1447/2018
Bürgereingabe gem. § 24 GO - Benennung nach Rudi Dutschke
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Anlage 2 Ergänzende Stellungnahme zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde
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OB/2 Anlage 2 Weitere Anlage zur Beschlussvorlage 1447/2018 zur Eingabe des Petenten im Hinblick auf die Verleihung der Ehrenbürgerwürde für Dr. Rudi Dutschke und Frau Gretchen Dutschke Klotz Ergänzende Stellungnahme der Verwaltung zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde Der Petent hat in seiner Eingabe sowohl den Vorschlag zur Benennung einer Straße oder eines Platzes nach Rudi Dutschke eingereicht, als auch angeregt, Herrn Dutschke und seine Frau die Ehrenbürgerwürde der Stadt Köln zu verleihen. Es wird vorgeschlagen, beide Anliegen zusammen zu behandeln. Nach § 34 Abs. 1 S. 1 Gemeindeordnung NRW kann die Gemeinde Persönlichkeiten, die sich um sie besonders verdient gemacht haben, das Ehrenbürgerecht verleihen. Die Ehrenbürgerwürde ist ein höchstpersönliches Recht. Voraussetzung für die Verleihung ist somit, dass die betreffende Person noch lebt. Eine Verleihung nach dem Tode ist nicht möglich. Dem verstorbenen Herrn Dr. Dutschke kann das Ehrenbürgerrecht daher nicht verliehen werden. Die Verleihung des Ehrenbürgerrechts der Stadt Köln an die noch lebende Witwe des Herrn Dr. Dutschke, Frau Gretchen Dutschke Klotz, ist aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Ergänzter Beschlussvorschlag: Der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden dankt dem Petenten für den Vorschlag, eine Straße oder einen Platz nach Rudi Dutschke zu benennen sowie ihm und seiner Witwe Frau Gretchen Dutschke-Klotz die Ehrenbürgerwürde der Stadt Köln zu verleihen. Der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden beschließt, das zentrale Namensarchiv zu bitten, den Vorschlag zur Benennung einer Straße oder eines Platzes nach Rudi Dutschke nach positiver Vorprüfung in die Vorschlagsliste des zentralen Namensarchivs aufzunehmen.
Anlage 1 Eingabe des Petenten
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An die .Stadt Köln Historisches Rathaus Anschuss Anregungen&Besphiverden 50667 Köln Eingang 1 8. ApHl 2018 I Die O b erbürgerm eisterin ! B ürgeram t In n en stad t ! P o ststelle Ludwigstr. 8 Stadt Köln Eingang 16. ÄDril 2018 Die O b erbürgerm eisterin Sehr geeinte Damen und Herren Hiermit Möchte ich anregen und Beantragen Das nach Dr. Phil Rudi Dutschke in Köln eine Straße oder ein Platz benannt wird!, und Ihn Posthum sowie seiner Lebenden Witwe Frau Gretchen , Dutschke -Klotz die Ehrenbürgerwürde der Stadt Köln verliehen wird!!. Begründung: Durch ihren Gesellschaftlichen Kampf um die Damalige Verkrustete Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland aufzubrechen und Positiv zu verändern, haben sich Dr. Phil, Rudi Dutschke, und Frau Gretchen Dutschke-Klotz Große Verdienste Erworben.: Zu den Lorbeeren des Ehepaar Dutschke gehört zweifellos das die Bundesdeutsche Gesellschaft Liberalisiert und Demokratisiert wurde, das wird auch vom Vorstandsvorsitzenden des Springerverlages Mathias Döpfner anerkannt. Auch sprach sich Rudi Dutschke seit 1967 gegen eine Weitere Militarisierung der DDR aus, und setzte sich für den Freien