V/1000/2012
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm des Jobcenter Münster 2013
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Berichtsvorlage
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V/1000/2012 DER OBERBÜRGERMEISTER Jobcenter Betrifft Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm des Jobcenter Münster 2013 Beratungsfolge 15.01.2013 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Bericht 16.01.2013 Integrationsrat Bericht 22.01.2013 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 23.01.2013 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht 30.01.2013 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht 31.01.2013 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht Bericht: Das Jobcenter Münster erstellt jährlich ein Arbeitsmarkt - und Integrationsprog ramm, aus dem hervorgeht, mit welchen Strategien und Maßnahmen der gesetzliche Auftrag, die vereinbarten Ziele und die geschäftspolitischen Schwerpunkte zur Vermeidung, Beendigung oder Verring e- rung der Hilfebedürftigkeit der Arbeit suchenden Menschen in Münster umgesetzt werden sollen. Mit dem Übergang des Jobcenters in die alleinige kommunale Trägerschaft zum 01.01.2012 ist die Stadt Münster losgelöst von der Bundesagentur für Arbeit verantwortlich für die Verwendung des jährlichen Eingliederungstitels s owie die damit verbundene Planung und B eschaffung der unterschiedlichen Förderungsinstrumente. Der Prozess für die Auswahl und Gestaltung der Förderinstrumente wurde in 2012 neu strukt u- riert und systematisiert (vgl. Berichtsvorlage V/0877/2012 „Arbeitsmar ktprogramm 2013 – Pro- zesse und Empfehlungen“ an den Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung). Nach Abschluss des Planungsprozesses legt das Jobcenter nunmehr dem zuständigen Fac h- ausschuss und den anderen fachlich betroffenen politischen G remien das fertig gestellte A r- beitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 vor. In Vertretung Thomas Paal Stadtrat Anlage: Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm Jobcenter Münster 2013 Vorlagen-Nr.: V/1000/2012 Auskunft erteilt: Herr Bierstedt Ruf: 60918-300 E-Mail: Bierstedt@stadt-muenster.de Datum: 04.01.2013 Öffentliche Berichtsvorlage
AMP_ 2013
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Arbeitsmarktprogramm 2012
Arbeitsmarkt- und
Integrationsprogramm 2013
Jobcenter Münster
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
_____________________________________
Impressum:
Herausgeber: Jobcenter Münster,
Stadthaus 2, Ludgeriplatz 4,
48151 Münster
Quelle: Statistiken der Bundesagentur für Arbeit
Münster, Dezember 2012
Foto: Presseamt Stadt Münster / Tilman Roßmöller
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 2 -
Vorwort
Das Jahr 2012 war im Wesentlichen noch geprägt vom Umstellungsprozess auf
die kommunale Trägerschaft. Neue Aufgaben, neue Strukturen und Schnittstellen
waren zu bewältigen, zu schaffen und zu klären. Rüc kblickend betrachtet stand
das Jobcenter Münster vor einer großen Herausforder ung, die es mit Bravour
gemeistert hat. Das Ziel, die Veränderung der Träge rschaft gerade auch für die
Kundinnen und Kunden unbemerkt zu vollziehen, ist v ollumfänglich erreicht wor-
den. Dies habe ich in der Hauptsache den engagierte n Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeitern zu verdanken, die auch stellenweise unter schwierigen Rahmenbedin-
gungen im Sinne der Münsteraner Hilfebedürftigen un ermüdlich ihr Bestes getan
haben. Aber auch die gute geleistete Arbeit darf ni cht darüber hinweg täuschen,
dass noch einige Herausforderungen in der Zukunft a uf das Jobcenter warten,
die es zu meistern gilt.
Konkret sind im Jahr 2013 die begonnenen neuen Aufg aben und Prozesse zu
verstetigen und zu professionalisieren. Weiter wird es unumgänglich sein, eine
gesamtstädtische Strategie zu entwickeln und diese mit gebündelten Kräften um-
zusetzen. Damit einhergehend ist eine gesamtstädtis che SGB II Steuerung zu
implementieren, um die immer weniger werdenden Ress ourcen der Stadt Müns-
ter ziel- und wirkungsorientiert einzusetzen.
Die Zukunft der Arbeit der Jobcenter wird geprägt s ein von weiteren Kürzungen
der Bundesmittel, Rechtsänderungen und einem Arbeit smarkt, der nicht immer
die optimalen Möglichkeiten für die von den Jobcentern betreuten Kundinnen und
Kunden bietet. Hier gilt es neue Wege zu gehen, inn ovative Strategien zu entwi-
ckeln und diese auch mutig umzusetzen. Dabei wird i n naher Zukunft die öffent-
lich geförderte Beschäftigung eine größere Rolle sp ielen. Für viele unserer er-
werbsfähigen Leistungsberechtigten sind vor allem p erspektivische Hilfeplanun-
gen erforderlich, um ihnen die Chance auf Teilhabe durch Arbeit zu ermöglichen.
Hier bedarf es eines gesetzlichen Rahmens, der läng erfristige Ausgestaltungen
bei finanzieller Sicherheit zulässt.
Der Planungsprozess 2013 wurde unter enger Beteili gung des Beirates neu ge-
staltet. Dabei gab es eine Reihe neuer Ideen und An sätze, die im nachfolgenden
Programm dargestellt werden.
Ralf Bierstedt
Amtsleiter
Jobcenter Münster
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 3 -
Inhalt
1. Umstellung auf die kommunale Trägerschaft ..................................................- 6 -
1.1. Arbeitgeber- und Vermittlungsservice (AGVS)...................................................... - 6 -
1.2. fa:z ............................................................................................. ..........................- 7 -
1.3. Strategische Leitsätze ........................................................................... ...............- 8 -
1.4. Kommunale Eingliederungsleistungen nach § 16 a 1 – 4 SGB II ..........................- 8 -
1.5. Rechtsänderung 2012 .............................................................................. ..........- 10 -
2. Ziele, Handlungsschwerpunkte und Strategien 2013 ....................................- 11 -
2.1. Zielvereinbarung................................................................................. ................- 11 -
2.2. geschäftspolitische Handlungsschwerpunkte .....................................................- 1 5 -
3. Rahmenbedingungen.................................. ................................................... ..- 16 -
3.1. Arbeitsmarkt ..................................................................................... ..................- 16 -
3.1.1. Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen...................................................- 16 -
3.1.2. Integrationen nach Berufskennziffern und Wirtschaftsklassen..................- 18 -
3.1.3. Bewerberstruktur nach Wirtschaftsbereichen ...........................................- 21 -
3.1.4. Zusammenfassung und Ergebnisse .........................................................- 23 -
3.1.5. Handlungsempfehlungen.......................................................................... - 25 -
3.2. Finanzen ......................................................................................... ...................- 25 -
3.3. Erwerbsfähige Leistungsempfänger ................................................................. ..- 26 -
3.3.1. Anzahl der Bedarfsgemeinschaften, erwerbsfäh igen Leistungsempfänger und
Arbeitslose ........................................................................................... ..............- 26 -
3.3.2. Definierte Zielgruppen des Jobcenters .....................................................- 27 -
3.3.3. Zielgruppenorientierte Organisationsstruktur............................................- 28 -
3.4. Gender ........................................................................................... ....................- 28 -
4. Planungsprozess und Ergebnisse..................... .............................................- 30 -
4.1. Planung der Förderinstrumente und Fördermaßnahmen 2013 ...........................- 30 -
4.2. Prozessbeschreibung im Detail .................................................................... ......- 30 -
4.3. Durchführung der Planungsworkshops............................................................... - 31 -
4.4. Ergebnisse der Planungsworkshops................................................................. ..- 31 -
4.4.1. Zielgruppe „U 25“ .............................................................................. .......- 32 -
4.4.2. Zielgruppe „25 bis 49 Jährige“................................................................. .- 33 -
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 4 -
4.4.3. Zielgruppe „50+“............................................................................... ........ - 34 -
4.4.4. Zielgruppe „Alleinerziehende“.................................................................. . - 36 -
4.4.5. Zielgruppe „Menschen mit Migrationsvorgeschichte“................................ - 37 -
4.4.6. erste Analyse Menschen mit Migrationsvorgeschichte ............................ - 38 -
4.4.7. Menschen mit Behinderung...................................................................... - 41 -
4.4.8. Gründungswillige und Selbständige ......................................................... - 43 -
4.5. Zusammenfassung der Ergebnisse................................................................... . - 43 -
5. Verteilung des Eingliederungstitels................................................................ ... - 44 -
5.1. Förderung der beruflichen Weiterbildung (FbW)................................................. - 45 -
5.2. Maßnahmen bei einem Träger zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung ... - 49 -
6. Kommunale Eingliederungsleistungen .......................................................... - 51 -
7. Ausblick........................................... ................................................... .............. - 52 -
8. Abkürzungsverzeichnis.............................. ................................................... .. - 53 -
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
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Summary für die eilige Lektüre:
Die im Rahmen der Umstellung auf die kommunale Träg erschaft
notwendigen organisatorischen Anpassungen wurden im Jobcenter
umgesetzt.
Die mit dem Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeits-
markt verbundenen Änderungen wurden umgesetzt.
Strategische Leitsätze wurden entwickelt und bestimmen die kommunale Aus-
richtung des Jobcenters. Sie ergänzen das Zielsystem.
Das Jobcenter Münster hat einen neuen Planungsprozess entwickelt und umge-
setzt. Erstmalig wurden Mitglieder des örtlichen Beirates direkt an der Planung im
Jobcenter beteiligt.
Entwicklungen des Arbeitsmarktes in Münster vorauss ichtlich verhal-
tener als 2012!
Erneut werden weniger Eingliederungsmittel als im Vorjahr durch den
Bundeshaushalt zur Verfügung gestellt.
Folgende geschäftspolitische Schwerpunkte werden 2013 verfolgt:
• Marktchancen bei Arbeitgebern für junge Menschen a us dem SGB II er-
schließen und junge Menschen zu einem Schul- bzw. Ausbildungsab-
schluss hinführen
• Alleinerziehende stärken und Beschäftigungsmöglich keiten nutzen
• Integrationschancen durch Qualifikation von Langze itleistungsbeziehern
erhöhen
• Marktchancen bei Arbeitgebern für Menschen mit Beh inderung erhöhen
• fa:z
© Steuerungsmodell verstetigen und die operative Leis tungsfähigkeit
erhöhen
Der Schwerpunkt der Förderung der erwerbsfähigen Le istungsberechtigten liegt
in 2013 wieder bei der Förderung der beruflichen We iterbildung. Insgesamt sind
rund 5.737 Förderungen geplant.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
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1. Umstellung auf die kommunale Trägerschaft
1.1. Arbeitgeber- und Vermittlungsservice (AGVS)
Bis Ende 2011 haben das Jobcenter Münster und die A gentur für Arbeit einen gemein-
samen Arbeitgeberservice angeboten. Mit dem Übergan g in die alleinige Trägerschaft
nimmt das Jobcenter diesen Service als Arbeitgeber- und Vermittlungsservice nunmehr
eigenverantwortlich wahr.
Das neue Angebot für Arbeitgeber in Münster umfasst:
• Zielgerichtete und ganzheitliche Personalbetreuung
Der AGVS bietet u.a. eine kompetente Begleitung und Beratung bei Stellenaus-
schreibungen, Unterstützung bei der Personalauswahl und kurzfristige Beratungen
der Betriebe vor Ort an.
• Eine persönliche Betreuung
Die persönliche Betreuung der Arbeitgeberkunden reicht vom ersten Kontakt bis zum
unterschriebenen Vertrag und bei Bedarf auch darüber hinaus.
• Auszubildende
Weil der Wettbewerb um gute Auszubildende immer här ter und die Suche nach ge-
eigneten Kandidatinnen und Kandidaten immer aufwänd iger wird, bietet der AGVS
den Ausbildungsbetrieben Unterstützung bei der pass genauen Auswahl an. Gleich-
zeitig unterstützt der AGVS ausbildungswillige und –bereite Bewerberinnen und Be-
werber bei der Suche nach einer passenden Ausbildun gsstelle und nimmt dazu ge-
zielt Kontakt zu Unternehmen auf. Die Unterstützung sleistungen beziehen sich glei-
chermaßen auf Erstausbildungen wie Umschulungen.
• Finanzielle Förderung
Der AGVS erteilt Auskünfte und berät Arbeitgeber bezüglich Fördermöglichkeiten bei
der Einstellung neuer Arbeitskräfte, wie etwa Eingl iederungszuschüsse oder betrieb-
liche Erprobungsmaßnahmen. Er berät die Arbeitgeber zudem über die Möglichkei-
ten einer zielgerichteten Qualifizierung der einzus tellenden Bewerberinnen und Be-
werber.
Seit August 2012 präsentiert der AGVS jeden Donners tag im Foyer des Stadthauses 2
ausgewählte Stellen und steht persönlich für Fragen rund um das Stellenangebot zur
Verfügung. Mit diesem zusätzlichen Angebot werden n icht nur Stellensuchende ange-
sprochen, sondern auch Arbeitgeber, die im Regelfall eine zeitnahe Besetzung ihrer frei-
en Stellen anstreben. Die Arbeitgeber haben darüber hinaus die Möglichkeit, ihr Unter-
nehmen sowie ihre Stellenangebote ebenfalls donners tags im Foyer des Stadthauses
direkt den interessierten erwerbsfähigen Leistungsberechtigten zu präsentieren.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
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1.2. fa:z
Im Jobcenter Münster wird seit dem 01.01.2012 mit d em fa:z
© - Modell ein Fallsteue-
rungskonzept angewandt, welches – ausgehend von den Ressourcen eines Menschen –
eine konsequente zielorientierte Förderung und Entw icklung verfolgt (fa:z © = Förderan-
satz : Ziel).
Das fa:z
© - Modell richtet seinen Blick deshalb nicht auf Hem mnisse, sondern auf die
eine oder die wenigen Möglichkeiten, die einem Menschen offen stehen, in Arbeit vermit-
telt zu werden. Die direkte Vermittlung in Arbeit i st ein mögliches Förderziel im fa:z © -
Modell, aber nicht das einzige. Mit der Herstellung der Wettbewerbsfähigkeit, der Her-
stellung der Prozessfähigkeit und der Stabilisierun g der Erwerbsfähigkeit gibt es drei
weitere gleichberechtigte Förderziele. Die Förderzi ele bieten den Handlungsrahmen, an
dem sich alle Beteiligten orientieren können. Der g esamte Förderprozess im fa:z © - Mo-
dell wird konsequent auf die Erreichung eines diese r Ziele ausgerichtet. So wird eine
passgenaue Weiterentwicklung der Kundinnen und Kund en zu jedem Zeitpunkt sicher-
gestellt.
Zur Herausarbeitung der notwendigen Förderziele im fa:z
© - Modell ist eine komplexe
tiefergehende Potenzialanalyse durchzuführen. Die d urchzuführende Potenzialanalyse
beinhaltet nicht nur das Erheben von „harten Fakten“, sondern insbesondere die Analyse
der weichen Ressourcenbereiche oder der sogenannten soft skills.
Das fa:z
© - Modell unterscheidet zwischen folgenden Förder- und Entwicklungszielen:
Förderziel –
übergeordnet:
Selbst-
aktivierung des
Kunden/der Kundin
Beschreibung Entwicklungsziel
Direktvermittlung
• Nachhaltige Vermittlung
• Verringerung/ Beendigung
des Hilfebezugs
• Stärkung des Bewerbungs-
und Stellensuchverhaltens
Herstellung der
Wettbewerbsfähigkeit
• Verbesserung der Möglichkei-
ten
• Erarbeitung einer Berufs-
perspektive
• Stärkung der Qualifikation
• Stärkung des Arbeitsverhaltens
• Stärkung des Sozialverhaltens
• Stärkung der Motivation
Herstellung der
Prozessfähigkeit
• Kunden prozessbereit machen
• Erarbeitung einer Ent-
wicklungs-
perspektive
• Stärkung der Mitwirkung in der
Fallsteuerung
• Stärkung der Rahmenbedin-
gungen
• Stärkung der lebenspraktischen
Kompetenzen
Stabilisierung der
Erwerbsfähigkeit
• Verbesserung der Leistungs-
fähigkeit
• Stärkung der Leistungsfähigkeit
(körperlich, psychisch)
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
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1.3. Strategische Leitsätze
Zur Umsetzung der im Antrag auf die Option genannte n arbeitsorientierten Sozialpolitik
wurden strategische Leitsätze erarbeitet, die Grund lage für die tägliche Arbeit des Job-
centers sind und eine Entscheidungshilfe auf allen Ebenen bieten. Dargestellt sind die
Leitsätze mit ihren Kernbotschaften.
Leitsatz 1: Wir unterstützen alle Kundinnen und Ku nden
Damit verbunden steht der Anspruch der Stadt Münste r, gerade auch mit den mehrheit-
lich „arbeitsmarktfernen“ Leistungsberechtigten aktiv zu arbeiten.
Leitsatz 2: Vermeidung von Drehtüreffekten
Die zentrale Aussage hinter diesem Leistsatz lautet : Wir streben nachhaltige Lösungen
für unsere Kundinnen und Kunden an.
Leitsatz 3: Ausbildung vor kurzfristiger Integratio n (U25)
Im Zweifel ist die langfristige Integration in Ausb ildung wichtiger als eine kurzfristige In-
tegration in den Arbeitsmarkt!
Leitsatz 4: Integrationsfortschritte abbilden
Wir machen Integrationsfortschritte auch jenseits d er Vermittlung in den 1. Arbeitsmarkt
sichtbar.
Leitsatz 5: Hilfe zur Selbsthilfe
Die Aktivierung und Stärkung der Selbsthilfekompete nzen ist ein zentrales Element der
Arbeit mit den Kundinnen und Kunden.
