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2006/0739

Benchmarking 'Hilfen zur Erziehung' Bericht 2005

Magistratsvorlage 16.11.2006

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2006/0739

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2006/0739

4774 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
23.11.2006 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat V  
 
Amt: Sozialverwaltung 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
   
Tagesordnung:  I  II 
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2006/0739 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Benchmarking "Hilfen zur Erziehung" 
Bericht 2005 
 
Vorlage vom: 16.11.2006 
 
Beschlussvorschlag: 
1. Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis. 
2. Der Bericht ist der Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnis zu geben. 
3. Der Bericht ist dem Jugendhilfeausschuss zur Kenntnis zu geben. 
4. Dieser Bericht erscheint zukünftig mit dem Bericht über die jährlichen Fallzahlen Erzieherische 
Hilfen. 
 
 
Anlagen: Bericht_HzE_bundesweit_2005 
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 16.11.2006: 
 
 
Der Magistrat hat mit Beschluss 0053 vom 02.02.2005 entschieden, dass sich die 
Wissenschaftsstadt Darmstadt dem 2005 gegründeten bundesweiten Benchmarkingkreis 
"Hilfen zur Erziehung+" mit dem Ziel anschließt, sich mit anderen Städten zu vergleichen, 
nach dem "Best-Practice-Prinzip" voneinander zu lernen und Hilfen zur Erziehung wirksamer 
und effizienter zu steuern. Der Benchmarkingkreis erweiterte sich 2006 durch Viersen und 
Siegen auf acht Städte.  
 
Das Hinterfragen der Gewährung sozialstaatlicher Dienstleistungen in Beziehung zu 
städterelevanten Kontextindikatoren und die Analyse der damit verbundenen Fallzahlen- und 
Kostenentwicklung ist der eine Teil des Berichtes, der andere dient dem Ausloten von 
Steuerungsmöglichkeiten im Bereich der Hilfen zur Erziehung und der Evaluation ihrer 
Wirksamkeit. 
 
Die wichtigsten Erkenntnisse bzw. Handlungsempfehlungen aus dem ersten 
Benchmarkingbericht: 
 
Ergebnisse:
 
 
1. Die Anzahl der Bezieher von Leistungen nach dem SGB II der Altersgruppe 0 bis 25 
Jahre liegt in Darmstadt signifikant unter dem Mittelwert. Das heißt, dass die 
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Darmstadt gut sind und Kinder und 
Jugendliche anscheinend weniger häufig von der „Infantilisierung der Armut“ (s.  die 
„ZEIT“, 03.08.2006, S.11 ff) betroffen sind (Abb. 1). 
 
2. Im Bereich der Kindertagesbetreuung liegen die Darmstädter Werte für die Betreuung der 
0 – 3 jährigen an erster Stelle der alten Bundesländer.  
 Im Bereich der 6,5 – 14 jährigen liegt Darmstadt im Mittelfeld und im Bereich der Plätze 
für 3 – 6,5 jährige unter dem Mittelwert aller Städte. 
 
3. Darmstadt konnte die HzE+ Fallzahlen im größten Umfang senken (Abb.8) und ist 
gleichzeitig die einzige Stadt auf dem Gebiet der alten Bundesländer, die ihre Fallzahlen 
senken konnte. Als Folge sind die Netto-Gesamtausgaben von 578 Euro auf 538 Euro 
(pro Einwohner der Altersgruppe von 0-21 Jahre) und damit erstmals unter den Mittelwert 
gesunken. Das zeigt, dass die bisher eingeleiteten Steuerungsmaßnahmen wirken und 
erfolgreich umgesetzt worden sind. 
 
4. In Darmstadt nehmen vergleichsweise viele Familien Hilfe zur Erziehung in Anspruch, was 
auf die präventive und frühzeitige Ausrichtung der ambulanten Hilfen hinweist und teure, 
weil spät installierte Maßnahmen verhindert werden. Darmstadt hat nach wie vor den 
höchsten Anteil ambulanter Hilfen (Abb. 11). Das bedeutet, dass der politische und 
fachliche Auftrag „ambulant vor stationär“ weiter konsequent umgesetzt wird. 
 
5. Ein neues Pflegestellenkonzept wurde erarbeitet und soll im ersten Quartal 2007 
umgesetzt werden. Das heißt, Darmstadt hat die Anregungen im Rahmen des 
Benchmarking aufgegriffen und will den Anteil an Vollzeitpflegen im Rahmen der 
stationären Hilfen sukzessive erhöhen (Abb. 12). 
 
 
 
 
 
 
Weiteres Vorgehen:

3 
... 
 
1. Die Datenlage muss verbessert werden. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt 
konnte erneut keine Daten zu den „Schulabgängern ohne Abschluss“ liefern (Abb. 4), da 
das Staatliche Schulamt (Land Hessen) diese Zahlen nicht hatte generieren können. 
 
2.  Die eingeleiteten Steuerungsmaßnahmen werden weiter konsequent umgesetzt. 
 
3. Im Bereich der Hilfen nach §33SGB VIII wird ist eine Konzeption zum Ausbau dieses 
Bereichs  für die Altersgruppe der 5-10jährigen Kinder bereits in konkreter Planung. 
 
4. Der bereits eingeschlagene Weg der intensiven zielorientierten Überprüfung aller 
Hilfeformen und Hilfemodule im Sinne einer effizienten und effektiven 
Leistungserbringung wird weiter verfolgt. 
 
 
 
Darmstadt, 16.11.2006                                           
Dr.M/Ge, Nst.: 13-2519 
 
 
 
Dezernat V 
 
 
 
 
Jochen Partsch 
Stadtrat 
 
 
 
Anlage

anlage 1

192522 Zeichen

Bundesweites Benchmarking 
der Hilfen zur Erziehung+ + 
  
  
 
Kennzahlenvergleich 2005 
6. November 2006  
erste urg 
 
 
 
 
llt von con_sens Hamb

INHALT  
 
1. Vorbemerkung................................................................................................................... ..5 
2.  Zusammenfassung ........................................................................................................... 6 
3. Benchmarking: Zielsetzung, Methodik, Ansatz....................................................................... 10 
4.  Ergebnisse des Kennzahlenvergleichs............................................................................... 13 
4.1  Kontextindikatoren........................................................................................................ 13 
4.1.2 Von Scheidung betroffene Kinder und Jugendliche ...................................................17 
4.1.3  Schulabgänger ohne Abschluss ..............................................................................19 
4.1.4  Kindertagesbetreuung ...........................................................................................20 
4.1.5  Brutto-Gesamtausgaben für den Jugendetat.............................................................23 
4.1.6  Die Kontext-Bedingungen der Städte in der Zusammenschau.....................................25 
4.2  Outputindikatoren.........................................................................................................27 
4.2.1  Dichte der HzE+-Fälle insgesamt............................................................................27 
4.2.2  Stärkung ambulanter Hilfeformen im Leistungsportfolio der Jugendämter.................... 30 
4.2.3.  Stationäre Hilfearrangements: Vollzeitpflege oder Heimunterbringung?........................ 36 
4.3  Inputindikatoren...........................................................................................................40 
4.3.1. Nettoausgaben pro Einwohner (KeZa 30) und Nettoausgaben pro Fall (KeZa 31) ........ 40 
4.3.2 Mitarbeiter...........................................................................................................45 
4.4. Outcomeindikatoren......................................................................................................51 
5 Stadtprofile ................................................................................................................... ....53 
5.1 Stadtprofil Bremerhaven................................................................................................54 
5.2 Stadtprofil Darmstadt....................................................................................................56 
5.3  Stadtprofil Karlsruhe.....................................................................................................58 
5.4 Stadtprofil Mannheim ...................................................................................................60 
5.5 Stadtprofil Potsdam......................................................................................................62 
5.6 Stadtprofil Rostock .......................................................................................................65 
5.7 Stadtprofil Siegen.........................................................................................................68 
5.8 Stadtprofil Viersen........................................................................................................70 
6 Ergebnisse des qualitativen Benchmarking............................................................................ 72 
7 Ausblick....................................................................................................................... .....76 
8 Anhang......................................................................................................................... ....77 
 
con_sens 
2

ABBILDUNGSVERZEICHNIS:  
 
KONTEXT 
Abb. 1:  Beteiligte Städte: Einwohner..............................................................................................................12 
Abb. 2:  Bezieher von Leistungen nach dem SGB  II di fferenziert nach Altersgruppen pro 1.000 EW am 3 1.12. 
(KeZa 5 und 6) ................................................................................................................................16 
Abb. 3:  Von Scheidung betroffene Kinder und Jugendliche bis unter 18 J. pro 100 altersgleiche EW (KeZa 12) .....18 
Abb. 4:  Schulabgänger ohne Abschluss pro 100 EW 15 bis unter 21 Jahre (KeZa 3) ..........................................19 
Abb. 5:  Anzahl Belegte Plätze für Kindertagesbetreuung pro 100 EW 0- unter 14 Jahre am 31.12. (KeZa 8) ........20 
Abb. 6: Belegte Plätze für Kindertagesbetreuung gesamt pro 100 EW 0- unter 14 Jahre 31.12. (KeZa 11) ...........22 
Abb. 7:  Bruttoausgaben für Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit pro EW unter 21 Jahre in Euro (KeZa 4)........24 
Abb. 8: Anzahl der HzE+- Fälle pro 100 EW unter 21 Jahre am 31.12. (KeZa 50.a)...........................................28 
 
OUTPUT 
Abb. 9: HzE+-Fälle ambulant pro 100 EW unter 21 J. am 31.12. (KeZa 51.a) ..................................................32 
Abb. 10: HzE+ -Fälle stationär pro 100 EW 0 bis unter 21 Jahre (KeZa 52.a)......................................................34 
Abb. 11: Stationäre HzE+-Fälle in absoluten Zahlen 2005..................................................................................34 
Abb. 12: Prozentanteil der ambulanten HzE+-Fälle an allen HzE++-Fällen (KeZa 53a)..........................................35 
Abb. 13: Anteil der stationären HzE+-Fälle mit u. ohne § 33-Fälle an allen stat. HzE+ -Fällen (KeZa 56).................37 
Abb. 14: Anteil der stat. HzE+-Fälle nach § 33 und Anteil der sonstigen stat. HzE+ ohne § 33 (KeZa 55)................39 
 
INPUT 
Abb. 15: Nettoausgaben HzE+ gesamt pro EW 0- unter 21 Jahre (KeZa 30) ........................................................42 
Abb. 16: Nettoausgaben HzE+ gesamt pro Fall (KeZa 31) ..................................................................................45 
Abb. 17: Anzahl der vollzeitverrechneten Mitarbeiter pro 100 Fälle – nach ASD und WJH (KeZa 20-21).................46 
Abb. 18: Anzahl der vollzeitverrechneten Mitarbeiter für operative Aufgaben pro 100 Fälle (KeZa 22) .....................48 
Abb. 19: Bewegtes Volumen für die interne u. externe Durchführung von HzE+ (operative Aufgaben) (KeZa 39).......49 
Abb. 20: Anteil der Ausgaben für Aufgabenfelder an den HzE+-Gesamtausgaben in Prozent (KeZa 35)....................50 
 
ANHANG 
Abb. 21: Arbeitslosendichte der 15 bis U25 am 31.12. des Bj. pro 100 EW 15 bis unter 25 Jahre (KeZa 1.1.)......77 
Abb. 22: rbeitslosendichte der 15 bis unter 65 J. am 31.12. des Bj. pro 100 EW 15 bis unter 65 J. (KeZa 1.).......77 
Abb. 23: Definition Basiszahl und Kennzahl......................................................................................................78 
Abb. 24: Berechnung der Stadtprofile...............................................................................................................79 
 
 
con_sens 
3

Die te ilnehmenden Städte mit Ansprechpartnern des bundeswe iten Benchmarking der Hilfen zur 
Erziehung+  
 
Stadt Name E-Mail 
Bremerhaven Rainer Düsterloh rainer.duesterloh@bremerhaven.de 
Bremerhaven Frank Lilkendey frank.lilkendey@magistrat.bremerhaven.de 
Darmstadt Thomas Gehrisch thomas.gehrisch@darmstadt.de 
Darmstadt  Markus Emanuel markus.emanuel@darmstadt.de 
Karlsruhe Eckhard Barth eckhard.barth@sjb.karlsruhe.de 
Karlsruhe Kerstin Jehle kerstin.jehle@sjb.karlsruhe.de 
Mannheim Dr. Volker Schanz-Biesgen volker.schanz-Biesgen@mannheim.de 
Mannheim Hans-Georg Rettenmaier hans-georg.rettenmaier@mannheim.de 
Mannheim Christine Etterich christine.etterich@mannheim.de 
Potsdam Oliver Wollmann oliver.wollmann@rathaus.potsdam.de 
Potsdam Jürgen Deusing juergen.deusing@rathaus.potsdam.de 
Rostock Winfried Schulz winfried.schulz@rostock.de 
Rostock Bernhard Stuwe  bernhard.stuwe@rostock.de 
Siegen Agnes Juchem-Voets a_juchems@siegen.de 
Siegen Andreas Liedtke a_liedtke@siegen.de 
Viersen Noosha Aubel noosha.aubel@viersen.de 
Viersen Rüdiger Philipps ruediger.philipps@viersen.de 
 
 
Das con_sens-Projektteam: 
 
Jutta Hollenrieder 
Miriam Kohlmeyer 
Frank Lehmann-Diebold 
 
con_sens Consulting für Steuerung und soziale Entwicklung GmbH 
Rothenbaumchaussee 11 - 20148 Hamburg 
consens@consens-info.de - www.consens-info.de 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit wurde dieser Beric ht in der männlichen Form gehalten. Für alle Aussagen gilt gru ndsätzlich 
auch die weibliche Form. 
 
con_sens 
4

1. Vorbemerkung 
 
In seinem zweiten Proje ktjahr hat de r bundesweite Benchmarkingkreis Hilfen zur Erziehung++ in 
den Städten Siegen und Viersen neue Mitstreiter gewonnen. Das Ziel des Benchmarking bleibt, 
durch den Vergleich des Leistungsgeschehens erzi eherischer Hilfen voneinander zu le rnen und 
die Wirksamkeit und die Effizienz der erbrachten Hilfen zur Erziehung zu verbessern.  
 
Die Unterstützung des Jugendamtes  in  Fo rm vo n erzieherischen Hilfen zielt  darauf  ab, dass 
Mütter, V äter un d andere Pe rsonensorgeberechtigte ih re Erziehungs verantwortung besser 
wahrnehmen können. Kinder und Jugendliche sollen sich möglichst in  ihrem bisherigen soziale n 
Umfeld pos itiv e ntfalten könn en, tragf ähige emotio nale Bindunge n auf bauen und z u 
eigenverantwortlichen Persönlichkeiten reifen (§ 1 Abs. 3 SGB VIII).  
 
Die erzieherischen Hilfen+  geraten weiter verstärkt unter Legitimationsdruck im Hinblick auf ihre 
eingesetzten Ressourcen. Dies führt oft dazu, dass die Wirksamkeit der erzieherischen Hilfen + 
und ih re W irtschaftlichkeit in e inem nicht auflösbaren Spannungsverhältnis gesehen und 
diskutiert werden. Nun ist das Verhältnis zwischen diesen beiden Polen in der Tat nicht frei von 
Zielkonflikten, es gibt aber vie le St euerungsansätze, die gleichzeitig aus fachlicher und aus  
fiskalischer Sicht zu befürworten sind.  
 
So ist eine stärkere Passgenauigkeit der Hilfen durch die Flexibilisierung der Angebote nicht nur 
fachlich pos itiv einzuschätzen, sondern dient au ch der Effizienz, inde m eine Fehlversorgung 
vermieden wird. Di eses V erhältnis auszutarieren u nd die Effizienzpotenziale i m Sin ne ei ner 
wirksamen Unterstützung für die Kinder und Jugendlichen und ihre F amilien auszuloten, ist die 
Herausforderung der Jugendämter.  
 
Ausgehend von den Ergebnissen de s ersten Pro jektjahres h at sich der Benchmarkingkreis in 
diesem Jahr de n s tadtspezifischen Vorge hensweisen und Steuerungsansätzen im 
Pflegekinderwesen sowie zur St ärkung am bulanter Hilfefo rmen gewidmet. Dabei konnte n 
zahlreiche erfolgskritische Prozessfaktoren identifiziert w erden, die  in diese m Berich t 
insbesondere im qualitativen Berichtsteil ausführlich beschrieben werden.  
 
Der Benchmarkingkreis hat des Weite ren seine  Analyse  de r soziostruk turellen 
Rahmenbedingungen de n aktuellen Entw icklungen ins besondere in Zusammenhang mit der 
Arbeitsmarktreform an gepasst. Durch die Zus ammenlegung der Ar beitslosenhilfe und  der 
Sozialhilfe im Zuge der Arbeitsmarktreform w ird erstma ls da s ganze bedenkliche Aus maß de r 
Kinderarmut in Deutschland transparent, Kinder sind die am häufigsten betroffene Altersgruppe 
der Leistungsbezieher nach SGB II.  
 
Präventive Jugendarbeit der Kommunen dient in diesem Zus ammenhang auch dazu, Armut als 
Erfahrung gesellschaftlicher Ausgrenzung zumindest zu einem Teil zu kompe nsieren und Kindern 
und Jug endlichen außerhalb ih rer F amilien posi tive Sozialisationserfahrungen zu  er möglichen. 
Daher ist der Jugen detat de r K ommunen f ür den Benchmarkingkreis ein e relevante 
Rahmenbedingung, unter der die Jugendämter vor Ort agieren. Er wird in diesem Be richtsjahr 
erstmals erhoben und in die Kontextanalyse einbezogen.  
con_sens 
5

2.  Zusammenfassung 
 
 
Ergebnisse aus der Kontextanalyse 
Die Kontextanalyse wurde in diesem Projektjahr leicht modifiziert.  
 
Auf Grund des Inkrafttretens der Arbeitsmarktreform im Jahr 2 005 wird ab diesem Berichtsjahr 
im Rahmen des Benchmarking die Abhängigkeit von SGB II-Leistungen in den einzelnen Städten 
abgebildet. Dabei wird die Betroffe nheit sowohl  d er K inder u nd J ugendlichen a ls a uch d er 
Gesamtbevölkerung ausgewertet.  
 
Durch die Z usammenlegung der A rbeitslosenhilfe un d der Sozialhilfe wi rd nun  erst mals das 
gesamte Ausmaß der Abhängigkeit von staatlichen Transferle istungen zur Sicherung des  
Lebensunterhaltes in der Bevölkerung deutlich.  
 
Insbesondere die Bet roffenheit von Kinde rn unte r 15 Jah ren ist teilweise erschreckend hoch. 
Bezogen auf ihre Alters gruppe sind die unter 15-Jährigen am häufigs ten auf die staatlich e 
Transferleistung nach SGB II angew iesen, im Mittel 25 Prozent. Da sche int die „Infantilisierung 
der Armut“ (s. ZEI T, 3.  Aug. 2 006, S. 1 1 ff) bereits Realität. D abei sind die U nterschiede 
zwischen den Städten insbesondere im Hinblick auf diesen Kontextindikator sehr groß.  
 
Aber auch im Hinblick auf die übrigen ausgew ählten Kontextfaktoren, die sich be lastend und  
entlastend auf das Leistungsgesc hehen der Hilfen zur Erz iehung+ auswirk en können , 
unterscheiden sich die Benchmarkingstädte deutlich.  
 
 
 
Ergebnisse aus der Outputanalyse 
Um Hinweise auf gute Praxis im Sinne einer bedarfsgerechten und passgenauen Hilfeerbringung 
und einer präventiv greifenden Jugendhilfe zu erhalten, wurde ausgewertet,  
 
 ...wie oft Kinder und Jugendliche und ihre Familien erzieherische Hilfen+ erhalten.  
 ...in welchem Umfang es gelingt, die Unterstützung durch das Jugendamt in ambulanter 
Form zu e rbringen, da mit die K inder und Jug endlichen in ihrem bisherigen sozia len 
Umfeld bleiben können.  
 ...in we lchem Umfang es Kindern und Jugendlichen, die stationär be treut werde n 
müssen, ermöglicht wird in Pflegefamilien zu leben und dadurch Familienbeziehungen zu 
erfahren..  
con_sens 
6

Vermeidung erzieherischer Hilfen+ 
 
Die H äufigkeit, m it der Kinder und Jugendliche  und ihre Personenso rgeberechtigten in den 
Benchmarkingstädten erzieherische Hilfen+ erhalten haben, unterscheidet sich deutlich.  
 
Im Rahmen des qualitativen Austausch hat sich gezeigt, dass in einigen Städten zunehmend auf 
die Strategie gesetzt wird, durch fallunspezifisch e und form lose Hilfen s o weit wie möglich a uf 
die Installierung einer formalen HzE+ zu verzichten, damit Kinder und Jugendliche erst gar nicht 
zu „Fällen“ werden. Ein e vergleichs weise gering e Leist ungsdichte kann h ieraus res ultieren. Im 
übrigen wür den hi eraus gl eichzeitig vergleichsweise hohe  Fallk osten entst ehen, da 
fallunspezifische Hilfe n ebenf alls Kos ten verurs achen, abe r im Rahmen de r 
Kennzahlenberechnung auf die „Fall“-Zahl bezogen werden.  
 
Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Fokussierung e iner baldmöglichsten Beendigung erz ieherischer 
Hilfen+. Hier hat sich beispielsweise die vier teljährliche Auswertung  der  Ausg aben un d 
Fallzahlen, sowie der V erweildauern auf Teame bene als erf olgreich erw iesen. Ein zentrale r 
Erfolgsfaktor zur Stärkung des Kostenbewusstseins von Mitarbeitern scheint die Verknüpfung von 
fiskalischen mit fachlichen Fragestellungen und Theme n zu  sein, beispielsweise die 
Thematisierung von Fragen der Z ielerreichung nach Beendigung der Hilfe n, n ach der 
Verweildauer in H eimen und nach den Ausgangssituationen von Kindern und Jugendlichen bei 
Installierung erzieherischer Hilfen+.  
 
 
Stärkung ambulanter Hilfeformen  
 
Inwieweit g elingt es de n Juge ndämtern, alle Möglichkeiten für e in ambulantes Hilfesett ing 
auszuloten, damit Kinder und Jugendliche in ihrem bisherigen sozialen Umfeld bleiben können?  
 
Der Anteil ambulanter Fälle an den HzE+-Fällen insgesamt unterscheidet sich sehr deutlich i n 
den Städten. Der Kennzahlenvergleich bietet Hinweise darauf, dass es gelingen kann, ambulante 
Hilfeformen als frühzeitig  greifende Alternative zur statio nären Betreu ung zu installieren. Hier 
konnten in diesem Projektjahr zahlreiche Im pulse zur  S tärkung ambulanter Hilfeformen 
gewonnen werden. So zum Beispiel:  
 
 Auch bei schwierigen Problemkonstellationen  in  den He rkunftsfamilien k ann ve rstärkt 
auf ambulante Hilfesettings  gesetzt werden. Mit einem a llerdings auch  entspreche nd 
intensiven Ressourceneinsatz können Kinder und Jugendliche auch in herausfordernde n 
Situationen in ihrem sozialen Umfeld bleiben.  
 
 Die Haltung der Mitarb eiter zur Frage d es Verb leibs in d er Her kunftsfamilie a uch bei 
schwierigen Rahmenbedingungen ist nicht se lbstverständlich un d mu ss eingefo rdert 
werden.  
 
 Ein Erfolgsfaktor, um f rühzeitig zu a gieren ist e ine starke P räsenz der f allführenden 
Bearbeiter vor Ort, die alle rdings auch mit den entsp rechenden Entscheidungs-
kompetenzen ausgestatt et sein müssen. Je bü rgernäher die Anlaufstellen verortet sind,  
desto besser.   
 
 Je nach Ang ebotsstruktur vor Ort ist die Ausdifferenzierung von ambulante n Angeboten 
eine notwendige Voraussetzung zur Stärkung ambulanter Hilfeformen. Bei einer zu wenig 
ausdifferenzierten Angebotsstruktur, kommt es häufiger zu einer Fehlversorgung.  
 
 
 
con_sens 
7

Vollzeitpflege statt Heimunterbringung 
 
Es ist in den St ädten in einem seh r unterschi edlichen Ausm aß gelungen, stationäre Fälle in  
Pflegefamilien zu betreuen. Aus den Be richten de r Städte mit ve rgleichsweise positiven 
Ergebnissen im Pflegekinderwesen, konnten zahlreiche konkrete Hinweise zur Optimierung und 
Steuerung gewonnen werden.  
 
 Ein zentrales Ergebnis aus dem Austausch is t, dass die Erfolgsfaktoren weniger in der 
Öffentlichkeitsarbeit, in Werbek ampagnen etc . liege n. Entscheidend ist vielm ehr die  
Philosophie der Mita rbeiter im  Jugendam t und im Pflegek inderdienst, dass die 
Heimunterbringung k eine Le bensform auf Dauer ist, auch nicht für die so g. „schwierigen“ 
und schon älteren Kinder und Jugendlichen.  
 
 Als Herausforderung in allen Städten wird die Realisierung der Rückkehr der Pflegekinder in 
ihre Herku nftsfamilie wahrgeno mmen. Das Span nungsverhältnis zwischen dem  
pädagogischen Ansatz, die Herkunftsfamilie zu  stärken und dem Interesse der Pf legefamilie 
an einer langfristigen Pflegeperspektive ist nicht leicht aufzulösen. 
 
 Die St ädte mit einem im Vergle ich deutlich niedrigen A nteil an Pf legekindern seh en ein  
Entwicklungspotenzial z ur ve rstärkten Ak quirierung von Pflegefamilien. Bereits im  l etzten 
Jahr wurd en i n diesen S tädten zahlreiche Aktivitäten im Pflegekinderwesen  gestartet, 
sowohl im Bere ich der Öffentlichke itsarbeit als  auch im Hinblick auf die Arbeitsweis e des 
Pflegekinderdienstes. Im Rahmen de s Benchmarking werden die Aktivitäten der Städte und 
insbesondere auch ihre Ergebnisse weiter verfolgt.  
 
 Kontinuierliche, professionelle Begleitung der Pflegefamilien 
 
 Um diese Philosophie und auch eine fehl ertolerante H altung gege nüber pote nziellen 
Pflegeeltern im beruf lichen Allt ag zur Geltun g zu verhel fen, hat sic h ein stringentes 
Controlling an den entscheidenden Stellschrauben als hilfreich erwiesen. So zum Beispiel der 
Ansatz, die Notwendigkeit von Heim unterbringungen im Einz elfall regelmäßig durch externe 
freie Träger überprüfen zu lassen.  
 
 
 
Ergebnisse aus der Inputanalyse 
 
Die Inputindikatoren bilden ab, was die Städte in das Leistungsgeschehen HzE+ hineingeben, um 
ihre Zielsetzungen in den Hilfen zur Erziehung+ zu erreichen. Es werden die Nettoausgaben HzE+ 
gesamt pro Einwohner unter 21 Jahre, die Fallkosten, sowie die eingesetzten Personalressourcen 
pro Fall für die einzelnen Aufgabenfelder ausgewertet.  
 
Die Analyse des Kennzahlensets ergibt, dass die Erklärungsfaktoren für die Höhe der Fallkoste n 
sowie di e H öhe der N ettoausgaben pro EW in den Städten sehr unters chiedlich sind. In der 
Zusammenschau mit den Ergebnissen der Outputanalyse ergeben sich somit zahlreiche Hinweise 
auf fachliche wie fiskalische Strategien vor Ort.  
 
Als ein Erfolgsfaktor, um sozi ale Di enstleistungen zu ein em adäquaten Preis-/ 
Leistungsverhältnis zu erhalten, g ilt die enge  Koope ration mit den Anbietern v or Ort in 
Verbindung mit einer „ortsnahen“ Erbringung vo n stationären Erziehungshilfen in Aushandlung 
mit den Personensorgeberechtigten.  
 
con_sens 
8

Auch die Standardisierung von Leistungen in Form von Katalogen hat nach Einschätzung einiger 
Städte zu einem effizienten Ressourceneinsatz beigetragen.  
 
Aus dem V ergleich de r eingesetzte n Perso nalressourcen im ASD 1, in der Wirtschaftliche n 
Jugendhilfe sowie zur Durchführu ng von erziehe rischen Hilfe n+ ergeben sich unterschiedliche 
Fragestellungen. Insbes ondere scheinen qualitative Komponenten des Personaleinsatzes  
entscheidend zu sein,  um die Hilfep lanung und Ste uerung zu op timieren. V or diesem  
Hintergrund ist geplant im weiteren Projektv erlauf i nsbesondere d en Per sonaleinsatz im ASD 
qualitativ zu vergleichen.  
 
 
 
Ergebnisse aus der Outcomeanalyse 
Der Benchmarkingkreis hat in se inem zweiten Pro jektjahr weiter an se inem Kennzahlenset zum 
Outcome erzieherischer Hilfe n+  g earbeitet, e rste Date n e rhoben und bereits p lausibilisiert. 
Folgende Indikatoren wurden ausgewählt:  
 
 Planmäßige Beendigung von erzieherischen Hilfen + insgesamt. Hierzu wurde ein Raste r 
zur Messung des Zielerreichung sgrades entwickelt, das im Benchmarkingkreis einheitlich 
angewandt werden soll.  
 
 Planmäßige Beendigung und Abbruchquoten einzelner Leistungstypen , z.B. in der 
Heimerziehung nach § 34 SGB VIII.  
 
 Ausbildungsstatus der Kinder und Jugendlichen bei Beendigung der stationäre n 
Unterbringung, wohlwissend, dass das Ju gendamt hierauf bei weitem k einen alleinigen 
Einfluss hat.  
 
 Zahl der gemeldeten Kindeswohlgefährdungen  durch Misshandlung, Vernachlässigung 
und Missbrauch als In dikator fü r di e Güte des Kommunik ationsnetzwerkes zwischen 
Bürger, professionellen Einrichtungen und Jugendamt.  
 
 Zahl der Anrufungen von Familien- oder Vormu ndschaftsgerichten wegen 
Kindeswohlgefährdungen gemäß § 1666 BG B als Indik ator für ein en Au sschnitt des  
tatsächlichen Ausmaßes an Kindeswohlgefährdung in einem Gemeinwesen.  
 
Anhand der Wirkungsmessung bei Hilfen zur Erziehung+ können, so herausforde rnd diese auch  
im Feld der erzieherischen Hilfen+ ist, Hinweise auf die Optim ierung der Hilfeplanung gewonnen 
werden.  
 
