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V/0383/2012

Umbenennung des Castellewegs

Vorlagen 10.05.2012

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-Ost, Sitzung am 23.08.2012, TOP 3.3

Beschlussvorlage

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Ansehen

Anlage-5-Übersichtsplan

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Ansehen

Anlage-1-Bürgerumfrage-Ergebnisse

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Anlage-4-Antrag-SPD-0008-2012

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Ansehen

Anlage-3-Anregung-84-2011

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Ansehen

Anlage-2-Straßennamen-Vorschläge

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Ansehen

Beschlussvorlage

23432 Zeichen

V/0383/2012 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Vermessungs- und Katasteramt 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Umbenennung des Castellewegs 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
23.08.2012 Bezirksvertretung Münster-Ost Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Entsprechend der Empfehlung der Kommission Straßennamen wird der Castelleweg um-
benannt. 
2. Der bisherige Castelleweg erhält einen neuen Namen aus der Anlage 2. 
3. Die Anregung nach § 24 Gemeindeordnung Nr. 84/2011 vom 05.07.2011 ist damit erledigt 
(Anlage 3). 
4. Der Antrag der SPD-Fraktion der BV-Ost Nr. A-O/0008/2012 vom 19.04.2012 ist damit in 
Bezug auf den Castelleweg erledigt (Anlage 4). 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Es entstehen Kosten für neue Straßennamenschilder. Die Finanzierung ist aus laufenden Mi tteln 
des Tiefbauamtes aus dem Budget „1201-Straßenerhaltung“ sichergestellt.  
 
 
 
Begründung: 
 
Diese Beschlussvorlage zum Castelleweg steht im Zusammenhang mit de n stadtweiten Diskussi-
onen über NS-belastete Straßennamen. 
Ein Ausgangspunkt der Diskussionen war im Mai 2007 der Antrag der SPD-Fraktion der BV-West 
auf Umbenennung des Carl -Diem-Weges. Ebenfalls im Mai 2007 ha t die SPD-Fraktion in der BV -
Mitte um Prüfung der Vorwürfe gegen den Namensgeber des Jöttenweges gebeten sowie einen 
Bericht über die Straßennamen angefordert, deren Namensgeber in die Unrecht staten bzw. 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0383/2012 
Auskunft erteilt: 
Herr Zimmermann 
Ruf: 
492 62 42 
E-Mail: 
ZimmermannBernhard@stadt-muenster.de  
Datum: 
14.05.2012 
Öffentliche Beschlussvorlage

