AN/0097/2025
Änderungsantrag der SPD-Fraktion "Benennung von Planstraßen im Baugebiet Leidenhausener Straße"
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Änderungsantrag SPD - Benennung Leidenhausener Straße
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Gleichlautend: Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Rathaus 50667 Köln Frau Bezirksbürgermeisterin Sabine Stiller Friedrich-Ebert-Ufer 64-70 51143 Köln SPD -Fraktion in der Bezirksvertretung Porz Friedrich-Ebert-Ufer 64-70 51143 Köln-Porz fon 0221. 221 97303 fax 0221. 221 97304 mail SPD-BV7@stadt-koeln.de web www.porzspd.de Köln-Porz, 20.02.2025 Änderungsantrag zur Beschlussvorlage 3887/2024 zur Sitzung der Bezirksvertretung Porz am 30.01.2025 hier: Benennung von Planstraßen im Baugebiet Leidenhausener Straße in Köln-Porz-Eil Die Bezirksvertretung Porz beschließt, die Planstraße 1 im südlichen und westlichen Verlauf inklusive der Platzfläche in Sigrid-Volkmann- Str. und die Planstr. 2 im südlichen und westlichen Verlauf inklusive der Platzfläche in Orna-Porat-Straße zu benennen und jeweils ein Legendenschild anzubringen. Begründung: Grundsätzlich soll zukünftig bei der Benennung von Straßen und Plätzen darauf geachtet werden, dass mittelfristig insgesamt ein ausgewogenes Zahlenverhältnis von männlichen und weiblichen Straßennamen erreicht wird. Darüber hinaus ist es geboten, auch Angehörige verschiedener Konfessionen zu berücksichtigen. Die Benennung von Straßen nach früheren Gewannennamen dagegen greifen auf historische Relikte zurück. Sie erinnern wegen der kleinen und kleinsten Felder an die Verarmung der bäuerlichen Gesellschaft früherer Jahrhunderte. Mit der Benennung einer Straße nach Orna Porat aber wird eine Frau anerkannt, die nach Israel ausgewandert ist und die wie viele der auf Straßenschildern genannten Männer erst nach dem Verlassen des Heimatortes Ruhm erlangt hat. Orna Porat wurde am 6. Juni 1924 in Köln-Kalk als Irene Klein geboren. Im Alter von zehn Jahren zog sie mit ihren Eltern nach Porz, wo sie das Stadtgymnasium, besuchte. Ihr Vater war katholisch, ihre Mutter Protestantin. Sie wurde protestantisch erzogen und ließ sich in der Porzer Lukaskirche konfirmieren.Nach der Schule besorgte sie sich ein Stipendium für die Kölner Schauspielschule, wo sie eine zweijährige Schauspielausbildung absolvierte. Ihr erstes Engagement erhielt sie 1942 am Staatstheater Schleswig, das 1944 aufgrund der Kriegssituation schließen musste. Nachdem der idealistischen jungen Schauspielerin bei Kriegsende das ganze Ausmaß der Nazi-Verbrechen bewusst wurde beschloss sie, Deutschland zu verlassen. Ihr Ausreiseersuchen fällt dem britischen Offizier Joseph Proter in die Hände, der für Irene Klein die Liebe ihres Lebens wurde.Der Jude Joseph Proter, geb. 1918 in Köln und dort wohnhaft in der Lochnerstraße 11 lernte in Schleswig Irene Klein kennen. Sie heirateten und gingen 1947 nach Palästina. Dort wurde der Name Proter hebraisiert in Porat, aus Irene wurde Orna. Sie konvertierte zum Judentum. Es herrscht Krieg in Palästina, und während ihr Mann kämpft, hält Orna sich mit Putz- und Schreibarbeiten über Wasser. Gleichzeitig büffelt sie Hebräisch. Nach nur einem Jahr spielt sie ihre erste Rolle am renommierten Tel Aviver Cameri-Theater in Hebräisch. 