1318/2025
Entwicklung des Deutschen Tanzarchivs Köln zu Forschungs- und Kompetenzzentrum Tanz NRW
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VII/41/41/23 Vorlagen-Nummer 19.05.2025 1318/2025 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 20.05.2025 Entwicklung des Deutschen Tanzarchivs Köln zu Forschungs- und Kompetenzzentrum Tanz NRW Seit Ende 2021 wird die Weiterentwicklung des Deutschen Tanzarchivs Köln in einer engen Zusammenarbeit zwischen den Trägerinnen – der Stadt Köln und der SK Stiftung Kultur der Sparkasse Köln – sowie dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW aktiv vorangetrieben (Mitteilung vom 25.01.2022, Vorlage Nr. 0080/2022). Die auf drei Jahre angelegte Vereinbarung der Partner wurde 2024 mit dem Ziel verlängert, die strukturelle Basis des Archivs weiter zu stärken und die inhaltliche Konzeption eines For- schungs- und Kompetenzzentrums Tanz NRW gezielt voranzutreiben. Im Rahmen eines interdisziplinär zusammengesetzten Expert*innengremiums wurde ein Grundlagenkonzept zur Weiterentwicklung des Deutschen Tanzarchivs Köln zu einem For- schungs- und Kompetenzzentrum Tanz NRW erarbeitet. Die Konzeption erfolgte unter Beteili- gung von bundesweiten Fachvertreter*innen aus Wissenschaft, Kulturverwaltung, Archivwe- sen, künstlerischer Praxis sowie Tanzvermittlung. Das entwickelte Konzept verfolgt das Ziel, das Deutsche Tanzarchiv Köln künftig als ein inno- vatives, überregional wirksames Zentrum für die Erforschung, Dokumentation und Vermittlung von Tanz zu etablieren. Das Konzept verdeutlicht die Potenziale, die sich durch die Einrichtung eines Forschungs- und Kompetenzzentrums Tanz NRW in Köln eröffnen. Besondere Bedeutung kommt der gleich- wertigen Gewichtung der drei zentralen Säulen – Archiv, Forschung und Vermittlung – zu. Die enge Verknüpfung von Archivarbeit, wissenschaftlicher Forschung und kultureller Vermittlung erlaubt eine umfassende, interdisziplinäre Auseinandersetzung mit Tanz als künstlerischer und kultureller Ausdrucksform. Insbesondere im Bereich der Tanzvermittlung können zukünf- tig neue Impulse gesetzt und bestehende Lücken geschlossen werden. Durch eine enge Ver- zahnung von Wissenschaft und künstlerischer Praxis lassen sich innovative Ansätze entwi- ckeln, die nicht nur dem Fachpublikum zugutekommen, sondern auch einer breiteren Öffent- lichkeit den Zugang zu Tanz und Tanzgeschichte(n) erleichtern. Diese Ausrichtung ist für die Stadt Köln von großer Relevanz. Sie birgt darüber hinaus eine erhebliche Strahlkraft für die nationale und internationale Tanzlandschaft. Das Konzept überzeugt durch seine vorausschauende Planung und die Berücksichtigung zu- kunftsweisender Aspekte wie Digitalität, personeller Ausbau und eine mögliche infrastruktu- relle Weiterentwicklung durch Standortanpassung. In der weiteren konzeptionellen Ausarbei- 2 tung werden die Säulen und Aspekte noch stärker betont werden, etwa durch eine detaillier- tere Ausarbeitung des Museums- und Vermittlungskonzepts, eine genauere Definition des Lei- tungsmodells und eine präzisere Darstellung der zukünftigen personellen und strukturellen Anforderungen. Von zentraler Bedeutung ist dabei die geplante Erweiterung der Magazinflächen und die Über- arbeitung der Archivstrukturen, um die kontinuierlich wachsenden Bestände langfristig sichern und zugänglich machen zu können. Die enge Zusammenarbeit mit renommierten Kulturprojekten und Netzwerken sowie eine kon- sequente wissenschaftliche Ausrichtung stärken das Profil des Forschungs- und Kompetenz- zentrums Tanz langfristig mit dem Ziel, einen Exzellenzstatus zu erreichen. Dabei dienen be- stehende Exzellenznetzwerke wie die Leibniz-Gemeinschaft und AsKi-Institute als strukturelle Vorbilder und potenzielle Partner für nationale wie internationale Forschungskooperationen. Das Konzept stellt somit eine ambitionierte und richtungsweisende Initiative dar, die das Deut- sche Tanzarchiv Köln in seiner Funktion als Knotenpunkt für Forschung, kulturelle