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V/0383/2012 
Kriegsverbrechen des Nationalsozialismus verstrickt waren. Diese Prüfung führte zu einem Auftrag 
an den Historiker Dr. Schmidt, der die Namensgeber der Straßen im Stad tbezirk Mitte a uf deren 
Verstrickung in die Unrechtst aten des NS -Regimes überprüfen sollte. In seinem Gutachten b e-
nannte Dr. Schmidt 29 Personen, die er in 4 Kategorien eingeteilt hatte: 
Kategorie 1: keine Nähe zum NS-Regime 
Kategorie 2: Haltung zum NS-Regime nicht eindeutig 
Kategorie 3: Aktive Stützen des NS-Regimes 
Kategorie 4: Beteiligung an Kriegsverbrechen oder Unrechtstaten 
Während in der  Kategorie 4 keine Namensgeber auf Münsters Straßenschildern vorha nden sind, 
sind es in der Kategorie 3 nach dem Gutachten Schmidt 7 Personen (Franz Ludwig, Ludwig Hum-
borg, Karl Wilh. Jötten, Hans Pfitzner, Alfred Stühmer, Karl Wagenfeld und Agnes Miegel),  davon 
liegt die Agnes-Miegel-Straße im Stadtbezirk Ost. Ein weiterer Prüfauftrag des Oberbürgermeisters 
an das Stadtarchiv zu den Straßennamen im übrigen Stadtgebiet ergab drei weitere Namensgeber 
in der Kategorie 3 aus dem Stadtbezirk Münster -Ost (Friedrich Castelle, Heinrich Lersch und He r-
mann Stehr). Darüber hinaus hatte der Ratsantrag der SPD -Fraktion vom Januar 2008 zur Umb e-
nennung des Hindenburgplatzes die Debatte um Straßennamen sehr stark in die Öffentlichkeit 
getragen.  
Nach der Kommunalwahl 2009 hat der erweiterte Ältestenrat des Rates beschlossen, eine Kom-
mission unter der Leitung des Oberbürgermeisters einzusetzen, der alle im Rat vertretenen Partei-
en und die Historiker Prof. Dr. Thamer und Prof. Dr. Kenkmann angehören sollten.  
Diese Kommission sollte über die zehn Personen der Kategorie 3 (dazu Diem und Hinde nburg) 
also über zwölf Namensgeber beraten. Im Vordergrund des Prüfauftrags stand nicht die Bewertung 
der gesamten Lebensleistung dieser Personen, sondern ob und inwieweit die N amensgeber das 
NS-Regime gestützt ha ben. Außer der Beratung über historische Fakten  sollte die Kommission 
den entscheidungsbefugten Gremien (Rat und Bezirksvertretungen) ihre Empfehlung mitteilen, ob 
die Ehrung durch den Straßennamen nach wie vor angemessen sei und ei ne Umbenennung statt-
finden solle oder nicht. 
Nach Abschluss der Kommissionsarbeit hat der erweiterte Ältestenrat die Ergebnisse und Empfeh-
lungen der Kommission am 07.07.2011 entgegengenommen und die Verwaltung beauftragt, diese 
Ergebnisse in einer breit angelegten Informations- und Kommunikationsphase zu veröffentlichen. 
Zusätzlich sollte die Verwaltung eine repräsentative Bürgerumfrage zur Frage der „Ehrung“, die mit 
der Benennung einer Straße nach einem Namensgeber verbunden ist, durchführen. Die se Bürge-
rumfrage sollte eine zusätzliche Informationsquelle für die Diskussion in den Gremien bilden, diese 
aber nicht binden. 
Die Informations- und Kommunikationsphase hatte zum Ziel, über die Ergebnisse der Ko mmission 
zu informieren. Insbesondere sollte die auf n euen Erkenntnissen der historischen Forschung b a-
sierende Einschätzung der Kommission zu den Namensgebern vermittelt werden, da diese E r-
kenntnisse vermutlich in weiten Teilen der Bürgerschaft nicht bekannt sind.  
Im Vordergrund der Information sollte daher nicht die gesamte Lebensleistung der Namen sgeber 
stehen, sondern sollten insbesondere die neuen historischen Fakten stehen, nach denen die N a-
mensgeber nach heutiger Bewertung nicht mehr als Vorbilder dienen können und eine Ehrung 
nicht verdient haben.

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Die Information der Öffentlichkeit erfolgte unter dem Motto „Ehre, wem Ehre gebührt?!“ 
- mit einer neuen Internetseite auf der Homepage der Stadt unter 
www.muenster.de/stadt/strassennamen, freigeschaltet seit 21.12.2011 
- mit der Ausstellung „Widerstände im Münsterland“ in der Bürgerhalle des Rathauses vom 
19.11. - 21.12.2011 
- mit der Ausstellung „Ehre, wem Ehre gebührt ?!“ in der Bürgerhalle des Rathauses vom 
26.01. - 16.03.2012 
- mit einer Eröffnungsveranstaltung zur Ausstellung „Ehre, wem Ehre gebührt?!“ am 
25.01.2012 im Rathaus-Festsaal 
- mit zwei Informationsveranstaltungen in den Stadtbezirken Ost und Mitte am 26.01.2012 
und 09.02.2012 
- mit einer Podiumsdiskussion „Ehre, wem Ehre gebührt?! - Geschichte und Verantwortung 
in einer demokratischen Gesellschaft“ mit prominenten Podiumsteilnehmern am 
29.02.2012 im Rathaus-Festsaal 
Ergebnisse der Bürgerumfrage 
Die repräsentative Bürgerumfrage wurde vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehr s-
planung in der Zeit vom 25.01. - 15.02.2012 durchgeführt. Es wurde unter anderem die Frage g e-
stellt: „Sind Sie generell dafür, Personen mit besonderer zeitgeschichtlicher Bedeutung durch B e-
nennung von Straßen, Wegen und Plätzen in Münster zu ehren?“ Knapp 70 Prozent der Antworten 
lauteten „Ja“.  
Auf die weitere Frage „Es gibt - neben dem Hindenburgplatz - noch weitere Anträge aus Bürge r-
schaft und Politik zur Umbenennung von Straßen und Wegen: Was würden Sie vorschlagen, wenn 
sich deren Namensgeber/innen nach neueren quellengestützten Forschungsergebnissen als Stü t-
zen des NS -Regimes erwiesen haben?“  sprachen sich knapp 40 Prozent der Befragten für eine 
Umbenennung aus.  
Die einzelnen Umfrageergebnisse sind in Anlage 1 beigefügt.  
Empfehlung der Kommission Straßennamen 
Die Kommission hat in ihrer abschließenden 4. Sitzung am 15. Juni 2011 zusammengefasst fo l-
gende Empfehlungen abgegeben: 
"Die Kommission empfiehlt – wegen der Parallele zu Karl Wagenfeld - einstimmig die Umbe-
nennung des Castelleweges." 
 
