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1332/2022

Einführung einer Dokumentation über Ent- und Versiegelungen im Stadtbezirk Nippes

Mitteilung BV 02.06.2022

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 5 (Nippes), Sitzung am 09.06.2022, TOP 10.2.10

Mitteilung BV

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Ansehen

1322-2022 Versiegelungs- u Entsiegelungskataster

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Ansehen

Mitteilung BV

4389 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VIII/67/671 
 
Vorlagen-Nummer 
 1332/2022 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Bezirksvertretung 5 (Nippes) 09.06.2022 
 
Einführung einer Dokumentation über Ent- und Versiegelungen im Stadtbezirk Nippes 
Die Bezirksvertretung Nippes hat folgenden Beschluss gefasst 
 
Die Bezirksvertretung Nippes bittet die Verwaltung, eine Dokumentation über 
sämtliche Flächen im Stadtbezirk Nippes, die entsiegelt und versiegelt wer-
den, zu erstellen. Diese Dokumentation soll jährlich erfolgen und angeben, 
wie viel Flächen (Anzahl und Quadratmeter) neu versiegelt und wie viel Flä-
chen entsiegelt wurden. Begonnen werden soll modellhaft mit dem Stadtteil 
Bilderstöckchen. 
 
Diese Dokumentation soll der Bezirksvertretung und der Öffentlichkeit zu-
gänglich gemacht werden. Die Verwaltung gibt in dieser Dokumentation eine 
Stellungnahme zu den Auswirkungen der Ent- und Versiegelung im Bezirk im 
Hinblick auf den Klimaschutz. 
 
 
 
Stellungnahme der Verwaltung 
 
Der Ausschuss Klima, Umwelt und Grün hat sich in seiner Sitzung am 17.02.2022 mit dem Thema 
Erfassung von Flächenversiegelungen befasst. Die Verwaltung wurde beauftragt einen Bericht zum 
Sachstand und den erreichten Ergebnissen zum Thema Ver- und Entsiegelungskataster vorzulegen.  
 
Der Bericht ist fertiggestellt und wird dem Ausschuss Klima, Umwelt und Grün in seiner nächsten Sit-
zung als Mitteilung vorgelegt. Der Bericht wird der Bezirksvertretung Nippes zur Kenntnis gegeben. 
 
Als Ausblick wird folgendes festgehalten (s. Anlage): 
 
Die deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und die städtebaulichen Vorgaben des Baugesetzbuches 
formulieren deutlich das Ziel den Flächenverbrauch durch Versiegelung zu begrenzen. Der Aufbau 
und die Fortschreibung eines Ver- und Entsiegelungskatasters könnte dazu beitragen den tatsächli-
chen Versiegelungsgrad und die Potenziale für Entsiegelungsmaßnahmen für das Kölner Stadtgebiet 
darzustellen und nachzuhalten. 
 
Grundsätzlich stehen zur flächendeckenden Abgrenzung und Klassifizierung tatsächlich versiegelter 
Flächen GIS-basierte Daten auf der Basis von Luftbildern zur Verfügung. Der Aufbau eines Versiege-
lungs- und eines Entsiegelungskatasters sowie die kontinuierliche Analyse machen eine Koordination 
erforderlich.  
Ein erster Ansatz bildet das Projekt zur Ermittlung des unterschiedlichen Versiegelungsgrades von 
privaten Grundstücksflächen für die Niederschlagswasser-Gebührenerhebung, das in Zusammenar-

2 
 
beit mit dem Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster und den Stadtentwässerungsbetrie-
ben (StEB) aktuell angegangen wird. Ziel ist es, mit Unterstützung des Fraunhofer Instituts und der 
Fa. Hexagon, dieses Projekt auf der Grundlage einer KI-basierte Methode zukunftsfähig zu etablie-
ren. (KI = künstliche Intelligenz). Das Liegenschaftsamt wurde in diesem Zusammenhang beauftragt 
die versiegelten Flächen zu identifizieren. Erste Testverfahren und Machbarkeitsstudien wurden hier-
für durchgeführt und dokumentiert.  
Auf dieser Grundlage könnte ein gesamtstädtisches Versiegelungskataster ausgearbeitet werden, 
das konkrete Auskunft über die tatsächlich versiegelten privaten und öffentlichen Flächen gibt und 
diese Daten kontinuierlich fortschreibt. Hierfür müssten die Erkenntnisse und Datenbestände aus dem 
og. Projekt mit den Stadtentwässerungsbetrieben stadtgebietsweit und flächendeckend aufgearbeitet 
werden. 
 
