Mandari Insight

1447/2018

Bürgereingabe gem. § 24 GO - Benennung nach Rudi Dutschke

Beschlussvorlage Ausschuss 24.05.2018

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Nächste Beratung: Ausschuss für Anregungen und Beschwerden, Sitzung am 12.06.2018, TOP 4.6

Anlage 2 Ergänzende Stellungnahme zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde

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Anlage 1 Eingabe des Petenten

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Beschlussvorlage Ausschuss

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Anlage 2 Ergänzende Stellungnahme zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde

1750 Zeichen

OB/2  Anlage 2 
Weitere Anlage zur Beschlussvorlage 1447/2018 zur Eingabe des Petenten im Hinblick 
auf die Verleihung der Ehrenbürgerwürde für Dr. Rudi Dutschke und Frau Gretchen 
Dutschke Klotz 
 
 
Ergänzende Stellungnahme der Verwaltung zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde 
Der Petent hat in seiner Eingabe sowohl den Vorschlag zur Benennung einer Straße oder 
eines Platzes nach Rudi Dutschke eingereicht, als auch angeregt, Herrn Dutschke und seine 
Frau die Ehrenbürgerwürde der Stadt Köln zu verleihen. Es wird vorgeschlagen, beide 
Anliegen zusammen zu behandeln.  
 
Nach § 34 Abs. 1 S. 1 Gemeindeordnung NRW kann die Gemeinde Persönlichkeiten, die 
sich um sie besonders verdient gemacht haben, das Ehrenbürgerecht verleihen. 
Die Ehrenbürgerwürde ist ein höchstpersönliches Recht. Voraussetzung für die Verleihung 
ist somit, dass die betreffende Person noch lebt. Eine Verleihung nach dem Tode ist nicht 
möglich. Dem verstorbenen Herrn Dr. Dutschke kann das Ehrenbürgerrecht daher nicht 
verliehen werden.  
Die Verleihung des Ehrenbürgerrechts der Stadt Köln an die noch lebende Witwe des Herrn 
Dr. Dutschke, Frau Gretchen Dutschke Klotz, ist aus rechtlichen Gründen nicht möglich. 
 
Ergänzter Beschlussvorschlag: 
Der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden dankt dem Petenten für den Vorschlag, 
eine Straße oder einen Platz nach Rudi Dutschke zu benennen sowie ihm und seiner Witwe 
Frau Gretchen Dutschke-Klotz die Ehrenbürgerwürde der Stadt Köln zu verleihen. 
 
Der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden beschließt, das zentrale Namensarchiv zu 
bitten, den Vorschlag zur Benennung einer Straße oder eines Platzes nach Rudi Dutschke 
nach positiver Vorprüfung in die Vorschlagsliste des zentralen Namensarchivs aufzunehmen.

Anlage 1 Eingabe des Petenten

21644 Zeichen

An die 
.Stadt Köln 
Historisches Rathaus 
Anschuss Anregungen&Besphiverden 
50667 Köln
Eingang 1  8. ApHl 2018
I  Die O b erbürgerm eisterin  
!  B ürgeram t In n en stad t 
!  P o ststelle Ludwigstr. 8
Stadt Köln
Eingang 16. ÄDril 2018
Die O b erbürgerm eisterin
Sehr geeinte Damen und Herren
Hiermit Möchte ich anregen und Beantragen Das nach Dr. Phil Rudi Dutschke in Köln eine Straße 
oder ein Platz benannt wird!, und Ihn Posthum sowie seiner Lebenden Witwe Frau Gretchen 
, Dutschke -Klotz die Ehrenbürgerwürde der Stadt Köln verliehen wird!!.
Begründung:
Durch ihren Gesellschaftlichen Kampf um die Damalige Verkrustete Gesellschaft der 
Bundesrepublik Deutschland aufzubrechen und Positiv zu verändern, haben sich Dr. Phil, Rudi 
Dutschke, und Frau Gretchen Dutschke-Klotz Große Verdienste Erworben.:
Zu den Lorbeeren des Ehepaar Dutschke gehört zweifellos das die Bundesdeutsche Gesellschaft 
Liberalisiert und Demokratisiert wurde, das wird auch vom Vorstandsvorsitzenden des 
Springerverlages Mathias Döpfner anerkannt.
Auch sprach sich Rudi Dutschke seit 1967 gegen eine Weitere Militarisierung der DDR aus, und 
setzte sich für den Freien Reiseverkehr im Geteilten Deutschland ein!, was auch die 
Freiheitsbewegung in der DDR beeinflußte... Auch die Umfangreichen Verbesserungen für die 
Frauen geht darauf zurück in Deutschland, so zb das ab 1972 Frauen nicht mehr die Erlaubnis 
brauchten ihre Ehemannes um Arbeiten gehen zu dürfen. Die bis dahin geltende Rechtsordnung des 
Deutschen Reiches wurde abgeschafft
Bisher gibt es folgende Einungen in Deutschland für Rudi Dutschke
Eine Gedenktafel am Gynmasium Luckenwalde. Eine Gedenktafel am Tatort des Attentats auf ihm 
vom 11.4.1968 auf dem Kurfürstendamm 141 Berlin
Im Geburtsort Schönefeld den Rudi Dutschke Platz, Auf dem Campus der FFI Berlin den Rudi 
Dutschke Weg:

Fortsetzung des Antrages.: Rudi Dutschke Ehrung in Köln
Da es in Köln viele Mehrfachbenennungen gibt. Könnte man. Zb gibs in Rath ;und der Altstadt je 
ein Steinweg. So das man einen umbenennen könnte in Rudi Dutschke Weg.
In Stammheim gibt es zb Den Stammheimer Ring Stammheimer Ufer Stammheimer Deichweg 
;Stammheimer Hauptstraße.
So das man den Stammheimer Ring nach Rudi Dutschke ebenfalls Benennen Könnte.
Auch gibt es in Pesch und Ehrenfeld je eine Marienstraße.??.
In der Stadt Köln waren noch 44! Jahre nach Kriegsende des 2 Weltkrieges genauergesagt bis zum 
27.4 1989! noch Adolf Hitler ,Hermann Göring, Robert Ley Alfred Rosenberg Joseph Goebbels 
und Paul von Hiudenburg und von Beneckendorff Ehrenbürger der Stadt Köln!
Daher wird es Zeit das Auch Freiheitskämpfer und Gesellschaftskritiker wie rudi Dutschke und 
seine Witwe Ehrenbürger der Stadt Köln werden.
Zu den Aktuellen Ehrenbürgern gehören Unternehmer , wie
Irene Ludwig 
Alfred Neven Dumont 
Peter Ludwig 
Hans Imhoff
Künstler.
Gerhart Richter 
Heinrich Böll 
Willy Millowitsch
t
Und Unzählige Politiker!!!
Konrad Adenauer 
Theodor Heuss 
Norbert Burger?
Theo Burauen?
John van Nes Ziegler??
Helmut G raf von Moltke?
Friedrich Wilhelm von Becker??
Otto Fürst von Bismarck??

Rudi Dutschke
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Rudi Dutschke
Alfred Willi Rudolf „Rudi“ Dutschke (* 7. März 1940 in Schönefeld bei Luckenwalde: f 
24. Dezember 1979 in Aarhus. Dänemark) war ein deutscher marxistischer Soziologe und 
politischer Aktivist. Er gilt als Wortführer der Studentenbewegung der 1960er Jahre in West- 
Berlin und in Westdeutschland. Bei einem Attentat auf ihn im April 1968 erlitt er schwere 
Hirnverletzungen, an deren Spätfolgen er 1979 starb.
Inhaltsverzeichnis
Leben [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten!
Jugend und StudiumfBearbeiten | Quelltext bearbeiten!
Elternhaus von Dutschke in Schönefeld, Bahnstraße 17
Rudi Dutschke, vierter Sohn eines Postbeamten, verbrachte seine Jugendjahre in der DDR. Er 
war in der evangelischen Jungen Gemeinde von Luckenwalde aktiv, wo er seine „religiös 
sozialistische“ Grundprägung erhielt. Als Leistungssportler fZehnkampf) wollte er zunächst 
Sportreporter werden. Um seine Chancen für eine entsprechende Ausbildung in der DDR zu 
erhöhen, trat er 1956 in die Freie Deutsche Jugend (FDJ) ein.1 1 1
Durch den Ungarischen Volksaufstand im selben Jahr wurde Dutschke politisiert. Er ergriff 
Partei für einen demokratischen Sozialismus, der sich gleichermaßen von den USA und der 
Sowjetunion distanzierte. Der SED stand er ebenfalls ablehnend gegenüber. Er sah die alten 
Strukturen und Mentalitäten, entgegen dem antifaschistischen Anspruch der SED, im Osten 
ebenso fortdauem wie im Westen.1 2 1

