3948/2022
Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbsverfahrens "Neubau Justizzentrum Köln“ in Köln-Sülz
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VI/61/1 612 Dall Sa Vorlagen-Nummer 24.11.2022 3948/2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Stadtentwicklungsausschuss 01.12.2022 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 05.12.2022 Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbsverfahrens "Neubau Justizzentrum Köln" in Köln-Sülz Vom 09.06.2022 bis zum 19.10.2022 wurde vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Niederlassung Köln (Vorhabenträger) ein städtebaulicher Wettbewerb für den Neubau des Justizzentrums in Köln - Sülz in Kooperation mit der Stadt Köln und in Abstimmung mit der Jus tiz des Landes Nordrhein - Westfalen ausgelobt. Um eine standortadäquate Lösung zu finden, wurde als Wettbewerbsphase 1 zunächst ein städtebaulicher Wettbewerb mit 15 Teilnehmern nach den Richtlinien für Planungswett- bewerbe (RPW 2013) durchgeführt. Der Wettb ewerb richtete sich an Teams aus Stadtplanern und Verkehrsplanern. Dabei legten Elf eingeladene Arbeitsgemeinschaften aus Stadtplanungs- und Ver- kehrsplanungsbüros Planungsentwürfe für den Neubau des Justizzentrums vor. Ziel des städtebaulichen Wettbewerbs war die Identifizierung eines Planungsentwurfes, welcher so- wohl als Grundlage für die Ausarbeitung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans als auch für den für die Wettbewerbsphase 2 im Jahr 2023 anberaumten hochbaulich -freiraumplanerischen Realisie- rungswettbewerb dient. Im neuen Justizzentrum sollen am bisherigen Standort in Köln -Sülz auch künftig das Landgericht, das Amtsgericht und die Staatsanwaltschaft Köln untergebracht werden. Aufgabe des städtebaulichen Wettbewerbs war die Erarbeitung eines zukunfts orientierten Baumas- sen-, Erschließungs- und Freiraumkonzepts, welches optimal auf die Anforderungen der Landesjus- tizverwaltung mit ihren konkreten Nutzern (Landgericht Köln, Amtsgericht Köln und Staatsanwalt- schaft Köln) abgestimmt ist. Hierzu zählte u. a. die Umsetzung des hoch priorisierten Bedarfs an Saalkapazitäten im ersten Bauabschnitt bei aufrechterhaltendem Betrieb des derzeitigen Saaltraktes, die Prüfung, Anpassung und Konzeption der Anbindung für MIV, ÖPNV, Zufußgehende und Radfah- rende sowie die St rukturierung von öffentlich zugänglichen und repräsentativen Freiräumen mit An- bindung an den Inneren Grüngürtel im Bereich Eifelwall und die Möglichkeiten zur Querung des Grundstücks. Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Herrn Dipl.-Ing. Architekt Heiner Farwick, farwick+grote Archi- tekten, Ahaus, beriet am 19. Oktober 2022 über die Entwurfsbeiträge folgender Stadtplanungs - und Verkehrsplanungsbüros: - HPP Architekten GmbH, Düsseldorf mit Vössing Ingenieurgesellschaft mbH, Düsseldorf - raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH, Frankfurt mit Mociety Consult GmbH, Wiesbaden - SCHAMP & SCHMALÖER Architekten Stadtplaner, Dortmund mit Ambrosius Blanke Ver- kehr.Infrastruktur, Bochum 2 - kister scheithauer gross, architekten und stadtplaner GmbH, Köln mit Büro StadtVerkehr, Pla- nungsgesellschaft mbH & Co. KG, Hilden - Machleidt GmbH Städtebau + Stadtplanung, Berlin mit ISAPLAN Ingenieur GmbH, Lever- kusen - Lorber Paul Architekten GmbH, Köln mit Lindschulte Ingenieurgesellschaft mbH, Düsseldorf - pp a|s Pesch Partner Architekten Stadtplaner GmbH, Dortmund