Auf dieser gesamtstädtischen Grundlage soll dann ein Abgleich mit vorhandenen Daten, z.B. Über-
schwemmungsgebiete, Starkregengefährdungsgebiete, Nutzungsarten usw. durchgeführt werden, 
durch den die Bereiche aufzeigt werden, die im Sinne der Vorsorge vorrangig entsiegelt werden soll-
ten. Diese Potenzialflächen werden dann in einem Entsiegelungskataster erfasst und mit weiterge-
henden Vorgaben, z.B. veränderte Verkehrsbelastung usw. abgeglichen, um hieraus konkrete Flä-
chen für eine Entsiegelung aufzuzeigen. Neben der Erfassung von Potenzialflächen werden auch die 
Flächen im Entsiegelungskataster erfasst und nachgehalten, die bereits entsiegelt werden konnten. 
Eine konkrete Umsetzung der Entsiegelung kann über die Bereitstellung von Haushaltsmitteln, die 
Verwendung von Ersatzgeldern für Eingriffe in Natur und Landschaft oder über die direkte Zuordnung 
zu einem Eingriffsvorhaben (z.B. Straßenbauvorhaben, Bebauungsplan etc.) erfolgen.

1322-2022 Versiegelungs- u Entsiegelungskataster

21632 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VIII/67/671 
 
Vorlagen-Nummer  18.05.2022 
 1322/2022 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 19.05.2022 
 
 
Ver- und Entsiegelungskataster 
 
Der Ausschuss Klima Umwelt und Grün hat sich in seiner Sitzung am 17.02.2022 mit dem Thema 
Ver- und Entsiegelungskataster befasst. Grundlage waren folgende Anträge: 
Gemeinsamer Antrag der Fraktionen DIE LINKE. DIE FRAKTION und der KLIMA FREUNDE 
betreffend Erfassung der Flächenversiegelung AN/0302/2022 
Gemeinsamer Änderungsantrag der Fraktionen Bündnis90/Die Grünen, CDU und Volt betreffend 
Erfassung der Flächenversiegelung AN/0379/2022 
Der Antrag und der Änderungsantrag wurden in der Sitzung zurückgestellt und die Verwaltung 
beauftragt einen Bericht zum Sachstand und den erreichten Ergebnissen zum Thema Ver- und 
Entsiegelungskataster vorzulegen. 
 
 
1. Zielsetzung 
 
Das Ziel den Flächenverbrauch durch Versiegelung zu begrenzen ist Vorgabe der deutschen Nach-
haltigkeitsstrategie und städtebauliche Vorgabe des Baugesetzbuches. 
 
„Eines der sieben prioritären Handlungsfelder in der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die 
Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr. Wenn der Umgang mit 
der Fläche nachhaltig organisiert werden soll – so die Zielsetzung der Bundesregierung – 
muss die für Siedlung, Gewerbe und Verkehr in Anspruch genommene Fläche von 120 ha/Tag 
im Durchschnitt der letzten 10 Jahre auf 30 ha/Tag im Jahre 2020 zurückgeführt werden.“  
Quelle: https://www.um weltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/2587.pdf 
 
„In einem ressourcenbewussten Umgang mit der Siedlungsfläche ist eine Schlüsselposition für 
die Umsetzung der Ziele einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu sehen. Dies ist begründet in 
der Rahmensetzung des Bundesgesetzgebers, mit Grund und Boden sparsam und schonend 
umzugehen (BauGB § 1, Abs. 6).“ … „Ein intelligenter Umgang mit der Ressource Boden er-
weist sich also als die wichtigste Herausforderung für eine zukunftsfähige Städtebaupolitik.“  
Strategie: Reduzierung des Zuwachses an bebauter Siedlungsfläche 
Strategie: Wiedernutzung von städtebaulichen Brachen und leerstehenden Gebäuden 
Strategie: Optimale Nutzung städtebaulicher Dichte 
Strategie: Erhaltung und Vernetzung klimawirksamer Freifläche 
Strategie: Reduzierung der Bodenversiegelung 
Beispielhafte Maßnahmen auf kommunaler Ebene: Festsetzungen im Bebauungsplan (Begrü-
nungsanteil, überbaubare Grundstücksfläche, Versickerungsfähigkeit des Bodenbelages),