1957 trat er öffentlich gegen die Militarisierung der DDR-Gesellschaft und für Reiseffeiheit 
ein. Er verweigerte den Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee' der Oberschülem damals 
nahegelegt wurde, und rief andere dazu auf, es ihm gleichzutun. Nach seinem Abitur 1958 
und nochmals nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann in einem Luckenwalder 
Volkseigenen Betrieb verwehrten ihm die DDR-Behörden daher das gewünschte 
Sportj oumal istikstudium.1 ^
Gedenktafel vor dem Luckenwalder Gymnasium
Daraufhin besuchte er von Oktober 1960 bis Juni 1961 einen Abiturkurs am Askanischen 
Gymnasium in Berlin-Tempelhof da sein DDR-Abitur im Westen nicht als Hochschulreife 
anerkannt w urde.^ Danach bewarb er sich erfolgreich als Sportreporter bei der B.Z. (Axel 
Springer AG). Von ihm signierte Artikel sind nicht erhalten, aber seine neunmonatige 
Tätigkeit wurde von anderen Journalisten öffentlich erwähnt.13
Am 10. August 1961 flüchtete er aus der DDR. Am 13. August, als die Berliner Mauer gebaut 
wurde, ließ er sich aus Protest dagegen im Notaufnahmelager Marienfelde in West-Berlin als 
politischer Flüchtling registrieren. Am 14. August versuchte er mit einigen Freunden ein 
Teilstück der Mauer mit einem Seil einzureißen und w arf Flugblätter über die Sektorengrenze. 
Dies war seine erste politische Demonstration.13
An der Freien Universität Berlin (FU) begann Dutschke ein Studium der Fächer Soziologie, 
Ethnologie, Philosophie und Geschichtswissenschaft. Der FU blieb er bis zu seiner Promotion 
1973 verbunden. Zunächst studierte er den Existentialismus Martin Heideggers und Jean-Paul 
Sartres, bald auch Marxismus und die Geschichte der Arbeiterbewegung. Er las die 
Frühschriften von Karl Marx. Werke der marxistischen Geschichtsphilosophen Georg Lukäcs 
und Ernst Bloch sowie der Kritischen Theorie (Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und .  
Herbert MarcuseT Angeregt durch die Begegnung mit der US-amerikanischen 
Theplogiestudentin Gretchen Klotz, die er später heiratete, las er auch Werke von Theologen 
wie Karl Barth und Paul Tillich. Aus dem religiösen Sozialismus seiner Jugendzeit wurde ein 
marxistisch fundierter Sozialismus. Dabei betonte er jedoch immer die Handlungsfreiheit des' 
Individuums gegenüber den gesellschaftlichen Verhältnissen.13
StudentenbewegunglBearbeiten |  Ouelltext bearbeitenl
Rudi Dutschke verband sein Studium schon früh mit praktischem Engagement. 1962 gründete 
er gemeinsam mit Bernd Rabehl eine Berliner Gruppe der Münchner „Subversiven Aktion“, 
die sich als Teil der Situationistischen Internationale verstand. Die Subversive Aktion gab die 
Zeitschrift Anschlag  heraus, in der Kritik am Kapitalismus, die Probleme der Dritten Welt und 
neue politische Organisationsformen thematisiert wurden. Das Blatt galt wegen seiner 
„aktionistischen“ Ausrichtung im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) damals als 
„anarchistisch“.13 Im Dezember 1964 organisierte Dutschke mit einem Dritte-Welt-Kreis eine 
Demonstration gegen den Staatsbesuch des kongolesischen Premierministers Moi'se 
Tschombe. an der auch der Berliner SDS teilnahm.13 Die kommunistischen Positionen, die
'  — V  -

