0236/2024
Änderungsantrag der Stadt AG Behindertenpolitik vom 11.01.2024 zu TOP 2.1 (AN/0071/2024) betreffend "Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung Köln 2023"
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Stellungnahme zu einem Antrag (Ausschuss)
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Dezernat, Dienststelle IV/IV/2 Vorlagen-Nummer 17.01.2024 0236/2024 Stellungnahme zu einem Antrag öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Schule und Weiterbildung 22.01.2024 Änderungsantrag der Stadt AG Behindertenpolitik vom 11.01.2024 zu TOP 2.1 (AN/0071/2024) betreffend "Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung Köln 2023" Sachverhalt: Änderungs- bzw. Zusatzantrag gem. § 13 der Geschäftsordnung des Rates Ausschuss für Schule und Weiterbildung, Sitzung am 22.1.2024 Zu: Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung Köln 2023 hier: Errichtung neuer Förderschulen für den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung (GG) Beschluss Der Beschlussvorschlag ist zu ergänzen: Der Rat der Stadt Köln: … 4. stellt den Neubau einer Förderschule Geistige Entwicklung in Kreuzfeld zurück. 5. beauftragt die Verwaltung, zunächst die im Expert*innenbeirat für die Umsetzung des Inklusionsplans f ür die Kölner Schulen erarbeiteten konkreten Handlungsmöglichkeiten für die Stadt Köln zur Entlastung der Förderschulen Geistige Entwicklung (GG) umzusetzen. 6. beauftragt die Verwaltung, parallel die vom Stadtentwicklungsausschuss am 30.11.2023 beschloss ene Ausbildung eines inklusiven Bildungscampus in „Hood Drei“ zu prüfen. 7. beauftragt die Verwaltung, das in „Hood Eins“ vorgesehene, separierte Förderschulge- bäude aus dem städtebaulichen Entwurf zu streichen. Stattdessen soll das Schulgelände in „Hood Drei“ erweitert werden. Stellungnahme der Verwaltung: Zur Situation an Kölner Förderschulen, Schwerpunkt Geistige Entwicklung Zum Schuljahr 22/23 führten die Förderschulen Geistige Entwicklung (FöS GE) in Köln 723 Schüler*innen. 2 Die festgelegten maximalen Kapazitäten der FöS GE in Köln liegen bei 728 Plätzen (bei 13 Kindern pro Klasse). Die FöS GE bilden seit Jahren regelmäßig Zusatzklassen, sodass Raum- zusetzungen an allen FöS GE Standorten notwendig geworden sind. Mittlerweile führen die FöS GE 62 Klassen bei einer durchschnittlichen Klassenstärke von 12 Schüler*innen. Schuljahr Schulname / Straße 2022/23 Klassen 2022/23 Gesamtschülerzahl 154260 / Kolkrabenweg (FGE) 15 176 154490 / Auf dem Sandberg (FGE) 20 229 154507 / Redwitzstr. (FGE) 12 142 154880 / Pestalozzischule / Sportplatzstr. (FGE) 15 176 62 723 Der Klassenfrequenzrichtwert an FöS GE liegt bei 10 Kindern pro Klasse. Wenn dieser einge- halten werden würde, wären bereits zum jetzigen Moment 160 zusätzliche Plätze an FöS GE notwendig, was einer kompletten, neuen FöS GE entspräche (16 Klassen). Unberücksichtigt bleibt hierbei, dass die Nachfrage nach Plätzen an FöS GE in den letzten Jahren stetig gestiegen ist und sich perspektivisch fortschreibt. Entwicklung der Schüler*innenzahl im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung Schuljahr Grundschule Hauptschule Realschule Gesamtschule Förderschule Freie Waldorfschule Gesamtergebnis 2012/13 45 40 589 11 685 2013/14 53 2 46 590 12 703 2014/15 70 6 1 59 601 10 747 2015/16 