2 
Kommunale Gestaltungssatzung, Einführung einer erhöhten kommunalen Regenwasserge-
bühr, finanzielle Anreize zur Entsiegelung privater Flächen, vorbildliche Durchführung von Ent-
siegelungsmaßnahmen auf öffentlichen Flächen, Renaturierung von Fließgewässern, Straßen-
rückbau. 
Quelle: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/themen/_alt/Stadtentw icklung/StadtentwicklungDeutschland/NachhaltigeStadtent-
w icklung/Projekte/Archiv/StrategienIndikatoren/05_Handlungsfeld_Boden.html 
 
Zur Umsetzung dieser Zielsetzung kann der Aufbau und die Fortschreibung sowohl eines Versiege-
lungskatasters als auch eines Entsiegelungskataster für öffentliche und private Flächen sinnvoll sein. 
Beide Kataster haben unterschiedliche Vorgaben, ergänzen sich jedoch in der og. Zielsetzung. 
Durch den systematischen Aufbau eines GIS-basierten Versiegelungskataster soll zunächst ein Über-
blick über den bestehenden Versiegelungsgrad geschaffen werden. Eine kontinuierliche Fortschrei-
bung der Daten zeigt dann die weitere Entwicklung der Versiegelung auf. 
Das ebenfalls GIS-basierte Entsiegelungskataster stellt die potenziellen Entsiegelungsflächen dar. 
Ein Abgleich mit vorhandenen Daten, z.B. Überschwemmungsgebiete, Starkregengefährdungsge-
biete, Nutzungsarten usw. zeigt die Bereiche auf, die im Sinne der Vorsorge vorrangig entsiegelt wer-
den sollten. Es sollen aber auch Flächen aufgezeigt werden, die aufgrund veränderter Nutzungen, 
z.B. veränderte Verkehrsbelastung usw., entsiegelt werden könnten. Neben der Erfassung der Poten-
zialflächen werden auch die Flächen erfasst und nachgehalten, die bereits entsiegelt werden konnten. 
 
Bisher gibt es noch keine systematischen und zielgerichteten Aktivitäten zur Erstellung eines Versie-
gelungs- oder Entsiegelungskatasters. Im Folgenden werden deshalb zunächst die vorhandenen 
Grundlagen und Expertisen aufgeführt, die geeignet wären solche Kataster systematisch aufzubauen.  
 
 
2. Vorhandene Grundlagen und Expertisen Versiegelungskataster 
 
Für den Aufbau eines Versiegelungskataster liegen sowohl beim Amt für Liegenschaften, Vermes-
sung und Kataster als auch beim Amt für Stadtentwicklung und Statistik Datengrundlagen vor. 
 
Datengrundlagen beim Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster: 
 
Der stadtweite Aufbau eines Entsiegelungskatasters kann nur dann gelingen, wenn aussagekräftige, 
qualitätsgesicherte Datenbestände notwendigerweise stadtgebietsweit flächendeckend vorhanden 
sind.  
Das Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster hält mit seinem Liegenschaftskataster unter 
ALKIS einen ständig tagesaktuellen, vollständigen und einheitlichen Grunddatenbestand stadtweit 
vor, der den Flurstücksbestand, die Gebäude und Nutzungen datenbankgestützt nachweist und somit 
auswertbar macht. 
Ebenso beschafft das Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster in regelmäßigen Abständen 
als Fachamt für Geoinformationen stadtweit die in folgender Auflistung zusammengestellten Datenbe-
stände: 
 