Dutschke in die Subversive Aktion  einbrachte, trugen zu deren Spaltung bei. Die Münchner 
Gruppe um Frank Böckelmami kritisierte seine Orientierung an „oberflächlicher“ Tagespolitik 
wie bei der Aktion gegen Tschombe und mahnte eine stärkere „kulturrevolutionäre 
Tiefendimension“ an. Sie warfen Dutschke und später auch Dieter Kunzeimann eine „trutzige 
Klassenkampfromantik“-  und ihren Glauben an die „Mythe des Proletariats“ vor.1 1 0 1  In 
Frühjahr 1966 wurde die Zeitschrift eingestellt.
Schon vorher hatte Dutschke seine politische Arbeit auf den SDS verlagert. Dem war er 
bereits im Januar 1965 mit der Subversiven Aktion beigetreten und hatte dort eine deutliche 
Radikalisierung bewirkt. Im Juni 1965 wurde er in dessen politischen Beirat gewählt und trat 
in der Folge als das Gesicht des SDS öffentlich a u f .^  Ab 1966 organisierte Dutschke mit 
dem SDS zahlreiche Demonstrationen für Hochschulreformen, gegen die Große Koalition, die 
Notstandsgesetze und den Vietnamkrieg. Die wachsende Studentenbewegung verknüpfte 
diese Themen und die Kritik an der mangelnden Aufarbeitung der nationalsozialistischen 
Vergangenheit miteinander und verstand sich nun als Teil einer A u ß e rp arlam en tarisch en  
Opposition (APO).1 ^ 1
Am 23. März 1966 heiratete Dutschke Gretchen Klotz, die er 1964 kennengelemt hatte. Im 
Mai 1966 bereitete er den bundesweiten Vietnamkongress in Frankfurt am Main mit vor. 
Hauptreferate dort hielten bekannte Professoren der Neuen Linken (darunter Herbert Marcuse. 
Oskar Negf) und der eher „traditionalistischen“ Linken außerhalb der SPD (Frank Deppe. 
Wolfgang Abendrotfr). ^
In jenem Jahr wollte Dutschke mit einer Arbeit über Lukäcs bei Professor Hans-Joachim 
Lieber, dem damaligen Rektor der FU, promovieren. Nach Auseinandersetzungen um das 
politische Mandat des Berliner Allgemeinen Studentenausschusses (AStA) und die Nutzung 
von Universitätsräumen für Aktionen gegen den Vietnamkrieg verlängerte Lieber Dutschkes 
Assistentenvertrag an der FU Berlin nicht. Damit schied eine akademische Laufbahn für ihn 
vorerst a u s .^
Dutschke, der Exiliraner Bahman Nirumand und der Chilene Gaston Salvatore informierten 
die Studenten im Mai 1967 mit Flugblättern, Zeitungsartikeln und Vorträgen über Verbrechen 
des persischen Schahs und Diktators Mohammad Reza Pahlavi. um Proteste gegen dessen 
bevorstehenden Staatsbesuch vorzubereiten. Bei der Demonstration am 2. Juni 1967 in West- 
Berlin erschoss der Polizist Karl-Heinz Kurras den Studenten Benno Ohnesorg. Daraufhin 
riefen Dutschke und der SDS bundesweit zu Sitzblockaden auf, um die Aufklärung der 
Todesumstände zu erzwingen. Zudem forderten sie den Rücktritt der Verantwortlichen für 
den Polizeieinsatz und die Enteignung des Verlegers Axel Springer. Die Studenten machten 
die kampagnenartige Berichterstattung der Zeitungen dessen Verlags für Ohnesorgs Tod 
mitverantwortlich. Nur die etablierten Medien Der Spiegel, Frankfurter Rundschau  und Die 
Zeit  griffen ihre Sicht auf. Wenige Professoren, darunter Dutschkes Freund Helmut 
Gollwitzer. solidarisierten sich mit den protestierenden Studenten.1 ^ 1
Nach der Beisetzung Ohnesorgs nahm Dutschke am Kongress „Bedingung und Organisation 
des Widerstands“ in Hannover teil. Podiumsdiskussionen und Interviews, etwa mit Rudolf 
Augstein. Ralf Dahrendorf und Günter Gaus, machten ihn bundesweit bekannt.110 Wichtiger 
war ihm der Kontakt zu jungen Arbeitern. Im Februar 1968 kritisierte er bei einem 
Streitgespräch mit Johannes Rau (damals SPD-Fraktionsvorsitzender im nordrhein­
westfälischen Landtag) parlamentarische Rituale und Institutionen und forderte eine 
„Einheitsfront von Arbeitern und Studenten“. Dieses Ziel behinderte er jedoch oft selbst durch 
seine akademisch-soziologische Ausdrucksweise.

