0734/2021
Betreff: Kalker Hauptstraße/Wippermannstraße – Ergebnis Qualifizierungsverfahren
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Mitteilung BV
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/61/1 613 Tuch Az Vorlagen-Nummer 0734/2021 Freigabedatum am 02.03.2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 8 (Kalk) 04.03.2021 Betreff: Kalker Hauptstraße/Wippermannstraße – Ergebnis Qualifizierungsverfahren Mitteilungstext: Auf dem heute gewerblich genutzten Standort soll ein urbanes, durchgrüntes Wohnquartier entstehen (Vorhabenbezogener Bebauungsplan 71453/02 "Kalker Hauptstraße/Wippermannstraße" in Köln- Kalk). Das vorgegebene Raumprogramm des städtebaulichen Qualifizierungsverfahrens sah circa 125 Geschosswohnungen im freifinanzierten und öffentlich geförderten Segment sowie eine vierzügi- ge Kindertagesstätte vor. Besondere Aufmerksamkeit erforderten die auf das Grundstück einwirken- den Lärmimmissionen (Verkehrs- und Gewerbelärm) von der Kalker Hauptstraße und dem direkt öst- lich gelegenen Rangierbahnhof. Zudem war ein öffentlicher Spielplatz in die Planung zu integrieren. Dieser soll von der Kalker Hauptstraße aus wahrnehmbar, jedoch vor deren Immissionen ausreichend geschützt angeordnet werden. Nicht zuletzt war die städtebauliche Integrationsmöglichkeit des beste- henden Gebäudes Wippermannstraße 12 (Sheddach-Halle) zu überprüfen. Von 5 zur Teilnahme aufgeforderten Architekturbüros haben 4 einen Beitrag abgegeben. Die Beurtei- lungskommission aus Vertreterinnen und Vertretern mit Fachperspektive, des Vorhabenträgers, der politischen Gremien (Stadtentwicklungsausschuss, Bezirksvertretung) und der Verwaltung beriet am 08.02.2021 über die Arbeiten und empfahl das Konzept von LK Architekten, Köln einstimmig zur wei- teren Ausarbeitung im Bebauungsplanverfahren. Die Ergebnisse der Frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung und die fachliche Beurteilung der Maßga- ben und Prüfaufträge des Einleitungsbeschlusses (Vorlage 0966/2020) werden mit gesonderter Vor- lage der BV8 und dem Stadtentwicklungsausschuss zur Beratung und Beschlussfassung vorlegt (Vorgabenbeschluss) Anlage Kurzdokumentation Wettbewerbsergebnis
Anlage 1 Kurzdokumentation
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KALEIDUS DOKUMENTATION DER ENTWÜRFE ZUR MEHRFACHBEAUFTRAGUNG KALKER HAUPTSTRASSE / WIPPERMANNSTRASSE Anlage 1 2 Dokumentation der Entwürfe zur Mehrfachbeauftragung Kalker Hauptstraße / Wippermannstraße Titelseite: Perspektive des Entwurfs von LK Architekten Herausgeber PE Kalker Hauptstr. GmbH & Co. KG Standort Köln Holzmarkt 1 50676 Köln Redaktion und Layout Dewey Muller Partnerschaft mbB Architekten Stadtplaner Flandrische Str. 4 50674 Köln T +49 221 92 58 88-0 info@deweymuller.com www.deweymuller.com Burkard Dewey Svenja Hennig Marie Kötterheinrich Abbildungsnachweis Alle Abbildungen wurden - sofern nicht anders angegeben - von den jeweiligen Teilnehmenden erarbeitet. Fotos: © Dewey Muller Partnerschaft mbB Architekten Stadtplaner Köln, im Februar 2021 IMPRESSUM 3 INHALT Anlass und Aufgabe des Verfahrens Verfahren Einzeldarstellungen der Entwürfe 5 6 8 4 Dokumentation der Entwürfe zur Mehrfachbeauftragung Kalker Hauptstraße / Wippermannstraße Amtliche Basiskarte mit Darstellung des Plangebiets | © Stadt Köln © Stadt Köln Kalk Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster232/4 Katasterservice Die OberbürgermeisterinMaßstab: Erstellt am 14.7.2020 Die Karte ist auf Grundlage des amtlichen Liegenschaftskatasterinformationssystem(ALKIS) erstellt worden. Die PE Kalker Hauptstraße GmbH & Co. KG beabsichtigt, das Areal westlich des Rangierbahnhofs und südlich der Kalker Hauptstraße in Köln-Kalk mit einer Größe von ca. 7.440 m² zu bebauen. Zur Findung eines qualifizierten Entwurfskonzepts wurde von Oktober 2020 bis Februar 2021 eine Mehrfachbe- auftragung durchgeführt. Derzeit ist das Grundstück mit mehreren gewerblich genutz- tenHallen,einemdreigeschossigenVerwaltungsgebäudeund einem eingeschossigen Einzelhandelsgebäude bebaut. Die Freiflächen sind als Verkehrs- und Parkplatzflächen gestaltet und nahezu komplett versiegelt. Ziel ist es, das Gelände zu einem begrünten, städtischen Wohnquartier zu entwickeln. Insgesamt sollen ca. 125 Geschosswohnungen im freifinanzierten und öffentlich geför- derten Segment, eine öffentliche Spielfläche, eine kulturelle Nutzung sowie eine Kindertageseinrichtung realisiert werden. Hierzu sollen die bestehenden, gewerblich genutzten Gebäu- de größtenteils zurückgebaut und die vorhandenen Nutzun- gen verlagert werden. Die städtebauliche Integrationsmöglichkeit des bestehenden Gebäudes Wippermannstraße 12 (Solitärgebäude mit Shed- dach) sollte im Verfahren geprüft und dargestellt werden. Die Auftraggeberin führt parallel Gespräche mit den derzeit ansässigen Nutzern, inwiefern ein Verbleib vor Ort langfristig möglich ist. Die erforderlichen inneren Erschließungswege sind autofrei zu planen, um eine hohe Aufenthaltsqualität zu ermöglichen. DabeiisteineZuwegungzumsüdlichundaußerhalbdesPlan- gebiets gelegenen Kunsthauses Kalk (Wippermannstr. 26) für Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen zu berücksichti- gen. Die erforderlichen Pkw-Stellplätze sollen in einer Tiefga- rage untergebracht werden. Die Freiflächen sollen begrünt und mit Spiel- und Aufenthalts- möglichkeiten gestaltet werden. Neben den erforderlichen privaten Kleinkindspielflächen muss ein öffentlicher Spielplatz gemäß den Vorgaben des Kooperativen Baulandmodells der Stadt Köln mit einer Mindestgröße von 500 m ² realisiert werden. Aufgrund der auf das Grundstück einwirkenden Lärmimmis- sionen (Verkehrs- und Gewerbelärm) von der Kalker Haupt- straße und vom östlich gelegenen Rangierbahnhof sowie gewerblichen Nutzungen soll eine nach Osten und nach Nor- den geschlossene Randbebauung geplant werden. AufgabederteilnehmendenBüroswares,einBebauungskon- zept mit funktionalen Grundrisslösungen und gut gestalteten undproportioniertenFassadenzuentwickeln.BeiderPlanung sind insbesondere die Anforderungen an ausreichenden Schallschutz zu beachten. Nach Erarbeitung und Abstimmung der AufgabensteIlung startete die Mehrfachbeauftragung im November 2020 mit einem Einführungskolloquium, bei dem die Aufgabe