79 9 1 70 600 9 768 2016/17 97 9 76 630 9 821 2017/18 133 12 81 629 7 862 2018/19 159 11 75 646 7 898 2019/20 176 15 2 91 635 6 925 2020/21 174 12 2 110 663 8 969 2021/22 161 8 1 124 692 10 996 2022/23 157 7 1 155 723 12 1.055 Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung Im Sj. 22/23 wurden 1.055 Schüler*innen mit Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung in allen Schulformen geführt. Insgesamt geht der Trend seit Jahren nach oben: 3 Im Gemeinsamen Lernen werden die Schüler*innen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Ent- wicklung im Wesentlichen an Gesamtschulen geführt. Schulplätze für Schüler*innen mit Förderbedarf insgesamt In der Sek I bieten die städtischen Schulen der Schulformen Haupt-, Real- und Gesamtschule in Köln flächendeckend Gemeinsames Lernen an. Die schulrechtlich zur Verfügung stehenden Plätze werden hier vollständig ausgereizt. Diese Plätze werden allerdings von Schüler*innen sämtlicher Förderschwerpunkte genutzt und stehen dementsprechend nicht ausschließlich dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung zur Verfügung. Insgesamt, über alle Förderschwerpunkte und Schulformen hinweg, bestand im Sj. 22/23 ein Bedarf an Plätzen mit Förderbedarf von 9.289. Schulform Schuljahr GrundschuleFörderschuleGesamtschuleGymnasiumRealschuleHauptschuleGemeinschaftsschuleSchule f. KrankeFreie WaldorfschuleGesamtergebnis 2012/13 1.016 4.953 360 13 50 133 39 172 52 6.788 2013/14 1.170 4.798 460 22 109 254 56 162 53 7.084 2014/15 1.322 4.617 692 32 216 344 178 50 7.451 2015/16 1.412 4.393 842 57 293 419 152 49 7.617 2016/17 1.441 4.311 961 78 372 444 155 43 7.805 2017/18 1.469 4.248 1.067 116 491 460 174 45 8.070 2018/19 1.587 4.292 1.102 113 520 465 179 47 8.305 2019/20 1.733 4.330 1.240 122 614 521 183 40 8.783 2020/21 1.768 4.323 1.367 121 657 551 161 43 8.991 2021/22 1.664 4.336 1.453 129 759 565 166 40 9.112 2022/23 1.604 4.393 1.535 135 800 605 174 43 9.289 Alle Förderschwerpunkte Schüler*innen Gemeinsames Lernen in der Sekundarstufe I Das Ministerium für Schule und Bildung hat mit dem Runderlass „Neuausrichtung der Inklu- sion in den öffentlichen allgemeinbildenden weiterführenden Schulen“ die Rahmenbedingun- gen für das Gemeinsame Lernen in der Sekundarstufe I festgelegt. Diese sind für die öffentli- che Schulträgerin verbindlich und bieten keine darüber hinausgehenden Gestaltungsfrei- räume. Das Gemeinsame Lernen an den weiterführenden Schulen wird durch die Schulaufsicht, mit Zustimmung der Stadt Köln als Schulträgerin, eingerichtet. Die Stadt Köln könnte ihre Zustim- 4 mung grundsätzlich nur unter sehr engen Rahmenbedingungen (Belange nach §79 Schulge- setz NRW) verweigern. Die Schulaufsichtsbehörde bestimmt die Förderschwerpunkte, die an der jeweiligen allgemei- nen Schule angeboten werden, auch dies mit Zustimmung der Schulträgerin. An Gymnasien findet die sonderpädagogische Förderung in der Regel zielgleich statt. In Aus- nahmefällen ist auch die zieldifferente Förderung möglich. Sie wird, wie an den anderen Schulformen, auch durch die Schulaufsichtsbehörde, mit Zustimmung der Stadt Köln als Schulträgerin, eingerichtet. In Köln ist an allen Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie an fünf Gymnasien gemein- sames Lernen eingerichtet. Die zum Schuljahr 