V/0820/2010
Zwischenbericht zum gemeinsamen Antrag der SPD-Fraktion, der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, der Fraktion DIE LINKE, der Ratsgruppe UWG/ÖDP und von Herrn Langenfeld A-R/0028/2010 "Ein neues Südbad ist das Ziel"
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Berichtsvorlage
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V/0820/2010 DER OBERBÜRGERMEISTER Sportamt Betrifft Zwischenbericht zum gemeinsamen Antrag der SPD-Fraktion, der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, der Fraktion DIE LINKE, der Ratsgruppe UWG/ÖDP und von Herrn Langenfeld A- R/0028/2010 "Ein neues Südbad ist das Ziel" Beratungsfolge 16.11.2010 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Bericht 18.11.2010 Sportausschuss Bericht Bericht: Mit dem gemeinsamen Ratsantrag „Ein neues Südbad ist das Ziel“ vom 02.03.2010 (Anlage) wird die konzeptionelle und planerische Vorbereitung der Errichtung eines neuen Bades an gleicher Stelle des ehemaligen Südbades durch die Verwaltung beantragt. Zur Klärung der baulichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen soll von der Verwaltung eine Machbarkeitsstudie mit um- fangreichen Zielsetzungen erstellt werden. Schulen, Hochschulen, Sportvereine, weitere Nutzer- gruppen, Organisationen zur Förderung der Gesundheit sowie der Schwimmverein Südbad e.V. sollen in geeigneter Form an der Umsetzungsplanung und der Studie beteiligt werden. Ziel des Antrages ist es dabei, so wörtlich, „dass der Rat noch vor Ende 2010 über einen Errichtungsbe- schluss für das neue Südbad entscheiden kann. Darauf aufbauend soll ein Realisierungswettbe- werb für Architektinnen und Architekten folgen, um die Gebäudeplanung zu optimieren.“ Der Antrag wurde vom Rat in seiner Sitzung am 17.03.2010 an den Hauptausschuss verwiesen. Der Hauptausschuss hat den Antrag dann am 09.06.2010 zur weiteren Beratung federführend an den Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen und an den Sportausschuss verwiesen. Entsprechend dem Beschluss des Hauptausschusses vom 09.06.2010 berichtet die Verwaltung im Folgenden über den derzeitigen Bearbeitungsstand. 1. Auftaktgespräch mit einzubindenden städtischen Ämtern Das Sportamt hat zunächst am 01.07.2010 mit den städtischen Ämtern gesprochen, die in ei- nem weiteren Planungs- und Umsetzungsverfahren des Südbadprojektes eingebunden sind. Ergebnis: - Planungsrechtliche, städtebauliche und denkmalpflegerisch-stadtgestalterische As- pekte: Vorlagen-Nr.: V/0820/2010 Auskunft erteilt: Herr Reher Ruf: 492-5220 E-Mail: Reher@stadt-muenster.de Datum: 09.11.2010 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0820/2010 der Standort ist im aktuell rechtskr äftigen Bebauungsplan als Gemeinbedarfsfläche mit der Zweckbestimmung ‚Stadtbad’ (die Art der Nutzung betreffend) bauplanungs- rechtlich gesichert - in den weiteren städtebaulichen Kriterien (insbes. Lage, Baumas- se, Bauhöhe) gilt das Prinzip des Einfügens in den Umgebungscharakter (angren- zende Wohnbebauung); sollten an dem Standort andere Nutzungen als die eines Ba- des ergänzt werden, ist eine Änderung des Bebauungsplanes absehbar erforderlich (Verfahren, neue Abwägung, Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, Zeitschiene); im Falle einer Neuerrichtung eines Bades, welches veränderte funktionale Anforde- rungen und Bauformen gegenüber dem