Mandari Insight

2006/0175

Benchmarking 'Hilfen zur Erziehung' hier: Bericht 2004

Magistratsvorlage 28.02.2006

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2006/0175

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Bundesweites Benchmarking 
der Hilfen zur Erziehung++  
2004 
Bremerhaven
Darmstadt
Karlsruhe
Mannheim
Potsdam
Rostock
 
 
 
  
  
  
  
  
 
 
BERICHT 
8. Februar 2006 
erstellt von con_sens Hamburg

con_sens 
2
INHALT 
 
 
1. Vorbemerkung................................................................................................................ .....5 
2. Zusammenfassung ............................................................................................................. ..6 
3. Benchmarking: Zielsetzung, Methodik, Ansatz.........................................................................8  
4. Ergebnisse des Kennzahlenvergleichs...................................................................................11  
4.1 Kontext-Indikatoren......................................................................................11  
4.1.1 Arbeitslosendichte ............................................................................................... 12 
4.1.2 Sozialhilfequote................................................................................................... 13 
4.1.3 Von Scheidung betroffene Kinder und Jugendliche .................................................. 15 
4.1.4 Kindertagesbetreuung .......................................................................................... 17 
4.1.5 Schulabgänger ohne Abschluss ............................................................................. 19 
4.1.6 Beendete Gerichtsverfahren mit Jugendgerichtshilfe (nach § 38 JGG)........................ 21 
 
4.2 Input-Indikatoren .........................................................................................24  
4.2.1 Netto-Ausgaben .................................................................................................. 25 
4.2.1.1 Netto-Ausgaben pro Einwohner (KeZa 30) .......................................................... 25 
4.2.1.2 Netto-Ausgaben pro HzE++- Fall (KeZa 31)........................................................... 27 
4.2.1.3 Bewegtes Volumen pro ASD-Mitarbeiter.............................................................. 29 
4.2.2 Mitarbeiter.......................................................................................................... 30 
 
4.3 Output-Indikatoren .......................................................................................34 
4.3.1 Dichte der HzE+-Fälle insgesamt........................................................................... 34 
4.3.2 Dichte ambulanter Fälle ....................................................................................... 36 
4.3.3 Dichte stationärer Fälle ........................................................................................ 38 
4.3.4 Anteil der Hilfeempfänger mit ambulanten Hilfen .................................................... 40 
 
4.4 Outcome-Indikatoren ....................................................................................44 
 
5. Stadtprofile ................................................................................................................... 46 
5.1 Stadtprofil Bremerhaven ...............................................................................47  
5.2 Stadtprofil Darmstadt ...................................................................................49  
5.3 Stadtprofil Karlsruhe.....................................................................................51  
5.4 Stadtprofil Mannheim ...................................................................................53  
5.5 Stadtprofil Potsdam......................................................................................55  
5.6 Stadtprofil Rostock.......................................................................................57  
 
6. Ergebnisse des qualitativen Benchmarking ...........................................................................59  
 
7. Ausblick.................................................................................................................... ........63 
 
8. Anhang...................................................................................................................... .......64

con_sens 
3
ABBILDUNGSVERZEICHNIS:  
 
Tab. 1 Beteiligte Städte: Einwohner.................................................................................................................11 
Abb. 1: Arbeitslosendichte (15- unter 65 Jahre) pro 100 EW am 31.12.(KeZa 1) ................................................12 
Abb. 2 Sozialhilfequote: Anzahl HE laufender HLU a.v.E. pro 100 EW der jew. Altersgruppe in Prozent (KeZa 5).....14 
Abb. 3 Von Scheidung betroffene Kinder und Jugend. bis unter 18 J. pro 100 altersgleiche EW (KeZa 12)..............16 
Abb. 4 Anzahl Belegte Plätze für Kindertagesbetreuung gesamt pro 100 EW 0- unter 14 J. am 31.12. (KeZa 8) .....17 
Abb. 5  Belegte Plätze für Kindertagesbetreuung gesamt pro 100 EW 0- unter 14 J. am 31.12. (KeZa 11).............19 
Abb. 6 Schulabgänger ohne Abschluss pro 100 EW 15 bis unter 21 J. (KeZa 3) ..................................................20 
Abb. 7 Anzahl der beendeten Gerichtsverfahren mit Jugendgerichtshilfe pro 1.000 EW 14 bis unter 21 J. (KeZa 4).21 
Abb. 8 Nettoausgaben HzE++ gesamt pro EW 0- unter 21 Jahre (KeZa 41) ...........................................................26 
Abb. 9 Nettoausgaben HzE++ gesamt pro Fall (KeZa 31).....................................................................................28 
Abb. 10 Bewegtes Volumen für die interne und externe Durchführung von HzE+ (operative Aufgaben) (KeZa 39) .....29 
Abb. 11 Anzahl der vzv Mitarbeiter pro 100 Fälle – differenziert ausgewiesen nach ASD und WJH (KeZa 20-21).....31 
Abb. 12 Anzahl der vzv Mitarbeiter für operative Aufgaben pro 100 Fälle.............................................................33 
Abb. 13 Anzahl der HzE+ - Fälle pro 100 EW unter 21 Jahre am 31.12.(KeZa 50.a) ...........................................35 
Abb. 14 HzE+-Fälle ambulant pro 100 EW 0 bis unter 21 Jahre am 31.12.  (KeZa 51.a).....................................37 
Abb. 15 HzE+-Fälle stationär pro 100 EW 0 bis unter 21 Jahre (KeZa 52a).........................................................38 
Tab. 2: Stationäre HzE+-Fälle in absoluten Zahlen 2004 ..................................................................................39 
Abb. 16 Prozentanteil der ambulanten HzE+-Fälle an allen HzE+-Fällen (KeZa 53a) .............................................41 
Abb. 17 Prozentanteil der stationären HzE+-Fälle an allen HzE+-HE (inklusive §33) (KeZa 56) ..............................42 
Grafik KeZa 1.1. Arbeitslosendichte der 15 bis unter 25 Jährigen am 31.12. des Bj. pro altersgl. 1.000 EW .........64  
Grafik KeZa 40: Anteil der externen operativen Ausgaben der HzE+ an den HzE+-Gesamtausgaben in Prozent. ......64

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4
 
 
 
 
Die teilnehmenden Städte mit Ansprechpartnern des bundesweiten Benchmarking der Hilfen zur 
Erziehung+  
 
Stadt Name E-Mail 
Bremerhaven Rainer Düsterloh rainer.duesterloh@bremerhaven.de 
Bremerhaven Frank Lilkendey frank.lilkendey@magistrat.bremerhaven.de 
Darmstadt Thomas Gehrisch th omas.gehrisch@darmstadt.de 
Darmstadt  Markus Emanuel markus.emanuel@darmstadt.de 
Karlsruhe Eckhard Barth eckh ard.barth@sjb.karlsruhe.de 
Karlsruhe Kerstin Jehle kers tin.jehle@sjb.karlsruhe.de 
Mannheim Dr. Volker Schanz-Biesgen volker.schanz-Biesgen@mannheim.de 
Mannheim Hans-Georg Rettenmaier ha ns-georg.rettenmaier@mannheim.de 
Mannheim Christine Etterich ch ristine.etterich@mannheim.de 
Potsdam Norbert Schweers jugendamt@rathaus.potsdam.de 
Potsdam Oliver Wollmann oliver.wollmann@rathaus.potsdam.de 
Rostock Winfried Schulz winfried.schulz@rostock.de 
Rostock Bernhard Stuwe  bernhard.stuwe@rostock.de 
 
 
Das con_sens-Projektteam: 
 
Jutta Hollenrieder 
Miriam Kohlmeyer 
Petra Bolte 
 
con_sens Consulting für Steuerung und Soziale Entwicklung GmbH 
Rothenbaumchaussee 11 - 20148 Hamburg 
consens@consens-info.de - www.consens-info.de

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1. Vorbemerkung 
 
Der bundesweite Benchmarkingkreis Hilfen zur Erziehung ++ hat sich im Frühjahr 2005 mit dem 
Ziel gegründet, durch den Vergleich voneinander zu lernen und Hilfen zur Erziehung wirksam und 
effizient zu steuern.  
 
Bereits ein halbes Jahr nach seiner Gründung kann der Kreis nunmehr seinen ersten Bericht 
vorlegen.  
 
Hilfen zur Erziehung – das bedeutet in erster Li nie, Kinder und Jugendli che in ihrer Entwicklung 
zu einer eigenverantwortlichen Persönlichkeit zu unterstützen und die Erziehungskompetenz der 
Personensorgeberechtigten zu stärken.  
 
Die wirtschaftliche und fachliche Steuerungsko mpetenz der Jugendämter ist im Zuge der immer 
angespannteren Haushaltslage der Kommunen verstärkt im Fokus der öffentlichen Diskussion, 
nicht zuletzt im Rahmen der Novellierung des SG B VIII. Jugendhilfe und insbesondere die Hilfen 
zur Erziehung als zentraler Ko stenfaktor müssen sich im Zuge der Diskussionen um 
Haushaltskonsolidierungen zunehmend legitimieren.  
 
Daher ist es neben der Analyse der Fallzahlen - und Kostenentwicklung und dem Ausloten von 
Steuerungsspielräumen von zentraler Bedeutung darzustellen, was mit den Hilfen zur Erziehung 
bewirkt wird.  
 
Der bundesweite Benchmarkingkreis betrachtet üb er die klassischen Hilfen zur Erziehung des 
SGB VIII hinaus weitere Leistungen des SGB VIII, um das Feld möglichst umfassend in den 
Fokus zu nehmen. Der Begriff Hilfen zur Erziehung++ verdeutlicht dies.

con_sens 
6
 
2. Zusammenfassung  
 
Die K o n t e x t - Analyse hat gezeigt, dass die Teilnehmerstädte des Benchmarkingkreises unter 
deutlich unterschiedlichen sozialstrukturellen Rahmenbedingungen agieren. 
 
Im Rahmen des Benchmarking werden die Erge bnisse der Kontextana lyse zur Erläuterung 
stadtspezifischer Ergebnisse herangezogen. Ziel  des interkommunalen Vergleichs ist es hingegen 
nicht, Thesen zwischen sozialstrukturellen Me rkmalen und dem Grad der Inanspruchnahme von 
Hilfen zur Erziehung+ wissenschaftlich zu belegen. Die Ergebnisse dieses Berichtes, die - das ist 
dabei zur berücksichtigen - nur auf einem Ja hrgang basieren, zeig en zunächst, dass die 
Zusammenhänge nicht monokausal sind, es spielen auch andere Einflussfaktoren eine Rolle. So 
gibt es Städte mit hohem sozialstrukturellem Be lastungsgrad mit niedrigen Nettoausgaben pro 
EW wie auch umgekehrt. Die Zeitreihenbetrachtun gen im weiteren Projektverlauf werden hier 
weitere Aufschlüsse geben.  
 
Im Rahmen der I n p u t - Analyse werden die Nettoausgaben verglichen, die pro Einwohner und 
pro Fall ausgegeben werden. Abge bildet werden die einzelnen Inpu ts der Städte, um Hilfen zur 
Erziehung+ zu leisten und die damit verbundenen Ziele zu erreichen. 
 
Der Vergleich der Nettoausgaben zeigt, dass im Mittel im Jahr 2004 555 Euro pro jungen 
Einwohner aufgewandt wurden. Die Spanne der Kennzahlenergebnisse ist jedoch auch hier 
erheblich, sie reicht von ca. 437 Euro bis knapp 710 Euro pro jungen Einwohner (KeZa 30).  
 
Im Hinblick auf die Nettoausgaben pro Fall (KeZa 31)  unterscheiden sich die Städte ebenfalls. 
Im Mittel wurden hier knapp 22.000 Euro pro Fall aufgewandt. Die Werte zwischen den Städten 
reichen von knapp 18.000 Euro bis knapp 26.000 Euro. Erklärungsfaktoren für die 
unterschiedlichen Ergebnisse lie gen hier u.a. in einem vergle ichsweise hohen bzw. niedrigen 
Anteil an stationären Fällen, die in der Regel kostenintensiver sind.  
 
Ferner wurden auch die eingesetzten Personalressourcen pro HzE+-Fall  (KeZa 20_21 sowie 
KeZa 22)  ausgewertet. Durch den Vergleich wird  zunächst deutlich,  dass die operative 
Durchführung von Hilfen zur Erziehung+ häufig an externe Dienstleister vergeben wird. 
Unterschiede zwischen den Städten bezüglich de s Personaleinsatzes insgesamt sind hierauf 
zurückzuführen. Aus Steuerung ssicht ist grundsätzlich eine deutliche Trennung zwischen 
Leistungsträger und Leistungserbringer vorteilhaft, insbesondere weil so ein effektives Controlling 
möglich wird.  
 
Im elften Kinder- und Jugendbericht wird  in diesem Zusammenhang betont, dass die 
Auslagerung von Angeboten aus der Verwaltungso rganisation des Jugendamtes ein Schritt in 
Richtung stärkerer Transparenz ist (Elfter Ki nder- und Jugendbericht, Stellungnahme der 
Bundesregierung, S. 11). Eine weitere Verlager ung noch verwaltungsintern durchgeführter 
operativer Aufgaben an freie Träger wird in einzelnen Städten bereits diskutiert und konkret 
geplant. So soll die „Selbststeuerung“ eines Systems vermieden werden, die dazu führen kann, 
dass die Bedarfe der Beratenen eher an das Angebotsspektrum angepasst werden als umgekehrt.  
 
Die aufgewandten Personalressourcen pro Fall in der wirtschaftlichen Jugendhilfe unterscheiden 
sich in einer eher zu vernachlässigenden Größenordnung.  
 
Hingegen werden deutlich unterschiedliche Pe rsonalressourcen in die Fallsteuerung des ASD 
investiert. Im Mittel waren dies 2004 2,89 Mitarbeiter des ASD pro 100 HzE+ Fälle.

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7
Erste qualitative Analysen haben ergeben, dass nicht nur quantitative Aspekte sondern auch 
qualitative Komponenten von Bedeutung sind, wenn es um den effizienten Einsatz von 
Personalressourcen geht.  
 
Die hohe strategische Bedeutung des ASD als Steu erungsstelle der Hilfen zur Erziehung wird 
auch anhand des Volumens deutlich, das ein ASD-Mitarbeiter jährlich bewegt. Für das Jahr 
2004 lag dieses Volumen bei ca. 750.000 Euro (KeZa 39).  
 
Im Rahmen der O u t p u t - Analyse  wird abgebildet, wie häufig Kinder und Jugendliche Hilfen 
zur Erziehung+ in Anspruch nehmen (KeZa 50.a.).  Die Unterschiede bezüglich der sog. 
Leistungsdichten sind erheblich. Die Spanne reicht hier von 1,88 bis zu rund 2,8 Fällen, die pro 
100 Einwohner unter 21 Jahre Hilfen zur Erziehung+ erhalten.  
 
Noch deutlicher werden die Unterschiede, wenn die Häufigkeit der Inanspruchnahme 
ambulanter Hilfeformen näher betrachtet wird (KeZa 51a.). Dies korrespondiert mit dem 
Ergebnis, dass sich der Anteil ambulanter Hilfen an den HzE+-Fällen insgesamt (KeZa 53.a.) in 
den Städten erheblich unterscheidet. Die Spanne  reicht hier von ca. 47 Prozent bis über 77 
Prozent ambulant betreuter HzE+-Fälle.  
 
Die Analyse der stationären Leistungsdichten ist insbesondere im Hinblick auf die Frage 
aufschlussreich, zu welchem Anteil die statio när betreuten Kinder und Jugendlichen in 
Pflegefamilien oder in Heimen leben (KeZa 56). Die Spanne zwischen den Benchmarkingstädten 
ist dabei mehr als deutlich. Insbesondere Bremerh aven ist sehr erfolgreich der Akquirierung und 
der langfristigen Betreuung von Pflegefamilien. Im Mittel der sechs Vergleichsstädte lebten im 
Berichtsjahr allerdings weniger als die Hälfte aller stationär betreuten Kinder und Jugendlichen in 
Pflegefamilien.  
 
Im Rahmen der O u t c o m e - Analyse  wurde im ersten Projektjahr ein Kennzahlenset 
entwickelt, das im Rahmen dieses Berichtes vorgestellt wird. Datenerhebungen zu diesem 
Bereich werden im folgenden Projektjahr sukzessive realisiert.

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3. Benchmarking: Zielsetzung, Methodik, Ansatz 
 
Die Städte des Benchmarkingkreises vergleichen ihre soziale Dienstleistung Hilfen zur Erziehung++ 
im Hinblick auf die Fallzahlenentwicklung, die Ausgaben und die erzielten Wirkungen.  
 
Ziel ist es, die knappen Ressourcen der Kommunen zielgenau und effizient einzusetzen, damit 
Kinder und Jugendliche sowie ihre Familien, die Hilfen benötigen, auch künftig fachlich gute 
Leistungen erhalten. Die soziale Dienstleistung soll wirksam und effizient ausgestaltet werden.  
 
Das Leistungsgeschehen der HzE++ wird im Hinblick auf steuerungsrelevante Aspekte dargestellt. 
Herausgearbeitet werden die Stellschrauben, an  denen die Kommunen in relevantem Ausmaß 
auf die Entwicklung der Zahlen der Hilfeempfänger und der Ausgaben für HzE ++ einwirken 
können.  
 
Ein Vergleich von quantitativen Daten erfordert es, Kennzahlen und Basiszahlen klar zu 
definieren, damit alle Teilnehmer die gleichen Sachverhalte erfassen und abbilden. 
Dabei werden die Kennzahlen nicht isoliert, sondern in 
ihren jeweiligen Wechselwirkungen betrachtet.  
 
Die Ergebnisse des quantitati ven Kennzahlenvergleichs sind 
der erste Schritt, um Untersc hiede sichtbar zu machen. 
Daran schließt sich ein qualitativer Austausch  über 
Ursachen und Hintergründe an . Ziel ist es, hierdurch die 
spezifischen Entwicklungspoten ziale der einzelnen Städte 
auszuloten und Impulse für Veränderungsprozesse zu 
erhalten.  
 
Betrachtungsgegenstand 
 
Um das Feld der Hilfen zur Erziehung möglichst umfassend 
im Blick zu haben, gehören über die klassischen Hilfen zur 
Erziehung des SGB VIII hina us weitere Leistungen und 
andere Aufgaben gemäß SGB VIII zum 
Betrachtungsgegenstand des Benchmarkingkreises. Der 
Begriff Hilfen zur Erziehung + (HzE+) verdeutlicht dieses 
Verständnis.  
 
Im Rahmen der Berichtslegung werden die Begriffe 
ambulant und stationär  verwandt. Die Leistungen, die in 
den Kennzahlenvergleich einfließen und ihre Zuordnung zu 
den Bereichen ambulante und stationäre Leistungen sind in 
nachfolgendem Schaubild aufgeführt.  
 
Deutlich wird in der Auflistung, dass viele der Leistungen 
sowohl in ambulanter als auch in stationärer Form erbracht werden. Die Zuordnung hängt von 
der spezifischen Ausgestaltung der Hilfeform ab.  
 
Betrachtungsgegenstand des Benchmarking sind die Fälle, was in Zusammenhang mit 
familienbezogenen Hilfen bedeuten kann, dass mehrere Personen betreut werden. 
Definition 
 
Basiszahl und Kennzahl 
 
Eine Basiszahl ist eine Grundzahl, 
quasi eine „Rohinformation“.  
 
Kennzahl ist die Bezeichnung für 
quantitative Informationen über 
Strukturen, Eigenschaften und 
Leistungen eines Systems.  
 
Eine Kennzahl wird aus mehreren 
Basiszahlen errechnet.  
 
Beispiel:  
Kennzahl: Nettoausgaben pro 
Einwohner 
 
Basiszahlen, die für die Berechnung 
dieser Kennzahl benötigt werden sind:  
Basiszahl: Bruttoausgaben 
Basiszahl: Einnahmen 
Basiszahl: Einwohner 
 
Berechnung der Kennzahl: 
(Bz Bruttoausgaben minus Bz 
Einnahmen) dividiert durch die Bz 
Anzahl der Einwohner

con_sens 
9
 
Das Benchmarking Hilfen zur Erziehung + betrachtet die 
Hilfen zur Erziehung + insgesamt und nicht die Form der 
Leistungserbringung nach jeweils unterschiedlichen 
Paragrafen des SGB VIII.  
 
Das bedeutet, dass nur hoch aggregierte Kennzahlen wie 
die HzE+- Fälle insgesamt, HzE +- Fälle stationär, HzE +-
Fälle ambulant und auch die Ausgaben und Einnahmen 
insgesamt betrachtet werden.  
 
Der Kennzahlenvergleic h basiert auf einer 
Stichtagszählung bei den Hilfeempfängern. Grund dafür 
ist, dass die Jahressummen für einige Städte derzeit aus 
EDV-technischen Gründen noch nicht generierbar sind.  
 
Des Weiteren entstehen bei der Bildung von 
Jahressummen derzeit noch in vielen Städten 
Doppelzählungen, weil der Wechsel einer Maßnahme 
noch als Zugang bei den Hilfeempfängern gezählt wird.  
 
Da der Betrachtungsgegen stand zum großen Teil 
langfristige Interventionen beinhaltet, erscheint die 
Stichtagszählung daher angemessen und als die derzeit 
qualifizierteste Form de r Betrachtung. Kommunale 
Vergleichsringe basieren au f jeweils unterschiedlichen 
Definitionen insbesondere bezüglich der 
Hilfeempfängerzahlen. Dies is t bei der Interpretation der 
Daten und dem Vergleich mit den Ergebnissen anderer 
Benchmarkingkreise zu berücksichtigen.  
 
 
 
Arbeitsschritte 
 
Der Benchmarkingkreis hat sich in seinem ersten Projektjahr auf die Entwicklung eines 
Kennzahlensets und die Plausibilisierung und Ve rgleichbarkeit der Daten konzentriert. Die 
Ergebnisse sind im Rahmen dieser Berichtslegung dokumentiert.  
 
Um Outcome-Indikatoren zu vergleichen, wu rde ein Kennzahlenset entwickelt, für das im 
nächsten Erhebungsjahr Daten erhoben werden. Hiermit hat der bundesweite Benchmarkingkreis 
Neuland betreten. Ziel des Kreises ist es, die zur Wirkungsmessung notwendigen Daten 
standardmäßig verfügbar zu machen. Darin liegt  die Chance, künftige Auswertungsmodule von 
Softwareanbietern mitzugestalten und eine Vergleichbarkeit im Benchmarkingkreis selbst 
sicherzustellen.  
 
Trotz der im ersten Projektjahr notwendigen Konzentration auf die Datenplausibilisierung sind die 
Vergleichsstädte auch in einen qualitativen Aust ausch getreten. Im Fokus standen dabei u.a. die 
Themen: Controlling, Entgelt-, Leistungs- und Qualitätsentwicklungsvereinbarungen. Nähere 
Ausführungen zu den inhaltlic hen Themenstellungen des Benc hmarkingkreises sind dem 6. 
Kapitel zu entnehmen.  
 
 
Hilfen zur Erziehung+ 
 
Leistungen gemäß SGB VIII 
Ambulant 
§ 27.3 Pädagogische Hilfen i.V.m. 
therapeutischen Leistungen 
§ 29 Soziale Gruppenarbeit 
§ 30 Erziehungsbeistand, 
Betreuungshelfer 
§ 31 Sozialpädagogische Familienhilfe  
§ 32 Erziehung in einer Tagesgruppe 
 
Ambulant/ Stationär  
(nach konkreter Ausgestaltung 
zuzurechnen) 
§19 Gemeinsame Wohnform für Mütter/ 
Väter und Kinder 
§ 20 Betreuung von Kindern in 
Notsituationen 
§21 Unterbringung zur Erfüllung der 
Schulpflicht 
§ 27.2 Flexible erzieherische Hilfen  
§ 34 sonstige betreute Wohnformen 
§ 35 Intensive Sozialpädagogische 
Einzelbetreuung 
§35a Eingliederungshilfe für seel. 
behinderte junge Menschen 
§ 41 Hilfen für junge Volljährige 
 
Stationär 
§ 33 Vollzeitpflege 
§ 34 Heimerziehung  
§ 42 Inobhutnahmen.

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10
Indikatoren zum Kontext, Input, Output und Outcome 
 
Die einzelnen Kennzahlen werden in den folgenden Kapiteln zwar separat betrachtet, dennoch 
werden die übrigen Kennzahlen interpretatorisch zur Auswertung der jeweiligen Ergebnisse mit 
herangezogen.  
 
Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Kenn zahlen werden besond ers deutlich in den 
stadtspezifischen Profilen, die im Kapitel 5 ausgewertet werden.  
 
Folgendes Schaubild zeigt den Wirkungszusammen hang der Kennzahlen, die im Rahmen des 
Berichtes ausführlicher dargestellt werden.  
 
KONTEXT
Arbeitslosendichte, Sozialhilfebedürftigkeit unter jungen Menschen, Beendete Gerichtsverfahren mit JGH
OUTCOME
beendete HzE+
Ausbildungsstatus
OUTCOME
beendete HzE+
Ausbildungsstatus
OUTPUT
LeistungsdichtenOUTPUT
Leistungsdichten
INPUT
Ausgaben, PersonalINPUT
Ausgaben, Personal
Von Scheidung betroffene Kinder und Jugendliche, Versorgungsgrad an Kindertagesbetreuung, Schulabgänger ohne Abschluss
KONTEXT
KONTEXT
Arbeitslosendichte, Sozialhilfebedürftigkeit unter jungen Menschen, Beendete Gerichtsverfahren mit JGH
OUTCOME
beendete HzE+
Ausbildungsstatus
OUTCOME
beendete HzE+
Ausbildungsstatus
OUTPUT
LeistungsdichtenOUTPUT
Leistungsdichten
INPUT
Ausgaben, PersonalINPUT
Ausgaben, Personal
OUTCOME
beendete HzE+
Ausbildungsstatus
OUTCOME
beendete HzE+
Ausbildungsstatus
OUTPUT
LeistungsdichtenOUTPUT
Leistungsdichten
INPUT
Ausgaben, PersonalINPUT
Ausgaben, Personal
Von Scheidung betroffene Kinder und Jugendliche, Versorgungsgrad an Kindertagesbetreuung, Schulabgänger ohne Abschluss
KONTEXT
 
 
Die Kontext-Indikatoren dienen dazu, ausgewählte soziostrukturelle Merkmale und 
Rahmenbedingungen in den Städten darzustellen, unter denen die Hilfen zur Erziehung+ erbracht 
werden. An Hand dieser Indikatoren wird abge bildet, welche Problemlagen in den einzelnen 
Städten vorliegen und welches Ausmaß diese habe n. So können regionale Besonderheiten im 
Rahmen des Kennzahlenvergleichs berücksichtigt werden.  
 
Die Input-Indikatoren machen transparent, was eing ebracht wird, um die Hilfen zur Erziehung + 
(den Output) zu erbringen.  
 
Was die geleisteten Hilfen zur Erziehung + für die Kinder und Jugendlichen und das 
Gemeinwesen tatsächlich bewirken, wird an Hand von Outcome-Indikatoren gemessen. Hierzu 
hat der Kreis im ersten Projektjahr ein Kennz ahlenset entwickelt, das im Rahmen dieses 
Berichtes vorgestellt wird. An der entsprechenden Datenbasis wird gearbeitet.  
 
Der quantitative Kennzahlenvergleich zeigt Unterschiede auf, deren Ursachen und Hintergründe 
im Rahmen eines qualitativen Austausches er mittelt werden müssen. So können zum Beispiel 
vergleichsweise hohe Fallausgaben ganz untersc hiedlich gedeutet werden: als Hinweis auf eine 
kostenintensive Leistungserbringung, die auf die Ausgestaltung der Beziehung zwischen 
Leistungsträger und Leistungserbringer zurückgefü hrt werden kann oder aber als Indiz für eine

con_sens 
11
besonders passgenaue Zugangssteuerung, durch di e weniger Hilfeempfänger insgesamt aber mit 
kostenintensiven Einzelhilfen im Rahmen des Systems „HzE ++“ betreut werden. Niedrige 
Leistungsdichten könnten diese These stützen.  
 
Folgende Städte beteiligen sich an dem bundesweiten Benchmarking der Hilfen zur 
Erziehung+: 
 
Tabelle 1 Beteiligte Städte: Einwohner 
absolut
Anteil an EW 
gesamt in Prozent
 Bremerhaven  BHV 117.005 24.791 21,19
 Darmstadt  DA 150.064 27.747 18,49
 Karlsruhe  KA 298.289 54.024 18,11
 Mannheim  MA 324.423 61.162 18,85
 Potsdam  P 152.135 28.765 18,91
 Rostock  HRO 205.181 35.975 17,53
 6 Städte
 insgesamt 1.247.097 232.464 18,64
Einwohner am 
31.12.2004 
mit Haupt - und 
Nebenwohnsitz
 Abkürzung Stadt  Einwohner am 31.12.2004
 0 bis unter 21 Jahre
 mit Haupt- und Nebenwohnsitz
 
 
4. Ergebnisse des Kennzahlenvergleichs 
 
4.1 Kontext-Indikatoren  
 
Die Jugendämter in den einzelnen Städten agieren unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen. 
Die soziostrukturellen Kontexte vor Ort sind in diesem bundesweiten Benchmarkingkreis sehr 
unterschiedlich. Da soziale Problemlagen wie vorhandene Ressourcen des Gemeinwesens das 
Leistungsgeschehen Hilfen zur Erziehung + beeinflussen, kann die Ausgaben- und 
Fallzahlenentwicklung in den einzelnen Städten auch nur vor den jeweiligen 
Rahmenbedingungen bewertet werden.  
 
Im Rahmen des Benchmarking wurden releva nte Rahmendaten ausgewählt, die besondere 
Problemlagen im Gemeinwesen verdeutlichen, wie die Sozialhilfebedürftigkeit junger Menschen, 
die Arbeitslosigkeit, fehlende berufliche Perspektiven von jungen Menschen oder Hinweise auf 
hohe Jugendkriminalität. 
 
Darüber hinaus wird das Angebot an Kinder tagesbetreuung als besondere Ressource des 
Gemeinwesens untersucht, denn auch positive Faktoren können das Leistungsgeschehen HzE ++ 
beeinflussen.  
 
Ausgewählt wurden Indikatoren, von denen angenommen wird, dass sie sich be- bzw. entlastend 
auf das Leistungsgeschehen HzE ++ auswirken können. Ziel des Benchmarking ist es an dieser 
Stelle jedoch nicht, diese Annahmen zu üb erprüfen und kausale Zusammenhänge zwischen 
soziostrukturellen Problemlagen und den Zahlen der Hilfeempfänger wissenschaftlich zu belegen. 
Es geht darum, die Rahmenbedingungen für Hilfen zur Erziehung + zu betrachten, um 
Anhaltspunkte für Erklärungsansätze auffälliger Kennzahlenergebnisse in den einzelnen Städten 
zu erhalten.

con_sens 
12
4.1.1 Arbeitslosendichte 
 
Abgebildet wird die Arbeitslosen dichte der bis unter 65-Jährigen am 31.12. des Berichtsjahres 
pro 100 Einwohner (15 bis unter 65 Jahre) mit Haupt- und Nebenwohnsitz lt. Melderegister. Zu 
berücksichtigen ist hierbei, dass es sich nicht um die Arbeitslosenquoten der Bundesagentur für 
Arbeit handelt (Quote A und Quote B). Diese werd en nicht verwandt, weil sie den Städten nicht 
einheitlich vorliegen. Die Kennzahl der Arbeit slosendichte macht die absoluten Zahlen von 
Arbeitslosen in den Städten vergleichbar.  
 
Mit Arbeitslosigkeit sind neben ökonomischen 
Einschränkungen häufig bei langfristiger Arbeitslosigkeit 
auch psychosoziale Auswir kungen verbunden. Die 
ungewollte Erwerbslosigkeit kann ein belastender Faktor für 
die Erziehungssituationen in Familien und für die 
Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen sein.  
 
Junge Menschen können durch Arbeitslosigkeit unmittelbar 
aber auch mittelbar über die fehlende Erwerbsarbeit ihrer 
Personensorgeberechtigten betroffen sein. Wie oft die 
Menschen einer Stadt arbeitslos gemeldet sind, zeigt daher 
besondere Problemlagen auf, die sich u.a. auch auf das 
Leistungsgeschehen HzE++ auswirken können.  
 
Studenten mit Nebenwohnsitz werden bei den Einwohnern nach der Definition des 
Benchmarkingkreises mitgezählt. Daher wirkt si ch eine vergleichsweise hohe Anzahl an 
Studenten in der Stadt auf die Ausprägung des Kennzahlenwertes aus.  
 
Abb. 1: Arbeitslosendichte (15- unter 65 Jahre) pro 100 EW am 31.12.(KeZa 1) 
KeZa 1: 
Arbeitslosendichte der 15 bis unter 65-jährigen am 31.12. des Berichtsjahres
 pro 100 altersgleiche Einwohner mit Haupt- und Nebenwohnsitz
14,33
6,08 5,91
9,10
13,88
7,10
9,40
0,00
2,00
4,00
6,00
8,00
10,00
12,00
14,00
16,00
BHV DA KA MA P HRO
Arbeitslosendichte der 15-u.65-jährigen je 100 EW 15-u.65 Jahre mit Haupt- und Nebenwohnsitz 2004
Mittelwert 2004
 
 
 
Definition der Kennzahl 
 
Arbeitslosendichte bis u. 65  
(KeZa 1) 
 
Arbeitslosendichte der bis unter 65-
Jährigen am 31.12. des 
Berichtsjahres pro 100 Einwohner 
(15 bis unter 65 Jahre) mit Haupt- 
und Nebenwohnsitz lt. Melderegister.

con_sens 
13
Die Abbildung 1 zeigt, dass Bremerhaven und di e Hansestadt Rostock besondere Problemlagen 
aufweisen, ihre Arbeitslosendichten liege n weit über dem Mittelwert der sechs 
Benchmarkingstädte.  
 
Für Rostock ist ergänzend anzufügen, dass die besondere Problemlage im Hinblick auf die 
Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen im Vergleich noch sehr viel deutlicher ausfällt, 28,2 
Personen pro 100 EW unter 25 Jahre sind ungewollt ohne Erwerbsarbeit (s. Grafik KeZa 1.1. im 
Anhang).  
 
Auch zwischen den übrigen Städten variieren die Werte nicht unerheblich.  
 
Karlsruhe und Darmstadt weisen im Vergle ich der teilnehmenden Städte positive 
Rahmenbedingungen auf. Vergleichsweise selten waren hier Personen unter 65 Jahren arbeitslos 
gemeldet. Innerhalb der Gruppe der eher südlic h angesiedelten Städte – Darmstadt, Karlsruhe 
und Mannheim – weist die Stadt Mannheim eine vergleichsweise hohe Ar beitslosendichte auf, 
auch wenn der Wert insgesamt betrachtet, unter dem Mittelwert liegt.  
 
Da in diesem bundesweiten Benchmarkingkr eis die Werte der Arbeitslosendichte stark 
differieren, wird als Vergleich auf den Wert der Arbeitslosendichte des nordrhein-westfälischen 
Benchmarkingkreises Hilfen zur Erziehung+ mit 16 mittelgroßen Großstädten hingewiesen. Hier 
waren im Jahr 2004 8,37 Personen pro 100 Einw ohner arbeitslos gemeldet(berücksichtigt sind 
allerdings nur die Einwohner mit Hauptwohnsitz! ) (vgl. Bericht des Benchmarking-kreises NRW 
Hilfen zur Erziehung+ Kennzahlenvergleich 2004, con_sens 2005).  
 
In Potsdam ist die Häufigkeit, mit der Person en ungewollt ohne Erwerbsarbeit sind, knapp 
unterdurchschnittlich.  
 
Aufgrund der Zusammenlegung von Arbeitsl osenhilfe und Sozialhilfe im Zuge der 
Arbeitsmarktreform 2005 werden ab dem nächsten Projektjahr die Hilfeempfänger von 
Arbeitslosengeld II und Sozialgeld erhoben. Die Sozialhilfequote (die im folgenden Abschnitt 
abgebildet wird, kann dann aufgrund geringer Größendimension entfallen).  
 
 
4.1.2. Sozialhilfequote  
 
Die Sozialhilfequote der unter 21-Jährigen bildet ab, wie oft jung e Menschen laufende Hilfe zum 
Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen nach SGB XII erhalten.  
 
Ökonomische Armut und benachteiligende 
Lebenssituationen können sich negativ auf die Erziehung in 
Familien auswirken. Daher ist das Ausmaß der 
Sozialhilfebedürftigkeit junger Menschen eine zentrale 
Rahmenbedingung für das Leistungsgeschehen Hilfen zur 
Erziehung+.  
 
Kinder und Jugendliche, die an der Armutsgrenze 
aufwachsen sind nach wissens chaftlichen Studien in den 
Hilfen zur Erziehung, insb esondere den stationären, 
überrepräsentiert (vgl. hierzu Bericht zur Entwicklung von 
Jugendhilfebedarf und sozi alstrukturellem Wandel, 
Zusammenfassung zentrale r Ergebnisse, S. 8, 
Kommunalverband für Jugend- und Soziales Baden-
Württemberg, August 2005).  
 
 
Definition der Kennzahl 
 
Sozialhilfequote (KeZa 5) 
 
Anzahl der Empfänger laufender HLU 
unter 21 Jahren (differenziert nach 
Altersgruppen) außerhalb von 
Einrichtungen pro 100 Einwohner der 
entsprechenden Altersgruppe mit 
Haupt- und Nebenwohnsitz lt. 
Melderegister der Städte

con_sens 
14
Um die jeweilige Betroffenheit unterschiedlicher Altersgruppen zu berücksichtigen, werden die 
Altersgruppen `bis unter 7 Jahre`, `7 bis unter 15 Jahre`, `15 bis unter 18 Jahre` und `18 bis 
unter 21 Jahre` jeweils bezogen auf die altersg leiche Bevölkerung abgebildet. Aufgrund der 
Zusammenlegung der Sozialhilfe und Arbeitslosenh ilfe im Zuge der Arbeitsmarktreform ab 2005 
und der entsprechenden Umstellungsphase Ende 2004 gilt für das Erhebungsjahr der Stichtag 
30.11.2004. 
 
Abbildung 2 Sozialhilfequote: Anzahl Empfänger la ufender HLU a.v.E. pro 100 EW der jeweiligen 
Altersgruppe in Prozent (KeZa 5) 
KeZa 5: Anzahl Empfänger laufender HLU a.v.E. 
pro 100 Einwohner bis unter 21 Jahre mit Haupt- und Nebenwohnsitz 
15,2
10,7
16,1
13,2
22,6
19,6
22,5
11,3
12,8
6,4
13,4
12,4
6,6
11,8
5,8
6,4
5,3
4,2
5,0
12,9
6,1
6,7
11,2
12,3
9,9
12,5
39,9
8,2
8,9
11,8
31,5
n.v.
10,8
n.v.
8,0
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
BHV DA KA MA P HRO
0 bis unter 7 Jahre
7 bis unter 15 Jahre
15 bis unter 18 Jahre
18 bis unter 21 Jahre
Gesamt: 0 bis unter 21 Jahre
 
 
Zunächst ist die im Vergleich deutlich über durchschnittliche Problemlage Bremerhavens 
auffällig, im Hinblick auf alle (verfügbaren) Altersgruppen. Die Altersgruppe der 15- bis unter 18-
Jährigen ist fast drei Mal so häufig sozialhilfebedürftig wie der Durchschnitt des Vergleichsrings, 
die 7- bis unter 15-Jährigen und die Gruppe der unter 7-Jährigen in Bremerhaven sind fast 
doppelt so oft von laufender Hilfe zum Lebensunterhalt abhängig wie der Durchschnitt. Für die 
18- bis unter 21-Jährigen liegen keine Zahlen vor. 
 
Diese besonders gravierende Sozialhilfebedürftigkeit in Bremerhaven wird u.a. auf eine hohe 
Anzahl an kinderreichen Aussiedlerfamilien zurückgeführt. Darüber hinaus ist in Bremerhaven die 
Entwicklung zu verzeichnen, dass junge Familien , die Arbeit haben, aus der Stadt wegziehen, 
wohingegen arbeitslose junge Menschen vom Land häufig in die Stadt nach Bremerhaven ziehen.  
 
Auch in Rostock ist die Sozialhilfebedürftigkeit insbesondere der Kinder unter 7 Jahre 
überdurchschnittlich hoch. Auch die 7- bi s unter 15-Jährigen mussten im Jahr 2004 
überdurchschnittlich oft Hilfe zum Lebensunterhalt  in Anspruch nehmen. Die 15- bis unter 18-
Jährigen und die 18- bis unter 21-Jährigen waren hingegen deutlich seltener von 
Sozialhilfebedürftigkeit betroffen. Letzteres kann unter Umständen damit zusammenhängen, dass 
Rostock eine sehr hohe Jugendar beitslosigkeit aufweist. Das bedeutet, die jungen Personen im 
erwerbsfähigen Alter werden eher durch das Hilf esystem der Arbeitslosenhilfe erfasst. Durch die 
Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe kann ab dem Erhebungsjahr 2005 künftig 
diese durch ähnliche Problemlagen gekennzeich nete Gruppe gemeinsam abgebildet werden (als 
Bezieher von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld nach SGB II).

con_sens 
15
Die Altersgruppe der Kinder unter 7 Jahre ist zwar in den übrigen Städten nicht so häufig von der 
staatlichen Transferleistung Hilfe zum Lebensunterh alt abhängig wie in der Hansestadt Rostock, 
stellt aber gleichwohl in allen Städten die jeweils am häufigsten betroffene Altersgruppe unter 
den jungen Menschen bis unter 21 Jahren dar.  
 
Ebenfalls fällt auf, dass die 18- bis unter 21-Jährigen in fast allen Städten (die Zahlen liefern 
konnten) am seltensten Hilfe zum Lebensunterhalt in Anspruch nehmen müssen. Eine Ausnahme 
hiervon liegt in Potsdam vor, hier sind di e 18- bis unter 21-Jährigen fast so häufig 
sozialhilfebedürftig wie die Kinder unter 7 Jahren.  
 
Die Werte variieren auch in Darmstadt, Karlsruhe, Mannheim und Potsdam nicht unerheblich, 
auch wenn ihre Werte aufgrund der hohen Dichte in Bremerhaven meist unter dem Mittelwert 
der sechs Vergleichsstädte liegen.  
 
Die Kinder unter 7 Jahren sowie die 18- bis unter 21-jährigen Jugendlichen sind am seltensten 
in Karlsruhe auf die staatliche Transferleistung der laufenden Hilfe zum Lebensunterhalt 
angewiesen. Die im Vergleich der Benchmarkingstädte geringste Sozialhilfebedürftigkeit der 
Altersgruppen `7 bis unter 15 Jahre` und `15 bis unter 18 Jahre` weist die Stadt Potsdam auf.  
 
 
4.1.3 Von Scheidung betroffene Kinder und Jugendliche 
 
Die Zahl der von Scheidung betroffenen Kinder und  Jugendlichen kann als Indiz für die Stabilität 
bzw. Instabilität der Familienverhältnisse herangezogen werden.  
 
Die Zahl der von Scheidung betroffenen Kinder und Jugendlichen sind ein besonders wichtiger 
Indikator bei der Betrachtung des Kontextes von Hilfen zur Erziehung +. Nach wissenschaftlichen 
Studien birgt die Scheidung bzw. die Trennung der Eltern ein um ein Vielfaches höheres Risiko 
für die Notwendigkeit von Erziehungshilfen als im  Falle einer Betreuung durch beide Eltern (vgl. 
Bericht zur Entwicklung von Jugendhilfebedar f und sozialstrukturellem Wandel für die 
Stadtkreise und Landkreise in den Regierungsbezirken Stuttgart und Tübingen über den Zeitraum 
1999 bis 2003 von Dr. Ullrich Bürger, Herausgeber: Kommunalverband für Jugend und Soziales 
Baden-Württemberg, August 2005.).  
 
Zu beobachten ist darüber hinaus, dass die Zahl  der Kinder und Jugendlichen insgesamt zwar 
zurückgeht, die Zahl derer, die von der Scheidung ihrer Eltern betroffen sind, jedoch zunimmt 
(vgl. ebenda). Das bedeutet, trotz Rückgängen bei der jungen Bevölkerung ist ein steigender 
Jugendhilfebedarf plausibel anzunehmen.  
 
Dieser Indikator zeigt sicherlich nur einen Aussch nitt der sozialen Problematik. Nach aktueller 
Datenlage können Kinder und Jugendliche, die von der Trennung ihrer (nicht verheirateten) 
Eltern betroffen sind, nicht berücksichtigt werden.  
 
Aufgrund der zunehmenden Bedeutung eheähnlicher 
Lebensgemeinschaften ist davon auszugehen, dass die Zahl 
der von Trennung betroffenen jungen Menschen unter 18 
Jahren stetig steigt.  
 
Von dieser Entwicklung sind jedoch alle Städte des 
Vergleichsrings in vergleichbar em Ausmaß betroffen. Daher 
sind die von Scheidung betr offenen Kinder – als ein 
Ausschnitt – ein gesicherter Indikator, um Unterschiede 
zwischen den einzelnen Städten abzubilden.  
 
 
Definition der Kennzahl 
 
Von Scheidung betroffene Kinder 
und Jugendliche pro 100 EW u. 18 
J. (KeZa 12) 
 
Von Scheidung betroffene Kinder und 
Jugendliche bis unter 18 Jahren pro 
100 EW bis unter 18 Jahren

con_sens 
16
Und diese Unterschiede sind erheblich, wie die folgende Grafik (Abb.3) zeigt.  
 
Abbildung 3 Von Scheidung betroffene Kinder und Jugendliche bis unter 18 J. pro 100 altersgleiche EW 
(KeZa 12) 
KeZa 12: Von Scheidung betroffene Kinder pro 100 Einwohner von 0 bis unter 18 Jahre
2,26
1,26
0,97
1,261,16
0,88
1,30
0,00
0,50
1,00
1,50
2,00
2,50
BHV DA KA MA P HRO
Von Scheidung betroffene Kinder pro 100 EW 0-u.18 J. mit Haupt- und Nebenwohnsitz 2004
Mittelwert 2004
 
 
Im Mittel waren im Berichtsjahr 1,3 Kinder  und Jugendliche unter 18 Jahren pro 100 
Einwohner dieser Altersgruppe von der Scheidung ihrer Eltern betroffen.  
 
Die Spanne der jungen Menschen pro 100 Einwohner unter 18 Jahren, deren Eltern sich 2004 
haben scheiden lassen, reicht jedoch weit.  
 
Eine besondere Problemlage zeichnet sich in Bre merhaven ab. Zum Einen spiegeln sich hier die 
übrigen ebenfalls belastenden sozialstrukturellen Belastungsfaktoren wider. Zum Anderen ist eine 
spezifischere Entwicklung in Bremerhaven zu be obachten, die als ein Erklärungsfaktor gelten 
kann. Viele junge Familien ziehen häufig aus Bremerhaven in die umlie genden Landkreise, um 
sich dort ein Haus zu bauen. Nicht selten kommt es zur Trennung der Paare, die nunmehr 
alleinerziehenden Elternteile ziehen mit ihren Kindern dara ufhin wieder zurück nach 
Bremerhaven.  
 
Aufgrund der sehr hohen Dichte der von Scheidung betroffenen Kinder und Jugendlichen in 
Bremerhaven, liegen die Werte der übrigen Städte alle unter dem Mittelwert der sechs 
Vergleichsstädte.  
 
Besonders selten sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Potsdam und Darmstadt von 
der Scheidung ihrer Eltern betroffen.

con_sens 
17
4.1.4 Kindertagesbetreuung 
 
Die Kennzahl 9 bildet die belegten Plätze in Kindertageseinrichtungen  für Kinder bis unter 14 
Jahren ab, differenziert nach einzelnen Altersg ruppen. Unter Kindertageseinrichtungen werden 
Kinderkrippen, Kindergärten und Horte verstanden. Alternative Betreuungsformen werden mit der 
Kennzahl 11 berücksichtigt (nähere Ausführungen hierzu 
in diesem Kapitel).  
 
Der Versorgungsgrad an Plätzen in 
Kindertageseinrichtungen ist eine relevante 
Rahmenbedingung für das Leistungsgeschehen Hilfen zur 
Erziehung+. Kindertagesbetreuung kann entlastende 
Auswirkungen auf die Familien haben. Es können frühzeitig 
erzieherische Bedarfe erkannt und aufgefangen werden, 
was entlastende Auswirkungen auf das HzE ++-
Leistungsgeschehen haben kann. 
 
Die belegten Plätze in Tageseinrichtungen für Kinder werden danach differenziert, ob sie für 
unter 3-jährige Kinder, für 3-Jährige bis noch nicht schulpflichtige Kinder oder für schulpflichtige 
Kinder zur Verfügung stehen.  
 