mit Planersocietät, Dr. Ing. Frehn, Steinberg & Partner, Dortmund - SEETAL Susan Eipper et al. Architektur und Stadtplanung, Weimar mit IGS INGENIEURE GmbH & Co. KG, Weimar - New Architekten BDA mit Thielecke Stadtplaner, Köln mit Schüßler-Plan Ingenieurgesell- schaft, Köln - Stefan Schmitz BDA Architekten und Stadtplaner, Schaller Architekten Stadtplaner BDA, Köln mit IGS Ingenieurgesellschaft Stolz mbH, Neuss - ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS GmbH, Köln mit OBERMEYER Infrastruktur GmbH & Co. KG, München Als Ergebnis der Preisgerichtssitzung wurde entschieden, den Entwurf des Büros HPP Archi- tekten (Stadtplanung) mit Vössing Ingenieurgesellschaft (Verkehrsanlagenplanung), beide aus Düsseldorf, mit dem ersten Preis auszuzeichnen (s. Anlage 1). Zudem empfahl sie dem Auftraggeber, die mit dem ersten Platz ausgezeichnete Arbeit als Grundlage für weiteren Bearbeitung eines Masterplans zu beauftragen. Das Preisgericht hat im Rahmen des Wettbewerbs noch zwei weitere Beiträge mit Preisen und einen mit einer Anerkennung ausgezeichnet. Der zweite Preis geht an raumwerk Gesellschaft für Architek- tur und Stadtplanung mbH aus Frankfurt (Stadtplanung) mit Mociety Consult GmbH, Wiesbaden (Ver- kehrsanlagenplanung) (s. Anlage 2). Den dritten Preis erhalten Schamp & Schmalöer Architekten Stadtplaner PartGmbH aus Dortmund (Stadtplanung) mit Ambrosius Blanke Verkehr.Infrastruktur, Bochum (Verkehrsanlagenplanung) (s. Anlage 3). Mit einer Anerkennung wurde kister scheithauer gross arc hitekten und stadtplaner GmbH, Köln, (Stadtplanung) mit Büro StadtVerkehr Planungsge- sellschaft mbH & Co. KG, Hilden, (Verkehrsanlagenplanung) bedacht (s. Anlage 4). Es folgt eine zusammenfassende schriftliche Beurteilung und Empfehlung des Preisgerichtes zum prämierten städtebaulichen Konzept von HPP Architekten GmbH mit Vössing Ingenieurgesellschaft mbH: Der Ansatz der Arbeit, auf das heterogene Umfeld des Standorts mit einer quartiersgerechten Maß- stäblichkeit und einer städtebaulich gekonnten Körnung zu reagieren, wird vom Preisgericht begrüßt. Fünf miteinander verzahnte Gebäudekuben, die zu den Rändern nach West und Ost auf die Straßen- flucht bezogen leicht winklig positioniert werden, bilden ein angemessenes und gleichermaßen robus- tes Gebäudeensembles aus. Wohltuend kann somit ein offen zum neuen Grüngürtel ausgerichtetes Justizzentrum entstehen, das ohne die ehemals durch ein Hochhausensemble geprägte städtebauli- che Struktur auskommt. Die erforderlichen Eingänge und Schleusen lassen sich mit dem Grünra um über einen lang gestreckten, aber gut proportionierten öffentlichen Platz erschließen. Eine zweige- schossige Zugangsgalerie ist auch aus dem Stadtraum eindeutig ablesbar. Die Nutzungsverteilung und Bauabschnittsbildung lassen eine hohe Flexibilität und zukünftige Anpassung der inneren Orga- nisation sowie der Erweiterbarkeit erwarten. Die gute Proportionierung der Innenhöfe schafft eine gute Belichtung der Arbeitsplätze. Die Jury bemängelt jedoch, dass die geforderten Nutzungszahlen für die Staatsanwaltscha ft und Gerichtsbarkeit nicht ausreichend nachgewiesen erscheinen. Der Übergang zum Grüngürtel mit Sitzstufen wird begrüßt, kontrovers wird die Tieferlegung der eigentli- chen Eingangszone diskutiert. Positiv hingegen ist, dass eine Eingangs-Platzsituation für die ÖPNV- Nutzer an der Luxemburger Straße vorgesehen wird. Auch hebt die Jury die hohe gestalterische