ehem. baulichen Bestand nach sich zöge, ist auf die hochsensible stadträumliche Lage (räumliches Zusammenwirken mit und Ver- längerung der Achse der Gartensiedlung Grüner Grund als eines der hochrangigsten Baudenkmalensembles in Münster) hinzuweisen - die Erarbeitung eines baulich- funktionalen Konzeptes in Form einer Machbarkeitsstudie unterläge insofern einer Reihe von quantitativen und qualitativen städtebaulichen und stadtgestalterischen Rahmenbedingungen - die Lagesensibilität des Standortes ließe mit Blick auf eine künftige bauliche Konkretisierung ein städtebaulich-architektonisches Optimierungs- verfahren als dringlich geboten erscheinen. − Für das neue Hallenbad sind genügend Stellplätze für PKW und Fahrräder auf dem Grundstück anzulegen. Auf die angrenzende Wohnbebauung ist dabei Rücksicht zu nehmen. Im Zuge der Bauantragstellung ist ein Brandschutzkonzept vorzulegen. − Das Grundstück ist über bestehende Entwässerungsanlagen (Schmutz- und Regenwasserkanäle) erschlossen; daher bestehen aus entwässerungs-technischer Sicht keine Bedenken gegen das Vorhaben. − Hinsichtlich möglicher Altlasten besteht kein Handlungsbedarf. Eine zukünftige Parkplatznutzung ist aus immissionsschutz-rechtlicher Sicht zu prüfen. Für eine mögliche Unterkellerung sind vorliegende Grundwasserstände zu berücksichtigen. − Ein vorhandener Fernheizkanal der Stadtwerke Münster GmbH auf dem städtischen Grundstück muss u. U. kostenpflichtig verlegt werden. Im Zuge einer Planung zur Bebauung muss ein Bodengutachten gefertigt werden. Der Rettungsweg der Kindertagesstätte am Inselbogen sowie die Lieferzuwegung führte über das Grundstück des ehemaligen Stadtbades Süd und müsste neu angelegt werden. Derzeit besteht eine provisorische Schotterzufahrt an der östlichen Grundstücksgrenze des ehemaligen Südbadgrundstückes, die mit Sperrpfählen gesichert ist. Darüber hinaus teilt das Amt für Immobilienmanagement mit, dass nach erster intensiver Prüfung am alten Standort ein Hallenbad mit einem 50 m-Becken grundsätzlich denkbar ist. Auch scheinen die Stellplatzbedarfe dafür unter Einbeziehung des westlich vorhandenen Parkplatzes realisierbar. Vom Umfang der Nutzungsmöglichkeiten und Angeboten hängt darüber hinaus die Dimension (Ausmaße, Gebäudehöhe, Ausstattung z. B. mit Hubboden, Sprungmöglichkeiten, Tribüne, Kinderbereich etc.) eines neuen Hallenbades und damit dessen Standortverträglichkeit ab. Ein Bad mit Besuchertribüne erfordert eine höhere Anzahl an Stellplätzen, deren Unterbringung auf dem Grundstück ebenerdig nicht möglich ist. Weitergehende und detaillierte Konzeptplanungen können erst nach Festlegung eines abgestimmten Anforderungsprofils auf Grundlage eines Raum- und Funktionsprogramms für ein neues Südbad erfolgen. Zurzeit befinden sich bereits 2 Passivhausbäder als Innovation in Deutschland im Bau (Bädergesellschaft Lünen, geplante Inbetriebnahme Sept. 2011 und Stadtwerke Bamberg, geplante Inbetriebnahme Herbst 2011). Der Mehrkostenaufwand für ein Passivhausbad wird dort derzeit mit mind. 20% (auf Baukosten und Honorare) beziffert. Durch das Passivhausinstitut Darmstadt wurde in 2009 eine Grundlagenuntersuchung „Passivhauskonzept im öffentlichen 3 V/0820/2010 Hallenbad“ erstellt. Beide Projekte sind als Muster- bzw. Forschungsbauvorhaben bereits intensiv gefördert worden, Lünen durch die DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) und