Des Weiteren kann anhand der Wirkungs messung von Jugen dhilfeleistungen deutliche r 
kommuniziert werden, dass Jugendhilfe Wirkun gen erzie lt, die für das Gemeinwe sen von 
Bedeutung sind, und nicht nur Kosten produziert.  
 
con_sens 
9
                                             
1 Der Allgemeine Soziale Dienst entspricht in Darmstadt und Siegen dem Städtischen Sozialdienst.

3. Benchmarking: Zielsetzung, Methodik, Ansatz 
 
Die Städte des Benchmarkingkreises  vergleichen ihr Leistungsgeschehen  der erz ieherischen 
Hilfen+. Die Zielsetz ung der Jugendämter ist dabei neben einem effizient en Ressourceneinsatz 
eine passgenaue, bedarfsgerechte Hilfeerbringung. Jugendhilfe soll frühze itig greifen und nur in 
dem Ausmaß intervenieren, das notw endig ist. Nur das im Rahmen der Hilfeplanung festgelegte 
fachliche Ziel soll mittels der Leistung verfolgt werden, die Maßnahmen dürfen den Mangel nicht 
überkompensieren und damit zu stark in die Erziehung der eigentlich Verpflichteten eingreifen.  
 
Um Hinweise auf gute Praxis und eff ektive Steuerungsansätze der Jugendämter zu erhalten, die 
diese Zielset zungen unte rstützen, wird das Leis tungsgeschehen der HzE + ausgewe rtet. Ein 
Vergleich quantitativer Daten basiert auf klar definierten Kennzahlen und Basiszahlen, damit alle 
Teilnehmer die gle ichen Sachverhalte erfassen und abbilden. Eine Defin ition der Begriffe 
Kennzahl und Basiszahl ist dem Anhang zu entnehmen.  
 
Die Ergebnisse des quantitativen Kennzahlenvergleichs sind der erste Sc hritt, um Unterschiede 
sichtbar zu machen und Impulse für weitere F ragen zu liefe rn. Der qua litative Austausch über 
Ursachen und Hintergründe der erkennbaren Unterschiede dient dazu, erfolgskritische Faktoren 
zur Gestaltung de r Steuerung herauszuarbeiten und spezifische Entwic klungspotenziale der 
einzelnen Städte auszuloten.  
 
 
Betrachtungsgegenstand 
 
Um das Feld der Hilfen zur Erz iehung+ mö glichst 
umfassend im Blick  z u haben,  gehören über die 
klassischen Hilfen zur Erziehung des SGB VIII hinaus 
weitere Leistungen und andere Aufgaben gemäß SGB VIII 
zum Betrach tungsgegenstand des Benchmarkingkreises. 
Der Begriff Hilfen zur  Erziehung+ (HzE+) verdeutlicht 
dieses Verständnis.  
 
Im Rahmen  de r Berichtslegung we rden die B egriffe 
ambulant und stationär verwandt. Die Leistungen, die in 
den Kennzahlenvergleich einf ließen u nd ihre Z uordnung 
zu de n Bereichen ambulante un d st ationäre Leistungen 
sind in nebenstehender Abb. auf geführt. V iele der 
Leistungen können sowohl in  am bulanter a ls auch i n 
stationärer Form erbracht werden. Die Zuordnung hängt 
von de r spe zifischen A usgestaltung der Leistung in der 
jeweiligen Stadt ab.  
 
Betrachtungsgegenstand des Benchmarking sind Fälle. 
Im Rahmen diese r Fälle  können bei familienbez ogenen 
Hilfen mehrere Personen betreut werden. 
 
Im Rahmen des Benchmarking wird die Ausgaben- und 
Fallzahlenentwicklung für erziehe rische Hilfen + ins ge-
samt ausgewertet.  
 
Relevant für die Auswertung ist lediglich die Unterscheid-
ung zwischen ambulante n und st ationären Hilfef ormen, 
con_sens 
10
 
Hilfen zur Erziehung+ 
 
Leistungen gemäß SGB VIII 
Ambulant 
§ 27.3 Pädagogische Hilfen i.V.m. 
therapeutischen Leistungen 
§ 29 Soziale Gruppenarbeit 
§ 30 Erziehungsbeistand, 
Betreuungshelfer 
§ 31 Sozialpädagogische Familienhilfe  
§ 32 Erziehung in einer Tagesgruppe 
 
Ambulant/ Stationär  
(nach konkreter Ausgestaltung 
zuzurechnen) 
§19 Gemeinsame Wohnform für Mütter/ 
Väter und Kinder 
§ 20 Betreuung von Kindern in 
Notsituationen 
§ 21 Unterbringung zur Erfüllung der 
Schulpflicht 
§ 27.2 Flexible erzieherische Hilfen  
§ 34 sonstige betreute Wohnformen 
§ 35 Intensive Sozialpädagogische 
Einzelbetreuung 
§35a Eingliederungshilfe für seelisch 
behinderte junge Menschen 
§ 41 Hilfen für junge Volljährige 
 
Stationär 
§ 33 Vollzeitpflege 
§ 34 Heimerziehung  
§ 42 Inobhutnahmen

sowie die Unterscheidung von Heimunterbringung und Vollzeitpflege.  
 
Auf dieser Basis lassen sich Rü ckschlüsse auf die Erreichung der zen tralen Z ielsetzungen, 
beispielsweise der Stärkung ambulanter Hilfeformen ziehen.  
 
Der Ke nnzahlenvergleich basiert auf einer Stichtagszählung bei den H ilfeempfängern. Grun d 
dafür ist, dass die Jah ressummen für ein ige Städte derzeit aus EDV-technischen Gründen noch 
nicht generierbar sind. Des Weiteren entstehen bei der Bildung von Jahressummen derzeit noch 
in vielen Städten Doppelzählungen, weil der Wechsel einer Maßnahme noch als Zugang bei den 
Hilfeempfängern gezählt wird.  
 
Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass kommunale Ver gleichsringe auf jeweil s 
unterschiedlichen Def initionen insbesonde re bezüglich der Fallzahlen basieren.  Direkt e 
Vergleiche mit den Erg ebnissen an derer Bench markingkreise können daher nu r ein geschränkt 
vorgenommen werden.  
 
 
Arbeitsschritte 
 
Inhaltlicher Schwerpunkt des Benchmarkingkreises war in diesem Projektjahr das 
Pflegekinderwesen un d die  St ärkung am bulanter Hilfeformen, ausgehend von de n 
herausragenden K ennzahlenergebnissen de r St ädte Bremerhaven und Darmstadt in diesen 
Feldern. Im  Rahmen des qua litativen A ustausch wurden erfolgskritische Prozessfaktoren 
identifiziert, die in diesem Bericht veröffentlicht werden.  
 
Das Kennz ahlenset wur de weite r pr äzisiert. Ins besondere ko nnte die Ko ntextanalyse erweitert 
werden du rch die Erhebung de r B ruttoausgaben für Jug endarbeit und J ugendverbandsarbeit 
(§§ 11, 12 SGB VIII).  
  
Darüber hinaus wurden der Katalog an Outco meindikatoren ebe nfalls weiterentwickelt sowi e 
erste Outcomedaten erhoben. Einige Städte bereiten ihre Datenerhebung noch vor, Zielsetzung 
ist die standardmäßige Auswertung über die Software.  
 
con_sens 
11

Indikatoren zu Kontext, Input, Output und Outcome 
 
Das Leistungsgeschehen der erzieherischen Hilfe n+ umfasst unterschiedliche Dimensionen, die  
im Rahmen des Benchm arking abgebildet werden. Interessante Hinweise auf gute Prax is in den 
Jugendämtern vor Ort geben die Kennziffern oftmals erst in der Zusammenschau.  
 
 So geben die Kontextindikatoren Hinweise auf die soziostrukturellen  
 Rahmenbedingungen, unter denen die einze lnen Städte agie ren und die die 
Inanspruchnahme von HzE+ beeinflussen.  
 Die Inputindikatoren machen transparent, was eingebracht wird,  
 um die Hilfen zur Erziehung+ (den Output) zu erbringen.  
 Was die geleisteten H ilfen zur Erziehung+ für die Kinde r u nd Jugen dlichen un d das  
Gemeinwesen tatsächlich bewirken, wird an Hand von Outcomeindikatoren gemessen.  
 
Folgende Städte beteiligen sich an dem bundesweiten Benchmarking der Hilfen zur Erziehung+: 
 
Abb. 1:  Beteiligte Städte: Einwohner 
absolut
Anteil an EW 
gesamt in Prozent
 Bremerhaven  BHV 116.640 24.361 20,9%
 Darmstadt  DA 150.957 27.672 18,3%
 Karlsruhe  KA 299.608 53.853 18,0%
 Mannheim  MA 325.321 61.082 18,8%
 Potsdam  P 153.684 28.526 18,6%
 Rostock  HRO 205.565 34.946 17,0%
 Siegen  SI 112.139 21.602 19,3%
 Viersen  VIE 79.381 16.511 20,8%
 8 Städte
 insgesamt 1.443.295 268.553 18,6%
Einwohner am 
31.12.2005 
mit Haupt - und 
Nebenwohnsitz
 Abkürzung Stadt  Einwohner am 31.12.2005
 0 bis unter 21 Jahre
 mit Haupt- und Nebenwohnsitz
 
 
con_sens 
12

4.  Ergebnisse des Kennzahlenvergleichs 
4.1  Kontextindikatoren  
 
Soziostruktureller Kontext hat Einfluss auf das Leistungsgeschehen Hilfen zur Erziehung+ 
 
Soziostrukturelle R ahmenbedingungen bee influssen die N achfrage nach H ilfen zur Erziehung+ 
maßgeblich, di es kon nten wissenschaftl iche Studien belegen (vgl. die E rgebnisse de r Studien 
Entwicklungsperspektive für die e rzieherischen Hilfen?! Evaluation der H ilfen zur Erziehung in 
Ludwigshafen, Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie un d Gesu ndheit i n Rhei nland-Pfalz, 
Heinz Mü ller, El isabeth Schmutz vom Institut für Sozi alpädagogische Forschung, M ainz e.V., 
Juni 2005). 
 
Soziostrukturelle Faktor en, die sich be lastend auf das Leis tungsgeschehen Hz E+ auswirken 
können.  
 
Ausschnitte der unte rschiedlichen sozialen Problemlagen der Städte, die s ich belastend auf das  
Leistungsgeschehen Hilf en zur Erziehung + auswirken kö nnen, wer den a nhand folgender 
Kontextindikatoren abgebildet:  
 
 Ökonomische Dep rivation, ge rade auch  unt er K indern, un d A rbeitslosigkeit als 
gesellschaftliche Ausgrenzungserfahrung, gemessen an der Dichte der Bezieher von 
Arbeitslosengeld 2 u nd Sozialgeld. Im H inblick a uf die Jugendlichen u nd die  
Gesamtbevölkerung. 
  Auflösung stabiler familiärer Strukturen, gemessen an der Häufigkeit, mit der Kinder und 
Jugendliche von der Scheidung ihrer Eltern betroffen sind.  
 Berufliche Perspektivlosigkeit j unger Menschen , hier gem essen an der Zahl der 
Schulabgänger ohne Abschluss. 
 
Allen I ndikatoren ist ge mein, dass mit ihnen die Bewält igungsanforderungen an Fam ilien 
wachsen. Wenn die Belastungsfaktoren ausgeprägt sind und vor allem wenn sie kumulieren und 
dabei gleichzeitig die indiv iduellen Erzieh ungskompetenzen und Problemlösungskompetenzen 
eher begrenzt sind, steigt  das R isiko, keine positiven Sozialisationsbedingungen für die Kinder 
und Jugendlichen schaffen zu können. Es ko mmt mit einer höheren Wahrscheinlichkeit z u 
Überforderungssituationen, die zu K risen und Vernachlässigungen führen können und Hilfen zur 
Erziehung+ notwendig machen.  
 
Soziostrukturelle Faktoren, die sich entlastend a uf da s Leistungsgeschehen HzE + auswirk en 
können.  
 
Darüber hinaus werden auch Kontextindikatoren betrachtet, die eine beso ndere Ressource des 
Gemeinwesens darste llen und s ich ent lastend auf das Geschehen erzieherischer Hilfen + 
auswirken können: 
 Versorgungsgrad an Kindertagesbetreuung 
 Ausgaben für Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit  
 
Im Rahmen des Benchmarking werden die sozios trukturellen Daten als Kontext herangezogen, 
um Auffä lligkeiten bei den A usgaben un d F allzahlen erläutern zu k önnen. Die soziale n 
Kontextindikatoren selbst werden lediglich abgebi ldet, a ber nicht i m Hinbl ick auf ihre  
Entstehungsbedingungen ausgewertet.  
 
con_sens 
13

Ausgewählt wurden Faktoren, von denen angenommen wird, dass sie  sich be- bzw. entlastend 
auf das Leis tungsgeschehen HzE+ auswirken kö nnen. Ziel des Benchmarking ist es an diese r 
Stelle je doch nicht, die se Annahme n zu üb erprüfen un d kausale Z usammenhänge zwische n 
soziostrukturellen Problemlagen und den Zahlen der Hilfeempfänger wissenschaftlich zu belegen. 
Es geht darum, die R ahmenbedingungen für Hilfen zur Erz iehung+ zu be trachten, um  
Anhaltspunkte für Erk lärungsansätze auffälliger Kennzahlenergebnisse in den einzelnen Städten 
zu erhalten.  
 
4.1.1  Bezieher von Leistungen nach dem SGB II 
 
Eine Rahmenbedingung, die sich auf das Leistungsgeschehen Hilfen zur Erzieh ung+ auswirken 
kann, ist, in welchem Ausmaß die Bevölkerung einer Stadt auf Transferleistungen nach SGB II  
angewiesen ist.  
 
Abgebildet wird die Dichte der Bez ieher Arbeitslosengeld 2 
und Soz ialgeld am 31. 12. des Berichtsjahres pro 100 
Einwohner mit Haupt- und Nebenwohnsitz lt. Melderegister, 
differenziert nach den drei Altersgru ppen 0 bis  unter 15  
Jahre, 15 bis unter 25 Jahre (KeZa 5) und 0 bi s unter 65 
Jahre (KeZa 6). 
 
Da sich die  staatlichen Unter stützungsleistungen auf das  
Existenzminimum beschränken, können anhand der Dichte 
der Bezieher von Reg elleistungen nach de m SGB II 
Hinweise auf das Ausmaß an ökon omischer Deprivation in 
der Gesellschaft gewonnen werden.  
 
Armut wi rd o ft al s ge sellschaftliche Ausgrenzung 
wahrgenommen, in de r Folge steigen die Konflikte i n 
Familien und die Anforderungen an die  
Erziehungskompetenzen von Pe rsonensorgeberechtigten. 
Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen benötigen Kinder und Jugendliche und ihre Familien, die 
als arm gelten bzw. am Existenzminimum leben, vergleichsweise häufig erzieherische Hilfen + 
durch das Jugendamt (vgl. hierz u Bericht z ur En twicklung von J ugendhilfebedarf un d 
sozialstrukturellem Wandel, Zusammenfassung zentraler Ergebnisse, S. 8, Kommunalverband für 
Jugend- und Soziales Baden-Württemberg, August 2005).2 
 
Definition der Kennzahl 
 
Dichte der Bezieher der Arbeitslosen-
geld 2 und Sozialgeld 
(KeZa5 und KeZa 6) 
 
Dichte der Bezi eher von Arbeit slosen-
geld 2 und So zialgeld der  bi s unter  
65-Jährigen am 31.12. des Be richts-
jahres pro 100 altersgleiche Einwoh-
ner mit Haupt- und Nebenwohnsitz lt. 
Melderegister.  
KeZa 5 
- 0 bis unter 15 
- 15 bis unter 25 
KeZa 6 
- 0 bis unter 65 gesamt 
 
 
Nach der Arbeitsmarktreform und der damit verbundenen Zusammenlegung der Sozialhilfe mit 
den Leistungen der Arbeitslosenhilfe wird erstmals transparent, wie viele Kinder und Jugendliche 
auf die staatlichen Transferleistung zur Sich erung des Le bensunterhaltes angewie sen sind.  
Experten sprechen von einer „Infantilisierung“ der Armut (Die ZEIT 3. August 2006, S. 11 ff; vgl. 
auch Urse l Becher, Arm ut und Benachteiligung von Kin dern und Juge ndlichen in Hamburg , 
August 2005 sowie die bundesweite Untersuchung des Paritätischen Wohl fahrtsverbandes über 
Kinder und Hartz IV; aktuelle Daten s. in Pressemitteilung des Deutschen Kinderschutzbundes zu 
den aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit vom 27. Juli 2006). Als besonders bedenklich 
                                             
2 Weitere Literatur in diesem  Zusamme nhang: Sozialstru kturelle u nd ge sellschaftliche Rahmenbedingungen al s 
bedarfsbeeinflussender Faktor; Evaluation der Hilfen zur Erziehung in der Stadt Ludwigshafen; Heinz Müller, Elisabeth 
Schmutz; I nstitut für Sozial pädagogische Forschung Mainz e. V.; Ames, A. & B ürger, U., Urs achen der  
unterschiedlichen Inanspruchnahme von Heimerziehung, in: Nachrichtendienst des Deutschen Vereins, Heft 12/1997, 
S. 373-379; Bürger, U. : Stellenwert ambulanter Erziehungshilfen im Vorfeld der Heimerziehung. Empirische Befunde 
und Erfahrungen von Heimjugendlichen und deren Eltern mit ambulanten Jugendhilfemaßnahmen und Angeboten der 
Jugendhilfearbeit. In: Forum Jugendhilfe E xtra. Minister ium für  F rauen, Jugend, Woh nungs- und Städtebau des  
Landes Schleswig Holstein, Kiel 1997.) 
 
con_sens 
14

wird nicht nur das Ausmaß der Armut betrachtet, sondern auch, dass sie so schnell wächst (Die 
ZEIT, 3. August 2006, S. 11 ff).  
 
Die Dichte der Bezieher von Regelleistungen nach SGB II ab 15 Ja hren wird im Rahmen der 
Kontextanalyse auch als  Indikator h erangezogen, um die Belastung durch Arbeitslosigkeit  zu 
vergleichen. Mit Ar beitslosigkeit sind ne ben ökonomisc hen Einschränkun gen häufig bei 
langfristiger Arbe itslosigkeit auch  psychosoziale Ausw irkungen ver bunden. Die  ungewoll te 
Erwerbslosigkeit kann ein be lastender Faktor für die Erziehungssituationen in Familien und für 
die Lebe nsbedingungen von Kin dern und Jug endlichen sein . Junge Me nschen kön nen du rch 
Arbeitslosigkeit unmit telbar aber auch mittel bar über die fehlende  Erwerbsarbeit ih rer 
Personensorgeberechtigten betroffen sein.  
 
Regelleistungen n ach SGB II  um fassen das sog. A rbeitslosengeld 2 f ür erwerbsfähige 
Hilfebedürftige und  da s S ozialgeld für Per sonen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht 
erwerbsfähig sind, sei es , weil sie noch Kinder sind, se i es, weil sie aus krankheitsbedingten, 
psychischen Gründen nicht in der Lage sind, länger als 3 Stunden täglich zu arbeiten. Personen 
mit SGB II-Leistungen über 15 Ja hren sind häufig ohne Erwerbsarbeit, auch wenn e in Teil der 
Leistungsbezieher trotz Erwe rbstätigkeit nicht ausreichend verdient, um den Lebe nsunterhalt 
sicherzustellen. 
 
Der Indik ator der Bezie her von Ar beitslosengeld 2 und Sozialgeld wird statt der o ffiziellen 
Arbeitslosenquote der Bundesagentur für Arbeit herangezogen, weil in dieser viele Gruppen nicht 
eingerechnet sind, zum Beispiel Personen mit sog. „1-Euro-Jobs“ oder Jugendliche, die in einer 
Trainingsmaßnahme sind. Er ste Auswertungen de r SGB II-Hilfeempfängerzahlen ( s. 
Benchmarkingbericht de r mittelg roßen Großstäd te zum SGB II, 2006, co n_sens) zeigen, das s 
gerade gut ein Viertel der arbeitsuchenden Jugendlichen offiziell als arbeitslos gilt.  
 
Daher werden die Daten zur Arbeitslosigkeit nicht im Rahmen der Be richtslegung ausgewertet, 
sie werden aber im Rahmen des Benchmarking erhoben und sind als Grafiken im Anh ang dieses 
Berichtes abgebildet. Z u be rücksichtigen ist,  da ss die  Zah l der Bezieher von Leistung en nach 
dem SGB II nicht die Arbeitslosen enthält, die ausreichende Leistungen nach SGB III erhalten. 
 
con_sens 
15

Abb. 2:  Bezieher von L eistungen nac h dem SGB II differenziert nach Altersgruppen pro 1.000 EW am 31.12. 
(KeZa 5 und 6) 
KeZa 5 und 6: 
Anzahl der Bezieher von Arbeitslosengeld 2 und Sozialgeld 
pro 100 altersgleiche Einwohner mit Haupt- und Nebenwohnsitz 
(differenziert nach Altersgruppen) 2005
40,2
18,6
14,5
21,9 20,8
36,8
22,4
25,0
16,5
5,6 4,7
6,3
12,3 12,3
9,3
25,9
9,8
8,2
11,9 12,2
20,2
15,4 14,8
7,7
n.v.
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
BHV DA KA MA P HRO SI VIE MW 
0 bis unter 15 Jahre 15 bis unter 25 Jahre 0 bis unter 65 Jahre
VIE: Keine Daten der Bundesagentur für Arbeit verfügbar.
SI: Gewichtete Schätzungen auf der Basis einer regionenbezogenen Zahl der Bundesagentur für Arbeit 
 
 
Die Grafik zeigt zunächst in ihrer Gesamtheit das oben bereits angesprochene bedenklich hohe 
Ausmaß der Abhängigkeit von Kindern unter 15 Jahren von der staatlichen Transferleistung nach 
SGB II. Sie sind zwar n icht die absolut gesehen größte Gruppe unter den Leistungsbeziehern, 
aber bezoge n auf ih re Altersg ruppe sind sie am häufigsten auf die staat liche Leistu ng 
angewiesen. Im Mittel sind dies ein Viertel dieser Altersgruppe.  
 
In Bremerhaven und Rostock zeigen sich im Vergleich besondere soziale Problemlagen, sowohl 
für die Kinder, als auch für die Jugendlichen und für die Leistungsbezieher insgesamt, wie in der 
weiter unten abgebildeten Grafik KeZa 6 deutlich wird.  
 
Für Viersen lassen sich keine Aussagen zu den Be ziehern von Arbeitslosengeld 2 und Sozialgeld 
treffen, da die örtliche  ARGE k eine Dat en f ür das Stadtgebiet Viersen sondern nur für das 
gesamte Gebiet der ARGE zur Verfügung stellen kann.  Da Viersen in diesem Gebiet im Vergleich 
zu den Um landgemeinden eine überdurchschnittliche Belastung aufweist, ist es nicht möglich, 
die Daten der ARGE entsprechend gewichtet auf das Viersener Gebiet herunterzubrechen.  
 
In Siegen h ingegen ist eine aussagekräftige ge wichtete Sc hätzung durch die ö rtliche ARG E 
möglich. Der Benchmarkingkreis hofft, dass sich die Datenlage in dieser Hinsicht, die zum Teil 
auf die Inkompatibilität von Softwareprogrammen zurückzuführen ist, verbessern wird. Dies is t 
auch deshalb von Bedeutung, weil die Kommunen ihre sozialplanerischen Aufgabe wahrnehmen 
müssen und auf diese Daten angewiesen sind.  
 
Für R ostock ist zu berücksichtigen, dass die Di chte de r Bezieher von Arbeits losengeld 2 und 
Sozialgeld ein nur unvollständiges Bild der Problemlage vor Ort insbesondere im Hinblick auf die 
Jugendarbeitslosigkeit zeichnet. Die im Anhang abgebildeten Grafik zur Arbeitslosendichte für die 
Jugendlichen unter 25 Jahren ( KeZa 1.1.) ze igt die diesbez üglich beson dere Problemlage in  
Rostock.  
 
con_sens 
16

4.1.2 Von Scheidung betroffene Kinder und Jugendliche 
 
Die Tren nung der Eltern ist f ür Kin der und Ju gendliche u nd auch für ihre  
Personensorgeberechtigten eine große emotionale  Belastung.  Es hande lt sich dabe i um ein en 
Indikator, anhand dessen Hinweise auf die Stabilität bzw.  I nstabilität der Familienverhältnisse 
gewonnen werden können.  
 
Studien be legen, dass die Trenn ung de r Eltern eine n 
besonderen Einfluss auf die Inanspruchnahme von Hilfen 
zur Erzieh ung+ h at un d daher e ine zentrale  
Kontextbedingung darstellt.  
 
Das Risiko, dass Erziehungshilfen + notwendig we rden, ist  
nach wissen schaftlichen Erken ntnissen um ein Vielfaches 
höher, wenn die Elte rn getrennt le ben (vgl. Bericht zur 
Entwicklung von Jugen dhilfebedarf u nd sozia lstrukturellem 
Wandel f ür die  St adtkreise und Landk reise in den 
Regierungsbezirken Stuttgar t und Tübingen über den  
Zeitraum 1 999 bis 2003  von Dr. Ullrich Bürger, 
Herausgeber: Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg, August 2005.).  
 
Definition der Kennzahl 
 
Von der Sch eidung ihrer  Eltern 
betroffenen Ki nder und Juge ndliche 
pro 100 EW u. 18 J. (KeZa 12) 
 
Von Scheidung ihrer Eltern betroffene 
Kinder und Jugendlic he bis un ter 18 
Jahren pro 100 EW bis unter 18  
Jahren  
 
 
Um Hinweise auf die unt erschiedlichen diesbezüglichen Rahmenbedingungen in den Städten zu 
erhalten, wird die Z ahl der von Scheidung betroffenen Kinder und Juge ndlichen pro 100 junge 
Einwohner unter 18 Jahre be trachtet. Kinder und Jugendliche, deren Eltern vor ihrer Trennung 
nicht verhe iratet waren,  werden nac h der aktuellen Datenlag e nicht berücksichtigt, weil sie  
derzeit nicht erhebbar s ind. Gezeigt hat sich na ch wissenschaftlichen Studien, dass der Faktor 
der allein Erziehenden in Verbindung mit anderen Belastungsfaktoren die Inanspruchnahme von 
Hilfen zur Erziehung  in besonderem Maße beeinf lusst (vgl. Bürge r: Referat i m 
Jugendhilfeausschuss der Stadt Mannheim am 13.07.2006) 
 
Das bedeutet, dass man  anh and dieses Indika tors einen Teil der Entwic klung abbildet. Nicht 
berücksichtigt ist, dass die Zah l der eheähnlichen Gemeinschaften stet ig steigt, und daher i n 
einem hohen Ausmaß K inder und Jugendliche von der Trennung ihrer Eltern betroffen sind, die 
in kei ner Scheidungsstatistik a uftauchen. Dies t rifft jedoch a uf al le Städte des Ve rgleichsrings 
gleichermaßen zu. Dahe r kann der Indikator de r von der Scheidung ihr er Elt ern betroffenen 
Kinder un d Juge ndlichen als e in gesichert er Indikator gelten, um unterschiedliche 
Kontextbedingungen zwischen den Städten transparent zu machen.  
 
In diesem Zusammenhang ist auch darauf h inzuweisen, dass die Z ahl der K inder und 
Jugendlichen, deren Eltern geschi eden sind, zunimmt, trotz eines tendenziell zu beo bachtenden 
Bevölkerungsrückgangs in de r Alte rsgruppe de r unter 18-Jährigen. Dies weist auf einen 
steigenden Bedarf an HzE+ hin.  
 
Die folgende Grafik ze igt, dass die R ahmenbedingungen der Städte im Hinblick auf die Dichte 
der von Scheidung betroffenen Kinder und Jugendlichen sehr unterschiedlich sind. 
 
con_sens 
17

Abb. 3:  Von Scheidung betroffene Kinder und Jugendliche bis unter 18 J. pro 100 altersgleiche EW (KeZa 12) 
KeZa 12: 
Von Scheidung betroffene Kinder pro 100 Einwohner von 0 bis unter 18 Jahre
2005
2,29
1,27
0,63
1,10
0,62
n.v.
1,16
0,78
1,12
0,00
0,50
1,00
1,50
2,00
2,50
BHV DA KA MA P HRO SI VIE
Von Scheidung betroffene Kinder pro 100 EW 0-u.18 J. mit Haupt- und Nebenwohnsitz 2005
Mittelwert 2005
VIE: Angaben nur auf Amtsgerichtsebene verfügbar. Der Anteil wurde im Verhältnis zur altersgleichen Bevölkerung angegeben.
 
 
Eine mit Abstand besondere Problemlage im Hinblick auf junge Menschen unter 18 Jahre, deren 
Eltern sich haben scheiden lassen, weist Bremerhaven auf.  
 
Ein Erklärungsfaktor für den Wert in Bremerhaven ist, wie auch im letzten Bericht e rwähnt, dass 
viele Mütter oder V äter mit ihre n Kindern nac h der Tren nung von ih ren Partne rn aus dem  
Umland nach Bremerhaven ziehen.  
 
Vergleichsweise selten sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Potsdam, Viersen und 
Darmstadt von der Scheidung ihrer Eltern betroffen.  
 
con_sens 
18

4.1.3  Schulabgänger ohne Abschluss 
 
Das Le istungsgeschehen Hilfe n zur Erziehung + wird 
ebenfalls dadurch beeinflusst, inwie weit es Jug endlichen 
gelingt, mit einem Schulabschluss einen Einstieg  in eine 
Ausbildungs- und Berufsbiografie zu finden.  
 
Definition der Kennzahl 
 
Schulabgänger ohne Abschluss pro 
100 EW (KeZa 3) 15 unter 21 Jahre
 
Schulabgänger ohne Abschluss pro 
100 EW 15 bis unter 21 Jahren mit 
Haupt- und Nebenwohnsitz lt. 
Melderegister.  
 
 
Gelingt es  de n Jug endlichen nicht, e ine form ale 
Qualifikation ihrer Schule zu erhalten, sind ihnen berufliche 
Perspektiven weitgehen d ve rsperrt. Das Ris iko, dass 
Erziehungshilfen notwendig werden, ist höher.  
 
Die folgende Grafik bildet die Zah l der Sch ulabgänger von 
15 bis unter 21 Jahren, die ihre Schule ohne Abschluss verlassen habe n pro 100 altersgleiche 
Einwohner ab.  
 
Die Grafik zeigt, dass sich  die soziostrukturellen Ra hmenbedingungen de r acht 
Benchmarkingstädte i m Berichtsj ahr im Hi nblick auf  diesen K ontextindikator deut lich 
unterscheiden.  
 
