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V/1000/2012

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm des Jobcenter Münster 2013

Vorlagen 04.01.2013

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Berichtsvorlage

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Berichtsvorlage

2063 Zeichen

V/1000/2012 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Jobcenter 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm des Jobcenter Münster 2013 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
15.01.2013 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Bericht 
16.01.2013 Integrationsrat Bericht 
22.01.2013 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 
23.01.2013 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht 
30.01.2013 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht 
31.01.2013 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht 
 
 
Bericht: 
Das Jobcenter Münster erstellt jährlich ein Arbeitsmarkt - und Integrationsprog ramm, aus dem 
hervorgeht, mit welchen Strategien und Maßnahmen der gesetzliche Auftrag, die vereinbarten 
Ziele und die geschäftspolitischen Schwerpunkte zur Vermeidung, Beendigung oder Verring e-
rung der Hilfebedürftigkeit der Arbeit suchenden Menschen in Münster umgesetzt werden sollen.  
 
Mit dem Übergang des Jobcenters in die alleinige kommunale Trägerschaft zum 01.01.2012 ist 
die Stadt Münster losgelöst von der Bundesagentur für Arbeit verantwortlich für die Verwendung 
des jährlichen Eingliederungstitels s owie die damit verbundene Planung und B eschaffung der 
unterschiedlichen Förderungsinstrumente. 
 
Der Prozess für die Auswahl und Gestaltung der Förderinstrumente wurde in 2012 neu strukt u-
riert und systematisiert (vgl. Berichtsvorlage V/0877/2012 „Arbeitsmar ktprogramm 2013 – Pro-
zesse und Empfehlungen“ an den Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung).  
 
Nach Abschluss des Planungsprozesses legt das Jobcenter nunmehr dem zuständigen Fac h-
ausschuss und den anderen fachlich betroffenen politischen G remien das fertig gestellte A r-
beitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 vor.  
 
 
In Vertretung 
 
Thomas Paal  
Stadtrat 
 
Anlage:  Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm Jobcenter Münster 2013 
 
  
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/1000/2012 
Auskunft erteilt: 
Herr Bierstedt 
Ruf: 
60918-300 
E-Mail: 
Bierstedt@stadt-muenster.de 
Datum: 
04.01.2013 
Öffentliche Berichtsvorlage

AMP_ 2013

122767 Zeichen

Arbeitsmarktprogramm 2012 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Arbeitsmarkt- und  
Integrationsprogramm 2013 
Jobcenter Münster

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
_____________________________________  
 
Impressum:  
Herausgeber: Jobcenter Münster,  
 Stadthaus 2, Ludgeriplatz 4,  
 48151 Münster 
 
Quelle: Statistiken der Bundesagentur für Arbeit 
  
Münster, Dezember 2012 
 
Foto: Presseamt Stadt Münster / Tilman Roßmöller

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 2 - 
 
Vorwort 
 
Das Jahr 2012 war im Wesentlichen noch geprägt vom Umstellungsprozess auf 
die kommunale Trägerschaft. Neue Aufgaben, neue Strukturen und Schnittstellen 
waren zu bewältigen, zu schaffen und zu klären. Rüc kblickend betrachtet stand 
das Jobcenter Münster vor einer großen Herausforder ung, die es mit Bravour 
gemeistert hat. Das Ziel, die Veränderung der Träge rschaft gerade auch für die 
Kundinnen und Kunden unbemerkt zu vollziehen, ist v ollumfänglich erreicht wor- 
den. Dies habe ich in der Hauptsache den engagierte n Mitarbeiterinnen und Mit- 
arbeitern zu verdanken, die auch stellenweise unter  schwierigen Rahmenbedin- 
gungen im Sinne der Münsteraner Hilfebedürftigen un ermüdlich ihr Bestes getan 
haben. Aber auch die gute geleistete Arbeit darf ni cht darüber hinweg täuschen, 
dass noch einige Herausforderungen in der Zukunft a uf das Jobcenter warten, 
die es zu meistern gilt. 
 
Konkret sind im Jahr 2013 die begonnenen neuen Aufg aben und Prozesse zu 
verstetigen und zu professionalisieren. Weiter wird  es unumgänglich sein, eine 
gesamtstädtische Strategie zu entwickeln und diese mit gebündelten Kräften um- 
zusetzen. Damit einhergehend ist eine gesamtstädtis che SGB II Steuerung zu 
implementieren, um die immer weniger werdenden Ress ourcen der Stadt Müns- 
ter ziel- und wirkungsorientiert einzusetzen.   
 
Die Zukunft der Arbeit der Jobcenter wird geprägt s ein von weiteren Kürzungen 
der Bundesmittel, Rechtsänderungen und einem Arbeit smarkt, der nicht immer 
die optimalen Möglichkeiten für die von den Jobcentern betreuten Kundinnen und 
Kunden bietet. Hier gilt es neue Wege zu gehen, inn ovative Strategien zu entwi- 
ckeln und diese auch mutig umzusetzen. Dabei wird i n naher Zukunft die öffent- 
lich geförderte Beschäftigung eine größere Rolle sp ielen. Für viele unserer er- 
werbsfähigen Leistungsberechtigten sind vor allem p erspektivische Hilfeplanun- 
gen erforderlich, um ihnen die Chance auf Teilhabe durch Arbeit zu ermöglichen. 
Hier bedarf es eines gesetzlichen Rahmens, der läng erfristige Ausgestaltungen 
bei finanzieller Sicherheit zulässt. 
  
Der  Planungsprozess 2013 wurde unter enger Beteili gung des Beirates neu ge-
staltet. Dabei gab es eine Reihe neuer Ideen und An sätze, die im nachfolgenden 
Programm dargestellt werden.  
 
 
 
Ralf Bierstedt 
 
Amtsleiter  
Jobcenter Münster

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 3 - 
 
 
 
 
 
 
 
Inhalt 
 
1.  Umstellung auf die kommunale Trägerschaft ..................................................- 6 -  
1.1. Arbeitgeber- und Vermittlungsservice (AGVS)...................................................... - 6 - 
1.2. fa:z ............................................................................................. ..........................- 7 -  
1.3. Strategische Leitsätze ........................................................................... ...............- 8 -  
1.4. Kommunale Eingliederungsleistungen nach § 16 a 1 – 4 SGB II ..........................- 8 - 
1.5. Rechtsänderung 2012 .............................................................................. ..........- 10 -  
2.  Ziele, Handlungsschwerpunkte und Strategien 2013 ....................................- 11 -  
2.1. Zielvereinbarung................................................................................. ................- 11 -  
2.2. geschäftspolitische Handlungsschwerpunkte .....................................................- 1 5 - 
3.  Rahmenbedingungen.................................. ................................................... ..- 16 -  
3.1. Arbeitsmarkt ..................................................................................... ..................- 16 -  
3.1.1. Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen...................................................- 16 -  
3.1.2. Integrationen nach Berufskennziffern und Wirtschaftsklassen..................- 18 -  
3.1.3. Bewerberstruktur nach Wirtschaftsbereichen ...........................................- 21 -  
3.1.4. Zusammenfassung und Ergebnisse .........................................................- 23 -  
3.1.5. Handlungsempfehlungen.......................................................................... - 25 - 
3.2. Finanzen ......................................................................................... ...................- 25 -  
3.3. Erwerbsfähige Leistungsempfänger ................................................................. ..- 26 -  
3.3.1. Anzahl der Bedarfsgemeinschaften, erwerbsfäh igen Leistungsempfänger und 
Arbeitslose ........................................................................................... ..............- 26 -  
3.3.2. Definierte Zielgruppen des Jobcenters .....................................................- 27 - 
3.3.3. Zielgruppenorientierte Organisationsstruktur............................................- 28 -  
3.4. Gender ........................................................................................... ....................- 28 -  
4.  Planungsprozess und Ergebnisse..................... .............................................- 30 -  
4.1. Planung der Förderinstrumente und Fördermaßnahmen 2013 ...........................- 30 -  
4.2. Prozessbeschreibung im Detail .................................................................... ......- 30 -  
4.3. Durchführung der Planungsworkshops............................................................... - 31 - 
4.4. Ergebnisse der Planungsworkshops................................................................. ..- 31 -  
4.4.1. Zielgruppe „U 25“ .............................................................................. .......- 32 -  
4.4.2. Zielgruppe „25 bis 49 Jährige“................................................................. .- 33 -

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 4 - 
 
4.4.3. Zielgruppe „50+“............................................................................... ........ - 34 - 
4.4.4. Zielgruppe „Alleinerziehende“.................................................................. . - 36 - 
4.4.5. Zielgruppe „Menschen mit Migrationsvorgeschichte“................................ - 37 - 
4.4.6.  erste Analyse Menschen mit Migrationsvorgeschichte ............................ - 38 - 
4.4.7. Menschen mit Behinderung...................................................................... - 41 - 
4.4.8. Gründungswillige und Selbständige ......................................................... - 43 - 
4.5. Zusammenfassung der Ergebnisse................................................................... . - 43 - 
5. Verteilung des Eingliederungstitels................................................................ ... - 44 - 
5.1. Förderung der beruflichen Weiterbildung (FbW)................................................. - 45 - 
5.2. Maßnahmen bei einem Träger zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung ... - 49 - 
6.  Kommunale Eingliederungsleistungen .......................................................... - 51 - 
7.  Ausblick........................................... ................................................... .............. - 52 - 
8.  Abkürzungsverzeichnis.............................. ................................................... .. - 53 -

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 5 - 
 
 
Summary für die eilige Lektüre: 
 
 
Die im Rahmen der Umstellung auf die kommunale Träg erschaft 
notwendigen organisatorischen Anpassungen wurden im  Jobcenter 
umgesetzt.  
 
Die mit dem Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeits- 
markt verbundenen Änderungen wurden umgesetzt. 
 
Strategische Leitsätze wurden entwickelt und bestimmen die kommunale Aus- 
richtung des Jobcenters. Sie ergänzen das Zielsystem. 
 
Das Jobcenter Münster hat einen neuen Planungsprozess entwickelt und umge- 
setzt. Erstmalig wurden Mitglieder des örtlichen Beirates direkt an der Planung im 
Jobcenter beteiligt. 
 
Entwicklungen des Arbeitsmarktes in Münster vorauss ichtlich verhal- 
tener als 2012!  
 
Erneut werden weniger Eingliederungsmittel als im Vorjahr durch den  
Bundeshaushalt zur Verfügung gestellt. 
 
Folgende geschäftspolitische Schwerpunkte werden 2013 verfolgt: 
 
• Marktchancen bei Arbeitgebern für junge Menschen a us dem SGB II er-  
schließen und junge Menschen zu einem Schul-  bzw. Ausbildungsab- 
schluss hinführen 
• Alleinerziehende stärken und Beschäftigungsmöglich keiten nutzen 
• Integrationschancen durch Qualifikation von Langze itleistungsbeziehern 
erhöhen 
• Marktchancen bei Arbeitgebern für Menschen mit Beh inderung erhöhen 
•  fa:z 
©   Steuerungsmodell verstetigen und die operative Leis tungsfähigkeit 
erhöhen  
 
Der Schwerpunkt der Förderung der erwerbsfähigen Le istungsberechtigten liegt 
in 2013 wieder bei der Förderung der beruflichen We iterbildung. Insgesamt sind 
rund 5.737 Förderungen geplant.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 6 - 
 
 
1. Umstellung auf die kommunale Trägerschaft 
1.1. Arbeitgeber- und Vermittlungsservice (AGVS) 
Bis Ende 2011 haben das Jobcenter Münster und die A gentur für Arbeit einen gemein- 
samen Arbeitgeberservice angeboten. Mit dem Übergan g in die alleinige Trägerschaft 
nimmt das Jobcenter diesen Service als Arbeitgeber-  und Vermittlungsservice nunmehr 
eigenverantwortlich wahr.  
 
Das neue Angebot für Arbeitgeber in Münster umfasst: 
 
• Zielgerichtete und ganzheitliche Personalbetreuung  
Der AGVS bietet u.a. eine kompetente Begleitung und  Beratung bei Stellenaus- 
schreibungen, Unterstützung bei der Personalauswahl  und kurzfristige Beratungen 
der Betriebe vor Ort an. 
 
• Eine persönliche Betreuung   
Die persönliche Betreuung der Arbeitgeberkunden reicht vom ersten Kontakt bis zum 
unterschriebenen Vertrag und bei Bedarf auch darüber hinaus. 
 
• Auszubildende   
Weil der Wettbewerb um gute Auszubildende immer här ter und die Suche nach ge- 
eigneten Kandidatinnen und Kandidaten immer aufwänd iger wird, bietet der AGVS 
den Ausbildungsbetrieben Unterstützung bei der pass genauen Auswahl an. Gleich- 
zeitig unterstützt der AGVS ausbildungswillige und –bereite Bewerberinnen und Be- 
werber bei der Suche nach einer passenden Ausbildun gsstelle und nimmt dazu ge- 
zielt Kontakt zu Unternehmen auf. Die Unterstützung sleistungen beziehen sich glei- 
chermaßen auf Erstausbildungen wie Umschulungen.  
 
• Finanzielle Förderung   
Der AGVS erteilt Auskünfte und berät Arbeitgeber bezüglich Fördermöglichkeiten bei 
der Einstellung neuer Arbeitskräfte, wie etwa Eingl iederungszuschüsse oder betrieb- 
liche Erprobungsmaßnahmen. Er berät die Arbeitgeber  zudem über die Möglichkei- 
ten einer zielgerichteten Qualifizierung der einzus tellenden Bewerberinnen und Be- 
werber. 
 
Seit August 2012 präsentiert der AGVS jeden Donners tag im Foyer des Stadthauses 2 
ausgewählte Stellen und steht persönlich für Fragen  rund um das Stellenangebot zur 
Verfügung. Mit diesem zusätzlichen Angebot werden n icht nur Stellensuchende ange- 
sprochen, sondern auch Arbeitgeber, die im Regelfall eine zeitnahe Besetzung ihrer frei- 
en Stellen anstreben. Die Arbeitgeber haben darüber  hinaus die Möglichkeit, ihr Unter- 
nehmen sowie ihre Stellenangebote ebenfalls donners tags im Foyer des Stadthauses 
direkt den interessierten erwerbsfähigen Leistungsberechtigten zu präsentieren.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 7 - 
 
1.2. fa:z 
Im Jobcenter Münster wird seit dem 01.01.2012 mit d em fa:z 
© - Modell ein Fallsteue- 
rungskonzept angewandt, welches – ausgehend von den Ressourcen eines Menschen – 
eine konsequente zielorientierte Förderung und Entw icklung verfolgt (fa:z © = Förderan- 
satz : Ziel). 
 
Das fa:z 
© - Modell richtet seinen Blick deshalb nicht auf Hem mnisse, sondern auf die 
eine oder die wenigen Möglichkeiten, die einem Menschen offen stehen, in Arbeit vermit- 
telt zu werden. Die direkte Vermittlung in Arbeit i st ein mögliches Förderziel im fa:z © - 
Modell, aber nicht das einzige. Mit der Herstellung  der Wettbewerbsfähigkeit, der Her- 
stellung der Prozessfähigkeit und der Stabilisierun g der Erwerbsfähigkeit gibt es drei 
weitere gleichberechtigte Förderziele. Die Förderzi ele bieten den Handlungsrahmen, an 
dem sich alle Beteiligten orientieren können. Der g esamte Förderprozess im fa:z © - Mo- 
dell wird konsequent auf die Erreichung eines diese r Ziele ausgerichtet. So wird eine 
passgenaue Weiterentwicklung der Kundinnen und Kund en zu jedem Zeitpunkt sicher- 
gestellt. 
 
Zur Herausarbeitung der notwendigen Förderziele im fa:z 
© - Modell ist eine komplexe 
tiefergehende Potenzialanalyse durchzuführen. Die d urchzuführende Potenzialanalyse 
beinhaltet nicht nur das Erheben von „harten Fakten“, sondern insbesondere die Analyse 
der weichen Ressourcenbereiche oder der sogenannten soft skills. 
 
Das fa:z 
© -  Modell unterscheidet zwischen folgenden Förder- und Entwicklungszielen: 
 
Förderziel – 
übergeordnet: 
Selbst- 
aktivierung des 
Kunden/der Kundin  
Beschreibung  Entwicklungsziel 
Direktvermittlung  
• Nachhaltige Vermittlung 
• Verringerung/ Beendigung   
des Hilfebezugs 
• Stärkung des Bewerbungs- 
und Stellensuchverhaltens 
Herstellung der 
Wettbewerbsfähigkeit  
• Verbesserung der Möglichkei- 
ten 
• Erarbeitung einer Berufs- 
     perspektive 
• Stärkung der Qualifikation 
• Stärkung des Arbeitsverhaltens  
• Stärkung des Sozialverhaltens 
• Stärkung der Motivation 
Herstellung der 
Prozessfähigkeit  
• Kunden prozessbereit machen  
• Erarbeitung einer Ent- 
wicklungs- 
     perspektive 
• Stärkung der Mitwirkung in der  
     Fallsteuerung 
• Stärkung der Rahmenbedin- 
gungen 
• Stärkung der lebenspraktischen 
 
     Kompetenzen 
Stabilisierung der 
Erwerbsfähigkeit  
• Verbesserung der Leistungs- 
fähigkeit 
• Stärkung der Leistungsfähigkeit  
     (körperlich, psychisch)

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 8 - 
 
 
 
1.3. Strategische Leitsätze 
Zur Umsetzung der im Antrag auf die Option genannte n arbeitsorientierten Sozialpolitik 
wurden strategische Leitsätze erarbeitet, die Grund lage für die tägliche Arbeit des Job- 
centers sind und eine Entscheidungshilfe auf allen Ebenen bieten. Dargestellt sind die 
Leitsätze mit ihren Kernbotschaften. 
 
Leitsatz 1:  Wir unterstützen alle Kundinnen und Ku nden 
 
Damit verbunden steht der Anspruch der Stadt Münste r, gerade auch mit den mehrheit- 
lich „arbeitsmarktfernen“ Leistungsberechtigten aktiv zu arbeiten.  
 
Leitsatz 2:  Vermeidung von Drehtüreffekten 
 
Die zentrale Aussage hinter diesem Leistsatz lautet : Wir streben nachhaltige Lösungen 
für unsere Kundinnen und Kunden an.   
 
Leitsatz 3: Ausbildung vor kurzfristiger Integratio n (U25) 
 
Im Zweifel ist die langfristige Integration in Ausb ildung wichtiger als eine kurzfristige In- 
tegration in den Arbeitsmarkt!  
 
Leitsatz 4:  Integrationsfortschritte abbilden 
 
Wir machen Integrationsfortschritte auch jenseits d er Vermittlung in den 1. Arbeitsmarkt 
sichtbar. 
 
