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V/0246/2012

Schulden- und Liquiditätsbericht 2011

Vorlagen 22.03.2012

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Nächste Beratung: Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften, Sitzung am 08.05.2012, TOP 3.1

Berichtsvorlage

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Berichtsvorlage

18284 Zeichen

V/0246/2012 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Finanzen und Beteiligungen 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Schulden- und Liquiditätsbericht 2011 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
08.05.2012 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Bericht 
 
 
Bericht: 
I Schuldenbericht 2011 
Im Rahmen der Vorlage V/0372/1998 beschloss der Haupt - und Finanzausschuss, dass die Ver-
waltung künftig jeweils im zeitlichen Zusammenhang mit der Vorlage der Jahresrechnung in der 
Finanz- und Beteiligungskommission  
 
-  über die im abgelaufenen Rechnungsjahr ergriffenen Maßnahmen und Strategien zur G esamt-
steuerung von Krediten, Zins -, Tilgungs - und Belastung sverläufen (Controlling beim Cash -
Management und Management für Finanzanlagen und Kredite) und  
-  über Ziele, Strategien, geplante Maßnahmen der Gesamtsteuerung für das laufende und für 
kommende Haushaltsjahre  
berichten soll. 
 
Mit dieser Vorlage kommt die Verwaltung diesem Auftrag nach. 
 
1. Schuldensituation der Stadt Münster 
Die Entwicklung des Schuldenstandes und des damit einhergehenden Schuldendienstes ei n-
schließlich der Folgejahre bis zum Jahre 2015 stellt sich nach der derzeitigen Finanzplanung wie 
folgt dar: 
 
Jahr Schulden 
am 31.12.
Bruttokredit-
aufnahmen
Nettokredit-
aufnahmen
Zinsen Tilgung Schulden 
Pro-Kopf
am 31.12.
Schulden- 
dienst Pro-
Kopf
Schulden-
lastindikat
or*
2011 738.418.893 9.859.750 -15.963.063 28.696.579 25.822.813 2.679,87 197,86 11,38
2012 746.746.833 36.001.940 8.327.940 29.000.000 27.674.000 2.710,09 198,73 12,54
2013 755.669.643 38.311.860 8.922.810 28.300.000 29.389.050 2.742,47 202,29 13,46
2014 760.289.663 35.789.060 4.620.020 28.800.000 31.169.040 2.759,24 210,28 11,68
2015 755.373.623 26.992.980 -4.916.040 28.800.000 31.909.020 2.741,40 212,88 11,13
 
 
* Ergibt sich aus der Summe der Zins- und Tilgungsleistungen p. a. im Verhältnis zu den Bruttosteuereinnahmen. 
 
Die im Jahre 2011 dargestellte negative Nettokreditaufnahme führt zu einer Entschuldung.  
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0246/2012 
Auskunft erteilt: 
Herr Deppe 
Ruf: 
492 20 20 
E-Mail: 
Deppe@stadt-muenster.de 
Datum: 
10.04.2012 
Öffentliche Berichtsvorlage

2 
V/0246/2012 
 
 
Der Schuldenstand hat sich von Ende 20 02 mit 561,2 Mio. € bis Ende 2011 auf 738,4 Mio. € um 
31,6 % erhöht. Im Vergleich dazu stieg die Verschuldung im Zeitraum von Ende 1992 (210,5 Mio. 
€) bis Ende 2001 (493,7 Mio. €) um 134,5 %. 
Der Schuldendienst stieg von 1992 bis 2001 von 27,2 Mio. € auf 3 9,2 Mio. € und somit um rd. 
44,2 %. Im Zeitraum von 2002 bis 2011 stieg der Schuldendienst um 29 %. 
Nach der aktuellen Finanzplanung 2012 bis 2015 wird sich der Schuldenstand voraussichtlich auf 
rd. 755 Mio. € erhöhen.  
 
In der Anlage 1 ist die Gesamtversc huldung der kreisfreien Städte in NRW pro Kopf für das Jahr 
2010 dargestellt. Unter Gesamtverschuldung sind alle Kernhaushalte (einschl. Kassenkredite), 
alle Sonderrechnungen sowie die sonstigen Einrichtungen in öffentlich -rechtlicher Form zusa m-
mengefasst. 
 