Sein Auftreten polarisierte die Öffentlichkeit; er erfuhr zunehmend auch Ablehnung und 
Hass. Die Zeitungen des Springerverlags und viele Regionalzeitungen setzten ihn als 
Symbolfigur der 68er  etwa mit Hinweisen auf sein „ungepflegtes Äußeres“ und seine DDR- 
Herkunft herab. Als er bei einem „Go-in“ im Weihnachtsgottesdienst 1967 der Berliner 
Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche versuchte, eine Diskussion über den Vietnamkrieg 
herbeizufuhren, schlug ihn ein wütender Gottesdienstbesucher nieder und verletzte ihn.1 1 2 1  Im 
Februar 1968 bezeichnete der CSU-Bundestagsabgeordnete Franz Xaver Unertl den „SDS- 
Ideologen Dutschke“ als „ungewaschene, verlauste und verdreckte Kreatur“.1 ^
Ab 1966 plante Dutschke den Aufbau einer auch für Schüler und Arbeiter offenen 
„Gegenuniversität“ an der FU für basisdemokratisches Lernen nach dem Vorbild ähnlicher 
Versuche an der University o f California. Berkeley und der Pariser Sorbonne. Am 1. 
November 1967 gründete eine Studentenversammlung in der FU eine „Kritische Universität“ 
nach Entwürfen von Wolfgang Nitsch. Im Wintersemester 1967/68 führten etwa 400 West- 
Berliner Studenten in diesem Rahmen selbständig 33 Arbeitskreise durch. Als letzten 
Versuch, daraus eine Gegenuniversität zu entwickeln, gründete Dutschke mit Gaston 
Salvatore im Frühjahr 1968 das Internationale Nachrichten- und Forschungs-Institut 
(INFI).1 2 0 1
Am 17. und 18. Febmar 1968 fand an der Berliner TU der Vietnamkongress mit einigen 
tausend Studenten statt. Dutschke bereitete ihn im INFI maßgeblich mit vor. An der 
Abschlussdemonstration nahmen über 12.000 Menschen teil.1 2 1 1  Dabei rief Dutschke zur 
massenhaften Desertion US-amerikanischer Soldaten und zur „Zerschlagung der NATO“ auf. 
Die von ihm ursprünglich geplante, vom Innensenator Kurt Neubauer verbotene 
Demonstrationsroute nach Berlin-Lichterfelde zur McNair-Kaseme und deren Besetzung 
hatte er nach Gesnrächen mit Günter Grass. Landesbischof Kurt Scharf und Heinrich Albertz 
aufgegeben, da die US-Militärs für diesen Fall Schusswaffengebrauch angekündigt hatten.
Bei einer vom Berliner Senat mitorganisierten „Pro-Amerika-Demonstration“ am 21. Februar 
1968 trugen Teilnehmer Plakate mit der Aufschrift „Volksfeind Nr. 1: Rudi Dutschke“. Ein 
Passant wurde mit Dutschke verwechselt, Demonstrationsteilnehmer drohten, ihn 
totzuschlagen.1 2 2 1
Für März 1968 hatte die Christliche Friedenskonferenz Dutschke als Redner nach Prag 
eingeladen. Er reiste mit seiner Frau und seinem Sohn dorthin und erlebte den Prager Frühling 
mit..In zwei Vorträgen vor tschechischen Studenten bestärkte er sie darin, Sozialismus und 
Bürgerrechte zu verbinden. Dies begründete er mit den Feuerbachthesen von Karl Marx. 
Daraufhin forderten einige deutsche orthodoxe Marxisten seinen Ausschluss aus dem SDS, 
der mehrheitlich abgelehnt wurde.1 2 2 1
AttentatfBearbeiten |  Ouelltext bearbeitenl
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Fahrrad mit Aktentasche von Rudi Dutschke am Ort des Attentats

