V/0682/2013
Ergebnisse des Modellversuchs zur Einführung einer Wertstofftonne
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Berichtsvorlage
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V/0682/2013 DER OBERBÜRGERMEISTER Abfallwirtschaftsbetriebe Münster Betrifft Ergebnisse des Modellversuchs zur Einführung einer Wertstofftonne Beratungsfolge 16.10.2013 Werksausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe Bericht Bericht: Hintergrund Das am 01.06.2012 in Kraft getretene Kreislaufwirtschaftsgesetz regelt in § 14 Abs. 1 KrWG, dass spätestens ab dem 1.1.2015 Abfälle aus Papier, Metall, Kunststoff und Glas getrennt zum Zwecke des ordnungsgemäßen, schadlosen und hochwertigen Recyclings (§ 3 Nr. 25 KrWG) zu sammeln sind. In diesem Zusammenhang ist auch die Ermächtigung zum Er lass einer Recht s- verordnung in § 10 Abs. 1 Nr. 3 KrWG zu sehen. Hiernach kann eine Getrenntsammlung von Abfällen in einer Wertstofftonne vorgegeben werden . Einzelheiten sollen ggfls. später durch den Erlass einer Rechtsverordnung oder in einem weiteren Wertstoffgesetz geregelt werden können. In Vorbereitung auf die Umsetzung der künftigen Getrennthaltungserfordernisse des KrWG fü h- ren die AWM ein begrenztes Pilotprojekt zur gemeinsamen Erfassung von stoffgleichen Nichtver- packungen (sNVP) und Leichtverpacku ngen (LVP) in zwei Stadtgebieten der Stadt Münster im Wege einer gemeinsamen Wertstofftonne durch (siehe Vorlage V/0243/2012). Der Modellversuch läuft bereits seit dem 01.09.2012 und endet zum 31.12.2013. Wesentliches Ziel des Versuchs ist es, Erfahrungen für eine flächendeckende Einführung der Wertstofftonne zu sammeln, um auf zukünftige Pflichten der getrennten Erfassung aus dem neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz vorb e- reitet zu sein. Auswahl der Versuchsgebiete Bei den ausgewählten Modellgebieten handelt es sich um den Stadtteil Münster Hiltrup Süd mit einer typischen 1-2-Familienhausbebauung. In diesem Stadtteil wohnen 6.545 Einwohner, die an dem Versuch teilnehmen. Aufgrund der bisherigen LVP-Sacksammlung (14-tägige Abfuhr) erfolg- te eine Umstellung auf eine Behältersammlung. (14-tgl., Wertstofftonnen MGB 120 und 240-l mit orangefarbenen Deckeln). Vorlagen-Nr.: V/0682/2013 Auskunft erteilt: Herr Wöstmann Ruf: 60 52 45 E-Mail: WoestmannW@awm.stadt- muenster.de Datum: 30.09.2013 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0682/2013 Das zweite Modellgebiet liegt in den Stadtteil en Kinderhaus und Gievenbeck mit einer typischen Großwohnanlagenbebauung (GWA). Aufgrund der vorhandenen LVP-Behälter in der Größe 1.100 ltr. MGB erfolgte keine Umstellung des Erfassungssystems. Im Gegensatz zum ersten Mo- dellgebiet erfolgt hier die Leerung der Behälter in einem wöchentlichen Rhythmus. Insgesamt sind in diesen Stadtteilen 7.980 Einwohner an den Modellversuch angeschlossen. Die Anschlussquote an die Wertstofftonne liegt in beiden Modellgebieten annähernd bei 100 %. Die Leerungsintervalle beim Restabfall wurden nicht geändert. Ergebnisse des Modellversuches „Wertstofftonne“ Mit den Untersuchungen und der wissenschaftlichen Begleitung des Modellversuches wurde das INFA-Institut Ahlen (kurz: Infa) beauftragt. Das Infa hatte b ereits im August 2012 eine Unters u- chung über die Zusammensetzung der LVP Sammelmengen in den beiden Modellgebieten vo r- genommen. Auf Basis dieser Daten sollte eine Veränderung in der qualitativen und quantitativen