 
 Vorhandene Daten 2018, 
2020 
Daten in Be-
schaffung 
2022 
Daten in 
Planung 
Kurzbeschreibung 
Stadt Köln Laserscan-Befliegung (2018)    Scanner-Rohdaten (Dateiendung .all 
und .las) in EPSG4647 
 Komplett ohne Messw ertfehler (Da-
teiendung .inp) in EPSG4647 
 Ausgedünnte Bodenpunkte (Last-
Pulse, Dateiendung .inpl) in 
EPSG4647 mit Aufgefüllten Gebäu-
deflächen, Aufgefüllten Wasserflä-
chen, Aufgefüllten Punkten unter Brü-
cken 
 Oberflächenpunkte (First-Pulse, Da-
teiendung .fal) in EPSG4647 
 Restmenge der Bodenpunkte (Datei-
endung .ires) in EPSG4647

3 
 
 Digitales Oberflächenmodell kurz 
DOM (Dateiendung .grd) in 
EPSG25832 
 Digitales Geländemodell kurz DGM 
(Dateiendung .grd) in EPSG25832 
 Normalhöhe auf NHN bezogen – 
DHHN2016, Höhenstatus 170 
 Befliegungsdatum: 08.09-10.09.2018 
 30-35 Punkte je qm Bodenauflösung 
 Lieferung in Datei-Ordnern nach Ka-
chelung 500m * 500 m 
 Reihen-Schrägluftbilder 
(2018) 
Ja 2024, alle 
geraden 
Jahrgänge 
 Vier Perspektiven (N-S-W-O) für je-
den Aufnahmeort 
 Blickw inkel der Kameras zw ischen 37 
und 45 Grad 
 Aufnahmeabstand fest mit 30 % Bild-
überdeckung 
 Mittlere GSD: 15 cm 
 Radiometrische Homogenisierung 
 Lieferung im TIFF und  ecw-Format 
einschl. Georeferenzierung in 
ETRS89/UTM 
 TrueOrthoPhotos RGB 
(2018) 
   6 cm Bodenauflösung  
 RGB-Kanäle 
 8Bit-TIFF mit Georeferenzierung 
 Bezugssystem ETRS89-UTM 32N 
(EPSG 25832)  
 Zugehöriges bDOM (tiff Format) 
 Abgeleitete Schummerung aus 
bDOM (tiff Format) 
 TrueOrthoPhotos RGBI 
(2020)( 
Ja 2024, alle 
geraden 
Jahrgänge 
 5 cm Bodenauflösung 
 RGBI-Kanäle (d.h. inclusiv Infrarot-
Kanal) 
 8Bit-TIFF mit Georeferenzierung 
 Bezugssystem ETRS89-UTM 32N 
(EPSG 25832)  
 zugehöriges bDOM (tiff und las For-
mat) 
 abgeleitete Schummerung aus bDOM 
(tiff Format) 
 LOD 2-Modell aus den o.a. 
Datenbeständen 
  Laserscan und ALKIS aus dem Jahr 2018 
für den Zeitpunkt 10.09.2018 abgeleitet 
 Vorhandene Daten 2018, 
2020 
Daten in Be-
schaffung 
2022 
Daten in 
Planung 
Kurzbeschreibung 
 nDOM – normalbasiertes di-
gitales Oberflächenmodell 
  aus dem digitalen Geländemodell (DGM) 
und dem bildbasierten digitalen Oberflä-
chenmodell abgeleitete Flächen, die über 
dem Gelände liegen (z.B. zur Unterschei-
dung von bodennaher und hoher Vegeta-
tion) 
 3D-Mesh Ja   
Land NRW TruOpthoPhotos 2019   WMS-Dienst, Beschaffung der Bilddaten 
möglich 
 TruOpthoPhotos 2021  2023, alle 
ungeraden 
Jahre 
WMS-Dienst, Beschaffung der Bilddaten 
möglich 
 Copernikusdaten des Landes 
NRW (Landcover-Daten) 
  WMS-Dienst zur Landbedeckung und 
Landnutzung, ständig aktualisiert nach 
Prozessierung durch Land NRW 
Abhängig vom Analysezweck können die 
Daten schnelle Informationen zur Landbe-
deckung geben, die aber nur niedrig auf-
gelöst zur Verfügung stehen 
 
 
Aus den oben zusammengestellten vorhandenen Datenbeständen lassen sich im Sinne der Identifi-
zierung von Entsiegelungsflächen die verschiedensten Analysen durchführen: 
 