Da die Plätze in Kindertagesein richtungen für die 3-jährigen bi s noch nicht schulpflichtigen 
Kinder in der Regel Kindern bis 6,5 Jahren zur Verfügung stehen, wird die Bezugsgröße 
entsprechend gewählt.  
 
Abbildung 4 Anzahl Belegte Plätze für Kindertagesbetreuung gesamt pro 100 EW 0- unter 14 Jahre am 
31.12. (KeZa 8)  
KeZa 8: 
Anzahl der belegten Plätze für Tageseinrichtungen für Kinder gesamt
 pro 100 0 bis unter 3 jährige EW
pro 100 3 bis unter 6,5 jährige EW
pro 100 6,5 bis unter 14 jährige EW
jeweils mit Haupt- und Nebenwohnsitz
2,7
8,7
43,4
39,4
88,0 89,8 91,2
12,8
31,6
20,7
4,7
7,2
95,3
92,4
77,8
90,6
46,7
13,9
22,2
5,86,3
0,0
20,0
40,0
60,0
80,0
100,0
120,0
BHV DA KA MA P HRO MW 
Plätze für 0 bis unter 3 Jahre Plätze für: 3 Jahre bis noch nicht schulpflichtig Plätze für schulpflichtige Kinder
BHV: Die Angebote der Stadt für die schulpflichtigen Kinder werden nur für Kinder von 6 bis 12 Jahren bereit gestellt, die für die übrigen Städte gewählte Bezugsgröße ist daher nicht 
sinnvoll, die Werte der Stadt für alle drei Gruppen fließen daher nicht in den Mittelwert ein. 
 
 
Für Bremerhaven gelten folgende Besonderheiten : Die Angebote für noch nicht schulpflichtige 
Kinder ab drei Jahren werden nur für die 3-  bis unter 6-jährigen Einwohner angeboten. Zur 
Veranschaulichung: Würde man die Werte auf die in Bremerhaven berücksichtigten Einwohner 
von 3 bis unter 6 Jahren beziehen, würde der Wert 91,6 belegte Plätze pro 100 Einwohner 
dieser Altersgruppe betragen. 
Definition der Kennzahl 
 
Kita-Plätze (KeZa 9) 
 
Anzahl der belegten Plätze in 
Tageseinrichtungen für Kinder bis unter 
14 Jahre in Kindertagesstätten  
Differenziert nach Altersgruppen pro 
altersgleiche Einwohner mit Haupt- 
und Nebenwohnsitz lt. Melderegister.

con_sens 
18
 
Der Versorgungsgrad für die Kinder ab drei Jahren, die noch nicht schulpflichtig sind, 
unterscheidet sich zwar zwischen den Städten des Benchmarkingkreises, allerdings eher in einer 
zu vernachlässigenden Größenordnung. Für diese Altersgruppe greifen die gesetzlichen Vorgaben. 
 
Die Unterschiede liegen in dem Versorgungsgrad für die unter 3-Jährigen  und die Plätze für 
schulpflichtigen Kinder unter 14 Jahre. Die Kindertagesbetreuung ist für diese Altersgruppen 
insbesondere in Potsdam und in der Hansestadt  Rostock überdurchschnittlich gut ausgestattet. 
Dies ist auf die historisch gewachsenen gut ausgebauten Betreuungsstrukturen in der ehemaligen 
DDR zurückzuführen. Auch bundesweite Un tersuchungen zeigen, dass sich Ost- und 
Westdeutschland auch mehr als zehn Jahre na ch der Wiedergewinnung der deutschen Einheit 
im Hinblick auf die Kinderta gesbetreuung deutlich unterscheiden (vgl. Broschüre des 
Statistischen Bundesamtes „Kindertagesbetre uung in Deutschland – Einrichtungen, Plätze, 
Personal und Kosten 1990 bis 2002"; sowie Pressemitteilung vom 16. März 2004).  
 
Die übrigen Städte des Benchmarki ngkreises sehen hier für sich Verbesserungspotenziale. Ihre 
Zielsetzung ist es, das Angebot an Kindertagesb etreuung insbesondere für Kinder unter drei 
Jahren auszubauen. Im Zuge des Tagesbetre uungsausbaugesetzes fordert auch der Bund 
verstärkte Aktivitäten von Seiten der Kommunen.  Dabei kann ein sinnvo ller Ansatzpunkt darin 
bestehen, zwischen den einzelnen Altersgrupp en umzusteuern, beispielsweise einen ggf. 
sinkenden Bedarf in der Altersgruppe der 3- bis unter 6-Jährigen nicht zu einem Abbau, sondern 
zu einer Umstrukturierung der Betreuungsplätze zu nutzen.  
 
Sowohl im Bereich der Krippenplätze als auch im Hinblick auf die Angebote für schulpflichtige 
Kinder ist in den westdeutschen Städten bereits eine gewisse Dynamik entstanden. Dies wird an 
der Abbildung 4 deutlich, die auch für die Städte Bremerhaven, Mannheim, Karlsruhe und 
Darmstadt eine nicht unerhebliche Variationsbr eite ausweist. Im Rahm en des Benchmarking 
können die Dynamiken und künftigen Entwicklungen in diesem Feld im weiteren Projektverlauf 
beobachtet werden.  
 
Im Folgenden werden neben den belegten Plätzen für die Kindertageseinrichtungen auch Plätze 
für weitere Formen der Kindertagesbetreuung abgebildet, um ein umfassendes Bild zu geben und 
auch, um unterschiedliche Betreuungsstrukturen der Städte zu berücksichtigen.  
 
Dabei werden belegte Plätze für Kinder bis unter 14 Jahren 
für folgende Betreuungsformen berücksichtigt:  
• Kindertagesstätten: Hierunter werden Kinder-
krippen, Kindergärten und Horte verstanden.  
• Registrierte Tagespflege: Hierunter wird öffentlich 
geförderte Tagespflege im Sinne des §23 SGB VIII 
verstanden.  
• Sonstige Formen der Kindertagesbetreuung:   
Hierunter werden schulische Angebote verstanden, 
die feste Zeiten ihres Angebotes garantieren. Das 
bedeutet insbesondere Ganztagsschulen und die 
verlässliche Grundschule.  Nicht gezählt werden 
hingegen Angebote des Schülertreffs, Hausaufga-
benbetreuung, Spielekreis, Sonder- und Förderschulen.  
 
Die Grafik KeZa 11 bildet die Anzahl der bele gten Plätze für Kindertageseinrichtungen, 
Tagespflege und sonstige Formen der Kind ertagesbetreuung pro Ei nwohner ab. Bei der 
Interpretation der Grafik ist unbedingt zu berücksi chtigen, dass hier die belegten Plätze für die 
Altersgruppe der 0 bis unter 14 Jahren insgesamt  ausgewiesen sind. So liegen die Dichten 
insgesamt auch sehr viel niedriger als für die einzeln betrachtete Altersg ruppe der Kinder ab 3 
Definition der Kennzahl 
 
Belegte Plätze Kindertagesbetreuung 
(KeZa 11) 
 
Belegte Plätze für Kinder bis unter 14 
Jahre in Kindertageseinrichtungen und 
sonstigen Formen von 
Kindertagesbetreuung und in 
registrierter Tagespflege pro Einwohner 
bis unter 14 Jahre mit Haupt- und 
Nebenwohnsitz lt. Melderegister.

con_sens 
19
Jahren, die noch nicht schulpflichtig sind. Der Versorgungsgrad pro altersgleiche Bevölkerung ist 
in der Grafik KeZa 8 (Abb. 4) abgebildet.  
 
Zu berücksichtigen ist, dass im Rahmen des Benc hmarking die Anzahl der Plätze gezählt wird. 
Nicht betrachtet werden qualitative Kompon enten des Versorgungsangebotes wie die 
Öffnungszeiten und die Flexibilität des jeweiligen Betreuungsarrangements.  
 
Abbildung 5 Anzahl Belegte Plätze für Kindertagesbetreuung gesamt pro 100 EW 0- unter 14 Jahre am 
31.12. (KeZa 11)  
KeZa 11: Belegte Plätze für Kinder von 0 bis unter 14 Jahre in Kindertagesstätten und sonstigen Formen von 
Kindertagesbetreuung und in registrierter Tagespflege
pro 100 Einwohner von 0 bis unter 14 Jahre mit Haupt- und Nebenwohnsitz
32,3 25,9
29,0
59,2
49,6
39,2
0,46 1,20
1,33
1,00
1,57
1,11
0,5 7,44,7 8,6 4,1
19,2
n.v.
n.v.
n.v.
0
10
20
30
40
50
60
70
80
BHV DA KA MA P HRO MW 
sonstige Formen v. Betreuung Kitas in registrierter Tagespflege
BHV: Die Zahlen sind für 2004 nicht darstellbar.  MA:  Daten für die sonstigen Formen von Kindertagesbetreuung sind in der Grafik nicht vollständig enthalten, die Zahl wurde von MA bereits korrigiert, eine 
Berücksichtigung im Bericht war bis Redaktionsschluss nicht mehr möglich.  
 
 
E r w a r t u n g s g e m ä ß  w i r d  a u c h  i n  d i e s e r  G r a f i k  f ür die ostdeutschen Städte ein besonders guter 
Versorgungsgrad an Kindertagesbetreuung abgebi ldet. Auch die Ausstattung mit Plätzen in 
Kindertagesstätten (Kinderkrippen, Kindergärten , Horte), die vom Bundesgesetzgeber für die 3-
bis unter 6-Jährigen sowie für die unter 3-Jährigen gesetzlich geregelt ist, liegt mehr als deutlich 
über dem Mittelwert.  
 
Dies deckt sich mit den Ergebnissen der oben ab gebildeten Grafik (KeZa 8), die zeigt, dass der 
Versorgungsgrad in Potsdam und Rostock insbesondere für die Altersgruppen der unter 3-
Jährigen sowie der 6- bis unter 14-Jährigen besonders gut ist.  
 
Hingewiesen wird darauf, dass Daten für die so nstigen Formen von Kindertagesbetreuung für 
Mannheim in der Grafik nicht vollständig enth alten sind, die Zahl wurde von Mannheim bereits 
korrigiert, eine Berücksichtigung im Bericht war bis Redaktionsschluss nicht mehr möglich.   
 
 
4.1.5 Schulabgänger ohne Abschluss 
 
Ein weiterer relevanter Kontextfaktor ist die Zahl der Schulabgänger von 15 bis unter 21 Jahren, 
die ihre Schule ohne formale Qualifikation verlassen. Die im Folgenden abgebildete Kennzahl 
bildet die Anzahl dieser Schulabgänger ohne Abschluss pro 100 altersgleiche Einwohner ab.

con_sens 
20
Ein fehlender Schulabschluss wird die beruflichen 
Perspektiven der jungen Menschen verschlechtern und 
auch darüber hinaus Benachteiligungen mit sich bringen. 
Daher sind die Jugendlichen  ohne Schulabschluss ein 
relevanter Kontext, in dem die Jugendämter vor Ort 
agieren.  
 
Dieser stellt sich – wie die folgende Grafik zeigt – sehr 
unterschiedlich dar.  
 
 
 
Abbildung 6 Schulabgänger ohne Abschluss pro 100 EW 15 bis unter 21 Jahre (KeZa 3) 
KeZa 3: Schulabgänger ohne Abschluss pro 100 EW 15 bis unter 21 Jahre 2004
2,22
1,02
2,18
2,38
n.v.n.v.
1,95
0,0
0,5
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
BHV DA KA MA P HRO
Schulabgänger ohne Abschluss je 100 EW 15-u.21 Jahre mit Haupt- und Nebenwohnsitz 2004
Mittelwert 2004
 
 
Da leider die Daten auf Länderebene nicht bundeswe it verfügbar sind, kann an dieser Stelle nur 
ein unvollständiges Bild gegeben werden. Der Mittel wert an dieser Stelle wird lediglich auf der 
Basis von vier Städten errechnet.  
 
Auf den ersten Blick ist der im Vergleich besonder s niedrige Wert in Karlsruhe auffällig. Nur ein 
Schüler pro 100 Einwohner von 15 bis unter 21 Jahren hat 2004 die Schule ohne Abschluss 
verlassen. Dies wird darauf zu rückgeführt, dass sog. Brennpunktsc hulen in der Stadt spezifische 
Förderung durch Schulsozialarbeit erhalten.  
 
Die Werte der übrigen Städte bewegen si ch mit Werten zwischen 2,18 und 2,38 
Schulabgängern ohne formale Qualifikation – durch die deutlich niedrigere Zahl in Karlsruhe - 
alle über dem Mittelwert.  
 
Zu berücksichtigen ist, dass die Zahl der Schu labgänger sehr stark schwankt, Entwicklungen 
finden in diesem Feld sprunghaft statt. Abhäng ig sind die Werte beispielsweise auch von der 
Zahl junger Migranten, die in der jeweiligen Stadt leben.  
 
 
Definition der Kennzahl 
 
Schulabgänger ohne Abschluss pro 
100 EW (KeZa 3) 15 unter 21 Jahre
 
Schulabgänger ohne Abschluss pro 
100 EW 15 bis unter 21 Jahren mit 
Haupt- und Nebenwohnsitz lt. 
Melderegister.

con_sens 
21
In Mannheim werden regelmäßig diesbezüglic he Daten erhoben, so wird der Anteil der 
Ausländer, Aussiedler und Eingebürgerten an der Gesamtbevölkerung mit knapp 30 Prozent 
benannt. Bei Kindern und Jugendlichen liegt der Wert noch höher. Die Stadt führt darauf ihre 
vergleichsweise hohe Anzahl an Schulabgängern ohne Schulabschluss pro 100 Einwohner bis 
unter 21 Jahren zurück.  
 
 
4.1.6 Beendete Gerichtsverfahren mit Jugendgerichtshilfe (nach § 38 JGG)  
 
Die Rahmenbedingungen, unter denen die örtliche n Jugendämter agieren, ist auch durch die 
Zahl der beendeten Gerichtsverfahren mit Jugendgerichtshilfe nach § 38 JGG gekennzeichnet. 
 
Im Zuge der beendeten Gerichtsverfahren mit 
Jugendgerichtshilfe nach § 38 JGG entfalten die Jugendämter 
unmittelbar Aktivitäten. Daher ist die Dichte der beendeten 
Gerichtsverfahren in einer Stadt ein relevanter Kontext, im 
Rahmen dessen die Jugendämter agieren.  
 
Die folgende Kennzahl bildet diese beendeten Gerichtsverfahren 
pro 1.000 junge Einwohner von 14 bis unter 21 Jahren ab. 
Diese Zahl beinhaltet keine Diversionsverfahren und keine 
vereinfachten Verfahren bei Jugendgerichten. Doppelzählungen 
bei den Hilfeempfängern sind möglich, wenn mehrere Verfahren 
pro Hilfeempfänger im Berichtsjahr beendet werden.  
 
Die Grafik zeigt, dass die Situation in den Städten bezüglich der Häufigkeit, mit der junge 
Menschen aufgrund ihrer Gerichtsverfahren durc h die Jugendgerichtshilfe betreut werden, sehr 
unterschiedlich ist.  
 
Abbildung 7 Anzahl der beendeten Gerichtsverfah ren mit Jugendgerichtshilfe pro 1.000 EW 14 bis 
unter 21 J. (KeZa 4) 
KeZa 4: 
Anzahl der im Bj. beendeten Gerichtsverfahren mit Jugendgerichtshilfe (§ 38 JGG) 
pro 1.000 EW von 14 bis unter 21 Jahre mit Haupt- und Nebenwohnsitz
89,5
27,5
39,3
71,1
46,1
33,5
33,9
0,0
20,0
40,0
60,0
80,0
100,0
120,0
BHV DA KA MA P HRO MW 
P: Erfasst ist nur der Zeitraum ab 1. Juni 2004 bis zum Jahresende. HRO: Daten enthalten vereinfachte Verfahren. Beide Städte sind daher nicht im Mittelwert 
enthalten. 
 
 
 
Definition der Kennzahl 
 
Anzahl der beendeten 
Gerichtsverfahren pro EW  
(KeZa 4) 
 
Anzahl der im Bj. beendeten 
Gerichtsverfahren mit 
Jugendgerichtshilfe nach § 38 
JGG, pro 1.000 EW im Alter von 
14 bis unter 21 Jahren mit 
Haupt- und Nebenwohnsitz

con_sens 
22
Die beendeten Gerichtsverfahren mit Jugendgerich tshilfe von rund 65 jungen Menschen von 14 
bis unter 21 Jahren pro 1.000 Einwohner wurden  im Mittel der sechs Vergleichsstädte im 
Berichtsjahr beendet.  
 
Eine besonders hohe Problemlage zeigt sich wiederum in Bremerhaven. 
 
Für die Daten aus Rostock ist zu berücksichtigen, dass die Stadt vereinfachte Verfahren nicht 
selektieren kann, diese sind daher in der Zahl enthalten.  
 
Im Vergleich der sechs Benchmarkingstädte beso nders günstige Rahmenbedingungen liegen im 
Hinblick auf den hier betrachteten Belastungsfaktor in Karlsruhe, Mannheim und Darmstadt vor.  
 
Worauf sind die unterschiedliche n Ergebnisse der Städte zurückzuführen? Diese Frage wird im 
Rahmen des Benchmarking nur im Hinblick auf Erklärungsfaktoren bearbeitet, die durch die 
örtlichen Jugendämter beeinflusst werden können. So wird als ein zentraler Faktor die verstärkte 
Kooperation von Polizei, Staatsanwaltschaft und Ju gendhilfe angeführt, die dazu dient, die Zahl 
der Gerichtsverfahren zu senken. Weitere wichtige  Projekte sind soziale Trainingskurse und der 
Täter-Opfer-Ausgleich.  
 
Darüber hinaus führt z.B. Mannheim seinen relativ niedrigen Wert auch auf die umfangreiche 
Kriminal-Präventionsarbeit im Stadtgebiet zurück. Es gibt dort mehrere Präventions-Projekte, die 
durch die Jugendgerichtshilfe initiiert oder geleitet werden. Z.B. wurde das Projekt 
„Gewaltprävention an Schulen und Einrichtungen der Jugendhilfe“ von Mannheim entwickelt und 
in anderen Kommunen übernommen.  
 
Der erste Erfahrungsaustausch zeigt, dass die un terschiedlichen Vorgehensweisen im weiteren 
Projektverlauf noch vertieft zu analysieren sind, um die konkreten Unterschiede in den jeweiligen 
Vorgehensweisen herauszuarbeiten.  
 
So führen alle Städte Aktivitäten im primär - und sekundärpräventiven Bereich mit jeweils 
unterschiedlichen Schwerpunkten du rch, die in diesem Rahmen beispielhaft aufgeführt werden. 
So konzentriert sich beispielsweise Darmstadt au f die präventive Arbeit an Schulen, in Potsdam 
trifft sich eine Runde, um Lösungskonzepte für die zehn auffälligsten jugendlichen Straftäter zu 
entwickeln, Karlsruhe berichtete über verstärkte Akti vitäten um jugendliche Straftäter im Vorfeld 
von drohenden Gerichtsverfahren in alternative  präventive Angebote `umzusteuern`, z.B. in 
Sportgruppen zur Gewaltprävention. Eines der neueren Projekte in Bremerhaven zielt auf die 
Unterstützung und Förderung der Zivilcourage unter jungen Menschen ab.  
 
Dieses Themenfeld wird im weiteren Projektverlauf des Benchmarking vertieft bearbeitet.

con_sens 
23
 
LEGENDE
Belastungsfaktoren
Arbeitslosendichte (bis u. 65 J.)
Schulabgänger ohne Abschluss
(15-u.21 J.)
Anklagen nach JG G  pro 1000 EW
(14-u.21 J.)
Jugend-Sozialhilfequote (pro 100
EW )
unterdurchschnittliche Anzahl
Kita-Plätze (0-14 J.)
v. Scheidung betr. KiJu (pro 100
EW 0-18 J.)
4.1.7 Die Kontext-Bedingungen der Städte in der Zusammenschau  
 
Die Kontextanalyse zeigt insgesamt, dass die St ädte des Vergleichsrings sehr unterschiedliche 
sozialstrukturelle Problemlagen aufweisen, sowohl im Hinblick auf das Ausmaß der Belastung als 
auch im Hinblick auf die einzelnen Belastungsfaktoren.  
 
Daher werden alle Kontext-Indikatoren im Folgen den für jede einzelne Stadt in einer sog. 
Netzgrafik zusammen abgebildet.  
 
Die angegebenen Werte der 
Netzgrafiken bilden nicht die 
absoluten Ausprägungen des 
jeweiligen Indikators ab, 
sondern die Abweichung vom 
Mittelwert.  
 
Die Werte beziehen sich auf 
den Mittelwert (= Index 
100), der jeweils in einer rot 
gestrichelten Linie dargestellt 
ist.  
 
Dies ist notwendig, um die 
unterschiedlichen Indikatoren mit jeweils unter schiedlichen Bezugsgröß en vergleichbar zu 
machen.  
 
Alle Indikatoren werden mit der gleichen Wirkungsrichtung, d.h. als belastende Faktoren 
abgebildet. Hierzu wurde die Anzahl der bele gten Plätze in Kindertageseinrichtungen 
entsprechend transformiert. Daher wird in der Legende der Netzgrafik auch die Bezeichnung 
„unterdurchschnittliche Anzahl Kita-Plätze“ gewählt.  
 
Je höher der Wert des Indikators ist, desto größer ist die entsprechende Problemlage in der Stadt 
einzuschätzen und desto größer auch die in der Grafik aufgespannte Fläche.  
 
Folgendes Zahlenbeispiel erläutert dies näher: Für Rostock ist in der Grafik KeZa 1 
„Arbeitslosendichte“ ein Wert von 13,9 Arbeit slosen pro 100 Einwohner abgebildet. In der 
Netzgrafik macht der Wert für Rostock 147,6 Pr ozent des Mittelwertes aus. Wie kommt diese 
Berechnung zustande? 
 
Wert Rostock 
in Grafik  
KeZa 1 
Mittelwert (MW) der 
Vergleichsstädte in 
Grafik KeZa 1 
MW auf Index 100 gesetzt  
+ Abweichung des 
Rostocker Wertes vom MW 
errechnet 
 
 
Abgebildeter Wert 
in der Netzgrafik 
= Anteil  
Interpretation 
13,9 
Arbeitslose pro 
100 EW  
 
9,4 Arbeitslose pro 
100 EW 
13,9 : 9,4 x 100 = 147,6 
 
(inkl. kleiner 
Rundungsfehler) 
147,6 
 
Die Rahmenbedingung 
in Rostock ist sehr 
ungünstig, da die 
Ausprägung des 
Belastungsfaktors 147,6 
Prozent des MW 
ausmacht.

con_sens 
24
152,5
113,8
194,2
185,8
n.v.
174,1
Brem erhaven 2004 MW = Index 100
64,7
n.v.67,9
117,7
80,4
73,6
Darm stadt 2004 MW = Index 100
52,296,9
133,9 59,6
58,7
62,9
K arlsruhe 2004 MW = Index 100
75,5
122,2
72,6
90,3
126,1
89,0
Mannheim 2004 MW = Index 100
96,8
111,975,0
48,8
75,7
n.v.
Potsdam  2004 MW = Index 100
147,6
n.v.
n.v.
95,8
73,5
97,1
Rostock 2004 MW = Index 100
LEGENDE
Belastungsfaktoren
Arbeitslosendichte (bis u. 65 J.)
Schulabgänger ohne Abschluss
(15-u.21 J.)
Anklagen nach JGG pro 1000 EW
(14-u.21 J.)
Jugend-Sozialhilfequote (pro 100
EW)
unterdurchschnittliche Anzahl
Kita-Plätze (0-14 J.)
v. Scheidung betr. KiJu (pro 100
EW 0-18 J.)
 
 
 
 
4.2 Input-Indikatoren  
 
Die Input-Indikatoren bilden ab, was di e Städte in das Leistungsgeschehen HzE ++ hineingeben, 
um ihre Zielsetzungen in den Hilfen zur Erziehung+ zu erreichen.  
 
Im Rahmen der Input-Analyse werden im Schwerpunkt die Ausgaben analysiert, die pro Fall und 
pro Einwohner für HzE++ anfallen.  
 
Der Blick auf die Netto-Ausgaben HzE ++ gesamt pro Einwohner  unter 21 Jahre (KeZa 30)  
verdeutlicht, wie viele finanzielle Mittel der Ko mmune im Berichtsjahr fü r die jungen Menschen 
in Zusammenhang mit HzE++ geflossen sind. Hohe Leistungsdichten schlagen sich hier nieder.  
 