Nachrichtlich die Empfehlung der Kommission zu Karl Wagenfeld: 
"Die Kommission empfiehlt einstimmig (bei 1 Enthaltung) die Umbenennung der Wagenfeld-
straße. Maßgeblich für das Votum war, dass Wagenfeld sich aus voller Überzeugung, nicht aus 
opportunistischen Gründen, dem NS-Regime angedient hat. Auf seine Arbeit vor 1933 konnte 
die nationalsozialistische Ideologie aufbauen."

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V/0383/2012 
Die im Folgenden angeführte Begründung für die Umbenennung ist dem vom Stadtarchiv aufberei-
teten Internetangebot „Ehre wem Ehre gebührt!?“ entnommen. 
Castelleweg 
Die Straße wurde 1958 benannt nach Dr. Friedrich Castelle, *  30.04.1879 in Appelhülsen 
† 15.01.1954 in Rhe ine, Mundart-Dichter, Herausgeber literarischer Werke, Rezitator, Redakteur, 
Rundfunk-Sendeleiter und Intendant. 
Friedrich Castelle und der Nationalsozialismus 
Politische Mitgliedschaften 
1. Mai 1933: Eintritt in die NSDAP (Mitgliedsnummer 2468358) 
1933–1937:    Obmann der NS-Kulturgemeinde für den Kreis Steinfurt 
Weitere NS-Mitgliedschaften: Deutsche Arbeitsfront, Nationalsozialistische  Volkswohlfahrt, Natio-
nalsozialistische Kriegsopferversorgung und Reichsluftschutzbund, Reichsschrifttumskammer 
(Zwangsorganisation für Schriftsteller und Publizisten), Reichsrundfunkkammer 
NS-Publizist Castelle 
"Gesundungsprozess"  
Schon vor 1933 leistete  Castelle den Nationalsozialisten publizistische Unterstützung. Ab 1930 
bestimmte er als Herausgeber der Zeitschrift "Der Türmer. Monatsschrift für Gemüt und Geist" die 
publizistische Leitlinie des Blattes. In einer Bücherschau im "Türmer" von 1932 machte er vor a l-
lem Werbung für nationalsozialistische Autoren. Die Zunahme nationalsozialistischer Literatur sah 
er als "Gesundungsprozess".  
Mit größtem Lob versah er die Biografie Horst Wessels von Horst Ewers, die maßgeblich dazu 
beitrug, den SA-Mann zu glorifizieren: "Diese Anregung griff Ewers heraus und [erzählt] nun in der 
Gestalt des für die junge deutsche Freiheitsbewegung den Märtyrertod gestorbenen Horst Wessel 
das Schicksal unserer Tage und der deutschen Jugend." 
"Alles wird dem Dienst an Volk und Vaterland untergeordnet." 
Nach der NS-Machtübernahme 1933 warb Castelle im " Türmer" immer offensiver für die nationa l-
sozialistische Bewegung. In Heft 3 des Jahrgangs 1933 findet sich seine Zielsetzung für die z u-
künftige Gestaltung des Blattes: "Alles wird dem Dienst an Volk und Vaterland untergeordnet." Und 
"Der Kampf um die geistige Freiheit im Sinne des Führers ist immer unser erstes und letztes Ziel 
gewesen seit 35 Jahren, er wird unser letztes und erstes Ziel bleiben in der Zukunft." 
Die Bestimmung der Zei tschrift sei es, "bei diesem gewaltigen Aufbruch aus einer herrlichen 
Volkserneuerung heraus, die wertvollen und wesenhaften Errungenschaften des neuen Zeitalters 
zu sammeln und nutzbar zu machen für die Gesamtkultur des Volkes".  Zu der von ihm bezeichne-
ten neuen geistigen Freiheit trugen dann anscheinend auch anonyme Beiträge wie etwa "1600 
Jahre 'deutschen' Judentums" bei.