Abb. 4:  Schulabgänger ohne Abschluss pro 100 EW 15 bis unter 21 Jahre (KeZa 3) 
KeZa 3: 
Schulabgänger ohne Abschluss pro 100 EW 15 bis unter 21 Jahre
2,2
1,0
2,4
2,2
2,4
2,1
1,0
0,6
2,0
3,2
1,6
n.v.n.v.
1,4 1,5
1,7
0,0
0,5
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
3,5
BHV DA KA MA P HRO SI VIE
2004 2005 Mittelwert 2005
SI: Schätzung der Daten auf der Basis einer Hochrechnung der Daten für die Hauptschulen. 
DA: In Hessen werden die Daten nicht erhoben. 
 
 
Eine im Ver gleich beso nders de utliche Probleml age weist V iersen auf. Bereits selte ner a ber 
immer noch überdurchschnittlich oft verlassen Sc hüler in Bremerhaven und Sie gen die Schule  
ohne Abschluss. Besonders se lten m üssen Schüler in Potsdam und m it einigem Abstand gen 
Mittelwert auch in Karlsruhe diese Einschränkung ihrer beruflichen Perspektive hinnehmen. 
 
Bei der Interpretation der Zahl ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Zahl der Schulabgänger 
sehr stark schwankt, wie auch aus der Grafik er sichtlich wird. Entwick lungen finden in dies em 
Feld sprunghaft statt. Abhängig sind die Werte beisp ielsweise auch  von der Z ahl junge r 
Migranten, die in der jeweiligen Stadt leben. So wiesen Mannheim und Potsdam im Vergleich zu 
diesem Berichtsjahr im  Vorjahr no ch eine deutlich überdurchschnittl iche Proble mlage im  
Hinblick auf diesen Kontextindikator auf.  
con_sens 
19

Die (In-)Stabilität dieses Faktors wird im Rahm en des Benchmarking weiterhin beobachtet. Ggf. 
kann hier mittels e iner Zeitreihenbetrachtung und eines dann zu bildenden Durchschnittswertes 
eine stabilere Aussage getroffen werden.  
 
 
4.1.4  Kindertagesbetreuung 
 
Neben Fakt oren, die sich belastend auf das Le istungsgeschehen der erzieherischen Hilfe n+  
auswirken können, we rden im Rahmen de r Ko ntextanalyse auch en tlastende Faktoren 
betrachtet.  
 
Der Ve rsorgungsgrad an Plätzen in Kindertages-
einrichtungen ist eine relevante Rahmenbedingung für das  
Leistungsgeschehen Hilfen zur Erziehung+. Werde n 
frühzeitig erzieherische Bedarfe erk annt und auf gefangen, 
kann pe rspektivisch die No twendigkeit von Hilfen zur 
Erziehung+ vermieden werden.  
 
Um de n V ersorgungsgrad an Plätzen in Kindertages-
einrichtungen in den Städten zu vergle ichen, werde n die  
belegten Plätze in Kindertage seinrichtungen für Kinde r bis 
unter 14 Jahren abgebildet.  
 
Die Ang ebote werde n nach unt erschiedlichen Alte rs-
gruppen dif ferenziert dargeste llt. Da die  Plätze in 
Kindertageseinrichtungen für di e 3-jährigen bis noch nicht 
schulpflichtigen Kinder in der Rege l Kinde rn bis 6,5 Jah ren zur Verfügu ng stehen, wird die 
Bezugsgröße der Einwohner entsprechend gewählt.  
 
Definition der Kennzahl 
 
Kita-Plätze (KeZa 8) 
 
Anzahl der belegten Plätze in 
Tageseinrichtungen für Kinder bis unter 
14 Jahre in Kindertagesstätten - 
 
- 0 bis unter 3 
- 3 bis 6,5 
- 6,5 bis unter 14 J.  
 
pro altersgleiche Einwohner mit Haupt- 
und Nebenwohnsitz lt. Melderegister.  
 
 
Abb. 5:  Anzahl Belegte Plätze für Kindertagesbetreuung pro 100 EW 0- unter 14 Jahre am 31.12. (KeZa 8) 
KeZa 8: 
Anzahl der belegten Plätze für Tageseinrichtungen für Kinder gesamt
 pro 100 altersgleiche Einwohner unter 14 Jahre mit Haupt- und Nebenwohnsitz
2005
3
10
40 38
1
16
91 93 92 90 89 90
87
8
86
78
90
0,0
20,0
40,0
60,0
80,0
100,0
120,0
BHV DA KA MA P HRO SI VIE MW 
Plätze für 0 bis unter 3 J.
Plätze für 3 bis unter 6,5 J.
Plätze für 6,5 bis unter 14 J.
BHV: Die Angebote für noch nicht schulpflichtige Kinder ab drei Jahren werden nur für die 3- bis unter 6-jährigen Einwohner 
angeboten. Zur Veranschaulichung: Würde man die Werte auf die in Bremerhaven berücksichtigten Einwohner von 3 bis unter 6 
Jahren beziehen, würde der belegten Plätze pro 100 Einwohner dieser Altersgruppe deutlich höher liegen. 
 
13
18
45
3
18
34
2
86
 
con_sens 
20

Für Bremerh aven g elten folgende Besonderheiten: Die  An gebote für noch nicht schulp flichtige 
Kinder ab drei Jahre n werde n in der St adt nur für die 3- bis unte r 6-jäh rigen Einwohne r 
angeboten. Zur Ver anschaulichung: Würde  man die  Werte a uf die in Bremerhaven 
berücksichtigten Einwohner von  3  b is unte r 6  J ahren beziehen, wür de de r Wer t der belegten 
Plätze pro 100 Einwohner deutlich höher liegen.  
 
Der Versorgungsgrad für die Kinder ab 3 Jahren, die noch nicht schulpflichtig sind, unterscheidet 
sich zwar zwischen den Städten  des Benchmarkingkreises, al lerdings eher in eine r zu 
vernachlässigenden Größenordnung. Für diese Altersgruppe greifen die gesetzlichen Vorgaben. 
 
Relevante Unterschiede sind im H inblick auf den Versorgungsgrad für di e Unter-3-Jährigen und 
die Plätze für die schulpflichtigen Kinder unter 14 Jahre erkennbar.  
 
Die Kindertagesbetreuung ist für diese Altersgruppen wie erwartet insbesondere in Potsdam und 
in der H ansestadt Rost ock übe rdurchschnittlich gut ausgest attet. Dies is t auf die historisch 
gewachsenen gut ausge bauten Bet reuungsstrukturen in der ehemaligen DDR zurück zuführen. 
Studien zeigen, dass sich der Versorgungsgrad in Ost- und Westdeutsch land auch n ach der 
deutschen Einheit bis 2002 deutlich u nterscheidet (v gl. Broschü re des Statistischen 
Bundesamtes „Kindertagesbetreuung in Deu tschland – Einrichtungen, P lätze, Personal und 
Kosten 1990 bis 2002"; sowie Pressemitteilung vom 16. März 2004).  
 
Auf Grund der politischen Diskussionen auf Bundesebene und auf kommunalpolitischer Ebene 
im Zuge de s Tagesbe treuungsausbaugesetzes hat die Them atik je doch deut lich im gesamten 
Bundesgebiet an Dynamik gewonnen.  
 
Das bedeutet erfreulicherweise, dass die gut ausgebauten Betreuungsstrukturen in Potsdam und 
Rostock kein „Einsparpotenzial“ zur Kostenminimierung darstellen, son dern Pionierfunktion f ür 
die übrigen Städte h aben. Zie lsetzung de r Jug endämter ist es, insbesondere das Angebot an 
Krippenplätzen und Kindertagespflege auszubauen.  
 
Sowohl im Bereich der Krippenplätze als auch i m Hinblick auf die Angebote für sch ulpflichtige 
Kinder ist in de n westde utschen Städten be reits eine gewisse Dynamik entstanden. Dies wird 
daran deutlich, dass sic h auch die übrigen Benchmarking-Städte im H inblick auf Angebote f ür 
diese Altersgruppen deutlich unterscheiden.  
 
Weitere Betreuungsformen im Fokus 
 
Diese Dy namik ze igt sich nicht nur in dem 
Versorgungsangebot für die unterschiedlichen Altersgruppen, 
sondern auc h im Ausbau von Betre uungsformen, die über 
die zu den Kin dertageseinrichtungen zählende n Kinde r-
krippen, Kindertagesstätten und Horte hinausgehen.  
 
Von beson derer Bede utung sind hier die  registrierte 
Kindertagespflege im Sinne des § 23 SGB VIII un d 
schulische Zusatzangebote , die den Eltern feste 
Betreuungszeiten garantieren.  
 
Daher wird im R ahmen dieses  Benchm arking auch 
ausgewertet, wie sich die Städte im Hinblick auf die Anzahl 
der belegten Plätze  für K indertageseinrichtungen, 
Kindertagespflege und sonstige Formen der Kindertagesbetreuung pro Einwohner unter 14 Jahre 
unterscheiden.  
 
Definition der Kennzahl 
 
Belegte Plätze Kindertagesb etreuung 
(KeZa 11) 
 
Belegte Plätze für Kinder bis unter 14 
Jahre in Kindertageseinrichtungen und 
sonstigen Formen von Kindertages-
betreuung und in registrierter 
Tagespflege pro Einwohner bis unter 
14 Jahre mit Haupt- und Neben-
wohnsitz lt. Melderegister.  
 
 
con_sens 
21

Bei der Interpretation der Grafik ist u nbedingt zu ber ücksichtigen, dass hie r die belegten Plätze 
für die Altersgruppe der 0 bis unter 14 Jahren insgesamt ausgewiesen sind.  
 
Daher liegen die Dichten der Plätze für die unter 14 Jährigen insgesamt sehr viel niedriger als für 
die belegten Plätze für s pezifische Altersgruppen, bezogen j eweils auf alt ersgleiche Einwohner, 
wie sie in der Grafik KeZa 8 abgebildet sind.  
 
 
Abb. 6: Belegte Plätze für Kindertagesbetreuung gesamt pro 100 EW 0- unter 14 Jahre 31.12. (KeZa 11) 
KeZa 11: 
Kinder von 0 bis unter 14 Jahre in Kindertagesstätten und sonstigen Formen von Kindertagesbetreuung 
und in registrierter Kindertagespflege
pro 100 Einwohner von 0 bis unter 14 Jahre mit Haupt- und Nebenwohnsitz
2005
13,2
23,1
30,9
28,1 28,8
57,3
51,1
25,4
23,2
0,39
0,33
1,25 1,44
0,95
1,98
0,48
0,37
0,90
16,5
10,3
13,3
19,6
9,09,714,3
n.v.
33,5
0
10
20
30
40
50
60
70
80
BHV DA KA MA P HRO SI VIE MW 
sonstige Formen v. Betreuung Kitas in registrierter Kindertagespflege
 
 
Deutlich wird, dass die  Kindertageseinrichtungen (Ho rte, Kinderkrippen, Kinderg ärten) im  
Angebotsportfolio in allen St ädten wie erw artet den g rößten Bestandteil ausmachen.  
Ausführungen zu dieser Betr euungsform sind dem o bigen Abschnit t dieses K apitels zu 
entnehmen.  
 
Die registrierte Kindertagespflege nach § 23 SGB VIII hingegen spielt im Vergleich zu den beiden 
anderen Betreuungsformen e ine st ark unterge ordnete Rolle.  In diesem Zusamme nhang ist 
allerdings zu berücks ichtigen, dass alle sog. nicht-öffentlichen Formen der Kindert agespflege, 
d.h. Tagespflege, die nicht mit  Ge ldleistungen de r Stadt  verbunden ist o der durch die  
Vermittlung des Jugendamtes zustande kommt, in dieser Grafik nicht berücksichtigt sind.  
 
Eine nicht unbedeutende Rolle sp ielen hingeg en be reits i n al len Städten die schulischen  
Angebote, die zusätzlich zum Unte rricht im R ahmen von fe sten Bet reuungszeiten angebot en 
werden.  
 
Dieser Be reich wird zun ehmend an Be deutung gewinnen, insbesondere da er Kindern und 
Jugendlichen mit schwie rigen Ausgangsbedingungen in  ihre r Herkunftsf amilie zumin dest die  
Möglichkeit positiver Sozialisationserfahrungen gibt. 
 
Die Zeitre ihenbetrachtung dieser K ennzahl wird  interess ant sein, um die derzeit in allen  
Benchmarkingstädten v erstärkten Bemühungen in diesem  Feld zu dokument ieren und die 
Ergebnisse abzubilden.  
con_sens 
22

4.1.5  Brutto-Gesamtausgaben für den Jugendetat  
 
Als zweite positive Rahmenbedingung, die sich entlastend auf das Leistungsgeschehen der Hilfen 
zur Erziehung + auswirk en kann, w erden die Ausgaben für präv entive Jugendhilfeleistungen 
abgebildet.  
 
Wenn Kinder un d Jug endliche die Möglichkeit haben , 
außerhalb der eige nen Familie Erf ahrungen zu machen,  
Bindungen aufzubauen und unterschiedliche Möglichkeiten 
der Soz ialisation zu erfah ren, müssen nicht alle 
erzieherischen Aufgaben in der Familie erbracht werden.  
Definition der Kennzahl 
 
Brutto-Jugendetat (KeZa 4) 
 
Bruttoausgaben für Jugendar beit und 
Jugendverbandsarbeit (nach § 11 und  
§ 12 SGB VIII) pro EW unter 21 Jahre 
in Euro im Bj.   
 
 
Dies ent lastet die Familien, ins besondere solc he, dere n 
Erziehungskompetenzen und Problemlösungspotenziale 
nicht so stark entwickelt sind.  
 
Für den Kennzahlenvergleich wurden die Leistungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit nach 
§ 11 SGB VIII un d die  Zuschüsse für anerk annte Juge ndverbände un d Juge ndgruppen im  
Rahmen der Förderungspflicht nach § 12 SGB VIII ausgewählt.  
 
Die Def inition der Basis zahl wurde in diesem  zweiten Proje ktjahr des Benchmarkingkreises 
erarbeitet und die Daten wurden erstmalig erhoben.  
 
Die Bruttoausgaben für Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit beinhalten folgende  
Positionen: 
 
 Operative Personalkosten und Overhead (ohne Jugendamtsleitung) der Kommune im Bereich 
offene Kinder- und Jugendarbeit (§ 11 SGB VIII) in der Abteilung Jugendförderung in Euro 
- Ausgaben für vollze itverrechnete Mit arbeiter in kommunalen Einrichtungen der offe nen 
Kinder- und Jugendarbeit (Kinder- und Jugendhäuser, betreute Spielplätze, Spielmobile 
etc.) 
- Ausgaben für vollzeitverrechnete Mitarbeiter in der Verwaltung mit op erativen Aufgaben 
im Bere ich offene Kinder- un d Juge ndarbeit ( inklusive Juge ndbildungswerk, 
Beteiligungsverfahren, Events, Aktionen etc.) 
- Ausgaben für die Bearbeitung der entsprechenden Förderanträge  
 Sachkostenetat der Kommune für die offene Kinder- und Jugendarbeit 
- mit Ausgaben für Honorarmittel 
- ohne investive Mittel in Verwaltung und kommunalen Einrichtungen der offenen Kin der- 
und Jugendarbeit und ohne Ausgaben für Instandhaltungskosten / Unterhaltungskosten 
  Zuschüsse an ane rkannte freie Träg er gemäß den Förderrichtlinien für einzelne Maßnahmen 
in Euro 
- Ausgaben im Rahmen des Juge ndförderungstatus – Zuschüsse für anerkannte              
Jugendverbände und Jugendgruppen im Rahmen der Förderungspflicht (gem. § 12 SG B 
VIII) in Euro  
   Für alle Punkte gilt:  
- Nur kommunale Mittel, das heißt keine Dritt- oder Fördermittel;  
- Ohne Ausgaben für Kindertagesbetreuung nach dem Kindertagesbetreuungsgesetz,  
- Ohne Ausgaben für Leistungen im Bereich §13 SGB VIII.  
 
 
con_sens 
23

Abb. 7:  Bruttoausgaben für Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit pro EW unter 21 Jahre in Euro (KeZa 4) 
KeZa 4: 
Bruttoausgaben für Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit 
pro EW unter 21 Jahre in Euro
2005
108
104
95
35
76
132
9594
116
0,0
20,0
40,0
60,0
80,0
100,0
120,0
140,0
BHV DA KA MA P HRO SI VIE MW 
DA, P: Personalausgaben nach KGSt-Tabelle geschätzt. Für DA liegen die realen Ausgaben aufgrund des Altersdurchschnitts der Mitarbeiter höher. 
 
 
Bei der Inte rpretation der Grafik ist zu berücks ichtigen, dass sich die Fö rderstrukturen für de n 
Bereich de r Kin der- un d Jug endarbeit und de n Bere ich der Jugendverbandsarbeit in de n 
Kommunen sehr stark unterscheiden.  
 
Insbesondere verfügen die Städte über unte rschiedliche Landesmitte l und Drittmittel für ihre 
Jugendförderung, die in dieser Graf ik nicht ab gebildet sind.  Diese Graf ik zeigt dah er eine n 
Ausschnitt aus der Förderlandschaft, sie bildet sie nicht umfassend ab.  
 
Auffallend ist, dass ins besondere Viersen im Berichtsjahr vergleichsweise wenige Ausgaben für 
Jugendarbeit un d Jugendverbandsarbeit n ach § 11 un d §  12  SG B VI II pro junge n Einwohner 
aufgewandt hat. Das Vie rsener Juge ndamt hatte  ein im Vergleich eher geringe s 
Ausgabenvolumen erwartet, ist von den deut lichen Unterschieden jedoch überrascht.Die übrigen 
Städte unterscheiden sich merklich, aber nicht so deutlich wie erwartet.  
con_sens 
24

4.1.6  Die Kontext-Bedingungen der Städte in der Zusammenschau  
 
Die K ontextanalyse ze igt insgesamt, dass die  St ädte des Vergleichsrings s ehr unterschiedlich e 
sozialstrukturelle Problemlagen aufweisen, sowohl im Hinblick auf das Ausmaß der Belastung als 
auch im Hinblick auf die einzelnen Belastungsfaktoren.  
 
 
Daher werden alle Kontext-
Indikatoren im Folgenden 
für jede e inzelne St adt in 
einer sog. Netzgrafik z u-
sammen abgebildet.  
 
Die angegebenen Werte 
ie Werte beziehen sich 
der N etzgrafiken bilden 
nicht die absoluten Aus-
prägungen des jeweil igen 
Indikators ab, sondern die 
Abweichung vom Mitt el-
wert.  
 
 
D
auf den Mitt elwert (= 
Index 1 00), de r jewe ils in  
einer rot gestrichelten Linie 
dargestellt ist.  
LEGENDE
Bezieher nach SGB II 
(pro 100 EW)
Bezieher u25 nach SGB
II 
(pro 100 EW)
Schulabgänger ohne
Abschluss (15-u.21 J.)
Scheidungskinder pro
100 EW
(0-u.18 J.)
unterdurchschnittlicher
Jugendetat 
(0-21 J.)
unterdurchschnittliche
Anzahl Kita-Plätze 
(0-14 J.)
 
Dies ist notwendig, um die  unte rschiedlichen I ndikatoren mi t jewe ils unterschiedlichen 
Bezugsgrößen vergleichbar zu machen.  
 
Alle Indikatoren werde n mit der gleichen W irkungsrichtung, d.h. als belastende Fakto ren 
abgebildet. Hierzu wurde die Anz ahl der belegten Plätze in Kindertageseinrichtungen und des 
Jugendetats entsprechend transformiert. Daher wird in der Legende de r Netzgrafik auch die  
Bezeichnung „unterdurchschnittlich e Anzahl  Kita-Plätz e“ und „ unterdurchschnittlicher 
Jugendetat“ gewählt.  
 
Je höher der Wert des Indikators ist, desto größer ist die entsprechende Problemlage in der Stadt 
einzuschätzen und desto größer auch die in der Grafik aufgespannte Fläche.  
 
 
con_sens 
25

114,1
78,3
103,7
84,1
82,5
80,5
Mannheim 2005 MW = Index 100
101,2
203,6
126,2
174,5
175,4
Bremerhaven 2005 MW = Index 100
107,8
85,8
69,8
71,1
66,0
Darmstadt 2005 MW = Index 100
55,3
112,7
57,860,7
116,1 56,2
Karlsruhe 2005 MW = Index 100
36,3
56,5
100,1
28,7 79,0
82,5
Potsdam 2005 MW = Index 100
47,3
136,4
88,3
125,7
90,8
98,2
Rostock 2005 MW = Index 100
102,0119,9
107,2 111,0
103,8
Siegen 2005 MW = Index 100
115,1
163,1
50,7
162,4
Vier sen  2005 MW = Index 100
n.v.
n.v.
n.v.
n.v.
n.v.
LEGENDE
Bezieher nach SGB II 
(pro 100 EW)
Bezieher u25 nach SGB II 
(pro 100 EW)
Schulabgänger ohne Abschluss (15-u.21 J.)
Scheidungskinder pro 100 EW
(0-u.18 J.)
unterdurchschnittlicher Jugendetat 
(0-21 J.)
unterdurchschnittliche Anzahl Kita-Plätze 
(0-14 J.)
 
con_sens 
26

4.2  Outputindikatoren 
 
Im Rahmen der Output-Analyse w ird das Leistungsgeschehen erz ieherischer Hilf en+ in  de n 
Städten im Hinblick auf die erbrachten Leistungen der Jugendämter für Kinder und Jugendliche 
und ihre Familien ausgewertet.  
 
Die quantitativen Kennzahlenergebnisse geben Hinweise darauf, in welch en Städten gute Praxis 
im Sinne einer bedarfsgerechten und passgenauen Hilfeerbringung und einer präventiv greifenden 
Jugendhilfe vermutet werden kann.  
 
In diesem Zusammenhang werden unterschiedliche Kennzahlen ausgewertet:  
   
 Wie oft erhalten Kinder und Jugendliche und ihre Familien erzieherische Hilfen+?  
 (KeZa 50.a.) 
 
 Kann die Unterstützung durch das Jugendamt in ambulanter Form er bracht werden, damit 
die Kinder und Jugendlichen in ihrem bisherigen sozialen Umfeld bleiben können? 
 (KeZa 51.a; KeZa 52.a. und KeZa 53.a.) 
 
 Wie vielen Kin dern und Jugen dlichen, für die eine statio näre Betre uung unvermeidlich ist,  
wird ein Leben in einer Pflegefamilie ermöglicht? (KeZa 55 und KeZa 56) 
 
 
4.2.1  Dichte der HzE+-Fälle insgesamt 
 
Zielsetzung der Jugendämter und Aussagekraft der Kennzahlen 
 
Die Zie lsetzung der Jugendämter ist es, erz ieherische 
Hilfen+ zielgenau e inzusetzen und be darfsgerecht und 
passgenau zu leiste n. Art und Umf ang der H ilfe richte n 
sich nach  dem erzieherischen Bedarf im  Einzelf all 
(§ 27 Abs. 2 SGB VIII).  
 
Definition der Kennzahl 
 
HzE + - Dichte (KeZa 50.a) 
 
Fälle gesamt am 31.12 . d. Bj. pro 100  
Einwohner im Alter bis unter 21 Jahren 
 
Wirkungsfaktoren 
 
▲ ein Anst ieg der Fall-Dichte entsteht  
durch 
· Zunahme der Fälle  
oder  
· Abnahme der Einwohnerzahl 
 
▼ Sinken der Fall-Dichte 
 entsteht durch  
· Abnahme der Fälle 
oder 
· Zunahme der Einwohnerzahl  
 
 
Zielgenau in diesem Sinne be deutet, dass konsequent nur 
Hilfen erbracht werden,  die geeignet u nd no twendig si nd 
(§ 27 A bs. 2 SG B VII I), um eine dem Wohl de s Kindes 
oder des Jugendlichen entsprechende Erz iehung zu 
gewährleisten. Die Maß nahmen dürfen de n Mangel n icht 
überkompensieren und damit zu stark in die Erziehung der 
Personensorgeberechtigten eingreifen. 
 
Zielgenau bedeutet in diesem Zusammenhang auch, dass 
die Unterstützung des Jugendamtes frühzeitig greift und so 
sekundärpräventiv wirke n kann. Pe rsonensorgeberechtigte 
sollen es  baldmöglichst (wieder) schaffen, ihre 
Erziehungsverantwortung ohne staatliche U nterstützung 
positiv wahrzunehmen.  
 
Eine niedrig e Le istungsdichte kann unterschiedlich inte rpretiert werde n, als Ergebnis eine r in 
diesem Sinne besonders zielgenauen Zugangssteuerung des Jugendamtes, aber auch als Zeichen 
einer ggf. zu restriktiven Zugangssteuerung.  
 
con_sens 
27

Die Ergebnisse des Kennzahlenvergleichs 
 
Abb. 8: Anzahl der HzE+- Fälle pro 100 EW unter 21 Jahre am 31.12. (KeZa 50.a) 
KeZa 50.a: HzE+-Fälle gesamt am 31.12. des Berichtsjahres 
pro 100 Einwohner 0 bis unter 21 Jahre
2,74
1,88
2,762,83
2,432,61
3,01
5,55
2,50
2,89
2,61
1,77
2,77 2,68
3,13
3,62
2,62
0,0
1,0
2,0
3,0
4,0
5,0
6,0
BHV DA KA MA P HRO SI VIE
2004 2005 Mittelwert 2005
BHV: Der starke Rückgang von 2004 zu 2005 ist auf einen erhebungstechnischen Fehler im Jahr 2004 zurückzuführen, daher sind die Werte für ´04 
schraffiert und aus dem MW genommen. 
 
 
Auffallend ist zunächst die im Ve rgleich deutlich unter dem Mittelwert liegende Le istungsdichte 
in Potsdam. Hier wurden 2005 vergleichsweise selten erzieherische Hilfen+ erbracht.  
 
Eine zu re striktive Zugangssteue rung ist ni cht zu vermuten, da die soziostrukture llen 
Rahmenbedingungen der Stadt Potsdam im Vergleich der acht Benchmarkingstädte sehr positiv 
sind. Neben den im Städtevergleich abgebildeten Kontextdaten wirken s ich nach Einschätzung 
der Stadt auch die hohe Kaufkraft, der hohe Durchschnittsverdienst der Bevölkerung sowie eine 
gute Wohnraumversorgung positiv auf die soziostrukturellen Rahmenbedingungen aus.  
 
Darüber hin aus sin d die hier abgebildet en Erge bnisse nach Einschätzung Potsd ams auch als 
Effekt von vor drei Jahren initiierten Steuerungsaktivitäten zu sehen, die u.a. auf eine verstärkte 
Beendigung von HzE+  abzielen.  
 
Ein ze ntraler Aspekt ist hier n ach Einsch ätzung de r Stadt die Inst allierung einer Budget-
Arbeitsgruppe vor drei Jahren. Vierteljährlich werden in einer Arbeitsgruppe mit Mitarbeitern aus 
den Te ams, dem Koordinator im  A SD, de r W irtschaftlichen Jugendhilfe, dem Co ntroller sowie 
der Jugendhilfeplanung die Daten aus den Teams ausgewertet.  
 
Wichtig dabei ist, dass im Rahmen diese r Ar beitsgruppe neben fiskalischen auch  fachlich e 
Fragestellungen bearbeitet werden. Über die Analyse der Ausgaben im Hinblick auf das geplante 
Jahresbudget für erziehe rische Hilfe n+ hinaus wird be ispielsweise ausge wertet, wie lange die 
Verweildauer in Heimen ist und welche Gründe es hierfür gibt und mit welchem Ergebnis die 
HzE+  beendet werden. Auch wird hinterfragt, wenn auffallend viele Kinder unter 6 Jahren oder 
bereits volljährige Hilfeempfänger in Heimen betreut werden.  
 
Durch den Austausch  in der Budget-Arbeitsgruppe h at sich das K ostenbewusstsein der 
fallführenden Be arbeiter in Potsdam  verstärkt.  Des Weit eren wird m ittlerweile häuf iger die 
Arbeitsweise in Teams  besprochen, beispiel sweise ausgehend von der unterschiedlichen 
Häufigkeit, mit der erzieherische Hilfen+ installiert werden.  
con_sens 
28

Ferner wirkt sich für das Jahr 2 005 bereits eine Umsteuerung des Juge ndamtes Potsdam aus,  
verstärkt aus dem Budget fü r Hilfen zur Erziehung+ a uch pr äventive fa llunspezifische Hilf en, 
beispielsweise für Elternzentren, zu finanzieren, um erziehe rische Hilfen + zu vermeiden. Die  
Dichte formaler HzE+ wird dadurch geringer. Gleichzeitig wü rden die Fallkosten steige n, da die  
Gesamtausgaben inklusive der Ausgaben für falluns pezifische Hilfen auf die Zahl der formalen 
HzE+ bezogen werden. Dies wird sich im nächsten  Berichtsjahr 2006 bereits in einer relevanten 
Größenordnung auswirken.  
 
Im weiteren Projektverlauf wäre es darüber hinaus interessant für den Be nchmarkingkreis, die 
Zugangssteuerung in den einzelnen Städten zu vergleichen, um an dieser zentralen Stellschraube 
Erfolgsfaktoren identifizieren zu können.  
 
In Breme rhaven und m it einigem Abstand g en Mittelwert in Viersen werde n hingegen im 
Vergleich häufig Hilfen zur Erziehung+ erbracht. Die beiden Städt e unterscheiden sich allerdings 
deutlich im Hinblick auf die erbrachten Hilfeformen.  
 
Das Le istungsportfolio Bremerhavens ist du rch einen im Vergleich sehr hohen Anteil an 
stationären Fällen ge prägt, in Vie rsen hingegen werden viele  der HzE +-Fälle in ambulanten 
Hilfearrangements betreut (KeZa 53.a.).   
 
Soziostrukturelle Rahme nbedingungen haben Einfluss auf die Häuf igkeit, mit der Hilfen zu r 
Erziehung+ in Anspruch genommen werden müs sen, wie im  Kap itel 4.1. zur Ko ntextanalyse 
näher ausgeführt wurde.  
 
Die Kon textanalyse hat  gezeigt, da ss Bremerha ven mehr al s deutl iche soziale Problemlagen 
aufweist. A uch für V iersen sin d s oziale P roblemlagen im  Verg leich auszumachen, ei ne 
vollständige Kontextanalyse ist je doch auf G rund de r D atenlage de r Bundesagentur fü r A rbeit 
leider noch nicht möglich.  
 
 
Entwicklungstendenzen in den Städten  
 
Die Auswert ung mehrerer Jah rgänge eröffnet im Rahmen eines Benchmarking interessant e 
Perspektiven, um auc h Entwick lungstendenzen in den einzelnen Städte n oder auc h 
stadtübergreifende T endenzen in der Fa llzahlen- un d Ausgabe nentwicklung a nalysieren zu  
können.  
 