Reiseverkehr im Geteilten Deutschland ein!, was auch die Freiheitsbewegung in der DDR beeinflußte... Auch die Umfangreichen Verbesserungen für die Frauen geht darauf zurück in Deutschland, so zb das ab 1972 Frauen nicht mehr die Erlaubnis brauchten ihre Ehemannes um Arbeiten gehen zu dürfen. Die bis dahin geltende Rechtsordnung des Deutschen Reiches wurde abgeschafft Bisher gibt es folgende Einungen in Deutschland für Rudi Dutschke Eine Gedenktafel am Gynmasium Luckenwalde. Eine Gedenktafel am Tatort des Attentats auf ihm vom 11.4.1968 auf dem Kurfürstendamm 141 Berlin Im Geburtsort Schönefeld den Rudi Dutschke Platz, Auf dem Campus der FFI Berlin den Rudi Dutschke Weg: Fortsetzung des Antrages.: Rudi Dutschke Ehrung in Köln Da es in Köln viele Mehrfachbenennungen gibt. Könnte man. Zb gibs in Rath ;und der Altstadt je ein Steinweg. So das man einen umbenennen könnte in Rudi Dutschke Weg. In Stammheim gibt es zb Den Stammheimer Ring Stammheimer Ufer Stammheimer Deichweg ;Stammheimer Hauptstraße. So das man den Stammheimer Ring nach Rudi Dutschke ebenfalls Benennen Könnte. Auch gibt es in Pesch und Ehrenfeld je eine Marienstraße.??. In der Stadt Köln waren noch 44! Jahre nach Kriegsende des 2 Weltkrieges genauergesagt bis zum 27.4 1989! noch Adolf Hitler ,Hermann Göring, Robert Ley Alfred Rosenberg Joseph Goebbels und Paul von Hiudenburg und von Beneckendorff Ehrenbürger der Stadt Köln! Daher wird es Zeit das Auch Freiheitskämpfer und Gesellschaftskritiker wie rudi Dutschke und seine Witwe Ehrenbürger der Stadt Köln werden. Zu den Aktuellen Ehrenbürgern gehören Unternehmer , wie Irene Ludwig Alfred Neven Dumont Peter Ludwig Hans Imhoff Künstler. Gerhart Richter Heinrich Böll Willy Millowitsch t Und Unzählige Politiker!!! Konrad Adenauer Theodor Heuss Norbert Burger? Theo Burauen? John van Nes Ziegler?? Helmut G raf von Moltke? Friedrich Wilhelm von Becker?? Otto Fürst von Bismarck?? Rudi Dutschke aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie Wechseln zu: Navigation, Suche Rudi Dutschke Alfred Willi Rudolf „Rudi“ Dutschke (* 7. März 1940 in Schönefeld bei Luckenwalde: f 24. Dezember 1979 in Aarhus. Dänemark) war ein deutscher marxistischer Soziologe und politischer Aktivist. Er gilt als Wortführer der Studentenbewegung der 1960er Jahre in West- Berlin und in Westdeutschland. Bei einem Attentat auf ihn im April 1968 erlitt er schwere Hirnverletzungen, an deren Spätfolgen er 1979 starb. Inhaltsverzeichnis Leben [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten! Jugend und StudiumfBearbeiten | Quelltext bearbeiten! Elternhaus von Dutschke in Schönefeld, Bahnstraße 17 Rudi Dutschke, vierter Sohn eines Postbeamten, verbrachte seine Jugendjahre in der DDR. Er war in der evangelischen Jungen Gemeinde von Luckenwalde aktiv, wo er seine „religiös sozialistische“ Grundprägung erhielt. Als Leistungssportler fZehnkampf) wollte er zunächst Sportreporter werden. Um seine Chancen für eine entsprechende Ausbildung in der DDR zu erhöhen, trat er 1956 in die Freie Deutsche Jugend (FDJ) ein.1 1 1 Durch den Ungarischen Volksaufstand im selben Jahr wurde Dutschke politisiert. Er ergriff Partei für einen demokratischen Sozialismus, der sich gleichermaßen von den USA und der Sowjetunion distanzierte. Der SED stand er