Bildung und internationale Vernetzung im Bereich Tanz deutlich stärkt. Bisherige Schritte und Maßnahmen Im Rahmen der ersten Förderphase wurden vielfältige Maßnahmen umgesetzt, die wichtige Grundlagen für die weitere Entwicklung geschaffen haben. Besonders hervorzuheben sind: Strukturelle und personelle Stärkung: Durch die Schaffung zusätzlicher Stellen – unter anderem im Bereich Digitalisierung, Projektmanagement und Leihverkehr – so- wie gezielte Nachbesetzungen in den Sammlungsbereichen (Nachlässe | Fotografie | Dokumentation) konnte das Archiv nachhaltig gestärkt werden. Begleitend wurden ge- zielt Fortbildungsmaßnahmen zur Personalentwicklung initiiert. Digitale Infrastruktur und Sichtbarkeit: Mit der Anbindung an die digitale Langzeitar- chivierung des Landes NRW, der Modernisierung der IT-Strukturen sowie der Vorbe- reitung der Online-Stellung der Bestandskataloge wurden zentrale Schritte in Richtung einer zukunftsfähigen digitalen Archivpraxis eingeleitet. Impulse aus Wissenschaft und Praxis: In einem einjährigen, partizipativen Prozess mit dem interdisziplinär besetzten Expert*innengremium wurden Bedarfe und Perspek- tiven aus Forschung, Lehre und künstlerischer Praxis erhoben. Workshops mit Studie- renden aus Köln und Essen, Projekttage auf dem Tanzkongress in Mainz sowie Fach- beiträge im internationalen Kontext (z.B. Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut An- kara) haben diesen Dialog gestärkt und erweitert. Innovative Projektentwicklung: In Zusammenarbeit mit Hochschul- und Stiftungs- partner*innen wurden Modellprojekte wie die Open Dance Cloud und Digitalisierungs- initiativen – etwa zur Erschließung historischer Tanzliteratur oder bedeutender Fotobe- stände des Archivs – angestoßen. Vernetzung und Vermittlung: Das Deutsche Tanzarchiv Köln hat sich als aktiver Netzwerkpartner etabliert – mit Tagungen zu archivbezogenen Zukunftsthemen, Ko- operationen mit Tanzfestivals und durch einen kontinuierlichen Ausbau der Vermitt- lungsarbeit, insbesondere in der Zusammenarbeit mit Studierenden der Tanzausbil- dung in Köln und Essen. Das Team des Tanzarchivs arbeitet zudem eng mit Kölner Hochschulen (darunter die Hochschule für Musik und Tanz Köln (ZZT), die Deutsche Sporthochschule sowie die Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln) und weiteren nationalen Hochschulpartner*innen im Bereich Archiv, Forschung und Tanzvermittlung zusammen. Ein wichtiger Schritt stellt zudem die Beteiligung am EU-Forschungsprojekt DanceMap (Lauf- zeit: 2025–2027) dar. Im Rahmen von Horizon Europe wird gemeinsam mit internationalen Partner*innen eine nachhaltige Strategie zur Bewahrung und Förderung des immateriellen Kulturerbes Tanz entwickelt. Zwei wissenschaftliche Projektstellen im Tanzarchiv Köln beglei- ten diesen Prozess mit innovativen Forschungsansätzen. Das DanceMap Konsortium besteht aus 16 Partnerinstitutionen, u. a. dem Bureau Ritter, Ber- lin, als leitender Partner, den Universitäten von Antwerpen (Belgien) und Coventry (Großbri- tannien), dem Deutschen Tanzarchiv Köln und der Hochschule Mainz (Deutschland), dem 3 Kulturzentrum Culturgest (Portugal), der Noa Eshkol Foundation (Israel), dem Brain Store Pro- ject (Bulgarien), der Tanzkompanie Rosas (Belgien) sowie dem Goethe-Institut als assoziier- ter Partner. Diese vielfältigen Maßnahmen haben eine solide Grundlage für die nun vorliegende Konzep- tion des Forschungs- und Kompetenzzentrums Tanz NRW geschaffen und bieten die Möglich- keit, das Konzeptpapier gemeinsam mit der neu zu besetzenden Leitung des Tanzarchivs und den Partner*innen weiterzuentwickeln. Die Initiative bekräftigt das große Engagement der drei Partner, die Rolle Kölns als zukünfti- ges Zentrum für Tanzforschung, tanzbezogene Archivarbeit und tanzkulturelle Bildung nach- haltig zu stärken. Gez. Charles
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1318/2025
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 19.05.2025
- Erstellt
- 30.04.2025 08:57