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AN/1660/2023

Resolution an die Landesregierung NRW: Stärkung der Kinderbetreuung durch innovative Personal- und Ausbildungskonzepte in Kindertagestätten

Gem. Antrag nach § 3 (SPD) 14.09.2023

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Nächste Beratung: Jugendhilfeausschuss, Sitzung am 26.09.2023, TOP 5.2.1

Gem. Antrag nach § 3 (SPD)

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Gem. Antrag nach § 3 (SPD)

5111 Zeichen

SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln 
FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln 
 
 
An den Vorsitzenden des  
Jugendhilfeausschusses 
Herrn Dr. Heinen 
 
Frau Oberbürgermeisterin 
Henriette Reker 
 
 
 
 
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin:  
 
AN/1660/2023 
 
Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Jugendhilfeausschuss 26.09.2023 
 
Resolution an die Landesregierung NRW: Stärkung der Kinderbetreuung durch 
innovative Personal- und Ausbildungskonzepte in Kindertagestätten 
Sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender, 
sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, 
 
die antragstellenden Fraktionen bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tages-
ordnung des Jugendhilfeausschusses am 26.09.2023 zu setzen. 
 
 
Der Jugendhilfeausschuss beschließt folgende Resolution: 
 
Die Oberbürgermeisterin wird gebeten, sich auf allen politischen Ebenen dafür einzu-
setzen, dass die Landesregierung NRW und insbesondere das Ministerium für Kin-
der, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration die gesetzlichen Rah-
menbedingungen schafft und Maßnahmen ergreift, um dem Fachkräftemangel in Kin-
dertagesstätten entgegenzuwirken und durch innovative Personal- und Ausbildungs-
konzepte die Kinderbetreuung in Kindertagestätten zu stärken.  
Zusätzlich erarbeitet die Landesregierung eine neue Fachkräftevereinbarung und 
schafft durch die Anpassung der bestehenden Vorschriften und Verordnungen die 
gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Integration von Alltags- und Ergänzungs-
kräften in Kindertageseinrichtungen. 
 
 
Begründung:  
 
Der Landtag von Nordrhein-Westfalen hat am 22. August die Antwort der Landesre-
gierung auf eine „Wie viele Kitas müssen ihren Betrieb wegen Personalmangels ein-
schränken?“ veröffentlicht (Drucksache 18/5440).

- 2 - 
 
Die veröffentlichten Zahlen verdeutlichen eine ernsthafte Krise im Bereich der früh-
kindlichen Bildung in unserem Land.  
 
Im ersten Halbjahr 2023 stiegen die Meldungen über Personalunterbesetzungen im 
Vergleich zum Vorjahr um 18,5 Prozent: Von 7343 Meldungen auf 8703 in den Mo-
naten Januar bis Juni 2023. In diesen ersten sechs Monaten des Jahres musste des-
halb 4278 Mal in den NRW-Kitas die Betreuungszeit reduziert werden. In 3938 Fällen 
wurde es notwendig Teil- oder Gruppenschließungen vorzunehmen. 241 Kitas muss-
ten sogar komplett geschlossen werden. Diese Zahlen verdeutlichen, wie dramatisch 
die Situation vor Ort ist. Es sind keine abstrakten Zahlen; das sind Familien, die vor 
geschlossenen Kita-Türen stehen und Eltern, die in einem permanenten Ausnahme-
zustand leben. 
Ein Momentum, in dem die Dringlichkeit der Thematik über das bloße politische Kal-
kül hinausgeht. Der alarmierende Fachkräftemangel im Kindergartensystem Nord-
rhein-Westfalens ist ein solcher. Es ist an der Zeit, diesen drängenden Missstand po-
litisch und gesellschaftlich mit allen wesentlichen Akteuren zu beleuchten und zeit-
nah Lösungen anzustreben. In Köln sowie in anderen Städten und Kommunen Nord-
rhein-Westfalens schrillen die Alarmglocken. Ein wachsender Mangel an pädagogi-
schen Fachkräften bedroht nicht nur die Bildung und Betreuung unserer Kinder, son-
dern auch das Herzstück unserer Gesellschaft: unsere Familien. 
Wir stehen an einem gesellschaftlichen Wendepunkt, an dem wir pragmatische Lö-
sungen brauchen, um den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz zu sichern. Lösungs-
ansätze gibt es bereits in anderen Bundesländern wie z.B. Rheinland-Pfalz, aber 
auch erste Lösungsansätze wie z.B. das Aachener Modell oder auch das Konzeptpa-
pier der Landesarbeitsgemeinschaft der AWO NRW “Das Kitasystem neu denken”, 
die in die Überlegungen in NRW mit einbezogen werden können. Mehr Ausbildungs-
plätze, die zügige Anerkennung ausländischer Qualifikationen und die Integration 
weiterer „nicht-pädagogischer“ Fachkräfte in Kitas sind erste wichtige Schritte, denen 
eine Fachkräfteoffensive folgen muss, um diejenigen zu unterstützen und zu qualifi-
zieren, die sich in der frühkindlichen Bildung engagieren wollen.  
Die Politik muss ihrer Verantwortung gerecht werden und dringend handeln. Ein Ret-
tungspaket für die frühkindliche Bildung ist notwendig, um Tarifsteigerungen auszu-
gleichen und die Qualität der Betreuung zu erhalten. Dies ist keine politische Spiele-
rei, sondern eine humanitäre Frage, die sofortiges Handeln erfordert. Die Politik 
muss sich der Herausforderung stellen, die frühkindliche Bildung in NRW neu zu 
denken und dafür zu sorgen, dass unsere Kinder die bestmögliche Betreuung und 
Bildung erhalten. Es ist an der Zeit, dass die Landesregierung und alle demokrati-
schen Kräfte konkrete Schritte unternehmen, um einen völligen Kollaps zu verhin-
dern und die Qualität der frühkindlichen Bildung zu sichern.  
Nur durch umfassende Reformen sowie finanzielle Unterstützung können wir sicher-
stellen, dass Kinder in NRW eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung erhal-
ten und Eltern auf eine verlässliche Kinderbetreuung zählen können.

- 3 - 
 
 
Mit freundlichen Grüßen 
 
 
gez. Christian Joisten gez. Ulrich Breite 
SPD-Fraktionsvorsitzender FDP-Fraktionsgeschäftsführer

Beratungsverlauf (1)

26.09.2023 Jugendhilfeausschuss
TOP 5.2.1 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: endgültig abgelehnt

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Details

Aktenzeichen
AN/1660/2023
Typ
Gem. Antrag nach § 3 (SPD)
Datum
14.09.2023
Erstellt
14.09.2023 11:21