0143/2021
Naturschutzwartbericht 2020 Herr Jansen/ Bezirk 6 ost
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Jahresbericht 2020 Hr. Jansen
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Jahresbericht 2020 Herbert Jansen Naturschutzwacht Stadt Köln Bezirk 6 Chorweiler Ost Naturschutzgebiete Worringer Bruch, Rheinaue und Umgebung 31.12.2020 Naturschutzgebiet N4 Rheinaue Worringen Langel Wegen des Lockdowns waren im Frühjahr, gegenüber den Jahren zuvor, viel mehr Menschen in der Natur unterwegs. Hier im Naturschutzgebiet N4 wird seit 2019 eine saisonale Beweidung als der Ausgleichsmaßnahmen für die Leverkusener Rheinbrücke durchgeführt. Als dann der Beweidungszaun bei Worringen wieder aufgestellt wurde, war das für viele Besucher ganz neu und unverständlich. Infotafeln und Beschilderung gab es wie im Jahr zuvor immer noch nicht. Beschädigungen am Zaun waren zu beklagen. Es wurden die Trampelpfade des Öfteren wieder freigeschnitten und der Elektrodraht woanders quergespannt. Nach einer Vorortbesprechung zwischen Straßen NRW, Grünflächenamt, der unteren Naturschutzbehörde und weiteren Beteiligten wurde vereinbart einen Wachdienst (KGBA) im Naturschutzgebiet zu einzusetzen. Der Wachdienst informierte die Besucher über den Sinn des Weidezaunes. Die Beschädigungen hörten auf und die Rinder kamen dann Mitte Mai. Erst kamen 11 Rinder und später wurden es dann 19 Tiere. Der Wachdienst schützte nicht nur den Zaun sondern wies auch die Besucher auf das Verhalten im Naturschutzgebiet hin: kein Grillen und keine freilaufende Hunde. Der Wachdienst wurde nach und nach wieder abgebaut. Der Treidelpfad, innerhalb der südlichen Weide war wieder mit einem mobilen Zaun begrenzt. Er wurde von den Rindern, wie auch schon im Vorjahr durchquert und dabei niedergerissen. Die 2. Weide im Norden direkt vor Worringen neben dem Treidelpfad wurde nicht genutzt. Bei einem Versuch 3 Jungbullen dort auszusetzen, büchsten diese aus und gingen durch den Zaun auf die andere Weide zu den dortigen Rindern. Die Jungbullen waren sowieso des Öfteren außerhalb des Zaunes wo es besseres Gras gab. Sie gingen aber von selbst wieder zurück. Gegen Ende der Beweidung wurde der mobile Zaun vom Landwirt demontiert und die Jungbullen vorab in den Winterstall gebracht. Die Begehung des Treidelpfades ohne Zaun war dann für Mensch und Tier viel entspannter möglich, weil auch kein Zaun mehr am Boden über dem Weg lag. Der Treidelpfad ist für die Worringer durch keinen anderen Weg zu ersetzen, nur hier hört man das Rauschen des Wassers und sieht man den Rhein mit seinen Schiffen und Vögeln. Wegen des trockenen Sommers war die Weide im September total abgegrast. Ab Oktober kamen dann der Rest der Herde (13 Rinder, Kälber und der Bulle) auf die nördliche Weide, wo nach einer Mahd wieder genug frisches Futter stand. Es wurde hier auch noch ein Jungbulle geboren. Über Winter ist der Zaun zum Teil wieder demontiert. Ein Ergebnis der Beweidung für die Landschaftspflege sollte für die Bevölkerung bekannt gegeben werden. Die abgegraste Weidefläche mit den zerbissenen Gebüschen sieht natürlich nicht so schön aus wie die anderen Flächen in der Rheinaue wo nur das Wasser- und Schifffahrtsamt dann und wann mit seinem Unimog die 100 m Barken brutal freischneidet. Für die Zukunft: Der Treidelpfad sollte innerhalb der Weide nicht mehr eingezäunt werden und er sollte bessere Durchgänge(vielleicht Klapptore) bekommen um vieleicht eine bessere Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen. Für das nächste Jahr werden dann auch hoffentlich mindestens 2 Infoschilder durch Straßen NRW aufgestellt werden? Die Hinweisschilder vom Grünflächenamt am Rheindeich müssen auch überarbeitet und ergänzt werden(z.B. Wegeplan), worauf schon im Pflege und Entwicklungsplan hingewiesen wurde. Eine Präsens von Aufsicht(City Guide) und Ordnungsamt sollte auch weiterhin bei Bedarf das Einhalten der Regeln im