Leitsatz 6: Sanktionen dürfen die verfolgten Ziele nicht beeinträchtigen
Ob eine Sanktion im konkreten Einzelfall sinnvoll i st, entscheidet der Jobcoach mit Blick
auf die verfolgten Ziele: Nicht die konsequente Aus schöpfung der Sanktionsmöglichkeit
hat Priorität, sondern der zielgerichtete Einsatz von Sanktionen.
1.4. Kommunale Eingliederungsleistungen nach § 16a 1 – 4 SGB II
Wird die Eingliederung in Arbeit durch persönliche oder familiäre Verpflichtungen oder
Schwierigkeiten im Lebensumfeld erschwert oder soga r verhindert, kann das Jobcenter
in Absprache mit der Kundin/ dem Kunden eine Eingliederungsleistung nach § 16 a SGB
II veranlassen. Der Gesetzgeber hat damit die Mögli chkeit einer ganzheitlichen und um-
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
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fassenden Betreuung der erwerbsfähigen Leistungsber echtigten geschaffen. Die Inan-
spruchnahme ist freiwillig und vertraulich und läss t sich dem Bereich des Förderns zu-
ordnen.
Dazu stehen unterschiedliche Unterstützungs- und Be ratungsleistungen zur Verfügung,
die den Übergang in Arbeit vorbereiten und begleite n. Im Unterschied zu den arbeits-
marktpolitischen Instrumenten werden diese Leistungen von der Stadt Münster finanziert
und entweder von ihr selbst oder ihren Kooperationspartnern vorgehalten und erbracht.
Die Leistungen nach § 16a Nr. 1 - 4 SGB II, die bet eiligten Fachämter und Leistungs-
erbringer werden in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.
§16a- Leistung Zuständiges
Fachamt
Beteiligter Kooperations-
partner/ Leistungserbringer
Betreuung minderjähriger
und behinderter Kinder,
§ 16a Ziffer 1
Amt für Kinder, Jugendliche
und Familien
Familienbüro
Häusliche Pflege von
Angehörigen ,
§ 16a Ziffer 1
Sozialamt Informationsbüro Pflege im Ge-
sundheitshaus
Schuldnerberatung ,
§ 16a Ziffer 2
Sozialamt Sozialamt, Verbraucherzentrale
Münster, Beratungs- und Bil-
dungszentrum der Diakonie,
Arbeiterwohlfahrt, Caritas
Psychosoziale Betreuung,
§ 16a Ziffer 3
/square4 Gesundheitsamt
/square4 Amt für Kinder, Jugendli-
che und Familien
/square4 Sozialamt
Sozialpsychiatrischer Dienst
Kommunaler Sozialdienst
Migrationsberatung: AWO, DRK,
Caritas, Beratungs- und Bil-
dungszentrum der Diakonie
Suchtberatung,
§ 16a Ziffer 4
/square4 Gesundheitsamt
/square4 Amt für Kinder, Jugendli-
che und Familien
Caritas, Beratungs- und Bil-
dungszentrum der Diakonie
Drogenhilfe der Stadt Münster:
Drobs
Die Vielschichtigkeit der Themenbereiche und die Ko mplexität der beteiligten Ämter und
Kooperationspartner erforderten einen intensiven Pr ozess, der sich neben der inhaltli-
chen Beschreibung der einzelnen Leistungen vor alle m mit den Verfahrensabläufen im
Dreieck Jobcenter, Kooperationspartner, Kundin/ Kunde auseinandersetzte.
Dazu wurde im Herbst 2010 eine Projektgruppe unter Federführung des Sozialdezernats
ins Leben gerufen, die sukzessive unter Beteiligung des jeweiligen Fachamts und Vertre-
ter/innen des Jobcenters (bzw. damals noch Arbeitsg emeinschaft) jeden Leistungsbe-
reich inhaltlich definiert und mit entsprechenden fachlichen Leitindizien belegt hat.
Nachfolgend wurden Verfahrensregelungen für die Ums etzung erarbeitet, die sowohl
den Zugang zu den kommunalen Leistungen als auch de n Rückkoppelungsprozess si-
cherstellen sollen.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 10 -
Zu den konkreten Arbeitsergebnissen zählt ein „Doku mentenpaket“, das eine Beauftra-
gung des Amts/ des Leistungserbringers, eine Einver ständniserklärung/ Schweige-
pflichtentbindung und einen Rückmeldebogen an das Jobcenter enthält. Alle Dokumente
wurden vor Inkrafttreten sorgfältig datenschutzrechtlich geprüft.
Für die Umsetzung mussten auf verschiedenen Ebenen die Voraussetzungen geschaf-
fen werden, um einen gelingenden Prozess zu gewährl eisten. Zum einen war das Ver-
fahren technisch in die neue Software OPEN/PROSOZ
zu implementieren und eine
sinnvolle Anbindung an das fa:z© - Modell zu schaff en. Zum anderen mussten alle Job-
coaches umfassend über die Inhalte und Handhabung d er Eingliederungsleistungen
geschult werden.
1.5. Rechtsänderung 2012
Zum 1. April 2012 ist das Gesetz zur Verbesserung d er Eingliederungschancen am Ar-
beitsmarkt in Kraft getreten. Damit sind weitere ar beitsmarktpolitische Instrumente zu-
sammengefasst bzw. Pflicht- in Ermessensleistungen umgewandelt und zugleich die
Flexibilität und Individualität des Instrumenteneinsatzes erhöht worden:
• Neuordnung/ Zusammenfassung der arbeitsmarktpoliti schen Instrumente im SGB III
nach Bedarfslagen
• Reduzierung der Zahl der Instrumente und Verringer ung der Regelungsdichte
• Neuordnung der öffentlich geförderten Beschäftigun g
• Bekenntnis zum einheitlichen Arbeitsmarkt
• Das Erfordernis einer Zulassung von Maßnahmen gilt künftig – wie bisher – für
Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung und künftig auch für Maßnahmen zur Ak-
tivierung und beruflichen Eingliederung nach § 45 S GB III, die im Rahmen des Akti-
vierungs- und Vermittlungsgutscheins gefördert werden.
• Die Arbeitsagenturen sind nun allein für die Beruf sorientierung (vertiefte Berufsori-
entierung und Berufswahlvorbereitung) erwerbsfähige r Leistungsberechtigte unter
25 Jahren verantwortlich.
Besonders hervorzuheben sind folgende geänderte bzw. neue Förderbedingungen:
Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein
Die Regelungen zur Durchführung von Maßnahmen zur A ktivierung und beruflichen Ein-
gliederung (§ 46 SGB III) und zum Vermittlungsgutsc hein (§ 421 g SGB III) wurden in
einer Norm (§ 45 SGB III) zusammengefasst. Gleichzeitig wurde das Gutscheinverfahren
als Alternative zum Vergabeverfahren eingeführt. Mi t dem neu eingeführten Aktivie-
rungs- und Vermittlungsgutschein kann der Kunde, di e Kundin selbst eine konkrete
Maßnahme auswählen oder auch zur Unterstützung der Vermittlung in eine sozialversi-
cherungspflichtige Beschäftigung eine private Arbeitsvermittlung beauftragen.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
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Arbeitsgelegenheiten (AGH)
AGH sind zielgerichtete Maßnahmen zur Überwindung v on Hilfebedürftigkeit. Neu fest-
geschrieben wurde, dass diese geförderten Arbeitsverhältnisse zu den Instrumenten der
Integration in den ersten Arbeitsmarkt nachrangig s ind. Auch die Zuweisungsdauer die-
ser Förderleistung wurde eingeschränkt. Arbeitssuchende ohne unmittelbare Perspektive
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt können innerhalb e ines 5-Jahres-Zeitraumes künftig
maximal 2 Jahre in der öffentlich geförderten Besch äftigung tätig werden. Bei Jugendli-
chen (unter 25 Jahren) und älteren Arbeitslosen (ab 58 Jahren) besteht seit April 2012
gar kein gesetzlicher Anspruch mehr auf eine öffent lich geförderte Beschäftigung (vgl.
§ 3 SGB II n.F.).
Im § 16d Abs. 1 Satz 2 i.V.m. § 18d Abs. 1 Satz 2 S GB II wird der Beirat legitimiert, das
Jobcenter u.a. bei der Einrichtung von Arbeitsgeleg enheiten zu beraten. Aus diesem
Grund wurde im Jobcenter Münster die Unterarbeitsgr uppe „AGH“ eingerichtet. Die Un-
terarbeitsgruppe - besetzt aus 4 Mitgliedern des Be irates – berät das Jobcenter Münster
bei der Einrichtung von AGH. Besonderes Augenmerk wird auf die Beurteilung der Wett-
bewerbsneutralität gerichtet.
Flankierende Maßnahmen wie „sozialpädagogische Betreuung“ und „Qualifizierung“ sind
seit dem 01.04.2012 aus rechtlicher Sicht nicht meh r Bestandteil von AGH. Erfahrungs-
gemäß ist aber für eine erfolgversprechende Durchfü hrung eine begleitende sozialpäda-
gogische Betreuung und Qualifizierung sinnvoll und notwendig. Da grundsätzlich eine
Kombination in Form von Vergaben gem. § 45 SGB III möglich ist, wird das Jobcenter
Münster insbesondere im Jahr 2013 Ausschreibungen d urchführen, um weiterhin eine
Kombination des Arbeitsteils einer AGH mit einer so zialpädagogischen Betreuung
und/oder Qualifizierung zu ermöglichen.
Auch die Kostenerstattung wurde neu geregelt. Einhergehend mit dem Wegfall von sozi-
alpädagogischer Betreuung und Qualifizierung im Rah men der Bewilligung von AGH
wurden auch die maximal erstattungsfähigen Maßnahme kosten angepasst. Eine ent-
sprechende Richtlinie wurde erarbeitet und betrifft insbesondere Neubewilligungen ab
2013.
2. Ziele, Handlungsschwerpunkte und Strategien 2013
2.1. Zielvereinbarung
Auch für das Jahr 2013 hat die Stadt Münster wieder mit dem Ministerium für Arbeit,
Soziales und Integration (MAIS) NRW eine Zielverein barung gem. § 48b SGB II abzu-
schließen. Der Zielplanungsprozess wurde am 19.11.1 2 durch den Versand des Pla-
nungsdokumentes angestoßen und soll bis Ende Januar 2013 abgeschlossen sein. D.h.
aktuell können noch keine konkreten Zielwerte abgeb ildet werden. Der Zielvereinbarung
liegen die aus dem Gesetz abgeleiteten Ziele mit de n Zielkennzahlen nach § 48a SGB II
zugrunde. Die Zielkennzahlen werden durch Ergänzung sgrößen erweitert, die zur weite-
ren Erläuterung der Zielkennzahlen dienen. Die Ergä nzungsgrößen werden nicht mit
einem Zielwert beplant. Das „Wie“ der operativen Umsetzung der Ziele mit der einherge-
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 12 -
henden entsprechenden Schwerpunktsetzung unterliegt der alleinigen Steuerungshoheit
der Stadt Münster. Eine Erweiterung der gesetzlichen Ziele um lokale Ziele ist damit ent-
behrlich.
Das SGB II Zielsystem für das Jobcenter Münster stellt sich 2013 wie folgt dar:
Z i e l e
Verringerung
der Hilfebedürf-
tigkeit
Verbesserung der
Integration in
Erwerbstätigkeit
Vermeidung von
langfristigen
Leistungsbezug
Steuerungsziel
Zielkennzahl
Veränderung
der Summe
passive Leis-
tungen
Integrationsquote
Veränderung der
Bestandes an
Langzeitleis-
tungsbeziehern
Ergänzungs-
größen
Summe der
Leistungen für
Unterkunft und
Heizung
Bestand der
erwerbsfähigen
Leistungsbe-
zieher
Zielwert
kein Zielwert
qualitatives
Monitoring
Zielwert wird Ende
Januar vereinbart
Zielwert wird
Ende Januar
vereinbart
Zugangsrate
der erwerbsfä-
higen Leis-
tungsbezieher
Abgangsrate
der erwerbsfä-
higen Leis-
tungsbezieher
Quote der Eintrit-
te in öffentlich
geförderte
Beschäftigung
Aktivierungsquote
der
Langzeitleis-
tungsbezieher
Nachhaltigkeit der
Integration
Integrationsquote
der
Alleinerziehenden
Durchschnittliche
Zugangsrate der
Langzeitleis-
tungsbezieher
Durchschnittliche
Abgangsrate der
Langzeitleis-
tungsbezieher
Quote der Eintrit-
te in
geringfügige
Beschäftigung
Integrationsquote
der
Langzeitleis-
tungsbezieher
strategische Leitsätze
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 13 -
Die Bundesregierung geht in ihrer Herbstprojektion für das Jahr 2013 von einem Anstieg
des realen Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,0 % a us. Daraus resultierend rechnet die
Bundesregierung mit einem Anstieg der Zahl der Besc häftigten mit und ohne Sozialver-
sicherungspflicht um 85.000 auf 37.074.000 (+0,2%). Die Arbeitslosigkeit wird nach der
Prognose um 30.000 Personen auf 2,920 Mio. im Jahresdurchschnitt steigen.
Wie im letzten Jahr wurden für die Ziele Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit
und Vermeidung von langfristigen Leistungsbezug Ref erenzgrößen ermittelt, die die o.g.
Rahmenbedingungen für die Zielerreichung berücksich tigen. Die Referenzgrößen wur-
den in der Bund-Länder Arbeitsgruppe (BLAG) gem. § 18c SGB II abgestimmt.
Die Referenzwerte sind von einem Korridor umgeben, der als Referenzrahmen den Tole-
ranzbereich für die Angebotswerte der Jobcenter darstellt.
Der Referenzwert für Deutschland gibt an wie die In tegrationsquote im Vergleich zu
2012 zu steigern ist. Hier wurde ein Referenzwert von 1,0 % mit einem einheitlich festge-
legten Referenzrahmen von 2,0% Punkten festgelegt. Die Prognose der Integrationsquo-
te 2012 für Deutschland beträgt 25,2 %. Daraus erre chnet sich für 2013 eine Integrati-
onsquote für Deutschland von 25,5 % (Steigerung um 1,0%).
Das Jobcenter Münster nimmt die vom Institut für Ar beitsmarkt- und Berufsforschung
(IAB) und von der Bundesregierung prognostizierte E ntwicklung der Arbeitslosen als
Grundlage für die Entwicklung der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten (eLb).
Auf der Prognose des Jobcenter Münster für den Jahr esdurchschnitt 2012 an eLb von
13.963 ergibt sich in der Berechnung eine durchschn ittliche Anzahl von 14.103 eLb für
das Jahr 2013.
Unter Berücksichtigung der abflachenden konjunkturellen Entwicklung und der für Müns-
ter typischen trägen und verzögerten Entwicklung de s Arbeitsmarktes prognostiziert das
Jobcenter Münster 3.608 Integrationen für das Jahr 2013.
Mit diesem ambitionierten Zielwert wird eine Integr ationsquote von 25,6% im Dezember
2013 erwartet, damit einhergehend eine Steigerung v on 0,7% im Vergleich zu 2012.
Dieser Wert ist der Angebotswert für die Zielverhandlungen mit dem MAIS.
Durch die Bund-Länder-Arbeitsgruppe wurde für das J ahr 2013 eine Senkung des Be-
stands der Menschen im Langzeitbezug um -2,5% als b undesweit einheitlicher Refe-
renzwert festgelegt. Für den Bestand an Langzeitlei stungsbezieherinnen und -beziehern
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 14 -
wurde ein Korridor von 3%-Punkten definiert (± 1,5% -Punkte, ausgehend vom Refe-
renzwert).
Aus Sicht des Jobcenter Münster ist eine Reduzierun g des Bestandes im Jahr 2013
nicht umsetzbar. Das Jobcenter Münster betrachtet e ine Stagnation der Anzahl der
Langzeitleistungsbeziehenden in 2013 als Erfolg in der Zielerreichung (Angebotswert 0,0
%).
Unter der Anzahl der Langzeitleistungsbeziehenden b efindet sich ein großer Anteil der
sogenannten marktfernen Kundinnen und Kunden, die m it einem erheblich höheren fi-
nanziellen Aufwand bei den Eingliederungsleistungen gefördert werden müssten. Auf-
grund der erneuten bevorstehenden Senkung der Eingl iederungsleistungen für das Job-
center Münster ist eine höhere Aktivierungsquote (B M Juli 2012: 6,4%; NRW 7,0%; VT
7,2%) der Langzeitleistungsbeziehenden, die zu eine r Integration in den Arbeitsmarkt
beitragen soll, schwer realisierbar. In der Regel k ann diese Kundengruppe der Gering-
qualifizierten, selbst bei Eintritt einer Integrat ion durch die Aufnahme einer sozialversi-
cherungspflichtigen Beschäftigung, den Leistungsbezug mit einem voraussichtlich gerin-
gen Einkommen nicht beenden.
Hinzu kommt, dass Münster als Oberzentrum mit vier psychiatrischen Kliniken (inklusive
Rochus-Hospital Telgte) überdurchschnittlich viele psychisch Kranke hat, die nach län-
geren stationären Therapieaufenthalten in Münster bleiben.
Für Wohnungslose hält der Kreis Warendorf gar kein Angebot, die Kreise Steinfurt und
Borken und Coesfeld nur ein geringes Angebot weit v on Münster entfernt bereit, wäh-
rend Münster eine umfangreiche Palette an stationär en und teilstationären Hilfen bietet.
D.h. auch diese Personen kommen aus dem gesamten Umkreis nach Münster.
Damit ist Münster aufgrund seiner Funktion als Ober zentrum Anziehungspunkt für be-
sonders schwer vermittelbare Personengruppen (und d amit in der Regel Langzeitbezie-
hende) aus dem gesamten Münsterland.