Danach belegt  Münster mit 2.845,41 € pro Kopf den viert niedrigsten Platz der kreisfreien Städte 
in NRW. Die pro Kopf Verschuldung in NRW liegt bei 3.182,64 €. 
 
 
2. Strategische Ausrichtung des Zinsmanagements 
Im Rahmen des städtischen Schuldenmanagements werden verschiedene Instrumente ei nes 
aktiven Zinsmanagements eingesetzt (2.1 – 2.4). Mit den einzelnen Instrumenten wird das Ziel 
verfolgt, unterschiedliche Marktsituationen so zu nutzen, dass die Zinsausgaben b e-
grenzt/minimiert werden. Dazu gehört auch, Strukturen zu schaffen, die ein fl exibles Reagieren 
auf sich ändernde Marktbedingungen zulassen. Dabei soll nicht übersehen werden, dass in jeder 
Finanzierungsform Risiken liegen. Um diese Risiken zu streuen oder zu begrenzen, wurde mit 
der Vorlage 338/01 festgelegt, dass mindestens 70 % d es gesamten Schuldenbestandes aus 
festverzinslichen Krediten (Kommunalkredit auf dem Europäischen Markt, zinsgünstige Kredite 
von der KfW/EIB) bestehen; für den Kreditbestand dürfen darüber hinaus für maximal 15 % Zin s-
sicherungsinstrumente angewendet werden sowie für max. 15 % in Schweizer-Franken Darlehen 
aufgenommen werden.  
 
 
2.1 Zinssicherungen 
Mit der ersten Vorlage zum Schuldenmanagement im Jahre 1998 wurden seinerzeit Zinssich e-
rungsinstrumente/Derivate vorgestellt. Dieses Thema wurde im Rahmen der Fi nanzkommission 
im Jahre 1999 durch eine entsprechende Fortbildungs - und Informationsveranstaltung vertieft. 
Die nachfolgenden Gespräche mit der Finanzkommission und Vertretern der Fraktionen führten 
dazu, dass die Verwaltung den Einstieg in das Geschäftsfe ld der „Zinssicherungsinstrumente“ 
unternahm.  
 
Um dieses Feld weiter zu optimieren, wurden mit mehreren Kreditinstituten Gespräche geführt. 
Die Ergebnisse aus diesen Kontakten wurden der Finanz - und Beteiligungskommission in der 
nichtöffentlichen Vorlage Nr. 960/2002 am 06.11.02 vorgestellt. Die Stadt hat im Nachhinein mit 
einem Kreditinstitut einen Vertrag geschlossen; danach erfolgt eine Unterstützung der Stadt im 
Schuldenmanagement durch regelmäßige Portfolioanalysen sowie Beratungsgespräche. Im Ja h-
re 2006 erfolgte eine erneute Ausschreibung der Beratungsleistung. Aufgrund der Angebote wur-
de das bisherige Institut wieder mit der Beratung beauftragt. 
 
Erstmalig ist ab 2005 in die Haushaltssatzung folgender Passus aufgenommen worden:  
 
Die Verwaltung wird ermächtigt, im Rahmen der Kreditfinanzierung im laufenden Haushaltsjahr er-
gänzende Verträge zur Optimierung der Zinsstruktur und zur Begrenzung von Zinsänderungsrisiken 
abschließen (z. B. Derivate) . Dabei wird das Vertragsvolumen im Bereich der Fremdwährun g 
(Schweizer Franken) auf 15 % und der variablen Abschlüsse - insoweit sie nicht abgesichert sind – 
auf 30 % des Schuldenstandes zum Jahresende begrenzt.

3 
V/0246/2012 
 
 
Im Folgenden werden Auszüge aus den bisher getätigten Geschäften dargestellt. 
 
2.2 Aufnahmen von Darlehen auf dem Schweizer Kapitalmarkt 
Zum 31.12.2011 belief sich das Verschuldungsvolumen der in Schweizer Franken aufgenomm e-
nen Kredite bewertet mit einem Kurs (Bilanz) von 1,2104 CHF pro Euro auf rd. 91,7 Mio. € und 
somit auf 12,42 % gemessen am Schuldenstand zum Ende des Jahres 2011. 
 