Naturschutzgebiet überprüfen. Hundefreilaufflächen sind im Kölner Norden weiterhin nicht in Sicht! Naturschutzgebiet N1 Rheinaue Langel Merkenich Im Naturschutzgebiet N1 wurden laut Pflege und Entwicklungsplan 5 Angelstellen festgelegt und deswegen Hinweisschilder "Hier Angeln erlaubt" aufgestellt. Zwischen Worringen und Langel gibt es neuerdings keine Angelstellen mehr! Der Bau der Leverkusener Brücke durch "Straßen NRW" beeinträchtig die Rheinaue erheblich. Flächenmäßig ist es nur die Fläche von 4 Fußballfeldern, aber während der Bautätigkeit war es oft in großem Umkreis laut und der Boden vibrierte. Die Vorlandbrücke aus Beton ist nur zu 1/3 fertig. Die Pfeiler für die Pylone im Wasser fehlen noch. Wenigstens sind die Erdarbeiten für die Fundamente fertig. Die Stützen und Säulen für die Montage der Stahlplatten über Land stehen auch schon. In den letzten Monaten, nach Kündigung der Baufirma war keine Bautätigkeit für die Brücke mehr zu sehen. Ab 2021 baut dann hoffentlich die "Autobahn GmbH" der Bundesrepublik die Brücke irgendwann weiter. Naturschutzgebiet N3 Worringer Bruch In diesem Jahr 2020 wurde im Naturschutzgebiet Worringer Bruch (N3) eine Kammmolch Erfassung durchgeführt. Es sollten die aktuelle Bestandssituation und die Aufenthaltsräume überprüft werden. Die letzte Erfassung wurde im Jahre 2002 als Diplomarbeit durchgeführt. Diesmal hatte sich eine Studentin bereit erklärt, ihre Masterarbeit zu diesem Thema zu machen. Betreut wurde sie durch Herrn Elmar Schmidt von der NABU Station Leverkusen/Köln. Er betreut die Amphibien Projekte rund um Köln. 2003 stand das Wasser zum letzten Mal bis über den Senfweg, danach war es manchen Sommer ziemlich trocken. Glücklicherweise gab es im Frühjahr 2020 ein leichtes Hochwasser und es hatte viel geregnet und nach 2 ganz trockenen Jahren im Worringer Bruch gab es an einigen Stellen genügend Wasser um diese Aktion nochmal durchzuführen. Im April begann somit das große Zählen. Mit ca. 30 Eimerreusen wurden die Molche an 2 Nächten pro Woche in den nächsten Wochen eingefangen. Am nächsten Morgen wurden die Kammmolche aus den Eimern entnommen und gezählt. Gleichzeitig waren auch Bergmolche, Teichmolche und Kaulquappen von Fröschen und Kröten in den Reusen. Manchmal waren viele Reusen aber auch leer. Die Kammmolche wurden gemessen und gewogen und nach Männlein und Weiblein katalogisiert. Das Bauchfleckenmuster an der Unterseite ist wie ein Fingerabdruck und wurde fotografiert. Über Computer-Bild-Vergleich wurde ausgewertet ob ein Neu- oder Wiederfang vorlag. Anschließend wurde ein Abstrich von der Haut genommen, um zu untersuchen ob die Molche mit dem Bsal-Pilz befallen sind. Es wurden 475 Kammmolche gezählt, 245 Weibchen, 230 Männchen, 434 Larven und zum Glück kein Bsal-Pilz gefunden. Die Eimerreusen auslegen und einsammeln war schon eine anstrengende Sache. Zu den flachen Wasserstellen ging es manchmal nur auf allen Vieren, flach unter den Sträuchern hindurch. Viele Tage Arbeit für die Studentin und den Helfern aus deren Freundeskreis. Ende Juni war aber sehr schnell kein Wasser mehr im Bruch und die Fangaktion im Wasser musste beendet werden, dadurch ist es unklar wie viele Larven überlebt haben. Da es im August aber noch heiß und zu trocken war, konnte auch der Weg der Molche in den Nachtstunden zu ihren Landlebensräumen nicht mehr verfolgt werden. Es gab noch einige Nachtwachen im Bruch, aber kaum Sichtungen der Molche oder des Nachwuchses. Im April hatte ich selbst nach vielen Jahren nochmal einen Kammmolch gefunden und so bin ich über das Ergebnis sehr erfreut. An einigen Fangaktionen und Abendrundgängen konnte ich mitmachen und weiß daher wie aufwendig und schwer diese Aktion war. Da über die letzten Jahre das Bruch immer mehr verlandet ist, sollte man über eine Vertiefung der Wasserflächen an ein oder zwei Stellen nachdenken, um dann in den nächsten trockenen Jahren ein besseres Überleben