Leitsatz 5:  Hilfe zur Selbsthilfe 
 
Die Aktivierung und Stärkung der Selbsthilfekompete nzen ist ein zentrales Element der 
Arbeit mit den Kundinnen und Kunden. 
 
Leitsatz 6:  Sanktionen dürfen die verfolgten Ziele  nicht beeinträchtigen 
 
Ob eine Sanktion im konkreten Einzelfall sinnvoll i st, entscheidet der Jobcoach mit Blick 
auf die verfolgten Ziele: Nicht die konsequente Aus schöpfung der Sanktionsmöglichkeit 
hat Priorität, sondern der zielgerichtete Einsatz von Sanktionen. 
  
1.4. Kommunale Eingliederungsleistungen nach § 16a 1 – 4 SGB II 
Wird die Eingliederung in Arbeit durch persönliche oder familiäre Verpflichtungen oder 
Schwierigkeiten im Lebensumfeld erschwert oder soga r verhindert, kann das Jobcenter 
in Absprache mit der Kundin/ dem Kunden eine Eingliederungsleistung nach § 16 a SGB 
II veranlassen. Der Gesetzgeber hat damit die Mögli chkeit einer ganzheitlichen und um-

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 9 - 
 
fassenden Betreuung der erwerbsfähigen Leistungsber echtigten geschaffen. Die Inan- 
spruchnahme ist freiwillig und vertraulich und läss t sich dem Bereich des Förderns zu- 
ordnen. 
 
Dazu stehen unterschiedliche Unterstützungs- und Be ratungsleistungen zur Verfügung, 
die den Übergang in Arbeit vorbereiten und begleite n. Im Unterschied zu den arbeits- 
marktpolitischen Instrumenten werden diese Leistungen von der Stadt Münster finanziert 
und entweder von ihr selbst oder ihren Kooperationspartnern vorgehalten und erbracht. 
 
Die Leistungen nach § 16a Nr. 1 - 4 SGB II, die bet eiligten Fachämter und Leistungs-
erbringer werden in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. 
 
§16a- Leistung Zuständiges  
Fachamt 
Beteiligter Kooperations- 
partner/ Leistungserbringer 
Betreuung minderjähriger 
und behinderter Kinder,  
§ 16a Ziffer 1 
Amt für Kinder, Jugendliche 
und Familien 
Familienbüro 
Häusliche Pflege von 
Angehörigen ,  
§ 16a Ziffer 1 
Sozialamt Informationsbüro Pflege im Ge- 
sundheitshaus 
Schuldnerberatung ,   
§ 16a Ziffer 2  
Sozialamt Sozialamt, Verbraucherzentrale 
Münster, Beratungs- und Bil- 
dungszentrum der Diakonie, 
Arbeiterwohlfahrt, Caritas  
Psychosoziale Betreuung,   
§ 16a Ziffer 3 
/square4 Gesundheitsamt 
/square4 Amt für Kinder, Jugendli- 
che und Familien 
/square4 Sozialamt 
Sozialpsychiatrischer Dienst 
Kommunaler Sozialdienst 
 
Migrationsberatung: AWO, DRK, 
Caritas, Beratungs- und Bil- 
dungszentrum der Diakonie 
Suchtberatung,   
§ 16a Ziffer 4 
/square4 Gesundheitsamt 
/square4 Amt für Kinder, Jugendli- 
che und Familien 
Caritas, Beratungs- und Bil- 
dungszentrum der Diakonie 
Drogenhilfe der Stadt Münster: 
Drobs 
 
Die Vielschichtigkeit der Themenbereiche und die Ko mplexität der beteiligten Ämter und 
Kooperationspartner erforderten einen intensiven Pr ozess, der sich neben der inhaltli- 
chen Beschreibung der einzelnen Leistungen vor alle m mit den Verfahrensabläufen im 
Dreieck Jobcenter, Kooperationspartner, Kundin/ Kunde auseinandersetzte. 
 
Dazu wurde im Herbst 2010 eine Projektgruppe unter Federführung des Sozialdezernats 
ins Leben gerufen, die sukzessive unter Beteiligung des jeweiligen Fachamts und Vertre- 
ter/innen des Jobcenters (bzw. damals noch Arbeitsg emeinschaft) jeden Leistungsbe- 
reich inhaltlich definiert und mit entsprechenden fachlichen Leitindizien belegt hat. 
Nachfolgend wurden Verfahrensregelungen für die Ums etzung erarbeitet, die sowohl 
den Zugang zu den kommunalen Leistungen als auch de n Rückkoppelungsprozess si- 
cherstellen sollen.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 10 - 
 
Zu den konkreten Arbeitsergebnissen zählt ein „Doku mentenpaket“, das eine Beauftra- 
gung des Amts/ des Leistungserbringers, eine Einver ständniserklärung/ Schweige- 
pflichtentbindung und einen Rückmeldebogen an das Jobcenter enthält. Alle Dokumente 
wurden vor Inkrafttreten sorgfältig datenschutzrechtlich geprüft. 
 
Für die Umsetzung mussten auf verschiedenen Ebenen die Voraussetzungen geschaf- 
fen werden, um einen gelingenden Prozess zu gewährl eisten. Zum einen war das Ver- 
fahren technisch in die neue Software OPEN/PROSOZ 
 zu implementieren und eine 
sinnvolle Anbindung an das fa:z© - Modell zu schaff en. Zum anderen mussten alle Job- 
coaches umfassend über die Inhalte und Handhabung d er Eingliederungsleistungen 
geschult werden. 
 
 
1.5. Rechtsänderung 2012 
Zum 1. April 2012 ist das Gesetz zur Verbesserung d er Eingliederungschancen am Ar- 
beitsmarkt in Kraft getreten. Damit sind weitere ar beitsmarktpolitische Instrumente zu- 
sammengefasst bzw. Pflicht- in Ermessensleistungen umgewandelt und zugleich die 
Flexibilität und Individualität des Instrumenteneinsatzes erhöht worden: 
 
• Neuordnung/ Zusammenfassung der arbeitsmarktpoliti schen Instrumente im SGB III 
nach Bedarfslagen 
• Reduzierung der Zahl der Instrumente und Verringer ung der Regelungsdichte 
• Neuordnung der öffentlich geförderten Beschäftigun g 
• Bekenntnis zum einheitlichen Arbeitsmarkt 
• Das Erfordernis einer Zulassung von Maßnahmen gilt  künftig – wie bisher – für 
Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung und künftig auch für Maßnahmen zur Ak- 
tivierung und beruflichen Eingliederung nach § 45 S GB III, die im Rahmen des Akti- 
vierungs- und Vermittlungsgutscheins gefördert werden. 
• Die Arbeitsagenturen sind nun allein für die Beruf sorientierung (vertiefte Berufsori- 
entierung und Berufswahlvorbereitung) erwerbsfähige r Leistungsberechtigte unter 
25 Jahren verantwortlich. 
 
Besonders hervorzuheben sind folgende geänderte bzw. neue Förderbedingungen: 
 
Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein 
 
Die Regelungen zur Durchführung von Maßnahmen zur A ktivierung und beruflichen Ein- 
gliederung (§ 46 SGB III) und zum Vermittlungsgutsc hein (§ 421 g SGB III) wurden in 
einer Norm (§ 45 SGB III) zusammengefasst. Gleichzeitig wurde das Gutscheinverfahren 
als Alternative zum Vergabeverfahren eingeführt. Mi t dem neu eingeführten Aktivie- 
rungs- und Vermittlungsgutschein kann der Kunde, di e Kundin selbst eine konkrete 
Maßnahme auswählen oder auch zur Unterstützung der Vermittlung in eine sozialversi- 
cherungspflichtige Beschäftigung eine private Arbeitsvermittlung beauftragen.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 11 - 
 
Arbeitsgelegenheiten (AGH) 
 
AGH sind zielgerichtete Maßnahmen zur Überwindung v on Hilfebedürftigkeit. Neu fest- 
geschrieben wurde, dass diese geförderten Arbeitsverhältnisse zu den Instrumenten der 
Integration in den ersten Arbeitsmarkt nachrangig s ind. Auch die Zuweisungsdauer die- 
ser Förderleistung wurde eingeschränkt. Arbeitssuchende ohne unmittelbare Perspektive 
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt können innerhalb e ines 5-Jahres-Zeitraumes künftig 
maximal 2 Jahre in der öffentlich geförderten Besch äftigung tätig werden. Bei Jugendli- 
chen (unter 25 Jahren) und älteren Arbeitslosen (ab  58 Jahren) besteht seit April 2012 
gar kein gesetzlicher Anspruch mehr auf eine öffent lich geförderte Beschäftigung (vgl.    
§ 3 SGB II n.F.).   
 
Im § 16d Abs. 1 Satz 2 i.V.m. § 18d Abs. 1 Satz 2 S GB II wird der Beirat legitimiert, das 
Jobcenter u.a. bei der Einrichtung von Arbeitsgeleg enheiten zu beraten. Aus diesem 
Grund wurde im Jobcenter Münster die Unterarbeitsgr uppe „AGH“ eingerichtet. Die Un- 
terarbeitsgruppe - besetzt aus 4 Mitgliedern des Be irates – berät das Jobcenter Münster 
bei der Einrichtung von AGH. Besonderes Augenmerk wird auf die Beurteilung der Wett- 
bewerbsneutralität gerichtet.  
 
Flankierende Maßnahmen wie „sozialpädagogische Betreuung“ und „Qualifizierung“ sind 
seit dem 01.04.2012 aus rechtlicher Sicht nicht meh r Bestandteil von AGH. Erfahrungs- 
gemäß ist aber für eine erfolgversprechende Durchfü hrung eine begleitende sozialpäda- 
gogische Betreuung und Qualifizierung sinnvoll und notwendig. Da grundsätzlich eine  
Kombination in Form von Vergaben gem. § 45 SGB III möglich ist, wird das Jobcenter 
Münster insbesondere im Jahr 2013 Ausschreibungen d urchführen, um weiterhin eine 
Kombination des Arbeitsteils einer AGH mit einer so zialpädagogischen Betreuung 
und/oder Qualifizierung zu ermöglichen.  
 
Auch die Kostenerstattung wurde neu geregelt. Einhergehend mit dem Wegfall von sozi- 
alpädagogischer Betreuung und Qualifizierung im Rah men der Bewilligung von AGH 
wurden auch die maximal erstattungsfähigen Maßnahme kosten angepasst. Eine ent- 
sprechende Richtlinie wurde erarbeitet und betrifft  insbesondere Neubewilligungen ab 
2013.  
 
2. Ziele, Handlungsschwerpunkte und Strategien 2013   
2.1. Zielvereinbarung 
Auch für das Jahr 2013 hat die Stadt Münster wieder  mit dem Ministerium für Arbeit, 
Soziales und Integration (MAIS) NRW eine Zielverein barung gem. § 48b SGB II abzu- 
schließen. Der Zielplanungsprozess wurde am 19.11.1 2 durch den Versand des Pla- 
nungsdokumentes angestoßen und soll bis Ende Januar  2013 abgeschlossen sein. D.h. 
aktuell können noch keine konkreten Zielwerte abgeb ildet werden. Der Zielvereinbarung 
liegen die aus dem Gesetz abgeleiteten Ziele mit de n Zielkennzahlen nach § 48a SGB II 
zugrunde. Die Zielkennzahlen werden durch Ergänzung sgrößen erweitert, die zur weite- 
ren Erläuterung der Zielkennzahlen dienen. Die Ergä nzungsgrößen werden nicht mit 
einem Zielwert beplant. Das „Wie“ der operativen Umsetzung der Ziele mit der einherge-

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 12 - 
 
henden entsprechenden Schwerpunktsetzung unterliegt der alleinigen Steuerungshoheit 
der Stadt Münster. Eine Erweiterung der gesetzlichen Ziele um lokale Ziele ist damit ent- 
behrlich.  
    
Das SGB II Zielsystem für das Jobcenter Münster stellt sich 2013 wie folgt dar: 
 
 
     
Z i e l e 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
             
 
    
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Verringerung 
der Hilfebedürf- 
tigkeit 
Verbesserung der 
Integration in  
Erwerbstätigkeit 
Vermeidung von 
langfristigen  
Leistungsbezug 
Steuerungsziel 
Zielkennzahl 
Veränderung 
der Summe 
passive Leis- 
tungen 
 
Integrationsquote 
 
 
Veränderung der 
Bestandes an 
Langzeitleis- 
tungsbeziehern 
Ergänzungs- 
größen 
Summe der 
Leistungen für 
Unterkunft und 
Heizung  
Bestand der 
erwerbsfähigen 
Leistungsbe- 
zieher 
Zielwert 
kein Zielwert 
qualitatives 
Monitoring 
Zielwert wird Ende 
Januar vereinbart 
Zielwert wird 
Ende Januar 
vereinbart  
Zugangsrate 
der erwerbsfä- 
higen Leis- 
tungsbezieher  
Abgangsrate 
der erwerbsfä- 
higen Leis- 
tungsbezieher  
Quote der Eintrit- 
te in öffentlich 
geförderte 
Beschäftigung 
 
 
Aktivierungsquote 
der 
Langzeitleis- 
tungsbezieher 
 
Nachhaltigkeit der 
Integration 
Integrationsquote 
der 
Alleinerziehenden 
Durchschnittliche 
Zugangsrate der 
Langzeitleis- 
tungsbezieher  
Durchschnittliche 
Abgangsrate der 
Langzeitleis- 
tungsbezieher 
Quote der Eintrit- 
te in 
geringfügige 
Beschäftigung  
Integrationsquote 
der 
Langzeitleis- 
tungsbezieher  
strategische Leitsätze

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 13 - 
 
Die Bundesregierung geht in ihrer Herbstprojektion für das Jahr 2013 von einem Anstieg 
des realen Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,0 % a us. Daraus resultierend rechnet die 
Bundesregierung mit einem Anstieg der Zahl der Besc häftigten mit und ohne Sozialver- 
sicherungspflicht um 85.000 auf 37.074.000 (+0,2%).  Die Arbeitslosigkeit wird nach der 
Prognose um 30.000 Personen auf 2,920 Mio. im Jahresdurchschnitt steigen.  
Wie im letzten Jahr wurden für die Ziele Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit 
und Vermeidung von langfristigen Leistungsbezug Ref erenzgrößen ermittelt, die die o.g.  
Rahmenbedingungen für die Zielerreichung berücksich tigen. Die Referenzgrößen wur- 
den in der Bund-Länder Arbeitsgruppe (BLAG) gem. § 18c SGB II abgestimmt. 
Die Referenzwerte sind von einem Korridor umgeben, der als Referenzrahmen den Tole- 
ranzbereich für die Angebotswerte der Jobcenter darstellt. 
 
Der Referenzwert für Deutschland gibt an wie die In tegrationsquote im Vergleich zu 
2012 zu steigern ist. Hier wurde ein Referenzwert von 1,0 % mit einem einheitlich festge- 
legten Referenzrahmen von 2,0% Punkten festgelegt. Die Prognose der Integrationsquo- 
te 2012 für Deutschland beträgt 25,2 %. Daraus erre chnet sich für 2013 eine Integrati- 
onsquote für Deutschland von 25,5 % (Steigerung um 1,0%). 
 
 
 
 
Das Jobcenter Münster nimmt die vom Institut für Ar beitsmarkt- und Berufsforschung 
(IAB) und von der Bundesregierung prognostizierte E ntwicklung der Arbeitslosen als 
Grundlage für die Entwicklung der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten (eLb).  
Auf der Prognose des Jobcenter Münster für den Jahr esdurchschnitt 2012 an eLb von 
13.963 ergibt sich in der Berechnung eine durchschn ittliche Anzahl von 14.103 eLb für 
das Jahr 2013. 
Unter Berücksichtigung der abflachenden konjunkturellen Entwicklung und der für Müns- 
ter typischen trägen und verzögerten Entwicklung de s Arbeitsmarktes prognostiziert das 
Jobcenter Münster 3.608 Integrationen für das Jahr 2013. 
Mit diesem ambitionierten Zielwert wird eine Integr ationsquote von 25,6% im Dezember 
2013 erwartet, damit einhergehend eine Steigerung v on 0,7% im Vergleich zu 2012. 
Dieser Wert ist der Angebotswert für die Zielverhandlungen mit dem MAIS.  
 
Durch die Bund-Länder-Arbeitsgruppe wurde für das J ahr 2013 eine Senkung des Be- 
stands der Menschen im Langzeitbezug um -2,5% als b undesweit einheitlicher Refe- 
renzwert festgelegt. Für den Bestand an Langzeitlei stungsbezieherinnen und -beziehern

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 14 - 
 
wurde ein Korridor von 3%-Punkten definiert (± 1,5% -Punkte, ausgehend vom Refe- 
renzwert). 
  
 
 
 
Aus Sicht des Jobcenter Münster ist eine Reduzierun g des Bestandes im Jahr 2013 
nicht umsetzbar. Das Jobcenter Münster betrachtet e ine Stagnation der Anzahl der 
Langzeitleistungsbeziehenden in 2013 als Erfolg in der Zielerreichung (Angebotswert 0,0 
%). 
Unter der Anzahl der Langzeitleistungsbeziehenden b efindet sich ein großer Anteil der 
sogenannten marktfernen Kundinnen und Kunden, die m it einem erheblich höheren fi- 
nanziellen Aufwand bei den Eingliederungsleistungen  gefördert werden müssten. Auf- 
grund der erneuten bevorstehenden Senkung der Eingl iederungsleistungen für das Job- 
center Münster ist eine höhere Aktivierungsquote (B M Juli 2012: 6,4%; NRW 7,0%; VT 
7,2%) der Langzeitleistungsbeziehenden, die zu eine r Integration in den Arbeitsmarkt 
beitragen soll, schwer realisierbar. In der Regel k ann diese Kundengruppe der Gering- 
qualifizierten,  selbst bei Eintritt einer Integrat ion durch die Aufnahme einer sozialversi- 
cherungspflichtigen Beschäftigung, den Leistungsbezug mit einem voraussichtlich gerin- 
gen Einkommen nicht beenden.  
Hinzu kommt, dass Münster als Oberzentrum mit vier psychiatrischen Kliniken (inklusive 
Rochus-Hospital Telgte) überdurchschnittlich viele psychisch Kranke hat, die nach län- 
geren stationären Therapieaufenthalten in Münster bleiben. 
 
Für Wohnungslose hält der Kreis Warendorf gar kein Angebot, die Kreise Steinfurt und 
Borken und Coesfeld nur ein geringes Angebot weit v on Münster entfernt bereit, wäh- 
rend Münster eine umfangreiche Palette an stationär en und teilstationären Hilfen bietet. 
D.h. auch diese Personen kommen aus dem gesamten Umkreis nach Münster. 
Damit ist Münster aufgrund seiner Funktion als Ober zentrum Anziehungspunkt für be- 
sonders schwer vermittelbare Personengruppen (und d amit in der Regel Langzeitbezie- 
hende) aus dem gesamten Münsterland. 
 