Die Stadt Münster hat sieben Einzelkredite in der Fremdwährung Schweizer Franken. Der let zte 
Kredit/Derivat läuft ohne Prolongation im Jahre 2043 aus. Gege nüber der Kreditaufnahme auf 
dem Deutschen Kapitalmarkt besteht zz. e in kumulierter Zinsvorteil (seit 2001) von 13,9 Mio. €. 
Für das Jahr 2011 wurde ein Vorteil in Höhe von 87 T € erzielt. 
Der Break -Even-Point1 über alle noch bestehenden CHF Kredite liegt Ende 2011 bei 1,396 
CHF/€.  
 
D. h., würden alle zukünftigen Zahlungsströme der bestehenden Fremdwährungskredite zum 
Kurs von 1,39 CHF/EUR getauscht, entsteht gegenüber der alternativen Finanzierung in Euro 
weder ein Vor- noch Nachteil. Bei einem Tauschkurs von 1,30 (1,25) CHF/EUR entsteht ein Ve r-
lust von rd. 5,5 (12,3) Mio. €. 
 
Der bisher tiefste Schlusskurs konnte am 10.08.2011 mit 1,03 CHF/EUR festgestellt werden.  
Der aktuelle Kurs (Stand: 22.03.2012) beläuft sich auf 1,2056 CHF /EUR. 
 
2.3 Variable Verzinsung 
Receiver Swap 
Beim Receiver Swap werden auf Basis eines Grundgeschäftes (klassischer Kommunalkredit mit 
einem festverzinslichen Zinssatz) Zinszahlungsströme ausgetauscht, so dass letztendlich die 
zugrunde liegende Verzinsung variabel ist und sich alle 3 oder 6 Monate an der Entwicklung e i-
nes Indexes/Zinssatz anpasst. Der Vorteil liegt darin, dass die Differenz zwischen kurz- und lang-
fristigem Zinssatz eingespart wird. Das Risiko bei diesem Swap liegt darin, dass die kurzfristigen 
Zinssätze über den Zinssatz steigen können, der zum Abschlusstag für einen Kommunalkredit 
gleicher Laufzeit hätte aufgewendet werden müssen. 
 
In dieses Segment hat die Stadt Münster rd. 18,8 Mio. € investiert. Es wurden Einnahmen in H ö-
he von rd. 167 T € erzielt. 
 
Zinszahlung in Abhängigkeit der Entwicklung von Referenzzinssätzen 
Um gegenüber dem klassischen Kommunalkredit Zinsvorteile zu generie ren, ist die Stadt bereit, 
in Abhängigkeit von der Höhe der Differenz zwischen dem 10 -Jahreszinssatz und dem 2 - Jah-
reszinssatz eine Verzinsung zu zahlen.  
 
Sollte die Differenz aus 10 -Jahressatz und 2 -Jahressatz über dem fixierten Wert liegen, hat die 
Stadt Vorteile, liegt die Differenz innerhalb einer vorgegebenen Bandbereite hat die Stadt weder 
Vor- noch Nachteile, wird allerdings eine definierte Größe unterschritten, entstehen Nachteile für 
die Stadt. 
 
In derartige Instrumente hat die Stadt rd. 28,4 Mio.  € investiert. In 2011 konnten Vorteile in rd. 
105 T € erzielt werden. 
 
                                                
1 Break Even Point bezeichnet den Kurs, bei der die Vorteilhaftigkeit der Aufnahme in Schweizer Franken 
gegenüber der Aufnahme am Euro Kapitalmarkt ungünstiger wird.

4 
V/0246/2012 
 
Variable Verzinsung ohne Absicherung 
Aufgrund der niedrigeren Euribor Zinssätze und der hohen Differenz zu den Zinssätzen mit  lä n-
geren Laufzeiten hat die Stadt Kredite mit variabler  Verzinsung aufgenommen. Die Verzinsung 
ist gekoppelt an dem 6-Monats Euribor.  
An Einsparungen sind rd. 211 T € erzielt worden, bei einem Kreditvolumen von 19,7 Mio. €. 
 
