0840/2026
Prävention von Kinderarmutsfolgen in Köln
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Prävention von Kinderarmutsfolgen Köln
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Prävention von Kinderarmutsfolgen in Köln Jugendhilfeausschuss, 05.05.2026 Dezernat für Bildung, Jugend und Sport Engeres Inklusionsverständnis: Weiteres Inklusionsverständnis: Basiert auf einer Heterogenitätsdimension: ➢ attestierter sonderpädagogischer Förderungsbedarf in Schulen (NRW: AO-SF) Anwendung*: ➢ Monitoring „Inklusionsentwicklung an Kölner Schulen“ ➢ Inklusionsplanung für Kölner Schulen *Zwischenzeitlich und anlassbezogen wird ein weiteres Inklusionsverständnis fokussiert. Bildungsbiografische Einordnung: ➢ Schule Basiert auf mehreren Heterogenitätsdimensionen: ➢ Armut ➢ Sprache ➢ Herkunft u.a. Anwendung: ➢ Kommunale Präventionskette ➢ Kinder- und Jugendhilfeplanung ➢ Qualitative Schulentwicklungsplanung Bildungsbiografische Einordnung: ➢ 0 bis 27 Jahre Inklusion … …meint die vollumfängliche Teilhabe durch den Abbau von Barrieren 2 Prävention der Folgen von Kinderarmut Dezernat für Bildung, Jugend und Sport Kinderarmut ist mehrdimensional und betrifft: • Die materielle Grundversorgung • Die kulturelle Versorgung • Die psychische und physische Situation • Die soziale Teilhabe Armut beeinflusst die Lebenslagen und Entwicklungschancen von Kindern nachhaltig. Prävention (der Folgen von Kinderarmut) meint: • Risiken frühzeitig zu erkennen • Benachteiligungen zu vermeiden oder zu verringern • förderliche Entwicklungsbedingungen zu schaffen Notwendig ist ein integrierter, entwicklungs- und lebensphasenorientierter Ansatz, der individuelle, familiäre, institutionelle und strukturelle Faktoren berücksichtigt. Vgl. Berg/Holz/Schöttle (2011): Köln: LVR sowie vgl. BMFSFJ (2024): Berlin. Vgl. Hock/Holz/Simmedinger/ Wüstendörfer (2000): Frankfurt a.M.: ISS. 3 Prävention von Benachteiligungslagen Dezernat für Bildung, Jugend und Sport Prävention von Benachteiligungslagen bedeutet in diesem Zusammenhang, kommunale Verantwortung so wahrzunehmen, dass Kinder und Jugendliche unabhängig von sozialer Herkunft, Einkommen oder Wohnort faire Bildungs-, Gesundheits- und Teilhabechancen erhalten. Sie setzt frühzeitig, systematisch und sozialräumlich ausgerichtet an, um die Folgen von Kinderarmut wirksam zu begrenzen, bevor sich Benachteiligungen verfestigen. vgl. Session 3437/2019 „Kölner Kinder stärken! - 184 Tausend junge Chancen fördern! Umsetzung der Landesinitiative "Kommunale Präventionsketten" 4 Präventionskette Dezernat für Bildung, Jugend und Sport Die Präventionskette beschreibt die strategische Gestaltung einer kommunalen Infrastruktur zur Begrenzung der Folgen von Kinderarmut. Entlang der Lebensphasen von Schwangerschaft bis frühes Erwachsenenalter werden Unterstützungsangebote systematisch verknüpft, um Lücken zu erkennen, Bedarfe zu ermitteln, Angebote abzustimmen und Zugänge zu sichern. vgl. Session 0083/2023 „Zwischenbilanzierung der Gesamtstrategie Kölner Kinder stärken! zur Prävention von Kinder-, Jugend- und Familienarmut und Ausblick auf die strategische Weiterentwicklung in 2023“ Quelle: LVR/LWL (2020). Köln. 5 Präventions- und Bildungskette Köln (Auswahl) 6 Bedarfsorientierung sichern durch … …frühzeitige, ressortübergreifende, niedrigschwellige und lückenlose Förderung …präventiv fördern heißt ressourcenschonend fördern. Schwanger schaft 0 bis u3 Jahre 3 bis u6 Jahre 6 bis u10 Jahre 10 bis u16 Jahre 16 bis u18 Jahre 18 bis u27 Jahre Frühe Hilfen Kinderwillkommens -besuche Schwangerschafts- beratung Familienhebammen Familienzentren guterstart.koeln Familienbüro Kindertagespflege