Lohnniveau
Das niedrige Lohnniveau der in Münster realisierten Integrationen reicht häufig nicht zur
Beendigung des Leistungsbezuges.
Die Anzahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten mit einem Einkommen aus Er-
werbstätigkeit lag im Juli 2012 bei 4.447 Personen auf dem gleichen Niveau des Vorjah-
resmonats. Diese Entwicklung geht einher mit der vergleichsweise hohen Quote der Ein-
tritte in geringfügige Beschäftigung von 11,7% im V ergleich zu NRW 10,2%. Die Anzahl
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 15 -
der Personen mit einem Einkommen über 800 € lag im Juli 2011 bei 1.073 und ist zu Juli
2012 auf 1.133 angestiegen. Bei dieser Höhe des Erwerbseinkommens geht die Statistik
von einem Einkommen aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung aus.
Mietniveau
Die Entwicklung der Einwohnerzahl Münsters verlief in den vergangenen Jahren positiv.
Von 2005 bis 2011 wuchs die Bevölkerung um 7,7 % von 270.868 auf 291.754 Einwoh-
ner. Im gleichen Zeitraum nahm die Zahl der Haushalte von 144.832 auf 159.583 zu, ein
Anstieg von 10,2 %. Die positive Bevölkerungsentwicklung wird sich au ch in den kom-
menden Jahren fortsetzen. Die Nachfrage nach Wohnra um wird aufgrund dieser Ent-
wicklung nicht nachlassen. Die Zahl der Baufertigst ellungen und Genehmigungen deckt
die Nachfrage kaum. Diese Entwicklung beeinflusst w esentlich die Preisentwicklung der
Mieten. Über alle Lage- und Qualitätsklassen hinweg stiegen die Mieten im Jahr 2010
um 4,2 Prozent. In kaum einer anderen Großstadt in Nordrhein-Westfalen sind die Mie-
ten derart drastisch gestiegen.
Bei den durchschnittlichen Wohnkosten (550 € Kaltmi ete bzw. 763 € Warmmiete) findet
sich Münster in Nordrhein-Westfalen auf dem vierten Platz wieder. Diese Entwicklung
auf dem gesamten Immobilienmarkt in Münster wirkt s ich natürlich auch auf die Kosten
der Unterkunft aus, die durch das Jobcenter Münster ausgezahlt werden.
Die anerkannten Durchschnittskosten im Jobcenter Mü nster für Unterkunft und Heizung
sind im Zeitraum von Januar 2011 bis Dezember 2012 um 21,25 € angestiegen. Dieser
Anstieg entspricht einer Steigerung von 4,9 %.
Im April 2013 wird in der Stadt Münster der neue Mietspiegel 2013 erwartet.
In Bezug auf die Gesamtentwicklung führt das beschr iebene Mietniveau dazu, dass sich
die durch Einkommen zu deckenden Bedarfe erhöhen. D as Lohnniveau hingegen folgt
dieser Entwicklung nicht. Dies führt dazu, dass die Personen länger im Leistungsbezug
verbleiben und eine Senkung des Bestands der Langze itleistungsbeziehenden nicht er-
reichbar ist.
Vor diesem Hintergrund muss die Stadt Münster mit e inem anderen Maßstab betrachtet
werden als die umliegenden Regionen.
2.2. Geschäftspolitische Handlungsschwerpunkte
Die unter 2.1 genannten Ziele werden durch fünf Handlungsschwerpunkte in der operati-
ven Umsetzung flankiert.
• Marktchancen bei Arbeitgebern für junge Menschen aus dem SGB II er-
schließen und junge Menschen zu einem Schul- bzw. Ausbildungsabschluss hin-
führen
• Alleinerziehende stärken und Beschäftigungsmöglich keiten nutzen
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 16 -
• Integrationschancen durch Qualifikation von Langze itleistungsbeziehenden erhö-
hen
• Marktchancen bei Arbeitgebern für Menschen mit Beh inderung erhöhen
• fa:z © Steuerungsmodell verstetigen und die operative Leis tungsfähigkeit erhö-
hen
3. Rahmenbedingungen
3.1. Arbeitsmarkt
Um für das Jobcenter Münster eine aussagekräftige u nd handlungsorientierte Arbeits-
marktanalyse darzustellen, genügt es nicht, den Arb eitsmarkt isoliert zu betrachten. Es
ist erforderlich, neben der Arbeitsmarktstruktur in Münster auch die Bewerberstruktur der
erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in Münster zu betrachten, um zielgerichtet auf die
Anforderungen des Arbeitsmarktes reagieren zu könne n. Dementsprechend werden die
erzielten Integrationen
1, bezogen auf den Zeitraum Berichtsmonat Januar-Jul i 2012, im
Hinblick auf die Chancen am Arbeitsmarkt ausgewertet.
Nachfolgend werden daher zunächst alle relevanten Daten (Beschäftigungsstatistik nach
Wirtschaftsbereichen, Integrationen nach Berufskenn ziffern, Bewerberstruktur nach
Wirtschaftsbereichen) einzeln betrachtet und in einem weiteren Schritt zusammengeführt
und gegenübergestellt, um Diskrepanzen und mögliche Handlungsansätze aufzuzeigen.
3.1.1. Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen
Die Wirtschaftsstruktur in Münster ist seit jeher d ienstleistungsorientiert. Mittlerweile sind
mehr als 85 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten
2 im tertiären Be-
reich 3 tätig (Tabelle 1). Neben dem Handel (13,9 %) domin iert vor allem das Gesund-
heits- und Sozialwesen den regionalen Arbeitsmarkt. Mit 12,3 % ist mehr als jeder achte
Beschäftigte in diesem Bereich tätig. Beide Wirtsch aftsbereiche haben damit im Ver-
gleich zum Vorjahr erneut an Wachstum zugelegt. Dar über hinaus finden sich die meis-
ten Beschäftigten in den Bereichen „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienst-
leistungen“ (8,8 %), „Öffentliche Verwaltung, Sozia lversicherung, Körperschaften“ (8,7
%) sowie „Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“ (7,6 %).
1 Quelle: Controlling des Jobcenter Münster, Auswertung vom 08.08.2012 „Auswertung der Integrationen nach DKZ /
ADKZ im Berichtsjahr 2012“.
2 Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (Stand: 31. Dezember 2011), „Sozialversicherungspflichtige Be-
schäftigte nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008.
3 Der tertiäre oder auch Dienstleistungssektor umfasst die Gesamtheit der Dienstleistungen, die in Unternehmen, durch
den Staat oder öffentliche Einrichtungen erbracht werden, wie etwa Handel, Gesundheitswesen, Verkehr und Lagerei,
Hotel und Gastronomie, Information und Kommunikation sowie sonstige Dienstleistungen
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 17 -
Tabelle 1: SV-pflichtige Beschäftigte nach Wirtschaftsabschnitten/Wirtschaftsabteilungen/Wirtschaftsgruppen
SV-pflichtige Beschäftigte am Stichtag
Ende… Wirtschaftsabschnitte / Wirtschaftsabteilungen /
Wirtschaft sgruppen Dez. 11 Dez. 10
Veränderung
ggü. Vorjahr
Gesundheits- und Sozialwesen 25.117 23.636 1.481
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 11.151 10.832 319
Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen u nd techni-
schen Dienstleistungen
9.067 8.773 294
Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 20.356 20.102 254
Information und Kommunikation 8.889 8.677 212
Gastgewerbe 4.387 4.363 24
Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen 12.961 12.957 4
Öff. Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung, Körp er-
schaften
12.701 12.924 -223
Auffallend – jedoch durch den demographischen Wande l erklärbar – ist die eindeutig
positive Entwicklung der sozialversicherungspflicht igen Beschäftigung im Gesundheits-
und Sozialwesen. Der positive Trend der letzten Jah re setzt sich damit in diesem Wirt-
schaftsbereich fort.
Der Bereich der „sonstigen wirtschaftlichen Dienstl eistungen“ weist mit einem Zuwachs
von vier Beschäftigten augenscheinlich kaum Verände rungen zum Vorjahr auf. Betrach-
tet man jedoch einzelne Zweige des Wirtschaftsabsch nittes, wird insgesamt eher ein
Beschäftigungsrückgang deutlich, mit Ausnahme des B ereichs der „Überlassung von
Arbeitskräften“, der einen Gesamtanteil von fast 50 % ausmacht und mit einem Plus von
188 Beschäftigten einen Anstieg von 4,2 % verzeichn et. Dieses spiegelt das hohe Ein-
stellungspotential der ca. 50 Personaldienstleister in Münster wider. Integrationen auf
dem Gebiet der „Überlassung von Arbeitskräften“ erfolgen historisch eher in Helferberu-
fen, zunehmend ist jedoch die Entwicklung zu beobac hten, dass auch Stellen für höher
Qualifizierte über die Personaldienstleister angeboten werden.
Entsprechend der hohen Dienstleistungsorientierung sind mit 12.851 Beschäftigten (Vor-
jahr: 12.331 Beschäftigte) nur 8,8 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im
„verarbeitenden Gewerbe
4“ tätig, bei den geringfügig Beschäftigten sind es gar nur 3 %.
3,4 % aller sozialversicherungspflichtig und 1,8 % aller geringfügig Beschäftigten sind im
Baugewerbe tätig.
Im Bereich der sozialversicherungsfreien Beschäftigung
5 hat das Gastgewerbe mit
496 zusätzlichen Beschäftigten zugelegt. Dies ist e in Wirtschaftsbereich, der klassi-
scherweise mit Aushilfskräften arbeitet, Studierend en oder geringfügig Beschäftigten
(Tabelle 2).
4 Herstellung chemischer und pharmazeutischer Erzeugnisse, Nahrungs- und Genussmittel, Maschinenbau.
5 Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (Stand: 31. Dezember 2011), „Geringfügig entlohnte Beschäftigte
nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 18 -
Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich beim Gesundhei ts- und Sozialwesen – neben ei-
nem deutlichen Zugang von versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen ha-
ben hier auch die geringfügig Beschäftigten zugenommen, sie mündeten überwiegend in
die Bereiche „Betreuung“, „Alltagsbegleitung“ und „Helfer/Altenpflege“ ein.
Im Gegensatz zur sozialversicherungspflichtigen Bes chäftigung hat im Bereich der
„sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ der A nteil der geringfügigen Beschäfti-
gungsverhältnissen zugenommen – allerdings bildet d ie „Überlassung von Arbeitskräf-
ten“ hier mit 1,3 % am Anteil aller geringfügig Bes chäftigten nur einen kleinen Teil. Die-
ser ist mit mittlerweile 496 Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr um 24 gesunken, was
darauf hindeutet, dass der Schwerpunkt in der Branche auf sozialversicherungspflichtige
Beschäftigung gelegt wird.
Tabelle
2: Geringfügig Beschäftigte nach Wirtschaftsabschnitten/Wirtschaftsabteilungen/Wirtschaftsgruppen
geringfügig Beschäftigte am Stichtag
Ende…
Wirtschaftsabschnitte / Wirtschaftsabteilungen / Wirtschaftsgruppen
Dez. 11 Dez. 10
Veränderung
ggü. Vorjahr
Gastgewerbe 5.157 4.661 496
Gesundheits- und Sozialwesen 4.777 4.526 251
Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen u nd technischen Dienst-
leistungen
2.310 2.102 208
Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen 4.349 4.198 151
Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 7.630 7.518 112
Öff. Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung, Körperschaften 933 912 21
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 363 381 -18
Information und Kommunikation 1.520 1.601 -81
3.1.2. Integrationen nach Berufskennziffern und Wirtschaftsklassen
Um eine Aussage darüber treffen zu können, in welche Berufe und/oder Wirtschaftsklas-
sen die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten (eLb)
6 im Jobcenter Münster im laufenden
Jahr (Berichtsmonat Januar-Juli 2012) eingemündet 7 sind, wurde durch das Controlling
des Jobcenter Münster 8 eine entsprechende Auswertung generiert, deren Erg ebnisse im
Folgenden dargestellt werden.
Im beobachteten Zeitraum wurden insgesamt 1.642 eLb in eine sozialversicherungs-
pflichtige Beschäftigung
9 vermittelt.
6 Alter der eLb von 15-64 Jahre.
7 Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.
8 Quelle: Controlling des Jobcenter Münster, Auswertung vom 08.08.2012 „Auswertung der Integrationen nach DKZ /
ADKZ im Berichtsjahr 2012“.
9 Anmerkung: 1540 Integrationen mit Verbleibsinformation, 102 Integrationen mit unbekanntem Verbleib.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 19 -
Den höchsten Anteil an allen Integrationen in sozia lversicherungspflichtige Beschäfti-
gungsverhältnisse bilden die Integrationen in klassische Tätigkeiten für Geringqualifizier-
te. Unter den „Top 10“ der Einmündungen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
finden sich mit Ausnahme von 34 Integrationen als B erufskraftfahrer/in und 37 Integrati-
onen als Verkäufer/in ausnahmslos Einmündungen in d iese Berufsfelder (Diagramm 1).
Im Hinblick auf die Zuordnung zu Wirtschaftsbereich en wird bereits an dieser Stelle die
Dominanz des tertiären Sektors in Münster deutlich:
Sozialversicherungspflichtige Integrationen "Top 10" Januar-Juli 2012
berufsübergreifend
137
121
109
56
54
48
37
34
32
30
0 20 40 60 80 100 120 140 160
Helfer/in - Reinigung
Helfer/in - Lagerwirtschaft, Transport
Tätigkeitsangabe ohne Berufsbezug
Helfer/in - Verkauf
Helfer/in - Küche
Call-Center-Agent/in
Verkäufer/in
Berufskraftfahrer/in
Auslieferungsfahrer/in (nicht Verkaufsfahrer/in)
Servicekraft
Diagramm 1: Sozialversicherungspflichtige Integrationen „Top 10“ - berufsübergreifend
Bei der berufsübergreifenden Betrachtung der Integr ationen lässt sich der eingangs er-
wähnte positive Trend im „ Gesundheits- und Sozialwesen“ hingegen nicht erkennen.
Dieser wird erst deutlich, wenn der Wirtschaftsbere ich isoliert betrachtet wird und die
einzelnen Berufe innerhalb dieses Bereichs zusammengefasst werden.
Mit einem Anteil von insgesamt 111 Integrationen an allen sozialversicherungspflichtigen
Integrationen mit Verbleibsinformation
10 ist mehr als jeder dreizehnte eLb in eine sozial-
versicherungspflichtige Tätigkeit vermittelt worden , die diesem Wirtschaftsabschnitt zu-
zuordnen ist, das entspricht einem Anteil von 6,5 %.
Auffallend und atypisch zu den Verläufen der übrige n Wirtschaftsbereiche ist die hohe
Anzahl von Integrationen in Berufe, die eine hohe Q ualifikation voraussetzen (Erzie-
her/in, Arzt/Ärztin, Ergotherapeut/in, medizinische Fachangestellte/r). Unter den „Top 10“
der Einmündungen in sozialversicherungspflichtige B eschäftigung ist mit 23 Integratio-
nen fast jeder fünfte eLb als Sozialarbeiter/Sozialpädagoge (m/w) integriert worden (Dia-
gramm 2).
10 Quelle: Controlling des Jobcenter Münster, Auswertung vom 08.08.2012
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 20 -
Ein Viertel der gesamten Integrationen im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen erfolg-
te in Berufsfelder der Altenpflege – und zwar vorne hmlich in Helfertätigkeiten, also wie-
derum Tätigkeiten, die keine höhere Qualifikation erfordern.
Sozialversicherungspflichtige Integrationen "Top 10" Januar-Juli 2012
Gesundheit und Soziales
23
14
12
9
7
7
4
4
3
3
0 5 10 15 20 25
Sozialarbeiter/in /
Sozialpädagoge/-pädagogin
Altenpflegehelfer/in
Erzieher/in
Helfer/in - Altenpflege
Zahnarzt/-ärztin
Zahnmedizinische/r
Fachangestellte/r
Sozialhelfer/in/-assistent/in
Ergotherapeut/in
Medizinische/r
Fachangestellte/r
Altenpfleger/in
Diagramm 2: Sozialversicherungspflichtige Integrationen „Top 10“ – Gesundheit und Soziales
Die sozialversicherungspflichtigen Integrationen in dem Wirtschaftsabschnitt „Verkehr und
Logistik“ bilden mit insgesamt 239 Integrationen einen Anteil an allen Integrationen in Höhe
von 15,5 %, wobei sich bei näherer Betrachtung der „Top 10“ auch hier zeigt, dass das Gros
der Einmündungen in Beschäftigungsverhältnisse erfo lgt, die einen qualifizierten Berufsab-
schluss nicht voraussetzen, wie zum Beispiel Hilfsk räfte in Lagerwirtschaft und Transport
oder Auslieferungskräfte.
Einen verhältnismäßig geringen Anteil an sozialvers icherungspflichtigen Integrationen
nehmen die Wirtschaftsbereiche „Handel“ sowie „Handwerk und Industrie – ohne
Helfer“ ein.
Im „Handel“ sind bis zum Stichtag insgesamt 134 eLb sozialversicherungspflichtig integ-
riert worden. Das entspricht einem Anteil von etwa 8 % an allen Integrationen.
Es zeigt sich, dass im Wirtschaftsbereich „Handel“, wie z. B. im Verkauf, relativ gute
Chancen für gering Qualifizierte bestehen – dements prechend sind die meisten Integra-
tionen in diesem Bereich mit „Verkaufshilfen“ erzielt worden (56 Integrationen).