Güte und Aufenthaltsqualität der vermeintlich rückwärtigen Bereiche zu den südlich gelegenen Wohnungs- 3 bauten hervor. Die KFZ -Zufahrt von der Luxemburger Straße ist in einfacher und nachvollziehbarer Weise gelöst. Die Lage der Tiefgaragen -Zufahrten kann in der vorgeschlagenen Ausformung nicht überzeugen. Das südlich angeordnete Parkhaus erscheint nicht überzeugend, auch führt die Positio- nierung zu Einschränkungen des Hubschraubereinflugkorridors. Der Anspruch der Arbeit, über inten- sive Dachbegrünung, PV -Anlagen, und den kompakten Baukörperanordnung das Ziel eines klima- neutralen Bauensembles zu verfolgen, wird von der Jury begrüßt. Die Grundrisse weisen überw ie- gend eine hohe Qualität und das Potential einer guten weiteren Durcharbeitung auf. Insgesamt über- zeugt der Entwurf mit dem hohen Potential eines neuen bürgernahen Justizzentrums, bei welchem sich die Justiz über die städtebauliche Anordnung und die archi tektonische und freiraumplanerische Gestaltung als Teil der Stadtgesellschaft offen präsentiert. Zum Abschluss des städtebaulichen Wettbewerbs erfolgt neben einer mehrwöchigen Ausstellung aller Planentwürfe im Justizzentrum ab dem 02.12.2022 auch eine digitale Veröffentlichung der Wett- bewerbsbeiträge. Zur Fortführung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens ist Anfang 2023 eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß § 3 Abs. 1 BauGB vorgesehen. Nähere Informationen zu den Ver- anstaltungen und der Veröffentlichung können in Kürze aus der Presse und den sozialen Medien ent- nommen werden. Anlagen Anlage 1 1. Preis - Städtebauliches Konzept (HPP Architekten mit Vössing Ingenieurgesellschaft) Anlage 2 2. Preis - Städtebauliches Konzept (Büro raumwerk Gesellschaft für Architektur mit Mociety Consult) Anlage 3 3. Preis - Städtebauliches Konzept (SCHAMP & SCHMALÖER Architekten mit Ambrosius Blanke Verkehr.Infrastruktur) Anlage 4 Anerkennung - Städtebauliches Konzept (kister scheithauer gross, architekten und stadtplaner mit Büro StadtVerkehr) Gez. Greitemann
Anlage 2 - 2. Preis - Städtebauliches Konzept
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Anlage 2 2. Preis raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH, Frankfurt mit Mociety Consult GmbH, Wiesbaden Städtebaulicher Wettbewerb Neubau Justizzentrum Köln in Köln-Sülz Dezernat für Planen und Bauen
Anlage 1 - 1. Preis - Städtebauliches Konzept
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Anlage 1 1. Preis HPP Architekten GmbH, Düsseldorf mit Vössing Ingenieurgesellschaft mbH, Düsseldorf Städtebaulicher Wettbewerb Neubau Justizzentrum Köln in Köln-Sülz Dezernat für Planen und Bauen
Anlage 3 - 3. Preis - Städtebauliches Konzept
222 Zeichen
Anlage 3 3. Preis SCHAMP & SCHMALÖER Architekten Stadtplaner, Dortmund mit Ambrosius Blanke Verkehr.Infrastruktur, Bochum Städtebaulicher Wettbewerb Neubau Justizzentrum Köln in Köln-Sülz Dezernat für Planen und Bauen
Anlage 4 - Anerkennung - Städtebauliches Konzept
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Anlage 4 Anerkennung kister scheithauer gross, architekten und stadtplaner GmbH, Köln mit Büro StadtVerkehr, Planungsgesellschaft mbH & Co. KG, Hilden Städtebaulicher Wettbewerb Neubau Justizzentrum Köln in Köln-Sülz Dezernat für Planen und Bauen
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3948/2022
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 24.11.2022
- Erstellt
- 18.11.2022 14:03