Die Analyse der Netto-Ausgaben HzE ++ gesamt pro Fall (KeZa 31)  hingegen macht 
Kostenunterschiede in der Betreuung der Hilfeempfänger in den einzelnen Städten transparent.  
 
Des weiteren werden die Personalressourcen pro Fall (KeZa 20_21 sowie die KeZa 22) 
betrachtet, die für die einzelnen Aufgabenfelder des Jugendamtes eingesetzt werden.

con_sens 
25
4.2.1. Netto-Ausgaben  
 
4.2.1.1. Netto-Ausgaben pro Einwohner (KeZa 30) 
 
Im Rahmen der Input-Analyse wi rd zunächst betrachtet, welche finanziellen Mittel die 
Kommunen aufwenden, um Hilfen zur Erziehung+ zu leisten.  
 
Die Kennzahl der Netto-Ausgaben gesamt pro jungen 
Einwohner bildet den unterschi edlichen Input ab, den die 
einzelnen Städte für Hilfen zur Erziehung + pro Einwohner 
unter 21 Jahre im Berichtsjahr aufgewandt haben.  
 
Bei der Interpretation der Ergebnisse ist grundsätzlich zu 
berücksichtigen, dass die Ur sachen für vergleichsweise 
niedrige oder hohe Ausg aben pro Einwohner sehr 
unterschiedlicher Natur sein kö nnen (vgl. hier zu Abschnitt 
über Wechselwirkungen der einzelnen Kenn-
zahlenergebnisse).  
 
Die Ergebnisse des quanti tativen Vergleichs machen 
Unterschiede sichtbar und setz en dadurch Impulse für die 
Suche nach Hintergründen, Verbesserungspotenzialen und 
Erfolgsfaktoren. 
 
Die Brutto-Ausgaben für die HzE + setzen sich wie folgt 
zusammen:  
• Personalausgaben für die Tätigkeit des ASD1. Diese beinhalten auch die Beratungsanteile 
im Vorfeld zur Klärung von HzE ++- Maßnahmen, die Beratungen nach §§ 16, 17, 18 
SGB VIII sowie die fallübergreifende Stadtteilarbeit, bezogen auf junge Menschen und die 
Mitwirkung in familienrechtlichen und vormundschaftlichen Verfahren.  
• Personalausgaben für die Tätigkeit der Wirtschaftlichen Jugendhilfe, 
• Personalausgaben für die operativen Tätigkeiten der HzE++ und  
• Ausgaben für die extern erbrachten Hilfen zur Erziehung+ (mit Pflegekinderdienst, aber 
ohne Adoptionsstelle, ohne Jugendgerichtshi lfe). Diese externen operativen Ausgaben 
machen den Großteil der Gesamtausgaben au s (im Mittel der Vergleichsstädte über 90 
Prozent) (s. hierzu Grafik KeZa 40 im Anhang).  
Von diesen Brutto-Ausgaben werden alle Ist- Einnahmen abgezogen, ausgenommen der Kosten-
erstattungen gemäß § 89 a bis h SGB VIII.  
 
Unter Netto-Ausgaben werden die Ist-Ausgaben, die tatsächlich geflossenen Mittel des 
Haushaltsjahres verstanden. Falls dies zu buch ungstechnischen Verschiebungen aufgrund von 
nicht periodenmäßig abgegrenzt en Haushaltsmitteln führt, wi rd darauf im Rahmen der 
Berichtslegung hingewiesen.  
 
Die Ausgestaltung der Aufgabenwahrnehmung in den Kommunen, insbesondere die Frage, ob 
Leistungen intern oder extern erbracht werden, kann sich auf die Ausprägung der Kennzahl 
auswirken.  
 
                                             
1 In Darmstadt nimmt der Städtische Sozialdienst (StSD) die Aufgabenfelder wahr, die in den übrigen Städten durch 
den ASD durchgeführt werden. Näheres hierzu im Stadtprofil Darmstadt unter 5.2. Um die Lesbarkeit des 
Berichtstextes zu gewährleisten wird im Laufe des Textes auf die Differenzierung der Begrifflichkeit verzichtet.  
Definition der Kennzahl 
 
Netto-Ausgaben pro Einwohner  
(KeZa 41) 
 
Netto-Ausgaben HzE++ gesamt pro 
Einwohner 0 bis unter 21 Jahre 
 
Wirkungsfaktoren 
 
▲ Anstieg der Netto-Ausgaben 
entsteht durch 
· Zunahme der Ausgaben 
· Abnahme der Einnahmen oder 
· Abnahme der Einwohner 
 
▼ Sinken der Netto-Ausgaben entsteht 
durch  
· Abnahme der Ausgaben 
· Zunahme der Einnahmen oder 
· Zunahme der Einwohner

con_sens 
26
Grund hierfür ist, dass Sach- und Overhead-Kosten in die Berechnung der Ausgaben für externe 
Dienstleister einfließen, im Gegensatz zu der Berechnung der Ausgaben für interne Mitarbeiter, 
für die nur die reinen Personalkosten berü cksichtigt werden. Vergleichsweise hohe 
Nettoausgaben können daher u.a. auch darauf zurückzuführen sein.  
 
Abbildung 8 Nettoausgaben HzE++ gesamt pro EW 0- unter 21 Jahre (KeZa 41)  
 
KeZa 41: Nettoausgaben pro Einwohner 0 bis unter 21 Jahre in Euro 
differenziert nach Nettoausgaben extern operativ, Personalausgaben intern operativ und Personalkosten für 
WJH und ASD - 2004
652,9
500,5
60,6
43,5 44,4
41,3
33,1
54,4
46,2501,0
540,6
436,6
709,8
555,0
432,4
508,0
477,4
401,1
531,4
8,0
2,8 11,9 8,3
2,5
2,4
21,9
564,3
577,7
0,00
100,00
200,00
300,00
400,00
500,00
600,00
700,00
800,00
BHV DA KA MA P HRO MW 
Netto-Ausgaben - extern operativ 2004 Personal - intern operativ 2004 Personalkosten - WJH und ASD 2004 Summe Nettoausgaben 2004
 
 
Rostock weist im Vergleich der sechs Städte deutlich überdurchschnittliche Werte bei den 
Nettoausgaben pro jungen Einwohner auf. In di esem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, 
dass Rostock im Hinblick auf se ine sozialstrukturellen Rahmenbedingungen insbesondere eine 
deutlich überdurchschnittliche Arbeitslosendichte aufweist.  
 
Aufgrund der sehr hohen Jugendarbeitslosigkeit in Rostock (s. Grafik 1.1. im Anhang) ist darüber 
hinaus davon auszugehen, dass die Problemlagen in der jungen Bevölkerung ebenfalls 
überdurchschnittlich sind, auch wenn dies in der ausgewählten Kennzahl Sozialhilfequote für 
Personen unter 21 Jahre nicht abgebildet wird (Näheres vgl. Stadtprofil).  
 
Die Nettoausgaben in Potsdam hingegen liege n deutlich unter dem Mittelwert der sechs 
Vergleichsstädte. Dies korrespondiert mit der im Vergleich geringsten Falldichte der Stadt. Die 
sozialen Bedingungen in Potsdam sind im Verg leich nur durchschnittlich belastet. Ein Grund 
hierfür könnte unter anderem sein, dass Potsdam in dieser Hinsicht von seinem Status als 
Landeshauptstadt und von der Nähe zu Berlin profitiert.  
 
Ebenfalls noch deutlich unter dem Mittelwer t liegen die im Berichtsjahr aufgewandten 
Nettoausgaben pro Einwohner unter 21 Jahre in Bre merhaven. Hier greift der Erklärungsfaktor 
einer niedrigen Leistungsdichte ni cht, da diese deutlich über dem Mittelwert liegt (s. hierzu 
Grafik KeZa 50.a).

con_sens 
27
Als ein zentraler Erklärungsfaktor für die verg leichsweise niedrigen Nettoausgaben pro jungen 
Einwohner kann der exorbitant hohe Anteil der stationären Fälle, die in Pflegefamilien leben, 
herangezogen werden (s. hierzu Grafik KeZa 56).  Überraschend sind diese Werte angesichts der 
sozialstrukturellen Problemlagen, die Bremerh aven im Vergleich der Benchmarkingstädte 
aufweist. Im Hinblick auf fast alle ausgewählt en Kontextfaktoren weist Bremerhaven deutlich 
überdurchschnittliche Belastungen auf.  
 
Die übrigen drei Städte liegen mit ihren Nettoausg aben pro jungen Einwohner eher leicht über 
dem Mittelwert (Darmstadt und Karlsruhe) sowie leicht unter dem Mittelwert (Mannheim). 
 
Auch für diese Städte sei kurz auf die sozialst rukturellen Rahmenbedingungen hingewiesen. Im 
Vergleich der sechs Benchmarkingstädte weisen alle drei eher günstige Rahmenbedingungen auf. 
Innerhalb dieser Dreiergruppe zeigt sich jedoch eine nicht unerhebliche Variationsbreite.  
 
So weist Mannheim im Hinblick auf zwei de r ausgewählten Kontextfaktoren deutlich 
überdurchschnittliche Belastungen auf, Darmstadt und Karlsruhe hingegen lediglich im Hinblick 
auf einen der sozialstrukturellen Kontextindikat oren (wobei hier anzumerken ist, dass in 
Darmstadt die Werte für einen der Faktoren nicht erhoben werden können).  
 
 
4.2.1.2. Netto-Ausgaben pro HzE ++- Fall (KeZa 31) 
 
Aussagekraft der Kennzahl und Zielsetzung der Jugendämter 
 
Im Folgenden werden die Ausgaben pro Fall abgebildet. 
Dadurch werden die durchschni ttlichen Kosten deutlich, die 
für die Arbeit pro einzelnen Fall aufgewandt werden.  
 
Hingewiesen wird darauf, dass die Ausgaben eines 
gesamten Jahres im Rahmen des Kennzahlenvergleichs auf 
die Zahl der Fälle am Stichtag 31.12. bezogen werden.  
 
Die kommunalen Jugendhilfehau shalte stehen verstärkt in 
der öffentlichen Diskussion, vielfach werden Einsparungen 
gefordert. Aufgrund der knappen Ressourcen besteht die 
Zielsetzung der Jugendämter darin, bei möglichst geringen 
Ausgaben die bestmögliche Wirkung für die Kinder und 
Jugendlichen, die Hilfe benötigen, zu erreichen.  
 
Zunächst ist es daher positiv zu werten, wenn die Ausgaben 
pro Fall vergleichsweise niedrig gehalten werden können. 
Dies gilt selbstverständlich unter der Voraussetzung, dass 
die jungen Menschen die bedarfsgerechten und 
notwendigen Hilfen erhalten.  
 
 
Definition der Kennzahl 
 
Netto-Ausgaben HzE++ gesamt pro 
HzE++-Fall gesamt 31.12. (KeZa 31.) 
 
Wirkungsfaktoren 
 
▲ ein Anstieg der Netto-Ausgaben 
entsteht durch 
· Erhöhung der Brutto-Ausgaben  
· Abnahme der Einnahmen oder  
· Abnahme der HzE++-Fälle 
 
▼ Sinken der Netto-Ausgaben 
entsteht durch  
· Abnahme der Brutto-Ausgaben  
· Zunahme der Einnahmen oder  
· Zunahme der HzE++--Fälle

con_sens 
28
Ergebnisse des Kennzahlenvergleichs 
 
Abbildung 9 Nettoausgaben HzE++ gesamt pro Fall (KeZa 31)  
KeZa 31: 
Netto-Ausgaben HzE+ gesamt pro Fall in Euro am 31.12.
17.897
23.170
25.924
20.445 20.703
22.649
21.798
0
5.000
10.000
15.000
20.000
25.000
30.000
BHV DA KA MA P HRO
 
 
Im Mittel wenden die Städte 21.789 Euro pro HzE+-Fall auf, die Spanne zwischen den einzelnen 
Städten ist dabei nicht unerheblich.  
 
Deutlich über dem Mitte lwert der sechs Vergleichsstädte liegen die Fallkosten in Rostock, ein 
Erklärungsfaktor hierfür könnte der vergleichsweise  niedrige Anteil ambulanter Hilfen an den 
Hilfen zur Erziehung + insgesamt sein (vgl. KeZa 53.a). Für Rostock kann zusätzlich der 
Erklärungsfaktor herangezogen werden, dass ein Großteil der st ationär betreuten Kinder und 
Jugendlichen nicht in Pflegefamilien sondern in den i.d.R. kostenintensiveren Heimen leben (vgl. 
KeZa 56).  
 
Deutlich unter dem Mittelwert liegt das Ergebn is in Bremerhaven und mit einigem Abstand gen 
Mittelwert in Darmstadt und in Mannheim. In Bre merhaven wird zwar ebenfalls ein hoher Anteil 
der HzE+-Fälle stationär betreut, allerdings le bt ein Großteil (mehr als 90 Prozent) der Kinder 
und Jugendlichen, für die eine stationäre Betreuung unvermeidlich ist, in Pflegefamilien. Die 
vergleichsweise niedrigen Fallkosten dürften im Wesentlichen hierauf zurückzuführen sein.  
 
Ein zentraler Erklärungsfaktor für die vergleichsweise niedrigen Fallkosten in Darmstadt dürfte 
sein, dass ein Großteil der HzE+ ambulant erbracht wird (vgl. KeZa 53.a).

con_sens 
29
 
4.2.1.3. Bewegtes Volumen pro ASD-Mitarbeiter  
 
Die folgende Grafik bildet ab, welches Volumen der fallsteuernde ASD-Mitarbeiter für die interne 
und externe Durchführung von Hilfen zur Erziehung+ pro Jahr ‚einsetzt’ (KeZa 39).  
 
Das im Berichtsjahr bewegte Volumen pro ASD-Mitarbeiter 
– im Mittel 749.389 Euro pro Jahr – zeigt, welch hohe 
strategische Bedeutung der ASD in allen Städten des 
Benchmarkingkreises inne hat, auch wenn sich das durch 
die Mitarbeiter jeweils bewegte Volumen nicht unerheblich 
unterscheidet. 
  
Vergleichsweise viel Volumen bewegt ein Mitarbeiter des 
Allgemeinen sozialen Dienstes in Karlsruhe, Mannheim und 
Darmstadt.  
 
In Bremerhaven hingegen setzte ein ASD-Mitarbeiter im 
Berichtsjahr ein deutlich unter dem Mittelwert der sechs 
Vergleichsstädte liegendes Volumen ein. Dies korrespondiert 
mit dem Ergebnis, dass Bremerh aven vergleichsweise viele 
Personalressourcen im ASD einsetzt (4.2.2.). Das bewegte 
Volumen pro vollzeitverrechneten Mitarbeiter verteilt sich 
daher auf mehrere „Köpfe“ und fällt insofern eher gering 
aus.  
 
Abbildung 10 Bewegtes Volumen für die interne und externe Durchführung von HzE + (operative 
Aufgaben) (KeZa 39)  
KeZa 39: 
Bewegtes Volumen HzE+ für interne und externe operative Aufgaben
pro vollzeitverrechneten ASD-Mitarbeiter gesamt in Euro
817.001 828.078
742.882
771.924
481.202
855.249
749.389
0
100.000
200.000
300.000
400.000
500.000
600.000
700.000
800.000
900.000
BHV DA KA MA P HRO
2004 Mittelwert 2004
 
 
 
Definition der Kennzahl 
 
Bewegtes Volumen für operative HzE++ 
pro vzv ASD-MA (KeZa 39.) 
 
Wirkungsfaktoren 
 
▲ ein Anstieg des bewegten Volumens 
entsteht durch 
· Erhöhung der Brutto-Ausgaben für 
operative HzE++    oder 
· Abnahme der vzv. ASD-MA 
 
▼ Sinken des bewegten Volumens 
entsteht durch  
· Abnahme der Brutto-Ausgaben für 
operative HzE+ oder 
· Zunahme der vzv. ASD-MA

con_sens 
30
4.2.2. Mitarbeiter  
 
Im Folgenden werden die Personalressourcen der Städte pro Einwohner und pro Fall abgebildet. 
Es wird differenziert dargestellt, für welche Aufgabenfelder die Mitarbeiter der Städte jeweils tätig 
sind. Dies sind im Einzelnen:  
• Der Allgemeine Soziale Dienst (ASD)  mit steuernden Funktion en wie der Einschätzung 
des Hilfebedarfs und der Führung des Hilfeplan prozesses. Ebenso al le Aufgaben, die für 
die benannten §§ SGB VIII anfallen. Darüber hinaus werden auch die Arbeitsanteile für 
Beratungen nach §§ 16,17,18 SGB VIII, für sozialraumorientierte Netzwerk- und 
Stadtteilarbeit, die unmittelbar auf die Zielgr uppe junger Menschen ausgerichtet ist, 
eingerechnet.  
• Die Wirtschaftliche Jugendhilfe (WJH) mit administrativen Aufgaben beispielsweise der 
Zahlbarmachung, der Heranziehung zu den Kosten inkl. der Beitreibung, der Überprüfung 
von Zuständigkeiten etc.  
• Die intern wahrgenommene Durchführung von Hilfen zur Erziehung + wie beispielsweise 
der Pflegekinderdienst oder die Durchführung von flexiblen ambulanten Hilfen, ohne 
Aufgaben in Zusammenhang mit Adoptionsfällen.  
 
Nicht eingerechnet werden Mitarbeiter, die zum ‚Overhead’ 
gezählt werden (wie beispiel sweise Jugendhilfeplaner, 
Controller, Stabsstellen). Gezählt werden hingegen die Anteile 
der Mittleren Führungsebene, die für HzE + eingesetzt 
werden.  
 
Wenn Mitarbeiter nicht vollständig für HzE+ zuständig waren, 
wurden ihre den HzE + zugehörigen Stellenanteile qualifiziert 
geschätzt, auf der Basis von empirischen Erhebungen und 
Befragungen, die beispielsweise in Zusammenhang mit 
Organisationsuntersuchungen, Personalbemessungen oder 
zur Vorbereitung von Stellenbeschreibungen vorgenommen 
wurden. Daher ist von einer fundierten Datenbasis 
auszugehen.  
 
Mitarbeiter, die als Externe Hilfen zur Erziehung ++ 
durchführen, sind nicht in dieser Kennzahl berücksichtigt, 
weil sie aufgrund der Abrechnungsmodalitäten mit externen 
Leistungserbringern nicht erhoben werden können. Sie 
werden im Rahmen der Inputanalyse in den Ausgabegrößen 
für die externe Durchführung von Externe Hilfen zur Erziehung++ abgebildet.  
 
Das bedeutet, eine Stadt, die ihre Aufgabenwa hrnehmung weitgehend extern organisiert hat, 
schlägt mit vergleichsweise wenigen internen Mitarb eiter zu Buche. Perspektivisch kann hier die 
Kosten- und Leistungsrechnung eine bessere Informationsbasis liefern.  
 
Aussagekraft der Kennzahl und Zielsetzung der Jugendämter 
 
Die Aussagekraft der Mitarbeiterkennzahlen im Bereich der operativen Aufgaben liegt daher nicht 
in einem rein quantitativen Vergleich der eingesetzten Personalressourcen sondern darin, 
Hinweise auf die Ausgestaltung der Leistungserbri ngung im Hinblick auf die interne und externe 
Aufgabenwahrnehmung zu erhalten.  
 
Darüber hinaus kann anhand der Kennzahl abgebildet werden, welche unterschiedlichen 
Personalressourcen in den einzelnen Aufgabenfeldern eingesetzt werden, insbesondere in der 
Steuerungsstelle des ASD.  
 
Definition der Kennzahl 
 
Mitarbeiter von ASD, WJH pro 100 
Fälle (KeZa 20_21)
 
Vollzeitverrechnete MA (ASD, WJH) 
pro 100 Fälle (31.12.) 
 
Wirkungsfaktoren 
 
▲ ein Anstieg der Anzahl der 
Mitarbeiter pro Fälle entsteht durch 
· Zunahme des Personaleinsatzes 
oder 
· Abnahme Fälle 
 
▼ Sinken der Anzahl der Mitarbeiter 
pro Fälle entsteht durch  
· Abnahme des Personaleinsatzes  
oder 
· Zunahme Fälle

con_sens 
31
  
Welche Zielsetzungen verfolgen die Jugendämter im Hinblick auf ihren Personaleinsatz? In Zeiten 
knapper Haushalte ist ein effizienter Ressource neinsatz von großer Bedeutung. Die optimale 
Nutzung der Gestaltungsspielräume bei der Leistungserbringung bei bestmöglicher Zielerreichung 
für den jungen Menschen ist daher zentrales Ziel der Jugendämter.  
 
Dennoch kann die Steuerungsgröße Personal aus unterschiedlichem Blickwinkel gedeutet 
werden. So können zu niedrige Personalressourcen im ASD teuer zu stehen kommen, wenn der 
Zeitmangel des Personals eine passgenaue Entwicklung des Hilfearrangements verhindert, in 
fiskalischer wie in pädagogischer Hinsicht.  
 
Die folgende Grafik bildet ab, wie viele Pers onalressourcen die einzelnen Jugendämter für die 
Fallsteuerung im ASD und für die Wirtschaftliche Jugendhilfe pro 100 Fälle einsetzen.  
 
Abbildung 11 Anzahl der vollzeitverrechneten Mita rbeiter pro 100 Fälle – di fferenziert ausgewiesen 
nach ASD und WJH (KeZa 20-21) 
KeZa 20 und 21 gestapelt: 
Vollzeitverrechnete Mitarbeiter für den ASD und für die Wirtschaftliche Jugendhilfe 
pro 100 Fälle 2004
0,8 0,6 0,9 0,6 0,8 0,7
3,49
2,45
2,57
2,41
2,99 2,89
0,7
3,43
3,63
4,32
3,04
3,42
4,15
3,76
3,06
0,0
0,5
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
3,5
4,0
4,5
5,0
BHV DA KA MA P HRO MW 
Interne vollzeitverrechnete (vzv) ASD-Mitarbeiter pro 100 Fälle 2004
WJH-Mitarbeiter in der WJH pro 100 Fälle  2004
vzv verrechnete ASD und WJH pro 100 Fälle 2004
BHV: Die Anteile für die Bearbeitung von Amtsvormundschaften und Pflegeschaften konnten nicht herausgerechnet werden.
 
 
Die Personalausstattung in der Wirtschaftlichen Ju gendhilfe beträgt im Mittel des Vergleichsrings 
0,7 vollzeitverrechnete Mitarbeiter, die für die en tsprechenden Aufgabenbereiche zuständig sind. 
Eine Spannbreite zwischen den Städten ist hier durchaus erkennbar. 
 
Deutlicher unterscheiden sich die Städte allerd ings darin, wie viele Personalressourcen für den 
fallsteuernden ASD eingesetzt werden.  
 
Im Mittel wurden im Jahr 2004 2,89 vollzeitverrechnete Mitarbeiter pro 100 Fälle eingesetzt.  
 
Der Personaleinsatz für die Fallsteuerung im ASD in Bremerhaven und in Rostock liegt über dem 
Mittelwert der in den Benchmarkingstädten eingesetzten Personalressourcen pro 100 HzE+-
Fälle. In Potsdam liegt der Wert minimal über dem Mittelwert.  
 
In Rostock ist der vergleichbar hohe Personaleinsatz im ASD auf die strukturelle Entwicklung des 
Personalbereichs zurückzuführen. Alle ambulante Aufgaben wurden vor zwei Jahren an externe 
Dienstleister gegeben. Die frei gewordenen Ressourcen der Mitarbeiter werden für ihre 
Qualifizierung in der Hilfeplanung genutzt. Ziel is t die interne Qualitätsentwicklung des sozialen

con_sens 
32
Dienstes. Diese Qualifizierungsphasen werden durch ein Fachberatungsteam der Stadt begleitet 
(vgl. hierzu auch die Ausführungen im Stadtprofil Rostock im Kapitel 5.6).  
 
Eine im Vergleich geringe Anzahl an vollzeitver rechneten Mitarbeitern für die Steuerung von 100 
Fällen setzen Darmstadt, Mannheim und Karlsruhe ein.  
 
Für den Benchmarkingkreis ist die Fragestell ung interessant, welche Auswirkungen ein 
vergleichsweise geringer oder ve rgleichsweise hoher Personaleins atz in der Steuerungsstelle für 
die Hilfen zur Erziehung + hat. Darmstadt hat hier die Erfahr ung gemacht, dass sich ein in der 
Vergangenheit erhöhter Personaleinsatz für die Steuerung der HzE+ positiv auf die 
Passgenauigkeit der installierten Hilfen und damit langfristig auch auf die Abnahme der 
Ausgaben ausgewirkt hat.  
 