1. Beschreibung von Entsiegelungsklassen nach dem NDVI-Wert als Ergebnis einer „Trainingsaus-
wertung“ in einer Geodatenbank 
2. Auswertung der Flächen nach diesen Klassifizierungen 
3. Auswertung der Flächen nach bestimmten Nutzungsarten aus dem ALKIS-OK

4 
 
4. Verschneidung dieser gewonnenen Identifikatoren mit öffentlichem/Privatem Eigentum (städti-
sches Eigentum, ausdifferenziert nach verschiedenen tatsächlichen Nutzungen) 
5. Auswertung dieser Informationen nach statistischen Abgrenzungen (Stadtgebiet, Stadtteil, Stadt-
bezirk) 
6. Auswertung der Informationen nach Dienststellen-Zuständigkeiten für die Flächenergebnisse 
(Auswertung des Lagerbuches) 
7. Liegen Befliegungszeitreihen vor (z.B. TrueOrthoPhotos mit RGBI-Kanal) aus mehreren Jahren, 
lassen sich über ChangeDetection-Verfahren die Entwicklung der Versiegelungsgrade im Kölner 
Stadtgebiet feststellen. 
 
Vorhandene Expertise 
 
In einem Projekt mit der StEB zur Ermittlung des unterschiedlichen Versiegelungsgrades von Grund-
stücksflächen für die Niederschlagswasser-Gebührenerhebung möchte die StEB mit Hilfe des Fraun-
hofer Instituts und der Fa. Hexagon eine KI-basierte Methode zukunftsfähig etablieren.  
Grundsätzlich stehen zur flächendeckenden Abgrenzung und Klassifizierung versiegelter Flächen 
(nach Definition der StEB) auf der Basis von Luftbildern Verfahren der klassischen Bildbearbeitung 
zur Verfügung. Besondere Probleme bei der Erkennung sind dabei aber insbesondere Schattenwurf, 
Überdeckung durch Vegetation, Dachüberstände, etc.. 
 
Das Liegenschaftsamt wurde beauftragt, versiegelte Flächen aus den zuvor genannten Daten zu 
identifizieren. Dazu wurden umfangreiche Tests und Machbarkeitsstudien durchgeführt und dokumen-
tiert. 
Unter Verwendung von Analysetools (FME) wird mit den verschiedenen Ausgangsdaten ein Workflow 
zur Ermittlung von Klassen auf der Erdoberfläche entwickelt.  
Da die Klassifizierung der Erdoberfläche je Flurstück von Interesse ist, wird jedes Flurstück im Work-
flow einzeln betrachtet. Für jedes Flurstück werden die jeweils unterschiedlichen Klassen ermittelt, 
vektorisiert und generalisiert. Anschließend werden die absoluten und prozentualen Anteile der jewei-
ligen Klassen je Flurstück ermittelt und ausgegeben. Es ist ebenfalls möglich, die flurstücksscharfen 
und klassifizierten Teilflächen je Flurstück zu exportieren.  
 
Klassen-Definition 
Das Ziel ist, eine erste Klassifizierung zu erzeugen, die zumindest die folgenden Klassen mit einer 
sehr hohen Erkennungsquote ermittelt: 
 bodennahe Vegetation (nicht versiegelt) 
 höhere Vegetation (Bäume, Büsche, etc. – nicht versiegelt) 
 versiegelter Boden (Straße, Terrassen, etc.) 
 Gebäude (versiegelt) 
 Wasser 
 
Nutzung des Normalized Difference Vegetation Index (NDVI) 
Als Ausgangsprodukt wird das True DOP 2020 verwendet, in dem mittels Nachinfrarot-Kanal (NIR) 
und Rot-Kanal (Red) der NDVI für jedes Bildpixel ermittelt wird. Der NDVI liegt per Definition zwi-
schen -1 und 1 und ermöglicht eine robuste Abschätzung, ob es sich im Bild um Vegetation, keine 
Vegetation oder Gewässer handelt. Der NDVI ist bei sehr stark reflektierenden Flächen jedoch nicht 
sehr zuverlässig. Dies können z.B. Dachfenster oder verglaste Terrassenüberdachungen sein, die 
zum Zeitpunkt der Befliegung durch den jeweiligen Sonnenstand eine starke Reflexion aufweisen. 
Hinzu kommen die langen Trockenzeiten der letzten Jahre, wodurch die Vegetation beschädigt 
wurde. Dies schränkt die Aussagekraft des NDVI ebenfalls ein.  
𝑁𝐷𝑉𝐼 = 𝑁𝐼𝑅 − 𝑅𝑒𝑑
𝑁𝐼𝑅 + 𝑅𝑒𝑑 
Durch die eigene Analyse der True DOP werden die folgenden Wertebereiche verwendet, um zwi-
schen Wasser, keiner Vegetation und Vegetation zu unterscheiden: 
 