Lohnniveau 
Das niedrige Lohnniveau der in Münster realisierten  Integrationen reicht häufig nicht zur 
Beendigung des Leistungsbezuges. 
Die Anzahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten  mit einem Einkommen aus Er- 
werbstätigkeit lag im Juli 2012 bei 4.447 Personen auf dem gleichen Niveau des Vorjah- 
resmonats. Diese Entwicklung geht einher mit der vergleichsweise hohen Quote der Ein- 
tritte in geringfügige Beschäftigung von 11,7% im V ergleich zu NRW 10,2%. Die Anzahl

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 15 - 
 
der Personen mit einem Einkommen über 800 € lag im Juli 2011 bei 1.073 und ist zu Juli 
2012 auf 1.133 angestiegen. Bei dieser Höhe des Erwerbseinkommens geht die Statistik 
von einem Einkommen aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung aus.  
 
Mietniveau 
 
Die Entwicklung der Einwohnerzahl Münsters verlief in den vergangenen Jahren positiv. 
Von 2005 bis 2011 wuchs die Bevölkerung um 7,7 %  von 270.868 auf 291.754 Einwoh- 
ner. Im gleichen Zeitraum nahm die Zahl der Haushalte von 144.832 auf 159.583 zu, ein 
Anstieg von 10,2 %. Die positive Bevölkerungsentwicklung wird sich au ch in den kom- 
menden Jahren fortsetzen. Die Nachfrage nach Wohnra um wird aufgrund dieser Ent- 
wicklung nicht nachlassen. Die Zahl der Baufertigst ellungen und Genehmigungen deckt 
die Nachfrage kaum. Diese Entwicklung beeinflusst w esentlich die Preisentwicklung der 
Mieten. Über alle Lage- und Qualitätsklassen hinweg  stiegen die Mieten im Jahr 2010 
um 4,2 Prozent. In kaum einer anderen Großstadt in Nordrhein-Westfalen sind die Mie- 
ten derart drastisch gestiegen. 
 
Bei den durchschnittlichen Wohnkosten (550 € Kaltmi ete bzw. 763 € Warmmiete) findet 
sich Münster in Nordrhein-Westfalen auf dem vierten  Platz wieder. Diese Entwicklung 
auf dem gesamten Immobilienmarkt in Münster wirkt s ich natürlich auch auf die Kosten 
der Unterkunft aus, die durch das Jobcenter Münster ausgezahlt werden. 
Die anerkannten Durchschnittskosten im Jobcenter Mü nster für Unterkunft und Heizung 
sind im Zeitraum von Januar 2011 bis Dezember 2012 um 21,25 € angestiegen. Dieser 
Anstieg entspricht einer Steigerung von 4,9 %. 
Im April 2013 wird in der Stadt Münster der neue Mietspiegel 2013 erwartet.  
 
In Bezug auf die Gesamtentwicklung führt das beschr iebene Mietniveau dazu, dass sich 
die durch Einkommen zu deckenden Bedarfe erhöhen. D as Lohnniveau hingegen folgt 
dieser Entwicklung nicht. Dies führt dazu, dass die  Personen länger im Leistungsbezug 
verbleiben und eine Senkung des Bestands der Langze itleistungsbeziehenden nicht er- 
reichbar ist. 
 
Vor diesem Hintergrund muss die Stadt Münster mit e inem anderen Maßstab betrachtet 
werden als die umliegenden Regionen. 
 
 
2.2. Geschäftspolitische Handlungsschwerpunkte 
Die unter 2.1 genannten Ziele werden durch fünf Handlungsschwerpunkte in der operati- 
ven Umsetzung flankiert.   
 
•  Marktchancen bei Arbeitgebern für junge Menschen aus dem SGB II er-        
schließen und junge Menschen zu einem Schul- bzw. Ausbildungsabschluss hin- 
führen 
 
• Alleinerziehende stärken und Beschäftigungsmöglich keiten nutzen

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 16 - 
 
• Integrationschancen durch Qualifikation von Langze itleistungsbeziehenden erhö- 
hen 
 
• Marktchancen bei Arbeitgebern für Menschen mit Beh inderung erhöhen 
 
•  fa:z ©   Steuerungsmodell verstetigen und die operative Leis tungsfähigkeit erhö- 
hen  
 
3. Rahmenbedingungen 
 
3.1. Arbeitsmarkt 
Um für das Jobcenter Münster eine aussagekräftige u nd handlungsorientierte Arbeits- 
marktanalyse darzustellen, genügt es nicht, den Arb eitsmarkt isoliert zu betrachten. Es 
ist erforderlich, neben der Arbeitsmarktstruktur in Münster auch die Bewerberstruktur der 
erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in Münster zu betrachten, um zielgerichtet auf die 
Anforderungen des Arbeitsmarktes reagieren zu könne n. Dementsprechend werden die 
erzielten Integrationen 
1, bezogen auf den Zeitraum Berichtsmonat Januar-Jul i 2012, im 
Hinblick auf die Chancen am Arbeitsmarkt ausgewertet. 
 
Nachfolgend werden daher zunächst alle relevanten Daten (Beschäftigungsstatistik nach 
Wirtschaftsbereichen, Integrationen nach Berufskenn ziffern, Bewerberstruktur nach 
Wirtschaftsbereichen) einzeln betrachtet und in einem weiteren Schritt zusammengeführt 
und gegenübergestellt, um Diskrepanzen und mögliche Handlungsansätze aufzuzeigen. 
 
3.1.1. Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen 
 
Die Wirtschaftsstruktur in Münster ist seit jeher d ienstleistungsorientiert. Mittlerweile sind 
mehr als 85 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten 
2 im tertiären Be- 
reich 3 tätig (Tabelle 1). Neben dem Handel (13,9 %) domin iert vor allem das Gesund- 
heits- und Sozialwesen den regionalen Arbeitsmarkt. Mit 12,3 % ist mehr als jeder achte 
Beschäftigte in diesem Bereich tätig. Beide Wirtsch aftsbereiche haben damit im Ver- 
gleich zum Vorjahr erneut an Wachstum zugelegt. Dar über hinaus finden sich die meis- 
ten Beschäftigten in den Bereichen „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienst- 
leistungen“ (8,8 %), „Öffentliche Verwaltung, Sozia lversicherung, Körperschaften“ (8,7 
%) sowie „Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“ (7,6 %). 
 
 
 
                                               
 
1 Quelle: Controlling des Jobcenter Münster, Auswertung vom 08.08.2012 „Auswertung der Integrationen nach DKZ / 
ADKZ im Berichtsjahr 2012“.  
2 Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (Stand: 31. Dezember 2011), „Sozialversicherungspflichtige Be- 
schäftigte nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008.  
3 Der tertiäre oder auch Dienstleistungssektor umfasst die Gesamtheit der Dienstleistungen, die in Unternehmen, durch 
den Staat oder öffentliche Einrichtungen erbracht werden, wie etwa Handel, Gesundheitswesen, Verkehr und Lagerei, 
Hotel und Gastronomie, Information und Kommunikation sowie sonstige Dienstleistungen

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 17 - 
 
Tabelle  1: SV-pflichtige Beschäftigte nach Wirtschaftsabschnitten/Wirtschaftsabteilungen/Wirtschaftsgruppen 
SV-pflichtige Beschäftigte am Stichtag 
Ende…  Wirtschaftsabschnitte / Wirtschaftsabteilungen / 
Wirtschaft sgruppen Dez. 11 Dez. 10 
Veränderung 
ggü. Vorjahr 
Gesundheits- und Sozialwesen 25.117 23.636 1.481 
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 11.151 10.832 319 
Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen u nd techni- 
schen Dienstleistungen 
  9.067   8.773 294 
Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 20.356 20.102 254 
Information und Kommunikation   8.889   8.677 212 
Gastgewerbe   4.387   4.363   24 
Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen 12.961 12.957     4 
Öff. Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung, Körp er- 
schaften 
12.701 12.924 -223 
 
Auffallend – jedoch durch den demographischen Wande l erklärbar – ist die eindeutig 
positive Entwicklung der sozialversicherungspflicht igen Beschäftigung im Gesundheits- 
und Sozialwesen. Der positive Trend der letzten Jah re setzt sich damit in diesem Wirt- 
schaftsbereich fort.  
 
Der Bereich der „sonstigen wirtschaftlichen Dienstl eistungen“ weist mit einem Zuwachs 
von vier Beschäftigten augenscheinlich kaum Verände rungen zum Vorjahr auf. Betrach- 
tet man jedoch einzelne Zweige des Wirtschaftsabsch nittes, wird insgesamt eher ein 
Beschäftigungsrückgang deutlich, mit Ausnahme des B ereichs der „Überlassung von 
Arbeitskräften“, der einen Gesamtanteil von fast 50 % ausmacht und mit einem Plus von 
188 Beschäftigten einen Anstieg von 4,2 % verzeichn et. Dieses spiegelt das hohe Ein- 
stellungspotential der ca. 50 Personaldienstleister  in Münster wider. Integrationen auf 
dem Gebiet der „Überlassung von Arbeitskräften“ erfolgen historisch eher in Helferberu- 
fen, zunehmend ist jedoch die Entwicklung zu beobac hten, dass auch Stellen für höher 
Qualifizierte über die Personaldienstleister angeboten werden.  
 
Entsprechend der hohen Dienstleistungsorientierung sind mit 12.851 Beschäftigten (Vor- 
jahr: 12.331 Beschäftigte) nur 8,8 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im 
„verarbeitenden Gewerbe 
4“ tätig, bei den geringfügig Beschäftigten sind es gar nur 3 %.  
3,4 % aller sozialversicherungspflichtig und 1,8 % aller geringfügig Beschäftigten sind im 
Baugewerbe tätig. 
 
Im Bereich der sozialversicherungsfreien Beschäftigung 
5 hat das Gastgewerbe mit 
496 zusätzlichen Beschäftigten zugelegt. Dies ist e in Wirtschaftsbereich, der klassi- 
scherweise mit Aushilfskräften arbeitet, Studierend en oder geringfügig Beschäftigten 
(Tabelle 2).  
                                               
 
4 Herstellung chemischer und pharmazeutischer Erzeugnisse, Nahrungs- und Genussmittel, Maschinenbau.  
5 Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (Stand: 31. Dezember 2011), „Geringfügig entlohnte   Beschäftigte 
nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 18 - 
 
Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich beim Gesundhei ts- und Sozialwesen – neben ei- 
nem deutlichen Zugang von versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen ha- 
ben hier auch die geringfügig Beschäftigten zugenommen, sie mündeten überwiegend in 
die Bereiche „Betreuung“, „Alltagsbegleitung“ und „Helfer/Altenpflege“ ein. 
Im Gegensatz zur sozialversicherungspflichtigen Bes chäftigung hat im Bereich der 
„sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ der A nteil der geringfügigen Beschäfti- 
gungsverhältnissen zugenommen – allerdings bildet d ie „Überlassung von Arbeitskräf- 
ten“ hier mit 1,3 % am Anteil aller geringfügig Bes chäftigten nur einen kleinen Teil. Die- 
ser ist mit mittlerweile 496 Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr um 24 gesunken, was 
darauf hindeutet, dass der Schwerpunkt in der Branche auf sozialversicherungspflichtige 
Beschäftigung gelegt wird. 
 
Tabelle 
 2: Geringfügig  Beschäftigte nach Wirtschaftsabschnitten/Wirtschaftsabteilungen/Wirtschaftsgruppen 
geringfügig Beschäftigte am Stichtag 
Ende…  
Wirtschaftsabschnitte / Wirtschaftsabteilungen / Wirtschaftsgruppen 
Dez. 11 Dez. 10 
Veränderung  
ggü. Vorjahr 
Gastgewerbe 5.157 4.661 496 
Gesundheits- und Sozialwesen 4.777 4.526 251 
Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen u nd technischen Dienst- 
leistungen 
2.310 2.102 208 
Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen 4.349 4.198 151 
Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 7.630 7.518 112 
Öff. Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung, Körperschaften 933 912 21 
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 363 381 -18 
Information und Kommunikation 1.520 1.601 -81 
 
 
3.1.2. Integrationen nach Berufskennziffern und Wirtschaftsklassen  
 
Um eine Aussage darüber treffen zu können, in welche Berufe und/oder Wirtschaftsklas- 
sen die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten (eLb) 
6 im Jobcenter Münster im laufenden 
Jahr (Berichtsmonat Januar-Juli 2012) eingemündet 7 sind, wurde durch das Controlling 
des Jobcenter Münster 8 eine entsprechende Auswertung generiert, deren Erg ebnisse im 
Folgenden dargestellt werden. 
 
Im beobachteten Zeitraum wurden insgesamt 1.642 eLb  in eine sozialversicherungs- 
pflichtige Beschäftigung 
9 vermittelt. 
                                                
6 Alter der eLb von 15-64 Jahre.  
7 Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.  
8 Quelle: Controlling des Jobcenter Münster, Auswertung vom 08.08.2012 „Auswertung der Integrationen nach DKZ / 
ADKZ im Berichtsjahr 2012“.  
9 Anmerkung: 1540 Integrationen mit Verbleibsinformation, 102 Integrationen mit unbekanntem Verbleib.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 19 - 
 
 
Den höchsten Anteil an allen Integrationen in sozia lversicherungspflichtige Beschäfti- 
gungsverhältnisse bilden die Integrationen in klassische Tätigkeiten für Geringqualifizier- 
te. Unter den „Top 10“ der Einmündungen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung 
finden sich mit Ausnahme von 34 Integrationen als B erufskraftfahrer/in und 37 Integrati- 
onen als Verkäufer/in ausnahmslos Einmündungen in d iese Berufsfelder (Diagramm 1). 
Im Hinblick auf die Zuordnung zu Wirtschaftsbereich en wird bereits an dieser Stelle die 
Dominanz des tertiären Sektors in Münster deutlich: 
 
Sozialversicherungspflichtige Integrationen "Top 10" Januar-Juli 2012 
berufsübergreifend 
137 
121 
109 
56 
54 
48 
37 
34 
32 
30 
0 20 40 60 80 100 120 140 160 
Helfer/in - Reinigung 
Helfer/in - Lagerwirtschaft, Transport 
Tätigkeitsangabe ohne Berufsbezug 
Helfer/in - Verkauf 
Helfer/in - Küche 
Call-Center-Agent/in 
Verkäufer/in 
Berufskraftfahrer/in 
Auslieferungsfahrer/in (nicht Verkaufsfahrer/in) 
Servicekraft 
 
Diagramm 1: Sozialversicherungspflichtige Integrationen „Top 10“ - berufsübergreifend  
 
Bei der berufsübergreifenden Betrachtung der Integr ationen lässt sich der eingangs er- 
wähnte positive Trend im „ Gesundheits- und Sozialwesen“  hingegen nicht erkennen. 
Dieser wird erst deutlich, wenn der Wirtschaftsbere ich isoliert betrachtet wird und die 
einzelnen Berufe innerhalb dieses Bereichs zusammengefasst werden. 
Mit einem Anteil von insgesamt 111 Integrationen an allen sozialversicherungspflichtigen 
Integrationen mit Verbleibsinformation 
10  ist mehr als jeder dreizehnte eLb in eine sozial- 
versicherungspflichtige Tätigkeit vermittelt worden , die diesem Wirtschaftsabschnitt zu- 
zuordnen ist, das entspricht einem Anteil von 6,5 %.  
Auffallend und atypisch zu den Verläufen der übrige n Wirtschaftsbereiche ist die hohe 
Anzahl von Integrationen in Berufe, die eine hohe Q ualifikation voraussetzen (Erzie- 
her/in, Arzt/Ärztin, Ergotherapeut/in, medizinische Fachangestellte/r). Unter den „Top 10“ 
der Einmündungen in sozialversicherungspflichtige B eschäftigung ist mit 23 Integratio- 
nen fast jeder fünfte eLb als Sozialarbeiter/Sozialpädagoge (m/w) integriert worden (Dia- 
gramm 2).  
                                               
 
10  Quelle: Controlling des Jobcenter Münster, Auswertung vom 08.08.2012

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 20 - 
 
Ein Viertel der gesamten Integrationen im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen erfolg- 
te in Berufsfelder der Altenpflege – und zwar vorne hmlich in Helfertätigkeiten, also wie- 
derum Tätigkeiten, die keine höhere Qualifikation erfordern. 
Sozialversicherungspflichtige Integrationen "Top 10" Januar-Juli 2012 
Gesundheit und Soziales 
23 
14 
12 
9
7
7
4
4
3
3
0 5 10 15 20 25 
Sozialarbeiter/in / 
Sozialpädagoge/-pädagogin 
Altenpflegehelfer/in 
Erzieher/in 
Helfer/in - Altenpflege 
Zahnarzt/-ärztin 
Zahnmedizinische/r 
Fachangestellte/r 
Sozialhelfer/in/-assistent/in 
Ergotherapeut/in 
Medizinische/r 
Fachangestellte/r 
Altenpfleger/in 
 
Diagramm 2: Sozialversicherungspflichtige Integrationen „Top 10“ – Gesundheit und Soziales  
 
Die sozialversicherungspflichtigen Integrationen in  dem Wirtschaftsabschnitt „Verkehr und 
Logistik“  bilden mit insgesamt 239 Integrationen einen Anteil an allen Integrationen in Höhe 
von 15,5 %, wobei sich bei näherer Betrachtung der „Top 10“ auch hier zeigt, dass das Gros 
der Einmündungen in Beschäftigungsverhältnisse erfo lgt, die einen qualifizierten Berufsab- 
schluss nicht voraussetzen, wie zum Beispiel Hilfsk räfte in Lagerwirtschaft und Transport 
oder Auslieferungskräfte. 
 
Einen verhältnismäßig geringen Anteil an sozialvers icherungspflichtigen Integrationen 
nehmen die Wirtschaftsbereiche „Handel“  sowie „Handwerk und Industrie – ohne 
Helfer“  ein. 
 
Im „Handel“ sind bis zum Stichtag insgesamt 134 eLb sozialversicherungspflichtig integ- 
riert worden. Das entspricht einem Anteil von etwa 8 % an allen Integrationen.  
Es zeigt sich, dass im Wirtschaftsbereich „Handel“,  wie z. B. im Verkauf, relativ gute 
Chancen für gering Qualifizierte bestehen – dements prechend sind die meisten Integra- 
tionen in diesem Bereich mit „Verkaufshilfen“ erzielt worden (56 Integrationen). 
 