der Molche, Kröten und Frösche und deren Nachwuchs zu ermöglichen . Auch am Ende des Jahres ist noch kein Wasser an der Oberfläche im Worringer Bruch. Das Bruch als Biotop hat den Vorteil für Amphibien, es gibt keine Fische als Freßfeinde, nur Graureiher an den zu kleinen Wasserflächen. Rund um das Worringer Bruch sind in den nächsten 5 Jahren drei Baugebiete geplant: in Worringen, in Kreuzfeld und in Roggendorf-Thenhoven. Sie sind alle Luftlinie weniger als 400 m vom Naturschutzgebiet (FFH Gebiet) entfernt. Der Bau des Hochwasserretentionsraumes Worringer Bruch ist auch noch in Planung. Hoffentlich werden die Ausgleichsflächen vernünftig angelegt. Mein Vorschlag: Das Rheinvorland bei Worringen wurde vor einigen Jahren Revitalisiert und 10000 Lkw-Ladungen ausgebaggert und eine ehemalige Wasserfläche wiederhergestellt als Ausgleichmaßnahme für den Godorfer Hafen. Als Ausgleich für die Baumaßnahmen rund um das Worringer Bruch könnte man auch im Bruch revitalisieren und etliche LKW-Ladungen ausbaggern um eine Wasserfläche für die Amphibien wieder herzustellen. Die abgefahrene Erde kann als Lärmschutzwall direkt in der Nähe für die Baufelder dienen, wie damals auch für das Baufeld bei Köln Widdersdorf. Rund um das Worringer Bruch und auch sonst am Rhein stehen jetzt viele Naturwaldschilder, die auf die Gefahr eventuell umstürzender Bäume hinweisen. Auf den Rheinwiesen und auf den vorgelagerten Feldern haben die Nilgänse zahlenmäßig ordentlich zugelegt. Am Rheinufer gibt es immer mehr Herzmuscheln. Neuerdings liegen am Ufer aber auch viele tote Krabben. Im Jahre 2019 wurde auch das Naturschutzgebiet Worringen Langel N4 im Internet auf der Seite der Stadt-Koeln vorgestellt. Es soll eine dauernde, aktuelle Information sein. Eine gute Idee, die anderen Gebiete sollen noch folgen. Wegen Corona fiel an allen Orten im Kölner Norden die Aktion -Kölle putzmunter - aus. Im September gab es dann wenigstens in der Rheinaue die Aktion –Rine clean up - wo ein großer Berg Müll eingesammelt wurde.
Bezirk 6 NAWA Jahresbericht 2020
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Jahresbericht 2020 Herbert Jansen Naturschutzwacht Stadt Köln Bezirk 6 Chorweiler Ost Naturschutzgebiete Worringer Bruch, Rheinaue und Umgebung 31.12.2020 Naturschutzgebiet N4 Rheinaue Worringen Langel Wegen des Lockdowns waren im Frühjahr, gegenüber den Jahren zuvor, viel mehr Menschen in der Natur unterwegs. Hier im Naturschutzgebiet N4 wird seit 2019 eine saisonale Beweidung als der Ausgleichsmaßnahmen für die Leverkusener Rheinbrücke durchgeführt. Als dann der Beweidungszaun bei Worringen wieder aufgestellt wurde, war das für viele Besucher ganz neu und unverständlich. Infotafeln und Beschilderung gab es wie im Jahr zuvor immer noch nicht. Beschädigungen am Zaun waren zu beklagen. Es wurden die Trampelpfade des Öfteren wieder freigeschnitten und der Elektrodraht woanders quergespannt. Nach einer Vorortbesprechung zwischen Straßen NRW, Grünflächenamt, der unteren Naturschutzbehörde und weiteren Beteiligten wurde vereinbart einen Wachdienst (KGBA) im Naturschutzgebiet zu einzusetzen. Der Wachdienst informierte die Besucher über den Sinn des Weidezaunes. Die Beschädigungen hörten auf und die Rinder kamen dann Mitte Mai. Erst kamen 11 Rinder und später wurden es dann 19 Tiere. Der Wachdienst schützte nicht nur den Zaun sondern wies auch die Besucher auf das Verhalten im Naturschutzgebiet hin: kein Grillen und keine freilaufende Hunde. Der Wachdienst wurde nach und nach wieder abgebaut. Der Treidelpfad, innerhalb der südlichen Weide war wieder mit einem mobilen Zaun begrenzt. Er wurde von den Rindern, wie auch schon im Vorjahr durchquert und dabei niedergerissen. Die 2. Weide im Norden direkt vor Worringen neben dem Treidelpfad wurde nicht genutzt. Bei einem Versuch 3 Jungbullen dort auszusetzen, büchsten diese aus und gingen durch den Zaun auf die andere Weide zu den dortigen