2.4 Festverzinsliche Absicherungen 
Forward Payer Swap  
Um das günstige Zinsniveau zu n utzen, wurden für Kredite, die erst in der Zukunft zur Zinsa n-
passung anstehen, Swap-Vereinbarungen (Stadt zahlt einen Festzins und erhält einen variablen 
Zinssatz) getroffen. Das Risiko liegt darin, dass die zukünftigen Zinssätze unter dem ausgeha n-
delten Forwardzinssatz liegen und die Stadt Münster somit nicht an dem niedrigeren Zinsniveau 
partizipieren kann. 
 
Ein Geschäft konnte in 2011 mit einer Einnahme in Höhe von 303 T € aufgelöst werden. 
 
Payer Swap mit Gläubigerkündigungsrecht bzw. Wandlungsrecht 
Zu der grundlegenden Ausgestaltung eines Payer Swaps wird dem Gläubiger das Recht eing e-
räumt, zu einem definie rten Tag in der Zukunft einen Swap ohne Ausgleichszahlung aufzulösen 
bzw. in eine variable Verzinsung zu wandeln. Dieses Recht ist werthaltig und reduziert den zu 
zahlenden Zinssatz. 
 
Hier ergibt sich ein Vorteil für 2011 in Höhe von rd. 718 T €. 
 
 
Insgesamt stellt sich das Jahr 2011 positiv dar und schließt mit einem Vorteil von rd. 2,16  Mio. € 
gegenüber der klassischen passiven Schuldensteuerung ab. Der durchschnittliche Zinssatz belief 
sich im Jahre 2011 auf 3,85 % (Vorjahr: 3,53 %). Unter Beibehaltung der aktuellen Tilgungshöhe 
und unterstellt, es werden keine neuen Kredite aufgenommen, wäre in 28 Jahren die Stadt Müns-
ter schuldenfrei. 
 
Gesamtübersicht Historie
2011 im Verhältnis CHF Eur ggü. Ans.
 in € zum HH Ans. T € T €  %
Schuldenstand 738.418.893 2011 88 2.074 7,18%
Zinsvorteil 2010 883 4.586 18,29%
CHF- Markt 87.827 0,29% 2009 929 3.334 14,26%
Eur - Markt 2.074.421 6,89% 2008 1.099 1.930 9,96%
Gesamtvorteil 2.162.248 7,18% 2007 3.049 -147 8,83%
2006 2.390 2.714 18,46%
Limitauslastung bezogen auf den Schuldenstand 2005 1.248 2.203 12,01%
variabel 49.312.952 6,68% 2004 1.443 1.513 10,02%
CHF 91.688.217 12,42% 2003 1.386 389 6,32%
139,6000 CHF/EUR 2002 1.030 378 4,13%
2000-2001 314 668
Gesamt 13.859 19.644 33.503
Schuldenportfolio Dezember 2011
Break even 
 
 
 
II Liquiditätsbericht 
1. Liquiditätskredite und Schweizer Franken (CHF) 
Liquiditätskredite (früher Kassenkredite) in CHF werden bereits seit 2001 von der Stadtkasse 
Münster als zinsgünstiges Finanzierungsinstrument eingesetzt. Höchs tstand waren umgerechnet 
60 Mio. €, die in den Jahren 2004 bis 2006 getilgt wu rden. Erst Anfang 2010 wurden wieder zwei

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V/0246/2012 
 
Liquiditätskredite in CHF über umgerechnet etwa 30 Mio.  € aufgenommen. Bei den Kreditau f-
nahmen wurde davon ausgegangen, dass die Stadtkas se längerfristig einen Grundkred itbedarf 
haben wird, der durch diese Kredite abgedeckt werden soll. 
 
Der Wechselkurs belief sich bei der Kreditaufnahme auf 1,47 bzw. 1,43 €/CHF. Zum 31.12.2011 
lag der Wechselkurs bei 1,22 €/CHF. Hätte die Absicht bestanden , Ende 2011 die Kredite zu ti l-
gen, so wären bei diesem Wechselkurs etwa 35,6 Mio. € fällig gewesen.  
 