Anders stellt sich die Situation im Bereich „Handwerk und Industrie“ dar. Im Berichtszeit- 
raum Januar-Juli 2012 wurden insgesamt 107 eLb in d iesem Wirtschaftsbereich integ- 
riert. Das entspricht einem Anteil an allen sozialv ersicherungspflichtigen Integrationen 
von nur etwa 6,5 %.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 21 - 
 
Es gibt vor allem im Handwerk eine starke Nachfrage  nach Qualifizierten, die in Zeiten 
des Fachkräftemangels jedoch nicht bedient werden k ann. Gute und qualifizierte Kräfte 
sind am Arbeitsmarkt nicht frei verfügbar. Dementsp rechend wurden nur vereinzelt 
Fachkräfte in handwerkliche Berufe vermittelt.  
Die Integrationen erfolgten vornehmlich in Berufe, die eine hohe Qualifikation nicht vor- 
aussetzen – zum Beispiel in der Gebäudereinigung oder der Fahrzeugpflege. 
 
Insgesamt ist – mit Ausnahme des Gesundheits- und S ozialwesens – in allen Wirt- 
schaftsabschnitten ein hoher Anteil an Integrationen in Helfertätigkeiten signifikant.  
Mit 692 Integrationen wurden fast 45 % aller Beschä ftigungsaufnahmen in diesem Be- 
reich realisiert. Die Integrationen in Helferberufe  lassen eine Tendenz zugunsten eines 
Wirtschaftsbereiches nicht erkennen (Diagramm 3).  
 
Sozialversicherungspflichtige Integrationen "Top 10" Januar-Juli 2012 
Helferberufe 
137 
121 
109 
56 
54 
28 
24 
21 
18 
16 
0 20 40 60 80 100 120 140 160 
Helfer/in - Reinigung 
Helfer/in - Lagerwirtschaft, Transport 
Tätigkeitsangabe ohne Berufsbezug 
Helfer/in - Verkauf 
Helfer/in - Küche 
Helfer/in - Büro, Verwaltung 
Helfer/in - Hochbau 
Helfer/in - Gastgewerbe 
Helfer/in - Metallbearbeitung 
Helfer/in - Gartenbau 
 
Diagramm 3: Sozialversicherungspflichtige Integrationen „Top 10“ – Helferberufe  
 
 
 
3.1.3. Bewerberstruktur nach Wirtschaftsbereichen 
 
Um die Aussagekraft der Feststellungen zur münsters chen Arbeitsmarktstruktur für das 
Jobcenter Münster abzuwägen und Aussagen zur Bildun gsziel- und Maßnahmeplanung 
2012 gewinnen zu können, wird in der Folge die Stru ktur derjenigen Bewerberinnen und

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 22 - 
 
Bewerber untersucht, die zum Stichtag 14.08.2012 im  Jobcenter Münster mit gültiger 
Beschäftigungssuche gemeldet waren 11 .  
 
Es wurden insgesamt 8.259 Bewerberinnen und Bewerbe r im Alter zwischen 15 und 65 
Jahren gefiltert, bei denen zum Stichtag ein gültig er Eintrag unter „Beschäftigungssuche 
- Arbeitsplatz“ mit beliebiger Beschäftigungssuche (nach Berufskennziffer) verzeichnet 
war. Die Daten sind somit nur begrenzt valide, Auss agen für das gesamte Jahr 2012 zu 
treffen; sie spiegeln aber die derzeitige Bewerberstruktur wider. 
Die bereits gewonnene Erkenntnis, dass der Arbeitsm arkt in Münster vorrangig tertiär 
geprägt ist, wird auch beim Blick auf das Bewerbers uchverhalten bestätigt. Mehr als je- 
der zweite eLb im Jobcenter sucht Beschäftigung in diesem Sektor. Die Beschäftigungs- 
suche im produzierenden Gewerbe ist demgegenüber mit nur knapp 12 % aller Beschäf- 
tigungssuchenden geringer ausgeprägt. Gesondert aus gewählt wurde die Beschäfti- 
gungssuche „ohne Berufsbezeichnung“, die einen Schluss auf den einen oder anderen 
Sektor nicht zulässt. Hinter dieser Tätigkeitsangab e verbergen sich Beschäftigungen für 
Geringqualifizierte, die sich unter anderen Berufsb ezeichnungen nicht subsumieren las- 
sen.  
 
In einem weiteren Schritt soll die Beschäftigungssu che innerhalb der Sektoren darge- 
stellt werden. Hierzu wurde sowohl im sekundären, a ls auch tertiären Sektor eine Tren- 
nung nach Beschäftigungssuchenden in Berufen für Geringqualifizierte 
12  und Berufen mit 
erforderlicher Qualifikation 13  vorgenommen.  
 
Im sekundären Sektor  suchen insgesamt 974 Menschen nach Beschäftigung in diesem 
Sektor. 59% davon weisen keine Qualifikation auf, d er Anteil von höher Qualifizierten 
liegt bei 41%.  
Die Analyse der Beschäftigungssuchenden innerhalb d er beiden Bereiche zeigt auf, 
dass sich bei den Helfertätigkeiten die Suche auf d rei größere Tätigkeitsgebiete fokus- 
siert. Von insgesamt 579 Beschäftigungssuchenden su chen rund 40% eine Beschäfti- 
gung als Helfer im Bauhaupt- und Baunebengewerbe ei nschließlich der dazugehörigen 
Berufsgruppen (Helfer/in Hoch-/Tiefbau, Elektro-, M aler-, Lackiererhelfer/in, Helfer/in 
Trocken-/Ausbau, etc.).  
Mehr als 25% der Beschäftigungssuchenden konzentrie ren sich auf die Suche nach ei- 
ner Tätigkeit im Gartenbau, nur noch ca. 15% bewerb en sich im originären produzieren- 
den Gewerbe (Herstellung von Nahrungs- und Genussmi tteln, Maschinen- und Fahr- 
zeugbau, etc.). 
 
Anders stellt sich die Struktur der Beschäftigungssuchenden im tertiären Sektor  dar.  
Insgesamt waren zum Stichtag 6.922 Menschen im Jobc enter Münster auf der Suche 
nach Beschäftigung im Dienstleistungssektor. Hier liegt der Anteil der Beschäftigungssu- 
chenden nach Helfertätigkeiten mit 71 % deutlich üb er dem der Suchenden nach qualifi- 
zierten Tätigkeiten (41%).  
                                               
 
11  Quelle: Open ProSoz, Auswertung zum Stichtag 14.08.2012, Suche nach Bewerberinnen und Bewerbern mit „Beschäf- 
tigungssuche Arbeitsplatz“ und gültiger „Beschäftigungssuche – DKZ“ nach Hauptberufswunsch.  
12  Berufsgruppen ohne besondere Anforderungen an eine Qualifikation.  
13  Berufsgruppen, die klassischer Weise einen beruflichen oder berufsbildenden Abschluss voraussetzen.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 23 - 
 
Einen näheren Aufschluss über die Verteilung der Be schäftigungssuchenden innerhalb 
der beiden Kategorien (Qualifizierte Tätigkeiten, Helfertätigkeiten) ergibt nachfolgend die 
Aufteilung in die Hauptberufsgruppen der Beschäftigungssuche. 
Im tertiären Sektor suchen 4.850 Menschen nach eine r Beschäftigung, die keine beson- 
dere Qualifikation voraussetzt. Mehr als jeder vier te Beschäftigungssuchende konzent- 
riert sich dabei auf eine Beschäftigung im Bereich Reinigung und Raumpflege. Jeweils 
ca. 15% aller Beschäftigungssuchenden versucht, im Gastgewerbe (745 Suchende), im 
Handel (734 Suchende) oder in der Lagerei (702 Such ende) Arbeit zu finden. Ein weite- 
res Augenmerk der Beschäftigungssuchenden liegt im kaufmännischen Bereich (Hel- 
fer/in Büro/Verwaltung, Call-Center-Agent/in, Daten erfasser/in, Empfangsmitarbeiter/in), 
in welchem fast jeder achte gering qualifizierte Ar beitsuchende verzeichnet ist. Mit 379 
aller Beschäftigungssuchenden möchten immerhin noch  etwa 8% im Bereich der Logis- 
tikdienstleistungen (Auslieferungs- und Botenfahrer/in, Kurierfahrer/in) einen Arbeitsplatz 
finden. Eine untergeordnete Position nehmen Tätigke iten im häuslichen Bereich und in 
der Pflege ein. Sie umfassen ca. nur ein Prozent aller Beschäftigungssuchenden. Dieses 
lässt sich vor allem dadurch erklären, dass die Anf orderungen an Pflegekräfte im Hin- 
blick auf deren Qualifikation deutlich zugenommen h at, der Zugang zu dieser Tätigkeit 
der Personengruppe der Geringqualifizierten mithin verwehrt ist, da sie vielfach nicht 
über den erforderlichen Schulabschluss verfügt. 
 
Von den insgesamt 2.072 Beschäftigungssuchenden mit  qualifiziertem Abschluss su- 
chen rund 15% aller im Handel (Verkauf, Einzel-/Gro ßhandel) nach einer neuen Be- 
schäftigung (Diagramm 15). Jeder Elfte sucht nach e iner Beschäftigung im kaufmänni- 
schen Bereich. Qualifizierte Beschäftigungssuchende orientieren sich in etwa neun Pro- 
zent aller Fälle in Richtung Gesundheits-/Kranken- und Altenpflege (gesamt: 182 Be- 
schäftigungssuchende). Das Gros der Beschäftigungss uchenden im Bereich La- 
ger/Transport/Verkehr betrifft die Suche nach Besch äftigung für Berufskraftfahrer (ge- 
samt: 75). 
Aufgrund der hohen Anzahl der erfolgten Integration en im Bereich „Soziale Ar- 
beit/Sozialpädagogik“ (siehe Diagramm 2), wurde die  Gruppe der Beschäftigungssu- 
chenden in diesem Berufsfeld gesondert ausgewiesen.  Dabei fällt auf, dass mit 90 Su- 
chenden (das sind fast 4.5 % aller qualifizierten B eschäftigungssuchenden im tertiären 
Bereich) ein relativ hoher Anteil von Beschäftigung ssuchenden in den Bereich „Soziale 
Arbeit/Sozialpädagogik“ einmünden wollen.  
 
 
 
 
3.1.4. Zusammenfassung und Ergebnisse 
 
Bei Betrachtung der unter Ziffer 3.1.1 – 3.1.3 getr offenen Feststellungen lässt sich zu- 
nächst festhalten, dass die hohe Dienstleistungsori entierung, die am münsterschen Ar- 
beitsmarkt vorherrscht, sich auch auf die Orientier ung der Bewerberinnen und Bewerber 
bei der Berufswahl überträgt. Sowohl bei den erfolg ten Integrationen als auch bei der 
Beschäftigungssuche zeigt sich ein Übergewicht zugunsten des tertiären Sektors.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 24 - 
 
 
Dennoch lassen sich gravierende Diskrepanzen zwischen den „Beschäftigten nach Wirt- 
schaftsbereichen“, den erfolgten „Integrationen nach Berufskennziffern und Wirtschafts- 
klassen“ und der im Jobcenter Münster vorhandenen „ Bewerberstruktur nach Wirt- 
schaftsbereichen“ feststellen. 
 
Während die meisten Beschäftigten 
14  in Münster im Gesundheits- und Sozialwesen tätig 
sind, sind im Beobachtungszeitraum Januar-Juli 2012  die meisten Beschäftigungssu- 
chenden im Jobcenter Münster in Helfertätigkeiten i ntegriert worden, vor allem in Reini- 
gungs- und Lagertätigkeiten. Ursächlich hierfür ist  die Bewerberstruktur der eLb im Job- 
center Münster, die einen weitaus höheren Anteil an  Geringqualifizierten aufweist als an 
qualifizierten Kräften. Vom demografischen Wandel u nd der dadurch bedingte Zunahme 
von Beschäftigungsmöglichkeiten im Gesundheits- und  Sozialwesen profitieren nicht 
diejenigen Bewerber und Bewerberinnen, die über kei ne nennenswerte Qualifikation 
verfügen. Die erzielten Integrationen im Bereich Ge sundheits- und Sozialwesen zeigen: 
In fast allen Berufsfeldern werden qualifizierte Berufsabschlüsse vorausgesetzt! 
 
Bezogen auf die Anzahl der Beschäftigten 
15  rangiert der Wirtschaftsbereich „Handel; 
Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ i n Münster an zweiter Stelle – hier 
zeigen sich Übereinstimmungen mit den Beschäftigung ssuchenden im Jobcenter Müns- 
ter. Sowohl bei den Geringqualifizierten als auch b ei den qualifizierten eLb suchen je- 
weils etwa 15 % aller in diesem Bereich. Allerdings  ist die Anzahl der gering qualifizier- 
ten Suchenden mit 734 eLb deutlich höher als der de r Suchenden mit qualifiziertem Ab- 
schluss mit 313 eLb. Die im Berichtszeitraum erzielten Integrationen zeigen jedoch, dass 
sich die günstige Beschäftigungsprognose im Handel für die Bewerber und Bewer-
berinnen im Jobcenter Münster nur zum Teil niedersc hlägt. Im Helferbereich konnten im 
Zeitraum Januar-Juli 2012 „nur“ 56 Verkaufshilfen i ntegriert werden. Ursächlich hierfür 
könnte die eingeschränkte Verfügbarkeit der eLb auf grund familiärer Umstände sein – 
zudem treten die Geringqualifizierten gerade im Hin blick auf den Wirtschaftsbereich 
„Handel“ in direkte Konkurrenz zu den in Münster ansässigen Studierenden, die hinsicht- 
lich der Einsatzzeiten oft zeitlich flexibler einsetzbar sind. 
 
Eine weitere Diskrepanz zeigt sich – vor allem bei den Geringqualifizierten – bei der Be- 
trachtung der Beschäftigungssuche im Vergleich zu d en im Berichtszeitraum erzielten 
Integrationen und den „Beschäftigten nach Wirtschaf tszweigen“ im Wirtschaftsabschnitt 
der Gastronomie. Bei den Beschäftigungssuchenden oh ne Qualifizierung rangiert die 
Suche nach einer Tätigkeit in der Gastronomie auf d em zweiten Platz hinter denjenigen 
die im Bereich „Reinigung/Raumpflege“ nach neuer Beschäftigung suchen. Demgegen- 
über spielt das Gastgewerbe mit 4.387 sozialversich erungspflichtig Beschäftigten 
16  in 
der Beschäftigungsstatistik für Münster nur eine un tergeordnete Rolle – es überwiegen 
in diesem Bereich geringfügige Beschäftigungsverhältnisse, die in der Gastronomie häu- 
fig mit Studierenden oder Oberstufenschülerinnen un d –schülern begründet werden, die 
in der Regel eine höhere Flexibilität aufweisen und  belastbarer scheinen. Dieses Miss- 
verhältnis von Angebot und Nachfrage spiegelt sich in den im Berichtszeitraum erzielten 
Integrationen wieder: nur etwa 110 Integrationen erfolgten in den Bereich Gastronomie. 
                                                
14  Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte.  
15  Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte.  
16  Stichtag Dezember 2011.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 25 - 
 
 
 
3.1.5. Handlungsempfehlungen 
 
Aufgrund der bisher getroffenen Feststellungen lass en sich Handlungsempfehlungen 
formulieren, die es dem Jobcenter Münster ermöglich en, durch eine zielgerichtete Pla- 
nung besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes reagieren zu können.  
Grundsätzlich lässt sich für alle Wirtschaftsbereic he gleichermaßen feststellen, dass die 
Chancen auf (nachhaltige) Beschäftigung mit zunehme ndem Qualifikationsniveau stei- 
gen. Je nach Berufszweig ist es dabei unter Umständ en bereits ausreichend, eine 
Grundqualifizierung vorweisen zu können (z. B. für 
 qualifizierte Hilfstätigkeiten im Hand- 
werk, wie Elektro- oder Metallbau sowie im Lager, K ommissionierung), die im Idealfall 
zertifiziert ist. In anderen Berufszweigen, wie dem  kaufmännischen Bereich, reichen 
Grundqualifikationen hingegen nicht mehr aus. Hier zeigt sich, dass zunehmend Spezi- 
alkenntnisse (z. B. SAP, Personal- und Arbeitsrecht) gefordert werden.  
 
Ein hohes Beschäftigungspotential bietet der Wirtsc haftsbereich des Gesundheits- und 
Sozialwesens. Es zeigt sich jedoch, dass die eLb vo m demografischen Wandel und der 
damit einher gehenden Nachfrage nach Gesundheitsber ufen nicht profitieren, weil viele 
nicht über die erforderlichen, qualifizierten Absch lüsse verfügen. Hier lohnt es sich, po- 
tentielle Bewerber und Bewerberinnen zielgerichtet zu identifizieren und zu qualifizieren.  
Weitere gute Beschäftigungsmöglichkeiten bietet – z eitliche Flexibilität vorausgesetzt – 
der Wirtschaftsbereich Handel, der in Münster eine zentrale Rolle spielt. Vor dem Hinter- 
grund der bestehenden Konkurrenzsituation zu den St udierenden sollte geeigneten Per- 
sonen durch zielgerichtete Qualifizierung (z. B. Fa chverkaufskraft) eine bessere Wett- 
bewerbsposition ermöglicht werden. 
 
Hinsichtlich der vielen Beschäftigungssuchenden im Bereich Gastronomie ist es erfor- 
derlich, dass im Coachingprozess ein beruflicher Pe rspektivenwechsel mit den Betroffe- 
nen diskutiert und umgesetzt wird. Die Beschäftigun gsmöglichkeiten in der Gastronomie 
sind – auch für gut Qualifizierte – in vielen Fälle n kritisch zu sehen, da einerseits das 
Arbeitsangebot infolge der Studierenden sehr hoch i st und andererseits die Ver- 
dienstaussichten gering sind. Vielfach werden Arbei tsplätze in diesem Bereich aus- 
schließlich auf geringfügiger Basis angeboten. 
 
 
3.2. Finanzen 
 
Es wird erwartet, dass dem Jobcenter Münster für da s Jahr 2013 ca. 9,1 Millionen Euro 
für Eingliederungsleistungen im SGB II (ohne Umschi chtung in den Verwaltungshaus- 
halt) zur Verfügung gestellt werden (zzgl. Mittel aus dem Beschäftigungspakt 50 plus). 
 
Im Vergleich zu den beiden Vorjahren (2011 rund 11, 9 Millionen Euro und 2012 rund 
10,0 Millionen Euro) hat sich das zur Verfügung ste hende Mittelvolumen des Eingliede-

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 26 - 
 
rungstitels erneut deutlich reduziert. Der Umschich tungsbetrag in den Verwaltungshaus- 
halt wird ca. 1,3 Millionen Euro betragen. Somit st ehen für Eingliederungsmaßnahmen 
rund 7,8 Mio. Euro zur Verfügung. 
 
3.3. Erwerbsfähige Leistungsempfänger 
Im Folgenden sind die Kundenstrukturdaten sowie die zielgruppenorientierte Ausrichtung 
des Jobcenters Münster beschrieben. 
 