Der bundes weite Bench markingkreis hat sich die Bildung von Zeitreihenbetrachtungen für alle 
zentralen Kennziffern vorgenommen. In diesem Bericht erfolgt die Auswertung auf der Basis von 
zwei Jahrgängen, daher sind die Inte rpretationen im Hinblick auf Entwicklungstendenzen noch 
zurückhaltend vorzunehmen.  
 
Teilweise wird die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr, gerade wenn sie eher gering ausfällt, 
auf Zufallsschwankungen zurückzufüh ren sein, teilweise können die Veränderungen aber bereits 
als Effekte von Steuerungsaktivitäten gedeutet werden.  
 
Letzteres gilt  für die gest iegenen Z ahlen Fälle p ro 100  jung e Einwohner in Mannhe im un d in 
Karlsruhe. In beiden Städten sind die Steigerungsraten auf  die Steige rung de r am bulanten 
Fallzahlen zurückzuführen, die stationären Dichten stagnierten (s. hierzu insbesondere auch das 
folgende Kapitel 4.2.2.).  
 
In Mannheim werden hier die ersten Effek te einer im  Jahr 2003 gestarteten ve rstärkten 
Umsteuerung erkennbar.  Zum einen haben die Anbieter sta tionärer M aßnahmen vo r Ort ihr  
con_sens 
29

Leistungsportfolio verst ärkt um  am bulante H ilfeformen erg änzt. Z um anderen wurde  eine  
zeitliche Befristung von st ationären Hilfen eingef ührt, die zu ei ner Stabilisierung der stat ionären 
Fallzahlen beigetragen hat (vgl. auc h Mannheim er Stadtprofil 5.4.). Parallel daz u wurden  
fachbereichsinterne Contr ollingverfahren zur regelmäßigen Bet rachtung vo n Bu dget- u nd Fall-
zahlen etabliert. 
 
In Karlsruhe hingegen wird die Steigerung der Leistungsdichte, die auf eine Zunahme ambulanter 
Hilfen zurückzuführen ist, als Ergebnis einer zu Beginn des Jahres 2005 e rfolgten Umsteuerung 
des Jug endamtes interpretiert. Dies wird im Abschnitt 4.2.2. zur S tärkung ambulanter 
Hilfeformen näher ausgeführt, sowie im Stadtprofil Karlsruhe im Abschnitt 5.3. 
 
Merkliche Veränderungen sind noch für Darmstadt mit einer Senkung der Fallzahlen und für und 
Viersen mit einer Steigerung der Fallzahlen auszumachen.  
 
Die Entwicklung in Vie rsen ist n ach Einschät zung der Stadt auf eine Zufallsschwankung  
zurückzuführen.  
 
Die Senkung der Fallzahlen ist in Darmstadt darauf zurückzuführen, dass durch eine umfassende 
Aktenanalyse al ler laufenden Hz E+, die Form und der Umfang der Hilfen an die aktuellen 
Bedarfe a ngepasst wer den kon nten. In e inem längerfristig regelmäßigen T urnus soll diese 
Steuerungsmaßnahme im Zusammenwirken mindestens  zweier Fachkräfte nach einem 
standardisierten Verfahren zukünftig umgesetzt werden. 
 
4.2.2  Stärkung ambulanter Hilfeformen im Leistungsportfolio der Jugendämter 
 
Zielsetzung der Jugendämter und Aussagekraft der Kennzahlen 
 
Ziel der Jugendämter vor Ort ist es, die ambulanten Betreuungsformen als Unterstützung in der 
Herkunftsfamilie zu st ärken und so  den mit  de m SG B VIII einge leiteten Paradigm enwechsel 
weiter umzusetzen.  
 
Von dieser Z ielsetzung unberührt gilt die oberste Priorität des SGB VIII einer p assgenauen Hilfe 
(§ 27 A bs. 2 SGB VIII). Diese ist unabhängig von ihrer Form der Le istungserbringung auf den 
spezifischen Bedarf des jungen Menschen abgestimmt, der im Einzelfall eben auch durch eine 
stationäre Betreuung am besten gedeckt werden kann.  
 
Auf aggregierter Ebene  j edoch w ird de r Ve rgleich zeigen,  inwieweit  es  den Jugendämte rn 
gelungen ist, den Grundsatz ambulant vor stationär in der Praxis weiter zu stärken.   
 
Um in diesem Zusamme nhang H inweise auf g ute Praxisansätze vor Ort zu gewinne n und im 
Rahmen des Benchmarking voneinander lernen zu können, werde n folgende  Aspekte  
ausgewertet:  
 
 
 Wie oft erh alten Kinde r und Jugendliche und ihr e Fa milien a mbulante erzieherische 
Hilfen+ (KeZa 51.a.)? Eine hohe sog enannte Leistungsdichte kann hier ein Hinweis auf 
gute Pr axis sein, weil  es oft gelungen is t, ein am bulantes Hilfe arrangement zu 
installieren. Andererseits kann eine niedrige ambulante Dic hte in Z usammenhang mit 
einer insgesamt niedrigen Leistungsdichte ebenfalls ein Hinweis auf gute Praxis sein, weil 
es gleichzeitig gelungen ist, erzieherische Hilfen+ im Vorfeld zu vermeiden.  
 
 Eine hohe ambulant e Dichte bedeut et nicht gle ichzeitig, dass Kinde r un d Juge ndliche 
selten st ationäre Hilfen erhalten. Die Z ielsetzung der Jugendämter ist nicht, v iele 
ambulante Hilfen zu  er bringen, sondern  soweit wie  mögl ich auf st ationäre 
con_sens 
30

Hilfearrangements zu verzichten. Deshalb w ird zusätzlich ausgewertet, wie oft junge  
Menschen stationär betreut werden (KeZa 52.a). Hier könnte eine niedrig e Ausprägung 
der Kennzahl auf gute Praxis vor Ort hinweisen.  
 
 Um zu veranschaulichen, ob das Leistungsportfolio einer Stadt eher durch viele stationäre 
oder viele ambulante Fälle gekennzeichnet ist, wird der Anteil der ambulanten Fälle an 
allen Fällen abgebildet (KeZa 53.a). Ein hoher Anteil ambulanter Hilfen lässt gute Praxis  
vor Ort  zur Stärkung ambulant er H ilfen verm uten. I nsbesondere dan n, wenn dies bei 
einer vergleichsweise geringen Leistungsdichte insgesamt gelungen ist , kann m an davon 
ausgehen, dass ambu lante Hilfefo rmen als Al ternative zu  station ären Arra ngements 
installiert werden konnten.  
 
 
4.2.2.1.  Dichte ambulanter Fälle (KeZa 51.a.) und Dichte stationärer Fälle (KeZa 52.a.) 
 
 
Die Z ielsetzung der Jugendämter ist e ine St ärkung 
ambulanter Hilfeforme n, im Sin ne eine r frühzeitig  
greifenden e rzieherische Hilfen +  (vgl. hierzu auch die 
einleitenden Bemerkungen in 4.2.2.).  
 
Hierbei geht es darum, dass die fallführenden Fachkräfte 
alle Möglichkeiten für ein ambulantes Hilfesetting ausloten, 
was durch Strukturen und pr ozessuale Festlegungen im 
Jugendamt unterstützt werden kann.  
 
Der zentrale Maßstab bei der Be darfsfeststellung und 
Leistungsgewährung durch das Jug endamt bleibt davon  
unabhängig immer der i ndividuelle erzieherische  Bedarf, 
die Frage, welche Hilfe im Einz elfall notwendig und 
geeignet ist.  
 
Um durch  den  Ken nzahlenvergleich Hinweise au f 
erfolgreiche Praxis der Verg leichsstädte zu erhalten, wird 
im Folg enden abg ebildet, wie häufig junge Einwohner 
ambulante (KeZa 51.a) und stationäre (KeZa 52.a) Hilf en 
zur Erziehung+ erhalten.  
 
Wirkungsfaktoren 
 
Ambulante /  Stationäre Fälle am 
31.12. d. Bj. pro 100 Einwohner 0 bis 
unter 21 Jahre  
(KeZa 51.a und KeZa 52.a.) 
 
 
▲ ein Anstieg  der amb./ stat. Fälle  
entsteht durch 
· Zunahme der amb./ stat.  Fälle 
oder 
· Abnahme der Einwohnerzahl 
 
▼ Sinken der Falldichte 
 entsteht durch  
· Abnahme der amb./ stat.  Fälle 
oder 
· Zunahme der Einwohnerzahl  
 
 
Um einen umfassenden Blick auf diese Themat ik zu ermög lichen, wird ergänzend ebenfalls 
ausgewertet, wie hoch der Anteil ambulanter erzieherischer Hilfen+ an allen erbrachten HzE+ ist 
(vgl. KeZa 53.a. in 4.2.2.2.).  
 
con_sens 
31

Ergebnisse des Kennzahlenvergleichs 
 
Abb. 9: HzE+-Fälle ambulant pro 100 EW unter 21 J. am 31.12. (KeZa 51.a) 
KeZa 51.a: 
HzE+-Fälle ambulant am 31.12. des Berichtsjahres 
pro 100 Einwohner 0 bis unter 21 Jahre
0,00
2,18
1,59
1,06
1,72
1,25
1,75
1,13
1,82
1,33
0,89
1,38
1,30
0,84
1,52
1,71
1,42
0,00
0,50
1,00
1,50
2,00
2,50
BHV DA KA MA P HRO SI VIE
2004 2005 Mittelwert 2005
 
 
In Vierse n, Darmst adt und Karlsruh e haben im  Berichtsjahr besonders viele junge Mensch en 
erzieherische Hilfen+ in ambulanter Form erhalten.  
 
In allen Städten, deren ambulante Dichten wie auch in Mannheim über dem Mittelwert liegen 
liegt a uch der A nteil ambulanter Fälle an  a llen HzE+-Fällen übe r dem Mittelwe rt (vgl. hierzu 
4.2.2.2. Ke Za 53. a). Das be deutet, es haben mehr Fälle ambulante als stat ionäre Hilfen  
erhalten.  
 
Dies wird auch daran sichtbar, dass die stationären Dichten dieser Städte (Viersen, Darmstadt, 
Karlsruhe, Mannheim) im Berichtsjahr niedriger sind als die ambulanten Leistungsdichten 
(KeZa 52.a.).   
 
In Darmst adt ist dies  als einziger Stadt so gar bei e iner l eicht unterdurchschnittlichen 
Leistungsdichte insgesamt gelungen, was auch da ran deutlich wird, dass die stationäre Dichte 
der Stadt im Vergleich sehr niedrig ist (KeZa 52.a). Entsprechend hoch ist der Anteil ambulanter 
Fälle mit 67 Prozent in Darmstadt (vgl. KeZa 53.a).  
 
In der Zus ammenschau dieser dre i Kennzah len weist das Er gebnis für D armstadt da rauf hin, 
dass am bulante Leistungen erfolg reich als frühzeitig g reifende Alternat ive entwickelt worden  
sind.  
 
Da sich dieses Erge bnis bereits im  e rsten Bericht gezeigt h at (vgl. auch Bericht KZV  2004),  
konnten die konzept ionellen Überlegungen Darmst adts sowie der ent sprechende 
Reorganisations- und Steuerungsprozess ausführlich im Benchmarkingkreis besprochen werden 
(vgl. im Stadtprofil Darmstadt 5.2 sowie im Kapitel 5 Qualitatives Benchmarking).  
 
Darmstadt ist in die ser Frag e auch na ch den Umstrukturierungsprozess en dabei, 
Verbesserungspotenziale auszulote n und hat in diesem Z usammenhang im Jah r 2005 im 
con_sens 
32

Rahmen einer Akte nanalyse aller laufenden Fälle erm ittelt, dass die Passgenauigkeit der 
ausgewählten Hilfe bei der Installierung sowie Umfang und Form bei der Durchführung der Hilfe 
weiter qualifiziert werden muss. Aus diesem Grund wurde das Diagnose- und Hilfeplanverfahren 
überarbeitet und ist im 1. Quart al 2006 eingeführt worden. Ein wichtiger Schwerpunkt dieser 
Umstrukturierungen ist die Qua lifizierung a ller Fachkräfte des Städtischen Sozialdienstes im 
Bereich der „ Sozialpädagogisch-hermeneutischen D iagnostik“. D urch die  ver besserte 
Diagnosekompetenz der Fachkräfte  werden Bedarfe zie lgerichteter bes chrieben. Die Hilf en 
werden hie rdurch in Form un d U mfang p assgenauer installiert. D ie Abbruchquote konnt e 
innerhalb der ersten sechs Monate signifikant gesenkt werden. 
 
In Kar lsruhe i st da s E rgebnis a uf S teuerungsaktivitäten zu  B eginn d es Ja hres 2 005 
zurückzuführen. Die Z ielsetzung des Jugendamtes  Karlsruhe in diesem Zus ammenhang ist e s, 
eine we itere Zu nahme der sta tionären Fallzahlen zu vermeiden.  Die  Analyse de r H ilfeverläufe 
insbesondere im ambulanten Bereich hatt e ergeben, dass die H ilfearrangements be i 
verhältnismäßig schwieri gen Pro blemkonstellationen nicht  ausreiche n, um eine  ambu lante 
Betreuung in der Herkunftsfamilie zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund wurden in Karlsruhe 
erstmals ambulante Leistungen nach § 27  Abs. 3  SGB VIII als besonders intensive Hilfeform 
bewilligt. Dies ermöglic hte ein am bulantes Hilfesetting auch bei be sonders schwierig en 
Rahmenbedingungen in der Herk unftsfamilie. N äheres hierzu ist dem Stadtprofil Karlsruhe zu 
entnehmen (s. 5.3).   
 
In V iersen mit e iner ho hen Dichte ambulanter Fälle (KeZ a 51.a.) und einem hohe n Anteil an 
ambulanten Hilfearrangements (KeZ a 53. a.) dürfen ebenfalls  gute Prax isansätze zur Stärkung 
ambulanter Hilfeformen vermutet werden, auch wenn in de r Stadt ande rs als beisp ielsweise in 
Darmstadt insgesamt überdurchschn ittlich oft erzieherische  Hilfen + e rbracht werden (KeZa 
50.a.).  
 
In Mannheim konnt e die Steige rung der ambulanten H ilfeformen z um einen auf den 
quantitativen Ausbau de r am bulanten Bet reuungsformen (vo r allem SPFH und Ausbau der 
sozialen Gruppenarbeit) realisiert werden. Im Rahmen der Qualitätsentwicklungsdiskussionen mit 
den Freien Trägern wurde gleichzeitig mit der Weiterentwicklung der fachlichen Standards in den 
ambulanten Hilfen begonnen. 
 
Da die Nettoausgaben p ro EW  (KeZ a 30) tro tz der v ergleichsweise hohen Le istungsdichte in  
Viersen auffallend niedrig sind, ebenso wie die Nettoausgaben pro Fall (KeZa 31) (vgl. hierzu 
Inputanalyse in Abschn itt 4.3.1) , ist  davon auszugehen, das s in Vier sen in besonders hohem  
Ausmaß niedrigschwellige und wen ig eingriffsintensive ambulante Hilfeformen erbracht werden.  
Strategie de r Stadt ist e s, dadurch eine Ve rfestigung de r Pr oblemlagen durch die fr ühzeitige 
Installierung niedrigschwelliger Hilfen zu vermeiden.  
 
In Potsdam, Siegen, Bremerhaven und Rostock  haben im Berichtsjahr Kinder und Jugendliche 
und ihre Familien vergleichsweise selten die hier definierten ambulanten HzE+ erhalten.  
 
In allen v ier St ädten liegt de r Anteil a mbulanter Fä lle an a llen Fällen ebenfalls unter dem 
Mittelwert der acht Benc hmarkingstädte. Das bedeutet, es werden in diesen Städten mehr Fälle 
stationär als ambulant betreut.  
 
In welchem Ausmaß dies in den einzelnen Städten erfolgt, ist jedoch sehr unterschiedlich, wie  
die ebenfalls in diesem K apitel abgebildete Grafik 52.a zeigt. So zeigt sich f ür Bremerhaven die 
im Vergle ich mit Abstan d höchste Dichte stati onärer Fälle , hingegen für Potsdam  die fast 
geringste stationäre Dichte im Vergleich.  
 
Im Fo lgenden ist die Grafik KeZa 52.a abgebildet, die Z ahl de r stat ionären Fälle p ro jung en 
Einwohner, auf die in diesem Kapitel mehrmals Bezug genommen wird.  
con_sens 
33

Abb. 10: HzE+ -Fälle stationär pro 100 EW 0 bis unter 21 Jahre (KeZa 52.a) 
KeZa 52.a: 
HzE+-Fälle stationär am 31.12. des Berichtsjahres 
pro 100 Einwohner 0 bis unter 21 Jahre
1,72
0,65
1,17
0,99
1,29
2,37
0,85
1,18
1,37 1,36 1,301,23
1,40 1,361,25
0,93
1,33
0,00
0,50
1,00
1,50
2,00
2,50
BHV DA KA MA P HRO SI VIE
2004 2005 Mittelwert 2005
 
 
Wie oben bereits ausgeführt, ist die Interpretation der Entwicklungstendenzen in den Städten auf 
der Basis von zwei Jahrgängen nur zurückhaltend vorzunehmen.  
 
Dies gilt insbesondere für die stationären Fallzahlen, da die a bsoluten Zahlen stationärer Hilfen 
oftmals gering sind, wie in der folgenden Tabelle abgebildet ist.  
 
Abb. 11: Stationäre HzE+-Fälle in absoluten Zahlen 2005 
BHV DA KA MA P HRO SI VIE
HzE+-Fälle stationär 
gesamt 
(inklusive Fälle nach 
§33 SGB VIII) 2005
577 236 638 764 266 480 294 215
HzE+-Fälle 
nach § 33 SGB VIII 
 2005 321 71 238 322 60 85 164 114
Einwohner           
unter 21 Jahre 24.361 27.672 53.853 61.082 28.526 34.946 21.602 16.511
 
 
 
 
4.2.2.2. Anteil ambulanter Fälle an allen Fällen (KeZa 53.a) 
 
Wie e ingangs im Kapite l 4.2. 2 ausgeführt, wi rd zusätzlich zur Analys e der  am bulanten u nd 
stationären Leistungsdichten (KeZa 51.a und KeZa 52.a) der Anteil ambulanter HzE+-Fälle an 
allen HzE+-Fällen einer Stadt ausgewertet (KeZa 53.a).  
 
con_sens 
34

Ziel ist es, in der Zus ammenschau dieser Kennz ahlen Hinweise darauf zu  erhalten, wie es den 
Städten gelingt, den Gr undsatz ambulant vor stationär in die Prax is umzusetzen und weiter zu 
stärken.  
 
In diesem Zusammenhang kann anhand des Anteils ambulanter HzE+-Fälle an allen HzE+-Fällen 
das gesamte Leistungsportfolio der Stadt veranschaulicht werden.  
 
Wenn der O utput des Leistungsgesc hehens der erzieherischen Hilfe n durch eine st arke Rolle  
ambulanter Hilfeformen, d.h. durch einen hohen Anteil in Prozent gekennzeichnet ist , sind gute 
Praxisansätze vor Ort zu vermuten.  
 
Dies gilt in sbesondere wie schon ben annt dann, wenn  e s der Stadt gelingt, insgesamt 
vergleichsweise selten intervenie ren zu mü ssen. Informatio nen hierü ber werden im  
Benchmarking anhand der Leistungsdichte insgesamt gewonnen (vgl. KeZa 50.a).   
 
In der fo lgenden Gr afik wird de r Antei l am bulanter HzE +-Fälle an a llen HzE +-Fällen des  
Berichtsjahres abge bildet. Die Analys e der Erge bnisse sind im vorherige n Kapitel 4. 2.2.1 in 
Zusammenhang mit der Auswertung der ambulanten und stationären Dichten näher ausgeführt.  
 
Abb. 12: Prozentanteil der ambulanten HzE+-Fälle an allen HzE++-Fällen (KeZa 53a) 
KeZa 53.a: Anteil ambulante HzE+-Fälle am 31.12. des Berichtsjahres 
an allen HzE+-Fällen am 31.12. des Berichtsjahres
58
44 45
58
n.v.
49
77
53
47
57
49
47
59
55
67
35
52
0,00
10,00
20,00
30,00
40,00
50,00
60,00
70,00
80,00
BHV DA KA MA P HRO SI VIE
2004 2005 Mittelwert 2005
 
 
 
 
con_sens 
35

4.2.3.  Stationäre Hilfearrangements: Vollzeitpflege oder Heimunterbringung?  
 
Zielsetzung des Bundesgesetzgebers sowie der Jugendämter vor Ort ist es,  erzieherische Hilfen+ 
möglichst passgenau auszugestalten, dabei aber so weit wie möglich das soziale Umfeld der 
Kinder und Jugendlichen zu erhalten und st ationäre H ilfearrangements z u verme iden (§  27  
SGB VIII). Mit dem I nkrafttreten des SGB V III wurde die  Hoffnung verbunden, dass die  
Pflegefamilien als vorran giges Instrument gegenüber einer Heimunterbringung nach §§ 34, 3 5 
oder auch 35a SGB VIII etabliert werden können.  
 
Die fachliche Überlegung ist hier, dass Pflegefamilien Kindern und Jugendlichen im Rahmen der 
Vollzeitpflege nach § 33  SGB VIII die Mög lichkeit bie ten, in einem f amiliären Bezugs rahmen 
aufzuwachsen und positive und verlässliche Beziehungen einzugehen.  
 
Dabei gilt selbstverständlich auch hie r, dass die P assgenauigkeit der Hilfeform prioritär ist. Der  
Abbruch e ines Pflegev erhältnisses ist insbe sondere für  die Pf legekinder als erneute  
Verlusterfahrung enorm belastend und sollte da her unbe dingt verm ieden werden.  Aus diesem 
Grund wird der Be nchmarkingkreis perspektiv isch im Rahmen seine r Outcome-Analyse die 
Abbruchquoten von Pflegeverhältnissen auswerten. Dies wird weitere Rückschlüsse auf effektive 
Steuerungsansätze vor Ort ermöglichen. 
 
Anhand der beiden folgenden Indikatoren soll die Frage beleuchtet werden, in welchem Umfang  
es den Juge ndämtern ge lingt, junge Menschen alternativ zu e iner H eimunterbringung in eine r 
Pflegefamilie zu betreuen.  
 
 Wie viele der stationäre n HzE +-Fälle ei ner Stadt werd en in For m von Vol lzeitpflege 
geleistet ? (KeZa 56) 
 
 Zusätzlich gilt es, die Perspekt ive zu be rücksichtigen, wie  oft überhaupt statio näre 
Hilfeformen geleistet werden, de nn grundsätzlich gilt die Z ielsetzung, stat ionäre 
Hilfeformen soweit wie möglich zu vermei den (KeZa 55). Daher wird in der Grafik KeZa 
55 (am Ende dieses Kap itels) abgebildet, welchen Anteil die Fälle mit Le istungen nach 
§ 33 SGB VIII und n ach § 34 SGB VI II im Hin blick auf die Fallzahl insgesamt 
ausmachen.  
 
Die folge nde Grafik bildet den Ante il de r statio nären Fälle  
nach § 33 SG B VI II sowie den Ant eil der sonst igen 
stationären Fälle an allen stationären Fällen (nach §§ 33, 34, 
35, 35a, 19, 20, 21, 27.2, 41 SGB VIII) ab.  
Definition KeZa 56 
Anteil der stationären HzE+-Fälle 
nach § 33 SGB VIII 
und Anteil der sonstigen stationären
HzE+-Fälle 
 
an allen stat. HzE+-F ällen (nach
§§ 33, 34, 35,  35a, 19, 20,  21,
27.2., 41 SGB VIII)  
 
Stationäre Fälle sind nac h der Def inition des Benchmarking-
kreises st ationär ausgestaltete H ilfesettings nach §§ 
33,34,35,35a, sowie  in ei ner weniger  relev anten 
Größenordnung stationär gestalte te Leistungsarrangements 
nach §§ 19, 20, 21, 27.2, 41 SGB VIII.  
 
Das bedeutet, dass die Zahl der Leistungsbezieher nach § 33 SGB VIII (Vo llzeitpflege) in Bezug 
gesetzt wird zu allen stationären Hilfeempfängern, auch zu den Hilfeempfängern nach §§ 35 und 
35a SGB VIII, da auch hier grundsätzlich eine Betreuung in Pf legefamilien möglich ist. Dies ist 
auch deshalb sinnvoll, we il die Gewährungspraxis der Jugendämter bei ähnl icher 
Problemkonstellation unterschiedlich ist. Was das eine Jugendamt als Hilfe nach § 35a SGB VIII 
gewährt, wird in einer anderen Stadt als Hilfe nach § 34 SGB VIII bewilligt.  
 
Die Bezugsgröße für die Z ahl der jungen Menschen in Pflegefamilien beinhaltet auch Leistungen 
nach § 42 SGB VIII. Darin besteht eine gewisse Unschärfe im Hinblick auf die Frag estellung, 
con_sens 
36

weil es sich  bei Inobhutnahmen um eine kurz fristige v orübergehende stationäre Betreuung  
handelt, die in unterschiedliche Betreuungsarrangements münden kann. Es handelt sic h hierbei 
aber auf Grund der Stichtagszählung um sehr ge ringe Fallz ahlen, die v ernachlässigt werde n 
können. 
 
Die Bezugsgröße fü r die Zahl der Leistungsbezieher nach § 33 SGB VIII be inhaltet auch 
Leistungen nach § 19  SGB VI II, gemeinsame Wohnformen für Mütter mit ihren Kindern. Auch 
hier h andelt es sich um eher geringe Fallzahlen, zudem gibt es  im  Einzelfall du rchaus die 
Möglichkeit, auch für diese Klientel Pflegefam ilien zu finden, z.B. gibt es Modelle, im Rahmen 
dessen junge Mütter und ihre Kinder in Familien betreut werden. 
 
Abb. 13: Anteil der stationären HzE+-Fälle mit u. ohne § 33-Fälle an allen stat. HzE+ -Fällen (KeZa 56) 
KeZa 56: Prozentanteile der stationären HzE+-Fälle mit und ohne Vollzeitpflege 31.12. 
an allen stationären HzE+-Fällen am 31.12.2005 
44,4
69,9
62,7 57,9
77,4 82,3
47,0
60,7
55,6
30,1
37,3 42,1
22,6 17,7
53,0
44,2
39,3
55,8
0%
20%
40%
60%
80%
100%
BHV DA KA MA P HRO SI VIE MW 
Anteil stationären HE am 31.12. ohne Vollzeitpflege 31.12. Anteil Vollzeitpflege 31.12.
 
 
Zunächst zeigt diese Grafik KeZa 56, dass die Vollzeitpflege nach § 33 SGB VIII mit einem Anteil 
von knapp 40 Prozent an allen stationären Fällen nicht vorrangig gewählt wurde, um Kinder und 
Jugendliche stationär zu betreuen.  
 
Mit In-Kraft-Treten des SGB VIII wurden große Erwartungen in den Ausbau der Vollzeitpflege als 
Familien ersetzende Hilfe gesetzt. Dahinter stand und steht die oben bereits benannte fachliche 
Vorstellung, dass das Le ben in einer Familie für Kinder und Jugendliche die bestmögliche Form 
einer unvermeidbaren Fremdunterbringung ist.  Die Erwart ungen, dass das Instru ment de r 
Vollzeitpflege nach § 33 SG B VI II g egenüber de r Heim unterbringung n ach §§ 34, 35, 35a 
SGB VIII vorrangig wird, erfüllen sich jedoch bundesweit nicht nur in diesem Benchmarkingkreis 
kaum.  
 
Siegen, Bremerhaven und V iersen allerdings ist  es  im Be richtsjahr gel ungen, m ehr statio näre 
Fälle in Pflegefamilien als in Heimen zu betreuen.  
 
In Siegen handelt es sich in zahlreich en Fällen um bereits lang andauernde Hilfen, die Kinder 
und Jugendliche haben in der Pflegefamilie ihren neuen Lebensmittelpunkt gefunden.  
 
Siegen be richtet von einer rückläuf igen Tendenz bei der Vermittlung in Pflegefamilien, die im  
Wesentlichen auf die Prax is der F amiliengerichte zurückgef ührt wird. Ge richtliche 
Entscheidungen gem. § 1666 BGB sind langwierig und schaffen nach den Erfahrungen der Stadt 
con_sens 
37

während des laufenden Verfahrens häufig keine Klarheit hinsichtlich de r Lebensperspektive für 
die Kinder.  
 
Um die Rückkehroption in die He rkunftsfamilie nicht zu verbauen, beschl ießen Familiengerichte 
intensive Be suchskontakte zu den leiblichen Elter n, was häufig zu einer für Pflegefamilien als  
schwierig empfundenen Belastung führt. Dies fü hrt dazu, dass die Juge ndämter in derart igen 
Fällen die K inder in He imen ode r Kleinstg ruppen unterbring en und n icht auf Pflege familien 
zurückgreifen können. 
 
Viersen kann gleichzeitig darauf ve rweisen, weniger als die  Hälfte aller HzE +-Fälle station är 
betreut zu h aben (vg l. K eZa 55). Es ist hie r also gelu ngen, vergleichsweise wenige s tationäre 
Leistungen zu erbring en und g leichzeitig für einen hohen Anteil der s tationären Fälle ein e 
Pflegefamilie zu finden.  
 
Ein Erklärungsfaktor fü r die erfolgreiche Ak quirierung u nd Betre uung von Pfle gefamilien i n 
Viersen ist, dass die Stadt sich darum bemüht, in der Rege l auch Familien im Rahm en einer 
erzieherischen Hilfe+ zu unterstützen, die mit ihnen verwandte Kinder und Jugendliche betreuen.  
 
Darin zeigt sich eine spezifische konzeptionelle Herangehensweise der Stadt. Ausgangspunkt ist 
die Einsch ätzung, dass Verwandte als Bezugspersonen im Rahmen einer Vollzeitpfle ge nach  
§ 33 SGB VIII von einer Unterstützung des Jugendamtes profitieren und sie auch benötigen, da 
die Situation in den Fam ilien oft auf Grun d der besonderen Dynamik in der Familie kompliziert 
und krisenanfällig sein können.  
 
Erfolgskritische  Prozessfaktoren 
im Pflegekinderwesen 
   Grundphilosophie: Heim ist 
keine Lebensform auf Dauer – für 
alle Kinder und Jugendlichen! 
 