vorge- stellt und Fragen beantwortet wurden. Von den fünf zur Teil- nahme eingeladenen Büros haben vier Teams Mitte Januar eine Arbeit zur Beurteilung eingereicht. Anfang Februar 2021 tagte die Beurteilungskommission zur Bewertung der einge- reichten Arbeiten. Der Entwurf des Büros LK Architekten wur- de mit dem 1. Rang ausgezeichnet und zur weiteren Umset- zung empfohlen. Weitere Ränge wurden nicht vergeben. Diese Dokumentation gibt einen Überblick über die einge- reichten Konzepte sowie die ausgesprochenen Bewertungen und Empfehlungen der Beurteilungskommission. ANLASS UND AUFGABE DES VERFAHRENS 5 Blick von Kalker Hauptstraße Richtung Süden auf das Plangebiet 6 Dokumentation der Entwürfe zur Mehrfachbeauftragung Kalker Hauptstraße / Wippermannstraße Mitglieder der Beurteilungskommission Mitglieder mit Stimmrecht – Jürgen Minkus, Architekt, Vorsitzender des Gestaltungs- beirats (Vorsitz) – Paul Bauwens-Adenauer, Geschäftsführender Gesell- schafter Bauwens GmbH Co. KG – Peter Berner, Architekt – Claudia Greven-Thürmer, Bezirksbürgermeisterin Köln- Kalk – Eva Herr, Leiterin des Stadtplanungsamtes Köln – Alexander Jacobi, Geschäftsführender Gesellschafter Bauwens Development GmbH Co. KG – Sabine Pakulat, Vorsitzende Stadtentwicklungsausschuss Berater*innen ohne Stimmrecht – Christian Robyns, SPD in der BV Kalk – Manuela Grube, Bündnis 90/Die Grünen in der BV Kalk – Dr. Tanja Groß, Die Linke in der BV Kalk Vorprüfer*innen – Wolfgang Tuch, Stadtplanungsamt – Martina Hüser, Stadtplanungsamt - Umweltprüfung – Maike Miosic, Bauwens Development GmbH & Co. KG – Fabian Kunkel, Bauwens Development GmbH & Co. KG – Burkard Dewey, Dewey Muller – Svenja Hennig, Dewey Muller – Marie Kötterheinrich, Dewey Muller – Avan Dalloo, Dewey Muller Termine – Versand der Unterlagen: 09.10.2020 – Eingang der Rückfragen: 29.10.2020 – Einführungskolloquium: 05.11.2020 – Abgabe der Pläne: 18.01.2021 – Abgabe des Modells: 25.01.2021 – Abgabe der Präsentation: 03.02.2021 – Sitzung der Beurteilungskommission: 08.02.2021 Auftraggeber Das Verfahren ist ausgelobt von: PE Kalker Hauptstr. GmbH & Co. KG Standort Köln Holzmarkt 1 50676 Köln Verfahrensbetreuung Das Verfahren wird betreut von: DEWEY MULLER Partnerschaft mbB Architekten Stadtplaner Flandrische Str. 4 50674 Köln in enger Abstimmung mit Stadt Köln Stadtplanungsamt Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln Teilnehmende – DeZwarteHond – caspar. – LK Architekten – rheinflügel severin | Schenker Salvi Weber | KRAFT.RAUM. VERFAHREN 7 80m6040200 Mittelpunkt: [360471,5644995] 1:2000 Kalk Schrägluftbild 2018 (Südansicht) Herausgeber: Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster Die Geoinformationen sind gesetzlich geschützt und nur für den Dienstgebrauch zu verwenden. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit sind die jeweiligen Herausgeber verantwortlich. Diese sind auch für die Genehmigung weitergehender Nutzung zuständig. Erstellt am: 14.07.2020 Schrägluftbild mit Darstellung des Plangebiets, Blick Richtung Süden | © Stadt Köln Architektur LK Architekten Brandschutz Büro Burckhardt, Pabst + Partner Statik HIG Ingenieurgesellschaft 1. RANG Auszug aus dem Erläuterungstext Die städtebauliche Grundkonzeption sieht eine mäanderför- mige fünf- bis siebengeschossige Blockrandbebauung ent- lang der Kalker Hauptstraße und der Wippermannstraße vor. Gezielte Richtungswechsel in der Bebauung gliedern den öffentlichen Stadtraum angenehm und erschließen das Quar- tier über spannungsreiche, platzartige Raumfolgen. Die ein- zelnen Hausmodule mit ihren Vor- und Rücksprüngen sowie die variierende Geschossigkeit sorgen für eine gut proportio- nierte und klar gegliederte Baustruktur. Die maßstäblich gegliederten Wohnhäuser sind klar ablesbar und erzeugen eine identitätsstiftende städtebauliche Grundfigur. Der Blockrand zur Kalker Hauptstraße wird baulich geschlos- sen. Gleichzeitig öffnet ein Richtungswechsel der Bebauung das neue Wohnquartier über einen Eingangsplatz einladend zum umgebenden Stadtraum. Von dort wird das neue Quar- tier entlang des Bahndammes barriere- und autofrei über eine angemessen breite Promenade in Nord-Süd-Richtung erschlossen. Weitere Richtungswechsel in der Baustruktur las- sen hier im Zusammenhang mit dem Bahndamm angenehm räumlich gefasste, platzartige Stadträume entstehen - den Spielplatz des Quartiers und im Anschluss den Kulturplatz in Zusammenspiel mit der dort verorteten, kulturell genutzten, ehemaligen Gewerbehalle - und erzeugen spannungsvolle Raumfolgen durch das Spiel von Enge und Weite. Die Gliederung in einzelne Hausstrukturen mit unterschiedli- chen Geschossigkeiten wird auch im Innenbereich der Block- randschließung fortgeführt. Im Innenhof liegt der Außenbereich der Kindertagesstätte und ein Gemeinschafts- hof mit Kleinkindspielplatz, welche vielfältige Möglichkeiten der Begegnung und des Austausches innerhalb der Nachbar- schaft sichern. Der Individualverkehr wird unmittelbar an der Kalker Haupt- straße im Nordwesten in eine Tiefgarage umgeleitet, so dass 8 Dokumentation der Entwürfe zur Mehrfachbeauftragung Kalker Hauptstraße / Wippermannstraße Perspektive von Kalker Hauptstraße 9 tierend aus den städtebaulichen Anforderungen werden hier keine kleinen Wohnungen angeboten, um allen Wohnungen nebenderLagezurKalkerHauptstraßeauchausreichendRäu- me und Freibereiche nach Süden oder Osten anzubieten. Die Leitidee für die Organisation der Wohnungsgrundrisse sind möglichst offene und ineinander fließende Räume, wel- che eine angenehme Wohnatmosphäre über spannungsvolle Raumfolgen erzeugen. Dementsprechend werden die übli- chen Flurzonen minimiert und die Wohnbereiche zu zentralen Mitten innerhalb der jeweiligen Wohnungsgrundrisse ausfor- muliert. Die Freibereiche sind in weiten Teilen als Loggien in dieGebäudekubaturmiteingebunden.Diessicherteinaufge- das gesamte Quartier autofrei umgesetzt werden kann. Die Nord-Südpromenade ist dabei lediglich für Rettungsdienste und die Feuerwehr befahrbar. Die viergruppige Kindertagesstätte im Erdgeschoss wird unmittelbar von der Kalker Hauptstraße über den Auftaktplatz im Norden erschlossen und belebt die Nord-Südpromenade parallel zum öffentlichen Spielplatz. Ein Sitzpodest des Ein- gangsplatzes unterstützt die