3.3.1. Anzahl der Bedarfsgemeinschaften, erwerbsfäh igen Leistungsberechtigten 
und Arbeitslose 
 
 
BG= Bedarfsgemeinschaften, eLb = erwerbsfähige Leistungsberechtigte, Alo = Arbeitslose 
 
 
Die Entwicklung der Anzahl der Bedarfsgemeinschafte n und erwerbsfähigen Leistungs- 
berechtigten zeigt, dass in den letzten Jahren keine signifikante positive Veränderung zu 
beobachten ist. Die starke Veränderung der Anzahl d er Arbeitslosen in den Jahren ist 
wohl auf die zur Verfügung gestellten Mittel im Ein gliederungsbudget zurückzuführen. 
2010 wurden aufgrund des Konjunkturpaketes II erheb lich mehr an Finanzmitteln durch 
die Bundesregierung zur Verfügung gestellt. 
Im Jahr 2013 gilt es „neue“ und auch langfristige Strategien zu entwickeln, die eine dau- 
erhafte Reduzierung der Hilfebeziehenden ermöglicht. Ein Ansatz könnte hier die öffent- 
lich geförderte Beschäftigung mit einem 100-prozentigen Passiv-Aktiv-Transfer sein. Hier 
gilt es die im Bund-Länder Ausschuss begonnen Überl egungen aktiv zu begleiten und 
eigene Anregungen einzubringen.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 27 - 
 
3.3.2. Definierte Zielgruppen des Jobcenters 
 
Um Kundinnen und Kunden des Jobcenters Münster in i hren unterschiedlichen Lebens- 
situationen individuell und professionell unterstützen zu können, wurden die rund 14.000 
erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in sogenannte Zielgruppen eingeteilt: 
 
 
*Die Daten bezogen auf Migrantinnen/Migranten sind außerhalb der Gesamtbetrachtung ausgewiesen. 
 
Wie der Grafik zu entnehmen ist, sind 1/3 der Kundi nnen und Kunden über 25 – 49 Jah- 
re alt (ohne Alleinerziehende, Schwerbehinderte/Gle ichgestellte, Rehabilitanden und 
Selbständige). 19 % der Kundinnen und Kunden sind ü ber 50 Jahre. Dieser Personen- 
gruppe wird im Kontext der demographischen Entwickl ung eine steigende Bedeutung 
zukommen. 
 
19 % der Kundinnen und Kunden besitzen nicht die de utsche Staatsangehörigkeit im 
Sinne des Artikels 116 Grundgesetz. Eine erste Anal yse zu Menschen mit Migrations- 
vorgeschichte wurde bereits durchgeführt (weiteres siehe 4.4.6). Zur Bedarfsplanung 
konnten diese Daten noch nicht herangezogen werden. Die Planung beruht  derzeit noch 
auf Datenmaterial, dass vor allem auf die Staatsangehörigkeit zurückgreift. 
 
Ein Hauptaugenmerk wird auch auf die zielgruppenspezifischen Bedürfnisse der Jugend- 
lichen (13 %) und Alleinerziehenden (10 %) gerichtet.  
 
Infolge der demografischen Entwicklung wird erwartet, dass auch die Zahl der Menschen 
mit Behinderung weiter steigen wird. Denn Schwerbeh inderte sind überwiegend ältere 
Menschen und zumeist ist eine im Lebensverlauf erworbene Krankheit die Ursache einer 
Schwerbehinderung. Derzeit sind 4 % der Kundinnen u nd Kunden der Zielgruppe der 
Schwerbehinderten und Rehabilitanden zugeordnet.  
 
Kleinste Zielgruppe mit einem Anteil von 1 % ist die Zielgruppe der Selbstständigen. 
 
Die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sind jewei ls einer Zielgruppe zugeordnet und 
werden von spezialisierten Jobcoaches betreut. Die Organisationsstruktur des Jobcen-

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 28 - 
 
ters Münster ist entsprechend ausgerichtet (siehe 3 .3.3). Eine Ausnahme bilden die 
Kundinnen und Kunden mit Migrationsvorgeschichte bz w. die der Ausländer. Diese Per- 
sonengruppe taucht in allen anderen Zielgruppen auf. Nur im Team „MAMBA“ (Münsters 
Aktionsprogramm für Migrantinnen und Migranten und Bleibeberechtigte zur Arbeits- 
marktintegration in Münster und im Münsterland) werden ausschließlich Bleibeberechtig- 
te und Flüchtlinge mit Zugang zum Arbeitsmarkt betreut. 
 
3.3.3. Zielgruppenorientierte Organisationsstruktur 
Die Organisationsstruktur der Abteilung „Markt und Integration“ wurde an die zielgrup- 
penorientierte Beratungs- und Maßnahmenangebote des  Jobcenters Münster ange- 
passt.  
 
Amtsleitung Amtsleitung 
Beauftragte für 
Chancengleichheit 
Beauftragte für 
Chancengleichheit 
Fachstelle 
Verwaltung 
Fachstelle 
Verwaltung 
Fachstelle 
Recht 
Fachstelle 
Recht 
Front-und Backoffice 
M&I 
Front-und Backoffice 
M&I 
Fachstelle 
U 25 
Fachstelle 
U 25 
Fachstelle Allein-
erziehende, Ge-
schäftsstelle„Nord“
Fachstelle Allein-
erziehende, Ge-
schäftsstelle„Nord“
Fachstelle  Ü25, 
Selbständige und 
AGVS 
Fachstelle  Ü25, 
Selbständige und 
AGVS 
Fachstelle Ü25, Reha/ 
SB, Mamba, Ge-
schäftsstelle„Hiltrup“
Fachstelle Ü25, Reha/ 
SB, Mamba, Ge-
schäftsstelle„Hiltrup“
Fachstelle 
50plus 
Fachstelle 
50plus 
Abteilung 
Markt & Integration 
Maßnahmenmanagement 
Front-und Backoffice 
Leistung 
Front-und Backoffice 
Leistung 
Fachstelle 
Neuanträge 
Selbständige 
Fachstelle 
Neuanträge 
Selbständige 
Fachstelle  1 
Mitte 
Fachstelle  1 
Mitte 
Fachstelle 2 
Mitte 
Fachstelle 2 
Mitte 
Fachstelle 3 
Mitte 
Fachstelle 3 
Mitte 
Fachstelle 1 
Nord 
Fachstelle 1 
Nord 
Fachstelle 2 
Nord 
Fachstelle 2 
Nord 
Fachstelle 
Hiltrup 
Fachstelle 
Hiltrup 
Abteilung Leistungsgewährung 
Organisation, 
IKS-Koordination 
Organisation, 
IKS-Koordination 
Datenqualität, 
IKS 
Datenqualität, 
IKS 
Fachstelle 
IT u. Controlling 
Fachstelle 
IT u. Controlling 
 
 
 
3.4. Gender  
 
Das SGB II enthält eine ganze Reihe von gleichstellungsrelevanten Vorgaben. 
In §1 SGB II heißt es: “Die Gleichstellung von Männ ern und Frauen ist als durchgängi- 
ges Prinzip zu verfolgen“ und darauf auszurichten, dass: 
“geschlechtsspezifischen Nachteilen von erwerbsfähi gen Leistungsberechtigten entge- 
gengewirkt wird“ und weiter, dass:

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 29 - 
 
“die familienspezifischen Lebensverhältnisse von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, 
die Kinder erziehen oder pflegebedürftige Angehörige betreuen, berücksichtigt werden“. 
 
Gleichstellung beinhaltet die: 
Verbesserung der beruflichen Situation von Frauen durch 
• Beseitigung bestehender Nachteile 
• Überwindung eines geschlechtsspezifisch geprägten Ausbildungs- und Arbeitsmarkts 
• Förderung entsprechend Anteil und relativer Betrof fenheit 
 
Daraus ergeben sich verschiedene Ziele sowohl auf strategischer wie operativer Ebene: 
 
Die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann als Schlüsselauftrag 
verstanden werden. Denn nur so können Frauen stärke r an bezahlter Erwerbsarbeit teil- 
haben und Männer mehr an Sorgearbeit. Auch die Förd erung der Normalität von Er- 
werbsarbeit, die Verringerung der Geschlechtertrennung am Arbeitsmarkt und die Redu- 
zierung von Lohn- und Karriereunterschieden hängen nicht zuletzt am Tropf der guten 
Vereinbarkeit. 
Erwerbsfähige Leistungsberechtigte sollten grundsät zlich gendersensibel beraten wer- 
den, was impliziert, dass die Lebenszusammenhänge d er Kundinnen und Kunden be- 
rücksichtigt werden, soziale und individuelle Resso urcen und Kompetenzen einbezogen 
werden und auf Entwicklungsprozesse Rücksicht genommen wird. 
 
Voraussetzung für die Umsetzung dieser Ziele ist di e personelle, konzeptionelle und 
prozedurale Verankerung im Jobcenter. 
Grundsätzlich bedarf es der aktiven und fördernden Unterstützung durch die Leitung, die 
die Gleichstellung als geschäftspolitischen Dauerau ftrag versteht und der Verankerung 
im Leitbild.  
Mit der Bestellung einer Beauftragten für Chancengl eichheit am Arbeitsmarkt (BCA) ist 
auf der Ebene der personellen Verankerung für die g rundsätzliche Verortung des The- 
mas gesorgt. Ihr gesetzlicher Beratungs- und Unters tützungsauftrag wirkt nach innen 
bezogen auf alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters und nach außen bezo- 
gen auf die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten un d deren Angehörige sowie auf un- 
terschiedlichste Akteurinnen und Akteure am Arbeits markt. Die aktive gestaltende Ko- 
operation in den Netzwerken der Stadt Münster ermög licht die Wahrnehmung der Anlie- 
gen der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten über das Jobcenter hinaus und die Schaf- 
fung neuer Strukturen und Wirkungsmöglichkeiten. 
 
Ihre Beteiligung bei der Planung und Erstellung des  Arbeitsmarktprogramms und bei der 
Planung und Umsetzung zielgruppenbezogener Aktionen  und Maßnahmen, z.B. für Al- 
leinerziehende, wirkt sich auf konzeptioneller Eben e aus. Dazu gehören vor allem Bera- 
tungskonzepte für bestimmte Zielgruppen. Beispielha ft sei hier die Gruppe der Alleiner- 
ziehenden, die den § 10 SGB II in Anspruch nehmen, genannt. 
 
Auf der prozeduralen Ebene gilt es, den geschlechte rgerechten Aktivierungsprozess 
durch systematische Erhebung, Analyse und Bewertung  geschlechterdifferenzierter Da- 
ten zu unterfüttern.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 30 - 
 
In diesen Kontext gehört auch die Einbindung gender relevanter Inhalte in das Fortbil- 
dungskonzept des Jobcenters. Diesem Aspekt soll im nächsten Jahr mehr Raum gege- 
ben werden. 
 
4. Planungsprozess und Ergebnisse 
4.1. Planung der Förderinstrumente und Fördermaßnahmen 2013 
Mit dem Übergang des Jobcenters in die alleinige ko mmunale Trägerschaft ist die Stadt 
Münster losgelöst von der Bundesagentur für Arbeit verantwortlich für die Verwendung 
des jährlichen Eingliederungstitels sowie die damit  verbundene Planung und Beschaf- 
fung der unterschiedlichen Förderinstrumente. 
 
Daher wurde der Prozess für die Auswahl und Gestalt ung von Förderinstrumenten und -
maßnahmen neu strukturiert und systematisiert. Die einzelnen Planungsschritte wurden 
beschrieben sowie der Kreis der beteiligten Akteure erweitert. 
 
Beirat 
 
4.2. Prozessbeschreibung im Detail 
Im Rahmen der Bedarfsermittlung wurden in Planungsw orkshops Kundenstrukturdaten 
sowie die aktuelle Entwicklung des Arbeitsmarktes a nalysiert, zielgruppenspezifische 
Bedarfe ermittelt und diese den Förderinstrumenten zugeordnet. 
 
Der Beirat berät gemäß § 18d Sozialgesetzbuch Zweit es Buch das Jobcenter bei der 
Auswahl und Gestaltung der Eingliederungsinstrument e und –maßnahmen. Es ist her-

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 31 - 
 
vorzuheben, dass der Beirat in Münster engmaschig m it in den Planungsprozess einge- 
bunden worden ist. Mitglieder des Beirates waren da her auch in den Planungswork- 
shops vertreten. Damit erhält er eine breitere Plat tform, um besser Fachwissen und 
Know-how einbringen zu können. 
 
Grundlage des Arbeitsmarktprogramms ist die Empfehl ung des Beirates zur Schwer- 
punktsetzung unter Berücksichtigung der voraussicht lich zur Verfügung stehenden Mit- 
tel. 
 
 
4.3. Durchführung der Planungsworkshops 
 
Im September wurden bis zu zweitägige Planungsworks hops durchgeführt. Da die ziel- 
gruppenspezifischen Bedürfnisse der Kundinnen und K unden im Vordergrund der jährli- 
chen Bedarfsplanung stehen, wurden die Planungswork shops entsprechend ausgerich- 
tet. Insgesamt wurden demnach 7 Planungsworkshops durchgeführt.  
 
Beteiligt waren die jeweiligen Zielgruppenverantwor tlichen (Fachstellenleitung), Jobcoa- 
ches, das Maßnahmemanagement, die Beauftragte für C hancengleichheit sowie Mitglie- 
der des Beirates. Der Workshop „50 plus“ wurde extern von der Beratungsfirma gfa pub- 
lic im Rahmen des Bundesprogramms „Perspektive 50 plus“ moderiert. 
 
In den Planungsworkshops wurden Inhalte der Förderi nstrumente und -maßnahmen 
sowie die Art der Bedarfe unter Berücksichtigung de s fa:z Modells diskutiert. Innovative 
(z. B. Qualifizierungspraktikum im Betrieb) bzw. bewährte Maßnahmen wurden formuliert 
und es erfolgten Einschätzungen zum Umfang der Förd erungen. Auch die rechtliche 
Grundlage der Förderinstrumente wurde festgelegt.  
 
 
4.4. Ergebnisse der Planungsworkshops 
 
Zielgruppenübergreifendes Ergebnis der Planungsworkshops ist, dass das fa:z konforme 
Maßnahmenangebot weiterentwickelt werden soll. „Breitbandmaßnahmen“ sollen weiter 
sukzessiv durch individuelle und passgenaue Angebote abgelöst werden. Dabei sind die 
jeweiligen Ressourcenbereiche sowie die zielgruppen spezifischen Bedarfe zu berück- 
sichtigen. Soweit es realisierbar ist, sollten die Maßnahmen darüber hinaus modular auf- 
gebaut sein und einen laufenden Einstieg ermögliche n. So soll ein wirtschaftliches An- 
gebot sowie geringe Wartezeiten für Maßnahmenteilne hmer und -teilnehmerinnen er- 
reicht werden und  „Maßnahmenmüdigkeit“ vorgebeugt werden. 
Zudem wurde ein wesentliches Augenmerk auf das Vermittlungsangebot des Jobcenters 
gelegt. Das Vermittlungsangebot umfasst nach § 35 S GB III „alle Tätigkeiten, die darauf 
gerichtet sind, Ausbildungssuchende mit Arbeitgeber n zur Begründung eines Ausbil- 
dungsverhältnisses und Arbeitsuchende mit Arbeitgeb ern zur Begründung eines Be- 
schäftigungsverhältnisses zusammenzuführen“. Die ko mpetente und vertrauensvolle

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 32 - 
 
Beratung der Kunden und Kundinnen durch den zuständigen Jobcoach bildet die Grund- 
lage für eine erfolgreiche Integrationsarbeit. Die Leistungen nach § 35 SGB III sind daher 
ebenfalls im Planungsprozess zu berücksichtigen. Es  können nachweislich mehr und 
nachhaltigere Integrationen in Arbeit erzielt werde n, wenn eine besonders intensive und 
engmaschige Betreuung durch den Jobcoach geleistet wird. Zudem unterstützt die Bera- 
tung- und Vermittlungstätigkeit des Jobcoaches die Erreichung jedes der Entwicklungs- 
ziele, insbesondere die Stärkung der Ressourcenbere iche „Mitwirkung in der Fallsteue- 
rung“, „Motivation“ sowie der zügigen Integration der Direktvermittlungskunden. 
 
Darüber hinaus wurden folgende zielgruppenspezifische Schwerpunkte sowie innovative 
Ansätze erarbeitet. 
 
 
4.4.1. Zielgruppe „U 25“ 
 
Auch im Jahr 2013 bleibt die schnellstmögliche Inte gration von Jugendlichen unter 25 
Jahren in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ein ges chäftspolitischer Schwerpunkt des 
Jobcenters Münster. 95% der vom Jobcenter betreuten Kunden und Kundinnen unter 25 
Jahren haben keine abgeschlossene Ausbildung, 33 % haben keinen Schulabschluss. 
Schul- und Ausbildungsabschlüsse sind wichtige Vora ussetzungen zur Vermeidung von 
Langzeitarbeitslosigkeit. Sie stärken den Aufbau ei ner von Sozialleistungen unabhängi- 
gen Existenz und steuern einer „Stigmatisierung“ entgegen. Daher hat die Vermittlung in 
eine Ausbildung oder in eine an eine Ausbildung her anführende Maßnahme stets Vor- 
rang. 
 
Übergang „Schule – Beruf“ 
 
  
Um einen fließenden Übergang von „Schule – Beruf“ zu ermöglichen, betreuen speziali- 
sierte Jobcoaches alle Schülerinnen und Schüler, di e Grundsicherungsleistungen erhal- 
ten. Allein im Schulentlassungsjahr Sommer 2012 war en es rund 520. Die Jobcoaches 
verfolgen die Schulbesuche, informieren Betroffene und Eltern über weiterführende 
Schulen, berufsbildende Alternativen oder (niederschwellige) Maßnahmen. Auch werden 
Hinweise zu den Angeboten der Berufsberatung sowie der Gewährung finanzieller Hilfen 
gegeben. Die Einmündung in Ausbildung wird aktiv un terstützt und erfolgt nach einem 
10- Punkte-Plan unter Berücksichtigung des jeweilig en Quartals eines Kalenderjahres 
sowie des Schulentlassjahres. 
 
 
 
Ausbildungsvermittlung 
 
 
Für ausbildungsgeeignete Jugendliche erfolgt bereits vor dem Schulabschluss ein erstes 
intensives Gespräch mit ihrer Beraterin oder ihrem Berater im Jobcenter, um eine beruf- 
liche Perspektive zu planen. Dabei wird auch geklär t, ob für einen erfolgreichen Ab- 
schluss der Ausbildung besondere Unterstützungsleis tungen erforderlich sind (z.B. Be- 
rufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen oder ausbildungsbegleitende Hilfen).