Zusammensetzung der Mengen festgestellt werden. Die 1. Kontrollanalyse fand im März 2013 statt, eine 2. Kontrollanalyse wurde im September 2013 durchgeführt. Die eingesam melten Wert- stoffmengen werden über eine Verwiegung bei der Anlieferung erfasst. Im Ergebnis wurde in beiden Modellgebieten eine Mengensteigerung gegenüber der reinen LVP Erfassung erreicht. Insbesondere im Stadtteil Hiltrup -Ost konnten über die Wertstofft onne Mehr- mengen von knapp 12 kg/(E*a) erfasst werden. Dabei stieg die Menge an Verpackungen um ca. 3 kg/E*a und die der stoffgleichen Nichtverpackungen um ca. 4 kg/(E*a). Der Störstoffanteil e r- höht sich um 4,6 kg/(E*a), davon sind allerdings 1 kg/(E*a) Papier und Pappe. In den Gebieten der Großwohnanlagen (GWA) lag die Steigerung bei lediglich 3,2 kg/(E*a). In der Zusammensetzung der erfassten Materialien gab es nur wenige Veränderungen. Die Meh r- menge resultiert aus gleichen Anteilen Verpackungen und stoffgleichen Nichtverpackungen (insb. Kunststoffe und Metalle). Der Störstoffanteil erhöht sich unwesentlich um 0,4 kg/(E*a) , liegt aber mit insgesamt ca. 20 kg/(E*a) erheblich über dem Störstoffanteil in Hiltrup-Ost. Als Besonderheit des Modellversuchs hatte n die Teilnehmer/Innen die zusätzliche Möglichkeit, Elektrokleingeräte mit über die Wertstofftonne abzugeben. Für die Erfassung der Elektrokleing e- räte wurden jedem Haushalt zunächst jeweils drei orangefarbene Säcke zur Verfügung gestellt. Die Aussortierung der Elektrokleingeräte erfolgt im Rahmen des Versuchszeitraums händisch. Der Aufwand hierfür liegt bei ca. 10 Mannstunden pro Woche. Der Anteil der erfassten Elektrokleingeräte liegt in den Versuchsgebieten bei rd. 1,0 kg /E*a. Der überwiegende Anteil der Elektrokleingeräte bestand aus Haushaltskleingeräten und Geräten der Informations- und Telekommunikationstechnik. Das Sammelergebnis zeigt, dass grundsätzlich Potenzial vorhanden ist, welches über eine haushaltsnahe Sammlung erfassbar ist. Für die A b- gabe der Elektrokleingeräte wurden überwiegend die orangefarbenen Säcke genutzt. Eine zusammenfassende Übersicht über die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchungen ist als Anlage beigefügt. Fazit aus dem Modellversuch: Die Ergebnisse des Modellversuches zeigen eine insgesamt große Akzeptanz der Wertstoffto n- ne. Die für eine Verwertung geeigneten Wertstoffmengen konnten um ca. 7,2 kg/(E*a) (Hiltrup- Ost) bzw. 2,8 kg/(E*a) (GWA Gievenbeck/Kinderhaus) gesteigert werden. Diese zusätzlichen 3 V/0682/2013 Mengen an Kunststoffen und Metallen werden einer Wiederverwertung zugeführt und somit dem Restabfall entzogen. In der Hoc hrechnung auf das Stadtgebiet Münster ergeben sich somit ca. 4 kg/(E*a) bzw. ca. 1.200 t Verpackungen und stoffgleich Nichtverpackungen, die zusätzlich übe r die Wertstofftonne mit erfasst werden können. Insgesamt werden über die Wertstofftonne ca. 10.700 t gesammelt. Der Anteil der erfassten Elektrokleingeräte liegt bei ca. 1,0 kg/(E*a). Insgesamt können somit über diesen Weg ca. 300 t pro Jahr gesammelt werden. Großtechnisch gilt die Miterfassung von Elektrokleingeräten im Sammelgemisch einer Wertstof f- tonne nach wie vor als problematisch, da eine automatisierte Ausschleusung in der Sortieranlage nur mit technisch wie finanziell großem Aufwand möglich ist. Aufgrund der technischen Probleme bei der Aussortierung dieser Fraktion empfiehlt es sich d a- her, über alternative Erfassungssysteme wie