2024/25 startenden Gesamtschulen und ei- nes der beiden Gymnasien werden nach Vorgaben der Schulaufsicht unmittelbar mit dem Ge- meinsamen Lernen starten. Daraus ergibt sich überschläglich folgende Kapazität, bezogen auf die festgelegte Zügigkeit (ohne Mehrklassen) und die erwarteten Eingangsklassen an Hauptschulen/Realschulen für die städtischen Schulen: Schulform Züge/Eingangsklas- sen GL-Plätze je Zug / Klasse Anzahl GL-Plätze Hauptschule 19 3 57 Realschule 62 3 186 Gesamtschulen 100 3 300 Gymnasien 18 3 54 Mögliche Summe GL-Plätze 199 3 597 Zum Schuljahr 2022/23 wurden in 177 Eingangsklassen (inkl. 2 Gymnasien) insgesamt 518 Schüler*innen im gemeinsamen Lernen geführt. Das heißt also, dass die stadtweiten Kapazi- täten (597) im Schuljahr 2024/25 die Nachfrage des Schuljahrs 2022/23 (518) übersteigen. Insgesamt, also unter Berücksichtigung von Einzelintegrationen an Gymnasien, den Plätzen an Freien Waldorfschulen und an Förderschulen der Träger Stadt Köln und LVR, wurden lt. amtlichen Schuldaten 874 Schüler*innen mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf im 5. Schuljahr geführt. Die Möglichkeiten, in städtischen Schulen weitere Plätze im Gemeinsamen Lernen zu schaffen, sind ausgereizt. Nur durch neue Schulen, insbesondere Gesamtschulen oder die Einrichtung von Gemeinsamem Lernen an bestehenden Gymnasien, ließe sich die Anzahl der Plätze im Gemeinsamen Lernen um die aktuell festgelegten 3 zusätzlichen Plätze pro Klasse weiter erhöhen. Bei der Errichtung von neuen Schulen sind die Vorgaben zur Mindestgröße in Verbindung mit dem Bedürfnisnachweis zu beachten. Auch wenn jede der noch zu errichtenden allgemeinen Schulen gemeinsames Lernen anbieten würde, würden die zur Verfügung stehenden Plätze im Gemeinsamen Lernen nicht ausreichen, um auf Förderschulen der unterschiedlichen För- derschwerpunkte zu verzichten. Daher ist es unter den gegebenen, für die Stadt Köln nicht initiativ änderbaren, schulrechtli- chen Rahmenbedingungen nicht möglich, auf den bedarfsgerechten Erhalt bzw. Ausbau von Förderschulen zu verzichten. Würde unterstellt, dass je Zug im Gemeinsamen Lernen ein Platz für den Schwerpunkt Geis- tige Entwicklung in Anspruch genommen würde, wären allein um die Klassengröße an den be- stehenden Förderschulen Geistige Entwicklung um eine*n Schüler*in zu reduzieren, 27 zu- sätzliche Eingangsklassen im Gemeinsamen Lernen erforderlich. Um diese Plätze zur Verfü- gung zu stellen, müssten in Konsequenz 27 zusätzliche Züge, beispielsweise an Gesamtschu- len, geschaffen werden. Bei einer Belegung mit 27 Plätzen je Klasse ergäbe das einen zu- sätzliche Kapazität von 27 x 27 = 729 Plätzen. Dies entspricht rd. sieben zusätzlichen Ge- samtschulen in der Mindestgröße von 4 Zügen, um die Klassengröße der bestehenden För- derschulen Geistige Entwicklung nur um eine*n Schüler*in zu entlasten. Aufgrund der demografischen Entwicklung ist ein Platzbedarf in dieser Größenordnung nicht zu begründen. Es fehlen schlichtweg die Regelschüler*innen, um ein solches Volumen zu fül- len. Genehmigungsfähige Schulgründungen über die bisher vorgesehenen hinaus sind auf dieser Grundlage nicht möglich. 