 
2. Kreditbedarf in 2010 und 2011 
Die nachstehende Grafik zeigt die Kassenliquidität 2010 bzw. 2011 einschließlich der Liquidität s-
kredite in CHF (obere Ku rve) sowie der Liquidität, wie sie ohne Kred ite gewesen wäre (untere 
Kurve). Die Liquiditätskredite in CHF selbst sind durch die gestrichelte Line dargestellt. Die Da r-
stellung ist etwas geglättet, da wegen einer be sseren Übersichtlichkeit die Daten in 10 -Tages-
Schritten zugrunde gelegt wurden. 
 
Kassenliquidität 2010/2011
-100,00 
-80,00 
-60,00 
-40,00 
-20,00 
0,00
20,00
40,00
60,00
80,00
100,00
120,00
01.01.10
01.02.10
01.03.10
01.04.10
01.05.10
01.06.10
01.07.10
01.08.10
01.09.10
01.10.10
01.11.10
01.12.10
01.01.11
01.02.11
01.03.11
01.04.11
01.05.11
01.06.11
01.07.11
01.08.11
01.09.11
01.10.11
01.11.11
01.12.11
Mio.€
tatsächlich vorhandene Liquidität
CHF-Liquiditätskredit
Liquidität ohne CHF-Kredit
 
 
Die Grafik lässt erkennen, dass in 2010 die Liquiditätskredite in CHF dazu geführt  haben, dass 
bis Oktober im Wesentlichen nur in geringem Maße zusätzlicher kurzfristiger Kreditbedarf b e-
stand, der über Mittel aus dem sog. „Cash -Pooling“ mit einigen Toc htergesellschaften gedeckt 
werden konnte. Vom 01.10 – 15.11. wurde jedoch ein weiterer Liquiditätskredit über 15 Mio. € (in 
EURO) aufgenommen.  
 
In 2011 hat sich die Liquiditätssituation zun ächst aufgrund relativ hoher Einna hmen an den 
Hauptsteuerterminen (15.02.; 15.05.; 15.08.) erheblich verbessert; im 4. Quartal hingegen lagen 
die Einnahmen nur noch auf Vorjahresniveau. Neben den CHF -Krediten waren aber nur für rel a-
tiv kurze Zeit im Novemb er weitere Mittel zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit erforde r-
lich.

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V/0246/2012 
 
3. Ausblick auf den Kreditbedarf in 2012 
 
Kassenliquidität 2012 / 1. Halbjahr
(ab 15.03.2012 Plandaten)
-100,00 
-80,00 
-60,00 
-40,00 
-20,00 
0,00
20,00
40,00
60,00
80,00
100,00
120,00
01.01.2012
15.01.2012
29.01.2012
12.02.2012
26.02.2012
11.03.2012
25.03.2012
08.04.2012
22.04.2012
06.05.2012
20.05.2012
03.06.2012
17.06.2012
01.07.2012
15.07.2012
29.07.2012
12.08.2012
26.08.2012
09.09.2012
23.09.2012
07.10.2012
21.10.2012
04.11.2012
18.11.2012
02.12.2012
16.12.2012
30.12.2012
Mio.€
vorhandene Liquidität
CHF-Liquiditätskredit
Liquidität ohne CHF-Kredit
 
 
Der negative Trend ab dem 4. Quartal 2011 hat sich leider in 2012 fortgesetzt. Vom 01.02. bis 
15.02. 2012 wurden zusätzlich zu den CH F-Krediten Mittel in Höhe von 15 Mio. € aufgenommen 
und ab dem 15.03.2012  können bis zum nächste n Hauptsteuertermin am 15.05.2012 nach dem 
Planungstand von Mitte März wieder weitere Liquiditätskredite bis zu einer Höhe von etwa 30  
Mio. € erforderlich werden. Danach dürfte nach einer kurzfristigen Liquiditätserholung aufgrund 
des 2. Hauptsteuertermins der Bedarf an Krediten zur Sicherstellung der Liquidität wieder anste i-
gen. Die Vorausschau geht von insgesamt über 70 Mio.  € zur Jahresmitte aus; Tendenz ste i-
gend. Aufgrund der erheblichen Planungsunsicherheit, die insbesond ere auf die hohe Volatilität 
der Gewerbesteuerzu- und -abflüsse zurückzuführen ist, kann eine Vorausplanung der Liquidität 
jenseits von 3 Monaten nicht seriös erstellt werden. 
 
