4249/2022
Beantwortung einer gemeinsamen Anfrage der SPD-Fraktion, der CDU-Fraktion und des Einzelmandsträgers Tücks (FDP) in der Bezirksvertretung Mülheim (AN/1757/2022) zur Versorgungsinfrastruktur für Senior*innen
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Beantwortung einer Anfrage (BV)
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Dezernat, Dienststelle V/503/1 Vorlagen-Nummer 4249/2022 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 30.01.2023 Beantwortung einer gemeinsamen Anfrage der SPD-Fraktion, der CDU-Fraktion und des Einzelmandsträgers Tücks (FDP) in der Bezirksvertretung Mülheim (AN/1757/2022) zur Versorgungsinfrastruktur für Senior*innen 1. Welche Maßnahmen werden umgesetzt, um den hohen Bedarf an stationärer Pflege auszubauen? Antwort der Verwaltung Eine ausreichende stationäre Versorgung der Kölner Pflegebedürftigen wird in absehbarer Zukunft immer schwieriger. Um dieser Entwicklung spürbar entgegenzuwirken, müssen paral- lel mehrere Ansätze verfolgt werden. Einerseits ist die Initiierung von Neubauprojekten drin- gend erforderlich. Hierzu bedarf es geeigneter Grundstücke. Diese zu finden und für den Bau einer vollstationären Einrichtung der Dauerpflege zu erschließen, ist in Köln bekanntermaßen eine große Herausforderung. Das Gleiche gilt für den Bau von sozialem Wohnungsbau, Schu- len, Spielplätzen und Kindertagesstätten. Eine Verpflichtung zur Berücksichtigung von Einrichtungen für Senior*innen gibt es in der Bauleitplanung bisher noch nicht. Dies gilt im Übrigen nicht nur in Köln, sondern in vielen an- deren Großstädten. Um eine gute Lösung zum Wohle der Kölner Pflegebedürftigen entwickeln zu können, bedarf es einer engen Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure. Die großen Herausforderungen zum Thema „Pflege“ können nur als gemeinsame städtische Aufgabe gelöst werden. Im Projekt „Zukunft Pflege Köln“ wird mit Hochdruck an einer gemeinsamen strukturierten Pflegebedarfsplanung gearbeitet. Hierbei werden auch die Themenschwerpunkte „Personal“ und „Innovationen im häuslichen Umfeld“ betrachtet. 2. Welche präventiven Maßnahmen werden eingesetzt und ausgebaut, um Pflegebe- dürftigkeit möglichst lange hinauszuzögern? 3. Welche Möglichkeiten bzgl. Unterstützung älterer Menschen und pflegender Ange- hörige werden geschaffen bzw. ausgebaut? Antwort der Verwaltung (die beiden Fragen werden wegen der inhaltlichen Nähe zusammen beantwortet) 2 Die Sozialverwaltung hat in Kooperation mit den Trägern der Freien Wohlfahrtsverbände und der Sozialbetriebe Köln gGmbH stadtweit eine Vielzahl von niedrigschwelligen und ambulan- ten Unterstützungsstrukturen für Senior*innen geschaffen. Beispielhaft seien hier „Präventive Hausbesuche“ oder „Häusliche Unterstützungsdienste für Menschen mit Demenz und deren Angehörige“ genannt. Außerdem stehen den Senior*innen flächendeckend im Stadtgebiet die Seniorenberatung und die SeniorenNetzwerke als Anlaufstellen zur Verfügung. Mit dem politischen Veränderungsnachweis für die Haushaltsaufstellung 2020/2021 hatte der Rat der Stadt Köln beschlossen, dass die kommunalen Programme der Senior*innenarbeit extern evaluiert werden sollen. Dem hierzu vorliegenden Abschlussbericht können alle aktuel- len präventiven Maßnahmen der Senior*innenarbeit und Details dazu entnommen werden (1468/2022). Unmittelbar im Anschluss an die Evaluation hat die Verwaltung mit der Erstellung eines För- derprogramms für die zukünftige Senior*innenarbeit begonnen. In diesem Förderprogramm „Gestärkt älter werden. Miteinander. Füreinander.