Die künftig im Rahmen des Benchmarking zu untersuchende These lautet, dass ein erhöhter 
Einsatz von Personal dahingehend wirkt, dass die Mitarbeiter Hilfen auf der Basis eines 
ausreichenden Zeitbudgets noch  passgenauer und stärker mi t Rücksicht auf die Kosten 
bewilligen.  
 
Eine Korrelation zwischen dem Personaleinsatz im ASD und einer Abnahme der Ausgaben für die 
Hilfen lässt sich zur Zeit durch die Daten des er sten Berichtes, der auf der Basis eines Jahrgangs 
erstellt wurde, nicht erhärten. Die beid en Städte mit einem überdurchschnittlichen 
Personaleinsatz im ASD (Rostock und Bremerhaven) weisen sehr unterschiedliche Ergebnisse bei 
den Fallkosten auf. Zu berücksichtigen ist hier bei grundsätzlich, dass die verwaltungsinternen 
Personalkosten die wesentlich geringere Kostenposition im Hinblick auf die Gesamtausgaben 
ausmachen, der große Anteil fällt für die Ausgab en zur operativen Durchführung durch externe 
Dienstleister an.  
 
In dieser Frage werden Zeitreihenbetrachtun gen weitere Aufschlüsse geben, die ab dem 
kommenden Projektjahr gestartet werden. 
 
Zu berücksichtigen sein wird dabei, dass sich di e Frage eines effizienten Personaleinsatzes nicht 
in der Frage erschöpft, wie viel Personal benötigt wird, sondern auch, wie es eingesetzt wird. So 
hat zum Beispiel Darmstadt mit seinem Ansatz, die Arbeitsanteile seiner Mitarbeiter für die 
psychisch stark beanspruch enden Hilfen zur Erziehung + zu begrenzen, nicht nur die 
Zufriedenheit der Mitarbeiter, so ndern auch die Effektivität der Hilfen durch das Jugendamt 
erhöht (vgl. hierzu auch die Stadtprofile in Kapitel 5).

con_sens 
33
 
Abbildung 12 Anzahl der vollzeitverrechneten Mitarbeiter für operative Aufgaben pro 100 Fälle  
 
KeZa 22: 
Vollzeitverrechnete Mitarbeiter für operative Aufgaben pro 100 Fälle
2004
0,18
0,28
0,58
0,93
1,63
0,20
0,63
0,0
0,2
0,4
0,6
0,8
1,0
1,2
1,4
1,6
1,8
BHV DA KA MA P HRO
 
 
Die Unterschiede in der Grafik ergeben sich aus der unterschiedlichen Struktur bei der 
Durchführung von Hilfen zur Erziehung++.. 
 
Für die Durchführung von Hilfen zur Erziehung + nehmen insbesondere Mannheim und Karlsruhe 
verstärkt verwaltungsinterne Dienstleistungen in Anspruch.  
 
In Mannheim werden der Pflegekinderdienst, Erziehungsbeistandschaften, Angebote für betreutes 
Wohnen sowie drei Einrichtungen für Schü lergruppen in Eigenregie durchgeführt. 
Erziehungsbeistandschaften und Betreutes Wohnen gi bt es in Mannheim seit vielen Jahren als 
eigenes Sachgebiet. Es ist vorgesehen, die Aufgabe Erziehungsbeistandschaft in die Regionen der 
Bezirkssozialarbeit zu integrieren, damit dort ein flexibles Betreuungsangebot zur Verfügung 
steht. Das Betreute Wohnen wird perspektivis ch an die freien Träger abgegeben. Die 
Schülergruppen bestehen aufgrund von gewac hsenen Angebotsstrukturen in zwei sozialen 
Brennpunkten. Überlegungen zur Vergabe der Aufgabe an freie Träger werden derzeit angestellt.  
 
In Karlsruhe werden sozialpädagogische Gru ppenarbeit und der Pflegekinderdienst intern 
durchgeführt.  
 
In Bremerhaven wird der Pflegekinderdienst intern durchgeführt. Darüber hinaus nehmen die 
verwaltungsinternen Mitarbeiter die Aufgaben der gemeinwesenorientierten Stadtteilarbeit und 
der sozialen Gruppenarbeit wahr.  
 
In allen übrigen Städten des Vergleichsrings werd en die meisten operativen Aufgaben an externe 
Dienstleister vergeben. In Rostock und Potsdam wird ausschließlich der Pflegekinderdienst als 
operative Aufgabe durch verwaltungsinterne Kräfte erbracht.

con_sens 
34
4.3 Output-Indikatoren 
 
Erkenntnisinteresse der Output-Analyse 
 
Im Rahmen der folgenden Analyse wird der Output des Leistungsgeschehens HzE + abgebildet, 
die Leistungen, die die Jugendämter für Kinder und Jugendliche in ihrem Gemeinwesen 
erbringen. Die Abbildung der Fälle pro junge Einwohner (KeZa 50.a)  macht unterschiedliche 
Leistungsdichten in den Städten transparent. 
 
Auf der Basis der Kennzahlenergebnisse zu den Fall-Dichten ambulanter (KeZa 51.a ) und 
stationärer Hilfen (KeZa 52.a) sowie der Anteile der stationär betreuten Fälle an den HzE +-
Fällen insgesamt (KeZa 53.a) wird die Inanspruchnahme der jeweiligen Hilfearten analysiert.  
 
Ein weiterer Schwerpunkt der Output-Analyse ist die Frage, inwieweit es den Jugendämtern 
gelingt, junge Menschen, für die eine stationäre Betreuung unvermeidlich ist, in Pflegefamilien 
statt in Heimen unterzubringen.  
 
Hierzu werden die Anteile der stationär betreuten Kinder und Jugendlichen an den 
Hilfeempfängern insgesamt differenziert danach dargestellt, ob sie in Pflegefamilien (nach § 33 
SGB VIII) oder in Heimen (nach § 34 SGB VIII) leben (KeZa 56).  
 
 
4.3.1 Dichte der HzE+-Fälle insgesamt 
 
Aussagekraft der Kennzahl 
 
Die HzE+-Dichte (KeZa 50.a)  bildet ab, wie häufig junge 
Menschen in einer Stadt HzE + erhalten. Abgebildet wird 
der Anteil der HzE +-Fälle an den jungen Einwohnern der 
jeweiligen Stadt. Dadurch können unterschiedliche 
Leistungsdichten in den einzelnen Städten transparent 
werden.  
 
Niedrige Werte an dieser Stel le können auf eine zielgenaue 
Zugangssteuerung und auf erfolgreiche Aktivitäten des 
Jugendamtes hinweisen. Erfolg in dem Sinne, dass Kinder 
und Jugendliche sowie ihre Personensorgeberechtigten 
ohne Unterstützung durch HzE+ leben können.  
 
In diesem Sinne erfolgreiche Aktivitäten der Jugendämter 
können nicht immer in quantitativen 
Kennzahlenvergleichen abgebildet werden, wenn externe 
Faktoren und Rahmenbedingungen gleichzeitig stärkere 
Interventionen des Jugendamtes erfordern.  
 
Insgesamt sind niedrige Leistungsdichten dann positiv 
einzuschätzen, wenn die jungen Menschen in der Stadt alle 
notwendigen Hilfen erhalten haben. So ist es durchaus denkbar, dass verstärkte 
Steuerungsaktivitäten eines Jugendamtes zu steigenden Fallzahlen  führen, weil bisher 
unerkannte Hilfebedarfe nunmehr erkannt und gedeckt werden.  
 
 
Definition der Kennzahl 
 
HzE+ - Dichte (KeZa 50a) 
 
Fälle gesamt am 31.12. d. Bj. pro 100 
Einwohner im Alter bis unter 21 Jahren 
 
Wirkungsfaktoren 
 
▲ ein Anstieg der Fall-Dichte entsteht 
durch 
· Zunahme der Fälle  
oder  
· Abnahme der Einwohnerzahl 
 
▼ Sinken der Fall-Dichte 
 entsteht durch  
· Abnahme der Fälle 
oder 
· Zunahme der Einwohnerzahl

con_sens 
35
 
Die Ergebnisse des Kennzahlenvergleichs 
 
Abbildung 13 Anzahl der HzE+ - Fälle pro 100 EW unter 21 Jahre am 31.12.(KeZa 50.a) 
KeZa 50.a: HzE+-Fälle gesamt am 31.12. des Berichtsjahres 
pro 100 Einwohner 0 bis unter 21 Jahre
2,49
2,80
1,88
2,612,83 2,74
2,56
0,00
0,50
1,00
1,50
2,00
2,50
3,00
BHV DA KA MA P HRO
HzE+-Fälle gesamt am 31.12. des Berichtsjahres pro 100 Einwohner 0 bis unter 21 Jahre mit Haupt- und Nebenwohnsitz 2004
Mittelwert 2004
 
 
Die Grafik zeigt deutliche Unterschiede in den Kennzahlenergebnissen der Vergleichsstädte.  
 
Besonders selten nehmen junge Menschen in Potsdam Hilfen zur Erziehung + in Anspruch. Dies 
ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass  in Potsdam im Zuge der Optimierung des 
Hilfeplanverfahrens und der Umsetzung des Leitbi ldes verstärkt auf die mögliche Realisierung 
von Fallbeendigungen hingewirkt wird.  
 
Darmstadt, Bremerhaven und die Hansestadt Rostock hingegen weisen eine im Vergleich der 
Benchmarkingstädte eher hohe Leistungsdichte bei den Hilfen zur Erziehung+ auf.  
 
Ein Erklärungsfaktor für die relativ hohe Anzahl an HzE+-Fällen pro 100 junge Einwohner in den 
beiden Städten sind sicherlich die für Brem erhaven immens und für Rostock immer noch 
deutlich belastenden sozialstrukturellen Rahmenbedingungen.  
 
Darmstadt hingegen verfügt im Hinblick auf die ausgewählten Belastungsindikatoren über einen 
günstigen sozialen Kontext. Hier ist die im Vergleich hohe Leistungsdichte auf einen hohen Anteil 
ambulanter Fälle zurückzuführen. (vgl. hierzu ausführlicher KeZa  53.a.unter 4.3.4). Darmstadt 
fördert durch seine dezentrale Struktur und die dadurch verstärkte Präsenz vor Ort bewusst 
frühzeitig greifende ambulante Hilfeformen.  
 
Deutlich wird in jedem Fall, dass die Leistungsd ichte insgesamt alleine nicht ausreicht, um die 
Entwicklungen in den Städten abzubilden. Daher werden die Zahlen der ambulanten und der 
stationären HzE+-Fälle pro 100 Einwohner unter 21 Jahre in den folgenden Abschnitten separat 
dargestellt.

con_sens 
36
 
4.3.2 Dichte ambulanter Fälle 
 
Aussagekraft der Kennzahl und die Zielsetzung der Jugendämter 
 
Anhand der Dichte der ambulanten Fälle (KeZa 51.a) wird abgebildet, wie häufig junge 
Menschen in der jeweiligen Stadt ambulante Hilfeformen in Anspruch nehmen.   
 
Ziel der Jugendämter vor Ort ist es, die ambulanten Betreuungsformen als Unterstützung in der 
Herkunftsfamilie zu stärken und so den mit dem SGB VIII 
eingeleiteten Paradigmenwechsel noch weiter umzusetzen.  
 
Daher sind hohe Dichten ambu lanter Hilfen zunächst als 
positive Tendenz in diese Richtung einzuschätzen.  
 
Von dieser Zielsetzung unberührt gilt die oberste Priorität 
des Kinder- und Jugendhilfegesetzes einer passgenauen 
Hilfe.  
 
Diese ist unabhängig von ihrer Form der 
Leistungserbringung auf den spezifischen Bedarf des 
jungen Menschen abgestimmt. Passgenau in diesem Sinne 
kann im Einzelfall selbstverständlich auch die stationäre 
Unterbringung sein.  
 
Bei der Interpretation der Daten ist zu berücksichtigen, 
dass eine hohe Leistungsdich te bei den ambulanten Fällen 
nicht per se mit einer geringen Dichte stationär betreuter 
junger Menschen einhergeht.  
 
Welchen Anteil die ambulanten betreuten Fälle an den 
Hilfen zur Erziehung + insgesamt ausmachen, wird im 
Abschnitt 4.3.4. in der Grafik KeZa 53.a abgebildet.  
 
Definition der Kennzahl 
 
Dichte ambulante Fälle  
(KeZa 51.a.) 
 
Ambulante Fälle am 31.12. d. Bj. pro 
100 Einwohner 0 bis unter 21 Jahre 
 
Wirkungsfaktoren 
 
▲ ein Anstieg der ambulante Fälle 
entsteht durch 
· Zunahme der ambulanten Fälle 
oder 
· Abnahme der Einwohnerzahl 
 
▼ Sinken der Falldichte 
 entsteht durch  
· Abnahme der ambulanten Fälle 
oder 
· Zunahme der Einwohnerzahl

con_sens 
37
 
Ergebnisse des Kennzahlenvergleichs 
 
Abbildung 14 HzE +-Fälle ambulant pro 100 EW 0 bis unter 21 Jahre am 31.12.  
(KeZa 51.a) 
KeZa 51.a: 
HzE+-Fälle ambulant am 31.12. des Berichtsjahres pro 100 Einwohner 0 bis unter 21 Jahre
1,40
2,18
1,33
0,89
1,38
1,32
1,42
0,00
0,50
1,00
1,50
2,00
2,50
BHV DA KA MA P HRO
HzE+-Fälle ambulant am 31.12. des Berichtsjahres pro 100 Einwohner 0 bis unter 21 Jahre mit Haupt- und Nebenwohnsitz 2004
Mittelwert 2004
 
 
Im Mittel haben 1,42 junge Menschen pro 100 EW ambulante Hilfen in Anspruch genommen.  
 
Besonders auffällig ist die hohe Dichte ambulanter  Fälle in Darmstadt. Dies korrespondiert mit 
einer entsprechend niedrigen Leistungsdichte bei den stationären Fällen (KeZa 52.a).  
 
Vergleichsweise deutlich wenige HzE +-Fälle pro 100 junge Einwohner werden in Potsdam 
ambulant betreut. Allerdings liegt auch die Dichte der Fälle insgesamt deutlich unter dem 
Mittelwert (vgl. KeZa 50.a. im Abschnitt 4.3.1.).  
 
Die übrigen Städte bewegen sich mit ihren We rten für die ambulanten Falldichten leicht 
(Rostock und Karlsruhe) sowie sehr knapp (Bremerhaven und Mannheim) unter dem Mittelwert.  
 
Im Rahmen des Benchmarking ist insbesondere die Fragestellung interessant, ob eine hohe 
ambulante Dichte mit einer weniger starken Dichte stationärer Fälle korrespondiert.  
 
Zu den Wechselwirkungen zwisch en der Inanspruchnahme unterschi edlicher Hilfearten und den 
Auswirkungen auf die Kostenentwicklung gibt es  zahlreiche – sich häufig widersprechende – 
Thesen. Die zentrale Frage ist, ob ein ausgefe iltes Angebotsportfolio in der ambulanten Hilfe - 
nicht immer aber auch - eine Alternative zur stat ionären Unterbringung sein kann. Dies wird im 
weiteren Projektverlauf des Benchmarking näher untersucht werden.

con_sens 
38
4.3.3 Dichte stationärer Fälle 
 
 
Aussagekraft der Kennzahl und Zielsetzung der Jugendämter  
 
Die Kennzahl bildet ab, wie häufig junge Mensch en 2004 im Rahmen von Hilfen zur Erziehung + 
stationär untergebracht wurden und in Heimen oder in Pflegefamilien leben.  
 
Zielsetzung des Bundesgesetzgebers sowie der Jugendämter in ihrer praktischen Arbeit vor Ort ist 
es, jungen Menschen soweit möglich den Verbleib in 
ihrer Herkunftsfamilie bzw. das selbständige Wohnen zu 
ermöglichen.  
Daher sind niedrige Werte bei dieser Kennzahl als 
positive Tendenz in diese Richtung zu werten.  
 
Im Einzelfall kann selbstve rständlich die stationäre 
Unterbringung als die passgenauere Hilfeform gewählt 
werden. Der Fokus des Benc hmarkingkreises ist nicht 
auf den Einzelfall, sondern auf die aggregierte Ebene 
ausgerichtet.  
 
 
Ergebnisse des Kennzahlenvergleichs 
 
Der Vergleich der stationären Leistungsdichten zeigt, 
dass sich die Häufigkeit mit der junge Menschen in der 
Stadt stationäre HzE+ erhalten, in erheblichem Ausmaß 
unterscheidet.  
 
 
 
Abbildung 15 HzE+-Fälle stationär pro 100 EW 0 bis unter 21 Jahre (KeZa 52a) 
KeZa 52.a: 
HzE+-Fälle stationär am 31.12. des Berichtsjahres pro 100 Einwohner 0 bis unter 21 Jahre
0,65
1,17 1,23
0,99
1,40
1,72
1,19
0,00
0,20
0,40
0,60
0,80
1,00
1,20
1,40
1,60
1,80
2,00
BHV DA KA MA P HRO
HzE+-Fälle stationär am 31.12. des Berichtsjahres pro 100 Einwohner 0 bis unter 21 Jahre mit Haupt- und Nebenwohnsitz 2004 Mittelwert 2004
 
 
Definition der Kennzahl 
 
Dichte stationäre Fälle (KeZa 52 a) 
 
HzE+-Fälle stationär am 31.12. d. Bj. 
pro 100 Einwohner  
0 bis unter 21 Jahre 
 
Wirkungsfaktoren 
 
▲ ein Anstieg der stationären HzE + 
Fälle entsteht durch 
· Zunahme der stationären HzE+ -Fälle  
oder  
· Abnahme der Einwohnerzahl 
 
▼ Sinken der stationären HzE+- Dichte 
 entsteht durch  
· Abnahme der stationären HzE +-Fälle 
oder 
· Zunahme der Einwohnerzahl

con_sens 
39
 
Besonders auffällig ist, dass in Darmstadt junge Menschen im Vergleich sehr selten stationär 
betreut werden. Dies ist auch nicht auf eine ge ringe Leistungsdichte insgesamt zurückzuführen, 
sondern darauf, dass eine große Zahl vorbeugend e, ambulante Hilfeangebote erbracht werden. 
Daher weist dieses Ergebnis da rauf hin, dass ambulante Hilfea rrangements als Alternative zu 
stationären Hilfeformen entwickelt worden sind (vgl. ausführlicher im Stadtprofil Darmstadt 5.2).  
 
Ebenfalls noch deutlich unter dem Mittelwert der Vergleichsstädte liegt die Anzahl der jungen 
Menschen mit stationären HzE+ in Potsdam. 
 
Im Vergleich der Benchmarkingstädte werden Kinder und Jugendliche in Bremerhaven sehr 
häufig stationär betreut. In diesem Zusammenh ang sei auf das Ergebnis hingewiesen, dass ein 
Großteil der stationären Fälle in Pflegefamilien leben konnten (vgl. hierzu Ausführungen zur KeZa 
56 und das Stadtprofil Bremerhaven).  
 
Die Anzahl stationärer Fälle pro 100 junge Einwohner der übrigen Vergleichsstädte gruppiert sich 
um den Mittelwert, in Karlsruhe leicht darunter und in Mannheim leicht darüber.  
 
Bei der Interpretation der Kennzahlenergebnisse ist zu berücksichtigen, dass es sich bei den 
Empfängern stationärer Hilfen häufig um eher ge ringe absolute Zahlen handelt. Die Spannbreite 
der absoluten Werte ist in folgender Tabelle abgebildet:  
 
 
Tabelle 2: Stationäre HzE+-Fälle in absoluten Zahlen 2004 
 
Tabelle: Stationäre HzE+-Fälle in absoluten Zahlen - 2004
BHV DA KA MA P HRO
HzE+-Fälle stationär 
gesamt (absolut) 
2004
427 179 634 750 285 505
HzE+-Fälle stationär 
mit Vollzeitpflege
(absolut) 2004  385 77 248 321 64 70
Einwohner          
unter 21 Jahre
24.791 27.747 54.024 61.162 28.765 35.975

con_sens 
40
4.3.4 Anteil der Hilfeempfänger mit ambulanten Hilfen 
 
Aussagekraft der Kennzahl und Zielsetzung der Jugendämter im Benchmarking 
 
Die Kennzahl 53.a bildet ab, wie viele der Hilfeempfänger 
eines Jugendamtes ambulant betreut werden.  
 
Dies dient – ebenso wie die Analyse der drei vorherigen 
Kennzahlen – dazu, einzuschätzen, inwieweit es den 
Jugendämtern gelingt, das Prinzip ambulant vor stationär 
in die Praxis umzusetzen.  
 
Mit der Darstellung der jeweiligen Anteile wird es möglich, 
zu untersuchen, welche Schwerpunkte die einzelnen 
Städte bei der Ausgestaltung von Betreuungsarrangements 
setzen, und zwar unabhängig von den jeweiligen 
Leistungsdichten.  
 
Es ist aus fachlicher und fiskalischer Sicht positiv zu 
werten, wenn der Anteil der ambulanten Hilfeempfänger 
vergleichsweise hoch ausfällt. Wobei auch hier gilt, dass 
im Einzelfall die individuelle Passgenauigkeit der HzE + das 
prioritäre Ziel des SGB VIII ist.  
 
 
Ergebnisse des Kennzahlenvergleichs  
 
Die Situation in den einzelnen Städten stellt  sich ebenso wie bei den oben erläuterten 
Leistungsdichten auch bei den Anteilen ambulanter Fälle deutlich unterschiedlich dar.  
 
Im Mittel 2004 erhielten knapp 55 Prozent aller HzE +-Fälle ambulante Hilfearrangements. Die 
Prozentanteile der stationären HzE +-Fälle an allen HzE +-Fällen sind der Grafik im Anhang zu 
entnehmen (s. Grafik KeZa 54.a). Aufgrund von möglichen Doppelzählungen können hierbei 
Abweichungen entstehen, was dazu führt, dass die jeweiligen Prozentanteile (ambulant bzw. 
stationär) pro Stadt nicht in jedem Fall 100 Prozent ergeben.  
 
 
Definition der Kennzahl 
 
Anteil ambulante HzE+-Fälle  
(KeZa 53.a) 
 
Wirkungsfaktoren 
 
▲ ein Anstieg des Anteils an 
ambulanten Fällen entsteht durch: 
· Zunahme der ambulanten Fälle 
oder  
· Abnahme der Fälle insgesamt 
 
▼ Sinken des Anteils an ambulanten 
Fällen entsteht durch 
· Abnahme der ambulanten HzE+-Fälle 
oder 
· Zunahme der Fälle insgesamt 
 insgesamt.

con_sens 
41
Abbildung 16 Prozentanteil der ambulanten HzE+-Fälle an allen HzE+-Fällen (KeZa 53a) 
KeZa 53.a: Anteil ambulante HzE+-Fälle am 31.12. des Berichtsjahres 
an allen HzE+-Fällen am 31.12. des Berichtsjahres
49,86 48,73
77,17
53,04
52,90
47,42
54,85
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
BHV DA KA MA P HRO
Anteil ambulante HzE+-Fälle an allen HzE+-Fällen (31.12.) 2004 Mittelwert 2004
 
 
Besonders auffällig ist der deutlich überdurchschnittliche Anteil ambulanter Hilfen in Darmstadt.  
 
Dies ist als Ergebnis einer bewussten Umsteuer ung seit 1996 zu sehen.  Darmstadt hat sein 
niedrigschwelliges ambulantes Angebot ausgebaut, seitdem ist der Anteil stationärer Fälle an den 
Fällen insgesamt von 70 Prozent auf 30 Prozent gesunken. Neben dem Ausbau der 
Angebotsstruktur hatte es aber auch eines Einste llungswandels bei den Mitarbeitern bedurft, ein 
Kind so lange wie möglich in der Familie zu belassen (vgl. auch Stadtprofil).  
 
Ein weiterer Aspekt, der zu dem vergleichsweise niedrigen Anteil an stationären Hilfen geführt 
hat, ist ein neues Inobhutnahme-Konzept, das au f einem intensiven Personaleinsatz zu Beginn 
basiert und das Kind baldmöglichst unter fachlicher Aufsicht in die Familie zurückführt.  
 
Vergleichsweise wenige der HzE +-Fälle wurden 2004 in Potsdam, Rostock und – mit leichtem 
Abstand gen Mittelwert – in Bremerhaven ambulant unterstützt.  
 