Zwei Projektile, die Dutschke aus der Wange und aus der Schulter entfernt wurden
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Gedenktafel für Rudi Dutschke am Tatort vor dem Haus Kurfürstendamm 141
Am 11. April 1968 schoss der junge Hilfsarbeiter Josef Bachmann vor dem SDS-Büro am 
West-Berliner Kurfürstendamm dreimal auf Rudi Dutschke. Er traf ihn zweimal in den Kopf, 
einmal in die linke Schulter. Dutschke erlitt lebensgefährliche Gehimverletzungen und 
überlebte nur knapp nach einer mehrstündigen Operation.1 2 ^1
Bachmann hatte Ausschnitte aus der Deutschen National-Zeitune  bei sich, darunter die 
Titelzeile „Stoppt den roten Rudi jetzt“ und Fotos von Dutschke. In seiner Wohnung hing ein 
selbstgemaltes Porträt Adolf Hitlers.1 2 ^  Man vermutete daher rechtsextreme Motive eines 
Einzeltäters/2 7 - 1  Bachmann hatte seit 1961 Kontakte zu Neonazis in Peine. Von ihnen hatte er 
die Tatwaffe gekauft, an ihren Schießübungen teilgenommen und bereits zuvor ein Attentat 
auf Walter Ulbricht mit ihnen ins Auge gefasst. Diese Hintergründe, die erst 2009 aus 
Unterlagen der DDR-Staatssicherheit und der West-Berliner Polizei öffentlich bekannt 
wurden, hatte Bachmann bei seiner Vernehmung offen zugegeben. Ob er das Attentat mit 
anderen geplant haben könnte, wurde nicht ermittelt.1 2 ^
1968 machten viele Studenten die Springerpresse für das Attentat verantwortlich, da diese 
zuvor monatelang gegen Dutschke und die demonstrierenden Studenten agitiert hatte. Die 
Boulevardzeitung Bild  etwa hatte am 7. Februar 1968 geschrieben: „Man darf auch nicht die 
ganze Dreckarbeit der Polizei und ihren Wasserwerfern überlassen“ und Tage vor dem 
Attentat zum „Ergreifen“ der „Rädelsführer“ aufgerufen.1 2 2 1  Bei den folgenden, bis dahin 
schwersten Ausschreitungen wurden das Gebäude des Axel-Springer-Verlags angegriffen und 
Auslieferungsfahrzeuge für seine Zeitungen angezündet.1 2 0 1  Die Molotowcocktails. mit denen 
die Lieferwagen in Brand gesteckt wurden, hatte der V-Mann und Agent provocateur des 
Berliner Verfassungsschutzes Peter Urbach unter den Demonstranten verteilt.1 2 1 1
Dutschke eignete sich Sprache und Gedächtnis in monatelanger Sprachtherapie mühsam 
wieder an. Zur Genesung hielt er sich ab 1969 in der Schweiz. Italien und Großbritannien auf. 
Nach vorübergehender Ausweisung von dort konnte er 1970 ein Studium an der Universität 
Cambridge beginnen. Die Umzugskosten in Höhe von 3.000 DM trug Bundespräsident 
Gustav Heinemann aus eigener Tasche, wie 1975 bekannt wurde.1 2 2 1  Nach dem 
Regierungswechsel 1970 wurde Dutschkes Aufenthaltserlaubnis jedoch aufgehoben. 
Daraufhin zog er nach Dänemark, wo ihn die Universität Aarhus als Soziologiedozenten 
anstellte.1 2 2 1