Abgrenzung und Sicherung zur befahrenen Kalker Hauptstraße. Das Erdgeschossniveau für die Wohnungen im südlichen Bereich der neuen Baustruktur wird leicht erhöht zum öffentli- chen Raum ausgebildet und trägt somit der Stärkung der Pri- vatsphäre für die einzelnen Wohnbereiche Rechnung. Auch dieprivatenTerrassenbereichedererdgeschossigenWohnun- gen liegen dabei erhöht zu den halböffentlichen gemein- schaftlichen Nutzungen im Innenhofbereich. Die Grundidee der neuen Gebäudestruktur ist ein modulares BaukastensystemauseinzelnenHäusernmitunterschiedlichen Geschossigkeiten, die aneinandergereiht die Blockrandbe- bauung schließen. Das Grundmodul besteht aus einer kom- pakten Erschließung als Zwei- bis Vierspänner. Innerhalb der tragendenStruktureinesGrundmodulessinddieunterschied- lichen Wohnungsgrößen geschossweise umsetzbar und dadurch je nach Anforderung variabel austauschbar. Die städ- tebaulichen Richtungswechsel werden innerhalb der jeweili- gen Grundmodule aufgenommen und führen hier zu beson- deren Wohnungszuschnitten. Den oberen Abschluss eines Modules bildet eine zweige- schossige Vierzimmerwohnung, die wie ein klassisches Einfa- milienhausalsMaisonetteim‚HausimHausPrinzip’dieunter- schiedliche Geschossigkeit der einzelnen Baukörper ausformuliert und im städtebaulichen Raum ablesbar wird. Alternativ hierzu ist anstelle der zweigeschossigen Wohnung jedoch auch eine klassische Wohnung mit separater Erschlie- ßung und mit großzügigen Dachterrassen als oberer Abschluss möglich. Den nördlichen Abschluss zur Kalker Hautstraße bildet eine fünf- bis siebengeschossige klassische Bebauung mit zwei Erschließungskernen, die das Grundprinzip der modularen Bebauung gestalterisch mit aufnehmen und fortführen. Resul- Lageplan Schnittansicht von Westen/Innenhof 10 Dokumentation der Entwürfe zur Mehrfachbeauftragung Kalker Hauptstraße / Wippermannstraße Grundriss EG Grundriss 1. und 2. OG Wohnungstypen 4. und 5. OG 11 Ostansicht räumtes Erscheinungsbild, die notwendige Privatheit und nahezu ganzjährig nutzbare Außenbereiche. DerSchallschutzzumGewerbelärmanderKalkerHauptstraße wird soweit notwendig über Prallscheiben gesichert. Entlang der Bahnlinie erfolgt der notwendige Schallschutz der schutz- bedürftigen Räume über entsprechende Schallschutzfenster mit Einzelraumlüftern. Die weitestgehend vorgelagerten Log- gienaufderSüd-undWestfassadebeschränkendenAufwand bezüglich des sommerlichen Wärmeschutzes. Die Erschließung der Tiefgarage erfolgt unmittelbar von Nor- den über die Kalker Hauptstraße. Die notwendige Erhöhung im Zufahrtsbereich im Innenhof wird geschickt in die Planung des Freibereiches der Kindertagesstätte als Sitzstufenanlage bzw. Spielhügel integriert. Der Rückversatz der Tiefgarage zur westlichen Grundstücksgrenze sichert eine intensive Bepflan- zung mit Bäumen in diesem Bereich. Das Quartier wird durch eine einheitliche Ziegelfassade geprägt und schafft damit unspektakulär einen städtischen Kontext. Leichte Variationen in der Farbgebung durch ver- schiedenfarbigeVerfugungendereinzelnenErkerarbeitendie städtebauliche Grundfigur der aneinandergereihten Einzel- häuserweiterheraus.Esentstehteinehochwertigeundidenti- tätsprägende urbane neue Wohnbebauung, die das Thema des Projektes ‚Kaleidus - Vielfalt leben‘ mit einfachen Mitteln prägnant umsetzt. Es entsteht ein einladender zeitloser Neubau, der durch die Wahl seiner Materialien und die harmonische Zusammenfüh- rung der Detailpunkte zeitlos und in Würde altern kann und damit dem Grundgedanken der Nachhaltigkeit konzeptionell undimDetailRechnungträgt.EinGroßteilderDächerwirdals Gründach ausgebildet, um den ökologischen Fußabdruck soweit wie möglich zu minimieren. Empfehlungen für die weitere Umsetzung DieBeurteilungskommissionempfiehltdemAuftraggeber,die Arbeit von LK Architekten als Grundlage für die weitere Bear- beitung zu wählen. Dabei sind folgende Punkte zu beachten: Die Lage der geförderten Wohneinheiten ausschließlich im vorderen Grundstücksbereich entlang der Kalker Hauptstraße ist noch einmal – auch vor dem Hintergrund einer stärkeren Durchmischung der Typologien – zu prüfen. Um den Zuzug von Familien zu ermöglichen, ist zu prü- fen, ob der Anteil an 4-Zimmer-Wohnungen – möglichst in den unteren Geschossen – erhöht werden kann. Um möglichst alle Wohnungen für mobilitätseinge- schränkte Personen nutzbar zu machen, ist zu prüfen, ob eine barrierefreie Erschließung der Wohneinheiten im fünften Obergeschoss unter Einhaltung der abgestuften Gebäudekubatur möglich ist. Der weitere Planungsprozess ist von einem Schallgutach- ter zu begleiten. Der Schalleintrag durch den Gebäude- durchgang in den Innenhof, auf die Südfassaden des Hochpunktes sowie auf die Dachterrassen ist zu vermei- den. Eine Reduzierung der Durchgangsbreite in den Innenhof ist zu untersuchen. Die Freiflächengestaltung ist durch ein Fachbüro unter Beibehaltung der Grundkonfiguration zu qualifizieren. Es ist zu prüfen, ob der Anteil an Grün-/Freiflächen erhöht werden kann. DerfortgeschriebenePlanungsstandsollderBVKalkvor- gestellt werden. Bewertung der Beurteilungskommission Die städtebauliche Grundkonzeption sieht eine mäanderför- mige Blockrandbebauung entlang der Kalker Hauptstraße und der Wippermannstraße vor. Der siebengeschossige, prä- gnante Kopfbau an der Kalker Hauptstraße knickt an der Ecke zur Wippermannstraße leicht ab und leitet so charmant über einen Vorplatz in das neue Quartier. Über mehrere Richtungs- wechsel in der Baustruktur wird die Parallelität zur Bahn gebrochen und es entsteht eine Folge unterschiedlich dimen- sionierter, spannungsvoller Räume mit einem Wechsel aus Enge und Weite. Auch die Sheddach-Halle wird freigestellt und über einen Vorplatz gelungen eingebunden. Die fünf- bis sechsgeschossigen, in ihrer Kubatur ablesbaren Einzelbaukörper gliedern den langen Gebäuderiegel im angenehmen Rhythmus und bilden eine attraktive Vorderseite zurBahnlinie.ImSüdentrepptdasGebäudegeschicktaufvier Geschosse ab und schafft einen Anschluss an das westliche Bestandsgebäude an der Zechenstraße. Die vorgeschlagene Bauhöhe ist städtebaulich vertretbar und kann eine Neuent- wicklung dieses Areals initiieren. Konflikte durch die geringfü- gige Überschreitung der Abstandsflächen in diesem Bereich