Mandari Insight

2051/2021

Jahresbericht 2020 - Gleichstellung von Frauen und Männern

Mitteilung Ausschuss 16.06.2021

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales, Sitzung am 06.09.2021, TOP 1.2

SK_109_21_Jahresbericht_Amt I_barrierefrei

· application/pdf

Ansehen

Mitteilung Ausschuss

· application/pdf

Ansehen

SK_109_21_Jahresbericht_Amt I_barrierefrei

49403 Zeichen

Zeit, u mzudenken!

N

Gleichstellung von Frauen und Männern

Jahresbericht 2020

Die Oberbürgermeisterin

Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern
Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Bildnachweis

Titel: istock,
S 26: istock
S 30: istock
S 39: istock

SDI Productions

Teona Gogichaishvili
Competentia Region Köln
cienpies

AAAZ

Gestaltung und Druck
Zentrale Dienste der Stadt Köln

13-)5/109-21/I-2/150/05.2021

Seite 2

| Seite 3

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Vorwort von Bettina Mötting ...........222eseeseeseeneneeneenennenennennennenennnnnnn 6
Gleichstellung - gesetzliche Normen..............222s22esenseeeneenenennenenennen nenn 8
Organigramm .......2eseeseeneeneeeeneenenneneesenneneenesnenesnennenennesnenennnnn 9

Interne Gleichstellung

Die Interne Gleichstellung in Zahlen................-«222s0sesseseeeneeneneeneneenen nenn 11
„Gleichstellung leicht gemacht“ - Erste Kölner Aktionswoche zum Internationalen Frauentag 11
WissentOQgO .....22eseeeeeeeeneneeneeneneenennenenneneenesnennenenseneeseenennnnnnn 14
„Auf Augenhöhe verhandeln“ - Der Equal PayDay............2-222@snseeeneeeenennenenne 15
„Gender Kompetenz als Erfolgsfaktor“ - Das Training für städtische Führungskräfte ........ 16
„Offene Sprechstunde“ in Stadtbezirken................2-022@suseeeneeneneeneneenen nenn 17
„Innovation beginnt im Kopf“ - Netzwerkveranstaltung Stadtfrauen ...............20220.- 18
„Mit Frauen in Führung“ .........2222seseeeneeneneeneneeneneeneeennenenneneneenenenne 19

Externe Gleichstellung

Erste Preisverleihung des Else-Falk-Preises im Rathaus.............2222022nseeenennenenne 21
„Heute für Morgen gestalten - Wir gehen es an!“ - Internationaler Frauentag. .............- 22
EDELGARD geht neue Wegel ..........22c@snseneneeneneenenennenennenennenenee nennen 24
„100 Days, 100 Ways“ - EDELGARD als EU-weites Best Practice! .........2222222cneeenenn 25
So nicht! - Protestkundgebung vor dem Amtsgericht. .............2-222@seseneneeneneennn 25
#trinkeichnicht #alkohol ..............-2-2@2@seeeneeneneeneneneeneneenenennen nennen 26
„Orange the World“ - am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen! ............202.0.. 27
Fortbildungen gegen Gewalt an Frauen ...........22u22@seseeeeneeennenennenenee nennen 29
Sexistische und sexualisierte Werbung in Köln.............2-22e@eneeseneneenenennen nenn 29
Mentegra - Mentoring für geflüchtete Frauen ...........-.22220seeenseneneeeenennenenne 30
Istanbul Konvention... ......2.22eseeseseneneeneneeneneeneneeneeennenenneneneenenenne 30
Fachbeirat für Mädchenarbeit ............2-220@snseeensenenennenennenennenen nennen 31

Wegweiser für Alleinerziehende. .............-.-.222202enseseeeneeneneeneneeneneenenenn 31

Seite 4

Bündnis BerufLeben

Zertifizierung der Stadt Köln als familienfreundliches Unternehmen ......................- 33
Führenin Teilzeit...........«222seseeeeseneneeneneeneneeneneeneeennenenneneneeneneene 34
Das Väternetzwerk...........222sesenseseneneeneneeneneeneneeneeennenennenenee nennen 34
Spielspaßim Büro ........2e2eseseeeeeeeseeneeeneenneenneeeneneseneeeenenensnnnnnnen 35

Übergreifende Themen

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Gleichstellung ..................zerer0s0200: 37
Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation. .............2.2222@seeeseeeennnennnen 39
Interview mit #DMW Digital MediaWomen ............2-4222@seseeeneeneneenenennen nenn 40

Das Treffen der „Big 5 G“ in Köln
Wahl in den Deutschen Städtetag.............-2.2222eseeeseeeeenneennenenenenenenennnn 41

Einleitung

Seite 6

2020 war für uns alle ein außergewöhnliches Jahr.

Ein Jahr, in dem viel geleistet, aber auch viel verzichtet wurde.
Ein Jahr voller Ungewissheiten und Einschränkungen, ein Jahr
voller Planänderungen und Neuerungen. Auch für das Amt für
Gleichstellung von Frauen und Männern hielt das letzte Jahr
seine ganz speziellen Herausforderungen bereit.

Viele über einen langen Zeitraum geplante Projekte und Ver-
anstaltungen mussten coronakonform und mit neuen Mitteln
konzipiert werden. Es galt umzudenken und, wenn möglich,
noch kurzfristig digitale Alternativen zu schaffen.

Als Dienststelle haben wir intern unsere Aufgaben unter besonderen Bedingungen wahrge-
nommen. Persönliche Treffen und Termine wurden in Telefon- und Videokonferenzen verlagert.
Intensive Absprachen und Flexibilität waren gefragt, um die privaten und dienstlichen Belange
bei der zügigen Umstellung zu berücksichtigen und uns dabei nicht aus dem Blick zu verlieren.

Im zweiten Jahr meiner Amtszeit als Gleichstellungsbeauftragte können mein Team und ich
mit Stolz auf viele Neuerungen blicken. Erstmalig gab es beispielsweise eine innerstädtische
Gleichstellungsaktionswoche, offene Sprechstunden in Kalk und Chorweiler, eine Öffentlich-
keitskampagne zum Weltmädchentag, der Leitfaden für wertschätzende Kommunikation und
geschlechtergerechte Sprache und natürlich die Zertifizierung der Stadtverwaltung Köln als
familienfreundliches Unternehmen.

Im Dezember 2020 wurde darüber hinaus im Rat der Stadt Köln ein Meilenstein für mehr Gleich-
berechtigung in Köln gelegt: Der Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern. In
der Corona-Pandemie gerade zur rechten Zeit, welche die Betreuung des Homeschooling, die
Carearbeit, die systemrelevanten Frauenberufe, die Retraditionalisierung der Geschlechterrolle
und insbesondere die häusliche Gewalt in den Fokus gerückt hat.

2021 setzen wir auf vieles auf, wofür wir 2020 den Grundstein gelegt haben.
An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich bei den Kolleg” innen von I/1 zu be-

danken, die 2020 oftmals über das Erwartbare hinausgegangen sind und mit viel Kreativität und
Leidenschaft das Jahr gemeistert haben.

Seite 7

Bedanken darf ich mich an dieser Stelle auch bei den zahlreichen Kölner Frauenorganisationen,
deren Innovations- und Schaffenskraft gerade in der Zeit der Pandemie unermüdlich und wertvoll
für unsere Stadtgesellschaft waren und sind.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Gleichstellungsarbeit im Berichtszeitraum 2020
mit der Corona-Pandemie eine tiefgreifende Herausforderung zu bewältigen hatte, die sehr viele
Selbstverständlichkeiten der letzten Jahre außer Kraft gesetzt, einen intensiven Wandel in Gang
gesetzt und viele erst im Entstehen begriffene Innovationen zur Krisenbewältigung und Neufor-
mierung hervorgebracht hat.