Bamberg durch das BMVS (Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung), das Land Bayern und aus ENOB-Mitteln (Energieoptimiertes Bauen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie). Ein mehrjähriges Monitoring wird in beiden Bädern in der Betriebphase durchgeführt, um die Effizienz der getroffenen Annahmen zu verifizieren und ggf. einen neuen Standard zu setzen. Ergebnisse hierzu sind frühestens in 2014 zu erwarten. Inwieweit die Förderung eines dritten Bades realistisch ist, müsste geprüft werden. Die zusätzliche Förderung eines Münsteraner Bades erscheint in diesem Zusammenhang jedoch schwierig. 2. Gespräch mit dem Schwimmverein Südbad e.V. am 24.08.2010 Das Anforderungsprofil des neuen Südbades soll aus Sicht des Vereins sowohl Stadtteil be- zogene, wie auch stadtweite und sogar überregionale Bedarfe unterschiedlichster Art abde- cken. Über die beabsichtigte innovative Konzeption er hofft man sich Impulse für die Finanzierung der Investition und des Betriebes durch die Nutzer und ggf. durch das Land NW. Die viel- schichtige Nutzung des Bades soll, wie es der gemeinsame Antrag auch formuliert, durch An- sprache von Interessenten aus dem Sport-, dem Bildungs- und dem Gesundheitsbereich und deren Bindung als Nutzergruppen an das neue Bad erreicht werden. Optionen für eine Trägerschaft und eine Betreiberform sollen offen geprüft werden. Der Schwimmverein Südbad e.V. selbst kann sich aus seiner heutigen Sicht allenfalls eine Über- nahme der Betriebsführung vorstellen, die mittels Übertragung der Schlüsselgewalt ausgeübt werden könnte. Endgültige Aussagen hierüber kann der Verein erst nach Festlegung eines Nutzungs- und Betreiberkonzepts treffen. 3. Gespräch mit der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) am 05.10.2010 Der politische Antrag sieht in der Einbeziehung der WWU in eine planbare und nachhaltige Nutzungsstruktur einen zentralen Faktor bei der Frage der Realisierbarkeit des Südbadprojek- tes. Das auch im Hinblick auf eine denkbare Beteiligung an den Investitionen und an den Be- triebskosten des neuen Bades. Die Rektorin der WWU, Frau Prof. Dr. Nelles, teilt schriftlich mit, dass sowohl die Sportwissen- schaft wie auch der Hochschulsport grundsätzlich in hohem Maße an einem neuen Südbad in- teressiert seien. Für Fragen der Trägerschaft, der Betreiberform und auch der Finanzierung sei es aus ihrer Sicht noch zu früh. Dazu könnten in einem fortgeschrittenen Planungsstadium Gespräche in Verantwortung des Kanzlers und unter Beteiligung des Hochschulrates geführt werden. In dem Gespräch am 05.10.2010 mit dem ste llvertretenden Leiter des Hochschulsports der WWU und dem Dezernenten für Bauangelegenheiten der WWU sind die Bedarfs- und Versor- gungslagen im Bereich der Sportwissenschaft und des Hochschulsports wie folgt zusammen- gefasst worden: - Die derzeitige Situation in der Lehrerausbildung ist auskömmlich. Auch perspektivisch 4 V/0820/2010 sind sich gravierend verändernde Bedarfe nicht absehbar. Grundsätzlich wird für die Lehrerausbildung kein 50 m-Becken benötigt. - Beim Hochschulwassersport steigt besonders im Gesundheits- und Fitnessbereich die Nachfrage deutlich. Die vorhandenen Angebote in den eigenen und den städtischen Bädern reicht nicht aus. Zu berücksichtigen ist dabei die Verdichtung bei den Nutzungen der städtischen