NDVI Art der Erdoberfläche

5 
 
≥ -1 und ≤ -0,2 Wasser 
> -0,2 und ≤ 0,3 Keine Vegetation 
> 0,3 und ≤ 1 Vegetation 
 
Durch die Verwendung weiterer Daten können die Schwachstellen des NDVI reduziert werden. Denn 
um eine tiefere Klassifizierung zu erhalten und die Ergebnisse aus der NDVI-Auswertung zu validie-
ren, werden Daten aus dem amtlichen Liegenschaftskataster und aus Höhenmodellen verwendet. 
 
Höhenmodelle 
Zur weiteren Unterstützung werden das digitale Geländemodell (DGM) und das bildbasierte digitale 
Oberflächenmodell (bDOM) verwendet, um ein normbasiertes digitales Oberflächen-modell (nDOM) 
zu berechnen. Hiermit kann zwischen bodennaher und hoher Vegetation unterschieden werden.  
 
ALKIS-Daten 
Die Daten aus dem amtlichen Liegenschaftskataster wurden im Vorhinein gesichtet und auf Objekte 
eingeschränkt, die in ihrer Lage sehr gut erfasst sind und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit den Zu-
stand der Versieglung widerspiegeln. Hierbei werden die folgenden ALKIS-Objekte aus den Gebäu-
den, Bauwerken und der tatsächlichen Nutzung ausgewählt und in die jeweilige Klasse eingeteilt: 
 
ALKIS-Ken-
nung ALKIS-Objektart Typ Schlüssel Objekt  Klasse  
31001 AX_Gebäude - - alle oberirdischen Gebäude Objekt_versiegelt 
42006 AX_Weg FKT 
5210 Fahrw eg 
Boden_versiegelt 
5211 Hauptw irtschaftsweg 
5212 Wirtschaftsweg 
5220 Fußw eg 
5240 Radw eg 
5250 Rad- und Fußw eg 
44006 AX_StehendesGewässer FKT 8610 See Wasser 8620 Teich 
51006 
AX_Bauw erk oder Anlage-
für Sport Freizeit und Er-
holung 
BWF 
1410 Spielfeld Boden_versiegelt 1411 Hartplatz 
1412 Rasenplatz Wiese 
1420 Rennbahn, Laufbahn, Geläuf Boden_versiegelt 
1450 Schw immbecken Wasser 
51009 AX_Sonstiges Bauw erk o-
der Sonstige Einrichtung BWF 
1610 Überdachung Objekt_versiegelt 1611 Carport 
1620 Treppe 
Boden_versiegelt 1650 Rampe 
1670 Terrasse 
53003 AX_WegPfadSteig ART 
1103 Fußw eg 
Boden_versiegelt 
1105 Karren- und Ziehw eg 
1106 Radw eg 
1110 Rad- und Fußw eg 
1111 Skaterstrecke 
53009 AX_Bauw erk im Gew äs-
serbereich BWF 2020 Rückhaltebecken Boden_versiegelt 
55002 AX_Untergeordnetes Ge-
w ässer FKT 1040 Teich Wasser 
 
 
Damit eine übersichtliche Verschneidung durchgeführt werden kann, sind die ALKIS-Objekte nachei-
nander zu verarbeiten. Dafür werden diese nach deren Lagerichtigkeit und Wahrscheinlichkeit priori-
siert, so dass die folgende Reihenfolge entsteht: 
1 Wasser 
2 Boden_versiegelt 
3 Wiese 
4 Objekt_versiegelt 
 
Speziell die Klasse Wasser wird mittels NDVI nicht immer einwandfrei ermittelt, weshalb dort bei Tei-
chen auf die ALKIS-Objekte zurückgegriffen wird.