bedürfen der gesonderten Betrachtung, scheinen jedoch lösbar. Die gebäudeinterne Erschließung wird über Zwei- bis Vier- spännerorganisiert.AlleWohneinheitensindentwederdurch- gesteckt oder zum ruhigen Innenhof orientiert und gewähr- leisten sowohl im Hinblick auf Belichtung sowie Schallschutz eine gute Wohnqualität. Zur Kalker Hauptstraße sind ergän- zende Schallschutzmaßnahmen wie z.B. Prallscheiben erfor- derlich, die ggf. eine Anpassung in der Fassadengestaltung hervorrufen. Die nutzerspezifischen Vorgaben sowie die Vor- gaben zur Förderfähigkeit werden im Wesentlichen eingehal- ten. Durch die geschickte Anordnung der Wohneinheiten kann auf eine Befahrbarkeit des Innenhofs für die Feuerwehr verzichtet werden. Die Kita ist eingeschossig organisiert und über den Vorplatz erschlossen. Die Abwicklung des Hol- und Bringverkehrs der Kita im Bereich der Kalker Hauptstraße überzeugt durch eine klare Trennung von befahrbarem und autofreien Bereich. Der öffentliche Kinderspielplatz liegt gut einsehbar und gleichwohl geschützt im mittleren Grundstücksbereich. Die privaten Kleinkindspielflächen befinden sich im Innenhof und werden über einen eingeschossigen Gebäudedurchgang erschlossen, der auch durch seine gewählte Breite einen Schalleintrag ermöglicht. Der Entwurf bietet in vielen Aspekten gelungene Antworten auf die Herausforderungen des Standortes. Er überzeugt ins- besondere durch die städtebauliche Grundkonfiguration, die sich sehr gut in den Kontext einfügt und eine Folge an quali- tätsvollen, unterschiedlich zugeschnittenen Freiräumen schafft. 12 Dokumentation der Entwürfe zur Mehrfachbeauftragung Kalker Hauptstraße / Wippermannstraße Modellfotos 13 Piktogramm Städtebau Piktogramm Fassadengliederung Architektur rheinflügel severin | Schenker Salvi Weber Landschaftsarchitektur KRAFT.RAUM. Lärmschutz blauphysik Brandschutz BFT Cognos TEILNEHMENDE Perspektive von Kalker Hauptstraße 14 Dokumentation der Entwürfe zur Mehrfachbeauftragung Kalker Hauptstraße / Wippermannstraße Auszug aus dem Erläuterungstext Der Entwurf versteht sich als ein Stück Stadt und betont damit in dieser besonderen Lage an der Bahn, wo sich die gründer- zeitliche Struktur Kalks etwas verliert, den städtischen Zusam- menhang. Mit der bloßen Schließung des Blockrands ist es an dem Ort nicht getan, obschon diese im Sinne des Lärmschut- zes faktisch vollzogen wird. Der Entwurf greift vielmehr die Heterogenität seines baulichen Umfeldes auf und verknüpft diese mit dem gründerzeitlichen Blockmotiv. Daraus resultiert ein Höhenspiel, welches u.a. die Sheddach-Halle und weitere Gebäude geringer Höhe im südlichen Grundstücksbereich berücksichtigt. Die Staffelung der Höhen von Süd nach Nord ist eines der zentralen Themen der gewählten Volumetrie. Mit der Höhen- staffelunggehteineTiefenstaffelungderFassadeneinher.Erst aus der Kombination erwächst die Unverwechselbarkeit die- ses dreidimensional ausdifferenzierten Baukörpers, dessen Takt mit einem kurzweiligen Stakkato zu vergleichen ist. Der Rhythmus folgt der inneren Gebäudestruktur und bildet damit fürjedeneinzelnenTreppenhauszugangeineAdresseaus.Die eingesetzten Materialien und Farben unterstützen das Wech- selspiel der vier- bis achtgeschossigen Fassaden. Dabei wer- denMaterialienderumgebendenGebäudewiedieZiegelder Sheddach-Halle aufgegriffen und mit übergeordneten Ideen ergänzt und verfremdet. Lasierte Steine bringen Farbe ins Spiel und geben den Baukörpern eine vielfältige Identität. Der bauliche Schwerpunkt liegt mit acht Geschossen im Eck- bereich von Kalker Hauptstraße und Wippermannstraße. Hier setzt der Entwurf ein bauliches Zeichen als östlicher Schluss- steinvonKöln-Kalk.ZumNachbargebäudeanderZechenstra- ße vermittelt ein fünfgeschossiger Baukörper an der Kalker Hauptstraße. Gegenüber der Bahntrasse wurden alle Gebäu- deteile so weit wie möglich abgerückt, sodass sich die Erschütterungen durch den Bahnverkehr auf ein Minimum reduzieren. Der Versatz nach Westen und das Abrücken gegen Osten komprimiert die Baumassen in einem zentralen Streifen, welcher die Wippermannstraße neu definiert, auf- wertet und zur neuen Wohnadresse in Kalk transformiert. Das Wohnen wird über klassische Mehrspänner organisiert. In der Regel handelt es sich um Drei- bis Vierspänner, beim Kopfbau um einen Sechsspänner. Hofseitig gelegene Woh- nungen können über einen Fluchtkorridor als Verbindung von Lageplan 15 zwei Treppenhäusern oder über die Dachterrassen entfluchtet werden. Die insgesamt 135 Wohnungen verfügen über lärmschutzop- timierte Grundrisse. Dazu werden alle schutzbedürftigen Auf- enthaltsräume um eine zentrale, verglaste, jedoch natürlich belüftete Loggia angeordnet. Straßen- wie bahnseitig kann über eine Spaltbegrenzung auf 40 mm eine erhöhte Lärmmin- derungerreichtwerden,sodassindenschutzbedürftigenRäu- men mit natürlicher Lüftung ein Innenpegel von unter 35 dB gewährleistet werden kann. Im EG des nördlichen Bereichs befindet sich die Kita unter- halb der geförderten Wohnungen. Der Drop-Off-Bereich der Kita ist dem Eingangsbereich an der Schnittstelle zur Kalker Hauptstraße zugeordnet. Trotz der hohen Dichte kommt den privaten und gemein- schaftlichen Gärten eine große Bedeutung zu. Als recht klas- sisch kann man die Westgärten der Erdgeschosswohnungen bezeichnen, welche ruhig gelegen sind und von mittags bis abends besonnt werden. Ebenso privat und großzügig gestal- tensichdiezahlreichenDachgärten,welchesichdurchdiedif- ferenzierteHöhenentwicklungentlangderWippermannstraße ergeben. Als dritte Gartenkategorie bietet ein großer Gemeinschaftsdachgarten an der Kalker Hauptstraße ein Angebot für die Bewohnerschaft der geförderten Wohnungen. Der öffentliche Spielplatz schließt sich auf der Ostseite des Gebäudes südlich des Drop-Off-Bereichs der Kita an und ver- teilt sich wie die nach kooperativem Baulandmodell geforder- te Grünfläche auf mehrere, in die Spielstraße integrierte Inseln, sodass die Bezeichnung Spielstraße hier ihrer Bedeu- tung in besonderer Weise gerecht wird. Durch diese Anord- nungwerdenvorallemdieinderGrößenordnungaufdieFeu- erwehr ausgelegten Verkehrsflächen für das Spielen aktiviert. Der begrenzte Außenraum erfährt damit eine maximale Multi- codierung am Fuße des Bahndamms. Die Inseln sind mit