V/0071/2016
Antrag der SPD-Fraktion Nr. A-R/0062/2015 vom 23.09.2015 an den Rat
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Beschlussvorlage
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V/0071/2016 DER OBERBÜRGERMEISTER Kulturamt Betrifft Antrag der SPD-Fraktion Nr. A-R/0062/2015 vom 23.09.2015 an den Rat „Münsters Kulturschaffende eröffnen Willkommensräume„ Beratungsfolge 11.02.2016 Kulturausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Der Kulturausschuss nimmt zur Kenntnis, dass bzgl. des Antrags der SPD-Fraktion Nr. A- R/0062/2015 vom 23.09.2015 an den Rat „Münsters Kulturschaffende eröffnen Willkommensräume“ ein erster Zwischenbericht in dem Kulturausschuss vor den Sommerferien erfolgt, auf dessen Grundlage gezielte Entwicklungsoptionen sowie erste Eckpunkte einer kommunalen Strategie auf- gezeigt und das weitere Verfahren abgestimmt werden kann. II. Finanzielle Auswirkungen: Mit dieser Vorlage entstehen keine Kosten und Folgekosten Begründung: Aktuell und perspektivisch stellt die globale Flüchtlingsbe wegung die Stadt Münter vor umfassende Herausforderungen, die alle Ressorts betreffen und sowohl kurzfristig pragmatische als auch mi ttel- bis langfristig fachlich fundierte und abgestimmte Handlungsstrategien erfordern. Auch die Ku ltur ist hier gefordert, das Ankommen, Einleben, Partizipieren und Mitgestalten dieser Menschen auf der Suche nach einer neuen Heimat zu unterstützen, eine entsprechende Willkommenskultur zu praktizie- ren und dabei gegebenenfalls auch das Verständnis von Integration und Interkultur neu auszuloten. Mögliche Ansätze bestehen darin, Kommunikationsorte und -gelegenheiten als „Willkommens-räume“ zu schaffen, die sowohl dem Austausch und der Begegnung als auch der gegenseitigen Werteve r- mittlung dienen und die die Teilhabe und Partizipation im Rahmen von künstlerischen und soziokultu- rellen Ansätzen ermöglichen. Im Sinne einer Öffnung und Bereicherung für unsere Kultur und Gesel l- schaft gilt es dabei auch, die Flüchtlinge in ihrem künstlerischen und kulturellen Potential zu begre i- fen, entsprechende Ausdrucksmöglichkeiten zu schaffen und interkulturelle Verbindungen zu ermögli- Vorlagen-Nr.: V/0071/2016 Auskunft erteilt: Frau Schnell Ruf: 492-4100 E-Mail: Schnell@stadt-muenster.de Datum: 27.01.2016 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0071/2016 chen. Hoch- und Breitenkultur bis hin zur Populärkultur sind gleichermaßen potentielle Handlungsfe l- der. Mit diesen Herausforderungen gewinnen die bereits vor Jahrzehnte n entwickelten Handlungs - strategien und -felder der Trans - und Interkultur eine neue Aktualität und Bedeutung. In Münster li e- gen bei den Kultureinrichtungen und Kulturschaffenden je nach Ausrichtung bereits Erfahrung swerte in unterschiedlicher Ausprägung u nd Intensität vor. Sie fanden u.a. auch Eingang in das Migration s- leitbild der Stadt Münster, welches die mit Politik, Verwaltung, Kultureinrichtungen, Kultu rschaffenden und Menschen mit Migrationshintergrund abgestimmten Zielsetzungen, Strategien und konkr eten Maßnahmen abbildet. Die in diesem Kontext geführte Reflexion und Diskussion der Erfahrungswerte sowie Identifikation zielführender und erfolgversprechender Handlungsansätze bietet auch in dem aktuellen Kontext eine wichtige Grundlage. Auch auf die Fl üchtlingssituation haben kommunale Kulturakteure und verschiedene freie Kulturei n- richtungen und -schaffende bereits mit ersten (pragmatischen) Handlungsansätzen reagiert und sehr unterschiedliche Maßnahmen und Projekte z. T. bereits realisiert. Die verein zelten und unsystemati- schen Rückmeldungen und Erfahrungen vor Ort wie auch im überregionalen Fachdi skurs (u.a. im Rahmen der Tagung „REFUGEE CITIZEN – Stadtgesellschaften im kulturellen Wandel“ von Kultu r- ministerium NRW, Kultursekretariat NRW und kommunale n Spitzenverbänden) verweisen auf beson- dere und darüber hinausgehende Anforderungen. Wichtige Stichworte sind die sensible Berücksicht i- gung der konkreten Bedürfnisse, Erfahrungen und (z. T. traumatischen) Erlebnisse, Fragen der Ko n- taktaufnahme und längerfr istigen Bindung bei gleichzeitig oft ungeklärter Au fenthaltssituation und - dauer, niederschwellige Informations - und Verständigungsmöglichkeiten, Vermeidung von Konku r- renzsituationen mit „Alt -Eingewanderten“, “Eigenertüchtigung“ vs. vorg efertigte verallgem einernde Angebote, öffentliches Bewusstsein und divergierende Erwartungshaltungen. Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, sich zunächst ein umfassenderes und nach Möglichkeit systematischeres Bild über mögliche und die bereits praktizierte Ansätze, daraus gewonnene Erfah- rungen sowie Erkenntnisse über erfolgversprechende Ansätze, Voraussetzungen und Rahmenbedi n- gungen zu machen. Über die im Rahmen einer Abfrage gewonnenen und aufbereiteten Ergebniss e soll vor den Sommerferien im Kulturausschuss berichtet werden, um gezielte Entwic klungsoptionen sowie erste Eckpunkte einer kommunalen Strategie aufzeigen und das weitere Vorgehen a bstimmen zu können. I.V. gez. Cornelia Wilkens Stadträtin
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0071/2016
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 27.01.2016
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37