   Verbindlichkeitsgrad der 
Einbindung des PKD 
 
   Externe Überprüfung der 
Heimunterbringung auf 
Notwendigkeit  
 
   Intensive Betreuung von 
Verwandtenpflegestellen 
 
Näheres s. im Kapitel 6 
Qualitatives Benchmarking. 
Interessant im Austausch der Benchmarkingstädte w ar, dass  
die Einschätzung, wie die Verwan dten von Pfleg ekindern auf  
eine Int ervention de s Jugendamtes reagieren, sehr 
unterschiedlich ist. So wurde in Viersen die Erfahrung gemacht, 
dass die Bezugspersonen das Jugendamt als Unterstützung 
wahrgenommen und diese positiv aufgenommen haben.  
 
In anderen Städten wiederum herrscht eher die  Einschätzung, 
Verwandte würden das Agiere n de s Jugendam tes sehr viel  
stärker a ls an dere Pfleg eeltern als u nangemessene 
Einmischung in Familienangelegenheiten verstehen.  
 
Ebenfalls a uffallend positive E rgebnisse im Pfleg ekinderwesen 
weisen wie  gesagt Bremerhave n und Siegen auf, beide 
allerdings mit ein em vergle ichsweise hohen Ante il an 
stationären Fällen insgesamt.  
 
Da Brem erhaven be reits im letzten Berichtsjahr im Ve rgleich noch ohne  die neu en Mitstreiter 
Siegen und Viersen eine n verg leichsweise hohe n Anteil an Leistungen nach § 33 SGB VIII 
aufwies, hatte der Benchmarkingkreis in diesem Projektjahr die Gelegenheit, die Bremerhavener 
Vorgehensweise und ko nzeptionellen Überleg ungen im  Pf legekinderwesen n äher kennen zu  
lernen.  
 
Hieraus haben sich zahlreiche Hinw eise zur pr ozessualen Ausgestaltung im Pfleg ekinderwesen 
ergeben. Näheres hierzu ist dem Kapitel 6 zu entnehmen.  
 
Im weiteren Projektverlauf wird auch der Siegener Ansatz näher betrachtet werden können. Als 
Besonderheit festgestellt wurde bereits, dass Siegen die e inzige Stadt im V ergleichsring ist, die  
die Aufgaben eines Pfle gekinderdienstes an ex terne Dienste verge ben hat und nic ht selbs t 
durchführt.  
con_sens 
38

Deutlich seltener nehmen Familien in Potsdam und Rostock Kinder und Jugendliche in Pflege.  
 
Beide Städte sehen die ses Erge bnis, das bereits im letzten Berichtsjah r deutlich wurde, als  
zentrales Entwicklungspo tenzial in de r Arbeit des  Jugendamtes. Rostock hatte im letzten Jahr 
berichtet, im Jahr 2004 eine We rbekampagne zur verstärkten Akquirierung von Pflegeeltern  
gestartet zu haben. Die ersten Erf ahrungen der Stadt sind im Stadtprofil Rostock in 5.6. näher 
ausgeführt.  
 
Auch Pots dam h at im Berichtsjahr a uch vor dem H intergrund der erste n 
Benchmarkingergebnisse Steuerungsaktivitäten gestartet, um den Anteil der statio nären Fälle in  
Pflegefamilien zu erhöhen, insbesondere im B ereich der Öffen tlichkeitsarbeit u.a. in r egionalen 
Medien. Auch die int erne Arbeitsw eise des Pf legekinderdienstes wu rde im Rahmen eine r 
Arbeitsgruppe unter Beteiligung von Pfle geeltern ko nzeptionell überarbeit et. Nähere 
Informationen sind dem Stadtprofil Potsdam (in 5.7.) zu entnehmen.  
 
Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass die Leistungsform „Heim“ zunehmend ausdifferenziert 
und fam ilienähnlicher ausgerichtet wird. Qu asi im Gege nzug werde n im Rahmen der  
Vollzeitpflege nach § 33 S. 2 SGB VIII zunehmend Ang ebote für „besonde rs 
entwicklungsbeeinträchtigte Kinde r und Jugend liche geeigne te Form en der Familienpflege“ 
geschaffen. Die Folge ist, dass sich die Hilfsangebote konzeptionell annähern. Zur begrifflichen 
Abgrenzung hat sich die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter in ihrer Empfehlung 
Hilfe z ur Erziehung in  Pfleg efamilien und i n fami lienähnlichen F ormen (1 5.11.2002 in 
Würzburg) g eäußert. D iese Themat ik wird im nächsten Projektjahr des Benchmarkingkreises  
näher bearbeitet. 
 
Im Fo lgenden ist die G rafik KeZ a 55 abgebildet, auf die im Analyset ext mehrfac h Bezug  
genommen wird.  
 
Abb. 14: Anteil der stat. HzE+-Fälle nach § 33 und Anteil der sonstigen stat. HzE+ ohne § 33 (KeZa 55)  
KeZa 55: 
Anteil der stat. HzE+-Fälle nac h § 33 und  Anteil der sonst igen st at. HzE+-Fälle ohne § 33 
an al len HzE+-Fällen am 31.12. d. Bj. 
36,4
9,8 9,1
30,4
22,1 19,3
22,9
25,7
26,1 40,7 42,2
24,1
19,6 28,8
19,015,3 11,9
29,1
0
20
40
60
80
100
BHV DA KA MA P HRO SI VIE MW 
Anteil stationäre HzE+-Fälle nach §33 Anteil stationäre HzE+-Fälle (ohne §33-Fälle)Prozent
 
41,7
54,5
51,352,6
45,2
41,0
32,7
65,5
48,1
con_sens 
39

4.3  Inputindikatoren  
 
Die Inputindikatoren bilden ab, was die Städte in das Leistungsgeschehen HzE++ hineingeben, um 
ihre Zielsetzungen in den Hilfen zur Erziehung+ zu erreichen.  
 
 Der Blick auf die Nettoausgaben HzE++ gesamt pro Einwohner unter 21 Jahre (KeZa 
30) verdeutlicht, wie viele finanzie lle Mittel der Kommune im Berichtsjahr für Kinder 
und Jugendliche in Zusammenhang mit HzE++ geflossen sind.  
 
 Die An alyse der Nettoausgaben HzE ++ gesamt pro Fall (KeZa 31)  hing egen macht  
Kostenunterschiede in der Betreuung der Fälle in den einzelnen Städten transparent.  
 
 Die Auswertung der Personalressourcen pro Fall (KeZa 20_21 sowie die KeZa 22) , 
die für die einzelnen Aufg abenfelder des Jugendamtes eingesetzt werden, ermöglicht 
Hinweise auf unterschiedliche personalpolitische Konzepte.  
 
 
 
4.3.1. Nettoausgaben pro Einwohner (KeZa 30) und Nettoausgaben pro Fall (KeZa 31) 
 
Welche finanziellen Mittel werden in den 
Benchmarkingstädten fü r erzieherische  Hilfen + 
aufgewendet? Dies bildet die Kennzahl der Nettoausgaben 
gesamt pro  jungen Einwohner u nter 2 1 Jahren ab 
(KeZa 30).  
Definition der Kennzahl 
 
Nettoausgaben pro Einwohner  
(KeZa 41) 
 
Netto-Ausgaben HzE ++ gesa mt pro 
Einwohner 0 bis unter 21 Jahre 
 
Wirkungsfaktoren 
 
▲ Anstieg  der Netto-Ausgaben 
entsteht durch 
· Zunahme der Ausgaben 
· Abnahme der Einnahmen oder 
· Abnahme der Einwohner 
 
▼ Sinken der Netto-Ausgaben entsteht 
durch  
· Abnahme der Ausgaben 
· Zunahme der Einnahmen oder 
· Zunahme der Einwohner 
 
 
Hohe Leistungsdichten schlagen  sich hier di rekt ni eder. 
Eine Stadt, in der vergleichsweise oft Hilfen zur Erziehung+ 
erbracht werden, wird auch entsprechende Nettoausgaben 
pro EW aufwenden.  
 
Darüber hinaus wird betrachtet, wie  viele N ettoausgaben 
pro Fall aufgewandt werden (KeZa 31).  
 
Anhand dieser Kennzahl können Hinweise auf die Effiz ienz 
des Ressourceneinsatzes gewonnen werden. Auf der Basis 
der Nettoausgaben pro Fall lassen sich daher Hinweise auf 
Erklärungsfaktoren für die Ausgabenentwicklung  und die  
Steuerungspotenziale einer Stadt gewinnen.  
 
Diese Kennzahl wird im Gegensatz zu den Nettoausgaben pro EW nicht durch die Häufigkeit der 
Inanspruchnahme von erzieherischen Hilfen+ beeinflusst.  
 
Unter Ausgaben werden die Ist-Ausgaben, die tatsächlich geflossenen Mittel des Haushaltsjahres 
verstanden. Führt dies in einem relevante n Ausmaß zu buc hungstechnischen Versch iebungen 
aufgrund von nicht periodenmäßig abgegrenzten Haushaltsmitteln, wird darauf im Rahmen de r 
Berichtslegung hingewiesen.  
con_sens 
40

Im Rahmen des Benc hmarking werde n die Nettoausgaben für Hilf en zur Erziehung+ 
ausgewertet. Hierzu werden die Brutto-Ausgaben für HzE+ e rhoben, die wie in der f olgenden 
Abbildung definiert werden. Abgezogen werden hiervon die Einnahmen der Kommunen.  
 
 
Bestandteile der Bruttoausgaben für Hilfen zur Erziehung+ 
Die Brutto-Ausgaben für die HzE+ setzen sich wie folgt zusammen:  
 Personalausgaben für die Tätigkei t des ASD. Inklusive Ber atungsanteile im  Vor feld zur  Kl ärung von
HzE++- Maßnahmen (nach §§ 16, 17, 18 SGB VIII), fallübergreifende Stadtteilarbeit für junge Menschen,
Mitwirkung in familienrechtlichen und vormundschaftlichen Verfahren.  
 Personalausgaben für die Tätigkeit der Wirtschaftlichen Jugendhilfe, 
 Personalausgaben für die operativen Tätigkeiten der HzE++  
 Ausgaben für die extern erbrachten Hilfen zu r Erziehun g+ (mit Pflege kinderdienst, aber ohne
Adoptionsstelle, ohne Jugendgerichtshilfe).  
Die Zie lsetzung de r Jug endämter besteht hier  darin, die ko mmunalen Ressourcen möglichst 
effizient und wirksam im Sinne des SGB VIII einzusetzen. Das  bedeutet zum einen, dass nur die 
Hilfen gewährt werden, die auch notwendig sind.  
 
Zum an deren ist damit auch geme int, dass sic h die H ilfeerbringung auf die  Umset zung de r 
Hilfeplanung konzentrieren soll. D iskrepanzen zw ischen de m in de r Hilfeplanu ng formulierte n 
Auftrag und den eingesetzten Leistungen sollen möglichst minimal gehalten werden.  
 
Dabei sind die Nettoausgaben ob pro EW o der wie im we iteren Kapitel abgebildet pro Fall in 
ihrer Zusammenschau mit der Outputanalyse zu interp retieren. N iedrige oder hohe  Ausgaben  
sind isoliert betrachtet keine Zielsetzung der Jugendämter.  
 
Die folgende Grafik bildet die Net toausgaben pro jungen Einwoh ner unter 21 Jahre ab. 
Differenziert dargestellt  werden die Ausgaben  für die einzelnen Aufgabenfelder, wobei die 
Ausgaben für die Wirtschaftliche Jugendhilfe und de n ASD hier zu sammengefasst werden. 
Differenziertere Aussag en zu den  einzelnen  Aufgabenf eldern sind der Analyse de r 
Personalressourcen zu entnehmen (vgl. 4.3.2).  
con_sens 
41

Abb. 15: Nettoausgaben HzE+ gesamt pro EW 0- unter 21 Jahre (KeZa 30) 
KeZa 30: 
Netto-Gesamtausgaben HzE+ 
pro Einwohner 0 bis unter 21 Jahre 
437
710
436
748
456
501
578
564 539
475 472
537
584
694
538
431
558
0
100
200
300
400
500
600
700
800
BHV DA KA MA P HRO SI VIE
2004 2005 Mittelwert 2005
 
 
Potsdam, Siegen und Viersen haben im Berichtsja hr deutlich weniger Ne ttoausgaben für Hilfe n 
zur Erz iehung+ pro EW unter 2 1 J ahren aufg ewandt als ih re Vergle ichspartner. H ierfür gi bt 
stadtspezifisch sehr unterschiedliche Erklärungsfaktoren.  
 
Für Potsdam sind die unterdurc hschnittlichen Nettoausgabe n pro  jungen Einwohner  
insbesondere auf die im Vergleich sehr geringe Leistungsdichte zurückzuführen.  
 
In Siegen hingegen mit einer Leistungsdichte, die nur leicht unter dem Mittelwert liegt, dürften 
insbesondere die vergleichsweise geringen Fallkosten ein Erklärungsfaktor für das Erg ebnis sein 
(s. KeZa 31 in diesem Abschnitt).  
 
Diese sind vor dem Hintergrund überraschend, dass der Anteil der stationären und in der Regel 
kostenintensiveren Fälle an den Gesamtfällen in Siegen deutlich über dem Mitte lwert liegt  
(s. KeZa 53.a).  
 
Zum T eil liegt dies dara n, da ss mehr als die Hä lfte al ler sta tionären Fä lle in S iegen in 
Pflegefamilien leben können. Neben den posit iven Sozialisationsmöglichkeiten, die sich für die  
Kinder und Jugendlichen dadurch ergeben, handelt es s ich hier auch in de r Rege l um eine  
deutlich weniger kostenintensive Hilfeform.  
 
Des Weit eren handelt es sich in Siegen bei einem  ho hen Ante il der Le istungen nach 
§ 34 SGB VIII um Erzie hungsstellen in professi onelle Pfleg efamilien, die im Vergl eich zu  
Heimerziehung weniger kostenintensiv sind.  
 
Ferner könnte sich auswirken, dass Siege n be i der Gewäh rung von Zu satzleistungen für di e 
Regelbetreuung im Rahmen stationärer Unterbringung eine restriktive Praxis zugrunde legt. Nach 
Einschätzung der Stadt gelingt dies deshalb, weil das Jugendamt eng mit den örtlichen Anbietern 
kooperiert und eine ortsnahe Belegungspolitik verfolgt. Dies führt nebe n der Stabilisierung des  
con_sens 
42

Preisniveaus auch zu einem effektiven Qualitätsdialog zwischen öffentlichem und freiem Träger 
der Jugendhilfe.  
 
Diskutiert wurde im Kreis auch die Thematik, in welcher Form sich die ortsnahe Betreuung auf 
die Dauer einer Hilfe auswirken kann. Angenommen 
wird, dass die Hilfeplanung und die 
Zusammenarbeit mi t d en 
Personensorgeberechtigten sehr viel effekt iver 
erfolgen k ann. Im nächsten Proj ektjahr wird in 
diesem Z usammenhang zu klären sein, was unter 
„ortsnah“ jeweils verst anden wird. Hier scheint es 
sehr unterschiedliche Definitionen in den Städten zu 
geben, die auch mit de r jeweiligen geograf ischen 
Lage beispielsweise als Oberzentrum etc. zu tun 
haben kann.  
 
Das Kennzahlenergebnis in Viersen ist durch unter 
dem Mitte lwert liegende  Nettoausg aben p ro EW  ch arakterisiert. Diese e rklären s ich bei der 
deutlich ü berdurchschnittlichen Leistungsdichte der Stadt in erster L inie da durch, d ass das  
Leistungsportfolio der Stadt im Berichtsjah r durch einen großen Anteil an ambulanten 
Hilfearrangements gekennzeichnet ist. An den vergleichsweise sehr geringen Fallkosten wird dies 
ebenfalls deutlich.  
Erklärungsfaktoren für  
niedrige Nettoausgaben pro EW 
 Geringe Leistungsdichte (KeZa 50.a.) 
 Geringe Fallkosten (KeZa 31) auf 
Grund eines hohen Anteils an 
ambulanten Fällen (KeZa 53.a.) 
 Geringe Fallkosten auf Grund eines 
hohen Anteils an Pflegefamilien 
 Faktoren bei der Ausgestaltung der 
Leistungsbeziehung zwischen 
Leistungsträger und Anbieter 
 
Hinzu kommt, dass es der Stadt Viersen im Berichtsjahr ebenso wie Siegen und Bremerhaven 
gelungen ist, viele ihrer stationären Fälle in Pflegefamilien zu betreuen. Es ist davon auszugehen, 
dass es darüber hinaus weitere Faktoren gibt , beisp ielsweise be i de r Ausgestalt ung de r 
Leistungsbeziehung zwischen Leis tungsträger und Anbieter, die es im  weitere n 
Benchmarkingprozess zu eruieren gilt.  
 
Nettoausgaben pro EW, die deutlic h über dem  Mittelwert der acht Ve rgleichsstädte liegen, 
weisen Bremerhaven und Rostock auf.  
 
Der Wert in Bremerhaven ist darauf zurückzuführen, dass erzieherische Hilfen+ im Vergleich sehr 
oft erbracht  werden ( KeZa 53.a) , die Fallk osten hinge gen lieg en trotz eine s deutlic h 
überdurchschnittlichen Anteils an stationären Hilfen sogar unter dem Mittelwert.  
 
Obwohl auch Bremerhaven mehr seiner stationäre n Fällen in Pflegef amilien betreut, dürfte die s 
nicht alleiniger Erklärungsfaktor für die niedrigen Fallkosten sein. Auch hier gilt es im  weiteren 
Projektverlauf die Ausgestaltung der Leistungsbeziehung zwischen Kommune und Anbieter näher 
zu betr achten. E inige Im pulse sin d bereits dem  Sta dtprofil Bremerhaven im K apitel 5.1 . zu 
entnehmen.  
 
In Rostock hingegen sind die hohen Nettoausgaben pro EW nicht auf eine  hohe Leistungsdichte 
zurückzuführen, diese liegt nur leicht übe r dem Mittelwert. Zentraler Erklärungsfaktor für  das 
Ergebnis ist die Höhe der Fallkosten.  
 
An dieser Stelle wirkt sich aus, dass Rostock seine fallu nspezifische und fallübergreifende Arbeit 
ausgebaut hat, um verstärkt Ressourcen im Sozialraum zu mobilisieren und Hilfen zur 
Erziehung+ soweit wie möglich bereits im Vorfeld zu vermeiden. Die Kosten für die 
fallübergreifende Arbeit werden ebenso wie die übrigen Hz E+-Ausgaben auf die Gesamtzahl de r 
HzE+-Fälle bezogen. W enn es daher gelingt,  du rch fallübe rgreifende Arbeit alternative  
Unterstützungsarrangements zu installieren und form ale H zE+ zu ve rmeiden, sinkt die 
Bezugsgröße für die HzE +-Kosten, die „Fall“-Kosten steigen in der Fo lge. Die Ergebnisse aus  
Rostock könnten ein Hinweis auf gute Praxis im Sinne einer verstärkten Hilfevermeidung sein.  
con_sens 
43

Die We rte der übrig en Städte gruppieren sich  um den Mittelwert, Darm stadt und Mannheim 
leicht unter, Karlsruhe leicht über dem Mittelwert.  
 
Darmstadt verfolgt die fachliche Strategie, ambulante Hilfearrangements durch einen ggf. auch 
sehr intensiven Ressourceneins atz so auszuge stalten, dass Kindern und Jugendlichen ein Leben 
in ihre r Her kunftsfamilie auch bei schwierige n Konstel lationen und P roblemlagen e rmöglicht 
wird. Daraus folgt für Darmstadt, dass ein hohe r Anteil ambulante r Hilfen weder zu niedrigen 
Nettoausgaben pro EW noch zu niedrigen Fallkosten führt. Das Ergebnis der Stadt mit unter dem 
Mittelwert liegenden Ne ttoausgaben pro jungen Einwohner ist davon unabhängig auch aus rein 
fiskalischer Sicht positiv zu bewerten.  
 
Für K arlsruhe werden le icht über de m Mitte lwert liegende N ettoausgaben pro EW abge bildet. 
Dies ko rrespondiert mit  dem Ergebnis, dass die Leistungsdichte der Stadt de utlich ü ber dem  
Mittelwert liegt, gleichzeitig aber der Anteil ambulanter Fälle an allen HzE+-Fällen deutlich höher 
ist als der Mittelwert der acht Benchmarkingstädte. 
 
Entwicklungstendenzen in den Städten 
 
Grundsätzlich sind die Wirkungsfaktoren der Kennzahl bei der Analyse von stadts pezifischen 
Entwicklungstendenzen zu berücksichtigen. So kann ein Anstieg der Nettoausgaben im Vergleich 
zum Vorjahr nicht nur darauf zurückzuführen, sein, dass Ausgaben steigen, sondern auch darauf, 
dass die Einnahmen weniger geworden sind oder auch, dass die Einwohnerzahl zurückgegangen 
ist (s. auch Abb. zu Wirkungsfaktoren zu Beginn des Kapitels).   
 
Generell ist zu berücksichtigen, dass die Ergebnisse auf der Basis  von zwei Jahrgängen 
zurückhaltend zu interpretieren sind. Zu prüfen ist, ob Schwankungen im Vergleich zum Vorjahr 
auf zufällige Entwicklungen und quasi natürliche Bewegungen in der Entwicklung der Ausgaben 
und Fallzahlen zurückzuführen sind.  
 
Auffallend ist im Hin blick auf M annheim, dass die Ausgaben pro Einwohner unt er 21 Jahre 
minimal gesunken sind, obwohl die Leistungsdichte im gleichen Jahr merklich gestiegen ist (vgl. 
KeZa 50.a).  
Zum Teil erklärt sich dies daraus, dass die Steigerung der Man nheimer Fallzahlen nur auf eine 
Steigerung der ambulant en Fälle zurückzuführen ist, die Anz ahl der stationä ren Fälle hat sich 
kaum ve rändert (e rkennbar auch an de n Dichte n KeZ a 51.a und KeZ a 52. a). Inso fern ist es  
kaum überraschend, dass di e Ne ttoausgaben pro HzE +-Fall in Mannheim im Ve rgleich zum  
Vorjahr deutlich gesunken sind. Dies ist auch ei n Beleg für einen effizient eren Mitteleinsatz, da 
mit dem vorhandenen Budget mehr Familien erreicht wurden. 
 
Dies erklärt das E rgebnis allerdings nur zum Tei l die F rage, wie es Man nheim gelungen ist, di e 
Nettoausgaben pro Einwohner trotz deutlich steigender Dichte auf gleichem Niveau zu halten, da 
auch am bulante Leistungen selbst verständlich Kosten ve rursachen. Beispielsweise weist  
Karlsruhe bei einer v ergleichbaren Steigerung der ambulanten Dichte  und einer ebenf alls 
gelungenen Stabilisierung der stationären Fallzahlen eine Steigerung bei den Nettoausgaben pro 
EW auf.  
 
Erklärunsgfaktor für  das Er gebnis in Ma nnheim ist auch  die in Mannheim durchgeführte  
kostenneutralen Steigerung der am bulanten Fälle, d.h. es wurden Tagesgruppenp lätze reduziert 
und die gewonnenen Finanzmittel in gleicher Höhe für den A ufbau einer größeren Anzahl von 
Plätzen in Angeb oten der Sozialen Gruppenarbeit eingesetzt. Das erklärte Ziel des Fachbereichs 
im Rahmen des Umstrukturierungsprozesses ist hier die frühzeitigere Unterstützung der Familien 
zur Vermeidung kosten- und eingriffsintensiverer Hilfen. 
 
con_sens 
44

Im Folgenden wird die G rafik der Ausgaben pro 100 HzE+-Fälle abgebildet, auf die im obigen 
Analyseabschnitt Bezug genomme n wird.  Die eingan gs ausgefüh rte Def inition für die  
Nettoausgaben gilt hier entsprechend. 
Definition der erhobenen vollzeitverrechneten Mitarbeiter für Hilfen zur Erziehung+ 
 Der Allgemeine Soziale Dienst (ASD)  mit steuernden Funkti onen wie der Einschätzung des Hilfebedarfs
und der Führung des Hilfeplanprozesse s. Aufgaben, die für di e HzE+ wie si e im Benchmar king definiert
werden, anfallen. Inklusive: Arbeitsanteile nach §§ 16,17,18 SGB VIII, für sozialraumorientierte Netzwerk-
und Stadtteilarbeit für die Zielgruppe junger Menschen, Anteile der mittleren Führungsebene, die für HzE+
eingesetzt werden. 
 Die Wirtschaftliche Jugendhilfe (WJH) mit administrativen Aufgaben beispielsweise der Zahlbarmachung,
der Heranziehung zu den Kosten inkl. der Beitreibung, der Überprüfung von Zuständigkeiten etc.  
 Die intern wahrgeno mmene Durchfüh rung von Hilfen zur Erziehu ng+ wie beispielsweise de r
Pflegekinderdienst oder  die Dur chführung von flexiblen ambulanten  Hilfen, ohne  Aufgaben in
Zusammenhang mit Adoptionsfällen.  
 Ohne: Mitarbeiter des Overhead (Jugendhilfeplaner, Controller, Mitarbeiter in Stabstellen) 
 Ohne: Externe, die Hilfen zur Erziehung+ durchführen. Da sie auf Grund der Abrechnungsmodalitäten mit
externen Leistungserbringern nicht erhoben werden können, werden sie im Rahmen der Inputanalyse in
den Ausgabegrößen für die externe Durchführung von HzE+ abgebildet.  
 
Abb. 16: Nettoausgaben HzE+ gesamt pro Fall (KeZa 31) 
KeZa 31: 
Netto-Ausgaben HzE+ gesamt 
pro Fall am 31.12.
9.027
20.445
20.432
20.626
23.170
25.924
17.936
15.778
20.651
20.211
19.411
24.275
18.283
15.108
19.201
27.944
20.636
0,0
5.000,0
10.000,0
15.000,0
20.000,0
25.000,0
30.000,0
BHV DA KA MA P HRO SI VIE
Netto-Ausgaben HzE+ gesamt (Jahressumme) pro Fall am 31.12. 2004
Netto-Ausgaben HzE+ gesamt (Jahressumme) pro Fall am 31.12. 2005
Mittelwert 2005
BHV: Die starke Steigerung von 2004 zu 2005 ist auf einen erhebungstechnischen Fehler bei der Fallzählung im Jahr 2004 zurückzuführen, 
daher sind die Werte für ´04 schraffiert und aus dem MW genommen. 
 
 
 
4.3.2 Mitarbeiter 
 
Im Folgenden werden die Personalressourcen der Städte pro Einwohner und pro Fall abgebildet. 
Es wird differenziert dargestellt, für welche Aufgabenfelder die Mitarbeiter der Städte jeweils tätig 
sind. Diese sind in der folgenden Abbildung aufgelistet.  
 
Wenn Mitarbeiter nicht vollständig für HzE+ zuständig waren, wurden ihre den HzE+ zugehörigen 
Stellenanteile ermitt elt, entwede r direkt erhoben aus der Kosten-Leistungsrechnung ode r 
con_sens 
45

qualifiziert g eschätzt -  auf der B asis von em pirischen Erhebunge n und Befragu ngen, die  
beispielsweise in Zusammenhang mit Organisationsuntersuchungen, Personalbemessungen oder 
r Vorbereitung von Stellenbeschreibungen vorgenommen wurden.  
chmarking dient daz u, Hinweise auf  
nterschiedliche personalpolitische Konzepte zu erhalten.  
esamtausgaben für Hilfen zur Erziehung+ ausmachen (vgl. KeZa 35 am 
nde dieses Kapitels).  
fallsteuernden Aufgaben effektiv im Sinne der Zielsetzungen 
er Jugendämter wahrzunehmen.  
ersonalressourcen im ASD und in der WJH 
bracht werden, unabhängig davon, dass ein  A SD häufig  noc h 
eitere Aufgaben wahrnimmt.  
Abb. 17: Anzahl der vollzeitverrechneten Mitarbeiter pro 100 Fälle – nach ASD und WJH (KeZa 20-21) 
zu
 
Die An alyse der Pe rsonalressourcen im Rahmen des Ben
u
 
Der Kennzahlenvergleich zeigt deut lich, dass die verwaltungsinternen Personalkosten einen nur 
geringen Anteil an den G
E
 
D.h. für die  Ressourcen effizienz de r Jugendämt er ist im Hinblick auf den Person aleinsatz in  
erster Linie  die Frage  entscheide nd, wie das Personal eingesetzt wird und über welch e 
Qualifikationen es verfüg t, um die 
d
 
P
 
Die folg ende Grafik bildet ab, wi e vi ele Pe rsonalressourcen die einze lnen Jugen dämter für die  
Fallsteuerung von HzE+ im ASD und für die Wirtschaftliche Jugendhilfe pro 100 Fälle einsetzen. 
Es geht an dieser Stelle nur um die Aufgaben, die für Hilfe n zur Erziehung + entsprechend der 
Definition im Benchm arking er
w
 
KeZa 20_21: 
Vollzeitverrechnete Mitarbeiter für den ASD und für die Wirtschaftliche Jugendhilfe
 pro 100 Fälle 2005
0,8 0,6 0,7 0,5
0,8
0,6 0,6
2,84
2,42 2,24
2,16
3,20 3,50
1,67
2,43
0,70,6
2,56
3,04 3,22
2,23
3,63
3,07 2,98
4,054,03
2,70
0,0
0,5
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
3,5
4,0
4,5
BHV DA KA MA P HRO SI VIE MW
WJH-Mitarbeiter pro 100 Fälle  2005 Interne vollzeitverrechnete (vzv) ASD-Mitarbeiter pro 100 Fälle 2005 Summe ASD + WJH pro 100 Fälle
 
ung durch  die W irtschaftliche Jugendhilfe als wenig  
euerungsrelevant betrachtet wird.  
 
Die Grafik zeigt eine merkliche Spannbreite im Hinblick auf den quantitativen Personaleinsatz in 
der Wirtschaftlichen Jugendhilfe. Diese ist im Rahmen des Benchmarking zu vernachlässigen, da 
die Thematik der Kostenheranzieh
st
 
con_sens 
46

Der ASD hingegen hat  die Aufg abe der Fallst euerung, hier wird übe r den erz ieherischen 
Hilfebedarf und die Aus gestaltung der Hilfearrangements ent schieden. Der A SD ist damit die  
Stellschraube für eine effiziente und e ffektive Steuerung der Hilfe n zur Erzieh ung+. Diese 
strategische Be deutung des A SD wird dadurc h dokumentiert, dass das Volumen, das ein  
inzelner ASD-Mitarbeiter pro Jahr bewegt, im Mittel run d 770.000 Euro be trägt (v gl. hierz u 
terscheidet sich die Personalausstattung im ASD in den acht 
enchmarkingstädten erheblich, die  Zahl der ei ngesetzten v ollzeitverrechneten Mitarbeiter pro  
us dem quantitativen Kennzahlenvergleich erg eben sich unterschie dliche Fragste llungen im  
H
 
e
Grafik KeZa 39 die am Ende dieses Kapitels abgebildet ist).  
 