Das Amt für die Gleichstellung von Frauen und Männern hat diese Herausforderung bislang sehr gut

bewältigen können. Und das gibt uns Anlass, einen zuversichtlichen Blick auf die Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft zu werfen!

Sara iz 7

Bettina Mötting

Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Köln und
Leiterin des Amtes für Gleichstellung von Frauen und Männern

Seite 8

Da die Stadt Köln nicht nur Arbeitgeberin, sondern auch Kommune ist, hat die Gleichstellungs-
beauftragte der Stadt Köln eine Doppelrolle inne: Sie ist Ansprechpartnerin für alle gleichstel-
lungsrelevanten Fragen innerhalb der städtischen Verwaltung und zugleich verantwortlich für alle
gleichstellungsrelevanten Belange der Kölner Bürger*innen.

Ihr Handeln und Wirken wird entsprechend von zwei gesetzlichen Säulen getragen. Der inner-
städtische Aufgabenbereich beruht auf dem Landesgleichstellungsgesetz NRW, die kommunale
Zuständigkeit auf der Gemeindeordnung NRW.

Das Landesgleichstellungsgesetz (LGG NRW) dient der Verwirklichung des Grundrechts der
Gleichberechtigung von Frauen und Männern (Artikel 3 GG). Festgelegte Ziele sind:

- die Förderung von Frauen, um bestehende Benachteiligungen abzubauen,
- sowie die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer.

Auf kommunaler Ebene wird der Verantwortungsbereich der Gleichstellungsbeauftragten durch
die Gemeindeordnung NRW (GO NRW) und die Hauptsatzung der Stadt Köln definiert. Nach 85
Absatz 3 der GO NRW wirkt die Gleichstellungsbeauftragte „bei allen Vorhaben und Maßnahmen
der Gemeinde mit, die die Belange von Frauen berühren oder Auswirkungen auf die Gleichbe-
rechtigung von Frau und Mann und die Anerkennung ihrer gleichberechtigten Stellung in der
Gesellschaft haben.“ Im Vordergrund dieses Themenumfelds stehen der Abbau von Diskrimi-
nierung von Frauen und die Förderung ihrer gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen,
wirtschaftlichen und kulturellen Leben.

Der Doppelrolle der Gleichstellungsbeauftragten entsprechend - und den beiden gesetzlichen
Säulen, auf denen ihre Arbeit beruht - ist das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern in
zwei zentrale Bereiche gegliedert: die Interne und die Externe Gleichstellung. Die innerstädtische
Gleichstellungsarbeit wird seit 2019 zudem vom Bündnis BerufLeben unterstützt.

Organigramm

Assistenz der
Amtsleitung

Amtsleitung I/1 und
Gleichstellungsbeauftragte
der Stadt Köln

Seite 9

Öffentlichkeitsarbeit,
Kampagnenplanung
und Social Media

Leitung Interne
Gleichstellung und

stellv. Amtsleitung
(Rechtsgrundlage: LGG NRW)

Verwaltungsleitung,
Umsetzung LGG für
die LGr. 2,2, Equal Pay,
Netzwerk- und Projekt-
arbeit, Bündnis „Mit
Frauen in Führung“

Umsetzung LGG für

die LGr. 2,1, Mitarbeit
Gleichstellungsplan,
Netzwerk- und Projekt-
arbeit, Stellenplan,
Mentoringprojekte,
Arbeitsschutz/-sicherheit,
Datenschutz

Umsetzung LGG für
die LGr. 1, Wissen to
Go-Angebote, „Offene
Sprechstunde“, „Girls“,
und Boys‘Day“

Leitung Externe
Gleichstellung
(Rechtsgrundlage GO NRW)

Gewalt an Frauen und
Kindern, EU Charta,
Istanbul Konvention,
Werbung im öffentlichen
Raum, Mädchenarbeit

Sicherheit im
öffentlichen Raum,
Edelgard, geflüchtete
Frauen, Frauen und
Arbeit, Geschäfts-
führung Ausschuss

Sicherheit im
öffentlichen Raum,
Edelgard, Frauenpreis,
Diversity

Projektleitung
Bündnis „BerufLeben“

Umsetzung der
Audit-Ziele, Beratung
von Dienststellen
und Mitarbeitenden,
Öffentlichkeitsarbeit,
Väternetzwerk

Umsetzung der
Audit-Ziele, Beratung
von Dienststellen
und Mitarbeitenden,
Öffentlichkeitsarbeit,
Beurlaubte

Interne
Gleichstellung

Seite 11

Die Interne Gleichstellung in Zahlen

Das Handlungs- und Aufgabenspektrum basie-
rend auf dem Landesgleichstellungsgesetz NRW
ist umfangreich und enthielt 2020 die Beteili-
gung an 15.289 personellen und 181 organisa-
torischen innerstädtischen Maßnahmen.

Dies sind Vorgänge wie zum Beispiel Einstel-
lungen, Wechsel der Dienststelle, Beförderun-
gen, Abordnungen oder Anträge auf mobiles
Arbeiten. Hinzu kamen Einladungen zu 1386
Auswahlterminen mit ein- oder mehrtägigen
Auswahltagen, von denen das Team der

Gleichstellungsbeauftragten an 61 Terminen
teilgenommen hat.

Ein weiterer Schwerpunkt stellte die Bera-
tungsarbeit für städtische Beschäftigte dar.
Sie umfasste einen Umfang von 43 Stunden
und wurde von 43 Mitarbeitenden in Anspruch
genommen. Die Themenfelder erstreckten
sich beispielsweise von der Rückkehr aus der
Elternzeit, sexueller Belästigung oder ein
Karriere- und Bewerbungscoaching.

„Gleichstellung leicht gemacht“ - Erste Kölner
Aktionswoche zum Internationalen Frauentag

Der Internationale Frauentag am 8. März wurde
vom Amt für Gleichstellung von Frauen und
Männern zum Anlass genommen, gleich meh-
rere Aktionen in einer Woche für Mitarbeitende
der Stadtverwaltung anzubieten.

Rund um die Themen Gleichstellung und Frau-
enrechte wurden vom 2. bis 6. März 2020 unter

Die Führung in den beiden Museen war

großartig! Ich war fas
Rolle Frauen il

frühen Mittelalter spielen = und
in der Darstellung, sondern auc

rinnen, Kurat

ziniert, welch wichtige

it dem
der Kunst und Kultur sel
h das nicht nur

h als Sammle-
orinnen und Herstellerinnen.“

anderem ein Training für Frauen zu mehr Selbst-
sicherheit, Vorträge zum Vatersein, Museums-
und Stadtführungen sowie ein Netzwerktreffen
und ein Kinonachmittag angeboten.

Mit rund 500 Anmeldungen und jeder Menge
positivem Feedback war die Gleichstellungsak-
tionswoche ein voller Erfolg!

„Weiter so! Sehr gut, dass Sie
auch die Männer als Gleichbe-
rechtigte ( Väter) mitnehmen!“

Seite 12

Die Angebote im Überblick: Netzwerkveranstaltung für Frauen (Laufbahn-
gruppe 2.2 [ehemals höherer Dienst):
Vorträge:
- Erwecken Sie die Löwin in sich - „Verkaufen“
- (Nur) theoretisch gleichgestellt - Frau in Sie sich stark!
Politik, Sport und im öffentlichen Dienst
Michaela Feldenz, Gleichstellungsbeauftragte Rund 40 Teilnehmerinnen folgten dieser
der Deutschen Bundesbank Aufforderung und ließen die Löwin in
- Gleichstellung - was habe ich als Mann/ ihr Leben eintreten. Die Referentin und
Vater davon? „Business-Löwin“ Birgit Riedel arbeitete
Jürgen Kura, 1. Vorsitzender Väter in Köln e.V./ jahrelang als Managerin in renommierten
Journalist Unternehmen. Heute berät sie Frauen als
- Stress und was dann? Business-Mentorin. In der Aktionswoche
Gabriela Schubert, systemisch lösungsorientierte zum Internationalen Frauentag gab sie den
Management-Coach und Stresstrainerin innerstädtischen Mitarbeiterinnen wert-
- Wecke die Kommissarin in Dir - Selbst: sicher volle Tipps und Tricks für ein sicheres und
in Beruf und Alltag authentisches Auftreten, um die innere
Antje Meister, Kommissarin & Coach Kraft zu wecken und das Selbstbewusstsein

zu stärken.