Bäder durch die Vereine. Grundsätzlich ist eine zentrale Schwimmstätte für den Hochschulsport aus organisatorischen Gründen wünschenswert. Ein 50 m-Becken wird für den Hochschulsport nicht benötigt. - Eine Co-Finanzierung eines neuen Bades wird zum jetzigen Zeitpunkt als chancenlos eingeschätzt. Der Fokus des Landes wird klar auf Forschungseinrichtungen bzw. forschungsnahe Einrichtungen gerichtet. Eine Einrichtung, deren Nutzung schwerpunktmäßig im Hochschulsportbereich liegt, würde vor diesem Hintergrund nachrangig behandelt. Auch eine bauliche oder nutzungsbezogene innovative Ausrichtung eines neuen Südbades ändert an dieser Einschätzung nichts. 4. Gespräch mit dem Stadtsportbund Münster e.V. Das Gespräch ist für den 16.11.2010 vorgesehen. Die Verwaltung berichtet über die Ergeb- nisse in der Sitzung des Sportausschusses mündlich. 5. Ein Gespräch mit Vertretern der Schulen Münsters ist ebenfalls noch für 2010 vorgesehen. 6. Ausblick/Weiteres Verfahren Im weiteren Verlauf ist vorgesehen, die Gesprächsinhalte - besonders bezogen auf die Be- darfsaussagen - zu einem „Pflichtenheft“ zu verdichten. Dies ist dann Grundlage für eine Machbarkeitsstudie im Hinblick auf bauliche, finanzielle und technische Belange. Ggf. muss die Verwaltung dazu externe Unterstützung in Anspruch nehmen. Es müssten dann die für 2010 veranschlagten Finanzmittel von 40.000 Euro auch in 2011 zur Verfügung stehen. Aufgrund der komplexen Thematik, die die Einbeziehung vieler Kooperationspartner erfordert, konnte der Auftrag aus dem politischen Antrag, bis Ende 2010 einen Einrichtungsbeschluss vorzubereiten, nicht erfüllt werden. Die Verwaltung wird den politischen Gremien perspekti- visch im ersten Halbjahr 2011 eine entsprechende Beschlussvorlage vorlegen. I. V. gez. Dr. Hanke Stadträtin Anlage Antrag an den Rat Nr. A-R/0028/2010
Anlage zur Vorlage 820_2010_Antrag
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1 02.03.2010 Ratsantrag Antrag an den Rat Nr. A-R/0028/2010 Ein neues Südbad ist das Ziel! Der Rat möge beschließen 1. Durch die Schließung von Hallen- und Freibädern haben sich die Bedingungen für den Schwimmunterricht von Schu len, für die Arbeit der Sportvereine und für alle Mensch en in Münster, die gern schwimmen, erheblich verschlechte rt. Besonders folgenreich war der Abriss des Südbades. 2. Um die eingetretenen Defizite auszugleichen, spr icht sich der Rat der Stadt für den Neubau eines „Bürgerbades Süd bad“ an gleicher Stelle des ehemaligen Bades aus. Eine abschließende Ratsentscheidung erfolgt nach Klärung der Rahmenbedingungen. 3. Die Verwaltung wird daher beauftragt, die Errich tung eines neuen Bades konzeptionell und planerisch vorzuberei ten. Dabei sind Schulen, Sportvereine, die Hochschulen ebenso wie Organisationen zur Förderung der Gesundheit sow ie der gemeinnützige Schwimmverein Südbad e. V. zu beteiligen. 