Nur knapp unter dem Mittelwert liegen die Werte in Mannheim und in Karlsruhe. In Mannheim 
werden aktuell die ambulanten Hilfen durch schulbezogene Jugendhilfeangebote ausgebaut. Dies 
wird sich im nächsten Jahr in einem Anstieg der ambulanten Leistungen abbilden. 
 
Auf die stadtspezifischen Wechselwirkungen zw ischen den einzelnen Kennzahlen wird in den 
einzelnen Stadtprofilen ausführlicher Bezug genommen.

con_sens 
42
 
 
Stationäre Unterbringung – in Pflegefamilien oder in Heimen? 
 
„Stationär untergebracht“ kann bedeuten, in Heimen oder in Pflegefamilien zu leben. Gelingt es 
den Jugendämtern, jungen Menschen, für die eine stationäre Betreuung unvermeidlich ist, die 
Möglichkeit zu geben, in den familiären Strukturen einer Pflegefamilie zu leben, ist dies 
grundsätzlich positiv zu werten, fachlich wie fiskalisch.  
 
Daher wird im Rahmen des Kennzahlenvergleic hs zusätzlich zu den An teilen der stationären 
Unterbringung abgebildet, ob die jeweils stationär betreuten jungen Menschen in Pflegefamilien 
oder in Heimen leben.  
 
Abbildung 17 Prozentanteil der stationären HzE+-Fälle an allen HzE+-HE (inklusive §33) (KeZa 56) 
KeZa 56: Prozentanteile der stationären HzE+-Fälle mit und ohne Vollzeitpflege 31.12. 
an allen stationären HzE+-Fällen am 31.12.2004 
9,84
56,98 60,88 57,20
77,54
86,14
90,16
43,02 39,12 42,80
22,46
13,86
58,10
41,90
0%
20%
40%
60%
80%
100%
BHV DA KA MA P HRO MW 
Anteil stationären HE am 31.12. ohne Vollzeitpflege 31.12. Anteil Vollzeitpflege 31.12.
 
 
Die Grafik zeigt deutlich, dass die Vollzeitpflege im Jahr 2004 nicht die vorrangige Hilfeform 
war, um Kinder und Jugendliche stationär zu betreuen. Durchschnittlich lebten nur knapp 42 
Prozent der stationär betreuten Kinder und Jugendlichen im Berichtsjahr in Pflegefamilien.  
 
Dabei sind die regionalen Disparitäten sehr deutlich.  
 
Besonders deutlich ist der exorbitant hohe Anteil an Pflegekindern in Bremerhaven. 
Unterschiedliche Traditionen und Entwicklungen erklären nach Einschätzung der Stadt den 
hohen Anteil an stationären Fällen, für die eine Pflegefamilie gefunden werden konnte. In 
Bremerhaven wurde bereits 1975 damit bego nnen, den Pflegekinderdienst intensivst 
auszubauen. Hintergrund war die beabsichtigte Schließung des städtischen Säuglingsheimes und 
später die fachliche Intention, eine stationäre Heimunterbringung soweit wie möglich zu 
vermeiden. In den vergangenen Jahren wurden  Pflegeeltern über das Stadtgebiet hinaus 
geworben, ausgebildet, fortgebildet und betreut.

con_sens 
43
Des Weiteren wurde die Gründung und die Arbeit  eines Pflegeelternvereins gefördert. Mit dem 
umschließenden Landkreis wurden in dieser Frage verbindliche kooperative Vereinbarungen 
geschlossen und ständig verbesse rt. Ein weiterer Erklärungsfakt or ist, dass die fallführenden 
Bearbeiter die Vorgabe haben, konsequent sozialraumorientierte Lösungen zu entwickeln und 
dass auswärtige Heimunterbringungen nach 18 Monaten verbindlich durch Externe überprüft 
werden, dahingehend, ob eine Rückführung oder eine Unterbringung in einer Pflegefamilie nicht 
doch möglich ist. Trotz dieses ausgezeichneten Ergebnisses hat das Jugendamt die Zahlen weiter 
im Blick, insbesondere die Verweildauer und di e Rückkehr in die Herkunftsfamilie stehen im 
Fokus einer kritischen Betrachtung.  
 
In Potsdam und noch deutlicher in Rostock konnten 2004 hingegen vergleichsweise wenige der 
stationär betreuten Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien untergebracht werden. Dies wird 
auch als notwendiges Handlungsfeld eingesch ätzt, so haben Rostock und Potsdam bereits 
Aktivitäten gestartet, um die Akquirierung von Pflegefamilien zu verstärken. 
 
Die Unterschiede zwischen den übrigen Städten sind vergleichsweise gering, hier werden 
deutlich weniger als die Hälfte der stationär betreuten Kinder und Jugendlichen in Pflegefamilien 
untergebracht. Darmstadt und Mannheim liegen mi t ihren Anteilen an Pflegekindern noch über 
dem Mittelwert der Vergleichsstädte.  
 
Darmstadt verfolgt seit zwei bis drei Jahren vers tärkt die Akquirierung von Pflegefamilien. Hierzu 
wurde von der Wissenschaftsstadt Darmstadt in Zusammenarbeit mit einer Werbeagentur eine 
im Text minimierte zielgruppenorientierte An zeigenserie mit sechs un terschiedlichen Motiven 
entwickelt. Diese Anzeigen werden zwei Mal jähr lich in der örtlichen Presse jeweils in der 
Wochenendausgabe geschaltet.  
 
Mannheim - ebenfalls mit einem noch über dem Mittelwert liegenden Anteil an Pflegekindern – 
schaltet Annoncen in den örtlichen Zeitungen,  um Pflegefamilien zu akquirieren. Dabei 
konzentriert sich die Stadt bei ihrer Werbung auf die Akquirierung von Bereitschaftspflegeeltern, 
die besonders schwer zu gewinnen sind. Zudem ist der Pflegekinderdienst mit 
Informationsständen auf unterschiedlichen städti schen Veranstaltungen präsent, um für die 
Aufnahme von Pflegekindern zu werben.  
 
Auch die übrigen Städte des Benchmarkingkreises fü hren regelmäßig Aktivitäten in diesem Feld 
durch. So startet Karlsruhe u.a. zwei Mal jährlich Plakataktionen im gesamten Stadtgebiet.  
 
Die zentrale Frage lautet hier: Warum weisen die Städte so unterschiedliche Ergebnisse bei der 
Gewinnung von Pflegeeltern auf? Es lohnt ein vertiefter Blick auf die konkreten Vorgehensweisen, 
die Erfolgsfaktoren und Rahmenbedingungen der Städte, der im weiteren Projektverlauf des 
Benchmarking zu leisten sein wird.

con_sens 
44
 
4.4. Outcome-Indikatoren 
 
Der Vergleichsring hat in seinem ersten Projektjahr einen Kennzahlenset für Outcome-Indikatoren 
entwickelt. Die Datenverfügbarkeit wird ab dem nächsten Erhebungsjahr sukzessive realisiert. 
Der Benchmarkingkreis hat seine Anforderungen an Auswertungsmodule im Outcome-Bereich an 
die Software-Hersteller kommuniziert und wird sich über die weitere Realisierung austauschen.  
 
Was sollen die Outcome-Indikatoren abbilden? 
 
Wirkungen – der Outcome – einer Leistung (des  Outputs) sind Resultate von Maßnahmen. 
Resultate qualifizieren sich dann als Wirkungen, wenn sie auf die Maßnahme ursächlich 
zurückzuführen sind. Das bede utet jedoch nicht, dass im Rahmen des Benchmarking ein 
empirischer Ursachenachweis erbracht werden mu ss, um Aussagen zu erhalten. Eine plausible 
Relation zwischen Ursache und Wirkung ist in diesem Zusammenhang ausreichend. Die 
Kennzahlen bilden ab, dass die Resultate wahrscheinlich auch auf die jeweiligen Maßnahmen in 
der Jugendhilfe zurückzuführen sind.  
 
Je nachdem welche Dimension von Wirkung betrachtet wird, ist der Einfluss des Jugendamtes 
stärker oder schwächer gegeben, bzw. sind  externe Faktoren und Rahmenbedingungen 
gewichtiger.  
 
Die Datenbasis wird für viele der im Folgenden benannten Indikatoren erarbeitet und durch den 
Benchmarkingkreis perspektivisch genutzt.  
 
Zum einen sollen künftig die mit den Hilfen zur Erziehung + im Einzelfall intendierten Wirkungen 
für die Zielgruppe betrachtet werden. Erhoben wird, ob bzw. wie oft die im Hilfeplan vereinbarte 
Wirkung erreicht wurde. Sicherli ch kann dies nur ein Ausschnitt aus dem Feld „erfolgreichen 
Arbeitens“ sein, weil im Rahmen noch nicht beendeter Maßnahmen ebenfalls (Teil-)Erfolge erzielt 
werden. Zum anderen werden die Wirkungen der Jugendhilfe auf den Sozialraum betrachtet, 
wohlwissend, dass die Jugendhilf e insbesondere hier immer nur eine Einflussvariable unter 
anderen ist.  
 
Das entwickelte Kennzahlenset im Einzelnen:  
  
• Quote an planmäßig beendeten HzE + im Vergleich zu den Abbruchquoten. Um auch die 
Nachhaltigkeit der Hilfen zu berücksichtigen, wird darüber hinaus als sinnvoll erachtet, zu 
erheben, wie viele der beendeten Fälle auch nach einem Jahr noch keine erneuten HzE + 
benötigen.  
 
• Rückführung stationärer Fälle in die Familie oder Verselbständigung. Abgebildet werden 
soll daher, wie viele Kinder und Jugendliche n nicht mehr stationä r untergebracht sind, 
sondern in ihren Familien leben oder selbständig wohnen. Dies wird für die Leistungen 
nach § 33 und für die Leistungen nach § 34 SGB VIII separat ausgewertet.  
 
• Der Benchmarkingkreis hat darüber hinaus das Ziel, den Ausbildungsstatus bei 
Beendigung der Hilfen zu erheben. Ein Schu labschluss oder eine Ausbildung erhöhen die 
beruflichen Perspektiven des Jugendlichen. Ein hoher Anteil der Jugendlichen, die bei 
Hilfebeendigung über einen Abschluss oder eine Ausbildung verfügen, ist ein Indiz für 
erfolgreiche Aktivitäten der Jugendämter, au ch wenn diese nur ein Einflussfaktor unter 
anderen sind.  
 
Über die Wirkungen auf die HzE +-Fälle werden auch Wirkungen auf die Sozialstruktur der 
jeweiligen Städte betrachtet.

con_sens 
45
 
• Ausmaß der Kindeswohlgefährdung. Gezählt wird die Anzahl der Kinder mit dem 
Jugendamt gemeldeten (künftig auch die der festgestellten) Kindeswohlgefährdungen 
durch Misshandlung, Vernachlässigung und Missbrauch nach § 1666 BGB. Das Ausmaß 
der Kindeswohlgefährdung ist ein zentraler Wirkungsindikator, der durch das Jugendamt 
zumindest begrenzt beeinflusst werden kann und zu seinen zentralen Handlungsfeldern 
gehört. Relevant ist dieser Indikator auch, weil Kinder, die selbst Gewalt erfahren haben 
mit höherer Wahrscheinlichkeit selbst gewalttätig werden als andere junge Menschen.  
 
• Darüber hinaus wird auch die Anzahl der Kinder und Jugendlichen unter 21 Jahren 
erhoben, die als Tatverdächtige wegen körperlicher Gewalt gelten.

con_sens 
46
 
LEGENDE
Belastungsfaktoren
Arbeitslosendichte (bis u. 65 J.)
Schulabgänger ohne Abschluss
(15-u.21 J.)
Anklagen nach JG G  pro 1000 EW
(14-u.21 J.)
Jugend-Sozialhilfequote (pro 100
EW )
unterdurchschnittliche Anzahl
Kita-Plätze (0-14 J.)
v. Scheidung betr. KiJu (pro 100
EW 0-18 J.)
 
5. Stadtprofile 
 
Im Rahmen der Kontext-, Input- und Output-Analyse wurden die Städte untereinander im 
Hinblick auf einzelne Indikatoren verglichen. Um stadtspezifische Wechselwirkungen und 
Zusammenhänge zwischen den einzelnen Indikato ren betrachten zu können - beispielsweise 
zwischen Personaleinsatz und Fallkosten, Leistungsdichten und soziostrukturellen 
Rahmenbedingungen - werden im Folgenden Stadtprofile entwickelt.  
 
Die Kurzprofile fassen die Informationen aus dem Kennzahlenvergleich knapp für jede Stadt 
zusammen. In dieser Darstellungsform ist es ni cht immer möglich, auf alle im Rahmen der 
vorherigen Analysen benannten Besonderheiten und Erklärungsfaktoren einzugehen. Daher sind 
die Stadtprofile immer nur im Gesamtzusammenhang des gesamten Berichtstextes zu sehen.  
 
Im Hinblick auf die Stadtprofile ist zu berück sichtigen, dass die angegebenen Werte nicht die 
absoluten Ausprägungen des jeweiligen Indikators abbilden, wie dies in den bisherigen 
grafischen Darstellungen der Fall ist, sondern di e Abweichungen vom Mittelwert darstellen. Dies 
ist notwendig, um die unterschiedlichen Indikato ren vergleichbar zu machen. Zusätzlich zu den 
Top-Kennzahlen werden die Rahmenbedingungen der einzelnen Städte abgebildet. Die Kontext-
Indikatoren sind im Folgenden als Netzgrafik pro Stadt abgebildet.  
 
Je höher der Wert des 
Indikators ist, desto größer ist 
die entsprechende Problemla-
ge in der Stadt einzuschätzen 
und desto größer auch die in 
der Grafik aufgespannte Flä-
che.  
 
Damit alle Indikatoren mit der 
gleichen Wirkungsrichtung, 
d.h. in diesem Zusammen-
hang als belastende Faktoren 
abgebildet werden können, 
wurde der Indikator „Anzahl 
der Kita-Plätze“ entsprechend transformiert.  
 
Folgendes Zahlenbeispiel erläutert dies näher: Für Rostock ist in der Grafik KeZa 1 
„Arbeitslosendichte“ ein Wert von 13,9 Arbeit slosen pro 100 Einwohner abgebildet. In der 
Netzgrafik macht der Wert für Rostock 147,6 Pr ozent des Mittelwertes aus. Wie kommt diese 
Berechnung zustande? 
 
Wert Rostock 
in Grafik  
KeZa 1 
Mittelwert (MW) der 
Vergleichsstädte in 
Grafik KeZa 1 
MW auf Index 100 gesetzt  
+ Abweichung des 
Rostocker Wertes vom MW 
errechnet 
 
 
Abgebildeter Wert 
in der Netzgrafik 
= Anteil  
Interpretation 
13,9 
Arbeitslose pro 
100 EW  
 
9,4 Arbeitslose pro 
100 EW 
13,9 : 9,4 x 100 = 147,6 
 
(inkl. kleiner 
Rundungsfehler) 
147,6 
 
Die Rahmenbedingung 
in Rostock ist sehr 
ungünstig, da die 
Ausprägung des 
Belastungsfaktors 147,6 
Prozent des MW 
ausmacht.

con_sens 
47
 
5.1. Stadtprofil Bremerhaven 
 
Die sozialstrukturellen Rahmen-
bedingungen in Bremerhaven 
sind auffallend hoch belastet. Für 
fünf der sechs ausgewählten 
Kontextindikatoren weist die 
Stadt deutlich überdurchschnitt-
liche Problemlagen auf. Durch 
die Skalierung der Grafik können 
die Ausschläge z.T. nicht voll 
erfasst werden.  
 
Vor diesem Hintergrund sind die 
unter dem Mittelwert der Bench-
markingstädte liegenden Netto-
ausgaben pro Einwohner beson-
ders auffallend. Die folgende 
Grafik zeigt dies:  
 
Stadtprofil Bremerhaven
-17,9
20,8
9,4
-9,7
30,8
-50,0
-40,0
-30,0
-20,0
-10,0
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
Netto-Ausgaben HzE+ pro
EW*
Netto-Ausgaben HzE+ pro
Fall*
vzv. ASD-Mitarbeiter pro 100
Fälle*
HzE+Fälle gesamt pro 100
EW*
Anteil stationäre HzE+Fälle an
allen HzE+Fällen*
(jeweils ausgewiesen: die Abweichung des 
Stadtergebnisses der Kennzahl 
vom  Mittelwert der Städte in Prozent)
 
 
Die unter dem Mittelwert liegenden Nettoausgaben pro jungen Einwohner können nicht auf eine 
niedrige Leistungsdichte zurückgeführt werden, da diese im Vergleich der Benchmarkingstädte 
deutlich über dem Mittelwert angesiedelt ist. 
 
Ein Erklärungsfaktor für die vergleichsweise niedrigen Nettoausgaben pro Einwohner sind 
zunächst die niedrigen Kosten pro HzE+-Fall. Diese liegen v. a. darin begründet, dass ein 
Großteil (mehr als 90 Prozent) der stationär betr euten Kinder und Jugendlichen in den weniger 
kostenintensiven Pflegefamilien leben. Ein Ergebnis, das nicht nur aus fiskalischen, sondern v.a. 
auch aus fachlicher Sicht als überaus positiv zu werten ist.  
 
152,5
113,8
194,2
185,8
n.v.
174,1
Alo
Schulab.
JGG
HLU 21
Kita
Scheidung
Bremerhaven 2004 MW = Index 100

con_sens 
48
Wie oben bereits ausgeführt sind es sehr unter schiedliche Faktoren, die zur Erklärung dieses 
Ergebnisses herangezogen werden . Zunächst wurde bereits vor 20 Jahren damit begonnen, den 
Pflegekinderdienst intensiv auszubauen. Darüber hinaus beschränkt sich das Jugendamt bei der 
Werbung um Pflegeeltern nicht auf das Stadtgebiet, sondern dehnt seine Werbemaßnahmen 
offensiv auch auf den umschließenden Landkreis aus.  
 
Als wichtiger Faktor gelten nich t nur die Arbeit des Jugendamtes, sondern auch die Aktivitäten 
eines örtlich ansässigen Pflegeelternvereins,  dessen Gründung und Arbeit durch die Stadt 
gefördert wird. Als eine Besond erheit in der prozessualen Ausg estaltung der Arbeitsprozesse 
könnte auch angeführt werden, dass auswärtige Heimunterbringungen grundsätzlich nach 18 
Monaten verbindlich durch Externe überprüft au f ihre Notwendigkeit überprüft werden. Das 
Bremerhavener Jugendamt sieht trotz sein es ausgezeichneten Ergebnisses weiter 
Entwicklungspotenziale. Benannte Ziele sind insbes ondere die Reduzierung der Verweildauer der 
Pflegekinder bzw. ihre  verstärkte Rückführung in die Herkunftsfamilien.  
 
Dieses Entwicklungspotenzial wird auch aus dem Stadtprofil deutlich. Der Anteil der stationären 
Fälle (mit Heimunterbringung und Vollzeitpflege) an  den Fällen insgesamt fällt im Vergleich sehr 
hoch aus. Ziele könnten hier wie oben benannt die verstärkte Rückführung der Pflegekinder in 
ihre Herkunftsfamilien sein, die nicht selten be gleitende ambulanten Hilfen  erfordert, sowie die 
Stärkung der ambulanten Hilfeformen insgesamt.

con_sens 
49
 
73,6
80,4
117,7
67,9
n.v.
64,7 Alo
Schulab.
JGG
HLU 21
Kita
Scheidung
Darmstadt 2004 MW = Index 100
5.2. Stadtprofil Darmstadt 
 
Die sozialstrukturellen Rahmen-
bedingungen der Stadt zeigen 
sich im Vergleich der sechs 
Benchmarkingstädte eher güns-
tig.  
 
Überdurchschnittlich belastet ist 
die Stadt lediglich im Hinblick 
auf einen unterdurchschnitt-
lichen Versorgungsgrad an Kita-
Plätzen, der allerdings vor dem 
Hintergrund der in den beiden 
ostdeutschen Städten traditionell 
guten Ausstattung zu sehen ist.  
 
Für den Kontextindikator der 
Schulabgänger ohne Abschluss 
lässt sich allerdings aufgrund der Datenlage keine Aussage treffen.  
 
Stadtprofil Darmstadt
(jeweils ausgewiesen: die Abweichung des Stadtergebnisses der Kennzahl 
vom  Mittelwert der Städte in Prozent)
4,1
-6,2
-15,3
10,4
-51,5
-50,0
-40,0
-30,0
-20,0
-10,0
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
Netto-Ausgaben HzE+ pro EW* Netto-Ausgaben HzE+ pro Fall* vzv. ASD-Mitarbeiter pro 100
Fälle*
HzE+Fälle gesamt pro 100
EW*
Anteil stationäre HzE+Fälle an
allen HzE+Fällen*
 
 
Das auffälligste Merkmal des Darmstädter Profils  ist, dass es der Stadt gelungen ist, die 
Leistungserbringung im Vergleich mehr als deut lich auf ambulante Hilfeformen auszurichten. In 
der Profilgrafik wird dies daran sichtbar, dass der Anteil der stationär betreuten Fälle an allen 
Hilfen zur Erziehung + mehr als deutlich unter dem Mittelwert  liegt. Die entsprechende Grafik 
KeZa 54.a. ist dem Anhang zu entnehmen.  
 
Hierauf lässt sich auch die Leistungsdic hte zurückführen, die im Vergleich der 
Benchmarkingstädte über dem Mittelwert liegt, allerdings nicht so weit wie bei einem derart 
hohen Anteil ambulanter Hilfen zur erwarten wäre. Letzteres spricht dafür, dass ambulante 
Hilfen in Darmstadt zunehmend eine wirklich e Alternative (kein Ersatz!) zur stationären

con_sens 
50
Unterbringung geworden sind. Dies wird auch an den vergleichsweise geringen Ausgaben pro 
Fall deutlich.  
 
Der hohe Anteil an ambulanten Hilfen zur Erziehung + in Darmstadt ist als Ergebnis einer 
langfristig angelegten Strategie zur Sozialraumor ientierung und Dezentralisierung der Hilfen zu 
sehen. In diesem Zusammenhang  wird darauf hingewiesen, da ss in Darmstadt der Städtische 
Sozialdienst u.a. die Bearbeitung der HzE+ wahrnimmt, als Ergebnis des Projektes 
„Reorganisation der erzieherischen Hilfen“. Im  Rahmen des Projektes wurden die Abteilungen 
„Erziehungshilfe“ und „ASD“ zum städtische n Sozialdienst zusammen gelegt und als 
Querschnittsdienst der Leitung der Sozialverwaltung unterstellt. In den übrigen Städten werden 
die im Rahmen des Benchmarking betrachteten  Aufgabenfelder durch den ASD wahrgenommen. 
Aufgrund der Lesbarkeit des Berichtes wird im laufenden Text auf diese Differenzierung 
verzichtet. Seit 1996 hat Darmstadt seine Leistungserbringung dezentralisiert und ist verstärkt in 
den Sozialräumen präsent. Dies hat zunächst zu einer Fallzahlensteigerung geführt, weil – 
fachlich durchaus nicht unerwünscht – Bedarfe frühzeitiger und umfassender erkannt wurden 
und die Hemmschwelle zur Inanspruchnahme von Hilfen zur Erziehung+ sank.  
 
Nach den Darmstädter Erfahrungen nivelliert sich dieser Effekt jedoch langfristig wieder. Seit 
Ende der 90er-Jahre sind in Da rmstadt sowohl die ambulanten al s auch die stationären Hilfen 
rückläufig bzw. weniger stark steigend als zunächst angenommen. Von Bedeutung war es, ein 
passgenaues Angebotsportfolio für ambulante Hilfearrangements  zu entwickeln, damit 
Alternativen für die stationäre Unterbringung zur Verfügung stehen. Mindestens ebenso wichtig 
war jedoch auch der Einstellungswandel der Mitarbeiter im Städtischen Sozialdienst (vglbar mit 
ASD in anderen Städten). Kinder und Jugendliche sollten soweit möglich in ihrer 
Herkunftsfamilie leben können, auch wenn di e dortigen Konstellationen aus Sicht des 
Jugendamtes nicht unproblematisch sind.  
 