/ü Ü ife S l
Rudi Dutschke (1976)
Ab Januar 1976 nahm Dutschke Kontakt zu Atomki~aftgegnem auf, besuchte Walter 
Mossmann und nahm an Großdemonstrationen gegen Atomkraftwerke in Wyhl am 
Kaiserstuhh Bonn und Brokdorf te il.^  1977 wurde er freier Mitarbeiter verschiedener 
linksgerichteter Zeitungen und Gastdozent an der Reichsuniversität Groningen in den 
Niederlanden.1 ^ 1  Er unternahm Vortragsreisen über die Studentenbewegung und nahm am 
„Internationalen Russell-Tribunal“ gegen Berufsverbote teil. Er begann einen Briefwechsel 
mit dem Schriftsteller Peter-Paul Zahl, besuchte ihn am 24. Oktober 1977 in dessen Haft und 
verabredete ein gemeinsames Buchprojekt mit ihm.1 ^ 1
Nachdem Rudolf Bahro in der DDR zu acht Jahren Haft verurteilt worden war, organisierte 
und leitete Dutschke im November 1978 den Bahro-Solidaritätskongress in West-Berlin.1 4 2 1  
1979 trat er in die Bremer Grüne Liste ein und beteiligte sich an deren Wahlkampf. Nach 
ihrem Einzug in das Stadtparlament wurde er zum Delegierten für den für Mitte Januar 1980 
geplanten Gründungskongress der Partei Die Grünen gewählt.1 4 ^1
Am 24. Dezember 1979 erlitt Dutschke infolge des Attentats einen epileptischen Anfall und 
ertrank in seiner Badewanne.1 4 5 1  Am 3. Januar 1980 wurde er auf dem St.-Annen-Kirchhof in 
Berlin feierlich beigesetzt. Weil dort zunächst kein Grabplatz frei war, hatte der Theologe 
Martin Niemöller ihm seine Grabstelle überlassen.®1  Etwa 6.000 Gäste begleiteten den 
Trauerzug, Helmut Gollwitzer hielt die Ansprache. Die Ehrengrabstätte des Landes Berlin 
befindet sich in der Reihe 28.
Dutschkes zweiter Sohn Rudi-Marek wurde im April 1980 in Dänemark geboren. Sein erster 
Sohn, Hosea Che, war 1968, seine Tochter Polly Nicole 1969 geboren worden.®1  Dutschke 
hat sieben Enkelkinder

Bachmann wurde wegen versuchten Mordes zu sieben Jahren Haft verurteilt. Dutschke nahm 
brieflich Kontakt mit ihm auf, erklärte ihm, er habe keinen persönlichen Groll gegen ihn, und 
versuchte, ihm ein sozialistisches Engagement nahezubringen. Bachmann beging am 24. 
Februar 1970 im Gefängnis Suizid. Dutschke bereute, ihm nicht öfter geschrieben zu haben: 
„[...] der Kampf für die Befreiung hat gerade erst begonnen; leider kann Bachmann daran nun 
nicht mehr teilnehmen
Spätzeit[Bearbeiten |  Ouelltext bearbeitenl
um  w e n  b e n u  t /-
Rudi Dutschke (vom links) auf der Anti-AKW-Demonstration am 14. Oktober 1979 in Bonn
Ab Mai 1972 bereiste Dutschke wieder die Bundesrepublik. Er suchte Gespräche mit 
Gewerkschaftern und Sozialdemokraten, damnter Gustav Heinemann, dessen Vision eines 
blockfreien, entmilitarisierten Gesamtdeutschlands er teilte.1 ^ 1  Im Juli 1972 besuchte er 
mehrmals Ost-Berlin und traf dort W olf Biemiann. mit dem er fortan befreundet blieb. Auch 
mit anderen SED-Dissidenten wie Robert Havemann und Rudolf Bahro nahm er später 
Kontakt auf.1 ^  Am 14. Januar 1973 redete er auf einer Demonstration gegen den 
Vietnamkrieg in Bonn erstmals nach dem Attentat wieder öffentlich.
Im gleichen Jahr kehrte er nach Berlin zurück, um seine unter dem Titel „Zur Differenz des 
asiatischen und europäischen Weges zum Sozialismus“ begonnene Dissertation 
abzuschließen, an der er seit 1971 schrieb.1 3 2 1  Die Arbeit wurde von den Soziologen Urs 
Jaeggi und Peter Furth betreut. Mitte 1973 wurde Dutschke zum Dr. phil. promoviert, das 
Buch erschien im August 1974 leicht überarbeitet als „Versuch, Lenin auf die Füße zu 
stellen“.1 3 2 3  Der neue Titel variiert den bekannten Ausspruch von Marx, er wolle „Hegel vom 
Kopf auf die Füße stellen“. Die Arbeit löste nicht die von Dutschke erhoffte Grundsatzdebatte 
über das Verhältnis der Linken im Westen zum Realsozialismus aus. Auch eine anschließende 
wissenschaftliche Karriere kam nicht zustande.1 3 2 1  1975 gab die Deutsche 
Forschungsgemeinschaft (DFG) ihm ein Stipendium an der FU Berlin.1 ^  Jedoch schloss er 
keins seiner verschiedenen Buchprojekte ab, sondern wandte sich wieder verstärkt der Politik 
zu.1 4 1 1
Im Februar 1974 leitete er eine Podiumsdiskussion über Solschenizyn und die Linke,  in der er 
für Menschenrechte in der Sowjetunion und im Ostblock eintrat.1 3 2 1  Seit 1976 war er Mitglied 
im Sozialistischen Büro, das beim Zerfall des SDS entstanden war. Dort engagierte er sich für 
den Aufbau einer Partei, die grün-alternative und linke Initiativen ohne die K-Gruppen 
vereinen sollte.1 3 3 1

