A-R/0015/2013
Wohnen muss bezahlbar bleiben
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Originalantrag
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0015/2013 08.04.2013 Antrag Wohnen muss bezahlbar bleiben! Münster ist einer zukunftsorientierten Wohnstandortpolitik und Stadtentwicklung ebenso ver- pflichtet wie einer sozialverantwortlichen Wohnraumversorgung. Die zunehmende Woh- nungsknappheit und stark steigende Preise bei Neuvermietungen bedeuten für immer mehr Haushalte eine steigende Belastung mit Wohnkosten. Der zum 1. April erschienene neue Mietspiegel belegt den Anstieg des Mietniveaus. Wechsel in angemessene Wohnungen müssen unterbleiben oder das Wohnen in vertrauten Quartieren und Nachbarschaften wird unmöglich. Insbesondere für junge Familien, für Menschen mit Behinderung und ältere Men- schen aber auch für Studierende und Auszubildende wird es zunehmend schwierig, eine bezahlbare Wohnung in der Stadt zu finden oder zu halten. Bereits 2010 hatte die CDU-Fraktion beantragt, ein umsetzungsorientiertes Handlungskon- zept zu erstellen, um darauf aufbauend weitere Impulse für die Schaffung preiswerten Wohn- raums in der Stadt zu setzen. Dieses Konzept wird derzeit erarbeitet. Folgende wesentliche Leitorientierungen sind zu berücksichtigen: Münster benötigt mehr Wohnraum! Das Land wird aufgefordert, die Wohnungsbauförderung neu zu konzipieren und die Mittel für den sozialen Wohnungsbau zu erhöhen. Die Zahl der Wohnungen mit Mietpreis- und Belegungsbindungen ist weiter rückläufig. Die Förderung des sozialen Mietwohnungsbaus durch das Land Nordrhein-Westfalen reicht nicht aus, den Status quo zu erhalten. Die Stadt Münster schöpft die zur Verfügung stehenden Fördermittel stets aus und selbst Nachbewilligungen reichen regelmäßig nicht, um die beab- sichtigten Investitionen in Sozialen Wohnungsbau zu ermöglichen. Das Land wird daher aufgefordert, die Mittel für den sozialen Wohnungsbau zu erhöhen. Niedrige Kapital- marktzinsen und steigende Immobilienpreise erfordern neue Grundlagen der Wohnungsbau- förderung. Die bisherige Kreditfinanzierung ist zunehmend unattraktiv und schafft es immer weniger, die notwendige Unterstützung für den sozialen Wohnungsbau zu liefern. Das Land ist daher gefordert, die Wohnungsbauförderung auf neue Beine zu stellen. Die Stadt schafft kurzfristig die nötigen Voraussetzungen für den Neubau von Mietwohnungen im mittleren Preissegment. CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster Fraktionsgeschäftsstelle Mauritzstraße 7-8 . 48143 Münster Telefon (0251) 4 18 43-0 . Telefax (0251) 4 31 36 e-mail fraktion@cdu-ms.de . http://www.cdu-ms.de Schon im Jahr 2009 haben die Ergebnisse des interfraktionellen Arbeitskreises zur Woh- nungspolitik gezeigt, dass der Wohnungsknappheit nicht nur mit mehr Sozialwohnungen begegnet werden kann. Auch neuere Studien wie die jüngst veröffentlichte Studie „Strategien für bezahlbares Wohnen in der Stadt“ verdeutlichen, dass gerade der Neubau von Wohnun- gen im sog. mittleren Mietpreissegment die kurzfristig wirksamste Entlastung des ange- spannten Wohnungsmarktes bringen kann. Hiervon profitieren die Haushalte mit mittlerem Einkommen, die zunehmend dem Nachfragedruck auf dem Wohnungsmarkt ausgesetzt sind und erfolglos angemessenen Wohnraum suchen. Gleichzeitig wird direkt oder mittelbar das untere Preissegment entlastet. So