Potenziale erschließen kann, um die Finanzierung
strategisch wichtiger Projekte weiter zu optimieren. Es kann jedoch auch ein Indiz für
bundes- und landespolitische Schwerpunktsetzungen sein. Grundsätzlich sind diese
Annahmen jedoch mit äußerster Vorsicht zu betrachten, da auch interne oder kommunale
Gegebenheiten, wie beispielsweise die personelle Ausstattung, fachliche Prioritäten oder
strategische Zielsetzungen, einen erheblichen Einfluss auf die Fördermittelnutzung haben
können.
2.3.2 Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“
Die Kölner Perspektiven 2030+ bilden die zentrale Grundlage für die nachhaltige
Entwicklung der Stadt Köln und umfassen fünf Leitsätze, die durch konkrete Ziele und
Maßnahmen unterlegt sind. Diese Leitsätze dienen als strategische Orientierung, um die
Lebensqualität in Köln zu sichern und zukunftsfähig zu gestalten.
Im Berichtszeitraum 2023 wurde ein Großteil der akquirierten Fördermittel auf Projekte und
Maßnahmen verwendet, welche die Leitsätze 3 (Köln sorgt für Bildung und
Chancengerechtigkeit und Teilhabe.) und 4 (Köln stärkt seine Rolle als vielfältig vernetzte
Metropole.) unterstützen (Abbildung 15).
20
Abbildung 15: Verteilung der Fördermittel [in Euro] auf die Leitsätze der Stadtstrategie Kölner Perspektiven
2030+
Die geförderten Projekte und Maßnahmen orientierten sich mit wenigen Ausnahmen an den
Leitsätzen der Stadtstrategie. Dies zeigt, dass Fördermittel dazu beitragen die
strategischen Ziele der Stadt Köln zu unterstützen und die Entwicklung der Stadt
entsprechend zu gestalten.
2.3.3 Dezernate
Die Analyse der im Jahr 2023 begonnenen Projekte und Maßnahmen zeigt eine deutliche
Konzentration der akquirierten Fördermittel auf zwei Dezernate (Abbildung 16). Besonders
hervorzuheben sind hierbei das Dezernat Bildung, Jugend und Sport (Dezernat IV) und das
Dezernat Mobilität (Dezernat III), die gemeinsam den Großteil der akquirierten Fördermittel
auf sich vereinen.
Die Höhe der Fördermittel bei Dezernat III ergibt sich aus wenigen Förderungen mit jedoch
einem Vergleichsweise hohem Gesamtfördervolumen in den Bereichen Straßen, Radwege,
Brücken Tunnel, Stadtbahnbau und Verkehrsmanagement. Bei Dezernat IV ist die Anzahl
der Förderungen um ein vielfaches höher und zudem auch die akquirierte Fördersumme.
Hier sind unter anderem die Bereiche Schulentwicklung, Weiterbildung, Familienberatung,
Kinderinteressen, Jugendförderung involviert. An dieser Stelle ist anzumerken, dass in
Dezernat IV auch viele Zuwendungsmittel im weiteren Sinne akquiriert wurden, die nicht
direkt von der Stadt Köln beeinflusst werden können. Zu nennen sind hier beispielsweise
der Digitalpakt NRW, bzw. das vorangegangene Förderprogramm Digitalpakt Schule 2019-
2024 oder Landeszuweisungen zur Durchführung außerunterrichtlicher Angebote offener
Ganztagsschulen im Primarbereich.
21
Abbildung 16: Aufteilung der Fördermittel auf die einzelnen Dezernate [in Euro]
Die Anzahl der Förderungen ist aus der folgenden Abbildung (Abbildung 17) zu erkennen,
zudem wurden diese den Fördergebenden zugeordnet.