Ganz im Sinne einer Netzwerkveranstaltung
erhielten die Teilnehmerinnen nebenbei die
Möglichkeit, in angenehmer Atmosphäre
Kolleginnen zu treffen und ihr Netzwerk zu

erweitern. Den Anstoß gaben zuvor verteil-
te Netzwerkkarten, die dazu aufforderten,
drei Verabredungen mit noch unbekannten
Kolleginnen zu treffen.

Seite 13

Führungen:

- „Die andere Seite: Frauen“ im Rauten-
strauch-Joest-Museum und im Museum
Schnütgen
Dr. Clara Himmelheber, Rautenstrauch-Joest-
Museum, Leiterin Abteilung Afrika
Dr. Manuela Beer, Museum Schnütgen,
Stellvertretende Direktorin

- „Rechte werden erkämpft und nicht
geschenkt“

Bettina Bab, Irene Franken und Ina Hoerner,
Kölner Frauengeschichtsverein

Filmvorführung:
Über 100 städtische Kolleg*innen folgten der

Einladung zu einem Kino-Nachmittag in das
Filmforum NRW im Museum Ludwig.

Präsentiert wurde der Film „Die Berufung - Ihr
Kampf für Gerechtigkeit“, eine Filmbiografie
von Mimi Leder über die US-amerikanische
Jura Professorin Ruth Bader Ginsburg. In

drei Zeitabschnitten zeichnet der Film ihren
Ein- und Aufstieg am Obersten Gerichtshof der
USA nach. Seit 1993 war Ruth Bader Ginsburg
dort Beisitzende Richterin, dem liberalen
beziehungsweise „linken“ Flügel zugerechnet.
Sie verstarb am 18. September 2020.

Eine filmische Einführung gab es vorab durch
Frau Dr. Anne Deike Riewe, Rechtsanwältin und
Mitglied des Deutschen Juristinnenbunds e.V.

Wissen to go

Warum nur Coffee to go, wenn man sich auch
schnell und einfach Wissen mitnehmen kann?

Unter dem Motto „Ihre etwas andere Mittags-
pause“ bietet unsere Veranstaltungsreihe den
städtischen Mitarbeiter*innen 90 Minuten lang
kostenlosen Rat von Expert*innen zu zielgrup-
penspezifischen Themen.

Coronabedingt musste die Zahl der Teilneh-
menden pro Veranstaltung zwar begrenzt
werden, dennoch konnten sich insgesamt 85
Interessierte in ihrer Mittagspause beraten und
inspirieren lassen.

Die Themen waren:

- Starkes Selbst - Starke Position
Kirsten Pecoraro, Coach, Referentin, Autorin
- Mit Frauen in Führung - Bingo!
Petra Welz, Unternehmensberaterin, Coach,
Moderatorin
- Hürden überwinden - beruflich wieder voll
durchstarten
Barbara Voss, Moderatorin und Coach
- Elterngeld (Plus), Elternzeit und Wiederein-
stieg in Teilzeit
Bettina Trojan, spezialisierte Rechtsanwältin,
Dozentin, Autorin und dreifache Mutter

„Neue Impulse „Immer wieder tojje
erhalten, herzlichen Mittagspausen!
Dank! Obwohl ich Bitte weiter so,“
heute frei habe, bin

ich froh, dass En
gekommen bin!

Seite 14

r
Die Oberbürgermeisterin E27 Stadt öln

Wissen
to 90...

Jahr 2020
#

Ihre etwas andere
Mittagspause

Amt für Gleichstellung von Frauen und Männer

Der Equal Pay Day symbolisiert den Tag, bis
zu dem Frauen in Deutschland im Durch-
schnitt unentgeltlich arbeiten, während
Männer schon seit dem 1. Januar für ihre
Arbeit bezahlt werden. 2020 mussten Frauen
aufgrund der Lohnlücke von 21 Prozent
demnach 77 Tage lang unbezahlt arbeiten -
bis zum 17. März.

An diesem Tag hieß es dann: „Auf Augenhöhe
verhandeln“. Im Fokus des 13. Equal Pay Days
standen neue Impulse für die Praxis: Welche
Rolle spielen Unconscious Bias, also unbe-
wusste Stereotype und Rollenerwartungen,
in Verhandlungen? Welche Bedeutung haben

Hier geht’s zum Link:
https://www.paygapapp.org/

Seite 15

Verhandlungen im Privaten und wie gelingt
eine gleichberechtigte Partnerschaft? Am
Abend wurde die PaygapApp gelauncht, mit
der sich der individuelle Pay Gap bis zur Rente
berechnen lässt. Quer- und Neudenker* innen,
Interessierte und Betroffene diskutierten rege
und engagiert die Möglichkeiten und Chancen.
Impulsreferate sowie eine Fishbowl-Diskussion
rundeten den Abend ab.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom
Business and Professional Women Club Köln
e.V. in Kooperation mit dem Amt für Gleich-
stellung von Frauen und Männern, der Volks-
hochschule sowie weiteren Partner*innen.

Seite 16

„Gender Kompetenz als Erfolgsfaktor“ -
Das Training für städtische Führungskräfte

Es geht nicht um besser oder schlechter -
sondern um anders!

Die eintägigen Gender-Trainings verfolgen das
Ziel, neuen Führungskräften ein Verständnis
dafür zu vermitteln, dass Frauen und Männer
unterschiedliche Bedürfnisse und Sichtweisen
haben. Und nicht nur das. Durch die Berück-
sichtigung beider Perspektiven lassen sich auch
bessere Ergebnisse erzielen.

In den angebotenen Gender-Trainings werden
verschiedene Sachverhalte beleuchtet: Wie
hoch ist der Redeanteil von Frauen und Män-
nern in Besprechungen? Wer präsentiert am
Ende die Ergebnisse? Und wie?

In praxisanschaulichen Übungen erfahren die
Teilnehmenden mehr über die unterschiedliche
Kommunikation von Frauen und Männern

und wie Führungskräfte diese Unterschiede
nutzen können. Von den für 2020 geplanten
zehn Qualifizierungen für neue Führungskräfte
konnten trotz der Einschränkungen durch die
Corona-Pandemie fünf Schulungen mit 30

„ES hat meine
Er Wartungen
Über: troffen
und War total
Interessant. «

Ich war angenehm
" (positiv) überrascht von
dieser Fortbildung. Ich
war eigentlich mit einer
eher negativen Erwar-
tung hingegangen-

Führungsfrauen und 13 Führungsmännern
durchgeführt werden.

Neben den regelmäßig stattfindenden Gender-
Trainings wurde 2020 seitens der Stadt Köln
auf Initiative des Amtes für Gleichstellung von
Frauen und Männern die „Gender-Kompetenz“
als Profilanforderung in Stellenausschreibun-
gen mit Führungsaufgaben verpflichtend
aufgenommen. In den Auswahlgesprächen
werden darüber hinaus mit zielgerichteten
Fragestellungen die Kompetenz, das Verständ-
nis, die Fachkenntnis sowie die Bereitschaft zur
Umsetzung dieser Ziele geprüft.