5 Handlungsempfehlungen des Expert*innenbeirats Inklusion Der Expert*innenbeirat Inklusion beschreibt in seinen Handlungsempfehlungen vom 02.06.2023 folgende Handlungsmöglichkeiten der Stadt Köln: Kurzfristig wirksame Maßnahmen: Die Stadt Köln fördert in ihrer Rolle als Schulträger Umschulungen aus den FöS GE ins Ge- meinsame Lernen • durch ein konkretes Angebot an die Schulleitungen (Maßnahme 1) • durch eine Befragung und ein Unterstützungsangebot an die Förderschüler*innen GE und ihre Familien. (Maßnahme 2) Präventive Maßnahmen: Die Stadt Köln fördert die Attraktivität des Gemeinsamen Lernens für Schüler*innen des För- derschwerpunkts GE • Durch ein Case-Management (Maßnahme 3) • Durch einen Schulbusverkehr ins GL (Maßnahme 4) • Durch Schulassistenzen (Maßnahme 5) • Durch die Organisation von Therapiemöglichkeiten in Schulen (Maßnahme 6) • Durch Vernetzung und Kommunikation im Sinne der inklusiven Beschulung in Richtung KiTas, SPZen und Öffentlichkeit (Maßnahme 7, 8 und 9) Die Stadt Köln kann die Empfehlungen des Expert*innenbeirates nur im Rahmen der verfüg- baren Plätze im Gemeinsamen Lernen aufgreifen. Jede einzelne Empfehlung setzt voraus, dass Plätze im gemeinsamen Lernen in der Sekun- darstufe I vorhanden sind oder geschaffen werden können. Fazit: Die Stadt Köln maximiert das Gemeinsame Lernen flächendeckend und bekennt sich aktiv zu den Zielen der UN-BRK. Dennoch ist das aus dem Gemeinsamen Lernen resultierende aktu- elle und geplant zukünftige Schulplatzangebot quantitativ nicht ausreichend, um allen Schü- ler*innen mit Förderbedarfen einen Schulplatz anbieten zu können. Gleichzeitig ist eine stei- gende Nachfrage an Schulplätzen an Förderschulen mit Schwerpunkt Geistige Entwicklung zu verzeichnen, obwohl die Nachfrage an Schulplätzen an Förderschulen insgesamt leicht zu- rückgeht. Die Stadt Köln plant alle neuen Schulstandorte so, dass in den Schulgebäuden Gemeinsames Lernen angeboten werden kann. Dies gilt auch für die vorgesehenen Schulstandorte im neuen Siedlungsgebiet Kreuzfeld. Die Verwaltung wird ebenso prüfen, ob und wenn ja wie es mög- lich sein kann, die Schulgebäude, die zur Unterbringung einer Förderschule erforderlich sind und gebaut werden müssen, von Anfang an so zu konzipieren, dass sie grundsätzlich auch durch eine allgemeine Schule, für die zukünftig ein Bedürfnis nachgewiesen werden kann, ge- nutzt werden können. Unter den gegebenen Voraussetzungen und den geltenden schulrechtlichen Landesvorgaben ist es faktisch nicht umsetzbar, allen Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf generell und Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung speziell einen inklusiven Schulplatz an- zubieten. Um der Verpflichtung eines ausreichenden Schulplatzangebots nachkommen zu können, ist die Stadt Köln als Schulträgerin deshalb angehalten, die notwendigen Schulplätze auch in Form von Förderschulen zur Verfügung zu stellen. Daher kann auf die beiden in der Schulentwicklungsplanung Köln 2023 dargestellten Schulneubauten für Förderschulen Geis- tige Entwicklung nach heutigen Erkenntnissen nicht verzichtet werden. gez. Voigtsberger
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (5)
- Redwitzstraße
- Sportplatzstraße
- Kolkrabenweg
- Auf dem Sandberg
- Straße 20
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Details
- Aktenzeichen
- 0236/2024
- Typ
- Stellungnahme zu e. Antrag (Ausschuss)
- Datum
- 17.01.2024
- Erstellt
- 16.01.2024 13:05