0092/2024
Internationale Jugendarbeit in Köln - Jahresplanung 2024
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Dezernat, Dienststelle IV/512/2 Vorlagen-Nummer 11.01.2024 0092/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Jugendhilfeausschuss 30.01.2024 Internationale Jugendarbeit in Köln - Jahresplanung 2024 Aufgrund der Corona-Pandemie konnten über mehrere Jahre Angebote der internatio- nalen Jugendarbeit nicht oder nur im digitalen Raum stattfinden. Durch diese Situation musste sich auch die Arbeit der Fachstelle Internationale Jugendarbeit verändern und fokussierte sich auf Kontaktaufbau oder -pflege, Planungen für Postpandemie-Zeiten und Recherche zu Finanzierungsmöglichkeiten auf Landes-, Bundes- und europäi- scher Ebene. Nachdem nun 2023 wieder ohne Einschränkungen gereist werden durfte, konnte das Jahr genutzt werden, um an bekannte Kontakte anzuknüpfen, neue Partnerschaften aufzubauen und eine erste Fachkräftebegegnung im September 2023 in Köln mit Fachkräften aus Köln und Tel Aviv durchzuführen. Die aktuellen politischen wie auch gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen lassen klar erkennen, dass die Schaffung von Begegnungen und Möglichkeiten des Kennenler- nens einen maßgeblichen Faktor darstellt, um Ressentiments und Vorurteilen vorzu- beugen bzw. diese abzubauen. Somit kommt der Internationalen Jugendarbeit eine große Bedeutung für die Entwicklung junger Menschen zu und bietet vielfältige päda- gogische Handlungsoptionen. Die Arbeit der Fachstelle Internationale Jugendarbeit im Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln richtet sich an Fachkräfte und vor allem an die Ziel- gruppe der 13- bis 27-Jährigen, hier insbesondere an die jungen Menschen in Köln, die eher selten die Möglichkeit internationaler Begegnungen erhalten. Die Arbeit der Fachstelle Internationale Jugendarbeit umfasst folgende Hauptanliegen: - Durch Jugendbegegnungen, kulturelle Veranstaltungen und gemeinsame Pro- jekte treten die jungen Menschen und auch Fachkräfte in einen wirkungsvollen Austausch, lernen unterschiedliche Perspektiven kennen und entwickeln eine tiefere Wertschätzung für verschiedene Kulturen. Es entstehen Toleranz, Ein- fühlungsvermögen, ein Bewusstsein für Gemeinsamkeiten und Unterschiede und somit tragen diese Angebote so zu einer integrativeren und harmonische- ren Gemeinschaft bei. - Jungen Menschen in Köln wird der Sinn für globale Bürgerschaft und soziale Verantwortung vermittelt und sie werden ermutigt, einen positiven Beitrag zur Gemeinschaft zu leisten. - Die Vernetzung und Zusammenarbeit von jungen Menschen und Fachkräften auf internationaler Ebene und der Aufbau von Kontakten können zu künftigen 2 Kooperationen und Projekten führen sowie den Austausch von innovativen Me- thoden, Instrumenten und neuen Ansätzen in der Jugendarbeit fördern. Folgende Angebote und Maßnahmen befinden sich für 2024 in der Planung und Vor- bereitung, stehen aber in Abhängigkeit zum aktuellen Weltgeschehen und dem Erhalt von beantragten Drittmitteln: Fachkräftebegegnungen In Fachkräftebegegnungen ist der Erwerb von interkulturellen Kompetenzen ein wichti- ger Baustein für Fachkräfte, um sich in der europäisierten und globalisierten Lebens- welt zu bewegen. Grenzüberschreitende Lernerfahrungen und das voneinander Ler- nen unterstützen darüber hinaus Fachkräfte der Kinder - und Jugendarbeit dabei, die eigene Arbeit weiterzuentwickeln, zu reflektieren und junge Menschen zu motivieren, selbst grenzüberschreitend mobil zu sein. Bei einer internationalen Fachkräftebegegnung dreht sich alles um Themen, die in der Arbeit mit jungen Menschen von Bedeutung sind. Bei einer