ebenfalls ablehnend gegenüber. Er sah die alten Strukturen und Mentalitäten, entgegen dem antifaschistischen Anspruch der SED, im Osten ebenso fortdauem wie im Westen.1 2 1 1957 trat er öffentlich gegen die Militarisierung der DDR-Gesellschaft und für Reiseffeiheit ein. Er verweigerte den Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee' der Oberschülem damals nahegelegt wurde, und rief andere dazu auf, es ihm gleichzutun. Nach seinem Abitur 1958 und nochmals nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann in einem Luckenwalder Volkseigenen Betrieb verwehrten ihm die DDR-Behörden daher das gewünschte Sportj oumal istikstudium.1 ^ Gedenktafel vor dem Luckenwalder Gymnasium Daraufhin besuchte er von Oktober 1960 bis Juni 1961 einen Abiturkurs am Askanischen Gymnasium in Berlin-Tempelhof da sein DDR-Abitur im Westen nicht als Hochschulreife anerkannt w urde.^ Danach bewarb er sich erfolgreich als Sportreporter bei der B.Z. (Axel Springer AG). Von ihm signierte Artikel sind nicht erhalten, aber seine neunmonatige Tätigkeit wurde von anderen Journalisten öffentlich erwähnt.13 Am 10. August 1961 flüchtete er aus der DDR. Am 13. August, als die Berliner Mauer gebaut wurde, ließ er sich aus Protest dagegen im Notaufnahmelager Marienfelde in West-Berlin als politischer Flüchtling registrieren. Am 14. August versuchte er mit einigen Freunden ein Teilstück der Mauer mit einem Seil einzureißen und w arf Flugblätter über die Sektorengrenze. Dies war seine erste politische Demonstration.13 An der Freien Universität Berlin (FU) begann Dutschke ein Studium der Fächer Soziologie, Ethnologie, Philosophie und Geschichtswissenschaft. Der FU blieb er bis zu seiner Promotion 1973 verbunden. Zunächst studierte er den Existentialismus Martin Heideggers und Jean-Paul Sartres, bald auch Marxismus und die Geschichte der Arbeiterbewegung. Er las die Frühschriften von Karl Marx. Werke der marxistischen Geschichtsphilosophen Georg Lukäcs und Ernst Bloch sowie der Kritischen Theorie (Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und . Herbert MarcuseT Angeregt durch die Begegnung mit der US-amerikanischen Theplogiestudentin Gretchen Klotz, die er später heiratete, las er auch Werke von Theologen wie Karl Barth und Paul Tillich. Aus dem religiösen Sozialismus seiner Jugendzeit wurde ein marxistisch fundierter Sozialismus. Dabei betonte er jedoch immer die Handlungsfreiheit des' Individuums gegenüber den gesellschaftlichen Verhältnissen.13 StudentenbewegunglBearbeiten | Ouelltext bearbeitenl Rudi Dutschke verband sein Studium schon früh mit praktischem Engagement. 1962 gründete er gemeinsam mit Bernd Rabehl eine Berliner Gruppe der Münchner „Subversiven Aktion“, die sich als Teil der Situationistischen Internationale verstand. Die Subversive Aktion gab die Zeitschrift Anschlag heraus, in der Kritik am Kapitalismus, die Probleme der Dritten Welt und neue politische Organisationsformen thematisiert wurden. Das Blatt galt wegen seiner „aktionistischen“ Ausrichtung im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) damals als „anarchistisch“.13 Im Dezember 1964 organisierte Dutschke mit einem Dritte-Welt-Kreis eine Demonstration gegen den Staatsbesuch des kongolesischen Premierministers Moi'se Tschombe. an der auch der Berliner