Familiengrundschul- zentren Startchancen- Schulen FamilienPlusPunkt-Karte Gesundheitslotsen- dienst OGS Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA) Schulsozialarbeit Schulmüden- projekte Jobcenter u25 Familienlots*innen in Familienhäusern Bildungslots*innen Jugendberufs- agentur Förderprogramm „Sport für Köln“ plusKITAs Kulturrucksack Musenkuss – Kulturelle Bildung in Köln VHS talentCAMPus Kompetenz- agenturen Pool-Schulbegleitung Altersübergreifende Angebote: Kommunale Kinder- und Jugendförderung Dezernat für Bildung, Jugend und Sport Prävention durch Familiengrundschulzentren Dezernat für Bildung, Jugend und Sport Beratung, Begegnung, Bildung Familiengrundschulzentren tragen dazu bei, dass Schule, Familie und Unterstützungssysteme wirksam miteinander verknüpft werden. Früh erreichen Zugang über niedrigschwellige Angebote am Schulstandort Frühzeitige Ansprache von Familien Erreichen auch schwer zugänglicher Zielgruppen Schule als zentrale Anlaufstelle für Familien im Quartier Familien stärken Beratung und alltagsnahe Unterstützung Stärkung vom ganzen System Familie Lotsenfunktion in den Sozialraum und das Gesundheitssystem Enge Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zwischen Schule und Elternhaus Teilhabe sichern Förderung sozialer Teilhabe Integration und Zugehörigkeit im Schulalltag stärken Bildungsverläufe stabilisieren und Benachteiligungen abbauen Demokratiebildung durch fest verankerte Partizipationsstrukturen 7 Prävention durch Kulturelle Bildung Kulturelle Teilhabe durch das Landesprogramm Kulturrucksack Kulturelle Bildung ist ein integraler Bestandteil kommunaler Präventionsketten und leistet einen wesentlichen Beitrag zur chancengerechten Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Sie wird als Mittel verstanden, Teilhabe zu ermöglichen, Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und den Folgen von Kinderarmut entgegenzuwirken. Durch Kunst erreichen Lebensnahe Themen künstlerisch bearbeiten Emotionale Zugänge im bewertungsfreien Raum finden Talente entdecken und Selbstbewusstsein stärken Entwicklung stärken Künstlerische Anregung und Unterstützung Zusammenhalt durch Gruppenstruktur Sichtbarkeit durch Präsentationen und Aufführungen Teilhabe sichern Durch kostenfreie oder reduzierte Teilnahme Vor Ort in Jugendzentren in den Sozialräumen Niederschwelliger Zugang Beispiel aus Kulturrucksack 2025 Sandy Craus - Raum für Kunst und Gestaltung Dezernat für Bildung, Jugend und Sport 8 Prävention durch Kommunale Kinder- und Jugendförderung: Zielgruppendifferenzierte Angebotslandschaft außerschulischer Bildung (Offene) Kinder- und Jugendarbeit Jugendeinrich- tungen, Mobile Angebote, Spielräume, Kooperatives Kinder- und Jugendbüro, Integrations- arbeit etc. Jugendverbands- arbeit selbstbestimmte Jugendarbeit in Sport, Politik, Kirche, Kultur etc. Jugendsozialarbeit/ Jugendberufshilfe Jugendwerkstätten, Jugendberatung, Schulmüdenangebote Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz Sucht-/ Gewaltprävention, Gesundheits- förderung, Demokratie- förderung, Jugendmedien- schutz, Streetwork niedrigschwellig – partizipativ – lebenswelt- und sozialraumorientiert – inklusiv Zusammenhalt, Demokratie, Selbstwirksamkeit stärken Quelle: Pixabay.com Dezernat für Bildung, Jugend und Sport 9 Quellenverzeichnis Dezernat für Bildung, Jugend und Sport BMFSFJ (2024): Prävention von Kinderarmut auf kommunaler Ebene – eine nationale Aufgabe. Ausschusspapier des Begleitausschusses zum NAP. Berlin. Online verfügbar unter: https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/themen/familie/nationaler-aktionsplan-kinderchancen. (abgerufen am 