1591/2019
Bürgereingabe gem. § 24 GO, Betr.: "Chronik von Köln" (Az.: 58/19 B)
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Anlage Eingabe
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Sehr geehrte Damen und Herren, Schade, die fast 2000-jährige Geschichte von Köln endet jäh im Jahr 1997. Ich befasse mich seit vielen Jahren mit der Geschichte des Stadtteils Riehl und bin auf alte und neuere Daten zu wichtigen Ereignisse in Köln angewiesen. Aber das ist nicht nur mein Problem. Es gibt viele geschichtsinteressierte Kölner Bürger und auch Hobbyhistoriker, die die Daten aus der Kölner Geschichte benötigen. Bis 1973 gab es Grevens Adressbuch, das immer jährlich eine Chronik mit Daten aus der Kölner Geschichte hatte und diese fortschrieb. Bis Anfang der 90er Jahres gab es den Verwaltungsbericht der Stadt Köln, in dem man auch die Daten des Vorjahres nachschlagen konnte. Die Einstellung ist besonders bedauerlich, da man hier die Aktivitäten der einzelnen Ämter nachvollziehen konnte. So war es mir möglich, die Geschichte der Riehler Heimstätten / SBK Riehl ab 1927 zu erfassen. Die jährlichen Publikationen der Stadt Köln "Köln Chronik" z.B. 1983 bis 1992 werden auch nicht mehr erstellt. Die Geschichte der Stadt Köln von Peter Fuchs (Greven-Verlag) endet 1992. Dr. Carl Dietmar hatte das Buch die "Chronik von Köln" (Verlag Dumont) erstellt, das die Daten bis 1997 erfasste. Das Historische Archiv verwies bei einer Anfrage auf das Statistische Jahrbuch. Hier kann ich keinen Hinweis auf eine Chronologie sehen. Das Bürgerbüro der Stadt Köln konnte auch nicht weiter helfen. In ein paar Jahren sind diese zur Zeit noch aktuellen Daten nicht mehr präsent und das ist schlimm, denn "Zukunft braucht Herkunft". Zusammenfassend: Es wäre notwendig, dass wichtige Daten der jüngeren Geschichte erfasst und publiziert werden, um Menschen zu informieren, die an der Geschichte unserer Stadt interessiert sind auch wenn offensichtlich die Stadt selbst hier kein Interesse hat. Als Beispiel füge ich eine Seite aus der "Chronik Köln" bei. Mit freundlichen Grüßen
Beschlussvorlage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle OB/13/130 Vorlagen-Nummer 1591/2019 Freigabedatum 13.06.2019 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Bürgereingabe gem. § 24 GO, Betr.: "Chronik von Köln" (Az.: 58/19 B) Beschlussorgan Ausschuss für Anregungen und Beschwerden Gremium Datum Beschluss: Der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden dankt dem Petenten für seine Eingabe, beschließt aber aus den nachfolgenden Gründen die Anregung zur Wiedereinführung der sogenannten Köln- Chronik oder eine vergleichbare Publikation abzulehnen, da online entsprechende Inhalte zur Verfü- gung gestellt werden. Ausschuss für Anregungen und Beschwerden 02.07.2019 2 Begründung: Der Petent regt an, wie in der Vergangenheit eine KölnChronik oder eine vergleichbare Publikation herauszugeben, welche die wichtigsten Daten der Kölner Stadtgeschichte beinhaltet und anschaulich zusammenfasst. Stellungnahme der Verwaltung: Die KölnChronik – eine freiwillige Leistung der Stadt Köln – war anfangs eine aufwändige Publikation mit Magazincharakter (26-32 Seiten). Hier wurden die wichtigsten Themen und Ereignisse der Arbeit von Rat und Verwaltung in journalistischen Artikeln monatsweise vorgestellt und (im Laufe der Aus- gaben zunehmend) bebildert. 1984 kam mit dem Rückblick auf das vergangene Jahr die erste Ausgabe mit einer Auflage von 50.000 heraus. Im darauffolgenden Jahr sank die Auflage auf 30.000, ehe sie sich Ende der 80er Jahre auf 20.000 einpendelte. Aufgrund des hohen Arbeitsaufwandes verschob sich das Erschei- nungsjahr sukzessive nach hinten, ehe 1996 in der damals herausgegebenen „KölnChronik 1993“ der Abschied in der bisherigen Erscheinungsform angekündigt wurde. Grund war die schlechte städtische Finanzlage und der zunehmende Arbeitsaufwand. 1998 erschien die neue abgespeckte „KölnChronik 1994“, die nur noch in Listenform die wichtigsten (teilweise bebilderten) Ereignisse aus Rat und Verwaltung aufzählte und deutlich weniger Seiten so- wie Bilder umfasste. Die Auflage lag im Schnitt bei 7.500. Ab der „KölnChronik 1998“ erfolgte eine umfangreiche Kooperation mit der Echo Verlags-Gruppe GmbH inklusive Werbeseiten. Mit der 2001- Ausgabe wurde eine Schutzgebühr von 1,50 € verlangt. Schließlich wurde die KölnChronik 2004 aus Konsolidierungsgründen eingestellt (letzte Ausgabe: „KölnChronik 2003“). Neben dem monetären Gesichtspunkt als Hauptgrund bestand seitens der Bür- gerschaft aber auch nur noch ein sinkendes, rein vereinzelt-individuelles Interesse an dieser Publika- tion. So wurde die KölnChronik in den letzten 15 Jahren so gut wie gar nicht nachgefragt. Auch vor dem Hintergrund einer sich dynamisch verändernden Gesellschaft mit neuen Lese-, Informations- und Recherchegewohnheiten hatte sich die KölnChronik mehr und mehr zum Ladenhüter entwickelt. Selbst Restexemplare, die gratis abgegeben wurden, fanden kein Interesse mehr. Neben einer Vielzahl an kommerziellen Angeboten sind im Rahmen der digitalen Möglichkeiten auf der städtischen Homepage (www.stadt.koeln) neue Angebote entstanden. Insbesondere im Kontext von open data ist die Stadt Köln so transparent wie noch nie in ihrer Geschichte und stellt eine Fülle von Daten und Informationen bereit, die für jede interessierte Bürgerin bzw. jeden interessierten Bür- ger einsehbar und für eigene Zwecke nutzbar sind. Chronologischen Charakter bieten beispielsweise der (kostenlos abonnierbare) monatliche Newsletter der Stadt Köln, der seit der ersten Ausgabe im Juli 2015 auch online archiviert wird, die städtischen Pressemitteilungen, die ebenfalls im Internet abrufbar und zurückverfolgbar sind, und das Amtsblatt der Stadt Köln, das gleichfalls online zur Ver- fügung steht. Diese drei Medien bieten im Ergebnis sogar eine deutlich umfangreichere Rückschau auf die jeweili- gen Ereignisse und Geschehnisse eines Jahres. Sie sind inhaltlich eine erheblich detailliertere Chro- nik als es die seinerzeitigen Printprodukte je waren und weltweit für jedermann verfügbar. Insofern hat sich das Angebot für Geschichtsinteressierte und Hobbyhistoriker sogar verbessert. Zudem gibt es zu besonderen Anlässen und Jubiläen nach wie vor auch Sonderpublikationen – jüngstes Beispiel ist das (erfolgreiche) Sonderheft „Die Kölner U-Bahn: 50 Jahre Mobilitätsgeschichte“. Anlage Eingabe
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- 1591/2019
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 13.06.2019
- Erstellt
- 06.05.2019 11:02