Ein weiterer Erklärungsfaktor der Stadt Darmstad t für ihren hohen Anteil an ambulanten Hilfen 
insgesamt ist die bewusste Steuerung von Kriseninterventionen . Um zu vermeiden, dass 
Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen zu  oft in stationäre Unterbringung münden, 
wurde ein spezifischer Ansatz entwickelt. Dieser  stellt sicher, dass Kinder und Jugendliche nur 
kurz in Obhut genommen werden und pädagogische und psychologische Fachkräfte in den 
Herkunftsfamilien eingesetzt werden. Die tempo rären Fallkosten können zunächst durchaus 
ansteigen, die Laufzeit der Hilfe sinkt nach den Erfahrungen der Stadt jedoch enorm.  
 
Auffällig ist, dass die personellen Ressourcen Da rmstadts für die Steuerungsstelle deutlich unter 
dem Mittelwert liegen (vgl. hierzu auch das Kapitel 4.2.2.). Dabei ist zu betonen, dass nicht nur 
die quantitative Personalausstattung, sondern auch qualitative Komponenten eine Rolle spielen, 
wenn es um den effizienten Einsatz von Person alressourcen geht. Darmstadt ist hier den Weg 
gegangen, die Arbeitsanteile der Mitarbeiter für die klassischen Hilfen zur Erziehung zu 
begrenzen, weil die Arbeit mit den dazugehö rigen Problemkonstellationen psychisch stark 
beanspruchend ist. Dabei gilt eine Fallobergrenze für jeden Mitarbeiter, so dass ausreichend Zeit 
für andere Arbeiten bleibt.

con_sens 
51
5.3. Stadtprofil Karlsruhe  
 
Die sozialstrukturellen Rahmen-
bedingungen sind im Vergleich 
der Benchmarkingstädte mit 
Ausnahme einer unterdurch-
schnittlichen Anzahl an belegten 
Plätzen in Kindertageseinrich-
tungen als deutlich positiv zu 
bezeichnen. 
 
Dies scheint auch ein 
Erklärungsfaktor (unter anderen) 
für die insgesamt im Vergleich 
positiven Ergebn isse der Stadt 
Karlsruhe zu sein.  
 
Auffallend ist zunächst, dass 
sich fast alle Werte des 
Stadtprofils Karlsruhe von der Tendenz her mehr oder weniger um den Mittelwert gruppieren.  
 
Mit Ausnahme von deutlich unterdurchschnittliche n Personalressourcen für die Steuerungsstelle 
ASD trifft dies auf die Nettoaus gaben pro Fall und pro Einwohner, die Leistungsdichte insgesamt 
sowie den Anteil stationärer Fälle an allen Fällen zu.  
 
Stadtprofil Karlsruhe
(jeweils ausgewiesen: die Abweichung des Stadtergebnisses der Kennzahl 
vom  Mittelwert der Städte in Prozent)
1,7 3,9
-2,6
0,1
-11,1
-50,0
-37,5
-25,0
-12,5
0,0
12,5
25,0
37,5
50,0
Netto-Ausgaben HzE+ pro
EW*
Netto-Ausgaben HzE+ pro
Fall*
vzv. ASD-Mitarbeiter pro 100
Fälle*
HzE+Fälle gesamt pro 100
EW*
Anteil stationäre HzE+Fälle an
allen HzE+Fällen*
 
 
Das Entwicklungspotenzial der Stadt liegt dari n, den Anteil ambulanter Hilfen zur Erziehung + an 
den Fällen insgesamt weiter auszubauen.  
 
Die These, dass sich ein geringer Personaleinsat z negativ auf die Qualität der Zugangssteuerung 
und Hilfeplanung und damit auch auf die Kostenen twicklung auswirkt, lässt sich anhand dieses 
Stadtprofils nicht bestätigen, die Nettoausgaben pro EW liegen nur leicht über dem Mittelwert. 
52,296,9
133,9 59,6
58,7
62,9Alo
Schulab.
JGG
HLU 21
Kita
Scheidung
Karlsruhe 2004 MW = Index 100
62,9
58,7
59,6133,9
96,9 52,2
Alo
Schulab.
JGG
HLU 21
Kita
Scheidung
Karlsruhe 2004 MW = Index 100

con_sens 
52
Es ist eher davon auszugehen, dass hier andere Aspekte bei der Mitarbeiterführung oder in der 
Prozessgestaltung eine entscheidendere Rolle spielen.  
 
Diese Thematik wird im weiteren Projektverlauf auf der Basis von Zeitreihenbetrachtungen weiter 
bearbeitet werden.

con_sens 
53
 
5.4. Stadtprofil Mannheim 
 
Mannheim ist durch eine deut-
lich hohe Anzahl der Schul-
abgänger, die ihre Schule ohne 
formale Qualifikation verlassen 
pro 100 junge Einwohner ge-
kennzeichnet.  
 
Des weiteren weist die 
Netzgrafik eine unter dem 
Mittelwert liegende Anzahl an 
belegten Plätzen in 
Kindertageseinrichtungen aus.  
 
Das folgend abgebildete Mann-
heimer Profil zeigt, dass die 
Stadt im Berichtsjahr vergleichs-
weise geringe Nettoausgaben für 
Hilfen zur Erziehung+ pro jungen Einwohner aufgewandt hat.  
 
Dies ist weniger auf die Häufigkeit zurückzuführ en, mit der Hilfen zur Erziehung+ in Anspruch 
genommen werden: die Leistungsdichte Mannheim s liegt 2004 leicht über dem Mittelwert. 
Vielmehr dürfte ein Erklärungsfaktor für das Ergebnis sein, dass die Ausgaben pro Fall in 
Mannheim vergleichsweise niedrig waren.   
 
Stadtprofil Mannheim
(jeweils ausgewiesen: die Abweichung des Stadtergebnisses der Kennzahl 
vom  Mittelwert der Städte in Prozent)
-2,6
-16,6
-0,2
2,1-5,0
-50,0
-37,5
-25,0
-12,5
0,0
12,5
25,0
37,5
50,0
Netto-Ausgaben HzE+ pro
EW*
Netto-Ausgaben HzE+ pro
Fall*
vzv. ASD-Mitarbeiter pro 100
Fälle*
HzE+Fälle gesamt pro 100
EW*
Anteil stationäre HzE+Fälle an
allen HzE+Fällen*
 
 
Ein weiteres Merkmal ist, dass die Stadt Mann heim durchschnittlich vi ele ihrer HzE+-Fälle 
stationär betreut. In Mannheim gibt es ein hälftiges Verhältnis von ambulanten zu stationären 
Hilfen.  
 
75,5
122,2
72,6
90,3
126,1
89,0
Alo
Schulab.
JGG
HLU 21
Kita
Scheidung
Mannheim 2004 MW = Index 100
89,0
126,1
90,3
72,6
122,2
75,5
Alo
Schulab.
JGG
HLU 21
Kita
Scheidung
Mannheim 2004 MW = Index 100

con_sens 
54
Die Stärkung ambulanter Hilfeformen ist als En twicklungspotenzial der Stadt zu sehen.  In 
Mannheim wurden hierzu bereits entsprechende Steuerungsaktivitäten gestartet, um den Anteil 
an ambulanten Hilfen zu erhöhen. 
 
So hat Mannheim bereits im Jahr 2003 den Ju gendhilfeausschuss über die Einführung von 
Zielvorgaben zur fallübergrei fenden Steuerungsoptimierung informiert. Die Zielvorgaben 
beinhalten eine zeitliche Befristung der Hilfen  um den Zeit- und Zielbezug in der Hilfeplanung 
verstärkt in den Blick zu nehmen. Die Einhaltu ng der Zielvorgaben wurde in Bezug auf die 
eingriffs- und kostenintensiven Hilfen nach §§ 32 und 34 SGB VIII regelmäßig überprüft und 
sachgebietsbezogen dokumentiert und verglichen. Es entwickelte sich ein internes Benchmarking 
in dem die Faktoren untersucht wurden, die die Hilfeplanung beeinflussen. Zur 
einzelfallbezogenen Steuerungsoptimierung wurde ein Handbuch zur Hilfeplanung erstellt. Mit 
diesem Handbuch wurde die Dokumentation der Hilfeplanung im Hinblick auf die Verbindlichkeit 
von Zeit- und Zielbezug qualifiziert. Zusätzlich enthält das Handbuch zahlreiche Arbeitshilfen für 
die Schlüsselprozesse der Hilfeplanung. 
 
Darüber hinaus wird parallel in Mannheim im Rahmen der Jugendhilfeplanung im Bereich der 
Hilfen zur Erziehung an einer sozialraumorientiert en Infrastrukturverbesserung gearbeitet. Hierzu 
werden die schulbezogenen Jugendhilfeangeb ote ausgebaut, um die Angebotspalette von 
tagesstrukturierenden Maßnahmen zu erweitern.  Ziel ist die Prävention von eingriffs- und 
kostenintensiveren Hilfen durch eine frühzeitig e Unterstützung der Familien. Darüber hinaus soll 
durch die neu geschaffenen Gruppenstrukture n auch die Verweildauer in eingriffs- und 
kostenintensiveren Hilfen reduziert werden. 
 
Des Weiteren fällt auf, dass die in Mannheim eingesetzten Personalressourcen für die 
Fallsteuerung im ASD deutlich unter dem Mittelwert liegen.  
 
Im Stadtprofil ist nicht abgebildet, dass der Pe rsonaleinsatz der Stadt für operative Aufgaben 
deutlich über dem Mittelwert liegt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Mannheim 
vergleichsweise viele operative Aufgaben intern  wahrnimmt und nicht nach außen vergeben hat 
wie die übrigen Städte (vgl. hierzu nähere Ausführungen unter 4.2.2).  
 
Intern durchgeführt werden der Pflegekinderdien st, Erziehungsbeistandschaften sowie Angebote 
für betreutes Wohnen sowie drei Einrichtungen für Schülergruppen/Soziale Gruppenarbeit. Die 
Struktur der eigenen Schülergruppen ist unter dem Aspekt eines Angebotes für belastete 
Stadtteile historisch gewachsen. Die Stadt sieht dies als Steuerungspotenz ial und plant, einige 
Aufgaben an externe Träger zu vergeben. Es is t vorgesehen, die Erziehungsbeistandschaft in die 
Regionen der Bezirkssozialarbeit zu integrieren, damit dort ein flexibles Betreuungsangebot zur 
Verfügung steht. Das Betreute Wohnen und die Schülergruppen/soziale Gruppenarbeit werden 
perspektivisch an freie Träger abgegeben.

con_sens 
55
5.5. Stadtprofil Potsdam 
 
Der sozialstrukturelle Kontext 
der Stadt ist durch eine im 
Vergleich zu den teilnehmenden 
Städten überdurchschnittliche 
hohe Anzahl an Schülern pro 
Einwohner von 14 bis unter 21 
Jahren gekennzeichnet, die ihre 
Schule ohne formale 
Qualifikation verlassen und 
damit über schlechtere 
Startbedingungen für ihre 
berufliche Entwicklung verfügen.  
 
Besonders günstige Rahmen-
bedingungen weist die Stadt im 
Hinblick auf den 
Versorgungsgrad an 
Kindertageseinrichtungen auf. Die Arbeitslos endichte liegt leicht unter dem Mittelwert der 
Benchmarkingstädte. Auch im Hinblick auf de n Anteil der Bezieher von laufender Hilfe zum 
Lebensunterhalt unter 21 Jahre und den Anteil der von Scheidung betroffenen Kinder und 
Jugendlichen weist Potsdam unterdurchschnittliche Belastungen auf.  
 
Auffälliges Merkmal des Profils sind die im Ve rgleich deutlich niedrigen Netto-Ausgaben pro 
Einwohner.  
 
Dies ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass Kinder und Jugendliche in Potsdam 2004 
vergleichsweise selten  Hilfen zur Erziehung + in Anspruch genommen haben. Das Stadtprofil 
weist eine deutlich unter dem Mittelwert liegende Leistungsdichte auf.  
 
Stadtprofil Potsdam
(jeweils ausgewiesen: die Abweichung des Stadtergebnisses der Kennzahl 
vom  Mittelwert der Städte in Prozent)
-21,3
6,3 3,5
-26,3
11,8
-50,0
-37,5
-25,0
-12,5
0,0
12,5
25,0
37,5
50,0
Netto-Ausgaben HzE+ pro
EW*
Netto-Ausgaben HzE+ pro
Fall*
vzv. ASD-Mitarbeiter pro 100
Fälle*
HzE+Fälle gesamt pro 100
EW*
Anteil stationäre HzE+Fälle an
allen HzE+Fällen*
 
 
96,8
111,975,0
48,8
75,7
n.v.
Alo
Schulab.
JGG
HLU 21
Kita
Scheidung
Potsdam 2004 MW = Index 100
100,0
75,7
48,8
75,0 111,9
96,8
Alo
Schulab.
JGG
HLU 21
Kita
Scheidung
Potsdam 2004 MW = Index 100

con_sens 
56
Die Nettoausgaben pro Fall liegen im Vergleich der sechs Städte merklich über dem Mittelwert, 
allerdings nicht so stark wie dies angesichts de s hohen Anteils an stationären Fällen zu erwarten 
gewesen wäre. Hinzu kommt, dass ein hoher Anteil der durch Potsdam stationär betreuten 
Kinder und Jugendlichen in Heimen und nicht in den weniger kostenintensiven Pflegefamilien 
lebt. 
 
An dieser Stelle zeigt sich auch das Entwickl ungspotenzial der Stadt. Durch eine verstärkte 
Akquirierung von Pflegefamilien könnten langfristig mehr stationäre Fälle als bisher in familiären 
Strukturen leben. Erste Aktivitäten zur Nutzung dieses Potenzials wurden bereits unternommen.  
 
Des Weiteren könnte der Anteil der stationären Fä lle insgesamt gesenkt werden. Allerdings sind 
dabei die Nettoausgaben pro Einwohner im Auge zu behalten, die ja aufgrund der niedrigen 
Falldichte insgesamt erfreulich niedrig liegen. Die Herausforderung besteht hier darin, verstärkt 
ambulante Hilfen als Alternative zur stationäre Betreuung zu entwickeln.

con_sens 
57
97,1
73,5
95,8
n.v.
n.v.
147,6Alo
Schulab.
JGG
HLU 21
Kita
Scheidung
Rostock 2004 MW = Index 100
5.6. Stadtprofil Rostock 
 
Die sozialstrukturellen Rahmenbedingungen der St adt Rostock sind insbes ondere durch eine im 
Vergleich deutlich überdurchschnittliche Arbe itslosendichte der 15- bis unter 65-jährigen 
Bevölkerung gekennzeichnet.  
 
Darüber hinaus sind insbe-
sondere die Kinder unter 7 
Jahren sowie die 7- bis unter 
15-jährigen Kinder und Jugend-
lichen überdurchschnittlich oft 
sozialhilfebedürftig (vgl. hierzu 
die Ausführungen zur Grafik 
KeZa 5).  
 
Die Altersgruppen der 15- bis 
unter 18-Jährigen und die 18- 
bis unter 21-Jährigen sind hin-
gegen deutlich seltener von der 
staatlichen Transferleistung der 
laufenden Hilfe zum Lebens-
unterhalt abhängig. Daher weist 
die Stadt in der Netzgrafik hierfür auch keine üb erdurchschnittliche Belastung auf (der Wert für 
Rostock beträgt 96 Prozent des Mittelwertes).  
 
Dennoch ist davon auszugehen, dass die diesbezüglichen Problemlagen in der Stadt auch für 
diese Altersgruppe erheblich sind. Dies wi rd an der weit überdurchschnittlich hohen 
Jugendarbeitslosigkeit in Rostock deutlich. Junge Personen im erwerbsfähigen Alter ohne 
ausreichende finanzielle Grundlage scheinen in der Stadt eher durch das Hilfesystem der 
Arbeitslosenhilfe erfasst zu werden. Durch die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und 
Sozialhilfe kann ab dem Erhebu ngsjahr 2005 künftig diese durch ähnliche Problemlagen 
gekennzeichnete Gruppe gemeinsam abgebildet werden (als Bezieher von Arbeitslosengeld 2 und 
Sozialgeld nach SGB II). 
 
Im Hinblick auf den Versorgungsgrad an Kindertagesbetreuung ist Rostock hingegen im Vergleich 
der Benchmarkingstädte erwartungsgemäß gut ausgestattet.  
 
Leider kann aufgrund der Datenlage derzeit nur ei n unvollständiges Bild der sozialstrukturellen 
Rahmenbedingungen in Rostock gegeben werden, da die Zahlen zu den Schulabgängern ohne 
Abschluss nicht verfügbar sind. Des Weiteren enthält die Zahl der beendeten Gerichtsverfahren 
mit JGG für Rostock auch die vereinfachten Ge richtsverfahren und ist daher nicht mit den 
Angaben der übrigen Städte vergleichbar (und daher nicht in der Radargrafik enthalten).

con_sens 
58
Stadtprofil Rostock
(jeweils ausgewiesen: die Abweichung des Stadtergebnisses der Kennzahl 
vom  Mittelwert der Städte in Prozent)
18,9 18,7
7,0
9,0
27,9
-50,0
-37,5
-25,0
-12,5
0,0
12,5
25,0
37,5
50,0
Netto-Ausgaben HzE+ pro
EW*
Netto-Ausgaben HzE+ pro
Fall*
vzv. ASD-Mitarbeiter pro 100
Fälle*
HzE+Fälle gesamt pro 100
EW*
Anteil stationäre HzE+Fälle an
allen HzE+Fällen*
 
 
Das Rostocker Profil zeigt zunächst, dass die Stadt deutlich überdurchschnittliche 
Nettoausgaben pro Einwohner aufweist.  
 
Zu einem Teil ist dies darauf zurückzuführen, dass die Kinder und Jugendlichen in der Stadt 
vergleichsweise häufig Hilfen zur Erziehung+ erhalten.  
 
Ein weiterer Erklärungsfaktor für die überdurc hschnittlichen Nettoausgaben pro EW unter 21 
Jahren ist der vergleichsweise hohe Anteil st ationärer Fälle an den Hilfen zur Erziehung + 
insgesamt.  
 
Dies spiegelt sich auch in den über dem Mitte lwert liegenden Ausgaben  pro Fall wider. Dies 
scheint v.a. auch deshalb plausibel, weil die st ationär betreuten Kinder und Jugendlichen in 
Rostock selten in Pflegefamilien leben, sondern in den in der Regel kostenintensiveren Heimen 
betreut werden.  
 
An dieser Stelle dürften auch die zentralen Entwicklungspotenziale der Hansestadt Rostock 
liegen. Insbesondere die verstärkte Akquirierung und Betreuung von Pflegefamilien ist bereits im 
Fokus der Stadt. Eine Werbeagentur wurde mit der Aufgabe Ende 2004 beauftragt.  
 
Die überdurchschnittlichen Pe rsonalressourcen im ASD pro 100 Fälle sind auf ein 
Personalentwicklungskonzept der Stadt zurückzuführen, das vor zwei Jahren gestartet wurde. Im 
Zuge dessen wurden alle ambulanten Hilfen an ex terne Anbieter vergeben. Hintergrund ist, dass 
die Mitarbeiter ihre nunmehr freien Ressourcen fü r ihre Qualifizierung in der Hilfeplanung nutzen 
können. Hierin werden sie durch ein Fachberatungsteam der Stadt begleitet.  
 
Grundsätzlich begannen in der Hansestadt Rostock in den vergangenen zwei Jahren 
Umsteuerungsaktivitäten, die auf der Grun dlage eines regionalisierten, dezentralen 
Arbeitskonzeptes den Sozialraum und die Mo bilisierung der Ressourcen aller Beteiligten 
(Leistungsadressaten, Leistungsträger, Leistung serbringer) in den Mittelpunkt stellen. Die 
Benchmarkingergebnisse 2004 sollen dazu dienen, hier weiteres unterstützendes Datenmaterial 
zu erhalten.

con_sens 
59
 
  6. Ergebnisse des qualitativen Benchmarking 
 
Der Benchmarkingkreis hat sich bereits in sein em ersten Projektjahr intensiv über zentrale 
Aspekte der Organisation und Steuerung von Hilfen zur Erziehung+ ausgetauscht.  
 
Insbesondere folgende Themen standen im Fokus des Vergleichsrings:  
 Organisation und Durchführung von Hilfeplanungskonferenzen 
 Leistungs-, Entgelt- und Qualitätsentwicklungsvereinbarungen 
 Controlling-Instrumente 
 
Darüber hinaus waren die Akquirierung und Betreuung von Pflegefamilien sowie präventive 
Aktivitäten im Umfeld der Jugendgerichtshilfe Ge genstand des qualitativen Benchmarking. Erste 
Ergebnisse hierzu sind be reits direkt in Zusammenhang mit den quantitativen 
Kennzahlenergebnissen ausgeführt (vgl. vorhergehe nde Kapitel). Im weiteren Projektverlauf wird 
es darum gehen, vertieft Besonderheiten und Unterschiede der einzelnen Vorgehensweisen und 
Konzepte herauszuarbeiten. 
 
 Organisation und Durchführung von Fachgesprächen bzw. Hilfeplanungskonferenzen 
 
Die Entscheidungsfindung im Hilfeplanverfahren erfolgt u.a. durch das Fachgespräch (oder auch 
Hilfeplanungskonferenz), im Rahmen dessen der Leistungsanspruch festgestellt wird und über 
die Hilfeart bzw. das Hilfeangebot beraten wird.  
 
Merkmal dieser Arbeitsformen ist es, dass unter schiedliche Fachkräfte zusammenwirken, um die 
Entscheidungsfindung zu objektivieren und zu qualifizieren. Welche Fachkräfte an dem 
Fachgespräch bzw. der Hilfeplanungskonferenz teilnehmen, hängt vom konkreten Bedarf und 
von der jeweiligen Regelung vor Ort ab. Grundsätzlich wird die Teilnahme der folgenden Akteure 
als sinnvoll erachtet: Die zuständige Fachkraft des Jugendamtes und des freien Trägers, die für 
die Entscheidung im Sinne der unmittelbaren Fachaufsicht zustän dige Fachkraft, ggf. Vertreter 
der Wirtschaftlichen Jugendhilfe, ggf. externe Fa chkräfte, ggf. Personen aus dem Umfeld sowie 
ggf. die Personensorgeberechtigten und die Kinder und Jugendlichen.  
 
Abzugrenzen ist diese Arbeitsform vom Hilf eplangespräch über die Entscheidung und 
Ausgestaltung der zu gewähr enden Hilfe, das die fallf ührende Fachkraft mit den 
Personensorgeberechtigten, dem Kind bzw. dem Jugendlichen und dem Leistungserbringer führt.  
 
Die Fachgespräche bzw. Hilfeplanungskonferenzen sind als Instrument der Entscheidungsfindung 
im Team und der Objektivierung der Einschätzungen von zentraler Bedeutung. Dies gilt 
insbesondere angesichts eines immer stärker ausdifferenzierten Angebotsportfolios im 
teilstationären und ambulanten Bereich. Di ese interdisziplinär ausgerichtete Arbeitsform 
ermöglicht eine verstärkte Passgenauigkeit der Hilfen, erfordert aber auch die Kompetenz, um 
die darin liegenden Chancen zu nutzen.  
 
Die zentralen Unterschiede  in der Organisation und der Durchführung von 
Hilfeplanungskonferenzen beziehen sich auf di e Moderation und die jeweils durchführende 
Ebene. In welcher Weise sich die Städte im Hinblick auf die Entscheidungskompetenzen im 
Rahmen der Hilfeplanungskonferenz unterscheiden, wird im kommenden Projektjahr noch weiter 
beraten.

con_sens 
60
 
Wer moderiert die Hilfeplanungskonferenzen? 
• Sozialarbeiter, der nicht fallverantwortlich ist (Bremerhaven) 
• Sozialarbeiter, der fallverantwortlich ist (D armstadt, Potsdam und Rostock). In Potsdam 
mit der Einschränkung: Bei großen Fachrunden oder in schwierigen Fällen moderiert der 
nichtfallzuständige Sozialarbeiter ggf. die Leitung.  
• Rotierende Rolle des Moderators innerhalb des Fachteams (Karlsruhe) 
• In Mannheim findet die Moderation der Hilfeplanungskonferenz für die stationären Hilfen 
und bei Eingriffen in die elterliche Sorge gemäß § 1666 BGB mit externer Moderation 
statt. Die übrigen Hilfeplanungskonferenzen werden durch die Sachgebietsleitung einer 
Regionalgruppe moderiert.  
 
Werden die Hilfeplanungskonferenzen zentral oder dezentral durchgeführt? 
Fast alle Städte organisieren ihre Hilfeplanungsk onferenzen dezentral. Die Sitzungen werden auf 
der Ebene der Sozialräume oder alternativer regionaler Einheiten durchgeführt.  
 
