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A-N/0013/2011

Handlungskonzept für Coerde

Antrag an die BV Nord 24.06.2011

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-Nord, Sitzung am 05.07.2011, TOP 6.2

A-N-0013-2011-Handlungskonzept Coerde

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Ansehen

A-N-0013-2011-Anlage-Handlungskonzept Coerde

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Ansehen

A-N-0013-2011-Handlungskonzept Coerde

4658 Zeichen

A-N/0013/2011  
 
 
 
CDU         SPD       Bündnis 90/Die Grünen            FDP              Die Linke 
 
in der Bezirksvertretung Münster-Nord 
 
16. Juni 2011 
 
 
 
Antrag 
 
Die BV möge beschließen:  
 
Die Verwaltung wird gebeten ein Handlungskonzept für Coerde zu erstellen. Dabei ist insbe- 
sondere zu berücksichtigen bzw. zu beachten: 
 
-  Erweitern bzw. modifizieren der bestehenden Angeb ote in Coerde, speziell für junge 
Erwachsene (18 – 25-jährig), im Hinblick auf den aktuellen konkreten Bedarf. 
 
Schaffen und vermitteln von dringend erforderlichen  beruflichen Zukunftsperspekti- 
ven  in Form von Berufsberatung, Hilfen im Übergang Schule und Beruf im Rahmen 
der AIM-Förderung unter Anbindung an eine bereits bestehende Einrichtung.  
 
- Verlagern der Öffnungszeiten in den bestehenden Ei nrichtungen der Jugendhilfe 
nach hinten. 
 
- Ausgestalten der Suchtprävention (Drogen- Alkohol-  und Spielsucht) in Zusammen- 
arbeit mit den bestehenden Einrichtungen und der Jugendhilfe vor Ort. Die Möglich- 
keiten von Sprechstunden/Beratung, z.B . durch den Verein Indro, sollten hier mit ein- 
bezogen werden. 
 
-
 Regelmäßige, ordnungspolitische und polizeiliche K ontrolle der Spielhalle am Ha- 
mannplatz und deren Umfeld. Hier müssen die Polizei und die städtischen Ordnungs- 
kräfte enger zusammenarbeiten und regelmäßig Präsenz zeigen.  
 
 
- Maßnahmen ergreifen, wie eine Pachtverlängerung fü r die Spielhalle an diesem für 
Coerde sensiblen Ort verhindert werden kann. Hier muss die Stadt Münster als Al- 
lein-Gesellschafter auf die WBI als Vermieterin einwirken. 
 
Begründung: 
 
1) Wir verweisen auf das  9. Coerder Stadtteilgespr äch vom 30.03.2011. Ein Auszug 
aus dem  Ergebnisprotokoll ist als Anhang beigefügt.  Ergänzend ist festzustellen, 
dass bereits im Jahr 2004 im Rahmen einer seitens der Jugendhilfe durchgeführten 
Jugendbefragung von den jungen Heranwachsenden ein Bedarf für einen Treffpunkt 
gesehen wurde. Danach kamen allerdings keine weiteren Aktivitäten diesbezüglich 
seitens der Jugendlichen/jungen Erwachsenen. Das Ziel war damals, die an einem 
solchen Treffpunkt Interessierten aktiv in die Planung und Umsetzung eines Treff- 
punkts einzubinden, was wohl scheiterte . Daher ist es notwendig, nicht nur einen 
Treffpunkt  einzurichten, sondern den jungen Erwachsenen in diesem Zusammen- 
hang berufliche Perspektiven in der oben genannten Form zu vermitteln. Da viele Ju- 
gendliche nach Torschluss der Jugendeinrichtungen dann im Umfeld des Hamann- 
platzes „abhängen“ muss eine Anpassung der Öffnungszeiten der Jugendzentren an

den tatsächlichen Bedarf der Jugendlichen/jungen Erwachsenen (das HOT hat nur 
bis 21.00 Uhr geöffnet) erfolgen.  
 