Die bei der Au fnahme der CHF -Liquiditätskredite getroffene Annahme eines längerfristig daue r-
haften Kreditgrundbedarfes ist - - mit Ausnahme der finanzstarken M onate März – September 
2011 - eingetreten; für die Zukunft werden weitere Liquid itätslücken erwartet. Erkennbar wird 
auch, dass der in der Haushaltssatzung festg elegte Höchstbetrag der Liquiditätskredite von 125 
Mio. € bei der Fortsetzung des Trends möglicherweise nicht mehr dauerhaft ausreichen wird. 
 
 
4. Finanzielle Auswirkungen der CHF-Liquditätskredite 
Ausschlaggebend für eine Verschuldung in CHF sind die geringen Zinskosten. In 2010 sind für 
die Liquiditätskredite in CHF rd. 98 T€ an Zinsen gezahlt worden, für entsprechende EURO -
Kredite wären etwa 260 T€ erforderlich gewesen. Die Anlage des Geldes in den Zeiten,  in denen 
die Liquidität nicht benötigt wurde, erbrachte Habenzinsen von rd. 90 T€. 
 
2011 sind für die Liquiditätskredite Zinsen in Höhe von rd. 142 T€ angefallen; für Kredit in € hä t-
ten alternativ rd. 489 T€ aufgebracht werden müssen. Darüber hinaus sind in den Zeiten, in d e-
nen die Liquidität der Stadtkasse z.B. wegen der vierteljäh rlichen Steuertermine ausgereicht hat,

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V/0246/2012 
 
die über die Kredite erlangten Mittel verzin slich angelegt worden. Der Zinsertrag belief sich in 
2011 auf rd. 341 T€.  
 
Das Niveau der Sol lzinsen für die Liquiditätskredite in CHF lag bei durchschnittlich etwa 0,5 %, 
bei einer temporären Anlage in EURO hingegen lag der Habenzins im Berichtszeitraum zwischen 
0,75 und 1,6  %. Diese Differenz ist begründet in der u nterschiedlichen Zinspolitik vo n SNB 
(Schweizer Nationalbank) und EZB und der unterschiedl ichen Liquiditätslage in der Schweiz und 
im EURO-Raum. 
 
Die dramatische und von keinem vorhergesehene Änderung des Wechselkurses von 1,68 €/CHF 
in 2007 auf fast 1,0 €/CHF in 2011 bzw. 1,2 €/CHF Anfang 2012 erhöht zwar buc hhalterisch den 
Verschuldensstand, wirkt sich aber monetär so lange nicht aus, wie die Kred ite nicht real zurück-
gezahlt werden. Angesichts des bisherigen L iquiditätsbedarfes und der Liquiditätsprognose im 
beschlossenen Finanzplan des Haushaltes 2012 (Spalte 34) wird auch nicht davon auszugehen 
sein, dass in den nächsten Jahren sich die Liquiditä tssituation der Stadt Münster entscheidend 
verbessert. Daher ist es finanziell vorteilhaft, das unterschiedliche Zinsniveau zu nutzen und d a-
mit den Haushalt real jährlich in 6-stelliger Höhe zu entlasten. 
 
I. V. 
 
gez. 
 
Reinkemeier 
Stadtkämmerer 
 
 
Anlage: 
Verschuldung kreisfreier Städte 2010 pro Kopf

8 
V/0246/2012 
 
Anlage 1 
 
 
Gesamtverschuldung kreisfreier Städte in NRW pro Kopf
Quelle: it.nrw
0
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
6.000
7.000
8.000
9.000
Düsseldorf
Hamm
Bottrop
Münster
Bielefeld
Leverkusen
Bonn
Krefeld
Gelsenkirchen
Bochum
Dortmund
Herne
Köln
M.-'Gladbach
Essen
Wuppertal
Mülheim
Solingen
Duisburg
Remscheid
Hagen
Oberhausen
NRW

Beratungsverlauf (1)

08.05.2012 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften
TOP 3.1 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
V/0246/2012
Typ
Vorlagen
Datum
22.03.2012
Erstellt
06.10.2020 14:37