SDS teilnahm.13 Die kommunistischen Positionen, die ' — V - Dutschke in die Subversive Aktion einbrachte, trugen zu deren Spaltung bei. Die Münchner Gruppe um Frank Böckelmami kritisierte seine Orientierung an „oberflächlicher“ Tagespolitik wie bei der Aktion gegen Tschombe und mahnte eine stärkere „kulturrevolutionäre Tiefendimension“ an. Sie warfen Dutschke und später auch Dieter Kunzeimann eine „trutzige Klassenkampfromantik“- und ihren Glauben an die „Mythe des Proletariats“ vor.1 1 0 1 In Frühjahr 1966 wurde die Zeitschrift eingestellt. Schon vorher hatte Dutschke seine politische Arbeit auf den SDS verlagert. Dem war er bereits im Januar 1965 mit der Subversiven Aktion beigetreten und hatte dort eine deutliche Radikalisierung bewirkt. Im Juni 1965 wurde er in dessen politischen Beirat gewählt und trat in der Folge als das Gesicht des SDS öffentlich a u f .^ Ab 1966 organisierte Dutschke mit dem SDS zahlreiche Demonstrationen für Hochschulreformen, gegen die Große Koalition, die Notstandsgesetze und den Vietnamkrieg. Die wachsende Studentenbewegung verknüpfte diese Themen und die Kritik an der mangelnden Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit miteinander und verstand sich nun als Teil einer A u ß e rp arlam en tarisch en Opposition (APO).1 ^ 1 Am 23. März 1966 heiratete Dutschke Gretchen Klotz, die er 1964 kennengelemt hatte. Im Mai 1966 bereitete er den bundesweiten Vietnamkongress in Frankfurt am Main mit vor. Hauptreferate dort hielten bekannte Professoren der Neuen Linken (darunter Herbert Marcuse. Oskar Negf) und der eher „traditionalistischen“ Linken außerhalb der SPD (Frank Deppe. Wolfgang Abendrotfr). ^ In jenem Jahr wollte Dutschke mit einer Arbeit über Lukäcs bei Professor Hans-Joachim Lieber, dem damaligen Rektor der FU, promovieren. Nach Auseinandersetzungen um das politische Mandat des Berliner Allgemeinen Studentenausschusses (AStA) und die Nutzung von Universitätsräumen für Aktionen gegen den Vietnamkrieg verlängerte Lieber Dutschkes Assistentenvertrag an der FU Berlin nicht. Damit schied eine akademische Laufbahn für ihn vorerst a u s .^ Dutschke, der Exiliraner Bahman Nirumand und der Chilene Gaston Salvatore informierten die Studenten im Mai 1967 mit Flugblättern, Zeitungsartikeln und Vorträgen über Verbrechen des persischen Schahs und Diktators Mohammad Reza Pahlavi. um Proteste gegen dessen bevorstehenden Staatsbesuch vorzubereiten. Bei der Demonstration am 2. Juni 1967 in West- Berlin erschoss der Polizist Karl-Heinz Kurras den Studenten Benno Ohnesorg. Daraufhin riefen Dutschke und der SDS bundesweit zu Sitzblockaden auf, um die Aufklärung der Todesumstände zu erzwingen. Zudem forderten sie den Rücktritt der Verantwortlichen für den Polizeieinsatz und die Enteignung des Verlegers Axel Springer. Die Studenten machten die kampagnenartige Berichterstattung der Zeitungen dessen Verlags für Ohnesorgs Tod mitverantwortlich. Nur die etablierten Medien Der Spiegel, Frankfurter Rundschau und Die Zeit griffen ihre Sicht auf. Wenige Professoren, darunter Dutschkes Freund Helmut Gollwitzer. solidarisierten sich mit den protestierenden Studenten.1 ^ 1 Nach der Beisetzung Ohnesorgs nahm Dutschke am Kongress „Bedingung und Organisation des Widerstands“ in Hannover teil. Podiumsdiskussionen