Depotcontainer oder Angebote im Rahmen der Elektrogroßgerätesammlung nachzudenken. Die Umstellung auf Behälterabfuhr in Hiltrup-Ost führte in der Abfallabfuhr zu keinen Beansta n- dungen. Nicht nur aufgrund der insgesamt positiven Resonanz der Versuchsteilnehmer/Innen schlagen die AWM vor, nach Auslaufen des Modellversuchs zum 31.12.2013, eine gemeinsame Wertsto f- ferfassung von stoffgleichen Nichtverpackungen (sNVP) und Leichtverpackungen (LVP) fläche n- deckend im Stadtgebiet von Münster einzuführen. In der wissenschaftlichen Begleitung nicht erfasst, aber gleichwohl festzustellen sind die positiven Zusatzeffekte einer behältergebundenen Wertstoffsammlung auf die Sauberkeit im Stadtbild. Das durch Nichtbeachtung der Abfuhrtermine verursachte Herumliegen, Aufreißen und Verwehen von Gelben Säcken wird nachhaltig verhindert und darüber hinaus der Bedienungskomfort für die Benutzer erhöht (Lagerprobleme von Säcken im Haus, tlw. mangelhafte Reißfestigkeit von S ä- cken u.a.). Ggfls. auftretende Standplatzprobleme für die Gefäße sollen von den AWM individuell geregelt werden (z.B. Nachbarschaftstonnen, Sackabfuhr) Mit Ratsbeschluss vom 10.07.2013 (V/0338/2013) wurden die AWM damit beauftragt, Verhand- lungen mit den für Münster festgestellten Systembetreibern mit dem Ziel aufzunehmen, eine Wertstofftonne zur gemeinsamen Erfassung von Wertstoffen aus privaten Haushalten, so g e- nannten stoffgleichen Nichtverpackungen (sNVP) und Leichtverpackungen (LVP) einzuführen. Über die Ergebnisse der Verhandlungen wird die Verwaltung den Rat der Stadt Münster im Ra h- men der kommenden Beschlussvorlage berichten. I. V. gez. Reinkemeier Stadtkämmerer Anlage: Ergebnisse des Modellversuchs
Anlage
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Anlage zur Vorlage V/0682/2013 2 Anmerkung: Hinter der Fraktion PPK verbergen sich auch Verpackungen: Bei den unter „Summe“ angegebenen LVP- und Wertstof ftonnen-Mengen (z. B. bei LVP 22 kg/(E*a) für 1-2-Fam. und 39,1 kg/(E*a) für Großwoh nanlagen) handelt es sich um die jeweilige Bruttomenge, also inkl. der Störstoffe. Die Mengena ngaben der Summe resultieren aus den Wiegedaten der in den beiden Modellgebieten mit den jeweiligen Touren erfassten LVP- bzw. Wertstoffmengen. Die Fraktion „Sonstiges“ (bei LVP 1,8 bzw. 13,5 kg/ (E*a)) beinhaltet alle Stoffe, die nicht in der Tabelle separat ausgewiesen sind. Hier wurden aus d er Detailanalyse die Fraktionen Glas (0,2 bzw. 0,6 kg/(E*a), wobei es sich überwiegend um Glas-Verpackungen handelt) sowie weitere, bei der Analyse nicht differenzierte Stoffe wie klassis cher Restabfall, Bioabfall etc. zusammengefasst. Der ausgewiesene Störstoffanteil ist die Zusammenfa ssung aller Fraktionen, die nicht LVP und stoffgleiche NVP sind (also Summe aus PPK, Textilie n/Schuhe, Holz, CDs und Sonstiges (bei LVP zusätzlich die E-Kleingeräte). Die separate Dar stellung des PPK soll der Kontrolle dienen, ob der Bürger die „Wertstofftonne“ evt. falsch interpretiert. Die Auflistung von Textilien, Holz etc. erfolgt nur , da diese Fraktionen in anderen Modellversuchen teilweise in der Wertstofftonne mit erfasst wurden. Man könnte diese auch mit unter „Sonstiges“ fassen. 3 4 5 6
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Kinderhaus
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0682/2013
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 04.09.2013
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37