Rindern. Die Jungbullen waren sowieso des Öfteren außerhalb des Zaunes wo es besseres Gras gab. Sie gingen aber von selbst wieder zurück. Gegen Ende der Beweidung wurde der mobile Zaun vom Landwirt demontiert und die Jungbullen vorab in den Winterstall gebracht. Die Begehung des Treidelpfades ohne Zaun war dann für Mensch und Tier viel entspannter möglich, weil auch kein Zaun mehr am Boden über dem Weg lag. Der Treidelpfad ist für die Worringer durch keinen anderen Weg zu ersetzen, nur hier hört man das Rauschen des Wassers und sieht man den Rhein mit seinen Schiffen und Vögeln. Wegen des trockenen Sommers war die Weide im September total abgegrast. Ab Oktober kamen dann der Rest der Herde (13 Rinder, Kälber und der Bulle) auf die nördliche Weide, wo nach einer Mahd wieder genug frisches Futter stand. Es wurde hier auch noch ein Jungbulle geboren. Über Winter ist der Zaun zum Teil wieder demontiert. Ein Ergebnis der Beweidung für die Landschaftspflege sollte für die Bevölkerung bekannt gegeben werden. Die abgegraste Weidefläche mit den zerbissenen Gebüschen sieht natürlich nicht so schön aus wie die anderen Flächen in der Rheinaue wo nur das Wasser- und Schifffahrtsamt dann und wann mit seinem Unimog die 100 m Barken brutal freischneidet. Für die Zukunft: Der Treidelpfad sollte innerhalb der Weide nicht mehr eingezäunt werden und er sollte bessere Durchgänge(vielleicht Klapptore) bekommen um vieleicht eine bessere Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen. Für das nächste Jahr werden dann auch hoffentlich mindestens 2 Infoschilder durch Straßen NRW aufgestellt werden? Die Hinweisschilder vom Grünflächenamt am Rheindeich müssen auch überarbeitet und ergänzt werden(z.B. Wegeplan), worauf schon im Pflege und Entwicklungsplan hingewiesen wurde. Eine Präsens von Aufsicht(City Guide) und Ordnungsamt sollte auch weiterhin bei Bedarf das Einhalten der Regeln im Naturschutzgebiet überprüfen. Hundefreilaufflächen sind im Kölner Norden weiterhin nicht in Sicht! Naturschutzgebiet N1 Rheinaue Langel Merkenich Im Naturschutzgebiet N1 wurden laut Pflege und Entwicklungsplan 5 Angelstellen festgelegt und deswegen Hinweisschilder "Hier Angeln erlaubt" aufgestellt. Zwischen Worringen und Langel gibt es neuerdings keine Angelstellen mehr! Der Bau der Leverkusener Brücke durch "Straßen NRW" beeinträchtig die Rheinaue erheblich. Flächenmäßig ist es nur die Fläche von 4 Fußballfeldern, aber während der Bautätigkeit war es oft in großem Umkreis laut und der Boden vibrierte. Die Vorlandbrücke aus Beton ist nur zu 1/3 fertig. Die Pfeiler für die Pylone im Wasser fehlen noch. Wenigstens sind die Erdarbeiten für die Fundamente fertig. Die Stützen und Säulen für die Montage der Stahlplatten über Land stehen auch schon. In den letzten Monaten, nach Kündigung der Baufirma war keine Bautätigkeit für die Brücke mehr zu sehen. Ab 2021 baut dann hoffentlich die "Autobahn GmbH" der Bundesrepublik die Brücke irgendwann weiter. Naturschutzgebiet N3 Worringer Bruch In diesem Jahr 2020 wurde im Naturschutzgebiet Worringer Bruch (N3) eine Kammmolch Erfassung durchgeführt. Es sollten die aktuelle Bestandssituation und die Aufenthaltsräume überprüft werden. Die letzte Erfassung wurde im Jahre 2002 als Diplomarbeit durchgeführt. Diesmal hatte sich eine Studentin bereit erklärt, ihre Masterarbeit zu diesem Thema zu machen. Betreut wurde sie durch Herrn Elmar Schmidt von der NABU Station Leverkusen/Köln. Er betreut die Amphibien Projekte rund um Köln. 2003 stand das Wasser zum letzten Mal bis über den Senfweg, danach war es manchen Sommer ziemlich trocken. Glücklicherweise gab es im Frühjahr 2020 ein leichtes Hochwasser und es hatte viel geregnet und nach 2 ganz trockenen Jahren im Worringer Bruch gab es an einigen Stellen genügend Wasser um diese Aktion nochmal durchzuführen. Im April begann somit das große Zählen. Mit ca. 30 Eimerreusen wurden die Molche an 2 Nächten pro