Anders stellt sich die Situation im Bereich „Handwerk und Industrie“ dar. Im Berichtszeit-
raum Januar-Juli 2012 wurden insgesamt 107 eLb in d iesem Wirtschaftsbereich integ-
riert. Das entspricht einem Anteil an allen sozialv ersicherungspflichtigen Integrationen
von nur etwa 6,5 %.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 21 -
Es gibt vor allem im Handwerk eine starke Nachfrage nach Qualifizierten, die in Zeiten
des Fachkräftemangels jedoch nicht bedient werden k ann. Gute und qualifizierte Kräfte
sind am Arbeitsmarkt nicht frei verfügbar. Dementsp rechend wurden nur vereinzelt
Fachkräfte in handwerkliche Berufe vermittelt.
Die Integrationen erfolgten vornehmlich in Berufe, die eine hohe Qualifikation nicht vor-
aussetzen – zum Beispiel in der Gebäudereinigung oder der Fahrzeugpflege.
Insgesamt ist – mit Ausnahme des Gesundheits- und S ozialwesens – in allen Wirt-
schaftsabschnitten ein hoher Anteil an Integrationen in Helfertätigkeiten signifikant.
Mit 692 Integrationen wurden fast 45 % aller Beschä ftigungsaufnahmen in diesem Be-
reich realisiert. Die Integrationen in Helferberufe lassen eine Tendenz zugunsten eines
Wirtschaftsbereiches nicht erkennen (Diagramm 3).
Sozialversicherungspflichtige Integrationen "Top 10" Januar-Juli 2012
Helferberufe
137
121
109
56
54
28
24
21
18
16
0 20 40 60 80 100 120 140 160
Helfer/in - Reinigung
Helfer/in - Lagerwirtschaft, Transport
Tätigkeitsangabe ohne Berufsbezug
Helfer/in - Verkauf
Helfer/in - Küche
Helfer/in - Büro, Verwaltung
Helfer/in - Hochbau
Helfer/in - Gastgewerbe
Helfer/in - Metallbearbeitung
Helfer/in - Gartenbau
Diagramm 3: Sozialversicherungspflichtige Integrationen „Top 10“ – Helferberufe
3.1.3. Bewerberstruktur nach Wirtschaftsbereichen
Um die Aussagekraft der Feststellungen zur münsters chen Arbeitsmarktstruktur für das
Jobcenter Münster abzuwägen und Aussagen zur Bildun gsziel- und Maßnahmeplanung
2012 gewinnen zu können, wird in der Folge die Stru ktur derjenigen Bewerberinnen und
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 22 -
Bewerber untersucht, die zum Stichtag 14.08.2012 im Jobcenter Münster mit gültiger
Beschäftigungssuche gemeldet waren 11 .
Es wurden insgesamt 8.259 Bewerberinnen und Bewerbe r im Alter zwischen 15 und 65
Jahren gefiltert, bei denen zum Stichtag ein gültig er Eintrag unter „Beschäftigungssuche
- Arbeitsplatz“ mit beliebiger Beschäftigungssuche (nach Berufskennziffer) verzeichnet
war. Die Daten sind somit nur begrenzt valide, Auss agen für das gesamte Jahr 2012 zu
treffen; sie spiegeln aber die derzeitige Bewerberstruktur wider.
Die bereits gewonnene Erkenntnis, dass der Arbeitsm arkt in Münster vorrangig tertiär
geprägt ist, wird auch beim Blick auf das Bewerbers uchverhalten bestätigt. Mehr als je-
der zweite eLb im Jobcenter sucht Beschäftigung in diesem Sektor. Die Beschäftigungs-
suche im produzierenden Gewerbe ist demgegenüber mit nur knapp 12 % aller Beschäf-
tigungssuchenden geringer ausgeprägt. Gesondert aus gewählt wurde die Beschäfti-
gungssuche „ohne Berufsbezeichnung“, die einen Schluss auf den einen oder anderen
Sektor nicht zulässt. Hinter dieser Tätigkeitsangab e verbergen sich Beschäftigungen für
Geringqualifizierte, die sich unter anderen Berufsb ezeichnungen nicht subsumieren las-
sen.
In einem weiteren Schritt soll die Beschäftigungssu che innerhalb der Sektoren darge-
stellt werden. Hierzu wurde sowohl im sekundären, a ls auch tertiären Sektor eine Tren-
nung nach Beschäftigungssuchenden in Berufen für Geringqualifizierte
12 und Berufen mit
erforderlicher Qualifikation 13 vorgenommen.
Im sekundären Sektor suchen insgesamt 974 Menschen nach Beschäftigung in diesem
Sektor. 59% davon weisen keine Qualifikation auf, d er Anteil von höher Qualifizierten
liegt bei 41%.
Die Analyse der Beschäftigungssuchenden innerhalb d er beiden Bereiche zeigt auf,
dass sich bei den Helfertätigkeiten die Suche auf d rei größere Tätigkeitsgebiete fokus-
siert. Von insgesamt 579 Beschäftigungssuchenden su chen rund 40% eine Beschäfti-
gung als Helfer im Bauhaupt- und Baunebengewerbe ei nschließlich der dazugehörigen
Berufsgruppen (Helfer/in Hoch-/Tiefbau, Elektro-, M aler-, Lackiererhelfer/in, Helfer/in
Trocken-/Ausbau, etc.).
Mehr als 25% der Beschäftigungssuchenden konzentrie ren sich auf die Suche nach ei-
ner Tätigkeit im Gartenbau, nur noch ca. 15% bewerb en sich im originären produzieren-
den Gewerbe (Herstellung von Nahrungs- und Genussmi tteln, Maschinen- und Fahr-
zeugbau, etc.).
Anders stellt sich die Struktur der Beschäftigungssuchenden im tertiären Sektor dar.
Insgesamt waren zum Stichtag 6.922 Menschen im Jobc enter Münster auf der Suche
nach Beschäftigung im Dienstleistungssektor. Hier liegt der Anteil der Beschäftigungssu-
chenden nach Helfertätigkeiten mit 71 % deutlich üb er dem der Suchenden nach qualifi-
zierten Tätigkeiten (41%).
11 Quelle: Open ProSoz, Auswertung zum Stichtag 14.08.2012, Suche nach Bewerberinnen und Bewerbern mit „Beschäf-
tigungssuche Arbeitsplatz“ und gültiger „Beschäftigungssuche – DKZ“ nach Hauptberufswunsch.
12 Berufsgruppen ohne besondere Anforderungen an eine Qualifikation.
13 Berufsgruppen, die klassischer Weise einen beruflichen oder berufsbildenden Abschluss voraussetzen.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 23 -
Einen näheren Aufschluss über die Verteilung der Be schäftigungssuchenden innerhalb
der beiden Kategorien (Qualifizierte Tätigkeiten, Helfertätigkeiten) ergibt nachfolgend die
Aufteilung in die Hauptberufsgruppen der Beschäftigungssuche.
Im tertiären Sektor suchen 4.850 Menschen nach eine r Beschäftigung, die keine beson-
dere Qualifikation voraussetzt. Mehr als jeder vier te Beschäftigungssuchende konzent-
riert sich dabei auf eine Beschäftigung im Bereich Reinigung und Raumpflege. Jeweils
ca. 15% aller Beschäftigungssuchenden versucht, im Gastgewerbe (745 Suchende), im
Handel (734 Suchende) oder in der Lagerei (702 Such ende) Arbeit zu finden. Ein weite-
res Augenmerk der Beschäftigungssuchenden liegt im kaufmännischen Bereich (Hel-
fer/in Büro/Verwaltung, Call-Center-Agent/in, Daten erfasser/in, Empfangsmitarbeiter/in),
in welchem fast jeder achte gering qualifizierte Ar beitsuchende verzeichnet ist. Mit 379
aller Beschäftigungssuchenden möchten immerhin noch etwa 8% im Bereich der Logis-
tikdienstleistungen (Auslieferungs- und Botenfahrer/in, Kurierfahrer/in) einen Arbeitsplatz
finden. Eine untergeordnete Position nehmen Tätigke iten im häuslichen Bereich und in
der Pflege ein. Sie umfassen ca. nur ein Prozent aller Beschäftigungssuchenden. Dieses
lässt sich vor allem dadurch erklären, dass die Anf orderungen an Pflegekräfte im Hin-
blick auf deren Qualifikation deutlich zugenommen h at, der Zugang zu dieser Tätigkeit
der Personengruppe der Geringqualifizierten mithin verwehrt ist, da sie vielfach nicht
über den erforderlichen Schulabschluss verfügt.
Von den insgesamt 2.072 Beschäftigungssuchenden mit qualifiziertem Abschluss su-
chen rund 15% aller im Handel (Verkauf, Einzel-/Gro ßhandel) nach einer neuen Be-
schäftigung (Diagramm 15). Jeder Elfte sucht nach e iner Beschäftigung im kaufmänni-
schen Bereich. Qualifizierte Beschäftigungssuchende orientieren sich in etwa neun Pro-
zent aller Fälle in Richtung Gesundheits-/Kranken- und Altenpflege (gesamt: 182 Be-
schäftigungssuchende). Das Gros der Beschäftigungss uchenden im Bereich La-
ger/Transport/Verkehr betrifft die Suche nach Besch äftigung für Berufskraftfahrer (ge-
samt: 75).
Aufgrund der hohen Anzahl der erfolgten Integration en im Bereich „Soziale Ar-
beit/Sozialpädagogik“ (siehe Diagramm 2), wurde die Gruppe der Beschäftigungssu-
chenden in diesem Berufsfeld gesondert ausgewiesen. Dabei fällt auf, dass mit 90 Su-
chenden (das sind fast 4.5 % aller qualifizierten B eschäftigungssuchenden im tertiären
Bereich) ein relativ hoher Anteil von Beschäftigung ssuchenden in den Bereich „Soziale
Arbeit/Sozialpädagogik“ einmünden wollen.
3.1.4. Zusammenfassung und Ergebnisse
Bei Betrachtung der unter Ziffer 3.1.1 – 3.1.3 getr offenen Feststellungen lässt sich zu-
nächst festhalten, dass die hohe Dienstleistungsori entierung, die am münsterschen Ar-
beitsmarkt vorherrscht, sich auch auf die Orientier ung der Bewerberinnen und Bewerber
bei der Berufswahl überträgt. Sowohl bei den erfolg ten Integrationen als auch bei der
Beschäftigungssuche zeigt sich ein Übergewicht zugunsten des tertiären Sektors.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 24 -
Dennoch lassen sich gravierende Diskrepanzen zwischen den „Beschäftigten nach Wirt-
schaftsbereichen“, den erfolgten „Integrationen nach Berufskennziffern und Wirtschafts-
klassen“ und der im Jobcenter Münster vorhandenen „ Bewerberstruktur nach Wirt-
schaftsbereichen“ feststellen.
Während die meisten Beschäftigten
14 in Münster im Gesundheits- und Sozialwesen tätig
sind, sind im Beobachtungszeitraum Januar-Juli 2012 die meisten Beschäftigungssu-
chenden im Jobcenter Münster in Helfertätigkeiten i ntegriert worden, vor allem in Reini-
gungs- und Lagertätigkeiten. Ursächlich hierfür ist die Bewerberstruktur der eLb im Job-
center Münster, die einen weitaus höheren Anteil an Geringqualifizierten aufweist als an
qualifizierten Kräften. Vom demografischen Wandel u nd der dadurch bedingte Zunahme
von Beschäftigungsmöglichkeiten im Gesundheits- und Sozialwesen profitieren nicht
diejenigen Bewerber und Bewerberinnen, die über kei ne nennenswerte Qualifikation
verfügen. Die erzielten Integrationen im Bereich Ge sundheits- und Sozialwesen zeigen:
In fast allen Berufsfeldern werden qualifizierte Berufsabschlüsse vorausgesetzt!
Bezogen auf die Anzahl der Beschäftigten
15 rangiert der Wirtschaftsbereich „Handel;
Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ i n Münster an zweiter Stelle – hier
zeigen sich Übereinstimmungen mit den Beschäftigung ssuchenden im Jobcenter Müns-
ter. Sowohl bei den Geringqualifizierten als auch b ei den qualifizierten eLb suchen je-
weils etwa 15 % aller in diesem Bereich. Allerdings ist die Anzahl der gering qualifizier-
ten Suchenden mit 734 eLb deutlich höher als der de r Suchenden mit qualifiziertem Ab-
schluss mit 313 eLb. Die im Berichtszeitraum erzielten Integrationen zeigen jedoch, dass
sich die günstige Beschäftigungsprognose im Handel für die Bewerber und Bewer-
berinnen im Jobcenter Münster nur zum Teil niedersc hlägt. Im Helferbereich konnten im
Zeitraum Januar-Juli 2012 „nur“ 56 Verkaufshilfen i ntegriert werden. Ursächlich hierfür
könnte die eingeschränkte Verfügbarkeit der eLb auf grund familiärer Umstände sein –
zudem treten die Geringqualifizierten gerade im Hin blick auf den Wirtschaftsbereich
„Handel“ in direkte Konkurrenz zu den in Münster ansässigen Studierenden, die hinsicht-
lich der Einsatzzeiten oft zeitlich flexibler einsetzbar sind.
Eine weitere Diskrepanz zeigt sich – vor allem bei den Geringqualifizierten – bei der Be-
trachtung der Beschäftigungssuche im Vergleich zu d en im Berichtszeitraum erzielten
Integrationen und den „Beschäftigten nach Wirtschaf tszweigen“ im Wirtschaftsabschnitt
der Gastronomie. Bei den Beschäftigungssuchenden oh ne Qualifizierung rangiert die
Suche nach einer Tätigkeit in der Gastronomie auf d em zweiten Platz hinter denjenigen
die im Bereich „Reinigung/Raumpflege“ nach neuer Beschäftigung suchen. Demgegen-
über spielt das Gastgewerbe mit 4.387 sozialversich erungspflichtig Beschäftigten
16 in
der Beschäftigungsstatistik für Münster nur eine un tergeordnete Rolle – es überwiegen
in diesem Bereich geringfügige Beschäftigungsverhältnisse, die in der Gastronomie häu-
fig mit Studierenden oder Oberstufenschülerinnen un d –schülern begründet werden, die
in der Regel eine höhere Flexibilität aufweisen und belastbarer scheinen. Dieses Miss-
verhältnis von Angebot und Nachfrage spiegelt sich in den im Berichtszeitraum erzielten
Integrationen wieder: nur etwa 110 Integrationen erfolgten in den Bereich Gastronomie.
14 Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte.
15 Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte.
16 Stichtag Dezember 2011.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 25 -
3.1.5. Handlungsempfehlungen
Aufgrund der bisher getroffenen Feststellungen lass en sich Handlungsempfehlungen
formulieren, die es dem Jobcenter Münster ermöglich en, durch eine zielgerichtete Pla-
nung besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes reagieren zu können.
Grundsätzlich lässt sich für alle Wirtschaftsbereic he gleichermaßen feststellen, dass die
Chancen auf (nachhaltige) Beschäftigung mit zunehme ndem Qualifikationsniveau stei-
gen. Je nach Berufszweig ist es dabei unter Umständ en bereits ausreichend, eine
Grundqualifizierung vorweisen zu können (z. B. für
qualifizierte Hilfstätigkeiten im Hand-
werk, wie Elektro- oder Metallbau sowie im Lager, K ommissionierung), die im Idealfall
zertifiziert ist. In anderen Berufszweigen, wie dem kaufmännischen Bereich, reichen
Grundqualifikationen hingegen nicht mehr aus. Hier zeigt sich, dass zunehmend Spezi-
alkenntnisse (z. B. SAP, Personal- und Arbeitsrecht) gefordert werden.
Ein hohes Beschäftigungspotential bietet der Wirtsc haftsbereich des Gesundheits- und
Sozialwesens. Es zeigt sich jedoch, dass die eLb vo m demografischen Wandel und der
damit einher gehenden Nachfrage nach Gesundheitsber ufen nicht profitieren, weil viele
nicht über die erforderlichen, qualifizierten Absch lüsse verfügen. Hier lohnt es sich, po-
tentielle Bewerber und Bewerberinnen zielgerichtet zu identifizieren und zu qualifizieren.
Weitere gute Beschäftigungsmöglichkeiten bietet – z eitliche Flexibilität vorausgesetzt –
der Wirtschaftsbereich Handel, der in Münster eine zentrale Rolle spielt. Vor dem Hinter-
grund der bestehenden Konkurrenzsituation zu den St udierenden sollte geeigneten Per-
sonen durch zielgerichtete Qualifizierung (z. B. Fa chverkaufskraft) eine bessere Wett-
bewerbsposition ermöglicht werden.
Hinsichtlich der vielen Beschäftigungssuchenden im Bereich Gastronomie ist es erfor-
derlich, dass im Coachingprozess ein beruflicher Pe rspektivenwechsel mit den Betroffe-
nen diskutiert und umgesetzt wird. Die Beschäftigun gsmöglichkeiten in der Gastronomie
sind – auch für gut Qualifizierte – in vielen Fälle n kritisch zu sehen, da einerseits das
Arbeitsangebot infolge der Studierenden sehr hoch i st und andererseits die Ver-
dienstaussichten gering sind. Vielfach werden Arbei tsplätze in diesem Bereich aus-
schließlich auf geringfügiger Basis angeboten.
3.2. Finanzen
Es wird erwartet, dass dem Jobcenter Münster für da s Jahr 2013 ca. 9,1 Millionen Euro
für Eingliederungsleistungen im SGB II (ohne Umschi chtung in den Verwaltungshaus-
halt) zur Verfügung gestellt werden (zzgl. Mittel aus dem Beschäftigungspakt 50 plus).
Im Vergleich zu den beiden Vorjahren (2011 rund 11, 9 Millionen Euro und 2012 rund
10,0 Millionen Euro) hat sich das zur Verfügung ste hende Mittelvolumen des Eingliede-
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 26 -
rungstitels erneut deutlich reduziert. Der Umschich tungsbetrag in den Verwaltungshaus-
halt wird ca. 1,3 Millionen Euro betragen. Somit st ehen für Eingliederungsmaßnahmen
rund 7,8 Mio. Euro zur Verfügung.