2) Im Umfeld der Spielhalle ist es in letzter Zeit zu massiven Klagen von Besuchern des 
Coerdemarktes und Anwohnern gekommen. Von der Spielhalle und deren Besuchern 
geht eine massive Belästigung aus, die das umgebende Wohnumfeld inkl. des  Kin- 
dergartens durch massive Vermüllung erheblich beeinträchtigen. Vergl. auch das 
Schreiben vom 05.05.2011 an die BV-Nord des Presbyteriums der Ev. Andreas-
Gemeinde.   
Es ist zu beobachten, dass das rückwärtige Fenster der Spielhalle sowie die Tür häu- 
fig geöffnet sind. Der Zugang in die Spielhalle hinein kann so nicht kontrolliert wer- 
den. Außerdem werden hier vor Ort  von  Spielhallenbesuchern und im Umfeld der 
Spielothek Drogen und Alkohol konsumiert. 
 
3) Durch diesen (auch laut Auskunft einiger beim letzten Stadtteilgespräch anwesenden 
jungen Erwachsenen bestätigten)  vermehrten Drogenkonsum in und im Umfeld der 
Spielothek ist ein (auch präventiv wirkendes) Beratungsangebot der Suchthilfe in 
Form aufsuchender Arbeit und im Rahmen einer festen Sprechstunde notwendig. 
Dieses Angebot gibt es derzeit in Coerde nicht und aufgrund der gezielten und bes- 
seren Zugänglichkeit der Betroffenen macht es hier Sinn, ein solches Angebot  in 
Coerde vorzuhalten. Viele Besucher leiden an einer Spielsucht. In diesem Punkt be- 
darf es auch fachkompetenter Unterstützung und Beratung in Form niedrigschwelliger 
Erstkontaktaufnahme bis hin zu suchtpräventiven Veranstaltungen z.B. in der Haupt- 
schule Coerde durch die Suchtberatung  
 
Aus allen diesen Ausführungen lässt sich ein dringender Handlungsbedarf ableiten. 
Uns ist es wichtig, dass die beschriebenen Probleme in Coerde möglichst zeitnah an die 
Verwaltung transportiert werden und durch effektive Maßnahmen unter Beteiligung aller 
Akteure im Stadtteil Abhilfe geschaffen wird. 
  
 
 
Bloch       Frese        Möller          Stuttmann            Siewering  
u. Fraktion     u. Fraktion        u. Fraktion        u. Fraktion