wird bezahlbarer Wohnraum geschaffen, ohne uner- wünschten Effekten wie zunehmender Segregation Vorschub zu leisten. Die städtische Wohn+Stadtbau übernimmt eine stärkere Rolle bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum Die zurückliegenden Jahre haben gezeigt, dass die am Wohnungsmarkt Beteiligten nicht in ausreichendem Maße Wohnraum schaffen. Neben Anreizen und Erleichterungen ist die Stadt gefordert, mit besonderem Engagement Vorbild zu sein. Die städtische Wohnungsge- sellschaft Wohn+Stadtbau leistet seit vielen Jahren eine hervorragende Arbeit für sozial aus- gewogenes Wohnen und Leben in der Stadt. Gleichzeitig hilft der wirtschaftliche Erfolg der Stadt, weitere wichtige Aufgaben wahrzunehmen. Die überragende Bedeutung der Schaf- fung bezahlbaren Wohnraums macht es erforderlich, dass die Wohn+Stadtbau in deut- lich stärkerem Maße Mietwohnraum schafft. Um dies auch wirtschaftlich umsetzen zu können, sind ihr mehr Eigenmittel zu belassen. Die Verwaltung identifiziert bis September Standorte für eine sensible Innenent- wicklung Wohnraum braucht Fläche. Die Stadt Münster bekennt sich zu einem verantwortungsbe- wussten und schonenden Umgang mit der Fläche. Daher hat die Innenentwicklung Vorrang. Hier kommen sowohl Umwandlungen von Büroimmobilien als auch von Gewerbeimmobilien in Wohnimmobilien in Betracht. Es kann aber auch die Erhöhung von Geschossigkeiten oder die Schaffung von Wohnraum auf bisherigen Freiflächen sein. Die Erfahrungen zeigen, dass hier gelungene Lösungen möglich sind, aber oft auf Widerstände in der Nachbarschaft sto- ßen. Anhand von Beispielen soll im Handlungskonzept eine Grundlage für neues Bauen im Bestand dargestellt werden. Neue Baulandflächen müssen erschlossen werden Etwa 1.500 Wohneinheiten müssen im Durchschnitt der kommenden Jahre errichtet werden, um einer weiteren Wohnungsverknappung und Preissteigerungen entgegenzuwirken. In der letzten Sitzung des Arbeitskreises „Wohnen in Münster“ wurde deutlich: Alleine die Innen- entwicklung und die Nutzung vorhandener Baulandreserven reichen nicht aus, die nötigen Flächen bereitzustellen. Daher müssen unter Wahrung und Berücksichtung bewährter Ent- wicklungskriterien (z.B. ÖPNV/SPNV-Anbindung, Infrastrukturauslastung, Schutz der Grün- ordnung) neue Standorte für die Baulandausweisung entwickelt werden. CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster Fraktionsgeschäftsstelle Mauritzstraße 7-8 . 48143 Münster Telefon (0251) 4 18 43-0 . Telefax (0251) 4 31 36 e-mail fraktion@cdu-ms.de . http://www.cdu-ms.de Anreize für mehr Wohnraum schaffen Die Vergabe von Wohnbauflächen richtet sich nach der Konzeptqualität Die Entwicklung neuer Wohnstandorte darf sich nicht nur nach Kriterien wie Höchstpreis oder alleinigen Investoreninteressen ausrichten. Vielmehr muss die Qualität der zugrunde liegenden Konzepte maßgebliches Kriterium bei der Grundstücksvergabe sein. Auf diese Weise können sowohl in stärkerem Maße wohnungspolitische Vorstellungen Platz greifen, als auch Nachfragegruppen am Wohnungsmarkt erfolgreich sein, wie z.B. Genossenschaf- ten oder gemeinschaftliches Wohnen junger Familien, die bei einem anderen Vorgehen un- berücksichtigt blieben. Schließlich kann über die Konzeptvergabe der Anteil an Sozialwoh- nungen und Wohnungen im mittleren Preissegment abgesichert werden. So kann eine nach- haltig zukunftssichere