Wie die Grafik KeZa 20_21 zeigt, un
B
100 Fälle reicht von 1,67 bis 3,5.  
 
A
inblick auf die Personalausstattung im ASD ziehen: 
 Lohnt sich  eine intensiver Ressourceneinsa tz im ASD, damit die Installie rung einer 
passgenauen Hilfe gelingt? 
 Oder ist ein vergleichsweise geringer Personaleinsatz im ASD ein Zeichen für einen effizienten 
Ressourceneinsatz im Jugendamt und hat auch positive Auswirkungen auf die Fallsteuerung?  
 Welche kritische Grenze gibt es im Hinblick auf die Personalausstattung?  
 
Der Kennzahlenvergleich zeigt, dass keine der Thesen eindeutig unterstützt werden kann. Es gibt 
tädte mit hohem Personaleinsatz im ASD und sehr unterschiedlichen Ergebnissen im Hinblick 
von auszugehen, dass qualitative Komponenten der pe rsonalpolitischen Konzepte 
 den Städten relevant sind, um Hinweise auf die Optimierung der Hilfeplanung und Steuerung 
 nächsten Projektjahr sollen daher die Arbe itsabläufe und  die 
ufgabenwahrnehmung in den Allge meinen Sozialen Diensten der Bench markingstädte näher 
adt und in 
iegen ausschließlich den emotional stark beanspruchenden Bereich der erzieherischen Hilfen+, 
ende Frage. R ostock arbe itet de rzeit an  de r Qualif izierung des Personals, um de n 
rgleichsweise hohen Personale insatz im ASD stärke r für die  Optimierung der Hilfeplanung zu 
utzen.  
ersonalressourcen für die verwaltungsinterne Durchführung von Hilfen zur Erziehung+ 
en Grafik wird abg ebildet, wie  viele v ollzeitverrechnete Mit arbeiter in der 
erwaltung Hilfen zur Erziehung + (wie sie im Benchm arking def iniert werde n) selbs t 
S
auf die Fallzahlen und Ausgaben.  
 
Es ist eher da
in
zu erhalten.  
 
Hier gilt es im Rahmen des weiteren Projektverlaufs den Personaleinsatz im ASD in den Städten 
qualitativ zu vergleiche n, um releva nte Unterschi ede un d da von ausgehe nd auch gut e Prax is 
herauszuarbeiten. Im
A
untersucht werden.  
 
So zeigen die bisherigen Ergebnisse des Austausch zum Beispiel, dass Darmstadt und Siegen mit 
einem verg leichsweise eher geringe n Person aleinsatz im ASD gute Erfahrungen m it einer 
verstärkten Arbeitsteilung gemacht hat. So bearbeitet keiner der Mitarbeiter in Darmst
S
sondern ist immer mit mehreren Aufgaben und Themenbereichen betraut.  
 
Auch für R ostock ist aktue ll die konzeptionelle Neugestaltung des Personale insatzes die  
entscheid
ve
n
 
 
P
 
 
In der fo lgend
V
durchführen.  
 
con_sens 
47

Die Definition eines vo llzeitverrechneten Mitarbeiters für HzE +, die oben ausgeführt ist, gilt  
entsprechend.  
 
Abb. 18: Anzahl der vollzeitverrechneten Mitarbeiter für operative Aufgaben pro 100 Fälle (KeZa 22) 
KeZa 22: 
intern vollzeitverrechnete Mitarbeiter für operative Aufgaben 
pro 100 Fälle    2005
0,23 0,19
1,00
1,57
0,30
0,21
1,09
0,00
0,66
0,2
0,4
0,6
0,8
1,0
1,2
1,4
1,6
1,8
Vollzeitverrechnete Mitarbeiter für operative Aufgaben pro 100 Fälle Mittelwert 2005
0,0
BHV DA KA MA P HRO SI VIE
 
 
Deutlich wird, dass insbesondere Mannheim, Viersen und Karlsruhe Hilfen zur Erziehung+ selbst 
urchführen. Es handelt sich hierbei um die Durchführung ambulanter Hilfen wie beispielsweise 
en HzE+-Bereich pro Bezirksgruppe 
ine halbe Psychologen stelle der Psychologischen Beratungsstelle zugeordnet wird. Dies e 
er Pflegekinderdienst wird m it A usnahme von  Siegen in allen Städten durch die Verwaltung 
ie personalpolitischen Konzepte sind im Benchmarkingkreis also durchaus unterschiedlich. Die 
m bis zu 1,6 vollzeitverrechneten Mitarbeitern pro 100 Fälle.  
iert, dass soweit geeignete Ein richtungen, Dienste und 
eranstaltungen von anerk annten Trägern de r freien Jug endhilfe be trieben werden ode r 
en häufig die internen Personalkosten im Fokus, die durch die 
rwaltungsinterne Durchführung von Aufgaben anfallen. Dies gilt insbesondere für Kommunen 
d
die Du rchführung von Schüle rgruppen, Erzieh ungsbeistandschaften un d sozi alpädagogischen 
Familienhilfen. 
 
In Karlsruhe besteht die Besonderheit, dass für den operativ
e
Mitarbeiter erhalten ihre Arbeits aufträge ausschließlich über die Bezirkssozi alarbeit des Sozialen 
Dienstes und sind wie dieser aufsuchend und proaktiv tätig. 
 
D
selbst durch geführt, in Viersen wird der Pflegekinderdienst zu einem Teil durch städtische 
Mitarbeiter und zum Teil durch externe Kräfte durchgeführt.  
 
D
Spannbreite der verwaltungsinternen vollzeitverrechneten Mitarbeiter für die operativen Aufgaben 
reicht von keine
 
Die De batte um die v erwaltungsinterne Durc hführung von  Aufgaben hat unte rschiedliche 
Dimensionen.  
 
Zunächst is t im SG B VIII form ul
V
rechtzeitig ge schaffen we rden kö nnen, di e ö ffentliche Jugendhilfe vo n ei genen Ma ßnahmen 
absehen soll. (§ 4 Abs. 2 SGB VIII). 
 
In der politischen Diskussion steh
ve
con_sens 
48

mit Haushaltssicherungs konzepten, da diese Ko nzepte meist  strikte Vorg aben zum Abbau von 
Verwaltungspersonal enthalten.  
 
Der Kennzahlenvergleich zeigt in diesem Zu sammenhang, dass die Person alkosten für di e 
us Steuerungssicht die int eressantere Frag e ist daher, welch e Auswirkungen die 
teuerung durch das Jugendamt und 
amit auf die Wirksamkeit und die Effizienz des Leistungsgeschehens haben.  
 
Zun
 
operative D urchführung von Aufgaben e inen minimalen Anteil an den Gesamtausgabe n fü r 
erzieherische Hilfen+ ausmachen (vgl. hierzu KeZa 35 in diesem Kapitel).  
 
A
unterschiedlichen personalpolitischen Konzepte auf die Falls
d
ächst sind hier ganz unterschiedliche Thesen plausibel:  
 
Benchmarkingstädte selbst 
durchgeführt wird. Die Tatsache, dass viele Jugendämter den Pf legekinderdienst s elbst 
 
Lohnt es s ich für e in Jugendamt, eine  be stimmte Aufgabe selbst durchzuführen, weil 
dadurch ein Großteil von HzE+-Fällen in der entscheidenden Phase des Hilfeprozesses in der 
Hand der Jugendämter liegt? Denkbar wäre dies zum Beispiel beim Pflegekinderdienst, der 
mit Ausnah me von Siegen vo n allen Jugendämtern de r 
durchführen, kann aber auch auf historisch g ewachsene Strukturen und we niger au f 
Steuerungsüberlegungen der Jugendämter zurückzuführen sein. 
 Oder bietet die strik te Trennung vo n de r Fall steuerung und der Leis tungsträgerschaft z um 
auf das  
fachliche und fiskalische Controlling der durchführenden Stellen? 
kussion wird im weiteren Benchmarkingprozess noch zu führen sein.  
en 
wurde:  
 
Abb. 19: Bewegtes Volumen für die interne u. externe Durchführung von HzE+ (operative Aufgaben) (KeZa 39) 
einen und der Du rchführung der Hilf en zum an deren en orme Vorteile im  Hinblick 
 
Diese Dis
 
Im Folgenden werden zwei Graf iken abgebildet, auf die im o bigen Abschnitt Bezug genomm
KeZa 39: 
Bewegtes Volumen HzE+ für die interne und externe Durchführung von HzE+
pro vollzeitverrechneten ASD-Mitarbeiter gesamt in Euro
2005
608.052
873.969
846.427
896.457
465.803
771.924
765.565
1.054.567785.346
0
200.000
400.000
600.000
800.000
1.000.000
1.200.000
BHV DA KA MA P HRO SI VIE
 
 
con_sens 
49

Abb. 20: Anteil der Ausgaben für Aufgabenfelder an den HzE+-Gesamtausgaben in Prozent (KeZa 35) 
KeZa 35: 
Anteil der Ausgaben für Aufgabenfelder
an den HzE+-Gesamtausgaben in Prozent
2005
4,4 7,9
90,2 92,5 90,0 89,0 92,1 92,9 94,2
86,7
7,0 5,6 5,7 5,6 5,96,0 6,0
1,51,91,40,81,41,41,81,5
2,0
1,53,50,00,30,54,02,50,5
0,7
90,9
0,0
0,1
0,2
0,3
0,4
0,5
0,6
0,7
0,8
0,9
1,0
BHV DA KA MA P HRO SI VIE MW 
Anteil Ausgaben für
extern operativ an
den HzE+-
Gesamtausgaben
in Prozent 2005
Anteil Ausgaben für
intern operativ an
den HzE+-
Gesamtausgaben
in Prozent 2005
Anteil Ausgaben für
WJH an den HzE+-
Gesamtausgaben
in Prozent 2005
Anteil Ausgaben für
ASD an den HzE+-
Gesamtausgaben
in Prozent 2005
 
con_sens 
50

4.4. Outcomeindikatoren 
 
Der Vergleichsring hat in sein em zweiten Projektjahr we iter an seine m Kennzah lenset für  
Outcomeindikatoren gearbeitet und bereits erste Daten plausibilisiert.  
 
Das Kennzahlenset des Benchmarkingkreises zum Outcome im Einzelnen: 
 
 Planmäßige Beendigung von erzieherischen Hilfen+ insgesamt unter anderem als Erfolg 
des Jugendamtes. W as unter „p lanmäßig b eendet“ zu verstehen ist, hat  der 
Benchmarkingkreis m it einem R aster zur Bewertung des Ziele rreichungsgrades im 
Einzelfall definiert. Es wurden fünf Bewertungsst ufen im Sin ne eines Schulnotensystems 
definiert, an hand de rer die Bewe rtung als „planmäßig bee ndet“ oder al s „abgebrochen“ 
möglich ist.  
 
 
 Planmäßige Beendigung und Abbruchquoten einzelner Leistungstypen . Die Auswert ung 
der p lanmäßig be endeten Fä lle bzw. der Abbruchquoten für spezifische  Leistu ngstypen 
lohnt sich bei eingriffsintensiven und eher langfristiger angelegten Hilfeformen wie z.B. für 
die Vollzeitpflege nach § 33 SGB VIII.  
  
 Hohe Abbru chquoten vo n Pflegeve rhältnissen, ve rbunden mit  einem hoh en Ante il an 
Leistungen nach § 33 SGB VIII könnten beispielsweise darauf hinw eisen, dass zu 
unreflektiert auf das Inst rument der Pflegefamilie gesetzt wir d, wei l es a ls das f achlich 
günstigere Instrument gilt.  
 
 
 Ausbildungsstatus der Kinder und Jugendlichen bei Beendigung der HzE +. Bei 
eingriffsintensiven erzieh erischen Hilfen + wie den statio nären Maßn ahmen geht der 
Benchmarkingkreis davon aus, dass die  Jugendämter im Rahmen der H ilfeplanung einen 
merklichen (wenn auch bei weitem keinen alleinigen) Einfluss  auf den Ausbildungsverlauf 
der Kinde r und Jug endlichen habe n. Eine berufliche Perspektive zu h aben, ist e ine 
zentrale Voraussetzung für ein eigenverantwortliches Leben.   
 
 
 Die Zahl der gemeldeten Kindeswohlgefährdungen durch Misshandlung, 
Vernachlässigung und Missbrauc h können als Anzeige dienen,  wie gut die  
Zusammenarbeit der Bürger und professionellen Einrichtungen mit dem Jugendamt ist.  
 
Die Jugendämter haben das Ziel, aktiv so vi ele potenzielle Kindeswohlgefährdungen wie 
möglich in Erfahrung zu bringen (die Dunkelziffer ist hier erfahrungsgemäß enorm hoch), 
um ihrem A uftrag nach § 8a SG B V III gerecht zu werde n. Damit die Jugendämte r ihr 
Wächteramt effektiv wahrnehmen können, müssen sie frühzeitig entspreche nde möglichst 
umfassende Informationen haben.  
 
Das bedeutet je meh r Fälle von Kindeswohlgefährdungen gemeldet werden, desto besser 
ist de r I nformationsfluss zu den  Jugendämtern. Eine ho he Za hl der gemeldeten 
Kindeswohlgefährdungen ist daher e in Hinw eis auf ein g utes Kommunik ationsnetzwerk 
und damit den Erfolg eines Jugendamtes.  
 
 
con_sens 
51

Die Zahl der Anrufungen von Familien- oder Vormun dschaftsgerichten wege n 
Kindeswohlgefährdung durch Misshandlung, Vernachlässigu ng und Mis sbrauch nach 
§ 1666 BGB. Anhand dieses Indikators solle n Rückschlüsse auf das tats ächliche 
Ausmaß an Kindeswohlgefährdung geschlossen werden.  
 
Hier werde n Fälle g ezählt, in dene n das Jugendamt ein Tätigwerden des 
Familiengerichtes für notwendig erh ält, um eine (weitere) K indeswohlgefährdung nac h 
§ 1666 BGB zu verhindern.  
 
Die Juge ndämter des Benchmarkingkreises  gehen davon aus, dass sie durch eine 
wirkungsvolle Arbeit im Vorfeld bzw. währe nd e iner laufenden Hilfeplanung die 
Eskalation v on Konf likten in  Familien verme iden un d das Ausmaß an festgestellte n 
Kindeswohlgefährdungen minimieren können.  
 
Ein großer Teil des Kennzahlensets bezieht sich auf 
die int endierten Wirkung en im einzelnen HzE +-Fall, 
d.h. darauf, ob  die Hilfe i m Einzelfall er folgreich 
verlaufen ist.  
Definition Outcome im Benchmarking 
Outcome oder die Wirkung einer Leistung 
(des Outputs) sind Resultate von Maßnahmen.  
 
Dabei ist eine plausible Relation zwischen 
Ursache und Wirkung ausreichend, ein 
Ursachennachweis ist im Rahmen des 
Benchmarking nicht notwendig.  
 
D.h.: Die Resultate sind wahrscheinlich auch 
auf die jeweiligen Maßnahmen in der 
Jugendhilfe zurückzuführen. Der Einfluss des 
Jugendamtes kann stärker oder schwächer 
sein. 
 
Die Kennziffern in Zusammenhang mit der 
Kindeswohlgefährdung bezi ehen sich  hingege n auf 
die sozialen Begebenheiten des Gemeinwesens.  
 
Anhand der Interve ntionsquote der Jugendämt er 
(gemessen an der Zahl Anrufungen des 
Familiengerichts), werden  Rückschlüsse auf das 
tatsächliche Ausmaß an Kindeswohlgefährdung in 
einem Gemeinwesen gezogen.   
 
 
Mit der Outcome-Analyse verfolgt der Benchmarkingkreis zwei zentrale Zielsetzungen.  
 
Zum einen gibt die Wirkungsmessung, so heraus fordernd sie im Feld der erzieherischen Hilfen+ 
auch sein mag, Hinweise auf die Optimierung der Hilfeplanprozesse in den Jugendämte rn. Zum 
Beispiel können hohe Abbruchquoten bei der Heimunterbringung in ein er Stadt Impulse für das 
Hinterfragen der Installierung von § 34-Leistungen im Rahmen der Hilfeplanung geben.  
 
Zum anderen erschließt sich hier  f ür die Ju gendämter die  Mög lichkeit, die Jugendhilfe i n der 
kommunalpolitischen Diskussion nicht nur al s Verbrauch er von Ressourcen, so ndern als  
Produzent v on Wirkung en darzustellen, die sic h für das Gemeinwesen insgesamt bemerk bar 
machen.  
 
con_sens 
52

5 Stadtprofile 
 
Im Rahmen der Ko ntext-, Input- und Output-Analyse werden die acht Benchmarkingstädte im 
Hinblick auf die Ausprägung einzelner Kennzahlen untereinander verglichen.  
 
Die Stadtprofile hingegen bilde n die Erge bnisse für ausgewählte zentrale Kennziffe rn jeweils für 
eine Stadt insgesamt ab. Dies sind folgende:  
• Nettoausgaben pro EW 
• Nettoausgaben pro Fall 
• vollzeitverrechnete Mitarbeiter pro 100 Fälle 
• ASD-Mitarbeiter pro 100 Fälle, 
• Falldichte insgesamt  
• Anteil stationärer Fälle an allen Fällen  
 
Dadurch ist es möglich, Wechse lwirkungen und Zusammenhänge zwischen zentralen 
Kennzahlen zu verdeutlichen, beispielsweise zwischen Ausgaben und dem Leistungsportfolio der 
Stadt. So können Hinweise auf gu te Prax is und En twicklungspotenziale einze lner Städt e 
gewonnen werden.  
 
Im Hinblick auf die Stadtprofile ist z u berücksichtigen, dass die angeg ebenen Werte nicht die 
absoluten A usprägungen des jeweil igen In dikators ab bilden, wie di es in den bisherigen 
grafischen Darstellungen der Fall ist, sondern die Abweichungen vom Mittelwert darstellen. Dies 
ist notwendig, um die unterschiedlichen Indikatoren vergleichbar zu machen.  
 
 
Zusätzlich enthä lt da s Stadtprofil 
Informationen zu de n 
soziostrukturellen Kontextdaten, die 
im Kap itel 4.1. des Berichtes  
bereits in einer Zusa mmenschau 
abgebildet sind.  
 
Die Kont ext-Indikatoren sind im  
Folgenden a ls Netzgrafik  pro St adt 
abgebildet.  
 
Je höher de r Wert des Indikat ors 
ist, desto  größer ist die  
entsprechende Problemlage in der Stadt einzuschätzen und desto größer auch die in der Grafik 
aufgespannte Fläche.  
LEGENDE
Bezieher nach SGB II 
(pro 100 EW)
Bezieher u25 nach SGB II 
(pro 100 EW)
Schulabgänger ohne
Abschluss (15-u.21 J.)
Scheidungskinder pro 100
EW
(0-u.18 J.)
unterdurchschnittlicher
Jugendetat 
(0-21 J.)
unterdurchschnittliche
Anzahl Kita-Plätze 
(0-14 J.)
 
Damit alle Indik atoren mit de r gle ichen Wirkun gsrichtung, d.h. in diesem  Zusammenhang als  
belastende Faktoren abgebildet werden kö nnen, wurd e der Indikat or „Anzahl der Kita-Plätze“ 
und der „Brutto-Jugendetat“ entsprechend transformiert.  
 
Zu berüc ksichtigen ist, dass di e Inf ormationen in den St adtprofilen kn app zusammengefasst 
werden, um zentrale Zusammenhänge zu fokussi eren. Dahe r sind die Stadtprofile immer in 
Zusammenhang mit dem gesamten Berichtstext zu sehen.  
 
con_sens 
53

5.1 Stadtprofil Bremerhaven 
 
Bremerhaven ist einde utig die 
Stadt mit den im V ergleich 
größten soziostrukturelle n 
Problemlagen im  Hi nblick auf 
die aus gewählten Kontextindika-
toren. 
 
Im Hin blick auf all e 
ausgewählten Belastungs-
indikatoren, wie die Abhängig-
keit von SG B II -Leistungen, die  
Schulabgänger ohne Abschluss, 
sowie die Häufigk eit, mit der 
Kinder und ihrer  Jug endliche 
durch die Scheidu ng de r Elte rn 
betroffen sind, weist die Stadt mehr als deutlich überdurchschnittliche Problemlagen auf.  
175,4
174,5
126,2
203,6
101,2
SGB II-HE u65
SGB II-HE
u25
Schulabg.
Scheidung
Jugendetat
Kita
Bremerhaven 2005 MW = Index 100
n.v. 
 
Im Hinblick auf die Ausgaben für Kinder- und Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit sind die 
Rahmenbedingungen für das Leistungsgeschehen erzieherischer Hilfen+ durchschnittlich. Dies ist 
vor dem Hinterg rund der sehr stark ausgep rägten sozialen Pro blemlagen de r Stadt eher  
überraschend. Ein Gege npol durc h gut ausge baute präve ntive Strukt uren wird ange sichts des 
stark belasteten soziostrukturellen Kontextes so nicht gesetzt.  
 
Der Versorgungsgrad an Kindertagesbetreuung ist auf Grund von Spezifika in der Datenlage nicht 
mit den ü brigen Benchmarkingstädten verg leichbar un d wi rd i n der R adargrafik daher nicht  
abgebildet.  
 
 
Stadtprofil Bremerhaven
(*jeweils ausgewiesen: die Abweichung des Stadtergebnisses der Kennzahl 
vom  Mittelwert der Städte in Prozent)
36,3
-7,0
10,9
-0,4
24,5
38,1
-50,0
-40,0
-30,0
-20,0
-10,0
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
Netto-Ausgaben HzE+ pro
EW*
Netto-Ausgaben HzE+ pro
Fall*
vzv. ASD-Mitarbeiter pro
100 Fälle*
Mitarbeiter gesamt pro
100 Fälle*
HzE+Fälle gesamt pro 100
EW*
Anteil stationäre
HzE+Fälle an allen
HzE+Fällen*
 
Vor dem H intergrund dieser soziostrukture llen Rahmenbedingungen ist e s nicht übe rraschend, 
dass die Leistungsdichte der Stadt Bremerhaven se hr deutlich üb er dem Mit telwert de r a cht 
Vergleichsstädte liegt.  
con_sens 
54

Dies korrespondiert mit den ebenfalls deutlich überdurchschnittlichen Nettoausgaben pro EW.  
Auffallend ist, dass die Nettoausgaben pro Fall  im Vergle ich unte r dem Durchschnitt lieg en, 
obwohl der Anteil an stationären Fällen vergleichsweise hoch ist. 
 
Das liegt zum einen daran, dass es Breme rhaven im Vergleich sehr häufig gelingt, Pflegefamilie n 
für stationär zu betreuende Kinder und Jugendli che zu finde n. Diese Hilfe form ist in der Rege l 
weniger kostenintensiv als eine Heimunterbringung. Insbesondere sind es aber fachliche Gründe, 
die f ür e ine Stärkung die ser Hilf eform sprechen, weil sie Kindern un d Jugendlichen, die nicht 
mehr in ihrer Herk unftsfamilie bleiben könn en, tragfähige emotionale Familienbeziehungen 
ermöglichen.  
 
Dieses Ergebnis w urde be reits im letzten Bericht beschrieben. Daher h at s ich de r 
Benchmarkingkreis in diesem Projekt jahr mit dem Bremerhavener Ansatz im Pflegek inderwesen 
auseinandergesetzt. Im Rahmen dieses Austausches wurden erfolgskritische Faktoren einer guten 
Praxis in Bremerhave n ident ifiziert. Näheres hierzu ist dem Kap itel 6 zu den  qua litativen 
Ergebnissen des Benchmarking zu entnehmen.  
 
Über die st arke Orientierung am I nstrument der Vollze itpflege hinaus können je doch noch 
weitere positive Ansätze vermutet werden, da die niedrigen Fallkosten nicht nur auf die häufige 
Installierung der Vollzeitpflege nach § 33 SGB VIII zurückgeführt werden können.  
 
Als ein Steuerungsinstrument bei der Ausges taltung der Le istungsbeziehung zwische n 
Leistungsträger und Anbieter wird in Bremerhaven benannt, dass ein Fo rmblatt zur 
durchschnittlichen Berechnung von  Entgelten e ntwickelt w urde, um die A nbieter in ih ren 
Leistungen vergleichbar zu machen.  
 
Benötigen f reie Träger mehr Pe rsonal zu r Leistungserbringung als  in diesem  Formblatt 
festgehalten ist, müssen sie dies begründen. Dies könnte  ein Faktor se in, de r zu e inem seh r 
effizienten Ressourceneinsatz bei der Leistungserbringung führt.  
 
Als Entwicklungspotenzial der Stadt ist zum eine n der Anteil ambulanter Hilfen z u sehen, de r 
noch vergleichsweise gering au sfällt. Einen Ans atzpunkt sie ht Brem erhaven für sich  in der 
verstärkten Rückführung der Pfle gekinder in  ihre Herkunftsfamilien, etwas das in den 
vergangenen Jahren nach einem gewissen Betreuungszeitraum eher vernachlässigt wurde.  
 
In diesem Z usammenhang ist die Frage offen, ob kumulie rte soziale Problemlagen nur die  
Häufigkeit der Inanspruchnahme von Hilfen zur Erziehung+ bee influssen oder auch die  
Eingriffsintensität der Hilfen. 
 
con_sens 
55

5.2 Stadtprofil Darmstadt 
 
Darmstadt weist für di e 
Kontextindikatoren, die  beliefert  
werden kon nten, im V ergleich 
positive so ziostrukturelle 
Rahmenbedingungen auf.  
 
Daten für die Schulabgänger 
ohne Abschluss werden vom 
Land Hessen nicht erhoben. 
 
Besonders auffallend ist wie auch 
im letzten Berichtsj ahr der 
außerordentlich hohe Anteil an  
Fällen, die  ambulant  betre ut 
werden, bzw. der sehr geringe 
Anteil an stationären Hilfearrangements, der im folgenden Stadtprofil deutlich wird.  
66,0
71,1
n.
69,8
85,8
107,8
SGB II-HE u65
SGB II-HE
u25
Schulabg.
Scheidung
Jugendetat
Kita
Darmstadt 2005 MW = Index 100
v.
 
Stadtprofil Darmstadt
(*jeweils ausgewiesen: die Abweichung des Stadtergebnisses der Kennzahl 
vom  Mittelwert der Städte in Prozent)
-3,5
0,1
-5,2
-0,5
-15,6
-31,9
-50,0
-40,0
-30,0
-20,0
-10,0
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
Netto-Ausgaben HzE+ pro
EW*
Netto-Ausgaben HzE+ pro
Fall*
vzv. ASD-Mitarbeiter pro
100 Fälle*
Mitarbeiter gesamt pro
100 Fälle*
HzE+Fälle gesamt pro 100
EW*
Anteil stationäre
HzE+Fälle an allen
HzE+Fällen*
 
 
Dieses Ergebnis ist i nsbesondere deshalb int eressant, weil es Darmstadt gelungen ist, dies bei 
einer Le istungsdichte z u erre ichen, die leicht unter dem Mittelwert liegt, wie e benfalls im  
Stadtprofil abgebildet ist.  
 
Dies be deutet, dass a mbulante Hilfe arrangements nicht als nie derschwellige Hi lfen quas i 
‚zusätzlich’ erbracht, sondern als Alternative für die stationäre Betreuung entwickelt werden.  
 
Darmstadt verfolgt hie r die fachliche Strateg ie, Kindern und Jugendlichen auch be i schwierigen 
Konstellationen zu ermö glichen, in i hrer Herk unftsfamilie zu  leben . Um  dies zu re alisieren, 
werden die  ambulanten Hilfearrangements teilweise sehr re ssourcenintensiv gestaltet. Es geht 
daher wenig er um eine fiskalische Strateg ie, die ambulant mit wenige r kostenint ensiv gleich  
gleichsetzt, sondern um die fachlich begründete Strategie, alle Möglichkeiten für ein ambulantes 
Hilfearrangement auszuloten (Näheres s. auch im Kapitel 6 Qualitatives Benchmarking).  
con_sens 
56

Dies spiegelt sich im Stadtprofil wider. Die Fallkosten liegen knapp über dem Mittelwert, ein bei 
einem derart hohen Anteil ambulanter Hilfen eher überraschendes Ergebnis.  
 
Dass Darms tadt in hohem Ausmaß auf die Inst allierung am bulanter Hi lfeformen setz t, wurde  
bereits im letzten Bericht deutlich. Daher wurde die langfristig angelegte Darmstädter Strategie 
zur Sozialraumorientierung und Dezentralisierung des Hilfeprozesses im Zuge eines umfassenden 
Reorganisationsprozesses vor zehn Jah ren in diesem Projektj ahr v orgestellt, s owie den 
Benchmarkingstädten ausführliche Materialien zur Verfügung gestellt.  
 
Mit der Mög lichkeit, sich im Benchmarkingkreis über die Vorgehensweise Darmst adts und die 
konzeptionellen Überlegungen der Stadt auszutauschen, konnten zahlreiche erfolgsentscheidende 
Prozessfaktoren identifiziert werden, die in diese m Bericht veröffentlicht werden (Näheres hierzu 
ist dem Kapitel 6 Ergebnisse des qualitativen Benchmarking zu entnehmen.  
 
Um die erf olgreich um gesetzten Steuerungsan sätze an die akt uellen Herausforderunge n 
anzupassen und weiterzuentwickeln, hat Darmstadt seit 2004 gemeinsam mit der Evangelischen 
Fachhochschule Darmstadt, der Universität Frankfurt und de n freien Träg ern eine n 
Qualitätsentwicklungsprozess im Bereich der erzieherischen Hilfen+ eingeleitet.  
 
Nach der Verabschiedung der Ergebnisse dieses Prozesses durch den Jugendhilfeausschuss im 
Februar 2006, werden die einzelnen Maßnahmen nun konsequent umgesetzt.  
 
So h at Darmstadt sein Diagnose - und Hilfep lanverfahren g emäss den erarbe iteten Standards  
überarbeitet und zwis chenzeitlich umgesetzt.  Die fre ien Träger ihrerseits p assen die  
Leistungsbeschreibungen und Qualitätsentwicklun gsvereinbarungen so wie ihre  
Entwicklungsberichte dem neuen Verfahren an. 
 
Die Erge bnisse diese r Aktivit äten zur Weiterentwicklung de r Steue rung und der 
Qualitätsentwicklung we rden im we iteren Projektverlauf des Benchm arking siche rlich erneut 
Betrachtungsgegenstand sein.  
 
con_sens 
57

5.3  Stadtprofil Karlsruhe 
 
Die soz iostrukturellen Rahmen-
bedingungen für Karlsruhe zeigen 
sich im Vergleich eher positiv.  
 
