AN/0981/2024
Informationslage zu Schwangerschaftsabbrüchen – Versorgungslage Medikamentöse Schwanger-schaftsabbrüche um Angebot im Gesundheitsamt ergänzen?
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SPD Anfrage nach § 4
3330 Zeichen
An die Vorsitzende des Ausschusses
für die Gleichstellung von Frauen und Männern
Frau Teresa De Bellis-Olinger
An Frau Oberbürgermeisterin
Henriette Reker
SPD-Fraktion
im Rat der Stadt Köln
Rathaus, Spanischer Bau
50667 Köln
fon 0221. 221 259 50
fax 0221. 221 246 57
mail fraktion@koelnspd.de
web www.koelnspd.de
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 19.06.2024
AN/0981/2024
Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates
Gremium Datum der Sitzung
Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 24.06.2024
Informationslage zu Schwangerschaftsabbrüchen – Versorgungslage Medikamentöse
Schwangerschaftsabbrüche um Angebot im Gesundheitsamt ergänzen?
Sehr geehrte Frau Ausschussvorsitzende,
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
die SPD-Fraktion bittet Sie, folgenden Antrag in die Tagesordnung des Ausschusses am
24.06.2024 aufzunehmen:
Es gibt nach wie vor erhebliche Wissenslücken, wenn es um Schwangerschaftsabbrüche
geht. Obwohl sich die Informationslage dank der Streichung des § 219a StGB erheblich ver-
bessert hat, kursieren weiterhin Fehlinformationen, wie zum Beispiel von Pro Familia in Köln
bemängelt wird. Viele Frauen glauben immer noch, dass Beratungsstellen darüber entschei-
den, ob sie die Möglichkeit zu einem Abbruch bekommen.1 Bereits 2023 hatte Pro Familia im
KStA die mangelnde Informationspolitik der Stadt kritisiert. Zwar gebe es auf der stadteige-
nen Homepage einen knappen Abriss zur Schwangerschaftskonfliktberatung und eine Verlin-
kung zur Informationsseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, aber es fehl-
ten ausführliche Erklärungen über die verschiedenen Methoden, wie beispielsweise den me-
dikamentösen Schwangerschaftsabbruch.2 In demselben Artikel erklärte eine Kölner Gynä-
kologin, dass sie viele anfragende Frauen nicht behandeln könne und sich mehr Unterstüt-
zung wünsche.
In München gibt es eine Initiative, die die Versorgungslage im Bereich medikamentöser
Schwangerschaftsabbrüche verbessern soll. Es wurde vorgeschlagen, dass das Gesund-
heitsreferat in seinem Gebäude Praxisräume für praktizierende Gynäkolog*innen zur Verfü-
gung stellt, um medikamentöse Schwangerschaftsabbrüche anzubieten. Diese Maßnahme
1 https://www.ksta.de/koeln/schwangerschaftsabbrueche -in-koeln-die-gesellschaft -laesst-muetter-
allein-793159
2 https://www.ksta.de/koeln/abtreibung -kaum-koelner-kliniken-fuehren-schwangerschaftsabbrueche -
durch-597446)
- 2 -
zielt darauf ab, den Zugang zu sichern, legale Schwangerschaftsabbrüche zu erleichtern und
die bestehende Versorgungslücke zu schließen.
Vor diesem Hintergrund stellen wir der Stadtverwaltung folgende Fragen:
1. Bleibt die Stadt bei ihrer Aussage aus dem Jahr 2019 (Mitteilung 1026/2019), dass kein
gesondertes Informationserfordernis durch kommunale Stellen besteht, und wenn ja, wa-
rum?
2. Wäre es eine Möglichkeit, die Bedarfslage für Frauen in besonderen Konfliktsituationen
zu verbessern, indem man im Gesundheitsamt Möglichkeiten für Schwangerschaftsab-
brüche schafft? (Bitte mit Begründung)
3. Was würde ein solches Angebot schätzungsweise kosten?
4. Welcher weitere Aufwand würde entstehen?
Mit freundlichen Grüßen
gez. Christian Joisten
SPD-Fraktionsvorsitzender
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0981/2024
- Typ
- SPD Anfrage nach § 4
- Datum
- 19.06.2024
- Erstellt
- 19.06.2024 09:34