Woche in den nächsten Wochen eingefangen. Am nächsten Morgen wurden die Kammmolche aus den Eimern entnommen und gezählt. Gleichzeitig waren auch Bergmolche, Teichmolche und Kaulquappen von Fröschen und Kröten in den Reusen. Manchmal waren viele Reusen aber auch leer. Die Kammmolche wurden gemessen und gewogen und nach Männlein und Weiblein katalogisiert. Das Bauchfleckenmuster an der Unterseite ist wie ein Fingerabdruck und wurde fotografiert. Über Computer-Bild-Vergleich wurde ausgewertet ob ein Neu- oder Wiederfang vorlag. Anschließend wurde ein Abstrich von der Haut genommen, um zu untersuchen ob die Molche mit dem Bsal-Pilz befallen sind. Es wurden 475 Kammmolche gezählt, 245 Weibchen, 230 Männchen, 434 Larven und zum Glück kein Bsal- Pilz gefunden. Die Eimerreusen auslegen und einsammeln war schon eine anstrengende Sache. Zu den flachen Wasserstellen ging es manchmal nur auf allen Vieren, flach unter den Sträuchern hindurch. Viele Tage Arbeit für die Studentin und den Helfern aus deren Freundeskreis. Ende Juni war aber sehr schnell kein Wasser mehr im Bruch und die Fangaktion im Wasser musste beendet werden, dadurch ist es unklar wie viele Larven überlebt haben. Da es im August aber noch heiß und zu trocken war, konnte auch der Weg der Molche in den Nachtstunden zu ihren Landlebensräumen nicht mehr verfolgt werden. Es gab noch einige Nachtwachen im Bruch, aber kaum Sichtungen der Molche oder des Nachwuchses. Im April hatte ich selbst nach vielen Jahren nochmal einen Kammmolch gefunden und so bin ich über das Ergebnis sehr erfreut. An einigen Fangaktionen und Abendrundgängen konnte ich mitmachen und weiß daher wie aufwendig und schwer diese Aktion war. Da über die letzten Jahre das Bruch immer mehr verlandet ist, sollte man über eine Vertiefung der Wasserflächen an ein oder zwei Stellen nachdenken, um dann in den nächsten trockenen Jahren ein besseres Überleben der Molche, Kröten und Frösche und deren Nachwuchs zu ermöglichen. Auch am Ende des Jahres ist noch kein Wasser an der Oberfläche im Worringer Bruch. Das Bruch als Biotop hat den Vorteil für Amphibien, es gibt keine Fische als Freßfeinde, nur Graureiher an den zu kleinen Wasserflächen. Rund um das Worringer Bruch sind in den nächsten 5 Jahren drei Baugebiete geplant: in Worringen, in Kreuzfeld und in Roggendorf-Thenhoven. Sie sind alle Luftlinie weniger als 400 m vom Naturschutzgebiet (FFH Gebiet) entfernt. Der Bau des Hochwasserretentionsraumes Worringer Bruch ist auch noch in Planung. Hoffentlich werden die Ausgleichsflächen vernünftig angelegt. Mein Vorschlag: Das Rheinvorland bei Worringen wurde vor einigen Jahren Revitalisiert und 10000 Lkw- Ladungen ausgebaggert und eine ehemalige Wasserfläche wiederhergestellt als Ausgleichmaßnahme für den Godorfer Hafen. Als Ausgleich für die Baumaßnahmen rund um das Worringer Bruch könnte man auch im Bruch revitalisieren und etliche LKW-Ladungen ausbaggern um eine Wasserfläche für die Amphibien wieder herzustellen. Die abgefahrene Erde kann als Lärmschutzwall direkt in der Nähe für die Baufelder dienen, wie damals auch für das Baufeld bei Köln Widdersdorf. Rund um das Worringer Bruch und auch sonst am Rhein stehen jetzt viele Naturwaldschilder, die auf die Gefahr eventuell umstürzender Bäume hinweisen. Auf den Rheinwiesen und auf den vorgelagerten Feldern haben die Nilgänse zahlenmäßig ordentlich zugelegt. Am Rheinufer gibt es immer mehr Herzmuscheln. Neuerdings liegen am Ufer aber auch viele tote Krabben. Im Jahre 2019 wurde auch das Naturschutzgebiet Worringen Langel N4 im Internet auf der Seite der Stadt-Koeln vorgestellt. Es soll eine dauernde, aktuelle Information sein. Eine gute Idee, die anderen Gebiete sollen noch folgen. Wegen Corona fiel an allen Orten im Kölner Norden die Aktion -Kölle putzmunter - aus. Im September gab es dann wenigstens in der Rheinaue die Aktion –Rine clean up - wo ein großer Berg Müll eingesammelt wurde.