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 33 - 
 
Qualifizierung, Aktivierung und Motivierung  
 
Bei einem Großteil der Jugendlichen / jungen Erwach senen ist eine direkte Vermittlung 
in Arbeit oder Ausbildung aufgrund familiärer und/oder persönlicher Probleme und ande- 
rer Vermittlungshemmnisse derzeit nicht möglich. Hi er lauten die geschäftspolitischen 
Schwerpunkte des Jobcenters persönliche Stabilisier ung der Jugendlichen, Heranfüh- 
rung an den Arbeitsmarkt und Aufarbeiten schulische r Defizite, besonders das Nachho- 
len eines Schulabschlusses. Diese Ziele kann das Jo bcenter nur durch eine gute Ver- 
netzung mit anderen Akteuren, wie z.B. der Berufsbe ratung der Agentur für Arbeit, der 
Jugendberufshilfe erreichen. Neben den bereits gena nnten flankierenden kommunalen 
Leistungen und der Zusammenarbeit mit anderen Träge rn und Einrichtungen sind daher 
im Vorfeld zunächst besondere Qualifizierungen und Maßnahmen zur Vorbereitung auf 
die Integration geplant. Die Konzipierung der Maßna hmen erfolgt in Kooperation mit Bil- 
dungsträgern, die qualifizierte und für das Jobcent er wertvolle Erfahrungen mit der Ziel- 
gruppe haben.  
 
Insgesamt kann festgestellt werden, dass das angebo tene Maßnahmenportfolio 
2012/2013 für die jugendlichen erwerbsfähigen Leist ungsberechtigten komplex ist und 
eine breite Angebotspalette zur Verfügung steht, die die unterschiedlichen Problemlagen 
der Jugendlichen berücksichtigt. Flankierend wird a ber der Bedarf für erlebnispädagogi- 
sche Anteile gesehen, um Jugendliche zur regelmäßig en und verbindlichen Teilnahme 
an Maßnahmen zu motivieren.   
 
In den vergangenen Jahren hat das Jobcenter Münster  ein Theaterprojekt als Maßnah- 
me mit großem Erfolg angeboten. Es hat sich gezeigt , dass die Jugendlichen hierdurch  
innovativ begleitet wurden die eigenen Fähigkeiten zu entdecken und weiterzuentwi- 
ckeln. Um hier neue Akzente zu setzen, ist unter Be rücksichtigung des fa:z
© -  Modells  
eine Maßnahme angedacht, in der Jugendliche in der realistischen Zukunfts-
/Lebensplanung und Persönlichkeitsbildung mit erleb nisorientierten Modulen (z.B. Box- 
projekt, Tanz, Theater) unterstützt werden. Diese F örderung der Prozessfähigkeit soll 
zudem die individuellen Berufswahl begünstigen und ermutigen, sich auf andere Le- 
bensweltmodelle außerhalb des familiären und kulturellen Modells einzulassen. 
  
 
4.4.2. Zielgruppe „25 bis 49 Jährige“ 
 
Die Zielgruppe der 25 – 49-Jährigen (ohne Alleinerz iehende, Schwerbehinder- 
te/Gleichgestellte, Rehabilitanden und Selbständige ) ist - mehr noch als die anderen 
Zielgruppen des Jobcenters Münster - ein sehr heterogener Kundenkreis. Der Planungs- 
prozess ist daher sehr differenziert vorzunehmen. A ufgrund der Nachfrage nach Fach- 
kräften lohnt es sich, in Qualifizierung zu investi eren, jedoch zeigt sich im Beratungsall- 
tag, dass viele Kundinnen und Kunden des Jobcenters  zunächst auf Qualifizierungs- 
maßnahmen vorbereitet werden müssen.   
Ein Teil dieses Personenkreises schätzt sowohl den Arbeitsmarkt (Nachfrage, Anforde- 
rungen) als auch sich selbst (Fähigkeiten, Durchhaltevermögen) nicht realistisch ein. Vor 
Einmündung in eine Erwerbstätigkeit oder auch in ei ne qualifizierende Maßnahme ist es

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 34 - 
 
daher oftmals sinnvoll und notwendig, eine persönli che und berufliche Orientierung 
durchzuführen sowie die „weichen“ Ressourcen zu stärken. 
Im Folgenden werden unter Berücksichtigung der o. g . Handlungsschwerpunkte einige 
der in den Planungsworkshops erarbeiteten Ansätze u nter Berücksichtigung der Res- 
sourcenbereiche beschrieben: 
 
 
Stärkung des Bewerbungs- und Stellensuchverhalten 
 
 
Ein wichtiger Aspekt für die Stärkung des Bewerbungs- und Stellensuchverhaltens ist die 
systematische und bewusste Selbstvermarktung. Der K unde, die Kundin soll für eine 
individuelle Selbstdarstellung das Angebot erhalten , eigene Kompetenzen und Stärken 
zu erarbeiten und zu unterstreichen.  
 
Stärkung des Arbeitsverhaltens 
 
 
Bedingt dadurch, dass Kundinnen und Kunden seit län gerer Zeit nicht mehr beruflich 
tätig sind, sind häufig Fähigkeiten wie z.B. Sorgfältigkeit, Selbstständigkeit sowie struktu- 
rierte Arbeitsweise erst wieder zu trainieren. Dahe r ist ein Angebot geplant, in dem die 
Kundinnen und Kunden arbeitsplatzbezogene Tätigkeit en wiedererlernen und festigen 
können. 
  
Stärkung des Sozialverhaltens 
 
 
Arbeitslosigkeit kann für die Betroffenen zu einer psychischen Belastung werden sowie 
zur psychosozialen Zermürbung führen. Daher soll in sbesondere das Maßnahmenange- 
bot zur Stärkung des Sozialverhaltens ergänzt werde n. Ziel soll es sein, den Kundinnen 
und Kunden u.a. die Möglichkeit zu bieten, ihr Verh alten besser reflektieren zu können 
und Fähigkeiten wie Konfliktfähigkeit, Durchsetzung svermögen und Teamfähigkeit zu 
stärken.  
 
Stärkung der lebenspraktischen Kompetenzen 
 
 
Wichtig ist für viele Kundinnen und Kunden des Jobcenters, dass sie wieder Tagesstruk- 
tur erlernen, beim Umgang mit Geld unterstützt werd en und an ihrem persönlichen Auf- 
treten arbeiten. Es soll ein Maßnahmenangebot „Fit für den Alltag“ entwickelt werden, in 
dem die Kundinnen und Kunden entsprechend gefördert werden.  
 
4.4.3. Zielgruppe „50+“ 
 
Am 01.07.2009 ist das Jobcenter Münster dem Projekt  „Perspektive 50plus - Beschäfti- 
gungspakt für Ältere in den Regionen“ des Bundesmin isteriums für Arbeit und Soziales 
beigetreten, mit dem Ziel, die Chancen von älteren Langzeitarbeitslosen auf Teilhabe am

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 35 - 
 
gesellschaftlichen Leben und an der Arbeitswelt zu verbessern. Um dieses Ziel zu errei- 
chen, wird eine nachhaltige und den Lebensunterhalt  sichernde Integration in eine Er- 
werbstätigkeit angestrebt. 
 
Hauptgrund für die Arbeitslosigkeit ist bei fast 50  % der erwerbsfähigen Leistungsbe- 
rechtigten die fehlende oder nicht mehr verwertbare  Ausbildung, wobei es mit zuneh- 
mendem Alter immer schwerer wird, erstmalig eine Au sbildung zu absolvieren und im 
Wesentlichen auch wegen der Dauer nur wenige nieder schwellige Ausbildungen (z.B. 
Kraftfahrer/-in oder Hauswirtschafter/-in) als möglichere Zielberufe in Betracht kommen. 
 
Schwerpunkte bei der Auswahl der Hilfeprodukte im R ahmen des fa:z 
© - Modells bilden 
bei dieser Zielgruppe häufig die weichen Ressourcen bereiche (z.B. lebenspraktischen 
Kompetenzen, Rahmenbedingungen oder Stärkung der Leistungsfähigkeit). Insbesonde- 
re gesundheitliche Probleme – die sich entscheidend  auf die Arbeitsmöglichkeiten aus- 
wirken – sind bei den Älteren besonders häufig und können nur zum Teil z. B. durch me- 
dizinische Behandlung behoben werden oder bei entsp rechender Qualifikation durch 
Wahl eines adäquaten Arbeitsplatzes – z.B. Beratung / Verkauf statt Baustelle – umgan- 
gen werden. 
 
Das Förderangebot für Kunden und Kundinnen über 50 Jahre wird um folgende Maß- 
nahmen ergänzt: 
  
Stärkung des Bewerbungs- und Stellensuchverhaltens 
 
 
Mit der Maßnahme Triangel wird erstmalig der Work-first-Ansatz im Pakt „Perspektive 50 
plus“ umgesetzt. Das Jobcenter hat hierfür die Vorr eiterfunktion im Pakt wahrgenom- 
men. Sie richtet sich an marktnahe 50plus-Kunden un d Kundinnen im Ressourcenbe- 
reich „Stärkung des Bewerbungs- und Stellensuchverh alten“. Die Teilnahme ist aus- 
schließlich an die individuellen Bedarfe der Teilne hmerinnen und Teilnehmer ausgerich- 
tet, sodass nicht alle Module der Maßnahme von jede m stringent durchlaufen werden 
müssen. Neu ist darüber hinaus, die intensive Einbindung eines Jobcoaches vor Ort.  
 
Stärkung der Qualifikation 
 
 
Es ist geplant, Kundinnen und Kunden dieser Zielgru ppe im Rahmen betrieblicher Prak- 
tika weiterzubilden. Auf Basis realer Arbeitskräfte bedarfe z.B. in Einzelhandels- oder in 
Handwerksbetrieben sollen erwerbsfähige Leistungsbe rechtigte in Betrieben qualifiziert 
werden (z.B. Fleisch- oder Backwarenverkäufer/-in s owie Elektrohelfer/-in). Dabei soll 
der theoretische Qualifizierungsanteil in den Betri eben bzw. im Auftrag der Betriebe bei 
Dritten durchgeführt werden.  
 
 
Stärkung der Leistungsfähigkeit 
 
 
Start und Herzstück der neuen Maßnahme „Fit in den Job“ ist ein intensives Gesund- 
heitscoaching. Die Fortbildung bei einem Träger, die sich an einen gesundheitlich beein- 
trächtigten Personenkreis mit Heilungspotential ric htet, soll durch eigene Aktivitäten, 
Gesundheits- und Bewerbungscoaching sowie Praktika in Arbeit vermitteln. Neu ist hier

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 36 - 
 
die Kooperation des Coaching-Trägers mit einem Fitn esscenter und einer Heilpraktike- 
rin. Auf das Themenspektrum Gesundheit und Gesundun g entfällt ca. 1/3 des Stunden- 
anteils. Fitness und Entspannung soll zu einer Ausstrahlung von Energie führen, die sich 
begünstigend auf die Stellensuche auswirkt.  
 
 
4.4.4. Zielgruppe „Alleinerziehende“ 
 
Für Alleinerziehende spielt – wesentlicher noch als  für Erziehende in Bedarfsgemein- 
schaften – die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine große Rolle. Die berufliche und 
persönliche Situation von Alleinerziehenden stellt hinsichtlich der Integration in das Er- 
werbsleben und der Sicherung der sozialen Teilhabe eine besondere Herausforderun- 
gen an das Jobcenter sowie an die Akteure am Arbeitsmarkt dar. 
 
In der Beratungs- und Integrationsarbeit mit allein erziehenden Frauen und Männern im 
Jobcenter Münster ergeben sich daraus u.a. folgende zielorientierte Ansätze in den Res- 
sourcenbereichen: 
 
Stärkung des Bewerbungs- und Stellensuchverhalten 
 
 
Neben fehlenden oder ungenügenden Bewerbungsunterla gen gestalten sich die Kon- 
taktaufnahmen zu Arbeitgebern und auch Vorstellungs gespräche nachweislich schwie- 
rig. Oftmals besteht ein Zusammenhang zu den lebens praktischen Kompetenzen (unsi- 
cheres persönliches Auftreten und fehlende Selbstst ruktur). Daher ist ein Maßnahmen- 
angebot geplant, in dem die Darstellung der persönl ichen Stärken und Kompetenzen 
heraus gearbeitet und soziokulturelle Netzwerke aufgebaut werden. 
 
Stärkung der Qualifikation 
 
 
Häufig fehlen Schul-, Berufsabschlüsse sowie Berufs erfahrungen. 46 % der 1753 Allein- 
erziehenden haben keinen Schulabschluss und 68 % ha ben keinen Berufsabschluss. 
Darüber hinaus können Berufsabschlüsse und Berufser fahrungen auch „verjährt“ sein. 
Neben der Berücksichtigung der Bedarfe des Arbeitsm arktes sind die Ressourcen und 
Interessen der Zielgruppe zu beachten. Unterstützun g bedarf es insbesondere bei der 
Sicherstellung der Kinderbetreuung zu den branchenü blichen Arbeitszeiten. Um auf die 
individuellen Bedürfnisse eingehen zu können und eine höhere Flexibilität der Förderung 
zu erzielen, ist vorgesehen, die Anzahl der Einzelfallförderungen zu erhöhen. 
 
 
 
Stärkung der Rahmenbedingungen 
 
 
Problematisch sind nach wie vor das fehlende bzw. n icht ausreichende Kinderbetreu- 
ungsangebot sowie die oftmals schwierige persönlich e und familiäre Situation der Ziel- 
gruppe. Es ist vorgesehen, zukünftig auch die Allei nerziehenden mit Kindern unter 3 
Jahren sowie alleinerziehende Schwangere verstärkt in die Beratung mit einzubeziehen, 
um bereits frühzeitig eine Perspektive zu erarbeite n und somit den (Wieder-) Einstieg in

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 37 - 
 
das Erwerbsleben nach einer Familienphase zu erleic htern. In diesem Zusammenhang 
ist ein Maßnahmenangebot für alleinerziehende Männer und Frauen mit Kindern unter 3 
Jahren geplant, in dem sie Hilfestellung auf Grund ihrer schwierigen persönlichen und 
familiären Situation (Trennung vom Partner, Überlastungssituation, Sorgerechtstreitigkei- 
ten, etc.) erhalten. Flankierend soll eine Kinderbetreuung vor Ort angeboten werden. 
 
 
Stärkung der Lebenspraktischen Kompetenzen 
 
 
In der Beratungs- und Integrationsarbeit mit den Alleinerziehenden zeigt sich immer wie- 
der, dass für die Stärkung der oben genannten Ressourcenbereiche häufig auch persön- 
liche und berufliche Gründe von grundlegender Bedeutung sind. Daher wurde der Bedarf 
formuliert, im Rahmen einer Teilzeitmaßnahme die Er ziehungskompetenzen der Allein- 
erziehenden zu stärken und Entlastungsstrategien zu entwickeln. 
 
4.4.5. Zielgruppe „Menschen mit Migrationsvorgeschichte“ 
Menschen mit Migrationsvorgeschichte finden sich - wie bereits unter 3.3.2 beschrieben 
- in allen anderen Zielgruppen wieder. Die Migratio nsvorgeschichte kann ganz unter- 
schiedlich gestaltet sein, da sie nicht ausschließlich am Merkmal der Staatsangehörigkeit 
festgemacht wird. Diese liegt auch bei Personen vor , die mindestens einen Elternteil 
besitzen, der ausländischer Herkunft ist, zugewandert ist oder eingebürgert wurde. 
 
Somit partizipieren Menschen mit Migrationsvorgesch ichte grundsätzlich von dem Maß- 
nahmenangebot der anderen Zielgruppen. Nur im Rahme n Münsters Aktionsprogramm 
für Migrantinnen und Migranten und Bleibeberechtigt e zur Arbeitsmarktintegration in 
Münster und im Münsterland (MAMBA) werden ausschließlich Menschen mit Migrations- 
vorgeschichte betreut. Das Projekt MAMBA läuft aktu ell bis Ende Oktober 2013, eine 
Verlängerung bis Ende 2013 ist geplant.  
 
Im Kontext des SGB II sind im Ressourcenbereich „Qualifizierung“ konkrete zielgruppen- 
spezifische Förderansätze erkennbar. Schwerpunkte s ind die Sprache sowie fehlende 
bzw. nicht anerkannte Berufsabschlüsse. Insgesamt h aben von den 3.205 Kunden und 
Kundinnen des Jobcenters, die nicht die deutsche St aatsangehörigkeit besitzen 66 % 
keinen (anerkannten) Schulabschluss und 90 % keine (anerkannte) Berufsausbildung. 
 
Es wurden folgende besondere Bedarfe, die nicht im Rahmen der anderen Zielgruppen 
thematisiert wurden, ermittelt: 
 
 
Stärkung des Bewerbungs- und Stellengesuchverhalten 
 
 
Seit April 2012 ist das Anerkennungsgesetz des Bund es ("Gesetz zur Verbesserung der 
Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen") in Kraft. 
Es verbessert die Chancen für Menschen, die ihre be ruflichen Qualifikationen im Aus- 
land erworben haben, in Deutschland in ihrem erlern ten Beruf zu arbeiten. Die Möglich- 
keit des Berufsqualifizierungsverfahrens wird vom Jobcenter Münster fokussiert.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 38 - 
 
 
Stärkung der Qualifikation 
 
 
Es gibt ein breitgefächertes Angebot an ESF-geförde rten Sprachkursen, z.B. in den Be- 
reichen allgemeine Berufsorientierung, Pflege, Verk auf oder Handwerk. Es ist geplant 
diese Kurse in Zusammenarbeit mit dem Träger weiter zuentwickeln. Schwerpunkt soll 
sein, auch praxisbezogenere Sprachkurse mit mehr praktischen Anteilen anzubieten, um 
das Erlernen der berufsspezifischen Sprache für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu 
erleichtern. 
 
4.4.6.  Erste Analyse der Zielgruppe „Menschen mit Migrationsvorgeschichte“ 
 
Das Jobcenter Münster konnte im Rahmen der Migratio nsbetrachtung der gesamten 
Kundendaten erstmals diejenigen mit Migrationsvorgeschichte identifizieren. 
Bislang bestand für das Jobcenter Münster nur die Möglichkeit Ausländer in den Auswer- 
tungen zu betrachten. 
Im Juli 2012 hat die Statistikdienststelle der Stad t Münster einen Abzug der Kundenda- 
ten zur Aufbereitung im Kontext der Migrationsvorgeschichte erhalten. 
 
96,2% der verarbeiteten Kundendaten konnten über di e Parameter Adresse, Geburtsda- 
tum und Geschlecht positiv identifiziert und somit im Kontext abgeglichen werden.  
 
Im Folgenden werden die ersten Auswertungen und Analysen hierzu dargestellt.  
 