Seite 17

„Offene Sprechstunde“ in Stadtbezirken

Mit regelmäßig stattfindenden Sprechstunden
in unterschiedlichen Bezirken der Stadtverwal-
tung möchte das Amt für Gleichstellung von
Frauen und Männern näher an den Mitarbei-
tenden und ihrem Arbeitsumfeld sein und für
die Kolleg*innen sichtbarer werden. Gestartet
wurde am 7. Oktober 2020 im Stadthaus
Chorweiler, gefolgt vom 8. Oktober 2020 im
KalkKaree.

Alle Kolleg*innen mit Sitz in den beiden
Bezirken waren herzlich eingeladen, das
Angebot der Information, Beratung und der
individuellen Unterstützung rund um die
Schwerpunktthemen Gleichstellung von Frau
und Mann, Fördermaßnahmen und Vereinbar-
keit von Beruf und Familie anzunehmen. Der
vertrauliche Rahmen bot auch Gelegenheit,
sensible Themen, zum Beispiel im Zusammen-

hang mit sexueller Belästigung, anzusprechen.

Neben der einzelfallbezogenen Beratung
konnten sich Mitarbeitende auch allgemein
über gleichstellungsrelevante Themen wie
beispielsweise den Gleichstellungsplan,
Gender Mainstreaming und geschlechterge-
rechte Sprache informieren. Führungskräften
wurde die Gelegenheit zum Austausch über
die optimale Umsetzung von Chancengleich-
heit und Gleichstellung in ihrer Dienststelle
gegeben.

Durch die öffentlichkeitswirksame Bekannt-
machung der Sprechstunde im Intranet, dem
innerstädtischen Magazin „Stadt intern“ sowie
einer Plakataktion wurde - als willkommener Ne-
beneffekt - wirkungsvoll auf das ganzjährige und
verwaltungsübergreifende Informations- und
Beratungsangebot des Amtes für Gleichstellung
von Frauen und Männern aufmerksam gemacht.

Nach dem erfolgreichen Start sind Sprechstun-
den in weiteren Stadtbezirken in Planung.

Sprechstunde

Gleichberechtigung |Beruf und Familie
sexuelle Belästigung | Teilzeit | Karriereplanung

N 1 > }'

Die Oberburgermetstern

1 Beratung? Unterstützung?

Das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern
kommt zu den Kolleginnen und Kollegen

CHORWERER

Seite 18

Die zweite Netzwerkveranstaltung für Frauen
der Laufbahngruppe 2, zweites Einstiegsamt,
war für November 2020 geplant. Coronabedingt
wurde diese auf November 2021 verschoben.

Jede Netzwerkveranstaltung für weibliche
Beschäftigte lebt insbesondere von den per-
sönlichen Begegnungen und dem kollegialen
Austausch. So haben nicht wenige Karrieren
einen neuen Schub bekommen und neue Pro-
jekte wurden erdacht oder weiterentwickelt.

Das lässt sich nur schwer mit einer digitalen
Veranstaltung ersetzen - doch es gab ein
besonderes Trostpflaster:

Eine Metalldose mit Rasensamen inklusive
Grußkarte!

Die Idee dahinter: Das Netzwerk wächst trotz
widriger Umstände und wir bleiben weiter in
guter Verbindung!

„Mit Frauen in Führung“

Das Bündnis „Mit Frauen in Führung“ hat sich
zum Ziel gesetzt, Potenziale von Frauen zu
fördern sowie den Frauenanteil in Führungspo-
sitionen zu erhöhen. Die Stadt Köln ist neben
zwölf weiteren Unternehmen und Institutionen
seit Gründung im Jahr 2016 aktives Mitglied.

Hrargrincter
Borchermeertuand Due
und Krpoe

\sEREEM WDR’ REWE.. Eurowings

— ud Köln

KöLn

[eu | Ö DuMont

Im Fokus des Bündnisses stehen die Netz-

KFW os

Delvag Albatros

werkarbeit, Fachaustausche und verschiedene
Förderprojekte, wie beispielsweise das Cross-
Mentoring für Potenzialträgerinnen. Seitens der
Stadt Köln profitierten bereits zehn Mitarbeite-
rinnen von diesem Programm - zwei von ihnen
brachte es beruflich sogar auf die nächste Stufe
der Karriereleiter. Über einen Matching-Prozess

wurde ihnen jeweils eine Mentorin beziehungs-

Seite 19

weise ein Mentor eines anderen Unternehmens
zugeteilt. Das vierte Cross-Mentoring dieser
Art unter der „Schirmfrauschaft“ von Schulmi-
nisterin Yvonne Gebauer wurde im November
2020 mit einem digitalen Abschluss-Workshop
erfolgreich beendet.

Zuvor fand bereits im September die Auftakt-
veranstaltung für das fünfte Cross-Mentoring

statt - natürlich coronakonform mit entspre-

chendem Abstand. Die Kölner Unternehmerin
und Buchautorin Nelly Kostadinova wurde die
nächste Schirmherrin und gab das Startsignal
für 18 Tanderns aus 13 Unternehmen.

Beim digitalen GENDER TAKE OFF am 26.
November 2020 drehte sich alles um die
Kernfrage: „Wie schaffen wir mehr Frauen in
Spitzenpositionen?“ Einleitende Worte gab
es per Videobotschaft von Oberbürgermeis-
terin Henriette Reker sowie Schulministerin
Yvonne Gebauer. 80 Gäste nahmen teil,
darunter auch Unternehmensvorstände der
Kölner Bündnisunternehmen.

Externe
Gleichstellung

Erste Preisverleihung des

Seite 21

Else-Falk-Preises im Rathaus

Am 6. März 2020 wurde erstmalig der Else-
Falk-Preis im Historischen Rathaus verliehen.
Er würdigt das herausragende Engagement
von Frauen, die sich für die Gleichstellung von
Frauen und Männern beziehungsweise Mäd-
chen und Jungen in Köln einsetzen.

Als erste Preisträgerin wurde Frauke Mahr

von einer 13-köpfigen Jury unter dem Vorsitz
der Oberbürgermeisterin ausgewählt. Die
Preisträgerin engagiert sich seit über 30 Jahren,
sowohl beruflich als auch ehrenamtlich, für

die Anliegen und Rechte von Mädchen und
Frauen. Sie ist geschäftsführende Vorständin
im Verein LOBBY FÜR MÄDCHEN und macht in
Medien und Netzwerken auf Themen wie den

alltäglichen Sexismus, die Pornographisierung
der Gesellschaft oder die Ungleichbehandlung
von Mädchen und Jungen aufmerksam. Sie ist

Mitglied der Kölner Initiative gegen sexualisierte
Gewalt im öffentlichen Raum, welche EDELGARD
konzipiert und ins Leben gerufen hat.

Die Preisverleihung fand mit einem Empfang im
Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich des Inter-
nationalen Frauentages statt. Bettina Böttinger
hielt eine Laudatio. Der Preis ist mit 5.000 Euro
und einer Urkunde dotiert. Zusätzlich hatte die
Kölner Künstlerin Gerda Laufenberg für den
ersten Festakt ein Porträt der Preisträgerin im
Stil der 48 Frauenköpfe angefertigt. Die Preise
wurden durch Oberbürgermeisterin Henriette
Reker und Gleichstellungsbeauftragte Bettina
Mötting überreicht. Anschließend konnte

sich die Preisträgerin ins Gästebuch der Stadt
Köln eintragen. Musikalisch wurde die Preis-
verleihung von „Nette Duette“, einem jungen
Berliner Musiktheater-Ensemble, begleitet.

BAHHRE

Br 444

“.
N

Jeumm=m:
EEE
gcaez

=-Prfe[ek
sreick

r ©:
-

Seite 22 |

„Heute für Morgen gestalten -
Wir gehen es an!“ - Internationaler Frauentag

In jedem Jahr lädt die Oberbürgermeisterin
anlässlich des Internationalen Frauentages ins
Historische Rathaus ein. Am 7. März 2020 war
es wieder soweit. Unter dem Motto „Heute für
Morgen gestalten - wir gehen es an!“ gewähr-
ten 60 Frauenorganisationen Einblicke in ihre
Arbeit.