Insbesondere sind vergleichs-
llerdings si nd K inder und Ju-
er Versorgungsgrad an Kin der-
er Blick auf das im Folgenden abgebildete Stadtprofil zeigt insbesondere deutlich, dass es der 
56,2116,1
60,7 57,8
112,7
55,3SGB II-HE u65
SGB II-HE
u25
Schulabg.
Scheidung
Jugendetat
Kita
Karlsruhe 2005 MW = Index 100
weise wenige Einwohner de r 
Stadt von s taatlichen Transferl-
eistungen nach SGB II abhängig.  
 
A
gendliche übe rdurchschnittlich 
oft von der Sche idung ihre r 
Eltern betroffen.  
 
D
tagesbetreuung ist im V ergleich zu den Vergleichspartnern Rostock un d Potsdam w ie i n den 
übrigen ehe mals westdeutschen St ädten auch  unterdurch schnittlich, dahe r wird in de r 
Radargrafik eine überdurchschnittliche Problemlage ausgewiesen.  
 
D
Stadt im Ve rgleich gelu ngen ist, die Hilfe arrangements we nn mögl ich in am bulanter F orm 
auszugestalten.  
 
Stadtprofil Karlsruhe
(*jeweils ausgewiesen: die Abweichung des Stadtergebnisses der Kennzahl 
vom  Mittelwert der Städte in Prozent)
4,8
-2,1
2,6
10,4
-14,7-12,4
-50,0
-37,5
-25,0
-12,5
0,0
12,5
25,0
37,5
50,0
Netto-Ausgaben HzE+ pro
EW*
Netto-Ausgaben HzE+ pro
Fall*
vzv. ASD-Mitarbeiter pro
100 Fälle*
Mitarbeiter gesamt pro
100 Fälle*
HzE+Fälle gesamt pro 100
EW*
Anteil stationäre
HzE+Fälle an allen
HzE+Fällen*
 
 
ies korrespondiert m it dem Erge bnis, dass di e Nettoausgaben pro EW trotz doch deutlich 
benfalls pl ausibel ist i n diesem Z usammenhang, dass die Ausgaben pro Fall unter dem 
D
überdurchschnittlicher Leistungsdichte nur leicht über dem Mittelwert liegen.  
 
E
Mittelwert der acht Vergleichsstädte liegen.   
 
con_sens 
58

Auffallend ist, dass K arlsruhe im vergangenen Berichtsjahr einen nur durchschnittlichen Anteil 
ies ist u.a. auf gezielte Steuerungsaktivitäten des Jugendamtes Karlsruhe zurückzuführen, die 
iel der Stadt Karlsruhe war es, eine weitere Zunahme der stationären Fallzahlen zu vermeiden. 
uf Grund dessen wurde  in Ka rlsruhe verstärkt die aufsuchende Familientherapie nach  § 27  
u berücksichtigen ist in diesem Z usammenhang, dass die  einzelnen Leistungstypen in den 
esonders auffallend ist, dass dies K arlsruhe mit einem Personaleinsatz im ASD gelungen ist,  
ntwicklungspotenziale der Stadt sind ggf. in einer Reduzierung der Leistungsdichte insgesamt 
ambulanter Fä lle an d en Fä llen insgesa mt a ufwies (vgl. Bericht Bundesweites Be nchmarking 
HzE+-KZV 2004, con_sens). In diesem Berichtsjahr hingegen konnte ein v ergleichsweise hoher 
Anteil der Fälle ambulant betreut werden.  
 
D
zu Beginn des Jahres 2005 initiiert wurden und sich bereits ausgewirkt haben.  
 
Z
Die An alyse der Hilf everläufe ins besondere im  ambulanten Bereich hatt e ergebe n, dass die  
Hilfearrangements bei verhältnismäßig schwierigen Problemkonstellationen nicht ausreichen, um 
eine ambulante Betreuung in der Herkunftsfamilie zu ermöglichen.  
 
A
(3) SGB VIII als Leistung installiert, mittels derer eine sehr int ensive Betreuung der Familie vor 
Ort ermöglicht wird. Im Unterschied zur sozialpädagogischen Familienhilfe, wie sie in Karlsruhe 
ausgestaltet ist, wird je tzt ein effek tives Kris enmanagement ermög licht, z.B. durch eine 24-
Stunden-Rufbereitschaft. Dadurch kann nach Ein schätzung des Jugendamtes im Einzelfall auc h 
bei sehr schwierigen Problemkonstellationen eine stationäre Betreuung vermieden werden.  
 
Z
einzelnen Städten sehr unterschiedlich ausgestaltet sind, auch auf der Basis der Vereinbarungen 
mit fre ien Trägern. So kann e ine I ntensivbetreuung in die ser Form in einer anderen Stadt 
beispielsweise im Rahmen einer sozialpädagogischen Familienhilfe geleistet werden.  
 
B
der deutlich unter dem Mittelwert liegt. Im weit eren Benchmarking wird es inte ressant sein, zu 
analysieren, worin die Unterschiede der Städte beim Personaleinsatz liegen. Es geht ja nicht nur 
um die quantitativen Ressourcen, sondern auch um die Form, in welcher die Arbeitsteilung statt 
findet.  
 
E
zu sehen, da trotz pos itiver soziostrukturelle r R ahmenbedingungen doch vergleichsweise viele 
erzieherische Hilfen+ geleistet werden.  
con_sens 
59

5.4 Stadtprofil  Mannheim 
 
Die soziost rukturellen R ahmenbedingungen in Mannheim s ind insgesamt im Hin blick auf die 
ausgewählten Kontext indikatoren v ergleichsweise positiv einzuschätzen. Vergleicht man  
Mannheim j edoch ausschließlich mit  der  Grup pe de r südlic h gelegene n Stä dte (Ka rlsruhe, 
Darmstadt, Mannheim), so ergibt sich in Bezu g auf die Kont extindikatoren ein verg leichsweise 
weniger positives Bild. 
 
 
Eine leicht überdurchschnittliche 
Problemlage weist die Stadt im 
Hinblick auf die K inder und 
Jugendlichen, die vo n de r 
Scheidung ihrer Eltern betroffe n 
sind, auf.   
 
Auch de r Versorgungsgrad a n 
Kindertagesbetreuung lie gt unte r 
dem Mitte lwert, der v or dem  
Hintergrund der Ergebnisse der  
beiden historisch bedingt gut 
ausgestatteten Vergle ichspartner 
Rostock und Potsdam z u sehen 
ist. Diese w eisen einen sehr guten Versorgungsgrad auf . Da her nehmen  sie in der derzeitigen 
Diskussion um de n verstärkte n Aus bau de r K indertagesbetreuung e ine Vorreiterrolle ein. Im 
Hinblick auf die übrige n Kontext indikatoren weist die Stadt vergleich sweise eher wenige r 
belastete soziale Problemlagen auf.  
80,5
82,5
84,1
103,7
78,3
114,1
SGB II-HE u65
SGB II-HE
u25
Schulabg.
Scheidung
Jugendetat
Kita
Mannheim 2005 MW = Index 100
 
Stadtprofil Mannheim
(*jeweils ausgewiesen: die Abweichung des Stadtergebnisses der Kennzahl 
vom  Mittelwert der Städte in Prozent)
-3,6
-15,7
-6,0
5,7
10,3
-5,9
-50,0
-37,5
-25,0
-12,5
0,0
12,5
25,0
37,5
50,0
Netto-Ausgaben HzE+ pro
EW*
Netto-Ausgaben HzE+ pro
Fall*
vzv. ASD-Mitarbeiter pro
100 Fälle*
Mitarbeiter gesamt pro
100 Fälle*
HzE+Fälle gesamt pro 100
EW*
Anteil stationäre
HzE+Fälle an allen
HzE+Fällen*
 
 
Ein Ansatzpunkt für die Frage nach guter Praxis  bietet das M annheimer Stadtprofil im Hinblick 
auf den im Vergleich unter dem Mittelwert liegenden Anteil stationärer Fälle.  
 
con_sens 
60

Dies gilt insbesondere, weil sich hier im Vergleich zum Vorjahr deutliche Veränderungen ergeben 
haben. Die se sind n icht nur auf die Aufnahme weiterer V ergleichspartner in de n 
Benchmarkingkreis zurückzuführen, was sich immer auf die Mittelwert und damit auch auf di e 
im Stadtprofil abgebildete Abweichung vom Mittelwert auswirkt.  
 
Mannheim hat im Jahr 2005 - wie in de n vorigen Kapiteln ausgeführt  ist - im Vergleich zum 
Vorjahr eine  deutliche Steigerung be i Leistung sdichte insgesamt (KeZa 50.a) zu verz eichnen. 
Dies ist auf steigende ambulante Fallzahlen zurückzuführen (vgl. KeZa 51.a), die Leistungsdichte 
der stat ionären Fälle st agnierte im  gle ichen Jahr, h ier w urden bisherige Tagesgruppen in 
Schülergruppen umgewandelt.  
 
Im verg angenen Projektjahr h atte Mannheim berichtet (vg l. Bericht KZV  2004),  das s der z u 
geringe Anteil an ambulant en Fälle n intern be reits zur Initiierung verstärkter 
Steuerungsaktivitäten geführt hat.  
 
Insbesondere scheint sich po sitiv auszuwirken, dass die Anbiet er vo n statio nären H zE+ ihr  
Leistungsportfolio um ambulante Hilfeformen ergänzt haben.  
 
Ein weiterer zentraler Aspekt bei der Umsteuerung, der die diesj ährigen Ergebnisse beeinflusst 
hat, ist die Einf ührung v on zeitlichen  Befristu ngen im Jahr 2 003 insbeso ndere für st ationäre 
Hilfen. Dies hat sich dahingehend ausgewirkt, dass die Zahl der stationären Fälle nicht gestiegen 
ist, zurück zu führen auch auf die zeit- un d zielgerichtetere Hilfeplanung, die in Zusammenhang 
mit der zeitlichen Befristung der Hilfen zu sehen ist. 
 
Zu beobachten bleibt, wie sich dies in der weiteren Zeitreihenbetrachtung zeigt. Verstärken sich 
diese Tendenzen? Ge lingt es persp ektivisch die Dichte st ationärer Fälle  parallel zu senken? 
Bestätigt sich die Vermutung, dass hier Effekte der Umsteuerungsaktivitäten erkennbar werden? 
 
Eine weite re Besonderhe it in Mannheim ist, da ss vergleichs weise viele erzieherische  Hilfen + 
durch das Jugendamt selbst durchgeführt werden. Im Stadtprofil wird dies daran deutlich, dass 
der Pe rsonaleinsatz der Stadt insgesamt pro 100 Fälle ver gleichsweise hoch ist. Dies beruht  
nicht auf de m Personaleinsatz beim Sozialen Dienst oder bei der Wirtschaftlichen Jugendhilfe, 
hier wird in der Stadt vergleichsweise weni g Personal eing esetzt (KeZa 20-21). Ursächlich 
hierfür ist ausschließlich die eige ne Durchführung von erzieherischen Aufgaben. Die Stadt plant 
daher, verstärkt Aufgaben an exte rne Träger zu vergeben, eine Leistungsvergabe im Bereich der 
sozialen Gruppenarbeit an einen freien Träger hat bereits stattgefunden. 
con_sens 
61

5.5 Stadtpr ofil Potsdam 
 
Potsdam verfügt übe r im Vergleich der acht Benchmarkingstädte über deut lich positive 
soziostrukturelle Rahmenbedingungen.  
 
Im Hin blick auf al le 
ausgewählten Kontext indikatoren 
weist Pots dam ver gleichsweise 
geringe soziale Problemlagen 
auf.  
82,5
79,028,7
100,1
56,5
36,3
SGB II-HE u65
SGB II-HE
u25
Schulabg.
Scheidung
Jugendetat
Kita
Potsdam 2005 MW = Index 100
 
Einzig bei den Ausgaben für die  
Jugendverbandsarbeit, als einem 
entlastenden Faktor f ür das  
Leistungsgeschehen der erzieher-
ischen Hi lfen+ lassen sich eher 
durchschnittliche Werte 
verzeichnen. 
 
 
Das Erge bnis dieses Projektjahres zeigt deut lich, dass die Zahl der Schulabgänger ohne 
Abschluss eine Zahl ist, die immer auch von zufälligen Schwankungen abhängig ist. Im letzten 
Berichtsjahr wies hier Potsdam eine überdurchschnittliche Problemlage auf.  
 
 
Stadtprofil Potsdam
(*jeweils ausgewiesen: die Abweichung des Stadtergebnisses der Kennzahl 
vom  Mittelwert der Städte in Prozent)
-22,8
25,1
-32,28
9,411,7
17,6
-50,0
-37,5
-25,0
-12,5
0,0
12,5
25,0
37,5
50,0
Netto-Ausgaben HzE+ pro
EW*
Netto-Ausgaben HzE+ pro
Fall*
vzv. ASD-Mitarbeiter pro
100 Fälle*
Mitarbeiter gesamt pro
100 Fälle*
HzE+Fälle gesamt pro 100
EW*
Anteil stationäre
HzE+Fälle an allen
HzE+Fällen*
 
 
Besonders auffallend ist,  dass in Po tsdam im Be richtsjahr vergle ichsweise selten Kinde r und  
Jugendliche Hilfen zur Erziehung+ erhalten haben. Dies wirft die Frage nach der Ausgestaltung 
der Zugangssteuerung vor Ort auf. 
 
Da die soziostrukturellen Rahmenbedingungen der Stadt im Vergleich besonders positiv sind, ist 
nicht davon auszugehen, dass eine zu restriktive Zugangssteuerung dafür verantwortlich ist, auch 
wenn das Leistungsportfolio der Stadt eine starke Betonung eingriffsintensiver Hilfen aufweist. 
con_sens 
62

Im Rahmen des Bench marking biet et dieses Ergebnis zahlreiche Impuls e für weiterführende 
Fragestellungen und Analysen im Sinne einer Suche nach guten Praxisansätzen.  
 
Zum einen gilt es die Frage zu bearbeiten, wie die Zugangssteuerung vor Ort konkret ausgestaltet 
ist. Das Ergebnis weist  da rauf hin,  dass die Notwendigkeit ins besondere n iedrigschwelliger 
erzieherischer Hilfen + sehr konse quent geprüft und g esteuert w ird. Die Frage der 
Zugangssteuerung in den einzelnen Benchmarkingstädten gilt es im weiteren Projektverlauf noch 
vertieft zu bearbeiten, um Hinweise auf gute Praxis vor Ort zu gewinnen.  
 
Zum anderen verfolgt Potsdam seit einiger Zeit den Ansatz, insbesondere stationäre Fälle wenn 
möglich sch neller als bisher durch eine Optimi erung des  Hilfeplanverfahrens zu beenden. 
Bewährt h at sich in diesem Zusammenhang insbesondere die Inst allierung e iner Budg et-
Arbeitsgruppe vor drei J ahren. Qu artalsweise we rten dort Mit arbeiter aus  den Te ams und de r 
Wirtschaftlichen Jugen dhilfe, der K oordinator i m ASD, Co ntroller sowie Jug endhilfeplaner 
gemeinsam die Ausgaben- und Fallzahlenentwicklung auf Teamebene aus.  
 
Analysiert werden di e E inhaltung d es Ja hresbudgets so wie auch t iefergehende fachliche  
Fragestellungen, wie  be ispielsweise die Ve rweildauer i n H eimen, das Alter von  in  Heimen  
betreuten Kindern und Jugendlichen. Werden beispielsweise zu viele K inder unter 6 Jahren in 
Heimen betreut, wird gegengesteuert.  
 
Nach Einschätzung des Jugendamtes hat sich durch diese Arbeitsgruppe das Kostenbewusstsein 
der fallführenden Bearbeiter in Potsdam verstärkt. Ein weiterer zentraler Effekt ist, dass durch 
diese Kooperation h äufiger die Arbeitsweise und das Vo rgehen in Teams besproc hen wird,  
beispielsweise ausgehend von de r unterschie dlichen Häuf igkeit, mit de r e rzieherische Hilfen + 
installiert werden.  
 
Die ge ringe Leistungsdichte korresp ondiert m it den Netto ausgaben pro EW, die de utlich unte r 
dem Mittelwert der acht Vergleichsstädte liegen und die ebenfalls im Stadtprofil abgebildet sind.  
 
Erklärungsfaktor für die relativ hohen Fallkosten ist zum einen, dass ein vergleichsweise hoher 
Anteil der Fä lle in Potsdam  statio när betreut wird. Hinz u kommt,  dass wie  de r 
Kennzahlenvergleich gezeigt hat, in Potsdam im Vergleich nur wenige stationär betreute Kinder 
und Jugendliche in Pflegefamilien leben können (vgl. hierzu im Bericht KeZa 55 und KeZa 56).  
 
Insbesondere an dieser Stelle ist auch da s Entwicklungsp otenzial der Stadt Pots dam z u 
vermuten. Erste Akt ivitäten zur ve rstärkten Ak quirierung u nd Betreuung von Pf legefamilien 
wurden bereits unternommen. Potsdam hat u.a. nach den Ergebnissen des Berichtes von 2004 , 
der bereits Entwick lungspotenziale in diesem  Feld ve rdeutlichte, zahlre iche Aktivit äten 
insbesondere im Bere ich der Öffentlichkeitsarbe it gestartet, u.a. im reg ionalen Fe rnsehen, in 
Tageszeitungen, im Internet etc.  
 
Darüber hinaus wurde die auch die interne Arbeitsweise des Pflegekinderdienstes konzeptionell 
überdacht.  
 
Des Weiteren könnte der Anteil der stationären Fälle insgesamt gesenkt werde n. Allerdings sind 
dabei die N ettoausgaben pro  Einwo hner im  Aug e zu beh alten, die j a aufgrund der niedrigen 
Falldichte insgesamt erfreulich niedrig liegen. Die  Herausforderung besteht hier darin, verstärk t 
ambulante Hilfen als Alternative zur stationäre Betreuung zu entwickeln. 
 
Eine zu re striktive Zugangssteue rung ist ni cht zu vermuten, da die soziostrukture llen 
Rahmenbedingungen der Stadt Potsdam im Vergleich der acht Benchmarkingstädte sehr positiv 
sind. Neben den im Städtevergleich abgebildeten Kontextdaten wirken s ich nach Einschätzung 
con_sens 
63

der Stadt auch die hohe Kaufkraft, der hohe Durchschnittsverdienst der Bevölkerung sowie eine 
gute Wohnraumversorgung positiv auf die soziostrukturellen Rahmenbedingungen aus.  
 
Darüber hin aus sin d die hier abgebildet en Erge bnisse nach Einschätzung Potsdams  auch als 
Effekt von vor drei Jahren initiierten Steuerungsaktivitäten zu sehen, die u.a. auf eine verstärkte 
Beendigung von HzE+ abzielen.  
 
Im weiteren Projektverlauf wäre es darüber hinaus interessant für den Be nchmarkingkreis, die 
Zugangssteuerung in den einzelnen Städten zu vergleichen, um an dieser zentralen Stellschraube 
Erfolgsfaktoren identifizieren zu können.  
 
Ferner wirkt sich für das Jahr 2 005 bereits eine Umsteuerung des Juge ndamtes Potsdam aus,  
verstärkt aus dem Budget fü r Hilfen zur Erziehung+ a uch pr äventive fa llunspezifische Hilf en, 
beispielsweise für Elte rnzentren, zu finanzieren, um erzieheris che Hilfen + zu vermeide n. Dies  
wird sich im nächsten Berichtsjahr 2006 bereits in einer relevanten Größenordnung auswirken.  
con_sens 
64

5.6 Stadtprofil  Rostock 
 
Die Analyse der sozials trukturellen Rahmenbedingungen de r St adt Ros tock zeigt deutliche 
Problemlagen für  die Stadt  im  Hi nblick auf das Ausm aß an  A bhängigkeit von  staat lichen 
Transferleistungen nach SGB II auf.  
 
Dies gilt sow ohl für die gesamten Leistungsbezieher nach SGB II als auch für die Jugendlichen 
unter ihnen. Erschwerend kommt für Rostock hinzu, dass die Jugendlichen der Stadt besonders 
häufig arbeitslos gemeldet sind (vgl. hierzu die Grafik KeZa 1.1. im Anhang).  
 
Für die Kontextfaktoren de r vo n Scheidung betroffenen K inder u nd Jugendliche n un d der 
Schulabgänger ohne Abs chluss weist die Stadt eine leicht unterdurchsch nittliche P roblemlage 
auf.  
 
Im Hinblick auf die Faktoren, die 
das Leist ungsgeschehen HzE+ 
entlasten kö nnen, ste llt sich der  
Kontext für Rostock positiver dar.  
 
So ist de r Versorgu ngsgrad an  
Plätzen auf Gr und der historisch 
gewachsenen Traditio n in  de n 
neuen Bu ndesländern in  Kinder-
tagesstätten erwartungsgemäß 
gut. Zwar liegt die Vereinig ung 
der beiden deutschen  Sta aten 
schon 16 Jahre zurück, die  
Unterschiede in der 
Kindertagesbetreuung 
insbesondere für die unte r 3 jährige n sowie die schulpflichtigen Kinder sind aber immer noch  
sehr d eutlich. In der aktuellen politi schen Di skussion werden starke  Schwerpunkte auf  den 
Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten insbesondere für diese Zielgruppe gesetzt. Daher nehmen 
Rostock ebenso wie Potsdam im Benchmarkingkreis in dieser Frage eine Orientierungsfunktion 
wahr.  
98,2
90,8
125,7
88,3
136,4
47,3
SGB II-HE u65
SGB II-HE
u25
Schulabg.
Scheidung
Jugendetat
Kita
Rostock 2005 MW = Index 100
 
Auch die A usgaben für die Juge ndarbeit und Jugendverbandsarbeit (nach §§ 11, 12 SGB VIII)  
liegen im Vergleich der acht Städte zwar nicht deutlich aber noch übe r dem Mittelwert. In der 
Radargrafik wird dies auf Grun d des um gedrehten Wirku ngsfaktors ausgew iesen als  
vergleichsweise gering aufgespannte Fläche.  
 
con_sens 
65

Stadtprofil Rostock
(*jeweils ausgewiesen: die Abweichung des Stadtergebnisses der Kennzahl 
vom  Mittelwert der Städte in Prozent)
36,9
10,2
6,8
35,434,1
2,1
-50,0
-37,5
-25,0
-12,5
0,0
12,5
25,0
37,5
50,0
Netto-Ausgaben HzE+ pro
EW*
Netto-Ausgaben HzE+ pro
Fall*
vzv. ASD-Mitarbeiter pro
100 Fälle*
Mitarbeiter gesamt pro
100 Fälle*
HzE+Fälle gesamt pro 100
EW*
Anteil stationäre
HzE+Fälle an allen
HzE+Fällen*
 
 
Auffallend is t, dass di e Leistu ngsdichte in Rost ock nur knap p über dem Mitte lwert liegt, im  
Vergleich jedoch deutlich viele Nettoausgaben pro EW aufgewandt werden.  
 
Der Erklärungsfaktor, der sich aus dem quantitativen stadtspezifischen Profil ergibt, ist, dass die 
Fallkosten überdurchschnittlich hoch sind.  
 
Zum Teil liegen diese da rin begründet, dass Rostoc k vergleichsweise viele seiner Fälle stationär 
betreut.  
 
Hinzu kom mt, dass die stationär betreuten Kind er und Jugendlichen in Rostock selten in 
Pflegefamilien leben, sondern in den in der Regel kostenintensiveren Heimen betreut werden.  
 
Dieses Feld wird von R ostock als no twendiges Handlungsfeld gesehen. Daher wu rden be reits 
2004 Aktivitäten gestartet, ins besondere durch eine verstärkt e Öffentlichkeitsarbe it zu r 
Akquirierung von Pflegeeltern, be ispielsweise du rch Wer bekampagnen un d 
Informationsveranstaltungen. Darü ber hinaus wurd e die Arbe it des Pflege kinderdienst im Jahr 
2005 neu  k onzeptioniert. Die  Bewe rbergruppenarbeit sowie der Arbeit mit Pf legeeltern wu rde 
ausgebaut. Es erfolgte die  Intensivierung der Schulungszyklen im Zusammenhang mit der 
Überprüfung de r Bewerber, die Entwicklung eines K onzeptes de r s eminaristischen un d 
thematischen Begleitung von Pflegeeltern sowie die Evaluation interner Arbeitsprozesse.  
 
Die beschriebenen Prozesse der Gewinnung vo n Pflegeeltern können sich allerdings 2005 noch 
nicht auf die aktuellen Fallzah len im stationären Be reich auswirken, da mit  den p otentiellen 
Bewerbern noch gearbeitet wird. Es bleibt weiter zu beobachten, inwieweit diese Aktivitäten sich 
in den Zahlen der kommenden Jahre niederschlagen werden.  
 
Ein fach licher Schwerpunkt Rostocks, der sich ebenfalls in diesem Stadtprofil zeigt  ist der 
Ausbau der sog. fallunspezifischen und fallübergreifenden Arbeit. Es sollen verstärkt Ressourcen 
im Sozi alraum mobi lisiert un d alternative  Unterstützung smöglichkeiten für K inder und 
Jugendliche sowie ihre Familien installiert werden. Ziel ist es, Hilfen zur Erziehung+ soweit wie 
möglich bereits im Vo rfeld zu ve rmeiden. Diese  Strateg ie zeigt bere its erste Erge bnisse. Die  
Leistungsdichte de r Stadt ist t rotz so ziostruktureller Belastung en nu r durchschnittlich, was im 
Zusammenhang der stadtspezifischen Vorgehensw eise auf eine verst ärkte Hilfeve rmeidung 
con_sens 
66

hinweisen kann. Dass die Fa llkosten der Stadt vergleichsweise hoch sind, kann ebenfalls als ein 
Hinweis auf die in Ansätzen bereits erfolgreiche Umsetzung der Strategie gedeutet werden. Denn 
die Gesamtausgaben für Hilfen zur Erziehung um fassen neben den Einzelfallausgaben auch die 
Ausgaben für die fallunspezifische und fallübergreifende Arbeit in diesem Bereich, werden bei der 
Bildung der Kennzahl aber nur auf die Fallzahl der formalen HzE+ bezogen. Die Ausprägung der 
Kennzahl ist daher entsprechend hoch.  
 
Neben diese m fachlich gewünschten  Ergebnis sind die hoh en Fallkoste n jedoch auch auf  
Aspekte in der Ausgestaltung der Leistungsbeziehung mit den Anbietern zurückzuführen, für die 
Effizienzpotenziale vermutet werde n. In dies em Zusammenhang erwartet Rostock durch seine  
Teilnahme an e inem Bundesmodellprogramm zur Einführung vo n wirku ngsorientierten 
Vereinbarungen zent rale Impulse . Z usätzlich wird davon ausgegangen, dass die  mittlerweile 
eingeführten Pauschalf inanzierungen einzelner Leistungsarten weitere  Potenziale  für einen 
gezielteren Ressourceneinsatz bieten. Die Ergebnisse im weiteren Projektverlauf werden hierüber 
Aufschluss geben.  
 
con_sens 
67

5.7 Stadtprofil Siegen 
 
Die Kont extanalyse für Siegen 
zeigt im  V ergleich ü berdurch-
schnittliche soziale 
Problemlagen, wenn  a uch im  
Vergleich eher leicht.  
 
Zur Dichte  der Kinder und 
Jugendlichen, die vo n der  
Scheidung ihrer Elte rn betr offen 
sind, kann keine Aussage 
getroffen werden.  
 
Für al le a nderen Fa ktoren wei st 
die G rafik l eicht bis merkl ich 
überdurchschnittliche Problem-
lagen auf. 
103,8
111,0
107,2
119,9 102,0
SGB II-HE u65
SGB II-HE
u25
Schulabg.
Scheidung
Jugendetat
Kita
Siegen 2005 MW = Index 100
n.v.
 
Stadtprofil Siegen
(*jeweils ausgewiesen: die Abweichung des Stadtergebnisses der Kennzahl 
vom  Mittelwert der Städte in Prozent)
13,5
-11,4
-34,7
-42,5
-18,2
-4,7
-50,0
-37,5
-25,0
-12,5
0,0
12,5
25,0
37,5
50,0
Netto-Ausgaben HzE+ pro
EW*
Netto-Ausgaben HzE+ pro
Fall*
vzv. ASD-Mitarbeiter pro
100 Fälle*
Mitarbeiter gesamt pro
100 Fälle*
HzE+Fälle gesamt pro 100
EW*
Anteil stationäre
HzE+Fälle an allen
HzE+Fällen*
 
 
Das quantitative Stadtprofil für Siegen zeigt z unächst, dass in der Stadt vergleichsweise selten 
erzieherische Hilfen+ erbracht werden.  
 
Zusätzlich zeigt das Stadtprofil, das s das Le istungsportfolio in Siege n ve rgleichsweise deut lich 
durch stat ionäre H ilfearrangements gepräg t ist. D.h. das Ju gendamt int erveniert im  Vergleic h 
eher selten und wenn, dann vergleichsweise häufig eingriffsintensiv.  
 
Nach Einsc hätzung der St adt Sie gen ist die insbesondere vo r de m Hinte rgrund der 
überdurchschnittlichen soziale n Problemlagen vergleichsweise geringe Leistungsdichte  auf 
unterschiedliche Faktoren zurückzuführen. Von eine r zu restriktiven Zugangssteuerung wird nicht 
ausgegangen.  
 
con_sens 
68

So nimmt das Jugendamt Siegen bei Leistungen nach § 35 a SGB VIII i nsbesondere fü r sog. 
Teilleistungsstörungen wie z. B. die Lese- und Rechtsschreibschwäche seine 
Entscheidungskompetenz, ob eine seelische Behinderung vorliegt und die Teilhabe am Leben in 
der Gemeinschaft beeinträchtigt ist, in hohem Maße wahr.  
 
Die enge Kooperation des Jugendamtes mit der örtlichen Erziehungsberatungsstelle im Rahme n 
der Beg utachtung wird in diesem Zusammenhang als äuße rst hilfreich gewertet. So lehnt das 
Jugendamt ca. die Hälfte der Anträge ab, weil die Voraussetzungen gem. §  35 a SGB VIII nicht 
vorliegen bzw. andere Leistungsträger oder Schulen in der Pflicht sind.  
 
Des Weit eren ist nach Einschätzu ng der Stadt die eher geringe Leistungsdichte darauf  
zurückzuführen, dass die Hilfen vergleichswei se zeitnah be endet werde n können, weil die  
Hilfeplanüberprüfung nicht nur alle 6 Monate, sondern häufiger erfolgt.  
 
Ferner wirkt sich aus, dass die Falleingangsphase in Sie gen in hohem Ausmaß gesteuert wird 
und Alternativen für HzE+ installiert werden sowie der ASD alte rnative Ressourcen aktiviert. Die 
konkrete Ausgestaltung diese r Fa lleingangsphase gilt es im  Benchmark ing noch weiter z u 
betrachten.  
 