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"Ausrottung des "Untermenschentum" 
In der Stellungnahme "Deutsche Wandlung – Deutschlands Rettung" zur nationalsozialistischen 
Machtübernahme rief Castelle 1933 zur " Ausrottung" des "Untermenschentum, das in Kommuni s-
mus und Bolschewismus seine gefährlichsten Ausstrahlungen hat", auf. 
Die Gefahr, die vom " Untermenschtum" ausgeht, sah er vorläufig gebannt durch den ' Zugriff einer 
starken Polizeimacht': "Es gärt und glimmt allüberall unter den Trümmern einer von dem unerbittl i-
chen und unnachsichtlichen Zugriff  einer starken Polizeimacht in Deutschland vorläufig vernicht e-
ten Gewalt." Bei dieser Aussage hat es den Anschein, als wenn Castelle die erste nationalsozialis-
tische Verfolgungswelle von politischen Gegnern nach der Machtübernahme legitimieren wolle. 
Das erschien ihm jedoch nicht ausreichend: " Wenn nicht die ganze Nation sich erhebt gegen das 
Untermenschentum, wenn es sich nicht immer wi eder vergegenwärtigt, daß diese Gefahr für die 
Kultur der Menschheit mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden muß,[...] dann wird die Menschheit 
dieser vernichtenden Kraft niemals Herr werden." 
Castelles publizistische Tätigkeit für den Nationalsozialismus wurde wohlwollend betrachtet. Zu 
seinem 60. Geburtstag würdigte ihn der Münsterische Anzeiger am 30.04.1939. Mit seiner schon 
1919 verkündeten Zielsetzung, dem Volk die Heimat zu erschließen, Stammesbewusstsein wieder 
zu wecken und für die Erneuerung des Vaterlandes sorgen, habe "Castelle eine Idee verwirklichen 
helfen, die, [...] heute als Programmpunkt des nationalsozialistischen Kulturschaffens siegreich 
sich durchgesetzt hat." Weiter lobte der Artikel: "Castelle hat dann auch den 'Türmer' mit beachtl i-
chem Erfolge allen Widerständen der Zeit entgegen, mit unbeirrtem Gefühl für das völkisch Echte 
immer mehr ausgebaut." 
"Blutvolles Erlebnis" - Publizistische Aktivitäten Castelles in Westfalen 
Castelle setzte sich auch in seiner Heimat Westfalen publizistisc h und durch Herausgebertätigkeit 
für den Nationalsozialismus ein. Er unterstützte zusammen mit Karl Wagenfeld die westfälische 
Heimatbewegung und schrieb Beiträge für die Zeitschrift des Westfälischen Heimatbundes. In e i-
ner von Castelle herausgegebenen Festgabe zum 70. Geburtstag von Karl Wagenfeld (1939) lässt 
er erneut seine Nähe zum Nationalsozialismus deutlich werden. In seiner Kurzbiographie Wage n-
felds, den er als "Kämpfer fürs Volkstum"  bezeichnete, beschrieb er im nationalsozialistisch g e-
prägten Jargon die Volkstumsarbeit des Heimatbundes:  
"Vor allem galt es jetzt, zunächst einmal das in jüdischer Versklavung zerrüttete Bauerntum 
aufzurütteln und an seiner Ehre zu packen." (S. 13) Und weiter: "Das Jahr der Entscheidung 
brach an: 1933. Von Anbeginn an stellte sich der Stoßtrupp der Westfälischen Heimatbundes 
unter Karl Wagenfeld in die Kampfreihe der nationalsozialistischen Bewegung [...] begann mit 
dem Nationalsozialismus nun erst recht den Kampf für Volkstum und Heimat." (S. 14) Wagen-
felds Gedichte sind für ihn "blutvolles Erlebnis". (S. 18) 
Castelle bemühte sich intensiv um den Aufbau eines Kultes um den Dichter Hermann Löns. Als 
Herausgeber des Gesamtwerks von Löns kümmerte er sich um die durch Hitler  unterstützte Über-
führung der sterblichen Überres te des Dichters von Frankreich nach Deutschland. In einem groß 
inszenierten Bestattungsakt trat er in Partei-Uniform auf und hielt eine Totenrede auf Löns. Er stell-
te ihn als literarischen Wegbereiter des NS-Staates dar. Castelle schwärmte im Löns-Gedenkbuch 
von der Bestattung: "Die Kupferbüchse mit der Urkunde des Führers blinkte in der Sonne. Frie d-
rich Castelle legte sie nieder, dankte der Wehrmacht des neuen Reiches für die Ehrung."  
Das von Castelle zusammengestellte "Löns -Gedenkbuch" trug dazu bei, Her mann Löns für den 
NS-Staat zu vereinnahmen. Sein Vorwort im Löns -Gedenkbuch schloss er mit den Worten: "Denn 
diese deutsche Persönlichkeit hat in dem Niederbruch eines ganzen Volkes sich unter Kampf und