3.3. Erwerbsfähige Leistungsempfänger
Im Folgenden sind die Kundenstrukturdaten sowie die zielgruppenorientierte Ausrichtung
des Jobcenters Münster beschrieben.
3.3.1. Anzahl der Bedarfsgemeinschaften, erwerbsfäh igen Leistungsberechtigten
und Arbeitslose
BG= Bedarfsgemeinschaften, eLb = erwerbsfähige Leistungsberechtigte, Alo = Arbeitslose
Die Entwicklung der Anzahl der Bedarfsgemeinschafte n und erwerbsfähigen Leistungs-
berechtigten zeigt, dass in den letzten Jahren keine signifikante positive Veränderung zu
beobachten ist. Die starke Veränderung der Anzahl d er Arbeitslosen in den Jahren ist
wohl auf die zur Verfügung gestellten Mittel im Ein gliederungsbudget zurückzuführen.
2010 wurden aufgrund des Konjunkturpaketes II erheb lich mehr an Finanzmitteln durch
die Bundesregierung zur Verfügung gestellt.
Im Jahr 2013 gilt es „neue“ und auch langfristige Strategien zu entwickeln, die eine dau-
erhafte Reduzierung der Hilfebeziehenden ermöglicht. Ein Ansatz könnte hier die öffent-
lich geförderte Beschäftigung mit einem 100-prozentigen Passiv-Aktiv-Transfer sein. Hier
gilt es die im Bund-Länder Ausschuss begonnen Überl egungen aktiv zu begleiten und
eigene Anregungen einzubringen.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 27 -
3.3.2. Definierte Zielgruppen des Jobcenters
Um Kundinnen und Kunden des Jobcenters Münster in i hren unterschiedlichen Lebens-
situationen individuell und professionell unterstützen zu können, wurden die rund 14.000
erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in sogenannte Zielgruppen eingeteilt:
*Die Daten bezogen auf Migrantinnen/Migranten sind außerhalb der Gesamtbetrachtung ausgewiesen.
Wie der Grafik zu entnehmen ist, sind 1/3 der Kundi nnen und Kunden über 25 – 49 Jah-
re alt (ohne Alleinerziehende, Schwerbehinderte/Gle ichgestellte, Rehabilitanden und
Selbständige). 19 % der Kundinnen und Kunden sind ü ber 50 Jahre. Dieser Personen-
gruppe wird im Kontext der demographischen Entwickl ung eine steigende Bedeutung
zukommen.
19 % der Kundinnen und Kunden besitzen nicht die de utsche Staatsangehörigkeit im
Sinne des Artikels 116 Grundgesetz. Eine erste Anal yse zu Menschen mit Migrations-
vorgeschichte wurde bereits durchgeführt (weiteres siehe 4.4.6). Zur Bedarfsplanung
konnten diese Daten noch nicht herangezogen werden. Die Planung beruht derzeit noch
auf Datenmaterial, dass vor allem auf die Staatsangehörigkeit zurückgreift.
Ein Hauptaugenmerk wird auch auf die zielgruppenspezifischen Bedürfnisse der Jugend-
lichen (13 %) und Alleinerziehenden (10 %) gerichtet.
Infolge der demografischen Entwicklung wird erwartet, dass auch die Zahl der Menschen
mit Behinderung weiter steigen wird. Denn Schwerbeh inderte sind überwiegend ältere
Menschen und zumeist ist eine im Lebensverlauf erworbene Krankheit die Ursache einer
Schwerbehinderung. Derzeit sind 4 % der Kundinnen u nd Kunden der Zielgruppe der
Schwerbehinderten und Rehabilitanden zugeordnet.
Kleinste Zielgruppe mit einem Anteil von 1 % ist die Zielgruppe der Selbstständigen.
Die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sind jewei ls einer Zielgruppe zugeordnet und
werden von spezialisierten Jobcoaches betreut. Die Organisationsstruktur des Jobcen-
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 28 -
ters Münster ist entsprechend ausgerichtet (siehe 3 .3.3). Eine Ausnahme bilden die
Kundinnen und Kunden mit Migrationsvorgeschichte bz w. die der Ausländer. Diese Per-
sonengruppe taucht in allen anderen Zielgruppen auf. Nur im Team „MAMBA“ (Münsters
Aktionsprogramm für Migrantinnen und Migranten und Bleibeberechtigte zur Arbeits-
marktintegration in Münster und im Münsterland) werden ausschließlich Bleibeberechtig-
te und Flüchtlinge mit Zugang zum Arbeitsmarkt betreut.
3.3.3. Zielgruppenorientierte Organisationsstruktur
Die Organisationsstruktur der Abteilung „Markt und Integration“ wurde an die zielgrup-
penorientierte Beratungs- und Maßnahmenangebote des Jobcenters Münster ange-
passt.
Amtsleitung Amtsleitung
Beauftragte für
Chancengleichheit
Beauftragte für
Chancengleichheit
Fachstelle
Verwaltung
Fachstelle
Verwaltung
Fachstelle
Recht
Fachstelle
Recht
Front-und Backoffice
M&I
Front-und Backoffice
M&I
Fachstelle
U 25
Fachstelle
U 25
Fachstelle Allein-
erziehende, Ge-
schäftsstelle„Nord“
Fachstelle Allein-
erziehende, Ge-
schäftsstelle„Nord“
Fachstelle Ü25,
Selbständige und
AGVS
Fachstelle Ü25,
Selbständige und
AGVS
Fachstelle Ü25, Reha/
SB, Mamba, Ge-
schäftsstelle„Hiltrup“
Fachstelle Ü25, Reha/
SB, Mamba, Ge-
schäftsstelle„Hiltrup“
Fachstelle
50plus
Fachstelle
50plus
Abteilung
Markt & Integration
Maßnahmenmanagement
Front-und Backoffice
Leistung
Front-und Backoffice
Leistung
Fachstelle
Neuanträge
Selbständige
Fachstelle
Neuanträge
Selbständige
Fachstelle 1
Mitte
Fachstelle 1
Mitte
Fachstelle 2
Mitte
Fachstelle 2
Mitte
Fachstelle 3
Mitte
Fachstelle 3
Mitte
Fachstelle 1
Nord
Fachstelle 1
Nord
Fachstelle 2
Nord
Fachstelle 2
Nord
Fachstelle
Hiltrup
Fachstelle
Hiltrup
Abteilung Leistungsgewährung
Organisation,
IKS-Koordination
Organisation,
IKS-Koordination
Datenqualität,
IKS
Datenqualität,
IKS
Fachstelle
IT u. Controlling
Fachstelle
IT u. Controlling
3.4. Gender
Das SGB II enthält eine ganze Reihe von gleichstellungsrelevanten Vorgaben.
In §1 SGB II heißt es: “Die Gleichstellung von Männ ern und Frauen ist als durchgängi-
ges Prinzip zu verfolgen“ und darauf auszurichten, dass:
“geschlechtsspezifischen Nachteilen von erwerbsfähi gen Leistungsberechtigten entge-
gengewirkt wird“ und weiter, dass:
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 29 -
“die familienspezifischen Lebensverhältnisse von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten,
die Kinder erziehen oder pflegebedürftige Angehörige betreuen, berücksichtigt werden“.
Gleichstellung beinhaltet die:
Verbesserung der beruflichen Situation von Frauen durch
• Beseitigung bestehender Nachteile
• Überwindung eines geschlechtsspezifisch geprägten Ausbildungs- und Arbeitsmarkts
• Förderung entsprechend Anteil und relativer Betrof fenheit
Daraus ergeben sich verschiedene Ziele sowohl auf strategischer wie operativer Ebene:
Die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann als Schlüsselauftrag
verstanden werden. Denn nur so können Frauen stärke r an bezahlter Erwerbsarbeit teil-
haben und Männer mehr an Sorgearbeit. Auch die Förd erung der Normalität von Er-
werbsarbeit, die Verringerung der Geschlechtertrennung am Arbeitsmarkt und die Redu-
zierung von Lohn- und Karriereunterschieden hängen nicht zuletzt am Tropf der guten
Vereinbarkeit.
Erwerbsfähige Leistungsberechtigte sollten grundsät zlich gendersensibel beraten wer-
den, was impliziert, dass die Lebenszusammenhänge d er Kundinnen und Kunden be-
rücksichtigt werden, soziale und individuelle Resso urcen und Kompetenzen einbezogen
werden und auf Entwicklungsprozesse Rücksicht genommen wird.
Voraussetzung für die Umsetzung dieser Ziele ist di e personelle, konzeptionelle und
prozedurale Verankerung im Jobcenter.
Grundsätzlich bedarf es der aktiven und fördernden Unterstützung durch die Leitung, die
die Gleichstellung als geschäftspolitischen Dauerau ftrag versteht und der Verankerung
im Leitbild.
Mit der Bestellung einer Beauftragten für Chancengl eichheit am Arbeitsmarkt (BCA) ist
auf der Ebene der personellen Verankerung für die g rundsätzliche Verortung des The-
mas gesorgt. Ihr gesetzlicher Beratungs- und Unters tützungsauftrag wirkt nach innen
bezogen auf alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters und nach außen bezo-
gen auf die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten un d deren Angehörige sowie auf un-
terschiedlichste Akteurinnen und Akteure am Arbeits markt. Die aktive gestaltende Ko-
operation in den Netzwerken der Stadt Münster ermög licht die Wahrnehmung der Anlie-
gen der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten über das Jobcenter hinaus und die Schaf-
fung neuer Strukturen und Wirkungsmöglichkeiten.
Ihre Beteiligung bei der Planung und Erstellung des Arbeitsmarktprogramms und bei der
Planung und Umsetzung zielgruppenbezogener Aktionen und Maßnahmen, z.B. für Al-
leinerziehende, wirkt sich auf konzeptioneller Eben e aus. Dazu gehören vor allem Bera-
tungskonzepte für bestimmte Zielgruppen. Beispielha ft sei hier die Gruppe der Alleiner-
ziehenden, die den § 10 SGB II in Anspruch nehmen, genannt.
Auf der prozeduralen Ebene gilt es, den geschlechte rgerechten Aktivierungsprozess
durch systematische Erhebung, Analyse und Bewertung geschlechterdifferenzierter Da-
ten zu unterfüttern.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 30 -
In diesen Kontext gehört auch die Einbindung gender relevanter Inhalte in das Fortbil-
dungskonzept des Jobcenters. Diesem Aspekt soll im nächsten Jahr mehr Raum gege-
ben werden.
4. Planungsprozess und Ergebnisse
4.1. Planung der Förderinstrumente und Fördermaßnahmen 2013
Mit dem Übergang des Jobcenters in die alleinige ko mmunale Trägerschaft ist die Stadt
Münster losgelöst von der Bundesagentur für Arbeit verantwortlich für die Verwendung
des jährlichen Eingliederungstitels sowie die damit verbundene Planung und Beschaf-
fung der unterschiedlichen Förderinstrumente.
Daher wurde der Prozess für die Auswahl und Gestalt ung von Förderinstrumenten und -
maßnahmen neu strukturiert und systematisiert. Die einzelnen Planungsschritte wurden
beschrieben sowie der Kreis der beteiligten Akteure erweitert.
Beirat
4.2. Prozessbeschreibung im Detail
Im Rahmen der Bedarfsermittlung wurden in Planungsw orkshops Kundenstrukturdaten
sowie die aktuelle Entwicklung des Arbeitsmarktes a nalysiert, zielgruppenspezifische
Bedarfe ermittelt und diese den Förderinstrumenten zugeordnet.
Der Beirat berät gemäß § 18d Sozialgesetzbuch Zweit es Buch das Jobcenter bei der
Auswahl und Gestaltung der Eingliederungsinstrument e und –maßnahmen. Es ist her-
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 31 -
vorzuheben, dass der Beirat in Münster engmaschig m it in den Planungsprozess einge-
bunden worden ist. Mitglieder des Beirates waren da her auch in den Planungswork-
shops vertreten. Damit erhält er eine breitere Plat tform, um besser Fachwissen und
Know-how einbringen zu können.
Grundlage des Arbeitsmarktprogramms ist die Empfehl ung des Beirates zur Schwer-
punktsetzung unter Berücksichtigung der voraussicht lich zur Verfügung stehenden Mit-
tel.
4.3. Durchführung der Planungsworkshops
Im September wurden bis zu zweitägige Planungsworks hops durchgeführt. Da die ziel-
gruppenspezifischen Bedürfnisse der Kundinnen und K unden im Vordergrund der jährli-
chen Bedarfsplanung stehen, wurden die Planungswork shops entsprechend ausgerich-
tet. Insgesamt wurden demnach 7 Planungsworkshops durchgeführt.
Beteiligt waren die jeweiligen Zielgruppenverantwor tlichen (Fachstellenleitung), Jobcoa-
ches, das Maßnahmemanagement, die Beauftragte für C hancengleichheit sowie Mitglie-
der des Beirates. Der Workshop „50 plus“ wurde extern von der Beratungsfirma gfa pub-
lic im Rahmen des Bundesprogramms „Perspektive 50 plus“ moderiert.
In den Planungsworkshops wurden Inhalte der Förderi nstrumente und -maßnahmen
sowie die Art der Bedarfe unter Berücksichtigung de s fa:z Modells diskutiert. Innovative
(z. B. Qualifizierungspraktikum im Betrieb) bzw. bewährte Maßnahmen wurden formuliert
und es erfolgten Einschätzungen zum Umfang der Förd erungen. Auch die rechtliche
Grundlage der Förderinstrumente wurde festgelegt.
4.4. Ergebnisse der Planungsworkshops
Zielgruppenübergreifendes Ergebnis der Planungsworkshops ist, dass das fa:z konforme
Maßnahmenangebot weiterentwickelt werden soll. „Breitbandmaßnahmen“ sollen weiter
sukzessiv durch individuelle und passgenaue Angebote abgelöst werden. Dabei sind die
jeweiligen Ressourcenbereiche sowie die zielgruppen spezifischen Bedarfe zu berück-
sichtigen. Soweit es realisierbar ist, sollten die Maßnahmen darüber hinaus modular auf-
gebaut sein und einen laufenden Einstieg ermögliche n. So soll ein wirtschaftliches An-
gebot sowie geringe Wartezeiten für Maßnahmenteilne hmer und -teilnehmerinnen er-
reicht werden und „Maßnahmenmüdigkeit“ vorgebeugt werden.
Zudem wurde ein wesentliches Augenmerk auf das Vermittlungsangebot des Jobcenters
gelegt. Das Vermittlungsangebot umfasst nach § 35 S GB III „alle Tätigkeiten, die darauf
gerichtet sind, Ausbildungssuchende mit Arbeitgeber n zur Begründung eines Ausbil-
dungsverhältnisses und Arbeitsuchende mit Arbeitgeb ern zur Begründung eines Be-
schäftigungsverhältnisses zusammenzuführen“. Die ko mpetente und vertrauensvolle
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 32 -
Beratung der Kunden und Kundinnen durch den zuständigen Jobcoach bildet die Grund-
lage für eine erfolgreiche Integrationsarbeit. Die Leistungen nach § 35 SGB III sind daher
ebenfalls im Planungsprozess zu berücksichtigen. Es können nachweislich mehr und
nachhaltigere Integrationen in Arbeit erzielt werde n, wenn eine besonders intensive und
engmaschige Betreuung durch den Jobcoach geleistet wird. Zudem unterstützt die Bera-
tung- und Vermittlungstätigkeit des Jobcoaches die Erreichung jedes der Entwicklungs-
ziele, insbesondere die Stärkung der Ressourcenbere iche „Mitwirkung in der Fallsteue-
rung“, „Motivation“ sowie der zügigen Integration der Direktvermittlungskunden.
Darüber hinaus wurden folgende zielgruppenspezifische Schwerpunkte sowie innovative
Ansätze erarbeitet.
4.4.1. Zielgruppe „U 25“
Auch im Jahr 2013 bleibt die schnellstmögliche Inte gration von Jugendlichen unter 25
Jahren in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ein ges chäftspolitischer Schwerpunkt des
Jobcenters Münster. 95% der vom Jobcenter betreuten Kunden und Kundinnen unter 25
Jahren haben keine abgeschlossene Ausbildung, 33 % haben keinen Schulabschluss.
Schul- und Ausbildungsabschlüsse sind wichtige Vora ussetzungen zur Vermeidung von
Langzeitarbeitslosigkeit. Sie stärken den Aufbau ei ner von Sozialleistungen unabhängi-
gen Existenz und steuern einer „Stigmatisierung“ entgegen. Daher hat die Vermittlung in
eine Ausbildung oder in eine an eine Ausbildung her anführende Maßnahme stets Vor-
rang.
Übergang „Schule – Beruf“
Um einen fließenden Übergang von „Schule – Beruf“ zu ermöglichen, betreuen speziali-
sierte Jobcoaches alle Schülerinnen und Schüler, di e Grundsicherungsleistungen erhal-
ten. Allein im Schulentlassungsjahr Sommer 2012 war en es rund 520. Die Jobcoaches
verfolgen die Schulbesuche, informieren Betroffene und Eltern über weiterführende
Schulen, berufsbildende Alternativen oder (niederschwellige) Maßnahmen. Auch werden
Hinweise zu den Angeboten der Berufsberatung sowie der Gewährung finanzieller Hilfen
gegeben. Die Einmündung in Ausbildung wird aktiv un terstützt und erfolgt nach einem
10- Punkte-Plan unter Berücksichtigung des jeweilig en Quartals eines Kalenderjahres
sowie des Schulentlassjahres.