17.02.2026). Berg, A., Holz, G. & Schöttle, M. (2011):Fachliche Maßstäbe zum Auf- und Ausbau von Präventionsketten in Kommunen. Strukturansatz zur Förderung des „Aufwachsens im Wohlergehen“ für alle Kinder und Jugendlichen. In: LVR-Landesjugendamt Rheinland (Hrsg.): Jugendhilfe & Schule inform, Heft 2, Köln, S. 3–12. Online verfügbar unter: https://www.lvr.de/media/wwwlvrde/jugend/service/publikationen/dokumente_97/inform_2_2011.pdf (abgerufen am 17.02.2026). Hock, B., Holz, G., Simmedinger, R. & Wüstendörfer, W. (2000):Gute Kindheit – Schlechte Kindheit? Armut und Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Abschlussbericht zur Studie im Auftrag des Bundesverbandes der Arbeiterwohlfahrt e.V. 2. unveränderte Auflage. Frankfurt a. M.: Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS). Online verfügbar unter: https://www.iss- ffm.de/fileadmin/assets/veroeffentlichungen/downloads/InternetGute_Kindheit_Schlechte_Kindheit.pdf (abgerufen am 17.02.2026). LVR-Landesjugendamt Rheinland & LWL-Landesjugendamt Westfalen (Hrsg.) (2020):Handlungsrahmen der kommunalen Koordination von Präventionsketten und Präventionsnetzwerken – Eine Arbeitshilfe für die Praxis. Köln. Online verfügbar unter: https://www.lvr.de/media/wwwlvrde/jugend/jugendmter/koordinationsstellekinderarmut/dokumente_80/LVR-LWL- Arbeitshilfe_Aufgaben_kommunaler_Koordination_Versand.pdf (abgerufen am 17.02.2026). 10
Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle IV/IV/2 Vorlagen-Nummer 13.04.2026 0840/2026 Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Schule und Weiterbildung 27.04.2026 Jugendhilfeausschuss 05.05.2026 Prävention von Kinderarmutsfolgen in Köln Mit der beigefügten Präsentation kommt die Verwaltung der am 27.01.2026 im Jugendhil- feausschuss formulierten Anfrage von Frau Dr. Pinger nach. Die Darstellung erfolgt auf Grundlage der dortigen Diskussionen zum Thema Inklusion und informiert über eine Auswahl aktueller Präventionsmaßnahmen zur Verringerung von Kinderarmutsfolgen in Köln. Vor dem Hintergrund eines weiten Inklusionsverständnisses ist Armut als struktureller Risiko- faktor zu verstehen, der gesellschaftliche Ausgrenzung im Aufwachsen junger Menschen be- günstigen kann. Kinderarmut bzw. die familiäre Armut wirkt sich dabei vielschichtig auf Ge- sundheitschancen, Bildungsbiografien, soziale Teilhabe sowie die Bewältigung zentraler Über- gänge im Lebensverlauf von Heranwachsenden aus. Auf dieser Basis verfolgt die Stadt Köln mit der Gesamtstrategie „Kölner Kinder stärken“ eine integrierte Präventionsstrategie, die die unterschiedlichen Lebensbereiche von der Schwangerschaft bis in das junge Erwachsenenal- ter in den Blick nimmt. Die Präventionskette dient dabei als strategisches Steuerungsmodell. Sie verdeutlicht, wie präventive Maßnahmen entlang der Alterskette aufeinander aufbauen, insbesondere an sen- siblen Übergängen (Geburt, Eintritt in die Kindertagesbetreuung, Schuleintritt, Schulwechsel sowie Übergang Schule-Beruf) ansetzen und systemübergreifend wirken. Ziel ist es, die nega- tiven Folgen familiärer Armut frühzeitig zu begrenzen und Teilhabechancen nachhaltig zu si- chern. Durch die strategische Bündelung und sozialindizierte Steuerung präventiver Maßnahmen – unter anderem mit Unterstützung des Landesprogramms „kinderstark – NRW schafft Chan- cen“ – stärkt die Stadt nachhaltige Strukturen für ein sicheres Aufwachsen in Köln und redu- ziert langfristig kostenintensive Hilfebedarfe. Gez. Voigtsberger
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0840/2026
- Typ
- Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
- Datum
- 13.04.2026
- Erstellt
- 23.03.2026 10:02