Die in der Migrationsbetrachtung verwendeten Kunden daten beinhalten alle Leistungs- 
berechtigte, die ab dem 01.01.2012 bis zum statistischen Berichtsmonat Juli 2012 (Stich- 
tag der Datenerhebung 13.07.2012) als Kunde/Kundin im Jobcenter gemeldet waren. 
Insgesamt wurden in der Auswertung 25.342 Datensätz e verwendet. Da hier auch Zu- 
gänge und Abgänge mit in die Auswertung eingeflossen sind, wird in der Darstellung auf 
absolute Werte verzichtet.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 39 - 
 
Abbildung M 1 
Kunden des Jobcenter Münster nach Migrationsvorgeschichte 
06 Personen ohne erkennbare 
Migrationsvorgeschichte; 
48,9% 
03 Aus-/Spätaussiedler; 7,6% 
02 Heimatvertriebene; 0,1% 
01 Ausländer; 19,3% 
04 sonstige Eingebürgerte; 
8,4% 
05 Kinder ohne persönliche 
aber mit vererbter 
Migrationsvorgeschichte; 
11,9%  
 
Abbildung M1 zeigt die Aufteilung der Kundinnen und  Kunden des Jobcenter Münster 
nach Migrationsvorgeschichte. Über die Hälfte alle Leistungsbeziehenden haben nach 
den Auswertungen eine Migrationsvorgeschichte. Den größten Anteil in dieser Gruppe 
bilden die Ausländer mit 19,3%, gefolgt von den Kin dern ohne persönliche aber mit ver- 
erbter Migrationsvorgeschichte (11,9%). 
Abbildung M 2
Wohnberechtigte Bevölkerung in Münster nach Migrationsvorgeschichte 
01 Ausländer 
8% 
02 Heimatvertriebene 
2% 
03 Aus-/Spätaussiedler 
4% 
04 sonstige Eingebürgerte 
4% 
05 Kinder ohne persönliche 
aber mit vererbter 
Migrationsvorgeschichte 
4% 
Wohnberechtigte Bevölkerung 
ohne MVG 
78%

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 40 - 
 
In Abbildung M2 wird die wohnberechtigte Bevölkerun g in Münster nach Migrationsvor- 
geschichte dargestellt. Auch hier bildet die Gruppe  der Ausländer den größten Anteil 
innerhalb der Bevölkerung mit Migrationsvorgeschich te. Der gesamte Anteil der Men- 
schen mit Migrationsvorgeschichte in Münster liegt bei ca. 22%. 
Im Vergleich mit der wohnberechtigten Bevölkerung i n Münster ist der Anteil Leistungs- 
berechtigten mit Migrationsvorgeschichte im Jobcenter Münster deutlich höher.  
 
Abbildung M 3 
Kunden des Jobcenter Münster nach Migrationsvorgeschichte (weiblich) 
02 Heimatvertriebene; 0,1% 
03 Aus-/Spätaussiedler; 4,2% 
06 Personen ohne erkennbare 
Migrationsvorgeschichte; 
23,9% 
01 Ausländer; 10,2% 
04 sonstige Eingebürgerte; 
3,8% 
05 Kinder ohne persönliche 
aber mit vererbter 
Migrationsvorgeschichte; 5,8% 
Abbildung M 4  
Kunden des Jobcenter Münster nach Migrationsvorgeschichte (männlich) 
06 Personen ohne erkennbare 
Migrationsvorgeschichte; 
24,9% 
05 Kinder ohne persönliche 
aber mit vererbter 
Migrationsvorgeschichte; 6,1% 
03 Aus-/Spätaussiedler; 3,4% 
04 sonstige Eingebürgerte; 
4,6% 
02 Heimatvertriebene; 0,1% 
01 Ausländer; 9,1% 
 
Die Abbildungen 3 und 4 sollen hier im Zusammenhang betrachtet werden.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 41 - 
 
Im Vergleich der Kunden und Kundinnen ergibt sich k ein signifikanter Unterschied in der 
Verteilung innerhalb der Merkmale der Migrationsvorgeschichte.  
 
Abbildung M 5 
Kunden des Jobcenter Münster nach Migrationsvorgeschichte und Alter 
20,6% 
19,0% 
7,2% 
47,3% 
17,3% 
22,5% 
48,9% 
8,7% 
0,0% 
10,0% 
20,0% 
30,0% 
40,0% 
50,0% 
60,0% 
00 bis 24 25 bis 49 50 bis 64 Gesamt 
mit Migrationsvorgeschichte 
ohne Migrationsvorgeschichte 
 
 
Abbildung 5 zeigt die Darstellung der Kunden des Jo bcenter Münster nach Migrations- 
vorgeschichte und Alter. 
Auffällig ist, dass bei der Gruppe der Kinder und J ugendlichen die Menschen mit Migra- 
tionsvorgeschichte überwiegen.  
 
Zu einer noch besseren Bedarfsermittlung für Mensch en mit Migrationsvorgeschichte 
sind tiefergehende Analysen notwendig, die im Laufe  des Jahres 2013 angestoßen wer- 
den. 
 
 
4.4.7. Zielgruppe „Menschen mit Behinderung und Rehabilitanden“ 
 
Im Sinne des Gesetzes ist ein Mensch „behindert“, w enn seine körperliche Funktion, 
geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit nicht nur vorübergehend wesentlich ge- 
mindert ist. Er ist Rehabilitand im Sinne des SGB I II, wenn er aufgrund der Behinderung 
Hilfen für die Teilhabe am Arbeitsleben benötigt. 
 
Infolge der demographischen Entwicklung und des ste igenden Renteneintrittsalters wird 
die Zahl von Menschen mit einer Behinderung – insbe sondere Schwerbehinderung – in 
den kommenden Jahren voraussichtlich weiter zunehmen. Menschen mit einer Behinde- 
rung verlieren zwar seltener ihren Arbeitsplatz. Si nd sie jedoch einmal arbeitslos, fällt

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 42 - 
 
hier eine erneute Beschäftigungsaufnahme schwerer a ls bei anderen Arbeitslosen. Die 
Herausforderung besteht insbesondere darin, diese Z ielgruppe nachhaltig in den Ar- 
beitsmarkt zu integrieren. 
 
Der Schwerpunkt in der Zielgruppe der Menschen mit Behinderungen und Rehabilitan- 
den liegt hier auf dem Förderziel „Stabilisierung der Erwerbsfähigkeit“. Gemeint ist damit 
im Sinne des fa:z 
© - Modells die Verbesserung der körperlichen und ps ychischen Leis- 
tungsfähigkeit. Trotz dieser Gemeinsamkeit handelt es sich um einen heterogenen Kun- 
denkreis, den es differenziert zu betrachten gilt.  
  
Signifikant sind die gemachten negativen Erfahrunge n bei den Bemühungen um eine 
Arbeitsstelle in Kombination mit den körperlichen u nd psychischen Beeinträchtigungen. 
Daher ist oftmals eine Stabilisierung vor dem Weg z ur eigentlichen Integration erforder- 
lich. Neue bzw. ergänzende Ansätze wurden erarbeitet: 
  
Stärkung des Bewerbungs- und Stellensuchverhaltens 
 
 
Auch bei Menschen mit Behinderung ist Selbstmarketing ein großes Thema. Körperliche 
und psychische Beeinträchtigungen führen nicht selt en zu Frustrationen bei den Betrof- 
fenen. Es werden weniger die Chancen und eigenen Mö glichkeiten gesehen, als die 
Hürden und Einschränkungen. Hier gilt es, den Mensc hen neuen „Mut“ zu geben. Im 
Rahmen eines neuen Angebotes sollen zielgruppenspez ifisch und einzelfallbezogen die 
Kompetenzen und Stärken der Teilnehmenden herausgea rbeitet und Sicherheit im Auf- 
treten sowie in der Kommunikation „trainiert“ werden. 
 
Stärkung des Sozialverhaltens 
 
 
Die Ursachen für ein mangelndes bzw. nicht adäquate s Sozialverhalten liegen häufig in 
einem „Schutzmechanismus“, um Unsicherheiten, Angst oder bereits gemachte negative 
Erfahrungen zu überdecken. Um einen Wandel zu bewir ken, sollen Maßnahmen diese 
Auslöser künftig verstärkt mit berücksichtigen. In diesem Zusammenhang ist u.a. ein 
Rhetorikseminar mit psychologischer Begleitung geplant.  
 
Stärkung der Lebenspraktischen Kompetenzen 
 
 
Im Alltag fällt es manchmal schwer, Gesundheit und Fitness zu verbessern. In einem 
neuen Angebot sollen praktische Tipps und Anregung für eine gesunde und erfüllende 
Gestaltung des Alltags für Menschen mit Behinderung geliefert werden, mit dem Ziel, die  
Konstitution für das Berufsleben zu verbessern. 
 
Inklusion 
 
 
Das Jobcenter nimmt regelmäßig an der Arbeitsgruppe  3: “Arbeit“ der Kommission zur 
Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderung (KIB) teil.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 43 - 
 
4.4.8. Gründungswillige und Selbständige 
 
Die Zielgruppe der Selbständigen unterscheidet sich  deutlich von allen anderen Ziel- 
gruppen im Jobcenter Münster. Während in der Regel bei den anderen Zielgruppen eine 
Arbeitsaufnahme fokussiert wird, üben viele Gründun gswillige und Selbständige bereits 
eine hauptberufliche Tätigkeit aus. Primäres Ziel i st es daher, den Selbständigen Unter- 
stützung auf dem Weg in die wirtschaftliche Unabhän gigkeit anzubieten. Bei der Be- 
darfsermittlung ist grundsätzlich zwischen „Gründun gswilligen“ und „Bestandsselbstän- 
digen“ zu unterscheiden.  
 
Im Rahmen der Herstellung der Wettbewerbsfähigkeit ist die Stärkung der Qualifikation 
von besonderer Bedeutung. Daher ist folgendes modul ares Maßnahmenangebot weiter- 
entwickelt worden:  
 
 
Stärkung der Qualifikation 
 
 
Im Rahmen eines Assessment wird für Unentschlossene und Gründungswillige ein zwei- 
tägiges Eignungsfeststellungsverfahren (Inhalte u.a . persönliche und unternehmerische 
Eignung) angeboten. Im Anschluss erfolgt ein ausfüh rliches Auswertungsgespräch mit 
der Entscheidung, ob der Kunde, die Kundin an weite ren Seminaren (Aufbauendes As- 
sessment) teilnehmen wird. An diesem Gespräch nehmen sowohl der Kunde/die Kundin, 
der Jobcoach, sowie ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin des Trägers teil.  
 
Im aufbauenden Assessment können sowohl Gründungswi llige als auch Bestands- 
selbstständige gefördert werden. Schulungsinhalte s ind u.a. Unternehmensführung, 
Wirtschaftspläne, Versicherungen, Gesellschaftsformen, Bilanzen, betriebliche Organisa- 
tion, Zeitmanagement, oder Kriseninterventionsmanag ement. Dieses Assessment ist 
modular aufgebaut. Somit kann jeder Kunde, jede Kun din individuell entsprechend der 
ermittelten Bedarfe zielorientiert in die Maßnahme zugewiesen werden. 
 
Zuletzt ist geplant ein individuelles Coaching für Kundinnen und Kunden anzubieten, die 
bereits selbstständig sind. Entweder im Rahmen eine r Nachbetreuung mit Beginn der 
Selbstständigkeit, aber auch für Bestandsselbstständige. 
 
 
4.5. Zusammenfassung der Ergebnisse 
Alle neuen Ideen und Ansätze sowie bewährte Maßnahm en wurden vom Maßnahme- 
management zusammengefasst und den jeweiligen Zielg ruppen zugeordnet. Festzustel- 
len ist, dass bezogen auf die unterschiedlichen Zie lgruppen komplexe und innovative 
Förderpakete zusammengestellt wurden. Auch dieses J ahr wurde der Schwerpunkt auf 
das Instrument der beruflichen Weiterbildung (Qualifikation) gesetzt. 
 
 
Die Ergebnisse bilden damit eine gute Grundlage für  die weitere Maßnahmenplanung 
2013. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Jobc enters sowie die Beiratsmitglieder 
begrüßten die Zusammenarbeit. Es konnte Fachwissen ausgetauscht sowie mehr

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 44 - 
 
Transparenz bei der Planung geschaffen werden. Alle  Beteiligten sprachen sich für die 
Fortführung der Planungsworkshops aus. 
 
5. Verteilung des Eingliederungstitels 
 
Die Mittel des Eingliederungstitels verteilen sich wie folgt auf die arbeitsmarktpolitischen 
Instrumente. 
 
Verteilung des Eingliederungstitels 
0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 
Förderung beruflicher Weiterbildung 
Arbeitsgelegenheiten 
Eingliederungszuschuss 
Maßnahmen zur Aktivierung und Eingliederung 
Beschäftigungszuschuss 
Vermittlungsbudget 
Probebeschäftigung 
besondere Maßnahmen zur Weiterbildung Reha 
Sachkostenzuschuss Selbstständige 
Außerbetriebliche  Berufsausbildung 
Freie Förderung 
Einstiegsgeld 
ausbildungsbegleitende Hilfen 
Einstiegsqualifzierung 
 
 
Das folgende Schaubild veranschaulicht die Anzahl d er Förderfälle verteilt auf verschie- 
dene Förderkategorien.  
 
Verteilung aller Förderfälle nach Förderkategorien 
3813 
64 
792 
342 
121 
210 
395 
Aktivierung und berufliche Eingliederung 
Berufsauswahl und Berufsausbildung 
Berufliche Weiterbildung 
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit 
Sonstige und Freie Förderung 
ausschließlich drittfinanzierte Förderungen 
Beschäftigung schaffende Maßnahmen 
 
Anmerkung: Die Förderkategorie „Aktivierung und ber ufliche Eingliederung“ umfasst nicht ausschließlich  Maßnahmen 
gem. § 45 SGB III.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 45 - 
 
Basis für die Verteilung des Eingliederungstitels i st der unter Punkt 4 beschriebene ziel- 
gruppenspezifische Planungsprozess. Die individuell en und zielgruppenspezifischen 
Förderbedarfe wurden ebenso wie die Bedarfe des Marktes berücksichtigt.  
 
Finanzieller Schwerpunkt auf der Basis der zu verau sgabenden Mittel bildet – wie bisher 
– das Instrument der beruflichen Weiterbildung. Qua lifikation erhöht für erwerbsfähige 
Leistungsempfänger die Chancen auf eine Integration  in den 1. Arbeitsmarkt und wirkt 
gleichzeitig dem drohenden Fachkräftemangel entgege n. Insgesamt sind 792 Förderun- 
gen mit Bildungsgutscheinen (Förderungen der berufl ichen Weiterbildung) geplant. Die 
Förderinstrumente Arbeitsgelegenheiten (380 Maßnahm eeintritte) sowie Maßnahmen 
zur Aktivierung und Eingliederung (1446 Maßnahmeeintritte) unterstützen die erwerbsfä- 
higen Leistungsempfänger u. a. bei der Stärkung der  
Soft-Skills ( weiche Ressourcen ), 
um sie auf Qualifizierung oder nachhaltige Integrat ion in Arbeit vorzubereiten. Einen An- 
reiz zur Einstellung förderbedürftiger Arbeitnehmer /-innen für Arbeitgeber bieten Einglie- 
derungszuschüsse (189 Förderfälle, enthalten in der  Förderkategorie „Aufnahme einer 
Erwerbstätigkeit“).  
 
Im Folgenden werden die geplanten Förderungen der b eruflichen Weiterbildung und 
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung für das Jahr 2013 aufgeführt. 
 
Die Ideen für neue, bzw. ergänzende Maßnahmen wurde n bei der Finanzplanung 2013 
kalkuliert. Da die Maßnahmenausgestaltung aber konk retisiert werden muss, wurden 
diese noch nicht mit in die folgenden Tabellen aufg enommen. Es ist vorgesehen, die 
ergänzenden Förderangebote im Laufe des Jahres 2013  aufzugreifen, zu konkretisieren 
und umzusetzen.  
 
5.1. Förderung der beruflichen Weiterbildung (FbW)  
Ziel der beruflichen Weiterbildung ist es, beruflic he Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähig- 
keiten zu erhalten, zu erweitern oder der technisch en Entwicklung anzupassen, einen 
beruflichen Abschluss zu vermitteln oder zu einer a nderen beruflichen Tätigkeit zu befä- 
higen.   
 
Um auf die individuellen Förderbedürfnisse der Kund innen und Kunden eingehen zu 
können und auch eine Flexibilität der Förderung gew ährleisten zu können, sind in die- 
sem Jahr 50 Betriebliche Einzelumschulungen und 130  Bildungsgutscheine für Einzel- 
fallförderungen geplant. 
 