Mitteilung BV
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/57/571 Vorlagen-Nummer 0143/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Naturschutzbeirat bei der Unteren Naturschutzbehörde 26.04.2021 Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 27.05.2021 Naturschutzwartbericht 2020 Herr Jansen/ Bezirk 6 ost Anfang des Jahres hat Herr Jansen in seiner Funktion als Naturschutzwart (Bezirk Chorweiler) seinen Jahresbericht 2020 der Unteren Naturschutzbehörde übermittelt. Der Aufgabe eines Naturschutzwar- tes (u.a. Benachrichtigung über nachteilige Veränderungen in der Landschaft, Information und Aufklä- rung der Menschen vor Ort) kommt Herr Jansen seit vielen Jahren verantwortungsvoll nach. Herr Jansen zeigt regelmäßig Präsenz in den Schutzgebieten und steht (auch aufgrund seiner guten Ver- netzung vor Ort) als wichtiger Ansprechpartner den ortsansässigen Vereinen, Initiativen und Bür- ger*innen zur Verfügung. Für seinen engagierten Einsatz, die gute Zusammenarbeit und seine hilfrei- chen Hinweise, Anregungen usw. gilt Herrn Jansen an dieser Stelle ein ausdrücklicher Dank der Un- teren Naturschutzbehörde. In dem zusammengestellten Jahresbericht werden von Herrn Jansen Punkte aufgeführt, bei denen Handlungsbedarf gesehen bzw. deren Umsetzung angeregt wird. Die Verwaltung nimmt hierzu wie folgt Stellung: Beweidung im Naturschutzgebiet N 4 „Rheinaue Worringen-Langel“ Der erarbeitete Kompromiss aus dem Beweidungsjahr 2019 konnte im Laufe der Beweidungssaison 2020 durch Straßen NRW (jetzt in der Zuständigkeit der Autobahn GmbH) umgesetzt werden. Leider wurden die Zäune weiterhin regelmäßig beschädigt. Der Einsatz der KGAB (Kölner Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung mbH) in den Naturschutzgebieten N 1 „Rheinaue Langel –Merkenich“ sowie N 4 „Rheinaue Worringen-Langel“ konnte die Situation vor Ort etwas entspannen. Nach Abstimmung mit seiner Haftpflichtversicherung konnte der Landwirt die Zäune entlang des Trei- delpfades entfernen. Die Beteiligten gehen davon aus, dass sich die Situation dadurch zukünftig zu- sätzlich entspannen wird. In 2021 wird ein durch die Autobahn GmbH beauftragtes Monitoring durch- geführt. Aufstellung von Hinweisschildern durch Straßen NRW (Autobahn GmbH) Die Abstimmung zu der Beschilderung durch die Autobahn GmbH ist in den letzten Zügen. Die Schil- der werden in 2021 aufgestellt. Überarbeitung der städt. Hinweisschilder Gegenüber des derzeitigen Bestands an den zu überarbeitenden städt. Hinweisschildern in den Na- turschutzgebieten N 1 und N 4 sieht der aktuelle Pflege- und Entwicklungsplan (PEPL) eine größere Anzahl vor. Inhaltlich sind diese zu aktualisieren und u.a. auch um die im Jahresbericht beschriebe- nen Wegeführungen zu ergänzen. Im Vorfeld der anstehenden Schilderüberarbeitung ist die Beauf- tragung eines externen Büros vorgesehen, welches ein einheitliches, zeitgemäßes Layout entwerfen soll. Ziel ist (unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte wie Leserlichkeit usw.) die Entwicklung eines ansprechendes „Grundgerüstes“. Textlich ergänzt und auf das jeweilige Naturschutzgebiet ab- gestimmt, kann das Layout ansc hließend für das gesamte Stadtgebiet Anwendung finden. Derzeitig 2 ist die Ausschreibung zur Vergabe in Vorbereitung. Für das Naturschutzgebiet N 1 „Rheinaue Langel- Merkenich“ -wie auch für das Naturschutzgebiet N 4 „Rheinaue Worringen bis Langel“-wird eine Auf- stellung der überarbeiteten Hinweisschilder für Ende 2021/ Anfang 2022 angestrebt. Beschilderung/ Wegemarkierung Die Beschilderung (Rheinaue/ Wegeführungen) ist ebenso wie die vorgesehene Wegemarkierung in Bearbeitung. Aufgrund langfristiger, krankheitsbedingter Personalausfälle sowie der Hochwassersitu- ation im Februar kam es