6 
 
Ergebnis 
Anschließend werden die ermittelten Flächen der Klassen aufbereitet und mit den Flurstücken im 
Testgebiet verschnitten, so dass für jedes Flurstück ein Bericht mit den absoluten und prozentualen 
Anteilen der definierten Klassen erzeugt wird. Zusätzlich werden die betroffenen vektorisierten Flä-
chen ausgegeben, um sich einen Überblick zu verschaffen oder um weitere Analysen durchzuführen. 
 
  
Abbildung 1: Darstellung des Ergebnisses                                    Abbildung 2: Ergebnis-Bericht 
 
Im Umkehrschluss ist daraus auch der mögliche Grad der Entsiegelung bestimmbar. 
Durch Erweiterung des Auswerte-Ansatzes ist das Verfahren auf das gesamte Stadtgebiet zu überta-
gen und liefert stadtweite, Auswertungsbezogene Ergebnisse. Diese Ergebnisse können sowohl für 
private als auch für städtische Flächen differenziert dargestellt werden. 
 
 
Datengrundlagen beim Amt für Stadtentwicklung und Statistik 
 
Beim Amt für Stadtentwicklung und Statistik besteht langjährige Expertise im Bereich Fernerkundung 
und räumliche Analysen. Aus einem durch das Liegenschaftsamt betreuten studentischen Praktikum 
ergab sich eine Bachelorarbeit zum Thema „Ermittlung der Flächenversiegelung im Kölner Stadtge-
biet - Eine GIS-Analyse basierend auf hochaufgelösten Orthophotos und ALKIS-Daten“. Alle Daten 
wurden durch das Liegenschaftsamt bereitgestellt; die Betreuung der Arbeit lag aus organisatorischen 
Gründen beim Amt für Stadtentwicklung.  
 
 
3. Grundlagen Entsiegelungskataster 
 
Auf der Grundlage des Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG, § 5 Entsiegelung) wird in § 1 des 
Landesbodenschutzgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (LbodSchG) unter (1) folgendes vorge-
geben: „Mit Grund und Boden soll sparsam und schonend umgegangen werden, dabei sind Boden-
versiegelungen auf das notwendige Maß zu begrenzen.“ 
 
Ein systematisch aufgebautes Entsiegelungskataster besteht in Köln noch nicht. Dennoch konnten in 
der Vergangenheit einzelne Fläche entsiegelt und anschließend begrünt werden. Zurzeit ist die Ent-
siegelung einer ehemaligen Straße im Äußeren Grüngürtel Abschnitt Kahnweiher in Vorbereitung. Die 
Finanzierung erfolgt über Ersatzgelder nach Landesnaturschutzgesetz NRW.

7 
 
Für eine systematische Aufarbeitung eines Entsiegelungskatasters für öffentliche Flächen sollten zu-
nächst die vorhandenen GIS-basierten Daten eines Versiegelungskatasters ausgewertet werden. 
Diese gilt es mit den Daten von Überschwemmungsbereichen, topografischen Daten zu Starkregene-
reignissen, Bodenkarten, Ergebniskarten Masterplan Stadtgrün und weiteren abzugleichen, um hie-
raus mögliche Schwerpunktbereiche von Entsiegelungsmaßnahmen darzustellen. 
 
Darauf aufbauend muss ein Abgleich mit den realen Nutzungsstrukturen vor Ort erfolgen, um ein Po-
tenzial für Entsiegelungsmaßnahmen zu ermitteln. Eine große Bedeutung wird hierbei der Datenbe-
stand zu den gewidmeten öffentlichen Straßen- und Platzbereiche haben. Um hier ein tatsächliches 
Entsiegelungspotenzial zu bestimmen, sind ggf. weitergehende politische Beschlüsse erforderlich.  
 
Die somit ermittelten Flächenpotenziale sollen in einem digitalen Kataster erfasst werden. Zurzeit wird 
beim Amt für Landschaftspflege und Grünflächen ein digitales Kompensationsflächenkataster aufge-
baut, das nach heutiger Erkenntnis auch zur Verwaltung der Entsiegelungsflächen verwendet werden 
kann. 
 
Die tatsächliche Entsiegelung der ermittelten Potenzialflächen kann zum einen über städtische Haus-
haltsmittel erfolgen, oder über das Kompensationserfordernis eines Dritten (Straßenbaulastträger, In-
vestoren etc.). 
 