Das Bildungsangebot des Jobcenters wird zudem mit d en unten aufgeführten geplanten 
Förderungen der beruflichen Weiterbildung ergänzt. Darüber hinaus gibt es weitere Bil- 
dungsangebote der Agentur für Arbeit Münster, die a uch von den Kunden und Kundin- 
nen des Jobcenters genutzt werden können, ebenso wi e Bildungsmaßnahmen, die von 
anderen Jobcentern oder Arbeitsagenturen im Bundesgebiet angeboten werden.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 46 - 
 
 
Förderung der beruflichen Weiterbildung - Planung 2013 
Nr.  Titel der Maßnahme Inhalt / Ziel der Maßnahme Resso urcen-
bereich 
Zielgruppe Beginn Dauer Anzahl  
Förder- 
fälle 
              VZ* TZ  
1 Altenpflegehilfe gemäß Ausbildungsordnung Qualifi kation Alle 3. Quartal  12 
Monate 18   
2 Arbeitserprobung 
Feststellung beruflicher 
Kenntnisse, Fertigkeiten und 
Fähigkeiten und Anpassung 
an die technischen Entwick- 
lungen 
Leistungs-
fähigkeit Alle laufender 
Einstieg 
6  
Monate   37 
 
3 Assessment  
Gründungswillige 
Testung der unternehmeri- 
schen Eignung Qualifikation Selbstständige laufender 
Einstieg 2 Tage 81   
4 
Aufbauendes 
Assessment  
Gründungswillige 
Erarbeitung eines Planungs- 
konzeptes zur Vermeidung 
von unternehmerischen Feh- 
lern. 
Qualifikation Selbstständige laufender 
Einstieg modular 58 
5 Berufsorientierung 
"New Start" 
Stärkung des Selbstbewusst- 
seins, Verarbeitung zurücklie- 
gender Bewerbungs- und 
Arbeitsmisserfolge, Berufsori- 
entierung, Erarbeitung eines 
Berufswunsches und Alterna- 
tiven hierzu, verschiedene 
Praktikumsblöcke um Berufs- 
felder realitätsnah zu erkun- 
den 
Bewerbungs--
 
und 
Stellensuch- 
verhalten 
Alle 2. Quartal  6 
 Monate  7    
6 Bürokaufmann/-frau 
überbetrieblich gemäß Ausbildungsordnung Qualifikation Alle 3 Quart al 21 
Monate 9 
7 City-Logistik 
Qualifikation zum Citylogisti- 
ker (Auslieferungs-,Paket- 
und KEP-Dienste) La- 
ger/Logistik/Transport, Gabel- 
staplerfahrerausbildung, 
Gefahrgutausbildung, La- 
dungssicherung, FE B  oder 
C1, Erste Hilfe, Tourenpla- 
nung, Fahrzeugtechnik, Ran- 
gierübungen mit KEP-
Fahrzeugen und CE-
Fahrzeugen sowie Perfekti- 
onsfahrten mit Kleintranspor- 
tern und CE-Fahrzeugen 
Qualifikation Alle lfd. Ein- 
stieg 
6  
Monate 31

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 47 - 
 
8 Gemma 
Stabilisierung der Persönlich- 
keit der Teilnehmerinnen zur 
Entwicklung eines realisti- 
schen beruflichen Lebens- 
plans, Langfristige Integration 
der jungen Frauen in den 
Arbeitsmarkt unter Berück- 
sichtigung ihrer persönli- 
chen/familiären Situation, 
Erweiterung des Berufswahl- 
spektrums, Verbesserung von 
sozialen und sprachlichen 
Defiziten, Training von 
Schlüsselqualifikationen für 
das Erwerbsleben 
Lebens-
praktische 
Kompetenzen 
Frauen unter 25 
Jahre 3. Quartal 
 2 x 6 
Monate 6   
9 Hauswirtschaft als 
Beruf 
Vorbereitung auf Externenprü- 
fung Praxis 50 %Theorie 50 
% 
Qualifikation Alle 2. Quartal 
 16 
Monate 18   
10  
Integrationsseminar 
für Migranten/  
Migrantinnen 
berufliche Orientierung, Be- 
werbungsmanagement, Ar- 
beitsrecht, das Girokonto, 
Versicherungen, EDV, Kom- 
munikation am Arbeitsplatz, 
Praktikum 
Bewerbungs-
 
und 
Stellensuch- 
verhalten 
 Migranten/ 
Migrantinnen 2. Quartal  4  
Monate 20   
11  Kompetenz- und 
Potenzialanalyse  
Profiling mit Integrationspla- 
nung Eignungstestverfahren, 
Schlüsselqualifikationen 
Arbeitsmarkt, Beschäfti- 
gungsalternativen  
Qualifikation Alle 1. und 3. 
Quartal 
2  
Wochen 
   27  
12  Lernwerkstatt 
Stärkung der Persönlichkeit, 
Förderung des individuellen 
Lebenspraktischenkompetenz 
und Rahmenbedingungen, 
Verbesserung der Lernkom- 
petenz sowie Kulturtechniken, 
Vermittlung von Wer- 
ten/Identitätsentwicklung 
Qualifikation Alle laufender 
Einstieg 
6  
Monate 60 
13  Modulares Qualifizie- 
rungszentrum 
verschiedene Fachmodule 
(inkl. MS-Office, SAP, etc.), 
Callcenter, Bewerbungstrai- 
ning, Praktikum (4 Wochen) 
  
Qualifikation Alle laufender 
Einstieg 
6  
Monate 9 
14  Sicherheitsfachkraft 
Rechtsgrundlagen für Sicher- 
heitsdienste,  
Schutz und Sicherheit, Ob- 
jektschutz, Erste 
Hilfe, Nachweis § 34a,  6 
Wochen Praktikum 
Qualifikation Alle 2. Quartal 
 4  
Monate 32 
15  Step by step 
Schrittweise Qualifizierung zur 
Vorbereitung auf Ar- 
beit/Ausbildung, Kinder- 
betreuung, Berufsorientie- 
rung, Praktika 
Qualifikation junge Frauen 3. Quartal 
 12 
Monate   18

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 48 - 
 
16  
technisch-
gewerbliches Trai- 
ningscenter inkl. 
Erprobung und Er- 
werb des HSA 
Eignungsfeststellung und 
Qualifizierung in den Berei- 
chen 
Holztechnik 
Metalltechnik 
Zweiradtechnik 
Garten-
Landschaftsbau/Floristik 
Farbe/Raumgestaltung 
Friseur/Kosmetik/Körperpflege 
 
Hauswirtschaft 
Verkauf im Lebensmittel- 
handwerk 
Hoga/Küche und Service 
Nachholen des HSA 
Arbeitserprobung 
Qualifikation Alle laufender 
Einstieg modular   
54 
17  Training on the job 
Individuelles Coaching und 
Sozialberatung, Orientierung, 
Eignung und Motivation, 
Bewerber- u. Kontakttraining, 
Medienkompetenztraining, 
Erwerbsfähigkeitstraining, 
berufsübergreifende Kompe- 
tenzen, individuelle arbeits- 
platzbezogene Qualifizierung, 
Praktikum 
Qualifikation Alle lfd. Ein- 
stieg 
9  
Monate 18   
18  Transport/Logistik 
Gefahrgutscheine, Ladekran, 
Gabelstaplerschein, Rangier- 
training, Wechselbrücken, 
EDV, großer Erstehilfeschein, 
inkl. 2 Mon. Praktikum (optio- 
nal) 
Kategorie: gewerblich-
technisch, Kraftfahrer 
Qualifikation Alle laufender 
Einstieg 
6 
Monate 32 
19  
Vorbereitung auf eine 
betriebliche Ausbil- 
dung 
Sprach- u. Kommunikations- 
unterricht (Deutsch, Englisch, 
Mathematik, Biologie, Wirt- 
schaft), Vorbereitung  auf die 
Nichtschülerprüfung des 
Hauptschulabschlusses, 
Erwerb berufsbez. EDV-
Kenntnisse,  Erwerb kaufm. 
Grundwissens, Bewerberpro- 
fil, Schlüsselqualifikationen, 
berufl. Perspektive, Praktikum 
Qualifikation U25 3. Quartal 
 12 
Monate 12  20  
20  
Vorbereitung auf eine 
betriebliche Einzelum- 
schulung   
Berufsorientierung, Verbesse- 
rung der Fach- und Sozial- 
kompetenz, Vorförderung 
Deutsch und Mathematik, 
Bewerbungstraining, Praktika, 
Suche eines geeigneten 
betrieblichen Umschulungs- 
platzes 
Qualifikation Alle 1. Quartal 
 6  
Monate 45

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 49 - 
 
21  Einzelfallförderungen  Qualifikation Alle lfd. Ein- 
stieg 
individu- 
ell 50 
22  Betriebliche Einzel- 
umschulungen  Qualifikation Alle lfd. Ein- 
stieg 
24 
Monate 130 
*VZ= Vollzeit       
*TZ =  Teilzeit      
 
 
5.2. Maßnahmen bei einem Träger zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung  
Ziel der Maßnahme ist es die Förderung individuelle r Beschäftigungsfähigkeit durch Er- 
halt und Ausbau von Fertigkeiten und Fähigkeiten un d die umfassende Unterstützung 
der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei den beruflichen Eingliederungsbemühungen. 
 
Gemäß § 45 Abs. 1 SGB III können Ausbildungssuchend e, von Arbeitslosigkeit bedroht 
Arbeitsuchende und Arbeitslose bei Teilnahme an Maß nahmen gefördert werden, die 
ihre berufliche Eingliederung durch 
1. Heranführung an den Ausbildungs-, und Arbeitsmar kt,  
2. Feststellung, Verringerung oder Beseitigung von Vermittlungshemmnissen, 
3. Vermittlung in eine versicherungspflichtige Besc häftigung, 
4. Heranführung an eine selbständige Tätigkeit oder   
5. Stabilisierung einer Beschäftigungsaufnahme  
unterstützen. 
 
Im Sinne der fa:z Logik wurden die folgenden geplan ten Maßnahmen zur Aktivierung 
und beruflichen Eingliederung einem Ressourcenberei ch zugeordnet. Es ist aber mög- 
lich, dass auch andere Ressourcenbereiche in Maßnah men gestärkt werden können. 
Insbesondere bei niederschwelligen Angeboten ist es  schwierig, die weichen Ressour- 
cenbereiche eindeutig von einander zu trennen. Das Jobcenter Münster wünscht neben 
den bereits durchgeführten Erprobungen fa:z-modell- konformer Maßnahmen zu den 
Ressourcenbereichen „Sozialverhalten“ und „Mitwirkung in der Fallsteuerung“ weitere 
fa:z konforme Ausschreibungen. Ziel ist es, aus den  gesammelten Erfahrungen weiter- 
führende Erkenntnisse für die Maßnahmenplanung zu g ewinnen und die Entwicklung 
und Erprobung von fa:z modell-konformen Maßnahmen insgesamt voran zubringen.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 50 - 
 
  Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung - Planung 2013   
Nr.  Titel der Maß- 
nahme 
Inhalt / Ziel der Maß- 
nahme 
Ressourcen- 
bereich Zielgruppe Beginn Dauer Anzahl 
 
Förderfälle  
              VZ* TZ* 
1 „Join in!“   
Training arbeitsplatzbe- 
zogener Schlüsselquali- 
fikationen 
Arbeitsverhalten Alle  3. Quartal 11 
Wochen 14 
2 Konflikt- Training   Training konfliktange- 
messenen Verhaltens Sozialverhalten Alle  2. Quartal 8  
Wochen   14 
3 Basiskompeten- 
zen   für Arbeit 
Erhöhung der Grund- 
kompetenz, Lesen und 
Schreiben, Lerntraining, 
Gesundheitsförderung, 
EDV, Mathematik, 
berufliche Orientierung, 
Schnupperpraktikum 
Lebenspraktische 
Kompetenzen Alle  
1., 2. und 
3. Quartal 
 
(3 Durch- 
läufe) 
jeweils  
14 
Wochen 
  79 
4 Bewerbungstrai- 
ning Bewerbungstraining 
Bewerbungs- und 
Stellensuchverhal- 
ten 
Alle  laufender 
 
Einstieg 
8  
Wochen 605 
5 Clearingstelle  
U 25 
Unabhängiger An- 
sprechpartner gegen- 
über Jobcenter, Stär- 
kung der Mitwirkung in 
der Fallsteuerung 
Mitwirkung in der 
Fallsteuerung U25 3. Quartal 3  
Monate   16 
6 
Erziehende auf 
dem Weg in 
Erwerbsarbeit, 
Modul 1 
Standortbestimmung 
(pers. + berufl.), Stär- 
kung der Rahmenbe- 
dingung.  
Rahmen-
bedingungen 
Frauen,  
Alleinerzie- 
hende 
1. Quartal 4  
Monate   54 
7 
Erziehende auf 
dem Weg in 
Erwerbsarbeit, 
Modul 2 
Entwicklung berufl. 
Perspektiven und Stra- 
tegien 
Qualifikation 
Frauen,  
Alleinerzie- 
hende 
1. Quartal 3 
Monate   27 
8 
Erziehende auf 
dem Weg in 
Erwerbsarbeit, 
Modul 3 
Jobcaching 
Bewerbungs- und 
Stellensuchverhal- 
ten 
Frauen,  
Alleinerzie- 
hende 
1. Quartal 6  
Monate   27 
9 
Integrationshilfen 
für besonders 
benachteiligte 
Jugendliche  
Einzelbetreuung, 
Schnittstelle von be- 
schäftigungsfördernden 
und sozialintegrativen 
Hilfen mit sozialarbeite- 
rischen Methoden   
Lebenspraktische 
Kompetenzen U25 3. Quartal 2 x 6 
Monate   8 
10 Lernort Süd 
Stabilisierung, Berufs- 
orientierende und sozi- 
alpädagogische Ange- 
bote, Vermittlung von 
Tagesstruktur 
Lebenspraktische 
Kompetenzen U25 3. Quartal 12 
Monate 7   
11 Aktivierungshilfen  
Unterstützung von 
Jugendlichen/ jungen 
Erwachsenen im Vor- 
feld von Ausbildung, 
Qualifizierung und 
Beschäftigung 
Lebenspraktische 
Kompetenzen U25 1. Quartal 2 x 6 
Monate 20   
12 
Maßnahmen bei 
einem Arbeitge- 
ber 
  Arbeitsverhalten Alle     282 
13 Mitwirken & 
Mitgestalten 
Rechte und Pflichten; 
aktive Mitwirkungsan- 
sätze  
Mitwirkung in der 
Fallsteuerung Alle 2. Quartal 3  
Wochen 32

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 51 - 
 
14 PC-
Grundkenntnisse 
PC-Grundlagen, Word, 
Excel, Outlook Qualifikation Alle 1. und 4. 
Quartal 
jeweils 
 
4  
Wochen 
  40 
15 Selbstmarketing  Darstellung der Stärken 
und Kompetenzen 
Bewerbungs- und 
Stellensuchverhal- 
ten 
Alle laufender 
 
Einstieg 
3 
Wochen   68 
16 Stadtteilwerkstatt 
Nord 
Stabilisierung, Berufs- 
orientierende und sozi- 
alpädagogische Ange- 
bote, Vermittlung von 
Tagesstruktur 
Lebenspraktische 
Kompetenzen U25 3. Quartal 2 x 6 
Monate 7   
17 Stärkung der 
Persönlichkeit 
Kommunikationsfähig- 
keit, Konfliktfähigkeit, 
Verhaltensreflekti- 
on,Kompromissfähigkeit 
,Durchsetzungsvermög 
en,Teamfähigkeit,Ehren 
amtliches Engagement 
Sozialverhalten 
Alleinerzie- 
hende/   
Ü25-U50 
1. Quartal 8 
Wochen   40 
18 Coaching für 
Hörbehinderte 
Einzelfallbezogene 
Betreuung durch einen 
Dolmetscher  
Bewerbungs- und 
Stellensuchverhal- 
ten 
Rehabilitan- 
den/Schwerbe 
hinderte 
1. Quartal 
max.  
13 
Monate 
  15 
19 Jobcoaching   
Maßnahmen zur berufli- 
chen Eingliederung von 
Schwerbehinderten 
Bewerbungs- und 
Stellensuchverhal- 
ten 
Rehabilitan- 
den/ 
Schwerbehin- 
derte 
1. Quartal 9  
Monate   72 
20  
Betriebliche 
Ausbildung für 
Frauen 
Stabilisierung, Vorberei- 
tung auf Ausbildung, 
Arbeitsmarkttraining, 
Selbstsicherheitstrai- 
ning, Gesundheit, Prak- 
tikum 
Qualifikation Frauen 1. Quartal 18 
Monate  12 
21 Tagelöhner 
Tagesstruktur, Selbst- 
struktur, Bestandsakti- 
vierung 
Lebenspraktische 
Kompetenzen Alle 1. Quartal 12 
Monate. 
7 
mtl  
*VZ= Vollzeit      
*TZ =  Teilzeit      
 
 
6. Kommunale Eingliederungsleistungen 
 
Die überwiegenden Prozesse (vgl. 1.4) fanden zum 01 .02.2012 Eingang ins operative 
Geschäft. Der noch ausstehende Bereich „Betreuung m inderjähriger und behinderter 
Kinder“ wird zum 01.02.2013 folgen und das bis dahi n in Gebrauch befindliche Laufbo- 
gensystem zur Bedarfsermittlung ersetzen. 
 
Zum Jahresende 2012 bzw. Jahresbeginn 2013 werden d ie ersten bilateralen Aus- 
tausch- und Auswertungsgespräche stattfinden, um di e Erfahrungen aller Beteiligten zu 
sammeln. Gegebenenfalls muss an der einen oder ande ren Stelle nachjustiert werden, 
weil Vereinbarungen/ Regelungen den Praxisanforderungen nicht gerecht werden. 
 
Darüber hinaus muss das Jobcenter in einem gesonder ten Verfahren alle im Zusam- 
menhang mit dem §16a erhobenen Daten und Zahlen aus werten. Damit kann die bishe- 
rige Nutzung der einzelnen Leistungsarten ausgewertet und dokumentiert und auf dieser 
Basis eine Bedarfsprognose für das kommende Jahr abgegeben werden.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 52 - 
 
Es kann davon ausgegangen werden, dass die zunehmen de Umsetzungsroutine bei 
allen Beteiligten dafür sorgen wird, dass für das A rbeitsmarktprogramm 2014 eine um- 
fassendere Dokumentation zu den kommunalen Eingliederungsleistungen möglich ist.  
 
 
7. Ausblick 
Aktuell erarbeitet das Jobcenter Münster ein Leitbi ld. Dies wird Anfang 2013 fertig ge- 
stellt sein und eine weitere Hilfestellung für das Selbstverständnis der Arbeit mit den 
Münsteraner Hilfebedürftigen bieten. Auch in 2013  werden  Kundenbefragungen durch- 
geführt,  um festzustellen wie die Arbeit des Jobcenters bei den Kundinnen und  Kunden 
ankommt.  
Zur Unterstützung der Erhebung der „weichen Ressourcenbereiche“ im Rahmen des fa:z 
Modells wird das Jobcenter Münster im Rahmen eines Projektes die ABC-Messung ein- 
führen.

Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2013 
- 53 - 
 
 
8. Abkürzungsverzeichnis 
AC Assessment-Center 
AGH Arbeitsgelegenheit 
ALG II Arbeitslosengeld II 
BA Bundesagentur für Arbeit 
BAMF Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 
BEZ Beschäftigungszuschuss 
BMAS Bundesministerium für Arbeit und Soziales 
CAD Computergestütztes Konstruieren 
DVS Deutscher Verband für Schweißen 
ECDL European Computer Driving Licence 
EDV elektronische Datenverarbeitung 
EgT Eingliederungstitel 
EGZ Eingliederungszuschuss 
eLb Erwerbsfähige Leistungsberechtigte 
ESF Europäischer Sozialfond 
ESG Einstiegsgeld 
EV Eingliederungsvereinbarung 
fa: z Förderansatz Ziel 
FF Freie Förderung 
FbW Förderung der beruflichen Weiterbildung 
GGVS Gefahrgutverordnung Straße 
HoGa Hotel- und Gaststättenbereich 
IHK Industrie- und Handelskammer 
IK kleiner Förderbedarf 
IN  Integrationsnah 
IT Informationstechnik 
MAG Maßnahmen bei einem Arbeitgeber 
MAIS   Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales 
MAT Maßnahmen bei einem Träger 
SGB  Sozialgesetzbuch  
SVA Strafvollzugsarchiv 
TZ Teilzeit 
VHS Volkshochschule 
U25 Personen im Alter von unter 25 Jahren 
Ü50 Personen im Alter von über 50 Jahren 
VB Vermittlungsbudget 
VZ Vollzeit

Beratungsverlauf (6)

15.01.2013 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen
TOP 4 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
16.01.2013 Integrationsrat
TOP 3.1 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
22.01.2013 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
23.01.2013 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung
TOP 5.1 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
30.01.2013 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 13 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
31.01.2013 Ausschuss für Schule und Weiterbildung
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Ludgeriplatz 4

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/1000/2012
Typ
Vorlagen
Datum
04.01.2013
Erstellt
06.10.2020 14:37