Abbildung 17: Anzahl der in 2023 gestarteten Projekte/Maßnahmen der Dezernate unter Berücksichtigung der
Fördergebenden
Es wird deutlich, welche Dezernate in welchem Umfang Fördermittelgebende in Anspruch
nehmen. Dabei ist zu beachten, dass die Anzahl der Projekte (Abbildung 17) und
Maßnahmen nicht zwangsläufig mit einem hohen Förderbetrag korreliert (Abbildung 16).
Dies wird besonders deutlich bei Dezernat III, das – trotz einer im Vergleich zu Dezernat IV
geringeren Anzahl an Projekten – einen großen Anteil der insgesamt akquirierten
Fördermittel der Stadt erhalten hat.
Darüber hinaus sticht das Land NRW als dominierender Fördermittelgeber hervor, sowohl in
Bezug auf die Höhe der Fördermittel als auch auf die Anzahl der geförderten Projekte und
22
Maßnahmen. Gleichzeitig wird ersichtlich, welche Dezernate welche Fördermittelgebenden
in Anspruch genommen haben und damit in diesen Bereichen über Expertise und Know-
how verfügen.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass je nach Fördermittelgebenden unterschiedliche
Anforderungen bestehen. Diese Erkenntnis ist wertvoll für die Entwicklung einer gezielten
Fördermittelakquise-Strategie, um Synergieeffekte zwischen Dezernaten zu nutzen oder
auch gezielt Kompetenzen in spezifischen Bereichen aufzubauen.
2.3.4 Dienststellen
Das folgende Diagramm (Abbildung 18) veranschaulicht das Verhältnis von Eigen- und
Fördermittelanteil auf der Dienststellenebene.
Strategische Planung und Nutzung von Fördermitteln
Das Diagramm zeigt, dass nur wenige Dienststellen Förderungen akquiriert haben, die ohne
den Einsatz von Eigenmitteln auskommen. Die überwiegende Mehrheit der
Förderprogramme setzt eine Mitfinanzierung durch Eigenmittel voraus. Die Dienststellen,
also die Fördermittelempfangenden, haben in der Regel keinen oder nur einen sehr
begrenzten Einfluss auf das Verhältnis zwischen Eigenanteil und Förderung, da diese
Bedingung von den Fördermittelgebenden vorgegeben wird. Dies verdeutlicht, dass eine
Erhöhung des Fördermittelanteils grundsätzlich nur durch die Möglichkeit zur Bereitstellung
ausreichender Eigenmittel erreicht werden kann.
Die strategische Planung der Fördermittelakquise muss daher nicht nur die finanziellen
Ressourcen der Stadt berücksichtigen, sondern auch den Mehrwert und die Hebelwirkung,
die sich aus dem gezielten Einsatz von Eigenmitteln in Kombination mit Fördermitteln
ergeben können. Fördermittel sollten nicht allein deshalb beantragt werden, weil sie
verfügbar sind. Stattdessen ist es wesentlich effektiver, Fördermittel gezielt in die Planung
bereits bestehender oder anstehender Projekte und Maßnahmen zu integrieren, um so
deren Finanzierung zu erleichtern und die Belastung des städtischen Haushalts zu
reduzieren.
Darüber hinaus können Fördermittel als Multiplikator wirken, indem sie dazu beitragen,
vorhandene Ressourcen effizienter einzusetzen und Projekte mit größerem Wirkungskreis
oder höherem Nutzen umzusetzen. Um diese Potenziale voll auszuschöpfen, sollte die
Prüfung von Fördermöglichkeiten ein fester und obligatorischer Bestandteil der Planung
und Umsetzung jeder Maßnahme sein. Eine solche systematische Vorgehensweise stellt
sicher, dass keine Fördermöglichkeiten ungenutzt bleiben und die städtischen Ressourcen
optimal ergänzt werden.