Eine Ausnahme hierbei bildet Mannheim. Die Hilfeplanungskonferenzen für stationäre Hilfen und 
bei Eingriffen in die elterliche Sorge finden ze ntral statt. Die Hilfeplanungskonferenzen für die 
übrigen Hilfen finden dezentral in den Regionalgruppen statt.  
 
Die Benchmarkingstädte werden sich im kommenden Projektjahr weiter über geeignete Lösungen 
bei der Ausgestaltung der Fachgespräche bzw. H ilfeplanungskonferenzen austauschen. Dies ist 
insbesondere vor dem Hintergrund interessa nt, dass die einzelnen Städte hier sehr 
unterschiedliche Wege gehen und aktuelle Entwic klungsprozesse in diesem Bereich gestartet 
wurden.  
 
 
 Leistungs-, Entgelt- und Qua litätsentwicklungsvereinbarungen 
 
Die Teilnehmerstädte haben im Ra hmen des qualitativen Benchmar king erste Erfahrungen über 
ihre Aktivitäten und Konzepte in Zusammenhang mit den Leistungs-, Entgelt- und 
Qualitätsentwicklungsvereinbarungen ausgetausc ht. Die folgenden Abschnitte enthalten daher 
beispielhafte Darstellungen und einzelne Impulse, keine abschließende Darstellung der Abläufe.  
 
Eine zentrale Herausforderung, die in allen  Vergleichsstädten in Zusammenhang mit den 
unterschiedlichen Steuerungsansätzen besteh t, ist die konkrete und aussagekräftige 
Beschreibung von Leistungen und den damit verbundenen Zielen. Dies spielt für Leistungs-, 
Entgelt- sowie die Qualitätsentwicklungen eine entscheidende Rolle.  
 
Bremerhaven berichtete in Zusammenhang mit den Leistungs- und Entgeltvereinbarungen über 
die Aktivitäten, die Leistungen der einzelnen Anbieter so konkret zu beschreiben, dass sie 
vergleichbar werden. Ziel war es dabei, die Leistungskataloge und Leistungsbeschreibungen 
nicht nur transparent zu machen, sondern auch inhaltlich zu standardisieren. Als zentrales 
Instrument wurde hierzu ein Formblatt zur durchschnittlichen Berechnung von Entgelten für 
spezifische Leistungen entwickelt. Benötigen frei e Träger mehr Personal zur Leistungserbringung 
als in diesem Formblatt festgehalten ist, müssen sie dies begründen.  
 
In Mannheim wurde der Prozess der Erstellung einer einrichtungsübergreifenden 
Qualitätsentwicklungsvereinbarung im Rahmen der Optimierung der Einzelfallsteuerung initiiert.  
 
Zentrale Faktoren der Qualitätsentwicklung und Qualifizierung der Einzelfallsteuerung sind daher 
die Festlegung verbindlicher Verfahrensstandards und Kooperationsregelungen für die 
Schlüsselprozesse und die Dokumentation der Hilfeplanung. Ebenfalls von großer Bedeutung für

con_sens 
61
die Qualität der Hilfeprozesse und die Optimier ung des Ressourceneinsatzes ist, wie eindeutig 
und klar der pädagogische Auftrag an den Leistu ngserbringer mit Ziel- und Zeitbezug formuliert 
wird und wie regelmäßig die Zielerreichung über prüft wird. Qualitätsentwicklung wird somit auf 
Seiten der Leistungserbringer wie auf Seiten der Leistungsträger unterstützt.  
 
Ein wichtiger Bestandteil sind hi erbei die Qualitätsberichte der Leistungserbringer, die aktuell 
erst für die teilstationären Hilfen nach § 32 ers tellt werden. Von Seiten des Jugendamtes wird in 
Kooperation mit den Leistungserbringern darauf  hingearbeitet, dass die Stellungnahmen zum 
Hilfeverlauf im Rahmen der Hilfeplanfortschreibung soweit wie möglich in Bezug auf die 
Zielerreichung konkretisiert werden. Neben der Darstellung von Prozess- und Strukturqualität 
liegt ein weiterer Schwerpunkt der Qualität sberichte auf den Qualifikationsprofilen der 
Mitarbeiter, dabei insbesondere auf ihrer Kompetenz zur sozialräumlichen Arbeitsweise.  
 
Einen anderen Fokus hat Darmstadt bei der Erarbeitung von 
Qualitätsentwicklungsvereinbarungen gewählt. In  einem Projekt zwischen öffentlichem Träger 
und freien Trägern im Bereich der HzE+ wurd en zwei Blickwinkel herausgearbeitet, die 
entscheidend für die Wirksamkeit von Hilfen  zur Erziehung sind. Zum Einen ist das der 
Blickwinkel Familie. Es geht hier um die Passung zwischen Pädagoge und Kind/Familie  - d.h. 
(Zusatz-)Qualifikation und „Chemie“ müssen stimmen – sowie um die Abstimmung von 
eingesetzter Methode und erzieherischem Bedarf.  
 
Hierzu wurden drei Bedarfsber eiche (individuelle Entwicklung des Kindes, lebensweltlicher 
Kontext und Bildungssysteme/ Arbeitsmarkt) er arbeitet. Diese bilden die Grundlage von 
Passungsprozess, Hilfeplanverfahren und Vereinbarungen zu Leistung, Entgelt und 
Qualitätsentwicklung. Zum Zweiten wird die Kooperationsqualität zwischen dem öffentlichen und 
den freien Trägern in den Blick genommen, um ei nen verlässlichen Ablauf der Hilfeerbringung zu 
gewährleisten.  
 
In Potsdam wurden Kennziffern für die Verhandlung und Festsetzung von Entgelten gebildet. 
Damit ist trotz der einzelnen Trägerspezifika ei ne Gleichbehandlung der Leistungserbringer 
gesichert. Ein Abweichen vom mittels Kennziffern ermittelten Entgelt ist nur mit Zustimmung der 
Qualitäts- Entgelt- und Leistungskommission möglich (besetzt mit Vertretern der 
Jugendamtsverwaltung, des Jugendhilfeausschuss und der Leistungserbringer).  
 
Von einem ganz anderen Fokus berichtete Karlsruh e in Zusammenhang mit den Aktivitäten zur 
Qualitätsentwicklung im HzE+-Bereich. Die Stadt verfolgt das Ziel, stärker zu dokumentieren, 
was im Vorfeld der Hilfen zur Erziehung an Leistungen erbracht wird, um Erziehungshilfen zu 
vermeiden. Als Teil des Qualitätsentwicklungspro zesses hat die Stadt Karlsruhe im Rahmen der 
Produktbildung das Produkt `Sozial- und Lebensberatung und Beratung vor Inanspruchnahme 
von HzE+` gebildet. Dadurch wird es nun möglich,  die Aktivitäten zur Vermeidung von Hilfen 
zur Erziehung bei der Arbeitsbemessung zu berück sichtigen. Vor allem aber führt die explizite 
Beschreibung der Inhalte und fachlichen Me rkmale dieses Produktes dazu, dass die 
sozialpädagogische Kompetenz in der zuständi gen Fachkraft gefordert wird. Die Bedeutung 
dieser Vorfeldarbeit wird betont und gestärkt. 
 
Über eine innovative Herangehensweise bei der Gestaltung der Leistungsvereinbarungen 
berichtete die Stadt Rostock. Dort werden derzeit wirkungsorientierte Leistungsvereinbarungen 
für Erziehungshilfen erprobt. Zentraler Bestan dteil dieser Vereinbarungen ist es, dass die 
Leistungserbringer nicht nur für ihre Leistungen  sondern auch für ihre erreichten Wirkungen 
honoriert werden. Das dahinter liegende finanzie lle Anreizsystem unterstüt zt das Eigeninteresse 
der freien Träger, die Verselbständigung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Diese 
Herangehensweise erfordert insbesondere ei nen hohen Operationalisierungsgrad bei der 
Formulierung der Wirkungsziele. Erste Ergebnisse aus Rostock liegen bereits vor, im Rahmen des

con_sens 
62
Benchmarking werden die weiteren Erfahrungen der Stadt sicherlich nochmals thematisiert und 
vertieft werden.  
 
 
 Controlling-Instrumente  
 
Des Weiteren fand ein erster Austausch über untersc hiedliche Controlling-Ansätze der Städte 
statt.  
 
Merkmale der Datenauswertung im Rahmen des Controlling 
 
Viele Städte werten im Rahmen ihres Controlling die Kosten- und Fallzahlenentwicklung auf 
sozialräumlicher, regionaler oder bezirklicher Ebene aus. Das ermöglicht ein internes 
Benchmarking und eine bessere Charakterisierung  der Profile der einzelnen Sozialräume. So 
lassen sich Entwicklungen in sog. Problemgebieten erfahrungsgemäß besser steuern.  
 
In einzelnen Städten werden derzeit Auswertungen  der Ausgaben und Fallzahlen nach einzelnen 
Mitarbeitern erprobt. Oft haben di e Mitarbeiter ein Interesse dara n, sich im Hinblick auf ihre 
Gewährungspraxis zu verorten. Der Benchmarking kreis wird dieses Themenfeld im weiteren 
Projektverlauf wieder aufnehmen, um die aktuellen Entwicklungen in den Städten weiter zu 
betrachten.  
 
Als ebenfalls inte ressant wird die Auswertung der Daten nach beauftragten Einrichtungen  
gewertet. Hierdurch kann abgebildet werden, ob  es bei der Leistungsg ewährung und Belegung 
von Einrichtungen starke Tendenzen zu einzelnen Einrichtungen gibt.  
 
In Potsdam ist das Controlling auf die neue Budgetierung der Regionen  zugeschnitten. Die 
Sozialraumteams erhalten für ihre Hilfen ein Budget, welches in vierteljährlichen Budgetrunden 
hinsichtlich der Fallzahlen, fi nanziellen Inanspruchnahme und Handlungsbedarfe ausgewertet 
wird. Die Zuschneidung der Budgets erfolgt jä hrlich neu. Indikatoren für die zu bildenden 
Budgets sind neben den zur Verfügung stehenden Mitteln die Einwohner, die Jugendeinwohner, 
Fallzahlen sowie weitere ausgewählte Sozial strukturdaten wie Arbeitslosenquoten und 
Sozialhilfequoten, Haushaltsarten etc.  
 
Die Städte haben unterschiedliche Erfahrungen in der Frage gesammelt, in welcher Weise 
Controlling-Ergebnisse Auswirkungen für die konkrete Arbeitsweise  und die Praxis der 
Mitarbeiter vor Ort haben.  
 
So hat es sich beispielsweise in Bre merhaven als sinnvoll erwiesen, eine externe Überprüfung 
freier Träger durchzuführen, falls Kinder und Jugendliche eine quanti fizierte Bezugsdauer in 
Heimen bzw. Maßnahmen überschreiten.  
 
Verwaltungsintern haben Mannheim, Karlsruhe und Potsdam die Erfahrung gesammelt, dass die 
reine Dokumentation der Controlling-Ergebnisse und die gemeinsame Auswertung geeignet ist, 
um Vergleichsprozesse unter den Teams und Mitarbeitern und dadurch eine fachliche 
Qualifizierung, eine Qualifizierung der Einzelfallentscheidungen und ein verstärktes 
Kostenbewusstsein zu forcieren.  
 
Mannheim berichtete darüber, dass das Contro lling derzeit insbesondere auch darauf 
ausgerichtet ist, die Ergebnisse aktueller Steu erungsmaßnahmen auszuwerten, beispielsweise im 
Hinblick auf die Ziele der Qualifizierung der Hilfeplanung im Einzelfall.

con_sens 
63
 
7. Ausblick 
 
Dem bundesweiten Benchmarkingkreis Hilfen zur Erziehung + ist es gelungen, bereits ein halbes 
Jahr nach seiner Gründung im Mai 2005 einen Bericht vorzulegen.  
 
In seinem ersten Projektjahr hat sich der Kreis darauf konzentriert, einen Katalog von 
Kennzahlen zu entwickeln, Daten zu erheben und zu plausibilisieren sowie erste Anhaltspunkte 
für weitergehende qualitative Analysen zu erhalten.  
 
Die örtlichen Jugendämter stehen insbesonde re im Hinblick auf die Hilfen zur Erziehung + 
verstärkt im Spannungsfeld unterschiedlicher An forderungen. Aufgrund der allerorts notwendigen 
Haushaltskonsolidierung verfolgen Kommunen das fiskalische Ziel einer Ausgabensenkung oder 
zumindest einer Stabilisierung in der Kostenentwicklung bei den Hilfen zur Erziehung+.   
 
Fachliche Qualitätsentwicklung ist gerade unter dieser Voraussetzung ei ne Herausforderung, die 
die Leistungsträger und Leistungserbringer für einen optimierten Ressourceneinsatz nutzen 
wollen und müssen.  
 
Die Darstellung dessen, was die Erziehungshilfen bei den Kindern, Jugendlichen und Familien 
bewirken, ist ein Weg, um offensiv zu komm unizieren, was Jugendhilfe leistet und welche 
gesellschaftspolitische Bedeutung sie hat, auch wenn es noch viele offene Fragen bei der 
Ergebnismessung in der sozialen Arbeit gibt. Hier  wird es im nächsten Projektjahr darum gehen, 
die entsprechende Datenbasis zu verbessern bz w. herzustellen. Erste Schritte hierzu hat der 
Kreis bereits getan und ein Kennzahlenset für Outcome-Indikatoren entwickelt, um 
perspektivisch die Wirkungen der Hilfen zur Erziehung + für die Kinder und Jugendlichen und ihr 
Lebensumfeld betrachten zu können.  
 
Weitere inhaltliche Interessenschwerpunkte des Benchmarkingkreises sind präventiven 
Aktivitäten in den Städten, Ansätze einer stärke r wirkungsorientierten Steuerung, die Konzeption 
für Vernetzungsarbeit im Stadtteil sowie die Akquirierung und langfristige Betreuung von 
Pflegefamilien und die Stärkung familienanaloger Betreuungsformen.  
 
Hier gilt es, den bereits in diesem Jahr begonnenen qualitativen Austausch zu intensivieren. 
Perspektivisch können Entwicklungen im Leis tungsgeschehen Hilfen zur Erziehung+ in 
Zeitreihen abgebildet werden, die es erlauben, beispielsweise Thesen über präventive Aktivitäten 
der Städte und ihre Auswirkungen zu prüfen.

con_sens 
64
8. Anhang 
 
Grafik KeZa 1.1. Arbeitslosendichte der 15 bis unter 25 jährigen am 31.12. des Berichtsjahres pro 100 
EW 15 bis unter 25 Jahre 
KeZa 1.1: 
Arbeitslosendichte der 15- bis unter 25-Jährigen am 31.12. des Berichtsjahres 
pro 100 altersgleiche Einwohner mit Haupt- und Nebenwohnsitz
17,8
15,5
11,6 12,1
17,9
28,2
17,19
0,0
5,0
10,0
15,0
20,0
25,0
30,0
BHV DA KA MA P HRO
Arbeitslosendichte der 15-u.25-jährigen je 100 EW 15-u.25 Jahre mit Haupt- und Nebenwohnsitz 2004
Mittelwert 2004
 
 
 
Grafik KeZa 40: Anteil der externen operativen Ausgaben der HzE+ an den HzE+-Gesamtausgaben in 
Prozent.  
KeZa 40: Anteil der externen operativen Ausgaben der HzE+ 
an den HzE+-Gesamtausgaben in Prozent
92,42
87,07
90,47
88,76
92,4192,39
90,59
84,00
85,00
86,00
87,00
88,00
89,00
90,00
91,00
92,00
93,00
BHV DA KA MA P HRO
2004
Anteil der Ausgaben für die externe Durchführung operativer Aufgaben an den Brutto-Gesamtausgaben für HzE+
in Prozent Mittelwert 2004

con_sens 
65
Grafik KeZa 54.a. Anteil stationäre HzE+-Fälle an allen HzE+-Fällen in Prozent am 31.12. des Bj. 
KeZa 54.a: Anteil stationäre HzE+-Fälle am 31.12. des Berichtsjahres 
an allen HzE+-Fällen am 31.12. des Berichtsjahres
61,53
22,83
51,27
46,9647,10
52,58
47,05
0,00
10,00
20,00
30,00
40,00
50,00
60,00
70,00
BHV DA KA MA P HRO
Anteil stationäre HzE+-Fälle an allen HzE+-Fällen (31.12.) 2004 Mittelwert 2004

Abbildung: Berechnung der Stadtprofile  
KeZa
30.
aus Tabelle 
Input2
Abweichung 
vom MW in 
Prozent
31. 
aus Tabelle 
Input2
Abweichung 
vom MW in 
Prozent
20. 
aus Tabelle 
Input1
Abweichung 
vom MW in 
Prozent
20.+ 21. + 22.
aus Tabelle 
Input1
Abweichung 
vom MW in 
Prozent
50.a
aus Tabelle
Output1
Abweichung 
vom MW in 
Prozent
Stadt
Netto-Gesamtausgaben 
HzE+ pro Einwohner 0 bis 
unter 21 Jahre mit Haupt- 
und Nebenwohnsitz
Netto-
Ausgaben 
HzE+ pro 
EW*
Netto-Ausgaben 
HzE+ gesamt 
(Jahressumme) 
pro Fall am 31.12.
Netto-
Ausgaben 
HzE+ pro 
Fall*
Interne 
vollzeitverrechnete 
(vzv) ASD-
Mitarbeiter pro 100 
Fälle
vzv. ASD-
Mitarbeiter 
pro 100 
Fälle*
ASD, WJH u. 
Mitarbeiter f. 
operative 
Aufgaben pro 
100 Fälle
Mitarbeiter 
gesamt pro 
100 Fälle*
HzE+-Fälle gesamt am 
31.12. des Berichtsjahres 
pro 100 Einwohner 0 bis 
unter 21 Jahre mit Haupt- 
und Nebenwohnsitz
HzE+Fälle 
gesamt pro 
100 EW*
BHV 501,0 -9,7 17897,4 -17,9 3,5 20,8 4,9 14,9 2,8 9,4
DA 577,7 4,1 20445,0 -6,2 2,4 -15,3 3,2 -24,3 2,8 10,4
KA 564,3 1,7 22648,5 3,9 2,6 -11,1 4,4 2,2 2,5 -2,6
MA 540,6 -2,6 20703,3 -5,0 2,4 -16,6 4,7 10,1 2,6 2,1
P 436,6 -21,3 23169,8 6,3 3,0 3,5 4,0 -5,1 1,9 -26,3
HRO 709,8 27,9 25924,2 18,9 3,4 18,7 4,4 2,3 2,7 7,0
MW 555,0 21798,0 2,9 4,3 2,6

2006/0175

4697 Zeichen

Wissenschaftsstadt 
Darmstadt 
 
Magistratsvorlage 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
an den Magistrat Beteiligt vor Dezernat II 
Amt: Sozialverwaltung 
 zur Kenntnis 
 zur Beschlussfassung 
Magistrats-
beschlussfassung: 
  
Vorlage-Nr. 2006/0175 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
 
  
 
an die Stadtverordnetenversammlung 
 OBW zur Befassung 
 zur Kenntnis 
 zur Beschlussfassung 
 zur abschließenden Beschluss-  fas-
sung Fachausschuss 
Internet  ja  nein 
 
Tagesordnung  I  II 
Verteiler: 
 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung 
Magistrat 
 
Betreff: Benchmarking "Hilfen zur Erziehung" 
hier: Bericht 2004 
 
 
Vorlage vom: 28.02.2006 
 
Beschlussvorschlag: 
1.  Der Magistrat nimmt den Bericht zur Kenntnis. 
2.  Der Bericht ist der Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnis zu geben. 
3.  Der Bericht ist dem Jugendhilfeausschuss zur Kenntnis zu geben. 
 
Anlagen: Bundesweites Benchmarking der Hilfen zur Erziehung 2004 
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
 
Berichtsseite zur Magistratsvorlage vom 28.02.2006: 
 
 
Bericht: 
 
Der Magistrat hat mit Beschluss 0053 vom 02.02.2005 entschieden, dass sich die Wissen-
schaftsstadt Darmstadt dem 2005 gegründeten bundesweiten Benchmarkingkreis "Hilfen zur 
Erziehung+" mit dem Ziel anschließt, sich mit anderen Städten zu vergleichen, nach dem 
"Best-Practice-Prinzip" voneinander zu lernen und Hilfen zur Erziehung wirksamer und effi-
zienter zu steuern. Ein Jahr nach Aufnahme der Arbeit kann der erste Bericht (für das Jahr 
2004) vorgelegt werden. 
 
Das Hinterfragen der Gewährung sozialstaatlicher Dienstleistungen in Beziehung zu städte-
relevanten Kontextindikatoren und die Analyse der damit verbundenen Fallzahlen- und Kos-
tenentwicklung ist der eine Teil des Berichtes, der andere dient dem Ausloten von Steue-
rungsmöglichkeiten im Bereich der Hilfen zur Erziehung und der Evaluation ihrer Wirksam-
keit. 
 
Für die Wissenschaftsstadt Darmstadt war bei diesem Vergleich insbesondere die geogra-
phische Nähe zu Mannheim und Karlsruhe interessant, was einen bilateralen Austausch ver-
einfacht, und der Vergleich mit Potsdam, das in seiner Bevölkerungszahl und den strukturel-
len Rahmenbedingungen (Nähe zu einer Metropolregion) Darmstadt ähnelt. Zudem konnten 
durch Potsdam und Rostock auch typische Strukturmerkmale der neuen Bundesländer (ho-
her Versorgungsgrad an Kinderbetreuung aller Bevölkerungsgruppen) betrachtet werden. 
 
Die wichtigsten Erkenntnisse bzw. Handlungsempfehlungen aus dem ersten Benchmarking-
bericht: 
 
 
Ergebnisse: 
 
1. Der Anteil der ambulanten Hilfe an allen Hilfen zur Erziehung ist in Darmstadt mit Abstand 
der höchste. Dies zeigt, dass der politische Auftrag „ambulant vor stationär“ konsequent 
umgesetzt wird. 
 
2. Die Netto-Ausgaben pro Fall sind in Darmstadt die zweitniedrigsten, das zeigt, dass gute 
Pädagogik und Wirtschaftlichkeit sich nicht ausschließen. 
 
3. Die Anzahl der Mitarbeiter pro 100 Fälle  sind sowohl im Städtischen Sozialdienst im ope-
rativen Bereich als auch in der Wirtschaftlichen Jugendhilfe am niedrigsten. Das heißt, 
dass es keine Spielräume über eventuelle Einsparungen beim Personal gibt. 
 
4. In Darmstadt nehmen vergleichsweise viele Familien Hilfen zur Erziehung in Anspruch, 
was auf die präventive und frühzeitige Ausrichtung der ambulanten Hilfen hinweist und 
teure, weil spät installierte Maßnahmen verringert (niedrigster Anteil an stationären Hil-
fen). 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Handlungsempfehlungen:

3 
... 
 
1. Die Datenlage muss verbessert werden. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt konnte 
keine Daten zu den „Schulabgängern ohne Abschluss“ liefern, da das Staatliche Schulamt 
(Land Hessen) diese Zahlen nicht generieren konnte. 
 
2. Im Bereich der prozentual niedrigsten stationären Hilfen gibt es anscheinend ein 
Entwicklungspotenzial zu einem erhöhten Einsatz von Pflegefamilien. Daher wird zur 
Steigerung des Anteils von Pflegeeltern ein Konzept erstellt und Maßnahmen zur internen 
Personalerhebung ergriffen. 
 
3. Durch eine noch bessere Qualifizierung der sozialpädagogischen Fachkräfte im  
Städtischen Sozialdienst könnten sich Hilfen noch passgenauer und damit effektiver ges-
talten. Die bisherigen Maßnahmen wie Überprüfung aller Akten im Bereich der Hilfen zur 
Erziehung und das Projekt „Qualität erzieherischer Hilfen“ sind die richtigen Ansätze zu 
wirkungsvolleren Hilfen. Entwicklungsmöglichkeiten gibt es bei der Ablaufstruktur der 
Fallbearbeitung und der diagnostischen Kompetenz. Beide Bereiche werden bereits ana-
lysiert und verbessert. Erste Ergebnisse sollen noch im ersten Quartal 2006 umgesetzt 
werden. 
 
 
 
 
Darmstadt, 28.02.2006  
Mo/ge 
 
 
Dezernat II 
 
 
 
 
 
 
Wolfgang Glenz 
Bürgermeister 
 
Anlage

Beratungsverlauf (1)

TOP 146

Details

Vorlagen-Nr.
2006/0175
Typ
Magistratsvorlage
Datum
28.02.2006
Erstellt
29.09.2026 00:00