Mit der inhaltlichen Ausgestaltung der
Workshops und der Podiumsdiskussion zum
Internationalen Frauentag wurde ein breiteres
und jüngeres Publikum fokussiert. Fünf Poli-
tikerinnen aus Europa-, Bundes-, Landes- und
Kommunalebene diskutierten lebhaft mit

der Moderatorin Cornelia Benninghoven zum
Thema „Wie macht Frau Politik?“.

Ratschläge zum Umgang mit Hashtags gegen
das Patriarchat gab die feministische Aktivistin
Anne Wizorek. Die erfahrene Journalistin
Marlies Hesse kam mit jungen Vertreterinnen
von „Fridays for Future“ sowie „Frauenstreik“

über deren ehrenamtliches Engagement in ein
generationsübergreifendes Gespräch, das auf
eine sehr interessierte Zuhörerschaft traf. Die
Besucher*innen nutzten das Caf& im Atrium
zum Austauschen und Netzwerken.

Erstmalig gab es dort auch eine Fotobox. Die
Gäste konnten per Sofortbild Statements zur
Frage „Was bedeutet für Sie der Internationale
Frauentag?“ abgeben, die später einen „femi-
nistischen“ Wunschbaum zierten.

Traditionell gab Oberbürgermeisterin Hen-
riette Reker am Abend des Internationalen
Frauentags einen Empfang im Herzstück des
Rathauses, dem Hansasaal.

Die Veranstaltung zum Internationalen Frauen-
tag ist ein Kooperationsprojekt des „Bündnis
Internationaler Frauentag“ unter Federführung
des Amts für Gleichstellung von Frauen und
Männern.

Seite 24

EDELGARD geht neue Wege!

Die Kölner Initiative hatte sich nach dem erfolg-
reichen Aufbau eines Netzes von sicheren Orten
zum Ziel gesetzt, 2020 die Kölner Frauen und
Mädchen über das Angebot von EDELGARD zu
informieren und crossmediale öffentlichkeits-
wirksame Kampagnen durchzuführen.

Neben den drei bestehenden Bausteinen der
Kampagne startete im Februar 2020 auch die
EDELGARD map.

Mit aktivierter Standort-Freigabe können Hil-
fesuchende den nächstgelegenen EDELGARD-
schützt-Ort mit zwei Klicks finden, inklusive
einer Wegbeschreibung und (wenn vorhanden)
einem Foto der Hausfassade zur Orientierung.
Zudem kann man sich über das bereits beste-
hende Netz schützender Orte informieren, die

Weitere Informationen auf:
https://edelgard.koeln/

WW) schützt

mobil

jeweiligen Öffnungszeiten erfahren und den
Standort des EDELGARD mobils während der
Einsatzzeiten eruieren. Die EDELGARD map
konnte nur realisiert werden dank des großen
ehrenamtlichen Einsatzes des Programmierers
Ansgar Prause in der Kooperation mit der
Open-Data-Community und der Stabsstelle
Digitalisierung.

Um sicherzustellen, ob EDELGARD ihre Ziele
erreicht und um zu schauen, wie sich das
Projekt künftig entwickeln kann, wurde es
Ende 2019 zum ersten Mal evaluiert. Der
Bericht legte offen, dass die konkrete Beratung
zu Gewalterfahrungen des EDELGARD mobils
2019 in vier Fällen in Anspruch genommen
wurde und insgesamt fünf Frauen an drei
EDELGARD-schützt-Orten erste Hilfe erhielten.

» Zur EDELGARD map:
https://map.edelgard.koeln/

Trotz Corona —
Wir sind für Euch da!

bei Belästigung von.”
Frauen und Mädchen im **
öffentlichen Raum

map.edelgard.koeln

ve en llanaiei > REN

„100 Days, 100 Ways“ -

Seite 25

EDELGARD als EU-weites Best Practice!

Eine gute Tat am Tag - so könnte man den
Ansatz der Kampagne „100 Days, 100 Ways“
beschreiben, in der EDELGARD am 5. Februar
2020 als eines von europaweit 100 Best
Practice-Beispielprojekten ausgewählt und
vorgestellt wurde.

Im Zentrum der Kampagne steht die Idee, dass
kreative Politik auf städtischer Ebene geboren
wird, sei es in Fragen des Umweltschutzes,

der Digitalisierung oder des wirtschaftlichen
und gesellschaftlichen Zusammenlebens. Die
EU-Politik sollte sich an den Lösungen der
kommunalen Politik ein Beispiel nehmen und
diese auf EU-Ebene übertragen.

Initiator der Kampagne ist mit Sitz in Brüssel
EUROCITIES als führendes Netzwerk aus über
140 europäischen Städten zur Verbesserung
der lokalen Lebensqualität.

So nicht! - Protestkundgebung vor dem

Amtsgericht

Einen Tag vor Beginn des Straßenkarnevals
startete die Initiative gegen sexualisierte Gewalt
eine Protestkundgebung vor dem Amtsgericht
auf der Luxemburger Straße, um ein klares Zei-
chen zu setzen für die Sicherheit von Frauen und
Mädchen vor Übergriffen in der Öffentlichkeit.

Grund hierfür war das inakzeptable Ende
eines Prozesses, in dem eine Kölnerin gegen

einen Mann Anzeige erstattet hatte, weil

ihr dieser auf der Rolltreppe unter den Rock
gegriffen hat. Da der Angeklagte die Tat
bestritten hat, wurde das Verfahren ohne
Auflagen eingestellt. Die Richterin begrün-
dete die Entscheidung mit der Aussage (laut
KStA vom 7.2.): „es war der 11.11.“ und der
Übergriff sei, wenn er denn geschehen sein
sollte, sehr geringfügig gewesen.

Um die Kontrolle
zubehalten

HoLLar KB

#trinkeichnicht #alkohol

In einem Kooperationsprojekt zwischen
dem Amt für Gleichstellung von Frauen und
Männern, dem HOLLA e.V. und dem LOBBY
FÜR MÄDCHEN e.V. fand anlässlich des Welt-
Mädchentags am 11. Oktober 2020 erstmals
eine PR-Kampagne statt. Schwerpunkt der
Kampagne war das Thema „Mädchen und
Alkohol“.

Auf Megalights und Roadside Screens waren
junge Frauen mit ihren Statements zu dem
Hashtag #trinkeichnicht zu sehen.

Seite 26

Weil ich will, dass Begegnung
in meinem Tempo stattfindet

‚ #trinkeichnicht #alkohol

* Stadt Köln

Neun Mädchen nahmen bei HOLLA e. V.

an einem Workshop teil. Sie hinterfragten,
welche unterschiedlichen Beweggründe es für
Alkoholkonsum gibt. Alternativen zu Alkohol
wurden diskutiert. Die Mädchen entwickelten
Ideen, wie es gelingen kann, positive Gefühle
auch ohne oder mit nur einer geringen Menge
Alkohol zu erleben.

Mit dem „Internationalen Tag gegen Gewalt
an Frauen“ am 25. November starten jährlich
die sogenannten „Orange Days“. Das Amt

für Gleichstellung von Frauen und Männern
engagierte sich 2020 erstmals im Bündnis mit
unterschiedlichen Kooperationspartner*innen.

In Zusammenarbeit mit fünf Kölner Frauen-
serviceclubs (Soroptimist International Club
Köln, Club Römerturm, Club Kolumba sowie
den beiden Zonta Clubs) wurde ein sichtbares
Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt. So
erstrahlten am 25. November von 18 bis 24 Uhr
rund 50 Gebäude, Bauwerke oder Brunnen in
Orange.

Seite 27

Eine Übersicht aller Beteiligten ist unter
zu finden.