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Not alle jene Tugenden gerettet, aus denen sich der n eue deutsche Mensch im Dritten Reich g e-
staltet. Dr. Friedrich Castelle." 
Während er nach außen anscheinend zuverlässig dem Nationalsozialismus zugetan war und auch 
die Gunst hoher Nationalsozialisten genoss, scheint Castelle in internen Parteigremien auch durch 
problematisches Verhalten aufgefallen zu sein. In den Akten der Reichsschrifttumskammer finden 
sich Belege aus der Zeit nach 1939 für seine geringe Neigung, Parteibeitragsleistungen zu zahlen. 
Er hatte auch in den Folgejahren mehrfach Probleme mit de n NSDAP-Stellen in Berlin. Castelle 
wurde sogar in einem Schreiben als " Konjunkturritter" und damit als politisch wenig zuverlässig 
bezeichnet. Dieser Konflikt scheint jedoch nicht unbedingt Ausdruck politischer, sondern eher 
menschlicher Schwächen zu sein. 
Karriere beim Rundfunk 
Durch seine Unterstützung des Nationalsozialismus und die engen Beziehung zu hohen NSDAP -
Funktionären erreichte Castelle einige Karrieresprünge. Heinrich Glasmeier, dem nationalsoziali s-
tischen Intendanten des Kölner Rundfunksenders, verdankte er seinen beruflichen Einsatz bei der 
Sendestelle Münster. Glasmeier hatte nach seinem Dienstantritt sofort für die Entlassung politisch 
und "rassisch" unliebsamer Mitarbeiter gesorgt. Eine der frei werdenden Stellen besetzte er 1933 
mit Castelle. 
Die Nationalsozialisten Heinrich Glasmeier und Gauleiter Alfred Meyer ermöglichten Castelle eine 
weitere Position in der Sendeleitung in Köln. Bei der Antrittsfeier zeigte er sich wie schon früher 
demonstrativ in Partei -Uniform. In Beiträgen stellte er  seine enge Bindung zum Nationalsoziali s-
mus immer wieder unter Beweis. So berichtete er in der Zeitschrift "Rundfunk" 1938 von seinem 
anscheinend für ihn eindrucksvollen Besuch des Reichsparteitages in Nürnberg mit den Worten:  
"Hier ist jene geheimnisvolle  Gemeinschaft des Dritten Reiches [zu spüren], jene Gemeinschaft, 
die Bekenntnis wird zu den gewaltigen Errungenschaften des neuen Reiches." Auch in den Folge-
jahren bis zu seiner Abordnung nach Luxemburg bestätigte er seine Nähe zum Nationalsoziali s-
mus. 
Heranziehung einer einsatzbereiten, wehrhaften deutschen Jungmannschaft 
Noch 1933 ergab sich eine weitere Karrierechance im kulturpolitischen Bereich. Sein NS -
konformes Verhalten brachte ihm eine leitende Funktion im "Reichsfachamt für Volksbildungsw e-
sen" ei n. Castelle fasste seine Aufgaben Ende 1933 in den "Blättern für nationalsozialistische 
Volkstumsarbeit und Lebensgestaltung" zusammen:  
"Hand in Hand mit der Facharbeit muß die Aufklärungsarbeit gehen. Deshalb wird unter Befür-
wortung des Reichspropagandaministeriums die Gesellschaft für Volksbildung in die Arbeit des 
RVH eingesetzt. Die Gesellschaft für Volksbildung trug nämlich Volkskulturarbeit schon in 
früheren Jahren in weiteste Kreise der Arbeiter- und Bauernschaft hinein. Ihr obliegt ein wichti-
ger Teil der Werbearbeit, das Wollen der deutschen Volkstumsbewegung seiner Verwirklichung 
zuzuführen. Die Aufklärungsarbeit von Mund zu Mund, die Werbearbeit eigener Redner wird 
den Volkstums- und Heimatgedanken bis an die letzten Volksgenossen herantragen und sie für 
die Volkstumsarbeit und Heimatarbeit gewinnen." 
Es galt, in Veranstaltungen, Vorträge und Aufführungen das völkische Bewusstsein und die "seeli-
sche Wehrhaftmachung" zu fördern. Die Leitungsfunktion hatte Castelle bis zur Auflösung des Am-
tes 1935 inne.