23
Abbildung 18: Logarithmiertes Verhältnis akquirierte Fördermittel und Eigenmittel der Dienststellen für
Projekte/Maßnahmen die im Jahr 2023 gestartet sind [in Euro]
24
Expertise und Potenziale in den Dienststellen
Die im Diagramm dargestellte Höhe der Fördermittel kann im Vergleich zu anderen
Dienststellen als Indikator für deren Erfahrungen mit Förderprogrammen und
Fördermittelgebern dienen. Höhere Fördersummen erfordern in der Regel mehr Aufwand
bei der Beantragung und Verwaltung, was auf eine größere Expertise hindeuten kann. Diese
Expertise ist ein zentraler Faktor für eine effektive Fördermittelakquise und kann gezielt
genutzt werden, um Synergien zwischen den Dienststellen zu schaffen. Dienststellen mit
etabliertem Know-how könnten ihr Wissen und ihre Erfahrungen an andere Bereiche
weitergeben, die bislang wenig oder keine Berührungspunkte mit spezifischen
Förderprogrammen oder -gebenden hatten.
Die durchgeführte Abfrage ermöglicht es, genau die Personen zu identifizieren, die
innerhalb der Stadtverwaltung über diese Expertise verfügen. Dies bildet die Grundlage, um
ein gezieltes Wissensmanagement zu etablieren und einen strukturierten Austausch
zwischen den Dienststellen zu fördern.
Durch diese Zusammenarbeit können die Effizienz und Wirkung der Fördermittelakquise
stadtweit nachhaltig gesteigert werden. Die Weitergabe von Best Practices und die
Unterstützung bei Fördermittelanträgen tragen dazu bei, ungenutzte Förderpotenziale zu
erschließen und die Finanzierung strategisch wichtiger Projekte noch breiter abzusichern.
Ein solches Vorgehen stärkt langfristig die Fördermittelstrategie der Stadt Köln und erhöht
die Reichweite und Wirksamkeit der geförderten Maßnahmen.
2.4 Fazit
Die Auswertung der Fördermittelaktivitäten der Stadt Köln im Jahr 2023 liefert wertvolle
Erkenntnisse, die sowohl die bisherigen Erfolge als auch künftige Potenziale beleuchten. Im
Fokus standen drei zentrale Fragestellungen, die den Grundstein für eine strategische
Weiterentwicklung der Fördermittelakquise und -nutzung legen.
Herkunft der Fördermittel und Schwerpunkte der Akquise
Die Analyse der Herkunft der Fördermittel zeigt, dass der Großteil der Mittel aus
Landesförderungen stammt, gefolgt von kombinierten EU- und Landesmitteln sowie
Bundesförderungen. Diese Verteilung unterstreicht die Bedeutung der Landesförderung als
wesentliche Finanzierungsquelle für die Projekte der Stadt Köln. Gleichzeitig bietet sie
Ansatzpunkte, um bisher weniger genutzte Programme auf Bundes- und EU-Ebene stärker
in den Fokus zu nehmen. Eine gezielte Diversifizierung der Fördermittelquellen könnte den
Handlungsspielraum der Stadt in Zukunft erheblich erweitern.
Beitrag der Fördermittel zur Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“
Die Ergebnisse zeigen, dass die akquirierten Fördermittel besonders stark zur
Verwirklichung der Leitsätze 3 (Bildung, Chancengerechtigkeit und Teilhabe) und 4
(vielfältig vernetzte Metropole) der Stadtstrategie beigetragen haben. Diese
Schwerpunktsetzung spiegelt sowohl die Förderprioritäten der Mittelgebenden als auch die
inhaltlichen Stärken der Stadt Köln wider. Gleichzeitig weisen die Ergebnisse darauf hin,
dass Fördermittel zukünftig noch gezielter eingesetzt werden können, um auch andere
strategische Ziele der Stadt stärker zu unterstützen, etwa im Bereich klimagerechtes
Wachstum oder lebenswerte Quartiere.