Zusätzlich machten Flaggen am Kölner Rathaus
sowie den Bezirksrathäusern auf den Aktions-
tag aufmerksam.

Darüber hinaus hingen für einen Monat in den
Bussen und Bahnen der KVB 700 Deckenplakate
zu den Orange Days, EDELGARD und der Kam-
pagne „Die Würde von Frauen und Mädchen

ist unantastbar. In Köln und überall“. Und auch
über die Infoscreens in den Kölner U-Bahn-Sta-
tionen lief ab dem 25. November die Botschaft
„Köln sagt NEIN zu Gewalt gegen Frauen“.

Seite 28

Gemeinsam mit den Frauenhilfeeinrichtungen
des Kölner Arbeitskreises gegen Gewalt an
Frauen wurde eine digitale Kampagne gestar-
tet. Da die in den Vorjahren durchgeführten
Straßenaktionen aufgrund der aktuellen
Corona-Lage nicht möglich waren, wurden
Unternehmen und Vereine sowie Kölner
Bürger*innen aufgefordert, unter dem Hash-
tag #KölngegenGewaltanfrauen ein Zeichen
der Solidarität zu setzen. Die Instagram-Seite
@gegengewaltanfrauen.koeln bot darüber
hinaus einen Einblick in vergangene Aktionen,
wie zum Beispiel die Ausstellung „Angst trifft
Mut“.

Corona-konform durch Köln!

Das hat sich das Amt für Gleichstellung

von Frauen und Männern zum Motto
gemacht. So wurden mit Unterstützung der
Bündnispartner*innen orangene Mund-
Nase-Abdeckungen mit dem Kampagnen-
Hashtag #KölngegenGewaltanFrauen an
Akteur*innen der Kölner Frauenszene und
Prominente verteilt. Der Aufruf: am

25. November damit posieren und das Bild
unter dem Kampagnen-Hashtag posten.

Seite 29

Fortbildungen gegen Gewalt an Frauen

Das Amt für Gleichstellung von Frauen und
Männern leitet den „Kölner Arbeitskreis gegen
Gewalt an Frauen“, ein Netzwerk von circa

20 Frauenhilfsorganisationen in Köln. Ziel

des Arbeitskreises ist es, durch fachbezogene
Zusammenarbeit sowie durch eine gemein-
same Öffentlichkeitsarbeit einen Beitrag zur
Gewaltprävention zu leisten.

Die Einrichtungen des Arbeitskreises brauchen
für ihre Aufgaben den fachlichen Austausch
und Input zu neuen Themen. Das Amt für

Gleichstellung von Frauen und Männern hat
für den Arbeitskreis 2020 zwei Fortbildungen
in der Beratung von Frauen und Mädchen
organisiert:

- 11. Februar 2020: Erscheinungsformen digi-
taler Gewalt und Handlungsmöglichkeiten für
betroffene Frauen

- 20. Oktober 2020: Besetzung des Themas
„Gewalt gegen Frauen“ durch Rechtsgesinnte
und der Umgang damit bei Beratungen und
Öffentlichkeitsarbeit

Sexistische und sexualisierte Werbung in Köln

Die Stadt Köln fördert die Gleichstellung von
Frauen und Männern und tritt daher für eine
differenzierte, pluralistische Darstellung von
Menschen in der Werbung ein. In Köln soll
keine Werbung im öffentlichen Raum gezeigt
werden, welche die Würde von Frauen und
Männern missachtet oder ein einseitiges,
einschränkendes Rollenbild vermittelt.

2020 hat das Amt für Gleichstellung von Frau-
en und Männern bei sechs unterschiedlichen
Werbekampagnen interveniert.

Exemplarisch hierfür steht die Dating-Show
M.O.M (Milf or Missy) des Senders Joyn, die
bundesweit stark kritisiert wurde. Auch in Köln
sind einige Beschwerden zu der Kampagne ein-
gegangen, weshalb sich das Amt für Gleichstel-
lung an den Deutschen Werberat wandte - und

Recht bekam. Der große öffentliche Protest war
erfolgreich. Die Joyn GmbH hat die Bezeichnung
der Datingshow geändert und insbesondere auf
das Wort „MILF“ in sämtlicher kommerzieller
Kommunikation verzichtet.

IST MILF

EIGENTLICH EIN

KOMPLIMENT?
M.O.M
 anos = loyn.de

zyoyn

Mentegra - Mentoring für

geflüchtete Frauen

Das Amt für Gleichstellung von Frauen und Män-
nern ist Teil der Projektgruppe von Mentegra,
einem Mentoring-Projekt für geflüchtete Frauen
unter der Federführung von Competentia.

Ziel des Projekts ist die Etablierung eines Men-
toring-Angebotes in Köln, das den kleinen und
mittelständischen Unternehmen eine Rekrutie-

Istanbul Konvention

Unter Beteiligung des Amts für Gleichstellung
von Frauen und Männern richtete der Deutsche
Städtetag einen Arbeitskreis zur Umsetzung
der Istanbul Konvention auf kommunaler
Ebene ein. Bei der Konvention handelt es sich
um ein Übereinkommen des Europarats zur
Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen
Frauen und häuslicher Gewalt. Eine Abfrage

bei den Mitgliedsstädten ergab, dass der Stand
der Umsetzung in den Kommunen aufgrund

Seite 30

(smpetentia”“

OWPLTENTIENTRUM rnau K BEmUR
ITTRERER BUNNGERIET

rung von qualifizierten weiblichen Geflüchteten
ermöglicht. Im Austausch erhalten die Mentees
die Gelegenheit, in Deutschland Fuß zu fassen
und sich eine berufliche Zukunft aufzubauen.
2020 haben sieben Unternehmen und geflüch-
tete Frauen die Herausforderung angenommen,
an dem Mentoring-Projekt teilzunehmen. Das
Projekt endet im Juni 2021.

personeller Kapazitäten sehr unterschiedlich
ist. Aus diesem Grund wurde ein Leitfaden für
die kommunale Praxis entwickelt, der zum
Wissenstransfer unter den Städten beitragen
soll. Dieser enthält Strategien und Best
Practice-Beispiele, wie die Istanbul Konvention
auf kommunaler Ebene umgesetzt werden
kann. In den kommenden Jahren wird das Amt
für Gleichstellung von Frauen und Männern
einen Fokus auf die Thematik legen.

Seite 31

Fachbeirat für Mädchenarbeit

Das Amt für Gleichstellung von Frauen und Die Ziele sind:

Männern hat sich mit der LOBBY FÜRMÄDCHEN - Mitwirkung beim Aufbau und Weiterentwick-

und dem HANDWERKERINNENHAUS viele lung von mädchenspezifischen Angeboten

Jahre für die Einrichtung eines Fachbeirates - Beschreibung von Defiziten bei Angeboten

für Mädchenarbeit eingesetzt. der Jugendhilfe für Mädchen und junge Frauen
- Entwicklung von Qualitätsstandards einer

Am 10. März 2020 war es endlich soweit: geschlechterdifferenzierten Arbeit in der

Der Jugendhilfeausschuss beschloss in seiner Kinder- und Jugendhilfe

Sitzung die Einrichtung des Fachbeirates als - Anregung und Initiierung von Fortbildungen

kommunales Steuerungsinstrument. Die - Beratung und Unterstützung des Jugendhil-

Geschäftsführung liegt beim Jugendamt, das feausschusses und der Verwaltung

Amt für Gleichstellung ist ständiges Mitglied - Mitwirkung bei und Weiterentwicklung der

im Fachbeirat. kommunalen Jugendhilfeplanung

Wegweiser für Alleinerziehende

Um Alleinerziehenden in Köln einen schnellen gerufen. Der Wegweiser vereint verschiedene
und unkomplizierten Zugang zu relevanten aufeinander verweisende Informationsmodule:
Informationen zu ermöglichen, wurde der den Ratgeber des VAMV, die Informationsmappe
Arbeitskreis „Wegweiser für Alleinerziehende“ im Rahmen der Kinder-Willkommensbesuche,
unter der Federführung des Amts für Kinder, die Online Plattform „Guter Start NRW“, eine

Jugend und Familie und unter anderem unter Be- Informationsseite auf der Homepage der Stadt
teiligung des Amts für Gleichstellung ins Leben Köln sowie einen Informationsflyer.