Die niedrigen Fallkosten  in Sieg en, die ebenfalls im St adtprofil ab gebildet wer den, geb en 
darüber hinaus Hinweise auf einen effizienten Ressourceneinsatz in der Stadt, insbesondere weil 
sie angesichts des vergleichsweise hohen Anteils an stationären Fällen nicht zu erwarten waren.  
 
Zum einen ist dies darauf zurückzuführen, dass Siegen für vergleichsweise viele stationäre HzE+-
Fälle Pf legefamilien f indet und H ilfen gem. § 34 SGB VIII v ergleichsweise häufig i n Form der 
weniger kostenintensiven Erziehungsstellen in professionellen Pflegefamilien erbringt.  
 
Darüber hinaus können jedoch noc h weitere interessante Ansätze bei der Ausgest altung der 
Leistungsbeziehung zwischen Kommune und Anbietern vermutet werden.  
 
Nach Einsc hätzung der St adt Siegen sind die n iedrigen Fallkosten auch a uf e ine e nge 
Kooperation mit den ört lichen Anbietern zurückzuführen, die in einem hohen Ausmaß für die 
Erbringung erzieherischer Hilfen+ in Anspruch genommen werden.  
 
Diese Zusammenarbeit in Form von regelmäßigen Qualitätsdialogen und Absprachen hinsichtlich 
der Gestaltung von Pflegesätzen führt dazu, dass das  Leistungsangebot in der Regio n 
bedarfsorientiert weit erentwickelt wird und der Kostenrahmen in den le tzten Jahren stabil 
geblieben ist. Insbesondere kann das Jugendamt in dieser Ko operation darauf hinw irken, dass 
Zusatzleistungen die Aus nahme und nicht die  Regel sein sollen. Erfah rungsgemäß ist dies ein 
häufiger Problem punkt in der Zu sammenarbeit mit aus wärtigen Le istungserbringern. Die  
Pflegesätze scheinen zwar zunächst kostengünstig, die im nachhinein dann jedoch geforderten 
Zusatzleistungen lassen die Kosten für die Hilfesettings stark ansteigen.  
 
Als Entwick lungspotenzial de r Stadt ist die R eduzierung der s tationären Fälle zu sehe n. Nach  
Einschätzung der St adt könnte dies durch e ine höhere Personalausstatt ung im  A SD erreicht 
werden, die in der Tat im Vergleich deutlich unter dem Mittelwert der Benchmarkingstädte liegt. 
Zielsetzung wäre es dann, insbesondere meh r präventive H ilfen zu installie ren, um HzE+ zu 
vermeiden, intens ivere Begle itung von stationären HzE+ mit dem  Ziel der frühzeitige ren 
Rückführung und die Intensivierung von Evaluation und Controlling. 
con_sens 
69

5.8 Stadtprofil  Viersen 
 
Die soz iostrukturellen Rahmen-
bedingungen könn en de rzeit nu r 
teilweise abgebildet we rden, da 
die Bundes agentur für Arbe it 
keine Date n für das St adtgebiet 
Viersen zur Verfügung  stelle n 
kann.  
 
Darüber hinaus zeige n sich  
differenzierte Problem lagen  für 
die Stadt Viersen.  
 
Während die  Quote der 
Schulabgänger ohne Abschluss 
deutlich über dem Mit telwert liegt, zeigt sich der Kontext im Hinblick auf die Betroffenheit von 
Kindern un d Juge ndlichen durch  die Sche idung ih rer Elte rn im  Vergle ich der ach t 
Benchmarkingstädte sehr positiv. Hierzu ist allerdings an zumerken, dass die Zah l der von  
Scheidung betroffenen Kinder und Ju gendlichen nur für die Ebene des Amt sgerichtsbezirkes zur 
Verfügung steht und für das Stadtgebiet Viersen umgerechnet wurde.  
115,1
163,1
50,7
162,4
SGB II-HE u65
SGB II-HE
u25
Schulabg.
Scheidung
Jugendetat
Kita
Viersen 2005 MW = Index 100
n.v.
n.v.
 
Im Rahmen der Kontextanalyse ist besonders auffallend, dass die Stadt über einen sehr geringen 
Jugendetat v erfügt. Da sich die Aufw endungen der Kommun e für Leist ungen für J ugendarbeit 
und Jugendverbandsarbeit (nach §§ 11 und 12 SGB VIII) entlastend auf das Leistungsgeschehen 
der erziehe rischen Hilfen+ auswirken könne n, w eist Viersen in diesem Punkt eine deutliche 
Problemlage auf.  
 
Der unterdurchschnittliche Versorgungsgrad an Plätzen in Kindertageseinrichtungen ist ebenfalls 
vor dem H intergrund der Ergebnisse der be iden historisch bedingt  gut ausge statteten 
Vergleichspartner Rostock und Potsdam zu sehen. Allerdings is t an dieser St elle darauf 
hinzuweisen, dass Viersen im Vergleich der Benchmarkingstädte über die am g eringsten 
ausgebaute Versorgung f ür die unt er 3-Jährigen verfügt. Hier zeigt sich daher noch deutliches 
Entwicklungspotenzial 
 
con_sens 
70

Stadtprofil Viersen
(*jeweils ausgewiesen: die Abweichung des Stadtergebnisses der Kennzahl 
vom  Mittelwert der Städte in Prozent)
-4,9
6,8
-13,3
-26,8
-15,3
19,3
-50,0
-37,5
-25,0
-12,5
0,0
12,5
25,0
37,5
50,0
Netto-Ausgaben HzE+ pro
EW*
Netto-Ausgaben HzE+ pro
Fall*
vzv. ASD-Mitarbeiter pro
100 Fälle*
Mitarbeiter gesamt pro
100 Fälle*
HzE+Fälle gesamt pro 100
EW*
Anteil stationäre
HzE+Fälle an allen
HzE+Fällen*
 
 
 
Die Auswertung des quantit ativen Stadtprofils zeigt zunächst die Auff älligkeit, dass es der St adt 
gelungen ist, bei einer relativ hohen Leistungsdichte insgesamt die Ne ttoausgaben pro EW im 
Vergleich sehr niedrig zu halten.  
 
Dies wird im Stadtprofil auch daran ersichtlich, dass die Fallk osten im Vergleich ebenfalls sehr 
niedrig sind.  
 
Dies ist zum einen darauf zurückzuführen, dass Viersen einen im Vergleich sehr geringen Ante il 
seiner HzE +-Fälle stat ionär betreut. Hinzu k ommt, dass es der St adt vergleichsweise häufig 
gelungen ist , Pflegef amilien fü r F älle zu find en, für die sich  eine Fremdunterbringung nicht  
vermeiden lässt. Dies ist nicht im Stadtprofil erkennbar, nähere Ausführungen hierzu s ind dem 
Kapitel 4.2. (vgl. KeZa 56 und KeZa 55) zu entnehmen.  
 
Im qualit ativen Aust ausch konnte  be reits he rausgearbeitet w erden, dass Vie rsen besonderen 
Wert darauf legt, auch pflegende Verwandte im Rahmen von Hilfen zur Erziehung+ zu betreuen, 
um den Abbruch eines Pflegeverhältnisses zu vermeiden. Der Benchmarkingkreis wird im Verlauf 
des weit eren Projektverlauf noch G elegenheit haben, die V orgehensweise in V iersen nähe r 
kennen zu lernen, um hieraus Impulse zu ziehen.  
 
Des Weiteren sind die niedrigen Fallkosten in Viersen darauf zurückzufüh ren, dass in besonders  
hohem Ausmaß nie derschwellige u nd wenig ei ngriffsintensive ambu lante Hilfeforme n erbr acht 
werden. St rategie der Stadt ist es, durch die frü hzeitige I nstallierung n iederschwelliger Hi lfen 
eine Verfest igung von Problem lagen und dadurch  eingriffsintensivere Hilfe n zu vermeiden. Als 
Entwicklungspotenzial sieht die Stad t Viersen für sich, noch präventive r zu wirken, damit Hilfe n 
zur Erziehung+ gar nicht erst notwendig werden.  
 
 
con_sens 
71

6 Ergebnisse des qualitativen Benchmarking 
 
Der Benchmarkingkreis hat sich auch in seine m zweiten Projektjahr intensiv  über zentrale  
Aspekte der Organisation und Steuerung von Hilfen zur Erziehung+ ausgetauscht.  
 
Erfolgskritische Prozessfaktoren im Pflegekinderwesen 
 
Ausgehend von den Ergebnissen de r ersten Be richtsjahres mit ausgeze ichneten Erg ebnissen 
Bremerhavens bei der Akquirie rung un d Betreuung von Pfleg efamilien h atte de r 
Benchmarkingkreis die Möglichkeit, die Bremerhavener Vorgehensweise näher kennen zu lernen.  
 
Zusätzlich konnten die neuen Mitstreiter im bundesweiten Benchmarking Siegen und Viersen, die 
beide ebenfalls posit ive Ergebn isse im Pflegek inderwesen aufw eisen, e inzelne Punkte in die  
Diskussion ein bringen. Ein e umfassende Bet rachtung der Abläufe im Pflegek inderwesen in 
Siegen und in Viersen gilt es im weiteren Projektverlauf noch vorzunehmen. 
 
Im Rahmen des qualitativen Austausches konnten konkrete Prozessfaktoren identifiziert werden, 
von denen anzunehmen ist, dass sie entscheidend zum Erfolg der Städte beigetragen haben.   
 
Im Rahmen des Austausches wurden ebenfalls Erfolgsfaktoren benannt, auf die die Jugendämter 
nur geringen Einfluss haben, die also weniger steuerungsrelevant, weil weniger steuerbar sind.  
 
Hierzu ist nach Einschätzung der Städte insbesondere die geografische Lage der Stadt zu zählen. 
Verfügt m an als Oberze ntrum, umg eben vo n ländli chen K reisen, über eher viele p otenzielle 
Pflegefamilien? Oder ist die Stadt als Oberzentrum von anderen Städten umgeben, die ebenfalls 
besonders viele Pflegefamilien benötigen und daher wenig bereit sind, welche „abzugeben“? Als 
ein zentrale r Erf olgsfaktor in Breme rhaven wurde die ausgezeichnete Kooperation mit dem 
Umland benannt, die n icht durch das eher ü bliche Konk urrenzverhältnis geprägt  ist. Die  
Vorreiterrolle der St adt Bremerh aven beim A ufbau des  PKD sichert dem st ädtischen 
Pflegekinderdienst heute eine entsprechende Position. 
 
Grundsätzlich ist in diesem Zusammenhang anzumerken, dass der quantitative 
Kennzahlenvergleich Impulse für stadtinterne Prüfungen und Überlegungen geben kann. Er kann 
nicht die Antwort darauf  geben, ob die Städte ggf. mehr ihr er stat ionären Fä lle in Form von  
Vollzeitpflege nach  § 33  SG B V III betreuen kö nnten, d.h. o b sie  ih r P otenzial ausschöpfen. 
Empfohlen wird, bei e ntsprechenden Kennzahlenergebnissen – einem vergle ichsweise geringen 
Anteil an Leistungen nach § 33 SGB VIII – zunächst von noch gegebenen Steuerungsspielräumen 
auszugehen, um alle etwaige Möglichkeiten auszuloten.   
 
Folgende M erkmale i n der V orgehensweise un d Konzeption der Arbe it im Pflegekinderwesen 
insbesondere in Bremerhaven wurden als erfolgsentscheidend herausgearbeitet:  
 
 
 
 Die Haltung gegenüber den Pflegeeltern 
Entscheidend für die Akquirierung von Pflegeeltern ist eine posit ive Haltung gegenü ber 
potenziellen Pflegef amilien, eine Haltung, die  vermittelt, dass  sie nicht p erfekt sein müssen,  
Fehler mach en und auch scheitern dürfen (wie leibliche Elt ern auch). Diese H altung wird in 
Bremerhaven den Mitarbeitern immer wieder vermittelt.  
 
Insbesondere die Erstgespräche mit möglichen Pflegeeltern w erden in Bremerhaven s o wenig  
formalisiert wie möglich gestal tet. Dass dies nicht  selbstverst ändlich ist,  zeigten  
con_sens 
72

Erfahrungsberichte anderer Städte, die die Fragebögen ihrer Stadt in ihrer Ausführlichkeit und in 
ihrem  kontrollierenden Charakter als eher weniger einnehmend einschätzen.    
 
Eine weite re wichtige „ Stellschraube“ zur Ge winnung von  Pflegee ltern sind die Kurse zu r 
Grundbildung, auch hie r gil t d ie of fensive Ve rmittlung einer posit iven und fehlert oleranten 
Haltung.  
 
 Grundphilosophie: Heim ist keine Lebensform auf Dauer  
Der Bericht aus Bremerh aven macht e deut lich, dass die Vo rgehensweise der Stadt durchweg 
durch die Philosophie geprägt ist, dass ein Heim keine Le bensform auf Dauer ist. Dies gilt – das 
ist ein entscheidender Punkt und macht den Unterschied – zunächst für jedes Kind, unabh ängig 
von seinen individuellen Problemlagen und Herausforderungen.  
 
Diese Pos ition wird nic ht in allen Pflegekinderdiensten der teilnehmenden Städte geteilt. S o 
wurde aus anderen Städten berichtet, dass Pflegefamilien von den zuständigen Sachbearbeitern 
in der Regel nur für kleine Kinder mit geringen sozialen Auffälligkeiten als die geeignete Hilfeform 
eingeschätzt werden.  
 
In Brem erhaven wa r der Auf bau des e rfolgreichen Pflegeki nderwesens durch das 
außerordentliche Eng agement einer Einze lperson geprägt, die diese Mentalität g elebt hat.  
Dadurch wird es aber nicht überflüssig, dass die jetzigen Steuerer diese Grundphilosophie immer 
wieder vermitteln und ggf. auch einfordern müssen.  
 
 Philosophie als roter Faden im Steuerungskreislauf  
Um die Hilfeplanung immer wieder an der Philosophie auszurichten dass das Heim zunächst für 
jeden k eine Le bensform auf Dauer ist, werden in  Breme rhaven unte rschiedliche 
Steuerungsinstrumente in stalliert. D iese ziehen sich wie e in roter Faden durch de n g esamten 
Steuerungskreislauf.  
 
In Bremerhaven wi rd wi e auch  in  a nderen Städten der Pflegekinderdienst in die Phase de r 
Hilfeplanung einge bunden. Der U nterschied besteht in dem  hohen Verbin dlichkeitsgrad de r 
Einbindung, der in Bremerhaven praktiziert wird.  
 
So werden in Bre merhaven Kinder unter 14 Jahren grundsätzlich von sog. 
Fremdplatzierungsteams betre ut. Der PK D ist verpflichtend in de n Platzierungsprozess 
institutionell eingebunden.  
 
Darüber hinaus – und dies wurde in der Diskussion als zentraler Unterschied deutlich – ist das 
Votum des PKD bei der Unterbringung der Kinder vorrangig.  
 
Da e ine H eimunterbringung n icht dem Leitgedanken en tspricht, wird jede Heim unterbringung 
spätestens nach zwei Jahren auf mögliche Alternativen regelhaft hin überprüft, durch – und dies 
ist auch ein entscheide ndes Element  – externe Träger (gem äß de r in § 34 Nr. 1 u nd Nr. 2 
SGB VIII formulierten Zielsetzung.). 
 
Wenn die Betreuung in einem Heim  nicht zu verm eiden ist,  wird dies nicht als Dauerlösung 
betrachtet und K inder und Jugendliche in e inem Heim kö nnen sich durch sog. Patenfamilien 
(potenzielle künftige Pfle geeltern o der be treuende Personen aus dem so zialen Umfe ld) an das 
Leben in einer Familie gewöhnt und emotionale familienähnliche Beziehungen aufbauen.  
 
 Rückkehroption von Pflegekindern in  die Herkunftsfamilien – eine Herausforderung für 
die Jugendämter   
Bremerhaven berichtete, dass das gute Kennzahlenergebnis der Stadt bei den Pflegekindern zu 
einer kritischen Prüfung geführt hat, ob nicht zu  wenige Pfl egekinder in ihre Herkunftsfamilien 
con_sens 
73

zurückgeführt werden. Denn dies ist natürlich auch ein Erklärungsfaktor für einen hohen An teil 
an Fällen nach § 33 SGB VIII.  
 
Dabei wurde deutlich,  dass nach der Abg abe der Bet reuung de r P flegekinder und der 
Pflegefamilien an den PKD nach zwei Jahren keine regelmäßigen Hilfepläne mehr erstellt werden 
In der Folge geraten die Kinder und Jugendlichen meist aus dem Blickfeld des PKD. Dies wird 
künftig stärker in den Fokus der Bremerhavener Aktivitäten gerückt.   
 
Diese Tendenz zeigt sich  nicht nur in Breme rhaven. Auch Sieg en und Vie rsen berichteten über 
diese Schwierigkeit.  
 
Diese He rausforderung wird bundesweit diskut iert (s. hi erzu Juge ndhilfe Report,  2 / 200 6, 
Erfahrungsberichte aus Düsseldorf und Mülheim an der Ruhr). In allen Städten stellt s ich 
zunehmend die Frage, wie eine Rückkehropt ion von Pflege kindern u nd Jugen dlichen in ihre  
Herkunftsfamilien gefö rdert werde n kann. Es wird ein e zentrale  Herausforderung sein, 
zunehmend mittelfristige flexible Pflegeformen zu entwickeln, die eine nachhalt iger systematisch 
geplante u nd org anisierte Rückführung von Kindern u nd Jugen dlichen in ihre Fam ilien 
einbezieht. Daher ist die W eiterentwicklung de r bestehenden Angeb ote in dem  
Pflegekinderwesen sowie die Erarbeitung neuer Konzeptionen wichtig.  
 
 
 Betreuung von Verwandtenpflegestellen durch das Jugendamt 
Im Rahmen des  Austausches wurde deutlich, dass es deutliche Untersc hiede zwisc hen den 
Jugendämtern in der Frage der Betreuung von Verwandtenpflegestellen gibt.  
 
In Viersen wird die intensive Bet reuung von Verw andtenpflegeverhältnissen als ein Erfolgsfakto r 
für die verst ärkte Betreuung in Pflegefamilien gesehen. Es wi rd davon ausgegangen, dass auch 
Verwandtenpflegeverhältnisse die U nterstützung des Jugendamtes brauch en, um ein Scheitern 
des Pflegeverhältnisses und eine spätere Unterbringung in einem Heim zu vermeiden.  
 
Die fachlich e Unterstü tzung du rch den Soz ialen Dienst sowie die Gruppe nangebote des  
Pflegekinderdienstes stehen in alle n Städten auch den Verw andtenpflegefamilien zur Verfügung. 
Der Unterschied zwischen den Städte n ist darin zu sehen, wie proaktiv das Jugendamt auf die 
Verwandten mit Unterstützungsangeboten zugeht. Die Einschätzung der Kooperationsbereitschaft 
von Ve rwandten als Pf legeeltern unterscheidet s ich denn  au ch deu tlich in den Stä dten. Ggf . 
könnte man sich im Rahmen des Benchmarking über unterschiedliche Formen der Ansprache 
austauschen, die eher Kooperationsbereitschaft oder Abwehrhaltung der Pflegeeltern hervorrufen.  
 
Stärkung ambulanter Hilfen durch Dezentralisierung und Sozialraumorientierung  
 
Die Kennzahlenergebnisse für Darmst adt aus dem ersten (wie auch dem zweiten Berichtsjahr) 
weisen deutlich darauf hin, dass es der St adt gelungen ist, ambulante Hilfeformen als frühzeitig 
greifende Alternative zu stationären Hilfearrangements zu installieren. Bei einer insgesamt knapp 
unterdurchschnittlichen Leistungsdichte, werden fast 70 Prozent der Hilfen in ambulanter Form 
erbracht.  
 
Ausgehend hiervon h atte der Benchmarkingkreis Gelegenheit die Vo rgehensweise in Darmstadt 
näher ke nnen zu lern en. Die Rahm enbedingungen de r lang fristig angelegten Umst euerung 
wurden bereits beschrieben. In diesem Kapi tel werden die im R ahmen der Diskussion 
identifizierten Erfolgsfaktoren beschrieben.  
con_sens 
74

Ambulante Angebote stärken 
Ein wesentlicher Faktor für das Erg ebnis ist, da ss die fach liche Strategie im Vorde rgrund steht, 
Kindern un d Juge ndlichen das Lebe n in der He rkunftsfamilie zu ermög lichen, auch we nn die 
Konstellationen und Bedingungen sehr schwierig sind. Und auch, wenn dies für das Jugendamt 
bedeutet, mit einem sehr intensiven Ressourceneinsatz in die Familie zu gehen, um die Situation 
für die Kinder und Jugendlichen positiv zu gestalten.  
 
 
 Starke Präsenz vor Ort 
Ein Erfolgsfaktor ist sich erlich, dass Darmstadt se ine Anlaufstellen sehr bürgernah ausgestaltet 
hat, so beispielsweise in Einkaufszentren. Auch die Stadtteilbüros wurden an Orten eingerichtet, 
die ein en hohen Pu blikumsverkehr aufweisen . Hie r kann un bürokratisch un d ohn e 
Stigmatisierung unterstüt zt werden. Die Hemmschwelle de r Kliente n, um Unterstüt zung zu 
bitten, ist hierdurch enorm gesunken. 
 
 Keine Angst vor neuen Fällen!  
Die angesprochene gesunkene Hem mschwelle kann ggf. auch zu steigenden  Fallzahlen führen, 
gerade in de r Anfangsphase der Umsteuerung. Daher scheint ein wesentli cher Erfolgsfaktor zu 
sein, die Linie de r bürg ernahen Präsenz durchz uhalten, auc h wenn die  Fallzahle n zunächst  
steigen. Außerdem ist eine Steigerung der Fallzahlen auch kein Automatismus.  
 
 Wer vor Ort ist, muss auch entscheiden können!  
Dezentralisierung ist äh nlich wie Sozialraumor ientierung in  de r fa chlichen wie politischen 
Diskussion ein schillernder Begr iff, der sehr unterschiedlich gefüllt wird. Wichtig für eine  
erfolgreiche Umsteuerung in Richtung  ambulante r erziehe rischen Hilfe n+ ist, dass di e Bürg er 
nicht nur Anlaufstellen vor Ort haben, sondern dass in diesen Anlaufstellen auch fallsteuernde 
Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Die se können dann den ggf. notwendigen Hilfeprozess gleich 
entsprechend vorbereiten.  
 
 Keine Angst vor Feed-back der Klienten!   
Darmstadt führt Befragungen der Klienten zu ihrer Zufriedenheit du rch. Im Wesentlichen geht es 
darum zu gewährleisten, dass die Klienten am Prozess der Hilfeplanung beteiligt sind und auch 
verstehen, um was es für sie dabei geht.  
 
 Haltung der  Mitarbeiter 
Eine zwar selbstve rständliche aber nicht leicht  umzusetzende Voraussetz ung für die Stärkung 
ambulanter Hilfefo rmen ist, dass die  Mit arbeiter die dahinterstehende Philosophie mitragen.  
Dass Kinder und Juge ndliche auch dann in ihren Herkunftsfamilien bleibe n sollen, we nn diese 
durch schwierige Problemlagen und Konstellati onen gekennzeichnet sind – abgesich ert durch  
einen intensiven Ressourceneins atz des Jugendamtes – ist eine Forderung, die den Mitarbeitern 
oftmals emotional viel abverlangt.  
Der Rückhalt im Team  und bei der Le itung und e ine ausgefeilte Risikoeinsch ätzung zur 
Kindeswohlgefährdung sind hier von besonderer Bedeutung.  
 
 Flexible Angebotsformen müssen vorhanden sein, um genutzt zu werden!  
Es ist von zentraler Bedeutung, zu  überprüfe n, ob die An gebotsstrukturen vo r Ort auch 
ausreichend flexibel sind, um Alternativen für stationäre Hilfearrangements zu haben. Darmstadt 
hatte hie r in de r Anf angsphase seine r Umste uerung im Rahmen de r Hilf eplanung eine  
Standardfrage für die fallsteuernden  Mitarbeiter eingeführt, die laute te „Würden Sie eine andere  
Leistungsform oder ein anderes Maßnahmenpaket wählen, wenn es Ihnen zur Verfügung stünde? 
Wie wäre dies ausgestaltet ?“.  
 
con_sens 
75

7 Ausblick 
 
Der bundesweite Bench markingkreis Hilfen zur Erzieh ung+ hat sich mit den be iden neue n 
Teilnehmern Sieg en un d Viersen ve rgrößert und damit erf reulicherweise auch seine bisherige 
nordrhein-westfälische „Lücke“ geschlossen.  
 
Im zweiten Projektjahr des K reises standen ausgehend vo n den  Ke nnzahlenergebnissen des 
ersten Be richtsjahres St euerungsansätze im Pf legekinderwesen sowi e zur  Stärkung amb ulanter 
Hilfen im Mittelpunkt des Austausches. So konnten zahlreiche erfolgskritische Prozessmerkmale 
für eine verstärkte Steuerung durch die Jugendämter identifiziert werden.  
 
Auch der diesjährige Kennzahlenvergleich bietet wieder zahlreiche Impulse zur Optimierung der 
Steuerung in den Jugendämtern für wirksame und effiziente erzieherische Hilfen+.  
 
So gilt es künftig ve rstärkt die Z ugangssteuerung der Jug endämter vor Ort zu vergle ichen, um 
Hinweise für eine möglichst zielgenaue Ausges taltung zu erhalt en. In diese Richtung geht  
beispielsweise auch der Ansa tz e iner Stadt, in der e rsten mehrw öchigen Ph ase de r 
Kontaktaufnahme mit dem Jugendamt bewusst keine formale HzE+ zu installieren, um verstärkt 
alternative Möglichkeiten auszuloten.  
 
Ein we iteres Thema fü r das Bench marking wird die Thematik der f allunspezifischen un d 
fallübergreifenden Hilfen im Hinblick auf Konzeption und Finanzierungsmöglichkeiten sein.  
 
Ab dem nächsten Projektjahr können im Rahmen des Benchmarking drei Jahrgänge ausgewertet 
werden. H ierdurch wi rd es verst ärkt mögl ich, Entwick lungstendenzen in einzelnen Städten 
abzubilden.  
 
Ein we iterer Schwerpunkt des weite ren Be nchmarkingprozesses wird ein vertiefter Austausch  
über de n Aufgabenzusc hnitt und die Aufg abenwahrnehmung im ASD sein. Aufschlussreich  
dürften hier in e rster Linie qualitative Komp onenten sein, be ispielsweise die Frage der 
Arbeitsteilung o der auch d ie F rage, wi e und d urch wen  so zialraumorientierte A ufgaben 
wahrgenommen werden.  
 
Da der Benc hmarkingkreis sein Kennz ahlenset zum Outcome von erziehe rischen Hilfen+ weiter 
präzisiert und be reits eine erste  Datenerhe bung durchgeführt hat , w ird er sich  in seiner 
diesjährigen Tagung zur Prozessanalyse am  Ende des Jahres mi t der The matik der 
wirkungsorientierten Steuerung auseinandersetzen.  
 
Zum einen dient diese Tagung dazu, einen Übe rblick über bundesweite Ak tivitäten zu e rhalten, 
beispielsweise zur F rage wi rkungsorientierter Ver einbarungen u nd e rfolgsorientierte 
Vergütungsbestandteile o der auch die  Optimierung der Hilfeplanung im Jugendamt durch eine 
verstärkte Wirkungsmessung.  
 
Zum an deren werde n si ch die Stä dte übe r ihre  bere its laufenden Aktivitäten aust auschen, 
beispielsweise zur Auswertung von Zielerre ichungsgraden bei den Hilfen zur Erziehung+ oder zu 
den ersten Erfahrungen mit der Installierung spezifischer Organisationsstrukturen zur verstärkten 
Ergebnisorientierung in der Hilfeplanung des Jugendamtes.  
 
 
con_sens 
76

8 Anhang 
 
Abb. 21: Arbeitslosendichte der 15 bis U25 am 31.12. des Bj. pro 100 EW 15 bis unter 25 Jahre (KeZa 1.1.) 
KeZa 1.1: 
Arbeitslosendichte der 15 bis unter 25-jährigen am 31.12. des Berichtsjahres 
pro 1000 altersgleiche Einwohner mit Haupt- und Nebenwohnsitz
24,8
12,6
11,0
7,3
19,1
30,8
21,3
14,8
17,7
0,0
5,0
10,0
15,0
20,0
25,0
30,0
35,0
BHV DA KA MA P HRO SI VIE
Arbeitslosendichte der 15-u.25-jährigen je 100 EW 15-u.25 Jahre mit Haupt- und Nebenwohnsitz
2005
Mittelwert 2005
 
 
 
 
Abb. 22: rbeitslosendichte der 15 bis unter 65 J. am 31.12. des Bj. pro 100 EW 15 bis unter 65 J. (KeZa 1.) 
KeZa 1: 
Arbeitslosendichte der 15 bis unter 65-jährigen am 31.12. des Berichtsjahres
 pro 1000 altersgleiche Einwohner mit Haupt- und Nebenwohnsitz
5,5 6,0
11,9 11,7
9,2
7,5
15,4
9,0
9,5
0,00
2,00
4,00
6,00
8,00
10,00
12,00
14,00
16,00
18,00
BHV DA KA MA P HRO SI VIE
Arbeitslosendichte der 15-u.65-jährigen je 100 EW 15-u.65 Jahre mit Haupt- und Nebenwohnsitz 2005
Mittelwert 2005
 
con_sens 
77

Abb. 23: Definition Basiszahl und Kennzahl  
 
Definition Basiszahl und Kennzahl 
 
Eine Basiszahl ist eine Grundzahl, quasi eine „Rohinformation“ 
 
Kennzahl ist die Bezeichnung für quantitative Infor mationen über Str ukturen, E igenschaften und Leistu ngen eine s 
Systems.  
 
Eine Kennzahl wird aus mehreren Basiszahlen errechnet.  
 
Beispiel:  
Kennzahl: Nettoausgaben pro Einwohner 
 
Basiszahlen, die für die Berechnung dieser Kennzahl benötigt werden sind:  
Basiszahl: Bruttoausgaben 
Basiszahl: Einnahmen 
Basiszahl: Einwohner 
 
Berechnung der Kennzahl: 
(Bz Bruttoausgaben minus Bz Einnahmen) dividiert durch die Bz Anzahl der Einwohner 
 
 
 
con_sens 
78

Abb. 24: Berechnung der Stadtprofile

Beratungsverlauf (1)

TOP 791

Details

Vorlagen-Nr.
2006/0739
Typ
Magistratsvorlage
Datum
16.11.2006
Erstellt
29.09.2026 00:00