unterschiedlichen Themen belegt. Ein Spielturm im Norden erhöht die Sichtbarkeit der öffentlichen Spielfläche von der Kalker Hauptstraße aus. Die Spielangebote für Kleinkinder sind im südlichen Bereich der Spielstraße vorgesehen, bevor diese als Multifunktionsfläche für kulturelle Veranstaltungen vor der Sheddach-Halle endet. Der Querschnitt der Spielstra- ße fällt nach Osten leicht ab und sammelt das Regenwasser in einer offenen Rinne. Die Spiel- und Grüninseln verfügen über NordansichtQuerschnitt Einsenkungen, sodass sie bei Starkregen als Retentionsfläche genutzt werden können. Die vorgeschlagene Bebauung besteht aus kompakten Gebäudetypen, die mit kleinem Oberflächen-/Volumenver- hältnis niedrige Baukosten und geringe Energieverbräuche erwarten lassen. Für einen konsequenten Beitrag zum Klima- schutz werden alle Dachflächen mit Photovoltaikanlagen aus- gestattet. Die erforderlichen Retentionsqualitäten werden durch eine Kombination mit extensiver Begrünung oder der Nutzung von Mäanderplatten/samenfreiem Substrat erreicht. Ebenso klimaneutral wie die Stromerzeugung stellt sich die Wärmegewinnung durch eine moderne Wärmepumpentech- nologie dar. Grundriss EG Grundriss 1. OG 16 Dokumentation der Entwürfe zur Mehrfachbeauftragung Kalker Hauptstraße / Wippermannstraße Ostansicht Modellfotos 17 Bewertung der Beurteilungskommission Der Entwurf sieht einen geschlossenen Gebäuderiegel ent- lang der Kalker Hauptstraße und Wippermannstraße vor. Leit- ideedesEntwurfesisteinerhythmischeStaffelungderGebäu- dehöhen, mit der auch eine Tiefenstaffelung der Fassaden einhergeht, welche den Gebäuderiegel kleinteilig und span- nungsreich gliedert. An der Ecke Kalker Hauptstraße Wipper- mannstraße positioniert sich das Gebäude selbstbewusst mit einem Hochpunkt von acht Geschossen. Durch die Abstufung in Richtung Süden und Westen auf vier bzw. fünf Geschosse gelingt eine gute Einbindung in die gebaute Umgebung. Auch die Sheddach-Halle wird durch die Aufnahme der Bau- flucht angemessen integriert. Das maximale Abrücken der Gebäudeteile vom Bahndamm schafft einen großzügigen Freibereich von hoher Aufenthalts- qualität entlang der östlichen Grundstücksgrenze, in den auch die öffentliche und private Spielfläche integriert sind. Die frei- en, inselförmigen Formen gehen fließend ineinander über und verleihen der Nord-Süd-Verbindung einen lebendigen, besonderen Charakter, auch wenn zur Kalker Hauptstraße eine Abgrenzung/Einfassung der öffentlichen Spielfläche erforderlich ist. Während das Gebäude möglichst weit vom östlichen Bahn- damm abrückt, entstehen auf der Westseite nur sehr schmale, private Blockinnenbereiche. Es kommt zu einem Ungleichge- wicht zwischen privaten und halböffentlichen/öffentlichen Freiräumen. Zudem führt die Positionierung zu einer Über- schreitung der Abstandsflächen entlang der westlichen Grundstücksgrenze. Das Gebäude wird durch sieben Treppenhäuser sehr wirt- schaftlich erschlossen. Zur Sicherstellung der notwendigen Rettungswege werden die Treppenhäuser ab dem dritten OG jedoch teils durch innenliegende Gänge miteinander verbun- den, wodurch sich der Anteil an Erschließungsfläche erhöht. Die Wohnungen sind meist über einen zentralen Wohn-Ess- Bereich als Verteilerraum organisiert, der die einzelnen Zim- mer erschließt. Alle schutzbedürftigen Aufenthaltsräume sind jeweils um eine verglaste, natürlich belüftete Loggia angeord- net, die die Anforderungen an den Schallschutz erfüllen kann. Leider entstehen aufgrund des Erschließungssystems jedoch viele einseitig, ausschließlich zur Schallquelle ausgerichtete Wohnungen, deren Wohnqualität insbesondere im Hinblick auf die Sicherstellung gesunder Wohnverhältnisse äußerst kri- tisch beurteilt wird. Darüber hinaus werden die Vorgaben der WohnraumförderungsbestimmungendesLandesNRWineini- gen Aspekten nicht eingehalten. Die Arbeit liefert insgesamt einige interessante Ansätze z. B. in der Gebäudekubatur und Freiraumgestaltung, weist jedoch insbesondereimHinblickaufdiestädtebaulicheSetzungnahe der westlichen Grundstücksgrenze und die einseitige Orien- tierung vieler Wohneinheiten Schwächen auf, die ohne maß- gebliche Umplanungen kaum zu beheben sind. Architektur DeZwarteHond TEILNEHMENDE Perspektive von Kalker Hauptstraße 18 Dokumentation der Entwürfe zur Mehrfachbeauftragung Kalker Hauptstraße / Wippermannstraße Auszug aus dem Erläuterungstext Das Kaleidoskop setzt einen Qualitätsimpuls an der Kalker Hauptstraße, sowohl visuell über eine expressive Form und kräftige Details als auch bezogen auf die Wohnqualität. Die besondere Herausforderung, in einer stark lärmbelasteten Situation besondere Wohnqualitäten zu schaffen, wird in eine Form übersetzt, die zwei sehr unterschiedliche Seiten ausbil- det:maximaleOberflächeundmaximaleBesonnungRichtung Westen und maximale Aussicht bei maximalem Schallschutz nach Osten. Durch die prismaförmigen Gebäudeeinheiten ist auch in den oberen Stockwerken, wenn sich der Riegel zu Gunsten einer prägnanten Silhouette auflöst, der Lärmschutz weiterhin gewährleistet. Städtebaulich wird dabei sowohl zur Sheddach-Halle als auch zur Nachbarbebauung „Nähe“ gesucht, um den Schallschutz zu optimieren und eine räumli- che Fassung des Hofraums zu erreichen. Ziel ist es, die Kalker Stadtbewohner*innen sowie die (zukünf- tigen) Stadtstrukturen vor negativen Lärmimmissionen des Schienenbetriebs im Osten des Gebietes zu schützen. Damit ist eine durchgängig geschlossene Fläche zur Lärmquelle gesetzt. Um die hofseitigen Flächen zu maximieren und die Erschließung des Grundstückes sowie der südlichen Anrainer zu vereinfachen, wurde der Körper unterteilt und leicht gegeneinander versetzt entlang der Bahntrasse positioniert. Hieraus ergibt sich eine selbstverständliche Gliederung der Fassade.ZumruhigenInnenhofwirddieFassadenflächemaxi- miert. Die Erhöhung des Anteils an Süd- und Westfassaden um mehr als 40 % ermöglicht es 95 % aller Schlafräume und Kinderzimmer zum ruhigen Innenhof zu orientieren. Hierdurch werden aufwendige Fassadenkonstruktionen zur Bahntrasse vermieden. Das Kaleidoskop entsteht. Die zusätzliche Fläche für die Kita wird im EG und ersten OG an der Kalker Haupt- straße positioniert. Die Wohnflächen werden durch eine gespiegelte Dopplung des ersten Volumens