4. Zur Klärung der funktionellen, der baulichen und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für ein neues Ba d wird zunächst eine Machbarkeitsstudie erstellt. Sie soll die konkreten Möglichkeiten am Standort des alten Südba des klären. Dabei ist von folgenden Zielsetzungen auszugehen: 4.1 Vielseitige Nutzbarkeit: Eignung des Bades mit Schwerpunkten auf Schul- und Freizeitschwimmen, Vereins- und Hochschulsport, 4.2 Sparsamkeit bei Bau und Betrieb: „Schlankes“ Raumprogramm, geringe Betriebskosten durch Passivhausstandard, 4.3 Modellprojekt „Solarbad“: Minimaler Energieverb rauch und maximale Ausnutzung solarer Energie, 4.4 Prüfung des Einsatzes von Salzelektrolyse als Reinigungsverfahren, 4.5 Rationelle und kostensparende Bewirtschaftung: Betriebsführung möglichst durch den Verein Bürgerb ad Südbad e.V. und Beteiligung von Schulen, Sportverei nen und anderen Nutzergruppen (ggf. Hochschulen). Die Erfahrungen mit dem Bürgerbad Handorf sind hierbei zu berücksichtigen, 4.6 Mitfinanzierung der Investition durch Anteile D ritter: Einwerbung von Fördermitteln des Landes, Deutschen Umweltstiftung u. a., Beteiligung der Öffentlichkei t (z. B. Bürgerdarlehn), der Wirtschaft und von Investoren. Zur 2 Finanzierung städtischer Anteile ist insbesondere die Einbeziehung städtischer Gesellschaften zu prüfen. 5. Vorschläge für den Untersuchungsumfang und –abla uf etc. der Machbarkeitsstudie legt die Verwaltung vor. An der Ausarbeitung dieser Vorschläge ist der Schwimmverein Südbad e. V. zu be teiligen. Die Ergebnisse der Studie werden im Laufe des Jahres 2010 vorgelegt un d öffentlich präsentiert. Entscheidungen über konkrete Maßnahmen der Planung (Realisierungswettbewerb) trifft der Rat im Anschluss. 6. Die Beratungen im Rat sind im AUB, im Ausschuss für Finanzen, im Schulausschuss und im Sportausschuss vorzubereiten. Die Federführung für das Projekt obliegt dem AUB. 7. Die Anregung des gemeinnützigen Schwimmvereins S üdbad e. V. Nr. 163 vom 20.12. 2009, eine standortbezogene Ermittlung der B edarfe und der Möglichkeiten durch das Sportwissenschaftliche Institut der WWU d urchzuführen zu lassen, ist damit erledigt. Kosten und Finanzierung Es entstehen keine Kosten. Die Machbarkeitsstudie s oll von der Verwaltung erarbeitet werden. Schulen, Vereine und Öffentlichkeit werden gebeten, sich an der Erarbeitung der Studie „ehrenamtlich“ zu beteiligen. Begründung: 1. Ein neues Südbad ist das Ziel! Durch die Schließung von Hallen- und Freibädern ist die Qualität der Freizeit- und Sportangebote in der Stadt erheblich gesunken. Die Investitionen in die verbliebenen Hallen- und Freibäder verbessern die Angebote, sie wiegen aber nicht auf, was zuvor durch Sparpolitik à la Rödl eingespart wurde. Das gilt insbesondere für das Südbad. Durch die Sch ließung und den späteren Abriss des Hallenbades am Inselbogen wurde Schwimmen, Bade n und Planschen nicht nur quantitativ eingeschränkt – der Wegfall des Südbade s brachte qualitative Verschlechterungen: • Schulen aus dem Einzugsbereich müssen, um Schwimmu nterricht und Schwimmen als Sportunterricht anbieten zu können, auf unzumut bar weit entfernte Standorte ausweichen. Die Folgen sind spürbare Einschränkunge n der Angebote und dass immer weniger Kinder bis zum Abschluss ihrer Grunds chulzeit sicher Schwimmen lernen. • Sportvereine müssen für Training und Wettkampf auf ohnehin schmale Angebote in anderen Bädern ausweichen, gleiches gilt für die Re ttungsschwimmerausbildung der DLRG. Die Ausbildung zum Rettungsschwimmer wird zunehmend weniger attraktiv. • Menschen in der gesamten südlichen Innenstadt habe n den kurzen Weg zum Schwimmbad verloren. 