1965 gründete sie das „Nationale Kinder- und Jugendtheater“, das seit 1995 ihren Namen trägt. Orna Porat wurde zur gefeierten Schauspielerin, die weltweit Gastspiele gab und in zahlreichen Film- und Fernsehrollen zu sehen war. In Köln war sie 2001 beim Mittelmeer-Filmfestival mit dem Film „Weiße Lügen“ zu sehen.In Israel wurde sie mit vielen Preisen überhäuft, u. a. der höchsten Auszeichnung des Landes, dem „Israel-Preis“. Staatschefin Golda Meir schätzte sie so sehr, dass sie in ihrem Testament verfügte, Orna, die gebürtige Deutsche, solle nach ihrem Tod beim Staatsakt in der Knesset aus ihren Tagebüchern lesen. Trotz vieler Ehrungen blieb Orna ihrer Heimat Porz immer verbunden. Sie hat mehrmals Porz besucht, u. a. in den 70ern z. B. auf Einladung des WDR, der eine Dokumentation über ihr Leben drehte. Zuletzt besuchte sie Köln 2005 auf Einladung des Städtepartnerschaftsverein Köln – Tel Aviv anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. Sie wurde im Rahmen einer Feierstunde im Historischen Rathaus von Bürgermeister Müller empfangen. In der Buchhandlung Ludwig war sie zu einer Lesung eingeladen. In Porz besuchte sie die Stätten ihrer Kindheit und Jugend.Orna Porat starb am 8. August 2015 in Ramat Gan, einem Vorort von Tel Aviv. Die Benennung einer neuen Straße berücksichtigt diese Bürgerin der Stadt Köln und der Partnerstadt Tel Aviv. Die Lebensgeschichte von Orna Porat kennen viele interessierte Bürger. Der Name Orna Porat steht für ein Miteinander der Religionen und ein Engagement für Kinder- und Jugendtheater. Die Benennung einer zweiten Straße im neuen Eiler Baugebiet nach Sigrid Volkmann, erste Gemeindepastorin in der Rheinischen Landeskirche und Pfarrerin in Porz, ehrt nicht nur deren Wirken in ihrem Pfarrbezirk in Eil für die evangelische Bevölkerung in der damals noch katholisch geprägten Kölner Umgebung. Es ehrt auch ihr Engagement für die Leute, die aus Ost- und Mitteldeutschland nach dem 2.Weltkrieg nach Porz gezogen sind und die hier in Porz Aufnahme gefunden haben. Und es ehrt eine behinderte Frau, die sich in der von Männern geprägten Kirche als erste Frau beruflich erfolgreich durchgesetzt hat. Sigrid Volkmann war nicht nur die erste Frau auf einer Pfarrstelle in Porz, sie war erste Pastorin an der Markuskirche, später erste Frau in der rheinischen Kirchenleitung und sie war auch eine Pionierin in ihrem Berufsstand. Ausführliche Darstellungen ihres Werdegangs sind bereits viele zu finden. https://aggb- katalog.de/vufind/Record/dok.32665 https://nwbib.de/990190452150206441 Ihre Berücksichtigung in Eil ist gerade in diesem Veedel wegen der Nähe zur evangelischen Markuskirche und der Erinnerung der Bevölkerung an die „Pastorin“ und deren Wirken beim Aufbau der neuen Stadt Porz mit ihren vielen Zuwanderern zwingend geboten.Denn neben Straßennamen, die an die Herkunft der Zuwanderer erinnern, sollte es auch möglich sein, an diejenige Frau zu erinnern, die den Zuwanderern egal ob evangelsich oder katholisch eine neue Heimat schuf. Jutta Komorowski Fraktionsvorsitzende
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: endgültig abgelehnt
Zur SitzungOrte (3)
- Lochnerstraße 11
- Friedrich-Ebert-Ufer 64
- Leidenhausener Straße
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Details
- Aktenzeichen
- AN/0097/2025
- Typ
- Änderungsantrag nach § 13 der GeschO Rat
- Datum
- 22.01.2025
- Erstellt
- 22.01.2025 07:54