und Interviews, etwa mit Rudolf Augstein. Ralf Dahrendorf und Günter Gaus, machten ihn bundesweit bekannt.110 Wichtiger war ihm der Kontakt zu jungen Arbeitern. Im Februar 1968 kritisierte er bei einem Streitgespräch mit Johannes Rau (damals SPD-Fraktionsvorsitzender im nordrhein westfälischen Landtag) parlamentarische Rituale und Institutionen und forderte eine „Einheitsfront von Arbeitern und Studenten“. Dieses Ziel behinderte er jedoch oft selbst durch seine akademisch-soziologische Ausdrucksweise. Sein Auftreten polarisierte die Öffentlichkeit; er erfuhr zunehmend auch Ablehnung und Hass. Die Zeitungen des Springerverlags und viele Regionalzeitungen setzten ihn als Symbolfigur der 68er etwa mit Hinweisen auf sein „ungepflegtes Äußeres“ und seine DDR- Herkunft herab. Als er bei einem „Go-in“ im Weihnachtsgottesdienst 1967 der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche versuchte, eine Diskussion über den Vietnamkrieg herbeizufuhren, schlug ihn ein wütender Gottesdienstbesucher nieder und verletzte ihn.1 1 2 1 Im Februar 1968 bezeichnete der CSU-Bundestagsabgeordnete Franz Xaver Unertl den „SDS- Ideologen Dutschke“ als „ungewaschene, verlauste und verdreckte Kreatur“.1 ^ Ab 1966 plante Dutschke den Aufbau einer auch für Schüler und Arbeiter offenen „Gegenuniversität“ an der FU für basisdemokratisches Lernen nach dem Vorbild ähnlicher Versuche an der University o f California. Berkeley und der Pariser Sorbonne. Am 1. November 1967 gründete eine Studentenversammlung in der FU eine „Kritische Universität“ nach Entwürfen von Wolfgang Nitsch. Im Wintersemester 1967/68 führten etwa 400 West- Berliner Studenten in diesem Rahmen selbständig 33 Arbeitskreise durch. Als letzten Versuch, daraus eine Gegenuniversität zu entwickeln, gründete Dutschke mit Gaston Salvatore im Frühjahr 1968 das Internationale Nachrichten- und Forschungs-Institut (INFI).1 2 0 1 Am 17. und 18. Febmar 1968 fand an der Berliner TU der Vietnamkongress mit einigen tausend Studenten statt. Dutschke bereitete ihn im INFI maßgeblich mit vor. An der Abschlussdemonstration nahmen über 12.000 Menschen teil.1 2 1 1 Dabei rief Dutschke zur massenhaften Desertion US-amerikanischer Soldaten und zur „Zerschlagung der NATO“ auf. Die von ihm ursprünglich geplante, vom Innensenator Kurt Neubauer verbotene Demonstrationsroute nach Berlin-Lichterfelde zur McNair-Kaseme und deren Besetzung hatte er nach Gesnrächen mit Günter Grass. Landesbischof Kurt Scharf und Heinrich Albertz aufgegeben, da die US-Militärs für diesen Fall Schusswaffengebrauch angekündigt hatten. Bei einer vom Berliner Senat mitorganisierten „Pro-Amerika-Demonstration“ am 21. Februar 1968 trugen Teilnehmer Plakate mit der Aufschrift „Volksfeind Nr. 1: Rudi Dutschke“. Ein Passant wurde mit Dutschke verwechselt, Demonstrationsteilnehmer drohten, ihn totzuschlagen.1 2 2 1 Für März 1968 hatte die Christliche Friedenskonferenz Dutschke als Redner nach Prag eingeladen. Er reiste mit seiner Frau und seinem Sohn dorthin und erlebte den Prager Frühling mit..In zwei Vorträgen vor tschechischen Studenten bestärkte er sie darin, Sozialismus und Bürgerrechte zu verbinden. Dies begründete er mit den Feuerbachthesen von Karl Marx. Daraufhin forderten einige deutsche orthodoxe Marxisten seinen Ausschluss