3 Nachteilig wirkt sich der Wegfall des Südbades auch auf die Lehrerausbildung durch die WWU und auf den Hochschulsport aus. Die ohnehin begrenzten Kapazitäten der Münsteraner „Bäderlandschaft“ für diese Nachfrage s ind noch weiter zusammengeschmolzen. Schwimmen findet für die Hochs chulen fast nur noch „auf dem Trockenen“ statt. Es rächt sich nun, dass die seinerzeitige Ratsmehrh eit das von Wenzel und Partner in seinem Bädergutachten als Alternative zur Sparversi on vorgelegte angebotsorientierte Konzept für Schwimmen in Münster nicht akzeptiert h at. Es sah vor, das Südbad zu erhalten, zu modernisieren bzw. neu zu bauen und al s Schul-, und Sportbad zu profilieren. Es rächt sich, dass CDU und FDP die An gebote der Initiative „Bürgerbad Südbad“ (heute: gemeinnütziger Schwimmverein Südbad e. V.) für einen einstweiligen Weiterbetrieb des Südbades unter Beteiligung der In itiative ausgeschlagen haben. Ohne Not ausgeschlagen haben, wie das Beispiel des Bürgerbades in Handorf eindeutig zeigt – beim Südbad wollten CDU und FDP n icht auf die bürgerschaftliche Bereitschaft eingehen, Verantwortung zu übernehmen. Die Aufgabenstellung, ein neues Südbad am Standort des ehemaligen Bades zu realisieren, gilt für alle politischen Kräfte in de r Stadt. Sie ergibt sich nicht vorrangig aus rechnerischen Kalkulationen. Wie viel Wasserflä che pro EinwohnerIn in Münster und im Vergleich zu anderen Städten vorhanden ist, trägt nur bedingt als Entscheidungsgrundlage für oder gegen das Projekt b ei. Grundlagen der politischen Entscheidung für ein neues Südbad sind die qualitat iven Verschlechterungen, die Schulen, Vereine und Schwimminteressierte getroffen haben. Die politische Entscheidung für ein neues Südbad soll sicherstelle n, dass Kinder wieder ohne Schwierigkeiten schwimmen lernen, dass Jugendliche in Vereinen wieder ohne Einschränkungen Schwimmsport treiben, dass Senioren sich durch schwimmen fit und gesund halten und dass schwimmbegeisterte Menschen aus dem gesamten Bereich der südlichen Innenstadt wieder zu Fuß oder mit dem Rad zum Bad kommen können. Die gegenwärtige Situation ohne Südbad stellt einen eklatanten Mangel an kommunaler Daseinsvorsorge dar. Begründet wird unsere Entscheidung für ein neues S üdbad zusätzlich durch die Perspektiven, die sich für die Lehrerausbildung der WWU und für den Hochschulsport ergeben könnten. Wissenschaftliche Untersuchungen m achen darauf aufmerksam, dass die sportwissenschaftliche Ausbildung in Münst er bei insgesamt hohem Niveau unter dem Mangel an geeigneten Sportstätten im Bere ich des Schwimmens leidet. Das bundesweite Ranking sieht das sportwissenschaftlich e Institut der WWU nur deshalb nicht ganz vorn, weil ein Bad fehlt. Ein neues Südb ad kann deshalb auch ein wichtiger Zugewinn für die Sportwissenschaften an der WWU sein. Zu beachten sind auch die wachsenden Bedarfe für ge sundheitsorientiertes und therapeutisches Schwimmen und Bewegen im Wasser, vo r allem aus dem Kreis der SeniorInnen. Münster sollte sich als Gesundheitssta dt auch auf diesem Feld mit guten Angeboten qualifizieren. 