Ausbildungsvermittlung
Für ausbildungsgeeignete Jugendliche erfolgt bereits vor dem Schulabschluss ein erstes
intensives Gespräch mit ihrer Beraterin oder ihrem Berater im Jobcenter, um eine beruf-
liche Perspektive zu planen. Dabei wird auch geklär t, ob für einen erfolgreichen Ab-
schluss der Ausbildung besondere Unterstützungsleis tungen erforderlich sind (z.B. Be-
rufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen oder ausbildungsbegleitende Hilfen).
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 33 -
Qualifizierung, Aktivierung und Motivierung
Bei einem Großteil der Jugendlichen / jungen Erwach senen ist eine direkte Vermittlung
in Arbeit oder Ausbildung aufgrund familiärer und/oder persönlicher Probleme und ande-
rer Vermittlungshemmnisse derzeit nicht möglich. Hi er lauten die geschäftspolitischen
Schwerpunkte des Jobcenters persönliche Stabilisier ung der Jugendlichen, Heranfüh-
rung an den Arbeitsmarkt und Aufarbeiten schulische r Defizite, besonders das Nachho-
len eines Schulabschlusses. Diese Ziele kann das Jo bcenter nur durch eine gute Ver-
netzung mit anderen Akteuren, wie z.B. der Berufsbe ratung der Agentur für Arbeit, der
Jugendberufshilfe erreichen. Neben den bereits gena nnten flankierenden kommunalen
Leistungen und der Zusammenarbeit mit anderen Träge rn und Einrichtungen sind daher
im Vorfeld zunächst besondere Qualifizierungen und Maßnahmen zur Vorbereitung auf
die Integration geplant. Die Konzipierung der Maßna hmen erfolgt in Kooperation mit Bil-
dungsträgern, die qualifizierte und für das Jobcent er wertvolle Erfahrungen mit der Ziel-
gruppe haben.
Insgesamt kann festgestellt werden, dass das angebo tene Maßnahmenportfolio
2012/2013 für die jugendlichen erwerbsfähigen Leist ungsberechtigten komplex ist und
eine breite Angebotspalette zur Verfügung steht, die die unterschiedlichen Problemlagen
der Jugendlichen berücksichtigt. Flankierend wird a ber der Bedarf für erlebnispädagogi-
sche Anteile gesehen, um Jugendliche zur regelmäßig en und verbindlichen Teilnahme
an Maßnahmen zu motivieren.
In den vergangenen Jahren hat das Jobcenter Münster ein Theaterprojekt als Maßnah-
me mit großem Erfolg angeboten. Es hat sich gezeigt , dass die Jugendlichen hierdurch
innovativ begleitet wurden die eigenen Fähigkeiten zu entdecken und weiterzuentwi-
ckeln. Um hier neue Akzente zu setzen, ist unter Be rücksichtigung des fa:z
© - Modells
eine Maßnahme angedacht, in der Jugendliche in der realistischen Zukunfts-
/Lebensplanung und Persönlichkeitsbildung mit erleb nisorientierten Modulen (z.B. Box-
projekt, Tanz, Theater) unterstützt werden. Diese F örderung der Prozessfähigkeit soll
zudem die individuellen Berufswahl begünstigen und ermutigen, sich auf andere Le-
bensweltmodelle außerhalb des familiären und kulturellen Modells einzulassen.
4.4.2. Zielgruppe „25 bis 49 Jährige“
Die Zielgruppe der 25 – 49-Jährigen (ohne Alleinerz iehende, Schwerbehinder-
te/Gleichgestellte, Rehabilitanden und Selbständige ) ist - mehr noch als die anderen
Zielgruppen des Jobcenters Münster - ein sehr heterogener Kundenkreis. Der Planungs-
prozess ist daher sehr differenziert vorzunehmen. A ufgrund der Nachfrage nach Fach-
kräften lohnt es sich, in Qualifizierung zu investi eren, jedoch zeigt sich im Beratungsall-
tag, dass viele Kundinnen und Kunden des Jobcenters zunächst auf Qualifizierungs-
maßnahmen vorbereitet werden müssen.
Ein Teil dieses Personenkreises schätzt sowohl den Arbeitsmarkt (Nachfrage, Anforde-
rungen) als auch sich selbst (Fähigkeiten, Durchhaltevermögen) nicht realistisch ein. Vor
Einmündung in eine Erwerbstätigkeit oder auch in ei ne qualifizierende Maßnahme ist es
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 34 -
daher oftmals sinnvoll und notwendig, eine persönli che und berufliche Orientierung
durchzuführen sowie die „weichen“ Ressourcen zu stärken.
Im Folgenden werden unter Berücksichtigung der o. g . Handlungsschwerpunkte einige
der in den Planungsworkshops erarbeiteten Ansätze u nter Berücksichtigung der Res-
sourcenbereiche beschrieben:
Stärkung des Bewerbungs- und Stellensuchverhalten
Ein wichtiger Aspekt für die Stärkung des Bewerbungs- und Stellensuchverhaltens ist die
systematische und bewusste Selbstvermarktung. Der K unde, die Kundin soll für eine
individuelle Selbstdarstellung das Angebot erhalten , eigene Kompetenzen und Stärken
zu erarbeiten und zu unterstreichen.
Stärkung des Arbeitsverhaltens
Bedingt dadurch, dass Kundinnen und Kunden seit län gerer Zeit nicht mehr beruflich
tätig sind, sind häufig Fähigkeiten wie z.B. Sorgfältigkeit, Selbstständigkeit sowie struktu-
rierte Arbeitsweise erst wieder zu trainieren. Dahe r ist ein Angebot geplant, in dem die
Kundinnen und Kunden arbeitsplatzbezogene Tätigkeit en wiedererlernen und festigen
können.
Stärkung des Sozialverhaltens
Arbeitslosigkeit kann für die Betroffenen zu einer psychischen Belastung werden sowie
zur psychosozialen Zermürbung führen. Daher soll in sbesondere das Maßnahmenange-
bot zur Stärkung des Sozialverhaltens ergänzt werde n. Ziel soll es sein, den Kundinnen
und Kunden u.a. die Möglichkeit zu bieten, ihr Verh alten besser reflektieren zu können
und Fähigkeiten wie Konfliktfähigkeit, Durchsetzung svermögen und Teamfähigkeit zu
stärken.
Stärkung der lebenspraktischen Kompetenzen
Wichtig ist für viele Kundinnen und Kunden des Jobcenters, dass sie wieder Tagesstruk-
tur erlernen, beim Umgang mit Geld unterstützt werd en und an ihrem persönlichen Auf-
treten arbeiten. Es soll ein Maßnahmenangebot „Fit für den Alltag“ entwickelt werden, in
dem die Kundinnen und Kunden entsprechend gefördert werden.
4.4.3. Zielgruppe „50+“
Am 01.07.2009 ist das Jobcenter Münster dem Projekt „Perspektive 50plus - Beschäfti-
gungspakt für Ältere in den Regionen“ des Bundesmin isteriums für Arbeit und Soziales
beigetreten, mit dem Ziel, die Chancen von älteren Langzeitarbeitslosen auf Teilhabe am
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 35 -
gesellschaftlichen Leben und an der Arbeitswelt zu verbessern. Um dieses Ziel zu errei-
chen, wird eine nachhaltige und den Lebensunterhalt sichernde Integration in eine Er-
werbstätigkeit angestrebt.
Hauptgrund für die Arbeitslosigkeit ist bei fast 50 % der erwerbsfähigen Leistungsbe-
rechtigten die fehlende oder nicht mehr verwertbare Ausbildung, wobei es mit zuneh-
mendem Alter immer schwerer wird, erstmalig eine Au sbildung zu absolvieren und im
Wesentlichen auch wegen der Dauer nur wenige nieder schwellige Ausbildungen (z.B.
Kraftfahrer/-in oder Hauswirtschafter/-in) als möglichere Zielberufe in Betracht kommen.
Schwerpunkte bei der Auswahl der Hilfeprodukte im R ahmen des fa:z
© - Modells bilden
bei dieser Zielgruppe häufig die weichen Ressourcen bereiche (z.B. lebenspraktischen
Kompetenzen, Rahmenbedingungen oder Stärkung der Leistungsfähigkeit). Insbesonde-
re gesundheitliche Probleme – die sich entscheidend auf die Arbeitsmöglichkeiten aus-
wirken – sind bei den Älteren besonders häufig und können nur zum Teil z. B. durch me-
dizinische Behandlung behoben werden oder bei entsp rechender Qualifikation durch
Wahl eines adäquaten Arbeitsplatzes – z.B. Beratung / Verkauf statt Baustelle – umgan-
gen werden.
Das Förderangebot für Kunden und Kundinnen über 50 Jahre wird um folgende Maß-
nahmen ergänzt:
Stärkung des Bewerbungs- und Stellensuchverhaltens
Mit der Maßnahme Triangel wird erstmalig der Work-first-Ansatz im Pakt „Perspektive 50
plus“ umgesetzt. Das Jobcenter hat hierfür die Vorr eiterfunktion im Pakt wahrgenom-
men. Sie richtet sich an marktnahe 50plus-Kunden un d Kundinnen im Ressourcenbe-
reich „Stärkung des Bewerbungs- und Stellensuchverh alten“. Die Teilnahme ist aus-
schließlich an die individuellen Bedarfe der Teilne hmerinnen und Teilnehmer ausgerich-
tet, sodass nicht alle Module der Maßnahme von jede m stringent durchlaufen werden
müssen. Neu ist darüber hinaus, die intensive Einbindung eines Jobcoaches vor Ort.
Stärkung der Qualifikation
Es ist geplant, Kundinnen und Kunden dieser Zielgru ppe im Rahmen betrieblicher Prak-
tika weiterzubilden. Auf Basis realer Arbeitskräfte bedarfe z.B. in Einzelhandels- oder in
Handwerksbetrieben sollen erwerbsfähige Leistungsbe rechtigte in Betrieben qualifiziert
werden (z.B. Fleisch- oder Backwarenverkäufer/-in s owie Elektrohelfer/-in). Dabei soll
der theoretische Qualifizierungsanteil in den Betri eben bzw. im Auftrag der Betriebe bei
Dritten durchgeführt werden.
Stärkung der Leistungsfähigkeit
Start und Herzstück der neuen Maßnahme „Fit in den Job“ ist ein intensives Gesund-
heitscoaching. Die Fortbildung bei einem Träger, die sich an einen gesundheitlich beein-
trächtigten Personenkreis mit Heilungspotential ric htet, soll durch eigene Aktivitäten,
Gesundheits- und Bewerbungscoaching sowie Praktika in Arbeit vermitteln. Neu ist hier
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 36 -
die Kooperation des Coaching-Trägers mit einem Fitn esscenter und einer Heilpraktike-
rin. Auf das Themenspektrum Gesundheit und Gesundun g entfällt ca. 1/3 des Stunden-
anteils. Fitness und Entspannung soll zu einer Ausstrahlung von Energie führen, die sich
begünstigend auf die Stellensuche auswirkt.
4.4.4. Zielgruppe „Alleinerziehende“
Für Alleinerziehende spielt – wesentlicher noch als für Erziehende in Bedarfsgemein-
schaften – die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine große Rolle. Die berufliche und
persönliche Situation von Alleinerziehenden stellt hinsichtlich der Integration in das Er-
werbsleben und der Sicherung der sozialen Teilhabe eine besondere Herausforderun-
gen an das Jobcenter sowie an die Akteure am Arbeitsmarkt dar.
In der Beratungs- und Integrationsarbeit mit allein erziehenden Frauen und Männern im
Jobcenter Münster ergeben sich daraus u.a. folgende zielorientierte Ansätze in den Res-
sourcenbereichen:
Stärkung des Bewerbungs- und Stellensuchverhalten
Neben fehlenden oder ungenügenden Bewerbungsunterla gen gestalten sich die Kon-
taktaufnahmen zu Arbeitgebern und auch Vorstellungs gespräche nachweislich schwie-
rig. Oftmals besteht ein Zusammenhang zu den lebens praktischen Kompetenzen (unsi-
cheres persönliches Auftreten und fehlende Selbstst ruktur). Daher ist ein Maßnahmen-
angebot geplant, in dem die Darstellung der persönl ichen Stärken und Kompetenzen
heraus gearbeitet und soziokulturelle Netzwerke aufgebaut werden.
Stärkung der Qualifikation
Häufig fehlen Schul-, Berufsabschlüsse sowie Berufs erfahrungen. 46 % der 1753 Allein-
erziehenden haben keinen Schulabschluss und 68 % ha ben keinen Berufsabschluss.
Darüber hinaus können Berufsabschlüsse und Berufser fahrungen auch „verjährt“ sein.
Neben der Berücksichtigung der Bedarfe des Arbeitsm arktes sind die Ressourcen und
Interessen der Zielgruppe zu beachten. Unterstützun g bedarf es insbesondere bei der
Sicherstellung der Kinderbetreuung zu den branchenü blichen Arbeitszeiten. Um auf die
individuellen Bedürfnisse eingehen zu können und eine höhere Flexibilität der Förderung
zu erzielen, ist vorgesehen, die Anzahl der Einzelfallförderungen zu erhöhen.
Stärkung der Rahmenbedingungen
Problematisch sind nach wie vor das fehlende bzw. n icht ausreichende Kinderbetreu-
ungsangebot sowie die oftmals schwierige persönlich e und familiäre Situation der Ziel-
gruppe. Es ist vorgesehen, zukünftig auch die Allei nerziehenden mit Kindern unter 3
Jahren sowie alleinerziehende Schwangere verstärkt in die Beratung mit einzubeziehen,
um bereits frühzeitig eine Perspektive zu erarbeite n und somit den (Wieder-) Einstieg in
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 37 -
das Erwerbsleben nach einer Familienphase zu erleic htern. In diesem Zusammenhang
ist ein Maßnahmenangebot für alleinerziehende Männer und Frauen mit Kindern unter 3
Jahren geplant, in dem sie Hilfestellung auf Grund ihrer schwierigen persönlichen und
familiären Situation (Trennung vom Partner, Überlastungssituation, Sorgerechtstreitigkei-
ten, etc.) erhalten. Flankierend soll eine Kinderbetreuung vor Ort angeboten werden.
Stärkung der Lebenspraktischen Kompetenzen
In der Beratungs- und Integrationsarbeit mit den Alleinerziehenden zeigt sich immer wie-
der, dass für die Stärkung der oben genannten Ressourcenbereiche häufig auch persön-
liche und berufliche Gründe von grundlegender Bedeutung sind. Daher wurde der Bedarf
formuliert, im Rahmen einer Teilzeitmaßnahme die Er ziehungskompetenzen der Allein-
erziehenden zu stärken und Entlastungsstrategien zu entwickeln.
4.4.5. Zielgruppe „Menschen mit Migrationsvorgeschichte“
Menschen mit Migrationsvorgeschichte finden sich - wie bereits unter 3.3.2 beschrieben
- in allen anderen Zielgruppen wieder. Die Migratio nsvorgeschichte kann ganz unter-
schiedlich gestaltet sein, da sie nicht ausschließlich am Merkmal der Staatsangehörigkeit
festgemacht wird. Diese liegt auch bei Personen vor , die mindestens einen Elternteil
besitzen, der ausländischer Herkunft ist, zugewandert ist oder eingebürgert wurde.
Somit partizipieren Menschen mit Migrationsvorgesch ichte grundsätzlich von dem Maß-
nahmenangebot der anderen Zielgruppen. Nur im Rahme n Münsters Aktionsprogramm
für Migrantinnen und Migranten und Bleibeberechtigt e zur Arbeitsmarktintegration in
Münster und im Münsterland (MAMBA) werden ausschließlich Menschen mit Migrations-
vorgeschichte betreut. Das Projekt MAMBA läuft aktu ell bis Ende Oktober 2013, eine
Verlängerung bis Ende 2013 ist geplant.
Im Kontext des SGB II sind im Ressourcenbereich „Qualifizierung“ konkrete zielgruppen-
spezifische Förderansätze erkennbar. Schwerpunkte s ind die Sprache sowie fehlende
bzw. nicht anerkannte Berufsabschlüsse. Insgesamt h aben von den 3.205 Kunden und
Kundinnen des Jobcenters, die nicht die deutsche St aatsangehörigkeit besitzen 66 %
keinen (anerkannten) Schulabschluss und 90 % keine (anerkannte) Berufsausbildung.
Es wurden folgende besondere Bedarfe, die nicht im Rahmen der anderen Zielgruppen
thematisiert wurden, ermittelt:
Stärkung des Bewerbungs- und Stellengesuchverhalten
Seit April 2012 ist das Anerkennungsgesetz des Bund es ("Gesetz zur Verbesserung der
Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen") in Kraft.
Es verbessert die Chancen für Menschen, die ihre be ruflichen Qualifikationen im Aus-
land erworben haben, in Deutschland in ihrem erlern ten Beruf zu arbeiten. Die Möglich-
keit des Berufsqualifizierungsverfahrens wird vom Jobcenter Münster fokussiert.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 38 -
Stärkung der Qualifikation
Es gibt ein breitgefächertes Angebot an ESF-geförde rten Sprachkursen, z.B. in den Be-
reichen allgemeine Berufsorientierung, Pflege, Verk auf oder Handwerk. Es ist geplant
diese Kurse in Zusammenarbeit mit dem Träger weiter zuentwickeln. Schwerpunkt soll
sein, auch praxisbezogenere Sprachkurse mit mehr praktischen Anteilen anzubieten, um
das Erlernen der berufsspezifischen Sprache für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu
erleichtern.
4.4.6. Erste Analyse der Zielgruppe „Menschen mit Migrationsvorgeschichte“
Das Jobcenter Münster konnte im Rahmen der Migratio nsbetrachtung der gesamten
Kundendaten erstmals diejenigen mit Migrationsvorgeschichte identifizieren.
Bislang bestand für das Jobcenter Münster nur die Möglichkeit Ausländer in den Auswer-
tungen zu betrachten.