aus dem SDS, der mehrheitlich abgelehnt wurde.1 2 2 1 AttentatfBearbeiten | Ouelltext bearbeitenl e . Fahrrad mit Aktentasche von Rudi Dutschke am Ort des Attentats Zwei Projektile, die Dutschke aus der Wange und aus der Schulter entfernt wurden j ■ . . . . : - i ’ ■ m-äSMT iCi'i. I— Ci ViSIfc ■J&28)ajd3ö:rfs'i. • **v yV V • ! -'•>. • •' »V* . Gedenktafel für Rudi Dutschke am Tatort vor dem Haus Kurfürstendamm 141 Am 11. April 1968 schoss der junge Hilfsarbeiter Josef Bachmann vor dem SDS-Büro am West-Berliner Kurfürstendamm dreimal auf Rudi Dutschke. Er traf ihn zweimal in den Kopf, einmal in die linke Schulter. Dutschke erlitt lebensgefährliche Gehimverletzungen und überlebte nur knapp nach einer mehrstündigen Operation.1 2 ^1 Bachmann hatte Ausschnitte aus der Deutschen National-Zeitune bei sich, darunter die Titelzeile „Stoppt den roten Rudi jetzt“ und Fotos von Dutschke. In seiner Wohnung hing ein selbstgemaltes Porträt Adolf Hitlers.1 2 ^ Man vermutete daher rechtsextreme Motive eines Einzeltäters/2 7 - 1 Bachmann hatte seit 1961 Kontakte zu Neonazis in Peine. Von ihnen hatte er die Tatwaffe gekauft, an ihren Schießübungen teilgenommen und bereits zuvor ein Attentat auf Walter Ulbricht mit ihnen ins Auge gefasst. Diese Hintergründe, die erst 2009 aus Unterlagen der DDR-Staatssicherheit und der West-Berliner Polizei öffentlich bekannt wurden, hatte Bachmann bei seiner Vernehmung offen zugegeben. Ob er das Attentat mit anderen geplant haben könnte, wurde nicht ermittelt.1 2 ^ 1968 machten viele Studenten die Springerpresse für das Attentat verantwortlich, da diese zuvor monatelang gegen Dutschke und die demonstrierenden Studenten agitiert hatte. Die Boulevardzeitung Bild etwa hatte am 7. Februar 1968 geschrieben: „Man darf auch nicht die ganze Dreckarbeit der Polizei und ihren Wasserwerfern überlassen“ und Tage vor dem Attentat zum „Ergreifen“ der „Rädelsführer“ aufgerufen.1 2 2 1 Bei den folgenden, bis dahin schwersten Ausschreitungen wurden das Gebäude des Axel-Springer-Verlags angegriffen und Auslieferungsfahrzeuge für seine Zeitungen angezündet.1 2 0 1 Die Molotowcocktails. mit denen die Lieferwagen in Brand gesteckt wurden, hatte der V-Mann und Agent provocateur des Berliner Verfassungsschutzes Peter Urbach unter den Demonstranten verteilt.1 2 1 1 Dutschke eignete sich Sprache und Gedächtnis in monatelanger Sprachtherapie mühsam wieder an. Zur Genesung hielt er sich ab 1969 in der Schweiz. Italien und Großbritannien auf. Nach vorübergehender Ausweisung von dort konnte er 1970 ein Studium an der Universität Cambridge beginnen. Die Umzugskosten in Höhe von 3.000 DM trug Bundespräsident Gustav Heinemann aus eigener Tasche, wie 1975 bekannt wurde.1 2 2 1 Nach dem Regierungswechsel 1970 wurde Dutschkes Aufenthaltserlaubnis jedoch aufgehoben. Daraufhin zog er nach Dänemark, wo ihn die Universität Aarhus als Soziologiedozenten anstellte.1 2 2 1 /ü Ü ife S l Rudi Dutschke (1976) Ab Januar 1976 nahm Dutschke Kontakt zu Atomki~aftgegnem auf, besuchte Walter Mossmann und nahm an Großdemonstrationen gegen Atomkraftwerke in Wyhl am Kaiserstuhh Bonn und Brokdorf te il.