kompensiert. Dersoentstandene„Kopf“bildeteinenadäquatenAuftaktan der Kalker Hauptstraße und schützt auch hier vor Lärm. Die Höhen der einzelnen Gebäudeteile erhalten eine expres- sive Staffelung, um so auf den städtebaulichen Kontext, die Erschließung und das Raumprogramm zu reagieren. Der Hochpunkt(VII)befindetsichdabeibewusstnichtaufderEcke zur Kalker Hauptstraße, sondern leicht zurückgesetzt. Dies respektiert die im Kontext angrenzende geringere Bestands- höhe und adressiert das Gebäude stärker an den sehr großen Bahnflächen. Zur Sheddach-Halle erfolgt der Übergang durch eine Viergeschossigkeit. Detailinterventionen wie Auskragun- gen beenden das Gebäude und schaffen Raum für die Erschließung der Sheddach-Halle und der Tiefgarage. Ein bunter und differenzierter Freiraum bietet Angebote für alle. Die TG wurde im nördlichen Bereich konzentriert, sodass Lageplan 19 im südlichen Bereich auch größere Bäume gepflanzt werden können. Die TG verfügt darüber hinaus über drei Aussparun- gen, um auch im Bereich der Kita große Bäume pflanzen zu können. Der Innenhof wie auch die Erdgeschosse sind gegen- über der Umgebung 50 cm angehoben. Dies schafft Privat- sphäre im EG zum Wohnen und reduziert die Baukosten für die TG. Der öffentliche Spielplatz ist direkt an der Kalker Hauptstraße in der Fuge zu den Bahnflächen positioniert, um eine maxima- le Frequentierung sicherzustellen. Feuerwehr und Rettungs- dienste können die große Hofdurchfahrt durchfahren. Hier- durch entstehen an zwei Stellen strategisch Aufstell- und Anleiterflächen, die eine Rettung sehr vieler Wohnungen erlauben und den Freiraum im Hof nicht stark belastet. Die Gebäudestruktur bestehend aus Vierspännertypologien erlaubt wirtschaftliche Grundrisslösungen. Alle Schlaf- und Kinderzimmer des freifinanzierten Wohnungsbaus sind zum ruhigen Innenhof orientiert. Für die Vermarktung bietet dies großeVorteile.ZudenBahnflächen,dieeinebesonderenAus- sicht bieten, wurden die Wohnräume der größeren Wohnun- genausgerichtet,wieauchBalkone.DieGüterverkehrsstrecke ist insbesondere nachts ein Problem, kann tagsüber aber eine besondere Wohnqualität bieten. Ein Produkt, das auf dem Kölner Wohnungsmarkt und im aufstrebenden Veedel Kalk in derLageist,besondereKund*innenanzusprechen.Dergeför- derte Wohnungsbau befindet sich über der Kita und im ersten Prisma.DieSchlafräumezurKalkerHauptstraßesindübereine verglaste Loggia schallgeschützt. Die Kita ist zur Kalker Hauptstraße und direkt zum öffentlichen Spielplatz an der Wippermannstraße orientiert. Der zweige- schossige Mehrzweckraum, kann auch extern genutzt werden und verbindet Außen- und Innenspiel. Die raue Umgebung der Bahnflächen und der Kalker Haupt- straße erfordert ein langfristig robustes Material. Die gezie- gelten Fassaden nehmen über die hellen rostroten Töne den Bahnkontext auf. Das umlaufende Fassadenrelief von ca. 2 cm stark hervorstehenden Steinen spielt mit dem Begriff des KaleidoskopsundhilftinsbesonderediegeschlossenerenFas- saden nach Norden und Osten zu strukturieren. Sowohl in der Fern- als auch Nahwirkung entsteht ein hoher Wiedererken- nungswert. Die robuste Materialwahl ist die Grundlage einer auf Langfristigkeit angelegten Nachhaltigkeit. Querschnitte Die Dachflächen werden mit Gründächern und aufgestellten PV-Anlagen doppelt genutzt: zur Energiegewinnung und Regenwasserrückhaltung. Das restliche Dachwasser und Oberflächenwasser kann im südlichen Hofbereich, der nicht unterbaut wird, versickert werden. Das optimierte Fassaden- verhältnis nach „Innen - wie Außen“ und der Verzicht auf auf- wendige Loggiakonstruktionen schaffen ein gutes A/V-Ver- hältnis. Zusammen mit aktiven Solargewinnen (PV auf dem Dach) und passiven solaren Gewinnen durch eine weitgehend verschattungsfreie Gebäude- und Wohnungskonfiguration sind die Grundlagen für ein langfristig nachhaltiges Gebäude gelegt. 20 Dokumentation der Entwürfe zur Mehrfachbeauftragung Kalker Hauptstraße / Wippermannstraße Grundriss EG Grundriss 1. OG 3 - Z i - A p p Typ75m² 1 - Z i - A p p Typ 30m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 1 - Z i - A p p Typ 30m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 1 - Z i - A p p Typ 30m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 1 - Z i - A p p Typ 30m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 3 - Z i - A p p Typ75m² ErdgeschossM 1:200 3 - Z i - A p p Typ75m² 1 - Z i - A p p Typ 30m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 1 - Z i - A p p Typ 30m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 1 - Z i - A p p Typ 30m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 1 - Z i - A p p Typ 30m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 1.OGM 1:200 Kellerersatz- räume 2.OGM 1:500 Tiefgarage undUG M1:500 Fahrrad freifinanziert Kellerräume freifinanziert Kellerräume freifinanziert Kellerräume freifinanziert Kellerräume freifinanziert Kellerräume freifinanziert Tiefgarage 83Stellplätze 3 - Z i - A p p Typ75m² 1 - Z i - A p p Typ 30m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 1 - Z i - A p p Typ 30m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 1 - Z i - A p p Typ 30m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 1 - Z i - A p p Typ 30m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 3 - Z i - A p p Typ75m² ErdgeschossM 1:200 3 - Z i - A p p Typ75m² 1 - Z i - A p p Typ 30m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 1 - Z i - A p p Typ 30m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 1 - Z i - A p p Typ 30m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 1 - Z i - A p p Typ 30m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 3 - Z i - A p p Typ75m² 2 - Z i - A p p Typ55m² 1.OGM 1:200 Kellerersatz- räume 2.OGM 1:500 Tiefgarage undUG M1:500 Fahrrad freifinanziert Kellerräume freifinanziert Kellerräume freifinanziert Kellerräume freifinanziert Kellerräume freifinanziert Kellerräume freifinanziert Tiefgarage 83Stellplätze 21 Ostansicht Modellfotos Bewertung der Beurteilungskommission Das Büro entwickelt mit einem Gebäuderiegel aus prismaför- migen Gebäudeeinheiten ein eigenständiges, starkes Ent- wurfsmotiv als städtebauliche Antwort auf die Herausforde- rungen des Standortes. Der Gebäuderiegel mit Nord-Süd- Erstreckung