Beschlussvorlage Ausschuss

2409 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
III/23/235/1 
 
Vorlagen-Nummer 
 1447/2018 
Freigabedatum 24.05.2018 
  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Bürgereingabe gem. § 24 GO - Benennung nach Rudi Dutschke 
Beschlussorgan 
Ausschuss für Anregungen und Beschwerden 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden dankt dem Petenten für den Vorschlag, eine Stra-
ße oder einen Platz nach Rudi Dutschke zu benennen. 
 
Der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden beschließt, das zentrale Namensarchiv zu bitten, 
den Vorschlag zur Benennung einer Straße oder eines Platzes nach Rudi Dutschke nach positiver 
Vorprüfung in die Vorschlagsliste des zentralen Namensarchivs aufzunehmen. 
 
Ausschuss für Anregungen und Beschwerden 12.06.2018

2 
 
 
Das zentrale Namensarchiv wird Herrn Alfred Willi Rudolf Dutschke, genannt Rudi Dutschke, gemäß 
den Richtlinien des Rates für Neu- und Umbenennungen von Straßen und Plätzen einer Prüfung sei-
nes Geschichtsbildes unterziehen und nach positiver Recherche in die Vorschlagsliste des Zentralen 
Namensarchivs aufnehmen. 
 
Ob es dann zu einem entsprechenden Beschlussvorschlag durch die Verwaltung und einer Be-
schlussfassung durch die jeweils zuständige Bezirksvertretung kommt, hängt wiederum von verschie-
denen Faktoren ab. So muss ein geeigneter Weg, eine Straße oder ein Platz vorhanden sein, der 
bzw. die einer Benennung bedarf und die jeweils zuständige Bezirksvertretung muss ein Interesse an 
der Benennung nach Rudi Dutschke haben. 
 
Dem Vorschlag des Petenten, eine bereits benannte Straße umzubenennen steht entgegen, dass 
Straßen und Plätze gemäß den Richtlinien nur in besonderen Ausnahmefällen umbenannt werden, 
insbesondere nur dann, wenn für die Anwohner keine unzumutbaren Kosten entstehen (Punkt 4.1). 
Unter besonderen Ausnahmefällen sind beispielsweise Orientierungsprobleme wie Fehlfahrten bei 
Rettungseinsätzen o.ä. zu verstehen. Das besondere öffentliche Interesse würde in diesem Fall in der 
Beseitigung der Gefahren durch solche Orientierungsprobleme bestehen. Neben der Auswertung der 
Ergebnisse der durch das zentrale Namensarchiv durchzuführenden Anwohnerbefragung sind gemäß 
Punkt 4.4.1 und 4.4.2 die grundsätzliche Zulässigkeit sowie das besondere öffentliche Interesse an 
der Umbenennung darzustellen.  
Ein besonderer Ausnahmefall besteht hier aber nicht.

Beratungsverlauf (1)

12.06.2018 Ausschuss für Anregungen und Beschwerden
TOP 4.6 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: geändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1447/2018
Typ
Beschlussvorlage Ausschuss
Datum
24.05.2018
Erstellt
02.05.2018 10:14