Quartiersentwicklung begünstigt werden. Künftig sollen vorrangig Konzeptqualitäten wie die Berücksichtigung von Generationengerechtigkeit, die Durchmischung von Quartieren, die Anteile von Wohnungen im mittleren Preisseg- ment und von Sozialwohnungen, die Absicherung der quartiersorientierten Versor- gungsstruktur eine Rolle spielen. Investitionen in Wohnen sollen durch beschleunigte und unterstützte Genehmi- gungsverfahren erleichtert werden Der Wohnungsmarkt in Münster ist nicht durch einige wenige große Wohnungsgesellschaf- ten geprägt, sondern durch zahlreiche Einzeleigentümer und kleine unternehmerische Anbie- ter. Gerade die Einzeleigentümer sind eine Zielgruppe, die sich z.B. aus Gründen der Alters- vorsorge bei der Schaffung von Wohnraum engagiert oder engagieren könnte, aber der Un- terstützung bedarf. Gerade für diese Zielgruppe soll durch die Beschleunigung und Ab- stimmung von Genehmigungsverfahren eine Hilfestellung gegeben werden. Aber nicht nur innerhalb der Verwaltung kann Unterstützung ermöglicht werden. Die Verwaltung wird aufgefordert, nach dem Beispiel anderer Netzwerke (z.B. Schimmelnetzwerk, Energie- berater) Hilfestrukturen zu initiieren. Wohnraum für eine generationengerechte Stadt Familien, Ältere und Menschen mit Behinderung stehen im Mittelpunkt Gerade Familien, älter werdende Menschen und Menschen mit Behinderung brauchen die besondere Unterstützung auf dem Wohnungsmarkt. Daher sollen sie und ihre Anforderungen an das Wohnen in der Stadt besondere Beachtung finden. CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster Fraktionsgeschäftsstelle Mauritzstraße 7-8 . 48143 Münster Telefon (0251) 4 18 43-0 . Telefax (0251) 4 31 36 e-mail fraktion@cdu-ms.de . http://www.cdu-ms.de Bündnis für Wohnen in Münster Die Stadt bekräftigt und verlängert das „Bündnis für Wohnen in Münster“ Die Stadt Münster kann nur dann erfolgreich bei dem Bemühen für mehr bezahlbaren Wohn- raum sein, wenn es einen Schulterschluss aller Beteiligter gibt. Alle vorgenannten Maßnah- men erfordern von Vielen ein hohes Engagement. Einige Maßnahmen werden auch auf Kon- flikte, möglicherweise Widerstände stoßen. Daher ist es wichtig, dass nicht nur Politik und Verwaltung hinter diesem Vorgehen stehen, sondern alle, die für das Wohnen in unserer Stadt besondere Verantwortung tragen. Seit 2004 hat der Arbeitskreis Wohnen in Münster erfolgreich das Wohnen in unserer Stadt mitgestaltet und 2006 ein zunächst auf fünf Jahre befristetes „Bündnis für Wohnen in Münster“ geschlossen. Dieses Bündnis sollte auf der Basis der veränderten Herausforderungen bekräftigt und verlängert werden. gez. Stefan Weber Gilbert Aldejohann Frank Baumann Sybille Benning Georg Berding Dieter von den Berg Heinz-G. Buddenbäumer Olaf Dreßen Edgar Drüge Wolfhard Ediger Dr. Dietmar Erber Walter von Göwels Richard Halberstadt Gilbert Hartmann Ludger Janning Bruno Kleine Borgmann Karl Kleine-Wilke Marliese Kosmider Teresa Küppers Franz-P. Graf von Merveldt Christian Moll Andreas Nicklas Jürgen Ohm Robert Otte Karin Reismann H.-Dieter Sellenriek Barbara Stober Helga Welker Simone Wendland Peter Wolfgarten
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Mauritzstraße 7
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0015/2013
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 09.04.2013
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37