bildet zwei sehr unterschiedliche Seiten aus: eine kompakte Fassade zur lärmemittierenden Bahn und eine auf- gefaltete Westfassade mit maximaler Oberfläche zum ruhigen Innenhof. Mit der expressiven Form und den schmalen, aus- kragenden Stirnseiten erzielt der Entwurf einen hohen Wiedererkennungswert. Der Gebäuderiegel ist in großen Teilen sechsgeschossig, der Hochpunkt mit acht Geschossen ist von der Kalker Hauptstra- ße abgerückt im mittleren Grundstücksbereich verortet. Er ist im Hinblick auf die Lärmimmissionen allseitig stark exponiert und erfordert zusätzliche Schallschutzmaßnahmen. Im Süden rücktdasGebäudenahandenBahndammheran,wasKonflik- te in Bezug auf Abstandsflächen hervorruft und besondere Maßnahmen für den Erschütterungsschutz erfordert. Die Wohnungen werden über sieben Treppenhäuser wirt- schaftlich erschlossen. Lediglich im nördlichen Gebäudeteil wird die sehr große Gebäudetiefe für die Anordnung von Ersatzkellerräumen genutzt. Die Wohnungsgrundrisse reagie- ren mit einer Ausrichtung fast aller Schlafräume zum ruhigen Innenhof in besonderer Weise auf die Lärmbelastungen vor Ort, auch wenn durch die prismatische Grundform viele Räu- me besonderen Zuschnitts entstehen. Die Kita wird im Erdgeschoss und ersten OG des nördlichen Prismas angeordnet, wodurch eine besondere Fassadenge- staltung über zwei Geschosse an der Kalker Hauptstraße ermöglicht wird. Die vorgeschlagene Gestaltung der Ostseite kann aufgrund ihrer Gleichförmigkeit nicht überzeugen und wirktmonumental.DieGliederungdurchBalkoneistdurchdie einwirkenden Schallimmissionen in der Form nicht umsetzbar. DieFreiraumgestaltungistinsgesamtsehrschematischdarge- stellt und lässt viele Fragen offen. Der öffentliche Spielplatz ist nah an der Kalker Hauptstraße positioniert und bietet wenig Aufenthaltsqualität. Alle privaten Kleinkindspielflächen sind im geschützten Innenhof angeordnet, der über eine zweige- schossige Gebäudedurchfahrt auch für die Feuerwehr erschlossen wird. Der Schalleintrag in den Hof sowie dessen Befahrbarkeit und damit einhergehende Einschränkungen bei der Freiraumgestaltung werden kritisch bewertet. Zudem reicht das Außengelände der Kita nah an die Erdgeschoss- wohnungen heran und lässt Konflikte erwarten. Insgesamt stellt die Arbeit einen konzeptionell sehr interes- santen Ansatz dar, der in seiner konkreten Ausführung nicht in Gänze überzeugen kann. 22 Dokumentation der Entwürfe zur Mehrfachbeauftragung Kalker Hauptstraße / Wippermannstraße Architektur caspar. Landschaftsarchitektur club L94 Statik Drees und Sommer TEILNEHMENDE Perspektive von Norden in Blockinnenbereich Entlang der Kalker Hauptstraße fügt sich der fünf- bis sechs- geschossigeBaukörperindienähereUmgebungeinundstellt den Auftakt zum neuen Kaleidus dar. Die Giebelform wird von dendahinterbefindlichenBaukörperngebildet,welchesichin Richtung Süden bis auf vier Geschosse herunterstaffeln und vor der hohen Lärmbelastung schützen. Der ca. 140 m lange Baukörper ist in vier individuell gestaltete Gebäude geglie- dert. Die Satteldächer erinnern an den vormals industriellen Charakter des Grundstückes. EineTordurchfahrtlädtzumlebendigenInnenbereichein.Den Auftakt bildet der Quartiersplatz mit Service Point, Kita und Café, gefolgt vom zentralen Platz am Park, welcher zum Ver- weilen an den Grünflächen einlädt. Den Abschluss bildet der Platz an der Sheddach-Halle mit kulturellem Angebot und angrenzendem Multifunktionsraum – der Fokuspunkt für das durchmischte Quartier. Die sozial geförderten Wohnungen befinden sich im nördli- chen Teil inklusive der zweigeschossigen Kita. Die freifinan- zierten Wohnungen befinden sich im mittleren und südlichen Teil. Die vorgeschlagene Randbebauung generiert maximalen Freiraum und erlaubt eine möglichst vielseitige Entwicklung des zukünftigen Baufeldes an der Zechenstraße. Die modular entwickelten Gebäude aus einer Hybridkonstruk- tion aus Holz und Stahlbeton ermöglichen den höchsten Grad anFlexibilität.AlleWohnungensindzumgrünenInnenbereich orientiert. Die zu den Bahngleisen und zur Kalker Hauptstraße orientierten Küchen und Schlafräume sind mit Schalldämmlüf- tern ausgestattet. Das neue Quartier stellt den Nutzer*innen, Besucher*innen und Passant*innen in den Mittelpunkt und generiert integra- len urbanen Raum bis in die angrenzenden Nachbarschaften. Die Platzabfolge Stadtplatz kann darüber hinaus vom südli- chen Ensemble durch eine angemessene Nutzungsmischung im Erdgeschoß noch zusätzlich aktiviert werden. Der Haupterschließungsweg des neuen Wohnquartiers ver- läuft der Architektur folgend von Nord nach Süd, und bildet in der Mitte einen Versprung aus. An den Anfang und Endpunk- ten sowie am Versprung des Weges entstehen Platzsituatio- nen. Auf dem untersten Platz gegenüber der Sheddach-Halle befindet sich die Möglichkeit, im Schatten der Bäume auch draußen das Gastronomieangebot des Cafés zu nutzen. Die öffentlichen Spielflächen befinden sich innerhalb des Wohn- quartiers und sind als Rasenflächen mit Obstgehölzen und SandspielflächenmitentsprechendenSpielgerätenausgestat- tet. Das Wohnquartier wird mittig von der Kalker Hauptstraße erschlossen. Der Quartiershauptweg ist autofrei gehalten und nur für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen zugänglich. Als Teil des Servicekonzeptes wird eine Service- und Reparatur- station angeboten. Grundgedanke in allen Baukörpern sind die Festlegungen eines einheitlichen Tragrasters, welches einen durchgängigen Auszug aus dem Erläuterungstext Köln-Kalk ist von einem Reichtum an städtebaulichen und kul- turellen Einflüssen geprägt. Das Konzept verbindet diese Viel- falt und reagiert mit seinem gestaltprägenden Städtebau: – geschlossene Bauweise zum Schutz vor den hohen Schallbelastungen, – Unterteilung in einzelne individuell lesbare Baukörper mit optimaler Ost/West Ausrichtung, – Schaffung eines lebendigen, kommunalen Innenberei- ches mit attraktiven Nutzungen unter Erhalt und Instand- setzung der Sheddach-Halle, – Einheit von Menschen, Natur und Stadt, – soziologische und ökologische Nachhaltigkeit. 