Im Juli 2012 hat die Statistikdienststelle der Stad t Münster einen Abzug der Kundenda-
ten zur Aufbereitung im Kontext der Migrationsvorgeschichte erhalten.
96,2% der verarbeiteten Kundendaten konnten über di e Parameter Adresse, Geburtsda-
tum und Geschlecht positiv identifiziert und somit im Kontext abgeglichen werden.
Im Folgenden werden die ersten Auswertungen und Analysen hierzu dargestellt.
Die in der Migrationsbetrachtung verwendeten Kunden daten beinhalten alle Leistungs-
berechtigte, die ab dem 01.01.2012 bis zum statistischen Berichtsmonat Juli 2012 (Stich-
tag der Datenerhebung 13.07.2012) als Kunde/Kundin im Jobcenter gemeldet waren.
Insgesamt wurden in der Auswertung 25.342 Datensätz e verwendet. Da hier auch Zu-
gänge und Abgänge mit in die Auswertung eingeflossen sind, wird in der Darstellung auf
absolute Werte verzichtet.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 39 -
Abbildung M 1
Kunden des Jobcenter Münster nach Migrationsvorgeschichte
06 Personen ohne erkennbare
Migrationsvorgeschichte;
48,9%
03 Aus-/Spätaussiedler; 7,6%
02 Heimatvertriebene; 0,1%
01 Ausländer; 19,3%
04 sonstige Eingebürgerte;
8,4%
05 Kinder ohne persönliche
aber mit vererbter
Migrationsvorgeschichte;
11,9%
Abbildung M1 zeigt die Aufteilung der Kundinnen und Kunden des Jobcenter Münster
nach Migrationsvorgeschichte. Über die Hälfte alle Leistungsbeziehenden haben nach
den Auswertungen eine Migrationsvorgeschichte. Den größten Anteil in dieser Gruppe
bilden die Ausländer mit 19,3%, gefolgt von den Kin dern ohne persönliche aber mit ver-
erbter Migrationsvorgeschichte (11,9%).
Abbildung M 2
Wohnberechtigte Bevölkerung in Münster nach Migrationsvorgeschichte
01 Ausländer
8%
02 Heimatvertriebene
2%
03 Aus-/Spätaussiedler
4%
04 sonstige Eingebürgerte
4%
05 Kinder ohne persönliche
aber mit vererbter
Migrationsvorgeschichte
4%
Wohnberechtigte Bevölkerung
ohne MVG
78%
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 40 -
In Abbildung M2 wird die wohnberechtigte Bevölkerun g in Münster nach Migrationsvor-
geschichte dargestellt. Auch hier bildet die Gruppe der Ausländer den größten Anteil
innerhalb der Bevölkerung mit Migrationsvorgeschich te. Der gesamte Anteil der Men-
schen mit Migrationsvorgeschichte in Münster liegt bei ca. 22%.
Im Vergleich mit der wohnberechtigten Bevölkerung i n Münster ist der Anteil Leistungs-
berechtigten mit Migrationsvorgeschichte im Jobcenter Münster deutlich höher.
Abbildung M 3
Kunden des Jobcenter Münster nach Migrationsvorgeschichte (weiblich)
02 Heimatvertriebene; 0,1%
03 Aus-/Spätaussiedler; 4,2%
06 Personen ohne erkennbare
Migrationsvorgeschichte;
23,9%
01 Ausländer; 10,2%
04 sonstige Eingebürgerte;
3,8%
05 Kinder ohne persönliche
aber mit vererbter
Migrationsvorgeschichte; 5,8%
Abbildung M 4
Kunden des Jobcenter Münster nach Migrationsvorgeschichte (männlich)
06 Personen ohne erkennbare
Migrationsvorgeschichte;
24,9%
05 Kinder ohne persönliche
aber mit vererbter
Migrationsvorgeschichte; 6,1%
03 Aus-/Spätaussiedler; 3,4%
04 sonstige Eingebürgerte;
4,6%
02 Heimatvertriebene; 0,1%
01 Ausländer; 9,1%
Die Abbildungen 3 und 4 sollen hier im Zusammenhang betrachtet werden.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 41 -
Im Vergleich der Kunden und Kundinnen ergibt sich k ein signifikanter Unterschied in der
Verteilung innerhalb der Merkmale der Migrationsvorgeschichte.
Abbildung M 5
Kunden des Jobcenter Münster nach Migrationsvorgeschichte und Alter
20,6%
19,0%
7,2%
47,3%
17,3%
22,5%
48,9%
8,7%
0,0%
10,0%
20,0%
30,0%
40,0%
50,0%
60,0%
00 bis 24 25 bis 49 50 bis 64 Gesamt
mit Migrationsvorgeschichte
ohne Migrationsvorgeschichte
Abbildung 5 zeigt die Darstellung der Kunden des Jo bcenter Münster nach Migrations-
vorgeschichte und Alter.
Auffällig ist, dass bei der Gruppe der Kinder und J ugendlichen die Menschen mit Migra-
tionsvorgeschichte überwiegen.
Zu einer noch besseren Bedarfsermittlung für Mensch en mit Migrationsvorgeschichte
sind tiefergehende Analysen notwendig, die im Laufe des Jahres 2013 angestoßen wer-
den.
4.4.7. Zielgruppe „Menschen mit Behinderung und Rehabilitanden“
Im Sinne des Gesetzes ist ein Mensch „behindert“, w enn seine körperliche Funktion,
geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit nicht nur vorübergehend wesentlich ge-
mindert ist. Er ist Rehabilitand im Sinne des SGB I II, wenn er aufgrund der Behinderung
Hilfen für die Teilhabe am Arbeitsleben benötigt.
Infolge der demographischen Entwicklung und des ste igenden Renteneintrittsalters wird
die Zahl von Menschen mit einer Behinderung – insbe sondere Schwerbehinderung – in
den kommenden Jahren voraussichtlich weiter zunehmen. Menschen mit einer Behinde-
rung verlieren zwar seltener ihren Arbeitsplatz. Si nd sie jedoch einmal arbeitslos, fällt
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 42 -
hier eine erneute Beschäftigungsaufnahme schwerer a ls bei anderen Arbeitslosen. Die
Herausforderung besteht insbesondere darin, diese Z ielgruppe nachhaltig in den Ar-
beitsmarkt zu integrieren.
Der Schwerpunkt in der Zielgruppe der Menschen mit Behinderungen und Rehabilitan-
den liegt hier auf dem Förderziel „Stabilisierung der Erwerbsfähigkeit“. Gemeint ist damit
im Sinne des fa:z
© - Modells die Verbesserung der körperlichen und ps ychischen Leis-
tungsfähigkeit. Trotz dieser Gemeinsamkeit handelt es sich um einen heterogenen Kun-
denkreis, den es differenziert zu betrachten gilt.
Signifikant sind die gemachten negativen Erfahrunge n bei den Bemühungen um eine
Arbeitsstelle in Kombination mit den körperlichen u nd psychischen Beeinträchtigungen.
Daher ist oftmals eine Stabilisierung vor dem Weg z ur eigentlichen Integration erforder-
lich. Neue bzw. ergänzende Ansätze wurden erarbeitet:
Stärkung des Bewerbungs- und Stellensuchverhaltens
Auch bei Menschen mit Behinderung ist Selbstmarketing ein großes Thema. Körperliche
und psychische Beeinträchtigungen führen nicht selt en zu Frustrationen bei den Betrof-
fenen. Es werden weniger die Chancen und eigenen Mö glichkeiten gesehen, als die
Hürden und Einschränkungen. Hier gilt es, den Mensc hen neuen „Mut“ zu geben. Im
Rahmen eines neuen Angebotes sollen zielgruppenspez ifisch und einzelfallbezogen die
Kompetenzen und Stärken der Teilnehmenden herausgea rbeitet und Sicherheit im Auf-
treten sowie in der Kommunikation „trainiert“ werden.
Stärkung des Sozialverhaltens
Die Ursachen für ein mangelndes bzw. nicht adäquate s Sozialverhalten liegen häufig in
einem „Schutzmechanismus“, um Unsicherheiten, Angst oder bereits gemachte negative
Erfahrungen zu überdecken. Um einen Wandel zu bewir ken, sollen Maßnahmen diese
Auslöser künftig verstärkt mit berücksichtigen. In diesem Zusammenhang ist u.a. ein
Rhetorikseminar mit psychologischer Begleitung geplant.
Stärkung der Lebenspraktischen Kompetenzen
Im Alltag fällt es manchmal schwer, Gesundheit und Fitness zu verbessern. In einem
neuen Angebot sollen praktische Tipps und Anregung für eine gesunde und erfüllende
Gestaltung des Alltags für Menschen mit Behinderung geliefert werden, mit dem Ziel, die
Konstitution für das Berufsleben zu verbessern.
Inklusion
Das Jobcenter nimmt regelmäßig an der Arbeitsgruppe 3: “Arbeit“ der Kommission zur
Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderung (KIB) teil.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 43 -
4.4.8. Gründungswillige und Selbständige
Die Zielgruppe der Selbständigen unterscheidet sich deutlich von allen anderen Ziel-
gruppen im Jobcenter Münster. Während in der Regel bei den anderen Zielgruppen eine
Arbeitsaufnahme fokussiert wird, üben viele Gründun gswillige und Selbständige bereits
eine hauptberufliche Tätigkeit aus. Primäres Ziel i st es daher, den Selbständigen Unter-
stützung auf dem Weg in die wirtschaftliche Unabhän gigkeit anzubieten. Bei der Be-
darfsermittlung ist grundsätzlich zwischen „Gründun gswilligen“ und „Bestandsselbstän-
digen“ zu unterscheiden.
Im Rahmen der Herstellung der Wettbewerbsfähigkeit ist die Stärkung der Qualifikation
von besonderer Bedeutung. Daher ist folgendes modul ares Maßnahmenangebot weiter-
entwickelt worden:
Stärkung der Qualifikation
Im Rahmen eines Assessment wird für Unentschlossene und Gründungswillige ein zwei-
tägiges Eignungsfeststellungsverfahren (Inhalte u.a . persönliche und unternehmerische
Eignung) angeboten. Im Anschluss erfolgt ein ausfüh rliches Auswertungsgespräch mit
der Entscheidung, ob der Kunde, die Kundin an weite ren Seminaren (Aufbauendes As-
sessment) teilnehmen wird. An diesem Gespräch nehmen sowohl der Kunde/die Kundin,
der Jobcoach, sowie ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin des Trägers teil.
Im aufbauenden Assessment können sowohl Gründungswi llige als auch Bestands-
selbstständige gefördert werden. Schulungsinhalte s ind u.a. Unternehmensführung,
Wirtschaftspläne, Versicherungen, Gesellschaftsformen, Bilanzen, betriebliche Organisa-
tion, Zeitmanagement, oder Kriseninterventionsmanag ement. Dieses Assessment ist
modular aufgebaut. Somit kann jeder Kunde, jede Kun din individuell entsprechend der
ermittelten Bedarfe zielorientiert in die Maßnahme zugewiesen werden.
Zuletzt ist geplant ein individuelles Coaching für Kundinnen und Kunden anzubieten, die
bereits selbstständig sind. Entweder im Rahmen eine r Nachbetreuung mit Beginn der
Selbstständigkeit, aber auch für Bestandsselbstständige.
4.5. Zusammenfassung der Ergebnisse
Alle neuen Ideen und Ansätze sowie bewährte Maßnahm en wurden vom Maßnahme-
management zusammengefasst und den jeweiligen Zielg ruppen zugeordnet. Festzustel-
len ist, dass bezogen auf die unterschiedlichen Zie lgruppen komplexe und innovative
Förderpakete zusammengestellt wurden. Auch dieses J ahr wurde der Schwerpunkt auf
das Instrument der beruflichen Weiterbildung (Qualifikation) gesetzt.
Die Ergebnisse bilden damit eine gute Grundlage für die weitere Maßnahmenplanung
2013. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Jobc enters sowie die Beiratsmitglieder
begrüßten die Zusammenarbeit. Es konnte Fachwissen ausgetauscht sowie mehr
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 44 -
Transparenz bei der Planung geschaffen werden. Alle Beteiligten sprachen sich für die
Fortführung der Planungsworkshops aus.
5. Verteilung des Eingliederungstitels
Die Mittel des Eingliederungstitels verteilen sich wie folgt auf die arbeitsmarktpolitischen
Instrumente.
Verteilung des Eingliederungstitels
0% 5% 10% 15% 20% 25% 30%
Förderung beruflicher Weiterbildung
Arbeitsgelegenheiten
Eingliederungszuschuss
Maßnahmen zur Aktivierung und Eingliederung
Beschäftigungszuschuss
Vermittlungsbudget
Probebeschäftigung
besondere Maßnahmen zur Weiterbildung Reha
Sachkostenzuschuss Selbstständige
Außerbetriebliche Berufsausbildung
Freie Förderung
Einstiegsgeld
ausbildungsbegleitende Hilfen
Einstiegsqualifzierung
Das folgende Schaubild veranschaulicht die Anzahl d er Förderfälle verteilt auf verschie-
dene Förderkategorien.
Verteilung aller Förderfälle nach Förderkategorien
3813
64
792
342
121
210
395
Aktivierung und berufliche Eingliederung
Berufsauswahl und Berufsausbildung
Berufliche Weiterbildung
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
Sonstige und Freie Förderung
ausschließlich drittfinanzierte Förderungen
Beschäftigung schaffende Maßnahmen
Anmerkung: Die Förderkategorie „Aktivierung und ber ufliche Eingliederung“ umfasst nicht ausschließlich Maßnahmen
gem. § 45 SGB III.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 45 -
Basis für die Verteilung des Eingliederungstitels i st der unter Punkt 4 beschriebene ziel-
gruppenspezifische Planungsprozess. Die individuell en und zielgruppenspezifischen
Förderbedarfe wurden ebenso wie die Bedarfe des Marktes berücksichtigt.
Finanzieller Schwerpunkt auf der Basis der zu verau sgabenden Mittel bildet – wie bisher
– das Instrument der beruflichen Weiterbildung. Qua lifikation erhöht für erwerbsfähige
Leistungsempfänger die Chancen auf eine Integration in den 1. Arbeitsmarkt und wirkt
gleichzeitig dem drohenden Fachkräftemangel entgege n. Insgesamt sind 792 Förderun-
gen mit Bildungsgutscheinen (Förderungen der berufl ichen Weiterbildung) geplant. Die
Förderinstrumente Arbeitsgelegenheiten (380 Maßnahm eeintritte) sowie Maßnahmen
zur Aktivierung und Eingliederung (1446 Maßnahmeeintritte) unterstützen die erwerbsfä-
higen Leistungsempfänger u. a. bei der Stärkung der
Soft-Skills ( weiche Ressourcen ),
um sie auf Qualifizierung oder nachhaltige Integrat ion in Arbeit vorzubereiten. Einen An-
reiz zur Einstellung förderbedürftiger Arbeitnehmer /-innen für Arbeitgeber bieten Einglie-
derungszuschüsse (189 Förderfälle, enthalten in der Förderkategorie „Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit“).
Im Folgenden werden die geplanten Förderungen der b eruflichen Weiterbildung und
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung für das Jahr 2013 aufgeführt.
Die Ideen für neue, bzw. ergänzende Maßnahmen wurde n bei der Finanzplanung 2013
kalkuliert. Da die Maßnahmenausgestaltung aber konk retisiert werden muss, wurden
diese noch nicht mit in die folgenden Tabellen aufg enommen. Es ist vorgesehen, die
ergänzenden Förderangebote im Laufe des Jahres 2013 aufzugreifen, zu konkretisieren
und umzusetzen.
5.1. Förderung der beruflichen Weiterbildung (FbW)
Ziel der beruflichen Weiterbildung ist es, beruflic he Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähig-
keiten zu erhalten, zu erweitern oder der technisch en Entwicklung anzupassen, einen
beruflichen Abschluss zu vermitteln oder zu einer a nderen beruflichen Tätigkeit zu befä-
higen.
Um auf die individuellen Förderbedürfnisse der Kund innen und Kunden eingehen zu
können und auch eine Flexibilität der Förderung gew ährleisten zu können, sind in die-
sem Jahr 50 Betriebliche Einzelumschulungen und 130 Bildungsgutscheine für Einzel-
fallförderungen geplant.
Das Bildungsangebot des Jobcenters wird zudem mit d en unten aufgeführten geplanten
Förderungen der beruflichen Weiterbildung ergänzt. Darüber hinaus gibt es weitere Bil-
dungsangebote der Agentur für Arbeit Münster, die a uch von den Kunden und Kundin-
nen des Jobcenters genutzt werden können, ebenso wi e Bildungsmaßnahmen, die von
anderen Jobcentern oder Arbeitsagenturen im Bundesgebiet angeboten werden.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 46 -
Förderung der beruflichen Weiterbildung - Planung 2013
Nr. Titel der Maßnahme Inhalt / Ziel der Maßnahme Resso urcen-
bereich
Zielgruppe Beginn Dauer Anzahl
Förder-
fälle
VZ* TZ
1 Altenpflegehilfe gemäß Ausbildungsordnung Qualifi kation Alle 3. Quartal 12
Monate 18
2 Arbeitserprobung
Feststellung beruflicher
Kenntnisse, Fertigkeiten und
Fähigkeiten und Anpassung
an die technischen Entwick-
lungen
Leistungs-
fähigkeit Alle laufender
Einstieg
6
Monate 37
3 Assessment
Gründungswillige
Testung der unternehmeri-
schen Eignung Qualifikation Selbstständige laufender
Einstieg 2 Tage 81
4
Aufbauendes
Assessment
Gründungswillige
Erarbeitung eines Planungs-
konzeptes zur Vermeidung
von unternehmerischen Feh-
lern.