25
Bündelung von Kompetenz und Identifikation von Entwicklungspotenzialen
Die Auswertung gibt Hinweise darauf, dass einige Dienststellen über Expertise in der
Fördermittelakquise verfügen und erfolgreich Fördermittel für ihre Projekte einsetzen.
Diese Kompetenzen stellen eine wertvolle Ressource dar, die durch gezielte Synergien
genutzt werden sollte. Ein strukturierter Wissensaustausch zwischen den Dienststellen,
insbesondere durch die Weitergabe von Erfahrungen und Best Practices, könnte
ungenutzte Potenziale in anderen Bereichen aktivieren. Die durchgeführte Abfrage hat
zudem gezeigt, dass Entwicklungspotenziale in hohem Maße von den verfügbaren
Förderprogrammen und den spezifischen Aufgabenbereichen der Dienststellen abhängen.
Eine regelmäßige Anpassung der Dienststellen an neue Fördermöglichkeiten bleibt daher
unerlässlich, da die Förderlandschaft sich ständig verändert und es notwendig ist,
standardmäßig nach neuen oder zusätzlichen Finanzierungsquellen zu suchen, wenn
bestehende Förderungen auslaufen.
2.5 Ausblick und weitere Vorgehensweise
Die Ergebnisse der Auswertung legen den Grundstein für eine gezielte Weiterentwicklung
der Fördermittelaktivitäten der Stadt Köln. Die Erkenntnisse zu den bisherigen Erfolgen,
Kompetenzfeldern und genutzten Potenzialen zeigen, dass eine stärkere Vernetzung und
ein gezielter Kompetenzaufbau in den Dienststellen wesentliche Hebel für eine noch
effektivere Nutzung von Fördermitteln darstellen. Die Prüfung von Fördermöglichkeiten
sollte ein fester Bestandteil jeder Projektplanung werden, um die externen
Finanzierungspotenziale optimal auszuschöpfen und die Belastung des städtischen
Haushalts weiter zu reduzieren. Hierzu verfolgt die Stabsstelle 01/03 die folgenden
Ansätze.
Schulungen zur Fördermittelsuche und Antragstellung
Die Stabsstelle 01/03 wird im Jahr 2025 gezielte Schulungen im Bereich Fördermittelsuche
und Antragstellung anbieten, um Mitarbeitende effektiv bei der Akquise von Fördermitteln
zu unterstützen. Ziel der Schulungen ist es, sowohl die Suche nach geeigneten
Förderprogrammen zu erleichtern als auch die Qualität von Anträgen und Projektskizzen zu
verbessern.
Im Rahmen der Schulungen werden zwei wesentliche Themen behandelt:
• Fördermittelsuche: Es werden gängige Datenbanken und Plattformen vorgestellt,
die aktuelle Förderprogramme enthalten. Teilnehmende lernen, wie sie diese
Ressourcen effizient nutzen können, um zielgerichtet passende
Fördermöglichkeiten zu identifizieren
• Antragstellung: Die Schulungen vermitteln praktische Tipps und Tricks zur
Antragsvorbereitung, mit besonderem Fokus auf die effiziente Erstellung und die
Anforderungen der Fördermittelgebenden in Bezug auf entsprechende Anträge und
Projektskizzen
Dieses Angebot der Stabsstelle 01/03 soll dazu beitragen, die Fördermittelakquise zu
optimieren und die Erfolgschancen bei der Einwerbung von Förderungen nachhaltig zu
steigern.
26
Optimierung der Fördermittelverwaltung durch cProject
Angesichts fehlender spezialisierter Software zur Fördermittelverwaltung und begrenzter
finanzieller Ressourcen bietet es sich an, ein vorhanden es Systeme zu nutzen. Um eine
zukunftsfähige und transparente Fördermittelverwaltung zu gewährleisten, setzt die
Stabsstelle 01/03 auf cProject (Projektmanagement-Tool). Ziel ist es damit standardisierte
Prozesse im Bereich der Fördermittelverwaltung bei den Dienststellen zu etablieren, die
Mitarbeitende zu entlasten und die Qualität der Fördermittelbearbeitung zu erhöhen.