^ 1977 wurde er freier Mitarbeiter verschiedener linksgerichteter Zeitungen und Gastdozent an der Reichsuniversität Groningen in den Niederlanden.1 ^ 1 Er unternahm Vortragsreisen über die Studentenbewegung und nahm am „Internationalen Russell-Tribunal“ gegen Berufsverbote teil. Er begann einen Briefwechsel mit dem Schriftsteller Peter-Paul Zahl, besuchte ihn am 24. Oktober 1977 in dessen Haft und verabredete ein gemeinsames Buchprojekt mit ihm.1 ^ 1 Nachdem Rudolf Bahro in der DDR zu acht Jahren Haft verurteilt worden war, organisierte und leitete Dutschke im November 1978 den Bahro-Solidaritätskongress in West-Berlin.1 4 2 1 1979 trat er in die Bremer Grüne Liste ein und beteiligte sich an deren Wahlkampf. Nach ihrem Einzug in das Stadtparlament wurde er zum Delegierten für den für Mitte Januar 1980 geplanten Gründungskongress der Partei Die Grünen gewählt.1 4 ^1 Am 24. Dezember 1979 erlitt Dutschke infolge des Attentats einen epileptischen Anfall und ertrank in seiner Badewanne.1 4 5 1 Am 3. Januar 1980 wurde er auf dem St.-Annen-Kirchhof in Berlin feierlich beigesetzt. Weil dort zunächst kein Grabplatz frei war, hatte der Theologe Martin Niemöller ihm seine Grabstelle überlassen.®1 Etwa 6.000 Gäste begleiteten den Trauerzug, Helmut Gollwitzer hielt die Ansprache. Die Ehrengrabstätte des Landes Berlin befindet sich in der Reihe 28. Dutschkes zweiter Sohn Rudi-Marek wurde im April 1980 in Dänemark geboren. Sein erster Sohn, Hosea Che, war 1968, seine Tochter Polly Nicole 1969 geboren worden.®1 Dutschke hat sieben Enkelkinder Bachmann wurde wegen versuchten Mordes zu sieben Jahren Haft verurteilt. Dutschke nahm brieflich Kontakt mit ihm auf, erklärte ihm, er habe keinen persönlichen Groll gegen ihn, und versuchte, ihm ein sozialistisches Engagement nahezubringen. Bachmann beging am 24. Februar 1970 im Gefängnis Suizid. Dutschke bereute, ihm nicht öfter geschrieben zu haben: „[...] der Kampf für die Befreiung hat gerade erst begonnen; leider kann Bachmann daran nun nicht mehr teilnehmen Spätzeit[Bearbeiten | Ouelltext bearbeitenl um w e n b e n u t /- Rudi Dutschke (vom links) auf der Anti-AKW-Demonstration am 14. Oktober 1979 in Bonn Ab Mai 1972 bereiste Dutschke wieder die Bundesrepublik. Er suchte Gespräche mit Gewerkschaftern und Sozialdemokraten, damnter Gustav Heinemann, dessen Vision eines blockfreien, entmilitarisierten Gesamtdeutschlands er teilte.1 ^ 1 Im Juli 1972 besuchte er mehrmals Ost-Berlin und traf dort W olf Biemiann. mit dem er fortan befreundet blieb. Auch mit anderen SED-Dissidenten wie Robert Havemann und Rudolf Bahro nahm er später Kontakt auf.1 ^ Am 14. Januar 1973 redete er auf einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg in Bonn erstmals nach dem Attentat wieder öffentlich. Im gleichen Jahr kehrte er nach Berlin zurück, um seine unter dem Titel „Zur Differenz des asiatischen und europäischen Weges zum Sozialismus“ begonnene Dissertation abzuschließen, an der er seit 1971 schrieb.1 3 2 1 Die Arbeit wurde von den Soziologen Urs Jaeggi und Peter Furth betreut. Mitte 1973 wurde Dutschke zum Dr. phil. promoviert, das Buch erschien im August 1974 leicht überarbeitet als „Versuch, Lenin auf die Füße zu stellen“.1 3 2 3 Der neue Titel variiert den bekannten Ausspruch von Marx, er wolle „Hegel vom Kopf auf die Füße stellen“. Die Arbeit löste nicht die von Dutschke erhoffte Grundsatzdebatte über das Verhältnis der Linken im Westen zum