hinsichtlich der Wegemarkierungen zu zeitlichen Verzögerungen. Mit der Fertigstellung der Wegemarkierung wird in den nächsten Monaten, mit einer neuen Beschilderung bis Ende 2021 gerechnet. Präsenz KGAB/ Ordnungsamt Die Anwesenheit der KGAB -Mitarbeiter*innen hat sich durchweg als positiv erwiesen. Sie standen Besuchern der Flächen für allgemeine Auskünfte zur Verfügung und wiesen hierüber hinaus auch auf eventuelles Fehlverhalten (nicht angeleinte Hunde usw.) hin. Für 2021 sind weitere Einsätze durch die KGAB in Schutzgebieten geplant, welche weiterhin von der Unteren Naturschutzbehörde koordi- niert werden. Die Kollegen*innen des Ordnungsamtes haben 2020 in unregelmäßigen Abständen (häufig anlassbezogen) agiert. Inwiefern regelmäßigere Kontrollen durchführbar sind, ist letztendlich auch abhängig von der personellen, noch nicht absehbaren Auslastung (z.B. hinsichtlich vermehrter Prüfung von Corona-Verstößen) der Kollegen*innen. Hundefreilauffläche Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen ist bereits seit längerem auf der Suche nach Flächen zwischen Worringen und Merkenich, die sich als Hundefreilaufflächen eignen. Aufgrund des Mangels an verfügbaren Flächen konnte noch keine Flä che konkretisiert werden, es laufen jedoch weitere Bemühungen. Innerhalb von Naturschutzgebieten werden keine Hundefreilaufflächen ausgewiesen. Allerdings wird demnächst ein Teil einer ehemaligen Ackerfläche im Landschaftsschutzgebiet nahe der Fähranlegestelle, die im PEPL als Hunde - und Liegewiese vorgesehen ist, entsprechend herge- richtet. Je nach Entwicklung der Grasnarbe und den Witterungsbedingungen ist mit einer Fertigstel- lung evtl. noch in 2021 zu rechnen. Naturschutzgebiet N 3 „Worringer Bruch“/ Vorgeschlagene Vertiefung der Wasserflächen Die Problematik, dass die Kammmolch -Population im Worringer Bruch darunter leidet, dass die als Laichgewässer dienenden Wasserflächen des Worringer Bruches insbesondere im Frühjahr und Frühsommer austrocknen, ist be reits Gegenstand des 2017 erstellten Fachkonzeptes Kammmolch. Dieses wurde von Herrn Elmar Schmidt (NABU Naturschutzstation Leverkusen/Köln) als eigenständi- ge Ergänzung zum Sofortmaßnahmenkonzept für den Worringer Bruch erarbeitet. Als Lösungsvorschlag um den Austrocknungstendenzen im Bruch zu begegnen und die Vermeh- rungsmöglichkeiten zu verbessern wird auch hierin die Vertiefung bestehender Mulden bzw. die Anla- ge von zwei Gewässern von jeweils ca. 500 m² Größe in der Rinne südlich des Senfweges vorge- schlagen. Hiermit sollen in den Niedrigwasserphasen ausreichend große wasserbespannte Flächen bis zum Ende der Laichzeit erhalten bleiben. Dieses Konzept wurde mit der Landesanstalt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV), der Unteren Bodenschutzbehörde und Unteren Na- turschutzbehörde abgestimmt. Bei den anschließend seitens der UNB in Auftrag gegebenen Bodenuntersuchungen im Bereich der geplanten Teichstandorte stellte sich eine besondere Bodenproblematik heraus. Die als Sperrschicht fungierende Tonmulde steht oberflächennah an und in sehr kleinflächig wechselnder Tiefe. Dadurch sind Ausschachtungen stellenweise nur bis ca. 60-70 cm Tiefe, an einer Bohrstelle sogar nur bis 15 cm Tiefe, möglich, so dass die Zieltiefe der Gewässersohlen von 34,5 m ü NN nur teilweise erreicht werden kann. Es ist somit fraglich, ob dies ausreicht um eine Austrocknung während der Niedrigwas- serphasen wirksam zu verhindern. Ein weiteres Problem stellen die mit der Realisierung verbundenen sehr hohen Kosten dar, da der Bodenaushub komplett abtransportiert werden müsste. Eine seitliche Lagerung lehnt das LANUV aus naturschutzfachlicher Sicht wegen der Betroffenheit der vorhandenen FFH-Lebensraumtypen (nach Anhang I der