23 Lageplan Lastabtrag ohne aufwendige Abfangungen ermöglicht. Neben einer wirtschaftlichen Bauweise durch einfache stati- sche Systeme stand hierbei die Minimierung der eingesetzten grauen Energie und die Möglichkeit einer möglichst hohen Vorfertigung der einzelnen Bauteile im Vordergrund. Oberir- disch ist der Baukörper, bis auf den „Schallschutzrücken“ ent- lang der Bahngleise, die Treppen/Podeste und die Aufzugs- schächte, welche in Stahlbeton errichtet werden, als Massivholzkonstruktion unter Verwendung von Brettsperrholz- elementen konzipiert. Hierdurch ist ein sortenreiner Rückbau zum „End of live“ einfach umzusetzen. Vorgeschlagen ist eine Kombination von robusten und nach- haltigen Materialien. Rezyklierte Ziegel (Wastebased Bricks) in abgestuften Farbtönen (von hell zu rot) für die Wohngebäude und Accoya-Holz für die öffentlichen Gebäudeelemente (Kita, Service Point, Multifunktionsraum) vermitteln das Streben nach Wohlempfinden und Natürlichkeit. Die Satteldächer sind mit PV Schindeln ausgestattet – und erzeugen ca. 65 % des Quartierenergiebedarfes. Die Palette der Fassadenmateriali- en komplettieren die Balkonbrüstungen in geschwärztem Edelstahlgewebe und Holzfenster. Im Inneren bilden die Holz- konstruktionen einen gesunden und warmen Charakter. Die Gebäude folgen dem Cradle to Cradle Designprinzip und sind in kompletten Produktkreisläufen gedacht. Die ausge- wählten, gesunden Materialien sind leicht zu demontieren, sortenrein trennbar und dadurch vollständig rezyklierbar. Damit werden die Gebäude zu langlebigen und werthaltigen Rohstoffdepots, welche die Ressourcen nach dem Ende der Nutzungszeit wieder freigeben und somit zum Werterhalt der Immobilie beitragen. Das Wohngebäude wird als schadstofffreies Gebäude umge- setzt. Der verringerte Schadstoffgehalt hat zur Folge, dass die angesetzten Volumenströme der dezentralen Lüftungsgeräte, im Vergleich zu einer herkömmlichen Bauweise, um ein Vielfa- ches (Faktor 3) reduziert werden können. Somit lassen sich Einsparungen beim Heizwärmebedarf direkt generieren. Der Heiz- und Kühlbedarf wird überwiegend durch eine smar- te Steuerung der Lüftung gedeckt und kontrolliert (Wärmerü- ckgewinnung, Nachtauskühlung). Wenn zusätzlicher Energie- bedarf besteht, werden Wärmepumpen (Strom aus Photovoltaik) über Grundwassernutzung betrieben, welche im WinterWärmeundimSommerKälteliefern.ÜberWasserspei- cherwirddieEnergie,sofernnichtdirektbenötigt,gesammelt und bei Bedarf abgerufen. Somit werden Lastspitzen abgefe- dert und eine Versorgungssicherheit hergestellt. Der notwen- dige Strom wird durch Sonnenenergie mittels hocheffizienter Photovoltaikanlage erzeugt. Sie versorgt die Wärmepumpe und den Nutzer- sowie Betriebsstrom mit elektrischer Energie. Neben geothermischer Energie (Grundwasser) und Sonnen- energie wird das Regenwasser gesammelt und einerseits direkt zur Bewässerung genutzt und mittels lokaler Verduns- tungskühlung im Außenraum ein behagliches Mikroklima im Innen- wie Außenraum geschaffen. So gelingt ein ganzheitli- ches und in Energie- und Stoffkreisläufen gedachtes Konzept für die Nutzer*innen. Nordansicht Querschnitt 24 Dokumentation der Entwürfe zur Mehrfachbeauftragung Kalker Hauptstraße / Wippermannstraße Grundriss EG Grundriss 1. OG 25 Modellfotos Bewertung der Beurteilungskommission Die Arbeit entwickelt die städtebauliche Grundform in Anleh- nung an die „Kalker Höfe“. Über eine Tordurchfahrt durch zwei giebelständige Gebäudeteile wird ein langgestreckter Innenhoferschlossen,deranderöstlichenGrundstücksgrenze von vier Gebäuderiegeln mit drei bis fünf Geschossen gesäumt wird. Die Sheddach-Halle wird erhalten und als Abschluss der Nord-Süd-Erschließung geschickt eingebunden. Mit der gewählten Satteldachtypologie und der Höhenent- wicklung fügt sich der Entwurf sensibel in die bauliche Umge- bung ein. Das nahe Heranrücken der Baukörper an die östli- che Grundstücksgrenze kann jedoch nicht überzeugen. Sowohl in Bezug auf den Erschütterungsschutz als auch die Einhaltung der Abstandsflächen werden Konflikte erwartet, die nur schwer lösbar erscheinen. Die Wohnungen werden über insgesamt zehn Treppenhäuser erschlossen. Die konventionellen Grundrisse mit Verteilerflur und nutzungsneutralen Zimmern erfüllen die Vorgaben und halten die Förderrichtlinien im Wesentlichen ein. Sie sind überwiegenddurchgestecktbzw.zumruhigenInnenhoforien- tiert, was vor dem Hintergrund der Schallimmissionen positiv bewertet wird. Zur Kalker Hauptstraße sind ergänzende Schallschutzmaßnahmen erforderlich. Ebenso muss der Schal- leintrag durch den Gebäudedurchgang im Norden vermieden werden. Die Entwurfsverfasser*innen schlagen ergänzende Nutzungen vor wie z. B. ein Café. Die Intention, das Quartier durch diese Nutzungen zu beleben, wird gewürdigt, die Umsetzbarkeit wäre auch vor dem Hintergrund zusätzlicher Schallemissionen zu prüfen. Die Kita ist im nordwestlichen Gebäudeteil auf zwei Geschos- sen organisiert. Die Abwicklung des Hol- und Bringverkehrs unmittelbar zwischen der Tiefgaragenzufahrt und Unterfüh- rung scheint in der vorgeschlagenen Form verkehrlich nicht umsetzbar. Die Lage der öffentlichen Spielflächen im Blockinnenhof stellt eine wesentliche Schwäche der Arbeit dar. Sie kann kaum die Anforderungen an Öffentlichkeit und Einsehbarkeit erfüllen, dieVoraussetzungenfüreineÜbernahmedurchdieStadtKöln darstellen. Auch die Qualität der schmalen privaten Gärten in Richtung Bahn ist fraglich. Die Aussagen zur Freiraumgestal- tung bleiben schematisch und lassen viele Fragen offen. Ins- gesamt erscheint das Verhältnis aus öffentlichen und privaten Räumen auch im Hinblick auf den Standort unausgewogen. Positiv bewertet wird hingegen das hohe Maß an unversiegel- ten bzw. begrünten Flächen sowie die Auseinandersetzung mit den Themen der Nachhaltigkeit. Die Arbeit bildet einen interessanten Beitrag, dessen Erschei- nungsbild aus dem Ort abgeleitet ist und sich auch durch die Satteldachtypologie gut einfügt. Die Gebäudepositionierung nahe der Bahn sowie die Lage der öffentlichen Spielfläche sind Schwächen, die ohne maßgebliche Umplanung kaum zu beheben sind. Längsschnitt 26
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (7)
- Kalker Hauptstraße 9
- Wippermannstraße 26
- Zechenstraße
- Flandrische Straße 4
- Willy-Brandt-Platz 2
- Holzmarkt 1
- Straße 4
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- 0734/2021
- Typ
- Mitteilung BV
- Datum
- 04.03.2021
- Erstellt
- 25.02.2021 10:38