Weitere Informationen unter:
https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/familie-kinder/geburt/
informationen-fuer-allein-getrennterziehende

Bündnis
BerufLeben

Seite 33

Zertifizierung der Stadt Köln als
familienfreundliches Unternehmen

Die Stadt Köln wurde im Mai 2020 von der
berufundfamilie Service GmbH als familien-
freundliches Unternehmen zertifiziert.
Dieses Prädikat ist durch ein unabhängiges,
prominent mit Vertreter*innen aus Wirt-
schaft, Wissenschaft, Politik und Verbänden
besetztes Kuratorium für zunächst drei Jahre
erteilt worden.

Unter Beteiligung von 170 städtischen Mitarbei-
tenden aus allen Berufsfamilien und Dezernaten
wurden in 17 Workshops mit viel Engagement
innovative Zukunftsperspektiven für Vereinbar-
keitsthemen von Beruf und Familie sowie Privat-

leben entwickelt. Orientierungspunkte waren
hierbei sieben Handlungsfelder: Arbeitszeit,
Arbeitsorganisation, Arbeitsort, Information und
Kommunikation, Führung, Personalentwicklung
und Service für Familien.

Der aktuelle Fortschritt dieses Prozesses wird
jährlich in Form eines Jahresberichts für die
berufundfamilie Service GmbH sowie die
städtischen Mitarbeitenden dokumentiert. Die
Kölner Stadtverwaltung gewinnt durch dieses
Zertifikat zusätzliche Attraktivität als Arbeitge-
berin und zeichnet sich dadurch als modernes
Unternehmen aus.

Führen in Teilzeit

„Führen in Teilzeit“ ist kein neues Thema für
die Stadt Köln und bereits seit vielen Jahren

in verschiedenen Modellen gelebte Praxis.
Dennoch hat es unter den heutigen Bedingun-
gen ein großes Potenzial, dem gewandelten
Anspruch an die Vereinbarkeit von Beruf und
Familie vermehrt gerecht zu werden. Mit Blick
auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie
betrifft dieses Thema alle Mitarbeitenden
gleichermaßen.

Zur Nutzer*innenanalyse wurden unter der
Leitung von Frau Prof. Dr. Karlshaus drei Work-
shops durchgeführt, deren Ergebnisse als
Grundlage für das entwickelte Strategiepapier
zu „Führen in Teilzeit“ dienten. Dieses wird

als Online-Broschüre mit digital ausfüllbaren
Checklisten in 2021 veröffentlicht.

Das Väternetzwerk

Die Stadt Köln hat sich zum Ziel gesetzt,
innerhalb der Organisation für die städtischen
Mitarbeiter ein Väternetzwerk zu gründen.
Väternetzwerke sind ein Instrument, um
Männer beim Vaterwerden und Vatersein zu
unterstützen sowie ihnen eine Austauschmög-
lichkeit zu bieten.

In einem Vergabeverfahren hat sich die Väter
gGmbH aus Hamburg als Unterstützung zur
Implementierung dieses Netzwerks innerhalb
der Stadt Köln durchgesetzt.

Seite 34

Führen in Teilzeit

)

Sie widmet sich bereits seit zehn Jahren
dem Thema „Väternetzwerk“ und ist aktuell
führend auf dem Markt und überregional in
Deutschland tätig. Neben der Durchführung
von Workshops und flankierenden Maß-
nahmen zum Aufbau eines Väternetzwerks
werden auch Netzwerkveranstaltungen für
die Arbeitgeber” innen sowie ein Informa-
tionsportal angeboten. In 2021 wird mit
dem Aufbau des internen Väternetzwerkes
begonnen.

Seite 35

Spielspaß im Büro

Es gibt sie immer wieder: die Notsituationen,
wenn kurzfristig die Betreuung des Kindes ent-
fällt und gleichzeitig die Anwesenheit im Büro
dringend benötigt wird. Die einzige Alternative
besteht häufig darin, den Nachwuchs mit ins
Büro zu bringen.

Wenn kein Eltern-Kind-Zimmer zur Verfügung
steht, dient der Spielekoffer den Mitarbeiten-
den als Überbrückungsalternative für Kinder
bis zum Grundschulalter.

Der Spielekoffer wird den Dienststellen ab
2021 zur Verfügung gestellt.

Übergreifende
Themen

Seite 37 |

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die

Gleichstellung

Die Corona-Pandemie hat das Leben in
Deutschland grundlegend verändert - insbe-
sondere aber hat sie gezeigt, dass Frauen von
der Krise anders betroffen sind als Männer und
oft die Hauptlast zu tragen haben. Das Amt
für Gleichstellung von Frauen und Männern
hat die Auswirkungen auf die Gleichstellung
von Frauen und Männern in verschiedenen
gesellschaftlichen Bereichen betrachtet. Die
Ergebnisse sowie konkrete Handlungsfelder
wurden den politischen Gremien in einem
Corona-Papier mitgeteilt, welches bereits
mehrere Ausschüsse durchlief.

Der Fokus lag auf folgenden Handlungs-
feldern:

„Typische“ Frauenberufe

Frauen leisten mehrheitlich die kaum sicht-
bare, wenig prestigeträchtige und meist
unterbezahlte Erwerbsarbeit, die in der
Corona-Pandemie systemrelevant ist und bei
der keine Chance auf Homeoffice besteht.

So zeigt eine Statistik der Bundesagentur für
Arbeit, dass der Frauenanteil bei den Beschäf-
tigten in den Krankenhäusern bei 76% liegt, im
Lebensmitteleinzelhandel bei rund 73% und in
Kindertagesstätten sogar bei knapp 93%.

Carearbeit

Die häusliche Betreuung und Versorgung von
minderjährigen Kindern und pflegebedürftigen
Angehörigen sowie jegliche Hausarbeit werden
oftmals nicht der Sphäre der Arbeit und grund-
sätzlich nie der Erwerbsarbeit zugerechnet.
Eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung?
belegt, dass diese Tätigkeiten auch in der
Corona-Krise zum überwiegenden Anteil von
Frauen geleistet werden.

Häusliche Gewalt

Die befürchtete Zunahme häuslicher Gewalt
während des Lockdowns erforderte die Unter-
stützung des Frauenhilfenetzwerks. So hat die
Stadt Köln den Frauenhäusern kurzfristig Apart-
ments und Hotelzimmer bereitgestellt, damit
Frauen vor der Aufnahme in ein Frauenhaus für
eine zweiwöchige Quarantänezeit untergebracht
werden können. Das Amt für Gleichstellung hat
die Öffentlichkeit gezielt auf das Problem der
häuslichen Gewalt aufmerksam gemacht:

- Informationsschreiben in Kooperation mit
dem Netzwerk gegen häusliche Gewalt
an Hausärzt*innen, Kinderärzt*innen und
Gynäkolog*innen über die Ärztekammer

1 https://de.statista.com/infografik/21148/anteil-dersozialversicherungspflichtig-beschaeftigten-nach-wirtschaftszweigen

2 https://boeckler.de/pdf/p_wsi_pb_40_2020.pdf

zum Thema: Erkennen von Anzeichen häus-
licher Gewalt und Hilfsmöglichkeiten in Köln
mit dem Hinweis auf Frauen- und Männer-
beratungsstellen, dem Hilfetelefon gegen
Gewalt an Frauen und der Polizei