FFH-Richtlinie) ab. Seitens der UNB wird daher als möglich e Lösung zur Verhinderung der Austrocknung alternativ eine 3 temporäre Wasserzufuhr z.B. über einen bedarfsweise gesteuerten Brunnen als deutlich naturscho- nendere und zudem kostengünstigere Variante favorisiert. Zur Beurteilung der Umsetzbarkeit wurden die StEB hinzugezogen u.a. wegen der besonders zu be- trachtenden hydrologischen Gesichtspunkte. Die StEB haben sich in diesem Ausnahmefall bereit er- klärt im Rahmen der Zuständigkeit für Gewässer und Gewässerentwicklung eine Machbarkeitsstudie, die diese Thematik mit untersucht, in Auftrag zu geben. Die daraus resultierenden auf den Natur- schutz abzielenden Maßnahmen sollen seitens der Stadt Köln mit eigenen Mitteln umgesetzt werden. Die im Bericht von Herrn Jansen vorgeschlagene Kopplung einer Kammmolch-Stützungsmaßnahme mit Ausgleichsmaßnahmen für die Realisierung der im Nahbereich des Worringer Bruches geplanten neuen Wohngebiete bzw. des neuen Stadtteiles Kreuzfeld ist grundsätzlich ein interessanter Ansatz. Aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde muss dies zu m gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch zurück- gestellt werden. Im Vorfeld der noch offenen bauleitplanerischen Verfahren bzw. der derzeit erst im Stadium des dialogischen Wettbewerbsverfahrens befindlichen Kreuzfeldbebauung müssen zuvor die entgegenstehenden naturschutz- und artenschutzrechtlichen Erfordernisse – Prüfung der FFH - Verträglichkeit und Artenschutzprüfung - abschließend geklärt sein. Alle Veränderungen und Störun- gen, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Natura 2000 -Gebietes in seinen für die E rhal- tungsziele oder den Schutzzweck maßgeblichen Bestandteilen führen können, sind unzulässig (Ver- schlechterungsverbot). So muss in Bezug auf das Erhaltungsziel für den Kammmolch (Art nach An- hang II der FFH -Richtlinie) sowie für die im Standarddatenbogen g enannten bedeutsamen Vorkom- men von Rohrweihe, Wespenbussard, Pirol und Nachtigall der Nachweis erbracht werden, dass es zu keinerlei erheblichen Störungen der lokalen Populationen z.B. durch Zunahme der Erholungsnutzung im Bruch, freilaufende Hunde und Kat zen, Störungen durch Verkehrszunahme etc. kommen wird. Außerdem müssen artenschutzrechtliche Konflikte – es sind Vorkommen besonders geschützter Ar- ten im Untersuchungsraum bekannt – sicher ausgeschlossen sein. Hierzu sind zunächst die entsprechenden Gutac hten zu prüfen, auszuwerten und erforderlichenfalls nachzubessern. Erst nach positivem Abschluss der Prüfung der FFH -Verträglichkeit und der Artenschutzprüfungen können innerhalb der bauleitplanerischen Verfahren notwendige Vermeidungs - und Ausgleichmaß- nahmen konkretisiert werden. Vorstellung der Kölner Naturschutzgebiete im Internet Auf der Homepage der Stadt Köln können sich interessierte Personen über die im Kölner Stadtgebiet liegenden Naturschutzgebiete informieren. Für einige der insgesamt 22 Naturschutzgebiete sind be- reits umfassende Angaben eingestellt worden. So auch für das von Herrn Jansen in seinem Bericht angegebene Naturschutzgebiet N 4 „Rheinaue Worringen-Langel“. Derzeitig erfolgt eine Bearbeitung der Texte zu den einzelnen Naturschutzgebieten. Es ist vorgesehen, dass diese noch in diesem Jahr vollständig online gestellt werden. Die Informationen zu den Naturschutzgebieten können unter folgendem Link abgerufen werden: https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/klima-umwelt-tiere/naturschutz- landschaftsschutz/naturschutzgebiete-koeln
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (3)
- Senfweg
- Am Rheinufer
- Im Bruch
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- 0143/2021
- Typ
- Mitteilung BV
- Datum
- 06.04.2021
- Erstellt
- 15.01.2021 10:07