internationalen Fachkräf- tebegegnung treffen sich max. zehn Fachkräfte aus den verschiedenen Arbeitsberei- chen aus zwei oder mehreren Ländern für drei Tage bis zu sieben Tage. Hier stehen das gegenseitige Kennenlernen und der interkulturelle Austausch im Vordergrund, aber auch spezifische Thematiken wie der Umgang mit Diskriminierungserfahrungen bei jungen Menschen, Umgang mit Social Media Verhalten und Mobbing sowie das Kennenlernen anderer Jugendhilfestrukturen und Projekte. Die Fachkräfte setzen sich mit innovativen Instrumenten und neuen Ansätzen auseinander, um dies in ihrer all- täglichen Arbeit einfließen lassen zu können. In 2024 sind Fachkräftebegegnungen mit den Kölner Partnerstädte Lille (Frankreich) und Tel Aviv (Israel) sowie mit neuen Kooperationspartner*innen in Portimao (Portu- gal) und Gran Canaria (Spanien) geplant. Jugendbegegnungen Bei einer internationalen Jugendbegegnung treffen sich Gruppen von jungen Men- schen zwischen 13 und 27 Jahren aus zwei oder mehreren Ländern für fünf Tage bis zu drei Wochen. Während einer Jugendbegegnung können Jugendliche innerhalb kur- zer Zeit ihre persönlichen Kompetenzen ausbauen, interkulturelle Erfahrungen sam- meln und neue Sichtweisen kennenlernen. Sie erfahren Solidarität und ein europäi- sches/internationales Miteinander. Es dreht sich alles um ein festgelegtes politisches, gesellschaftliches, geschichtliches oder religiöses Thema unter Nutzung diverser Methoden und Medien. Es gibt auch Ju- gendbegegnungen mit kulturellem (Tanz, Theater, Film, Musik, Kunst), sportlichem (z.B. Akrobatik, Segeln, Fußball) oder beruflichen Schwerpunkt (z.B. Austausch zwi- schen Auszubildenden). Zudem gibt es ein gemeinsames Freizeit-/Kulturprogramm. Die größte Jugendbegegnung im Jahr 2024, die die Fachstelle Internationale Jugend- arbeit zusammen mit dem Büro Europa und Internationales der Stadt Köln sowie dem Kölner Jugendring e.V. plant und organisiert, behandelt das Thema „Politische Partizi- pationsprozesse in der Welt“. An dieser in der Form erstmaligen Jugendbegegnung nehmen die Kölner Partnerstädte Bethlehem, Tel Aviv, Peking, Kyoto, Rio de Janeiro, Corinto, Indianapolis, Kattowitz, Lille, Turin, Esch-sur-Alzette, Cluj Napoca, Cork und Istanbul teil. Ziel dieser Jugendbegegnung ist es, ca. 120 teilnehmende junge Menschen aus den 3 verschiedenen Ländern zusammenzubringen, um sich im interkulturellen Austausch auf politische Beteiligung und Demokratieförderung zu fokussieren. Die Begegnungs- woche in Köln umfasst eine Reihe politischer und kultureller Workshops, bei denen Demokratiebildung und politische Beteiligungsmöglichkeiten und -erfahrungen im Fo- kus stehen. Stattfinden wird diese Begegnung vom 02.09. bis 08.09.2024 und ihren Höhepunkt mit der aktiven Beteiligung der Teilnehmenden am Demokratiefestival des Kölner Jugendring e.V. in Porz haben. In 2024 sind zudem Jugendbegegnungen mit der Partnerstadt Lille (Frankreich) und einem Kooperationspartner in Portimao (Portugal) geplant. Diese Begegnungen wer- den in Zusammenarbeit mit Kölner Jugendeinrichtungen umgesetzt. Durch das Förderprogramm „Internationale Jugendarbeit in Köln“ ist es freien Trägern der Jugendhilfe zudem möglich, finanzielle Förderung für selbstorganisierte Jugend- oder Fachkräftebegegnungen zu erhalten. Für dieses Förderprogramm stehen in 2024 insgesamt 50.000€ zur Verfügung. Dies kann durch Mittel aus dem Konzept zur Wei- terentwicklung der Städtepartnerschaftsarbeit der Stadt Köln ermöglicht werden. Internationales Jugendpartizipationsprojekt Die Fachstelle Internationale Jugendarbeit wird in diesem Jahr ein europäisch finan- ziertes (Erasmus+ Jugend) Partizipationsprojekt