A-N-0013-2011-Anlage-Handlungskonzept Coerde

4270 Zeichen

Anlage zum gemeinsamen Antrag vom 16.6. 2011 für ein Handlungskonzept Coerde  
Auszug aus der Ergebnisniederschrift über das 9. Co erder Stadtteilgespräch am 30.03.2011 im 
Begegnungszentrum Meerwiese  
Top 2  Thema Spielhalle am Hamannplatz 
Herr Griese berichtete, dass er in der vergangenen Woche von jungen Männern auf dem Hamann- 
platz dahingehend angesprochen wurde, dass diese si ch Sorgen darüber machen, dass zum einen 
im Bereich der Spielothek mit Drogen gehandelt und diese auch konsumiert werden und dass sie 
mitbekommen haben, dass in der Spielothek Joints ge fertigt werden, die dann vor der Tür geraucht 
werden. In der Nähe der abgebrannten Hütte wurden g ebrauchte Spritzen etc. gefunden. Ebenso 
wurden schon öfters Jugendliche unter 18 Jahre aus der Spielothek verwiesen. Von Seiten der Polizei 
wurde während einer Razzia mitgeteilt, dass zukünft ig das Rauschgiftdezernat häufiger Razzien in 
der Spielothek und im Umfeld durchführen wird. 
Um auf die Probleme aufmerksam zu machen, waren ein ige der betroffenen jungen Männer persön- 
lich anwesend. Nach ihren Schilderungen ist das Ang ebot für Jugendliche und junge Erwachsene in 
Coerde eher dürftig. Besonders fehlt es an Räumlich keiten für einen Treffpunkt. Diese Funktion über- 
nimmt derzeit die Spielothek, in der dann natürlich  auch gespielt wird. Dies birgt für einige die Gefa hr, 
abhängig zu werden. Sie möchten, dass die Polizei d ort öfter und zu unterschiedlichen Zeiten kontrol- 
liert. 
Herr Wardemann von der Polizei berichtete, dass bei  den bisherigen Kontrollen nichts gefunden wur- 
de. Um die Razzien effektiver zu gestalten, sei man  auf konkrete Hinweise (Namen etc.) angewiesen. 
Auf Nachfrage von Herrn Griese bei den jungen Männe rn stellte sich heraus, dass sowohl  Verkäufer 
als auch Konsumenten der Drogen nicht nur aus Coerd e, sondern auch aus anderen Stadtteilen und 
umliegenden Gemeinden und Städten kommen. 
Zum Problem mit der Spielothek erläuterte Herr Köst er noch mal die Bedingungen, unter denen es 
eine Konzession gibt. Sollte es tatsächlich der Fal l sein, das auch Minderjährige dort spielen würden,  
wäre dies bei mehrmalig festgestellten Verstößen ei ne Möglichkeit, der Spielothek die Konzession zu 
entziehen. Allerdings müssten hierfür die Minderjährigen auf „frischer Tat“ ertappt werden. 
Nach Kenntnis von Herrn Steinfort ist Vermieterin d er Spielothek die städtische WBI . Er schlug vor, 
den Einfluss der Stadt - als Mutter der Gesellschaf t - geltend zu machen und auf die Kündigung des 
Pachtvertrages hinzuwirken. Frau Wübbena-Becker  sc hlug vor, hierzu eine Unterschriftensammlung 
vorzunehmen und das Ergebnis der Stadt vorzulegen. Sie bot hierzu ihre Unterstützung an. Frau 
Hess berichtete, dass der Beratungsbedarf auf Grund  des Geldmangels durch die Spielsucht von 
Angehörigen enorm zugenommen habe. Sie gab zu beden ken, dass es nicht  im Interesse der Stadt 
Münster als Mitinhaberin der WBI  liegen könne, solche finanziellen Auswirkungen mit telbar selbst 
herbeizuführen. 
Die anwesenden Betroffenen betonten, dass eine Schl ießung der Spielhalle das Problem allein nicht 
lösen sondern nur verlagern würde, da es im näheren  Umfeld noch weitere Spielhallen gibt. Solange 
es keine anderen Möglichkeiten der Freizeitgestaltu ng für ca. 18 – 25-jährige gibt, bleibt der Reiz de r 
Spielothek bestehen. 
  
Frau Wübbena-Becker fragt an, ob es nicht die Mögli chkeit gebe, die seit kurzem wieder geschlosse- 
ne Kneipe auf dem Hamannplatz oder gar die Räumlich keiten der Spielothek als Jugendtreff zu nut- 
zen. Fraglich ist, unabhängig von der Verfügbarkeit  der Räumlichkeiten, wer so einen Treff finanziert 
und betreibt. 
Frau Virus regte an, dass die jungen Männer doch mi t Hilfe von Herrn Griese einen Antrag nach § 24 
GO stellen könnten. Damit würden Politik und Verwal tung auf das Problem aufmerksam und müssten 
reagieren. Herr Griese und Frau Hess erklären sich bereit, einen Antrag nach  § 24 GO mit den Ju- 
gendlichen zu erarbeiten und sie dabei zu unterstüt zen, den Antrag einzureichen. Des Weiteren wer- 
den die Jugendlichen dabei begleitet, eine Unterschriftenaktion zu starten. 
Herr Guddorf und Herr Steinforth nahmen die Anregun gen mit und wollen mit dem Problem 
an ihre Parteien herantreten.

Beratungsverlauf (1)

05.07.2011 Bezirksvertretung Münster-Nord
TOP 6.2 Antrag Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
A-N/0013/2011
Typ
Antrag an die BV Nord
Datum
24.06.2011
Erstellt
06.10.2020 14:37