Realsozialismus aus. Auch eine anschließende wissenschaftliche Karriere kam nicht zustande.1 3 2 1 1975 gab die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ihm ein Stipendium an der FU Berlin.1 ^ Jedoch schloss er keins seiner verschiedenen Buchprojekte ab, sondern wandte sich wieder verstärkt der Politik zu.1 4 1 1 Im Februar 1974 leitete er eine Podiumsdiskussion über Solschenizyn und die Linke, in der er für Menschenrechte in der Sowjetunion und im Ostblock eintrat.1 3 2 1 Seit 1976 war er Mitglied im Sozialistischen Büro, das beim Zerfall des SDS entstanden war. Dort engagierte er sich für den Aufbau einer Partei, die grün-alternative und linke Initiativen ohne die K-Gruppen vereinen sollte.1 3 3 1
Beschlussvorlage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle III/23/235/1 Vorlagen-Nummer 1447/2018 Freigabedatum 24.05.2018 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Bürgereingabe gem. § 24 GO - Benennung nach Rudi Dutschke Beschlussorgan Ausschuss für Anregungen und Beschwerden Gremium Datum Beschluss: Der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden dankt dem Petenten für den Vorschlag, eine Stra- ße oder einen Platz nach Rudi Dutschke zu benennen. Der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden beschließt, das zentrale Namensarchiv zu bitten, den Vorschlag zur Benennung einer Straße oder eines Platzes nach Rudi Dutschke nach positiver Vorprüfung in die Vorschlagsliste des zentralen Namensarchivs aufzunehmen. Ausschuss für Anregungen und Beschwerden 12.06.2018 2 Das zentrale Namensarchiv wird Herrn Alfred Willi Rudolf Dutschke, genannt Rudi Dutschke, gemäß den Richtlinien des Rates für Neu- und Umbenennungen von Straßen und Plätzen einer Prüfung sei- nes Geschichtsbildes unterziehen und nach positiver Recherche in die Vorschlagsliste des Zentralen Namensarchivs aufnehmen. Ob es dann zu einem entsprechenden Beschlussvorschlag durch die Verwaltung und einer Be- schlussfassung durch die jeweils zuständige Bezirksvertretung kommt, hängt wiederum von verschie- denen Faktoren ab. So muss ein geeigneter Weg, eine Straße oder ein Platz vorhanden sein, der bzw. die einer Benennung bedarf und die jeweils zuständige Bezirksvertretung muss ein Interesse an der Benennung nach Rudi Dutschke haben. Dem Vorschlag des Petenten, eine bereits benannte Straße umzubenennen steht entgegen, dass Straßen und Plätze gemäß den Richtlinien nur in besonderen Ausnahmefällen umbenannt werden, insbesondere nur dann, wenn für die Anwohner keine unzumutbaren Kosten entstehen (Punkt 4.1). Unter besonderen Ausnahmefällen sind beispielsweise Orientierungsprobleme wie Fehlfahrten bei Rettungseinsätzen o.ä. zu verstehen. Das besondere öffentliche Interesse würde in diesem Fall in der Beseitigung der Gefahren durch solche Orientierungsprobleme bestehen. Neben der Auswertung der Ergebnisse der durch das zentrale Namensarchiv durchzuführenden Anwohnerbefragung sind gemäß Punkt 4.4.1 und 4.4.2 die grundsätzliche Zulässigkeit sowie das besondere öffentliche Interesse an der Umbenennung darzustellen. Ein besonderer Ausnahmefall besteht hier aber nicht.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1447/2018
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 24.05.2018
- Erstellt
- 02.05.2018 10:14