umsetzen, indem es thematisch um politische Partizipationsprozesse von jungen Menschen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene geht. Dieses Projekt zielt darauf ab, das Interesse der jungen Menschen für politische Prozesse zu wecken und sie zu motivieren zu politisch inte- ressierten und engagierten Bürger*innen zu werden. An diesem Projekt können sechs junge Menschen aus Köln teilnehmen, die in einem Ausschreibeprozess gewonnen werden konnten. Im Kontext des Projektes finden monatliche Treffen mit den Teilnehmenden statt, in denen sie Inhalte zur Kommunalpolitik, Bundespolitik oder Europapolitik erarbeiten und diskutieren. Zusätzlich werden themenspezifische Studienfahrten nach Berlin und Brüssel angeboten. Zudem wird ein Folgeprojekt erarbeitet, dessen Ziel es ist, sich im Rahmen einer Jugendbegegnung mit jungen Menschen aus anderen Ländern einer politischen Thematik zu widmen. Alle thematischen Inhalte werden in partizipativen Prozessen mit den Teilnehmenden gemeinsam erarbeitet. Internationales Programm „DiscoverEU Inclusion“ für junge Menschen „DiscoverEU Inclusion“ bietet jungen Menschen im Alter von 18 Jahren, die aufgrund von sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen, geografischen, gesundheitlichen oder ande- ren Hürden nicht (oder nur mit erheblichem Aufwand) verreisen können, die Möglich- keit Europa mit einem Interrailticket kennenzulernen. Dieses Programm bietet ihnen die Chance, selbständig bzw. mit den eigenen Peers erste internationale/europäische Erfahrungen zu sammeln. In dieser Maßnahme kommen bis zu fünf junge Menschen aus Köln in mehreren Kleingruppen zusammen, um für einen kurzen Zeitraum durch Europa zu reisen. In diesem Jahr wurden 20 Plätze beantragt, welche von Gruppen aus Jugendeinrichtun- gen und auch einzelnen Personen aus dem Kontext der Jugendverbandsarbeit ge- nutzt werden. Die Lernphase für die jungen Menschen umfasst die Planung und Vorbereitung sowie 4 die Durchführung der Reise, außerdem die Nachbereitung nach der Reise und wird von der Fachstelle Internationale Jugendarbeit begleitet. Informations- und Beratungsangebote für junge Menschen und Fachkräfte im Rahmen der Internationalen Jugendarbeit Folgende weitere Angebote für junge Menschen werden von Seiten der Fachstelle In- ternationale Jugendarbeit in 2024 organisiert: - Februar 2024: Zweitägige Informationsveranstaltung im Kooperativen Kinder- und Jugendbüro zu Erfahrungsmöglichkeiten im Ausland - „Escaperoom der Weltreligionen“ für Jugendliche aus der offenen Jugendarbeit, sowie der Jugendverbandsarbeit in Zusammenarbeit mit IN VIA - „EUKompakt-Kurs“ von Understanding Europe (ein Projekt der „Schwarzkopf Stiftung Junges Europa“) Darüber hinaus: - Grundlagenfortbildung der Internationalen Jugendarbeit für Fachkräfte gemein- sam mit der Nationalagentur (Jugend für Europa) und IJAB - Grundsätzliche Beratungsmöglichkeiten für freie Träger der Jugendhilfe oder stadtinterne Abteilungen, die sich für die verschiedenen Austauschprogramme interessieren Kölner Netzwerk der Internationalen Jugendarbeit Im von der Fachstelle organisierten Kölner Netzwerk der Internationalen Jugendarbeit können sich Träger und Fachkräfte austauschen, Impulse geben und erhalten, ver- schiedenste Thematiken erarbeiten und Schnittstellen zwischen verschiedenen Ak- teur*innen der Kinder- und Jugendarbeit, der Freiwilligendienste und wissenschaftli- chen Einrichtungen nutzen. Die Netzwerktreffen finden einmal pro Quartal statt. gez. Voigtsberger
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0092/2024
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 11.01.2024
- Erstellt
- 05.01.2024 13:50