Für den Aufbau eines digitalen Entsiegelungskatasters und vor allem auch für die Umsetzung und tat-
sächliche Entsiegelung der ermittelten Flächen sind Personalressourcen (1 Stelle EG 11) erforderlich, 
die im Stellenplan 2023/24 nicht hinterlegt sind. 
Im Haushalt 2022 sind einmalige Finanzmittel in Höhe von 30.000 € ausgewiesen. 
 
 
4. Ausblick 
 
Die deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und die städtebaulichen Vorgaben des Baugesetzbuches for-
mulieren deutlich das Ziel den Flächenverbrauch durch Versiegelung zu begrenzen. Der Aufbau und 
die Fortschreibung eines Ver- und Entsiegelungskatasters könnte dazu beitragen den tatsächlichen 
Versiegelungsgrad und die Potenziale für Entsiegelungsmaßnahmen für das Kölner Stadtgebiet dar-
zustellen und nachzuhalten. 
 
Grundsätzlich stehen zur flächendeckenden Abgrenzung und Klassifizierung tatsächlich versiegelter 
Flächen GIS-basierte Daten auf der Basis von Luftbildern zur Verfügung. Der Aufbau eines Versiege-
lungs- und eines Entsiegelungskatasters sowie die kontinuierliche Analyse machen eine Koordination 
erforderlich.  
Ein erster Ansatz bildet das Projekt zur Ermittlung des unterschiedlichen Versiegelungsgrades von 
privaten Grundstücksflächen für die Niederschlagswasser-Gebührenerhebung, das in Zusammenar-
beit mit dem Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster und den Stadtentwässerungsbetrie-
ben (StEB) aktuell angegangen wird. Ziel ist es, mit Unterstützung des Fraunhofer Instituts und der 
Fa. Hexagon, dieses Projekt auf der Grundlage einer KI-basierte Methode zukunftsfähig zu etablie-
ren. (KI = künstliche Intelligenz). Das Liegenschaftsamt wurde in diesem Zusammenhang beauftragt 
die versiegelten Flächen zu identifizieren. Erste Testverfahren und Machbarkeitsstudien wurden hier-
für durchgeführt und dokumentiert.  
Auf dieser Grundlage könnte ein gesamtstädtisches Versiegelungskataster ausgearbeitet werden, 
das konkrete Auskunft über die tatsächlich versiegelten privaten und öffentlichen Flächen gibt und 
diese Daten kontinuierlich fortschreibt. Hierfür müssten die Erkenntnisse und Datenbestände aus dem 
og. Projekt mit den Stadtentwässerungsbetrieben stadtgebietsweit und flächendeckend aufgearbeitet 
werden. 
 
Auf dieser gesamtstädtischen Grundlage soll dann ein Abgleich mit vorhandenen Daten, z.B. Über-
schwemmungsgebiete, Starkregengefährdungsgebiete, Nutzungsarten usw. durchgeführt werden, 
durch den die Bereiche aufzeigt werden, die im Sinne der Vorsorge vorrangig entsiegelt werden soll-
ten. Diese Potenzialflächen werden dann in einem Entsiegelungskataster erfasst und mit weiterge-
henden Vorgaben, z.B. veränderte Verkehrsbelastung usw. abgeglichen, um hieraus konkrete Flä-
chen für eine Entsiegelung aufzuzeigen. Neben der Erfassung von Potenzialflächen werden auch die

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Flächen im Entsiegelungskataster erfasst und nachgehalten, die bereits entsiegelt werden konnten. 
Eine konkrete Umsetzung der Entsiegelung kann über die Bereitstellung von Haushaltsmitteln, die 
Verwendung von Ersatzgeldern für Eingriffe in Natur und Landschaft oder über die direkte Zuordnung 
zu einem Eingriffsvorhaben (z.B. Straßenbauvorhaben, Bebauungsplan etc.) erfolgen. 
 
Gez. Wolfgramm

Beratungsverlauf (1)

09.06.2022 Bezirksvertretung 5 (Nippes)
TOP 10.2.10 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1332/2022
Typ
Mitteilung BV
Datum
02.06.2022
Erstellt
20.04.2022 14:18