Eine speziell entwickelte Vorlage für cProject soll den gesamten Förderprozess abbilden,
von der Antragstellung bis zur Verwendungsnachweisprüfung. Wichtige Fristen und
Zuständigkeiten werden im Tool hinterlegt, während hilfreiche Hinweise die Bearbeitung
erleichtern. Die Vorteile, die sich dadurch ergeben, sind:
• Transparenz: Alle Prozessschritte sind nachvollziehbar dokumentiert
• Fristensicherheit: Automatische Erinnerungen vermeiden Versäumnisse
• Prozessoptimierung: Übersichtliche Workflows verbessern die Zusammenarbeit
Durch die Kombination von strukturiertem Dokumentenmanagement und klar definierten
Workflows wird die Fördermittelverwaltung effizienter.
Förderchancen sichtbarer machen
Ein weiterer Schwerpunkt wird daraufgelegt, die Chancen durch Fördermittel deutlicher
hervorzuheben und die Dienststellen der Stadt Köln aktiv dabei zu unterstützen, ihren
Handlungsspielraum zu erweitern. Die Stabsstelle 01/03 wird das Potential weiter auf
verschiedenen Kanälen regelmäßig präsent machen und ihre bisherigen Angebote durch
gezielte Initiativrecherchen ergänzen. Dienststellen werden zukünftig verstärkt proaktiv auf
Förderprogramme hingewiesen und bei Bedarf aktiv unterstützt.
Fördermittel FORUM
Zusätzlich wird ein Fördermittel Forum als neues Austauschformat eingeführt. Dieses
Forum soll Mitarbeitenden der Stadt Köln mit Erfahrung in der Fördermittelakquise sowie
interessierten Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit bieten, sich regelmäßig über
Strategien, Best Practices und aktuelle Förderprogramme auszutauschen. Zudem sollen
stadtweite Themen wie zum Beispiel das Erfordernis eines Kofinanzierungstopfes und
deren Ausgestaltung oder die Notwendigkeit und Nutzen externer
Fördermittelberatungsleistungen diskutiert werden.
Fördernewsletter
Darüber hinaus wird die Stabsstelle 01/03 weiterhin monatlich einen Newsletter mit
relevanten Informationen und Förderprogrammen veröffentlichen. Ziel ist es, die Anzahl der
Adressaten dieses Newsletters weiter zu erhöhen, um die Reichweite und Wirksamkeit
dieses Informationsangebots zu maximieren.
Durch den regelmäßigen Hinweis auf Chancen, den Ausbau der Unterstützungsangebote,
die Optimierung der Fördermittelverwaltung und die Schaffung von Austauschformaten
wird die Stadt Köln mittelfristig ihre Ressourcen für die Fördermittelakquise effizienter
nutzen und die Innovationskraft und Wirksamkeit ihrer Dienststellen stärken.
27
3 Kontaktinformationen
Als erste Ansprechpartnerin für Rückfragen zum Förd ermittelbericht dient die Stabsstelle
Fördermittelmanagement (01/03).
Kontakt:
Stadt Köln - Die Oberbürgermeisterin
Amt der Oberbürgermeisterin
Stabsstelle Fördermittelmanagement
Brückenstraße 5-11
50667 Köln
Stabsstelle Fördermittelmanagement: foerdermittelvergabe@stadt-koeln.de
foerdermittelakquise@stadt-koeln.de
Dr.-Ing. Meike Helmling, meike.helmling@stadt-koeln.de , 25253
Jennifer Koll, jennifer.koll@stadt-koeln.de , 31846
Sebastian Bertrams, sebastian.bertrams@stadt-koeln.de , 28314
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Brückenstraße 5
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- 1440/2025
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 12.06.2025
- Erstellt
- 08.05.2025 14:14