Qualifikation Selbstständige laufender
Einstieg modular 58
5 Berufsorientierung
"New Start"
Stärkung des Selbstbewusst-
seins, Verarbeitung zurücklie-
gender Bewerbungs- und
Arbeitsmisserfolge, Berufsori-
entierung, Erarbeitung eines
Berufswunsches und Alterna-
tiven hierzu, verschiedene
Praktikumsblöcke um Berufs-
felder realitätsnah zu erkun-
den
Bewerbungs--
und
Stellensuch-
verhalten
Alle 2. Quartal 6
Monate 7
6 Bürokaufmann/-frau
überbetrieblich gemäß Ausbildungsordnung Qualifikation Alle 3 Quart al 21
Monate 9
7 City-Logistik
Qualifikation zum Citylogisti-
ker (Auslieferungs-,Paket-
und KEP-Dienste) La-
ger/Logistik/Transport, Gabel-
staplerfahrerausbildung,
Gefahrgutausbildung, La-
dungssicherung, FE B oder
C1, Erste Hilfe, Tourenpla-
nung, Fahrzeugtechnik, Ran-
gierübungen mit KEP-
Fahrzeugen und CE-
Fahrzeugen sowie Perfekti-
onsfahrten mit Kleintranspor-
tern und CE-Fahrzeugen
Qualifikation Alle lfd. Ein-
stieg
6
Monate 31
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 47 -
8 Gemma
Stabilisierung der Persönlich-
keit der Teilnehmerinnen zur
Entwicklung eines realisti-
schen beruflichen Lebens-
plans, Langfristige Integration
der jungen Frauen in den
Arbeitsmarkt unter Berück-
sichtigung ihrer persönli-
chen/familiären Situation,
Erweiterung des Berufswahl-
spektrums, Verbesserung von
sozialen und sprachlichen
Defiziten, Training von
Schlüsselqualifikationen für
das Erwerbsleben
Lebens-
praktische
Kompetenzen
Frauen unter 25
Jahre 3. Quartal
2 x 6
Monate 6
9 Hauswirtschaft als
Beruf
Vorbereitung auf Externenprü-
fung Praxis 50 %Theorie 50
%
Qualifikation Alle 2. Quartal
16
Monate 18
10
Integrationsseminar
für Migranten/
Migrantinnen
berufliche Orientierung, Be-
werbungsmanagement, Ar-
beitsrecht, das Girokonto,
Versicherungen, EDV, Kom-
munikation am Arbeitsplatz,
Praktikum
Bewerbungs-
und
Stellensuch-
verhalten
Migranten/
Migrantinnen 2. Quartal 4
Monate 20
11 Kompetenz- und
Potenzialanalyse
Profiling mit Integrationspla-
nung Eignungstestverfahren,
Schlüsselqualifikationen
Arbeitsmarkt, Beschäfti-
gungsalternativen
Qualifikation Alle 1. und 3.
Quartal
2
Wochen
27
12 Lernwerkstatt
Stärkung der Persönlichkeit,
Förderung des individuellen
Lebenspraktischenkompetenz
und Rahmenbedingungen,
Verbesserung der Lernkom-
petenz sowie Kulturtechniken,
Vermittlung von Wer-
ten/Identitätsentwicklung
Qualifikation Alle laufender
Einstieg
6
Monate 60
13 Modulares Qualifizie-
rungszentrum
verschiedene Fachmodule
(inkl. MS-Office, SAP, etc.),
Callcenter, Bewerbungstrai-
ning, Praktikum (4 Wochen)
Qualifikation Alle laufender
Einstieg
6
Monate 9
14 Sicherheitsfachkraft
Rechtsgrundlagen für Sicher-
heitsdienste,
Schutz und Sicherheit, Ob-
jektschutz, Erste
Hilfe, Nachweis § 34a, 6
Wochen Praktikum
Qualifikation Alle 2. Quartal
4
Monate 32
15 Step by step
Schrittweise Qualifizierung zur
Vorbereitung auf Ar-
beit/Ausbildung, Kinder-
betreuung, Berufsorientie-
rung, Praktika
Qualifikation junge Frauen 3. Quartal
12
Monate 18
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 48 -
16
technisch-
gewerbliches Trai-
ningscenter inkl.
Erprobung und Er-
werb des HSA
Eignungsfeststellung und
Qualifizierung in den Berei-
chen
Holztechnik
Metalltechnik
Zweiradtechnik
Garten-
Landschaftsbau/Floristik
Farbe/Raumgestaltung
Friseur/Kosmetik/Körperpflege
Hauswirtschaft
Verkauf im Lebensmittel-
handwerk
Hoga/Küche und Service
Nachholen des HSA
Arbeitserprobung
Qualifikation Alle laufender
Einstieg modular
54
17 Training on the job
Individuelles Coaching und
Sozialberatung, Orientierung,
Eignung und Motivation,
Bewerber- u. Kontakttraining,
Medienkompetenztraining,
Erwerbsfähigkeitstraining,
berufsübergreifende Kompe-
tenzen, individuelle arbeits-
platzbezogene Qualifizierung,
Praktikum
Qualifikation Alle lfd. Ein-
stieg
9
Monate 18
18 Transport/Logistik
Gefahrgutscheine, Ladekran,
Gabelstaplerschein, Rangier-
training, Wechselbrücken,
EDV, großer Erstehilfeschein,
inkl. 2 Mon. Praktikum (optio-
nal)
Kategorie: gewerblich-
technisch, Kraftfahrer
Qualifikation Alle laufender
Einstieg
6
Monate 32
19
Vorbereitung auf eine
betriebliche Ausbil-
dung
Sprach- u. Kommunikations-
unterricht (Deutsch, Englisch,
Mathematik, Biologie, Wirt-
schaft), Vorbereitung auf die
Nichtschülerprüfung des
Hauptschulabschlusses,
Erwerb berufsbez. EDV-
Kenntnisse, Erwerb kaufm.
Grundwissens, Bewerberpro-
fil, Schlüsselqualifikationen,
berufl. Perspektive, Praktikum
Qualifikation U25 3. Quartal
12
Monate 12 20
20
Vorbereitung auf eine
betriebliche Einzelum-
schulung
Berufsorientierung, Verbesse-
rung der Fach- und Sozial-
kompetenz, Vorförderung
Deutsch und Mathematik,
Bewerbungstraining, Praktika,
Suche eines geeigneten
betrieblichen Umschulungs-
platzes
Qualifikation Alle 1. Quartal
6
Monate 45
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 49 -
21 Einzelfallförderungen Qualifikation Alle lfd. Ein-
stieg
individu-
ell 50
22 Betriebliche Einzel-
umschulungen Qualifikation Alle lfd. Ein-
stieg
24
Monate 130
*VZ= Vollzeit
*TZ = Teilzeit
5.2. Maßnahmen bei einem Träger zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
Ziel der Maßnahme ist es die Förderung individuelle r Beschäftigungsfähigkeit durch Er-
halt und Ausbau von Fertigkeiten und Fähigkeiten un d die umfassende Unterstützung
der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei den beruflichen Eingliederungsbemühungen.
Gemäß § 45 Abs. 1 SGB III können Ausbildungssuchend e, von Arbeitslosigkeit bedroht
Arbeitsuchende und Arbeitslose bei Teilnahme an Maß nahmen gefördert werden, die
ihre berufliche Eingliederung durch
1. Heranführung an den Ausbildungs-, und Arbeitsmar kt,
2. Feststellung, Verringerung oder Beseitigung von Vermittlungshemmnissen,
3. Vermittlung in eine versicherungspflichtige Besc häftigung,
4. Heranführung an eine selbständige Tätigkeit oder
5. Stabilisierung einer Beschäftigungsaufnahme
unterstützen.
Im Sinne der fa:z Logik wurden die folgenden geplan ten Maßnahmen zur Aktivierung
und beruflichen Eingliederung einem Ressourcenberei ch zugeordnet. Es ist aber mög-
lich, dass auch andere Ressourcenbereiche in Maßnah men gestärkt werden können.
Insbesondere bei niederschwelligen Angeboten ist es schwierig, die weichen Ressour-
cenbereiche eindeutig von einander zu trennen. Das Jobcenter Münster wünscht neben
den bereits durchgeführten Erprobungen fa:z-modell- konformer Maßnahmen zu den
Ressourcenbereichen „Sozialverhalten“ und „Mitwirkung in der Fallsteuerung“ weitere
fa:z konforme Ausschreibungen. Ziel ist es, aus den gesammelten Erfahrungen weiter-
führende Erkenntnisse für die Maßnahmenplanung zu g ewinnen und die Entwicklung
und Erprobung von fa:z modell-konformen Maßnahmen insgesamt voran zubringen.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 50 -
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung - Planung 2013
Nr. Titel der Maß-
nahme
Inhalt / Ziel der Maß-
nahme
Ressourcen-
bereich Zielgruppe Beginn Dauer Anzahl
Förderfälle
VZ* TZ*
1 „Join in!“
Training arbeitsplatzbe-
zogener Schlüsselquali-
fikationen
Arbeitsverhalten Alle 3. Quartal 11
Wochen 14
2 Konflikt- Training Training konfliktange-
messenen Verhaltens Sozialverhalten Alle 2. Quartal 8
Wochen 14
3 Basiskompeten-
zen für Arbeit
Erhöhung der Grund-
kompetenz, Lesen und
Schreiben, Lerntraining,
Gesundheitsförderung,
EDV, Mathematik,
berufliche Orientierung,
Schnupperpraktikum
Lebenspraktische
Kompetenzen Alle
1., 2. und
3. Quartal
(3 Durch-
läufe)
jeweils
14
Wochen
79
4 Bewerbungstrai-
ning Bewerbungstraining
Bewerbungs- und
Stellensuchverhal-
ten
Alle laufender
Einstieg
8
Wochen 605
5 Clearingstelle
U 25
Unabhängiger An-
sprechpartner gegen-
über Jobcenter, Stär-
kung der Mitwirkung in
der Fallsteuerung
Mitwirkung in der
Fallsteuerung U25 3. Quartal 3
Monate 16
6
Erziehende auf
dem Weg in
Erwerbsarbeit,
Modul 1
Standortbestimmung
(pers. + berufl.), Stär-
kung der Rahmenbe-
dingung.
Rahmen-
bedingungen
Frauen,
Alleinerzie-
hende
1. Quartal 4
Monate 54
7
Erziehende auf
dem Weg in
Erwerbsarbeit,
Modul 2
Entwicklung berufl.
Perspektiven und Stra-
tegien
Qualifikation
Frauen,
Alleinerzie-
hende
1. Quartal 3
Monate 27
8
Erziehende auf
dem Weg in
Erwerbsarbeit,
Modul 3
Jobcaching
Bewerbungs- und
Stellensuchverhal-
ten
Frauen,
Alleinerzie-
hende
1. Quartal 6
Monate 27
9
Integrationshilfen
für besonders
benachteiligte
Jugendliche
Einzelbetreuung,
Schnittstelle von be-
schäftigungsfördernden
und sozialintegrativen
Hilfen mit sozialarbeite-
rischen Methoden
Lebenspraktische
Kompetenzen U25 3. Quartal 2 x 6
Monate 8
10 Lernort Süd
Stabilisierung, Berufs-
orientierende und sozi-
alpädagogische Ange-
bote, Vermittlung von
Tagesstruktur
Lebenspraktische
Kompetenzen U25 3. Quartal 12
Monate 7
11 Aktivierungshilfen
Unterstützung von
Jugendlichen/ jungen
Erwachsenen im Vor-
feld von Ausbildung,
Qualifizierung und
Beschäftigung
Lebenspraktische
Kompetenzen U25 1. Quartal 2 x 6
Monate 20
12
Maßnahmen bei
einem Arbeitge-
ber
Arbeitsverhalten Alle 282
13 Mitwirken &
Mitgestalten
Rechte und Pflichten;
aktive Mitwirkungsan-
sätze
Mitwirkung in der
Fallsteuerung Alle 2. Quartal 3
Wochen 32
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 51 -
14 PC-
Grundkenntnisse
PC-Grundlagen, Word,
Excel, Outlook Qualifikation Alle 1. und 4.
Quartal
jeweils
4
Wochen
40
15 Selbstmarketing Darstellung der Stärken
und Kompetenzen
Bewerbungs- und
Stellensuchverhal-
ten
Alle laufender
Einstieg
3
Wochen 68
16 Stadtteilwerkstatt
Nord
Stabilisierung, Berufs-
orientierende und sozi-
alpädagogische Ange-
bote, Vermittlung von
Tagesstruktur
Lebenspraktische
Kompetenzen U25 3. Quartal 2 x 6
Monate 7
17 Stärkung der
Persönlichkeit
Kommunikationsfähig-
keit, Konfliktfähigkeit,
Verhaltensreflekti-
on,Kompromissfähigkeit
,Durchsetzungsvermög
en,Teamfähigkeit,Ehren
amtliches Engagement
Sozialverhalten
Alleinerzie-
hende/
Ü25-U50
1. Quartal 8
Wochen 40
18 Coaching für
Hörbehinderte
Einzelfallbezogene
Betreuung durch einen
Dolmetscher
Bewerbungs- und
Stellensuchverhal-
ten
Rehabilitan-
den/Schwerbe
hinderte
1. Quartal
max.
13
Monate
15
19 Jobcoaching
Maßnahmen zur berufli-
chen Eingliederung von
Schwerbehinderten
Bewerbungs- und
Stellensuchverhal-
ten
Rehabilitan-
den/
Schwerbehin-
derte
1. Quartal 9
Monate 72
20
Betriebliche
Ausbildung für
Frauen
Stabilisierung, Vorberei-
tung auf Ausbildung,
Arbeitsmarkttraining,
Selbstsicherheitstrai-
ning, Gesundheit, Prak-
tikum
Qualifikation Frauen 1. Quartal 18
Monate 12
21 Tagelöhner
Tagesstruktur, Selbst-
struktur, Bestandsakti-
vierung
Lebenspraktische
Kompetenzen Alle 1. Quartal 12
Monate.
7
mtl
*VZ= Vollzeit
*TZ = Teilzeit
6. Kommunale Eingliederungsleistungen
Die überwiegenden Prozesse (vgl. 1.4) fanden zum 01 .02.2012 Eingang ins operative
Geschäft. Der noch ausstehende Bereich „Betreuung m inderjähriger und behinderter
Kinder“ wird zum 01.02.2013 folgen und das bis dahi n in Gebrauch befindliche Laufbo-
gensystem zur Bedarfsermittlung ersetzen.
Zum Jahresende 2012 bzw. Jahresbeginn 2013 werden d ie ersten bilateralen Aus-
tausch- und Auswertungsgespräche stattfinden, um di e Erfahrungen aller Beteiligten zu
sammeln. Gegebenenfalls muss an der einen oder ande ren Stelle nachjustiert werden,
weil Vereinbarungen/ Regelungen den Praxisanforderungen nicht gerecht werden.
Darüber hinaus muss das Jobcenter in einem gesonder ten Verfahren alle im Zusam-
menhang mit dem §16a erhobenen Daten und Zahlen aus werten. Damit kann die bishe-
rige Nutzung der einzelnen Leistungsarten ausgewertet und dokumentiert und auf dieser
Basis eine Bedarfsprognose für das kommende Jahr abgegeben werden.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 52 -
Es kann davon ausgegangen werden, dass die zunehmen de Umsetzungsroutine bei
allen Beteiligten dafür sorgen wird, dass für das A rbeitsmarktprogramm 2014 eine um-
fassendere Dokumentation zu den kommunalen Eingliederungsleistungen möglich ist.
7. Ausblick
Aktuell erarbeitet das Jobcenter Münster ein Leitbi ld. Dies wird Anfang 2013 fertig ge-
stellt sein und eine weitere Hilfestellung für das Selbstverständnis der Arbeit mit den
Münsteraner Hilfebedürftigen bieten. Auch in 2013 werden Kundenbefragungen durch-
geführt, um festzustellen wie die Arbeit des Jobcenters bei den Kundinnen und Kunden
ankommt.
Zur Unterstützung der Erhebung der „weichen Ressourcenbereiche“ im Rahmen des fa:z
Modells wird das Jobcenter Münster im Rahmen eines Projektes die ABC-Messung ein-
führen.
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013
- 53 -
8. Abkürzungsverzeichnis
AC Assessment-Center
AGH Arbeitsgelegenheit
ALG II Arbeitslosengeld II
BA Bundesagentur für Arbeit
BAMF Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
BEZ Beschäftigungszuschuss
BMAS Bundesministerium für Arbeit und Soziales
CAD Computergestütztes Konstruieren
DVS Deutscher Verband für Schweißen
ECDL European Computer Driving Licence
EDV elektronische Datenverarbeitung
EgT Eingliederungstitel
EGZ Eingliederungszuschuss
eLb Erwerbsfähige Leistungsberechtigte
ESF Europäischer Sozialfond
ESG Einstiegsgeld
EV Eingliederungsvereinbarung
fa: z Förderansatz Ziel
FF Freie Förderung
FbW Förderung der beruflichen Weiterbildung
GGVS Gefahrgutverordnung Straße
HoGa Hotel- und Gaststättenbereich
IHK Industrie- und Handelskammer
IK kleiner Förderbedarf
IN Integrationsnah
IT Informationstechnik
MAG Maßnahmen bei einem Arbeitgeber
MAIS Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales
MAT Maßnahmen bei einem Träger
SGB Sozialgesetzbuch
SVA Strafvollzugsarchiv
TZ Teilzeit
VHS Volkshochschule
U25 Personen im Alter von unter 25 Jahren
Ü50 Personen im Alter von über 50 Jahren
VB Vermittlungsbudget
VZ Vollzeit
Beratungsverlauf (6)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Ludgeriplatz 4
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/1000/2012
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 04.01.2013
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37