- Informationsschreiben an Apotheken zum
Thema häusliche Gewalt mit Informationen
zum Kölner Hilfesystem und mit zusätzlichem
Informationsmaterial des Hilfetelefons zum
Auslegen

- Internet- und Intranetveröffentlichung zum
Thema häusliche Gewalt und Hilfsmöglich-
keiten in Köln

- Unterstützung der Kampagne „Zuhause
nicht sicher!“ der Bundesfamilienministe-
rin durch Anschreiben an Kölner Banken,
Kirchengemeinden, Einkaufszentren, Nach-
barschaftsinitiativen, Einzelhandel und
Schulsozialarbeiter*innen und Übersendung
von Plakaten und Informationsmaterial

Versorgungslage bei Schwangerschaft
und Geburt

Für Schwangere und Gebärende fanden keine
Geburtsvorbereitungskurse und Rückbildungs-
kurse statt und auch die Nachsorge durch
Hebammen war aufgrund der Ansteckungsge-
fahr nur eingeschränkt möglich. In den Kölner
Kliniken war rund um die Geburt eine Begleit-
person erlaubt, anschließend galt jedoch eine
Besuchssperre. Erschwerend kam hinzu, dass

Seite 38

die Beratungsstellen für Schwangere selbst
von den Corona-Bestimmungen betroffen
waren. Persönliche Treffen waren nur sehr
eingeschränkt möglich.

Prostitution

Die Ausübung der Prostitution war aufgrund
der Regelungen der Coronaschutzverord-
nung NRW untersagt. Die Schließung von
Prostitutionsstätten, Bordellen und ähnlichen
Einrichtungen hatte für die Sexarbeiter*innen
existenzbedrohende Auswirkungen, denn
ausschließlich die nach dem Prostituierten-
schutzgesetz registrierten Sexarbeiter*innen
profitierten von den staatlichen Unterstüt-
zungsmaßnahmen, wie zum Beispiel den
Zuschüssen für Solo-Selbständige.

Die Kölner Beratungsangebote für Prostituierte
waren auch in der Corona-Zeit geöffnet und
erreichbar. Zu Beginn der Corona-Pandemie
sind viele Sexarbeitende mit Migrationshinter-
grund in ihr Heimatland zurückgekehrt.

Um im Falle einer Lockerung der Coronaschutz-
verordnung NRW den Straßenstrich auf der
Geestemünderstraße sofort wieder öffnen

zu können, erarbeiteten das Gesundheitsamt
Köln, der Sozialdienst katholischer Frauen (SKF)
und das Ordnungsamt ein Hygienekonzept für
den Straßenstrich.

Seite 39

Leitfaden für eine wertschätzende

Kommunikation

Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts
zur Einführung eines dritten Geschlechts-
eintrags wurden die Rechte von Menschen
gestärkt, die sich nicht als weiblich oder
männlich beschreiben oder einem der beiden
Geschlechter zugehörig fühlen. Mit der Anpas-
sung des Personenstandsrechts galt es, den
dritten Geschlechtseintrag nun auch sprach-
lich umzusetzen.

Zu diesem Zweck hat das Amt für Gleichstel-
lung von Frauen und Männern gemeinsam
mit dem Amt für Integration und Vielfalt
einen Handlungsleitfaden zur „Geschlechter-
umfassenden Sprache und wertschätzenden
Kommunikation“ erstellt.

Ab dem 1. März 2021 sollen
die Mitarbeitenden

der Stadt Köln
allgemeinverbindlich

die geschlechterum-
fassende Sprache in
Wort und Schrift nutzen.

Wo immer beispielsweise ein Wort wie „Mitar-
beitende“ nicht gebraucht werden kann, wird
künftig der *, wie etwa bei „Kolleg*innen“
genutzt.

Der Leitfaden enthält zudem Tipps und Anre-
gungen zum sprachlichen Umgang mit den
Themen sexuelle Orientierung, geschlechtliche
Identität, Alter, Behinderung und Religion und
behandelt auch Weltanschauung und Her-
kunft. Mit dieser veränderten Kommunikation
werden ganz bewusst alle Menschen in Köln in
den Blick genommen.

Seite 40

Interview mit #DMW Digital Media Women

„30mit30“ ist eine Kampagne der Digital Media
Women (#DMW), in der 30 in Deutschland
ansässige Unternehmen aus allen Branchen
gesucht werden, die in den ersten drei Füh-
rungsebenen einen Frauenanteil von mindes-
tens 30 Prozent vorweisen können.

Bei der Stadt Köln ist man direkt fündig
geworden! Anlass genug, um im gemeinsamen

Interview mit Olaf Wagner, Leiter des Amts
für Personal- und Verwaltungsmanagement,
und der Gleichstellungsbeauftragten Bettina
Mötting zu erörtern, wie es sowohl in der
Stadtverwaltung als auch in Unternehmen
gelingen kann, den Anteil an Frauen in Füh-
rungspositionen auf 30+ Prozent zu erhöhen.

Das Treffen der „Big 5 G“ in Köln

In jedem Bundesland gibt es Gleichstellungs-
beauftragte, die sich mit ähnlichen Handlungs-
feldern und Aufträgen konfrontiert sehen. Die
Umsetzung hängt jedoch von der Größe der
Verwaltung und Kommune ab.

In diesem Zusammenhang entstand die Idee,
sich auch über Landesgrenzen hinweg intensiv
über Projekte, Veranstaltungen, Konzeptionen,
Kooperationen, Strategien und gemeinsame
Initiativen auszutauschen.

Das Treffen der „Big 5 Gleichstellung Deutsch-
land“ fand am 6. und 7. September 2020
erstmalig in Köln statt. Zu den „Big 5 G“ zählen

neben der Kölner Gleichstellungsbeauftragten
Bettina Mötting die Gleichstellungsbeauftrag-
ten der Städte Düsseldorf, Frankfurt, Leipzig
und München.

Seite 41

Wahl in den Deutschen Städtetag

Die Gleichstellungsbeauftragte Bettina Möt- gleichheit der Geschlechter ein. Dabei ist die
ting wurde im Juni 2020 für den Fachausschuss kommunale Gleichstellungsarbeit ein wichtiger
„Frauen und Gleichstellung“ des Deutschen Baustein sozialer Gerechtigkeit. Frauen sollen
Städtetages als eine kommunale Vertreterin weiter darin unterstützt werden, sowohl per-
für das Land NRW benannt. Der Ausschuss sönlich als auch im Beruf ihr Potenzial besser

setzt sich für die Gleichstellung und Chancen- entfalten zu können.

Mitteilung Ausschuss

1009 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
I/1/I/1 
I/1 
Vorlagen-Nummer  16.06.2021 
 2051/2021 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 21.06.2021 
Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales 06.09.2021 
 
Jahresbericht 2020 - Gleichstellung von Frauen und Männern 
„Zeit, umzudenken!“ 
Durch die begleitende Corona-Pandemie wurden 2020 viele langjährige Selbstverständlichkeiten in 
der Arbeitsweise und Kommunikation außer Kraft gesetzt. 
Homeschooling und Carearbeit, systemrelevante „Frauenberufe“, häusliche Gewalt und die Retraditi-
onalisierung der Geschlechterrolle – Corona hat zudem verstärkt offenbart, wo noch Gleichstellungs-
arbeit geleistet werden muss. 
Mit dem Jahresbericht 2020 gibt das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern einen umfas-
senden Einblick in sein Aufgabenumfeld und die Aktionen, die trotz aller Hürden umgesetzt wurden. 
 
Gez. i.V. Prof. Dr. Diemert für OB Reker

Beratungsverlauf (2)

21.06.2021 Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern
TOP 4.2 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
06.09.2021 Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales
TOP 1.2 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Luxemburger Straße
  • Markt

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
2051/2021
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
16.06.2021
Erstellt
27.05.2021 16:32