“ werden alle im Amt für Soziales, Arbeit und Senioren befindlichen Angebote für Senior*innen zu einem umfangreichen Gesamtpaket zu- sammengefasst. Die weitere Zeitplanung sieht vor, den ersten Entwurf Anfang 2023 fertigzu- stellen. Mit Blick auf die dann folgenden Abstimmungsprozesse ist beabsichtigt, das Förder- programm in die Sitzung des Ausschusses für Soziales, Seniorinnen und Senioren am 20.04.2023 als Beschlussvorlage einzubringen. Im Zuge der Erstellung des Förderprogramms für die zukünftige Senior*innenarbeit wird auch geprüft, ob und ggfs. welche Unterstützungsstrukturen mit den vorhandenen finanziellen Mit- teln ausgebaut werden können und wie die Handlungsempfehlungen aus dem Abschlussbe- richt zur Evaluation aufgegriffen und umgesetzt werden können. 4. Wie begegnet man dem Fachkräftemangel? Antwort der Verwaltung Zum Handlungsfeld „Fachkräftesicherung“ wurden im Rahmen des Projekts „Zukunft Pflege Köln“ die bestehenden Kooperationen mit der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter Köln, der Liga der Wohlfahrtsverbände, der Sozialbetriebe Köln gGmbH und den Kliniken der Stadt Köln gGmbH intensiviert. Als Ergebnis mehrerer Workshops wurde der „Kölner Kompass Pflege“ als Impulspapier erarbeitet. Dieser soll als Grundlage für die weitere Arbeit dienen. Zurzeit erfolgt auf der Basis eine Befragung der Träger*innen zum Themenbereich „Internationale Fachkräfte in der Pflege“, die mögliche Unterstützungsbedarfe und Handlungsoptionen auslo- ten soll. Die Verwaltung wird dem Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren bis Mitte 2023 über die erzielten Zwischenergebnisse berichten. 5. Gibt es Planungen, die Sterbebegleitung im rechtsrheinischen Köln auszubauen / zu stärken (vgl. Resolution BAG Seniorenpolitik Kalk vom 08.10.2020)? Antwort der Verwaltung Die Frage nach der (Sterbe)-Kultur in unserer Stadt ist nicht nur eine Frage für die Profis im Versorgungssystem, sondern vielmehr Gegenstand für uns alle. Viele Menschen verschließen die Augen vor der eigenen Endlichkeit. Das ist verständlich und es darf auch nicht ein ständig präsentes Thema sein. Dennoch sollte mehr als bisher eine Grundkompetenz im Umgang mit diesen Themen vorhanden sein. Diese umfasst: • Wissen über Hilfsangebote bei schwerster Krankheit und im letzten Lebensjahr, • Verständnis für Trauerprozesse und vorhandene Unterstützungsangebote, • Beschäftigung mit der eigenen Endlichkeit als Teil von Gesundheitskompetenzen und • verstärkte Kompetenz der Zivilgesellschaft neben verbesserten Strukturen des Ge- sundheitssystems. 3 Am 15. Januar 2020 fand die Auftaktveranstaltung der Caring Community Köln in der Piazzet- ta unter Einladung der Oberbürgermeisterin Henriette Reker statt. (https://caringcommunity.koeln/auftaktveranstaltung-mit-frau-oberbuergermeisterin-reker-im- rathaus/). Dies war der Auftakt für eine stadtweite Vernetzung, um alle an der Versorgung und Begleitung im letzten Lebensjahr zu beteiligen und um den Sterbenden und Erkrankten ein würdevolles „Gehen“ zu ermöglichen. Caring Community Köln hat sich zum Ziel gemacht, die Kölner Stadtgesellschaft im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer zu stärken und ihre Kompetenzen zu fördern. Folgende Arbeitsgruppen wurden gebildet: • Trauer am Arbeitsplatz • Versorgung • Sorgestadtplan • Kinder, Jugendliche & Schule Caring Community Köln wird gefördert durch die gemeinnützige Imhoff Stiftung sowie die Fa- milie-Ernst-Wendt-Stiftung. Weiterhin stärkt die Stadt Köln die Hospiz- und Palliativversorgung durch die finanzielle Unter- stützung einer Netzwerkkoordination in regionalen Hospiz- und Palliativnetzwerken nach § 39d Absatz 3 SGB V.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 4249/2022
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (BV)
- Datum
- 04.01.2023
- Erstellt
- 14.12.2022 10:45