2. Vielseitige Nutzbarkeit – sparsame Realisierung – Betrieb durch Vereine und Nutzergruppen Zielgruppen für das neue Südbad sind Schulen, Verei ne und die Öffentlichkeit im gesamten Südviertel. Das Raumprogramm für das Bad i st auf diese Bedarfsgruppen auszurichten. Zu berücksichtigen sind auch Nachfrag en aus der wachsenden Bewegung für mehr Gesundheit und für Wohlbefinden. Schwimmen spielt dabei offenbar eine große Rolle. Als künftige Nutzer zu berücksichtigen sind schließlich auch 4 die Hochschulen in der Stadt, die für die Ausbildun g (von LehrerInnen) dringend mehr Schwimmsportmöglichkeiten benötigen. Der Betrieb des Bades soll auch aus Kostengründen s oweit möglich in die Hände von Vereinen und Nutzergruppen gelegt werden. Die Stadt Münster verfügt über große Erfahrungen mit den sog. „Schlüsselgewaltverträgen“, die für Sporthallen mit Vereinen abgeschlossen werden. Diese Erfahrungen lassen sich sicherlich auch auf den Betrieb einer Schwimmhalle übertragen. An der Betriebsführu ng sollten neben dem gemeinnützigen Schwimmverein Südbad e. V und andere n Sportvereinen auch die Schulen und Hochschulen beteiligt werden. 3. Modellprojekt: Passivhausstandard – Nutzung sola rer Energie – Senkung der Betriebskosten Schwimmhallen sind besonders folgenkostenintensive Einrichtungen: Aufwendungen für Aufsichtspersonal (SchwimmmeisterInnen) und für die Kundenbetreuung, für die Wasseraufbereitung (incl. Verbrauch) und für die En ergieversorgung übersteigen bereits nach wenigen Jahren die Investitionskosten. Ziel muss es deshalb sein, das neue Südbad so sparsam wie möglich betreiben zu kön nen. Grundlagen einer effizienten und kostengünstigen Betriebsweise sind bereits bei Beginn der Planung zu legen. Angestrebt wird deshalb ein Bad, das folgende Eigenschaften aufweist: • hoher Wärmedämmstandard des Gebäudes, möglichst Pa ssivbauweise, • Nutzung der Solarenergie durch Kollektoren für di e Wassererwärmung und durch PV, • Wärmerückgewinnung aus dem Brauchwasser sowie • Tageslichtsteuerung zur Begrenzung der Beleuchtung senergie. Geprüft werden soll zudem die Wasserreinigung durch das Salzelektrolyseverfahren. 4. Machbarkeitsstudie zur Vorbereitung konkreter Pl anungen Die Antragsteller gehen davon aus, dass die Machbar keitsstudie von der Verwaltung selbst erarbeitet werden kann. Aufträge an sachvers tändige Dritte sollen aus Kostengründen nur dann vergeben werden, wenn weder die Verwaltung noch die Beteiligten am Planungsprozess über entsprechende I nformationen und Kenntnisse verfügen. Vereine, Schulen, weitere Nutzergruppen und die Öff entlichkeit sollen an der Erarbeitung der Studie in geeigneter Weise beteilig t werden. Erwartet werden Vorschläge für das • Nutzungs- und Raumprogramm für das neue Bad, • Gebäude- und Technikkonzept sowie für das • Betriebskonzept. Erwartet werden auch Lösungsvorschläge für die verk ehrliche Erschließung, hier insbesondere für Busse (Schülerverkehr) und für den Stellplatznachweis (für Fahrräder und PKW). Die Unterlagen sollen auch geeignet sein, um einen 5 Realisierungswettbewerb für das Südbad vorzubereite n. Darauf aufbauend sind die Kosten und der Folgekosten anzugeben sowie Finanzierungsmodelle vorzulegen. Ziel ist es, dass der Rat der Stadt noch vor Ende 2 010 über einen Errichtungsbeschluss für das neue Südbad entscheide n kann. Darauf aufbauend soll ein Realisierungswettbewerb für ArchitektInnen folg en, um die Gebäudeplanung zu optimieren. gez. H: Klas GAL-Fraktion gez. W. Heuer SPD-Fraktion gez. Köhn Fraktion Die Linke gez. G. Kersting Ratsgruppe UWG/ÖDP gez. M. Langenfeld Piraten
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (2)
- Inselbogen
- Grüner Grund
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0820/2010
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 02.11.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37