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Friedrich Castelle nach 1945 
"Weil stark positiv für die NSDAP taetig – Rehabilitierung abgelehnt." 
Nach Kriegsende blieb Castelle bis Ende 1945 im englischen Internierungslager Recklinghausen -
Süd. Aufgrund seiner Mitgliedschaft bei der NSDAP und seine r Funktionen wurde seine Rehabil i-
tierung im Juni 1946 zunächst abgelehnt. Die Empfehlung des zuständigen Entnazifizerungs -
Sachverständigen lautete: "Weil stark positiv für die NSDAP taetig – Rehabilitierung abgelehnt."  
Castelle legte im Januar 1947 Berufu ng ein. Er spielte seine Rolle im Dritten Reich herunter und 
gab an, nur Opfer der Verhältnisse gewesen zu sein. Seinen Widerspruch begründete er damit, 
dass er nur in die NSDAP eingetreten sei, " weil ich in dem angekündigten, aber später leider nicht 
eingehaltenen kulturellen und sozialen Programm der NSDAP Vorteile für die Entwicklung eines 
gesunden deutschen Volkstums gesehen habe."  Außerdem habe er größeres Unheil vermeiden 
wollen. 
Er habe bestimmte Ämter nur übernommen, "weil keine andere, in kulturell en Dingen erfahrene 
Persönlichkeit zu finden war" und weil ihn Heimatvereine darum gebeten hätten. Es könne ihm von 
1933 bis 1937 "keinerlei aktive Tätigkeit im politischen Sinne nachgewiesen werden."  Für die Zeit 
von 1937 bis 1942 sei er stets nur künstlerischer Programmdirektor gewesen und habe "stets neut-
ral und objektiv, also völlig unparteiisch gearbeitet." Deshalb sei er auch von der Gestapo und den 
Gaufunkwarten "argwöhnisch beobachtet, der Reichsleitung des deutschen Rundfunks immer wie-
der als der ‚ katholische Dichter’ verdächtigt, 1942 endlich als 'Reaktionär' angeprangert"  und 
schließlich seines Amtes enthoben worden, weil er "politisch unzuverlässig" gewesen sei. Auch 
wenn man ihn für unzuverlässig hielt, habe man sein Gehalt bis 1945 weitergezahl t, weil er seinen 
Aufgabenbereich einwandfrei geführt habe. 
Zahlreiche Weggefährten attestierten Castelle im Entnazifizierungsverfahren, kein Nationalsozialist 
gewesen zu sein. Augustin Wibbelt bezeichnete ihn als "harmlose Singvogelnatur". Der politisch 
ebenfalls belastete Geschäftsführer des Westfälischen Heimatbundes, Dr. Wilhelm Schulte, best ä-
tigte 1947, dass Castelle bei seinen Tätigkeiten keine politischen Absichten verfolgt habe. 
Friedrich Castelle wurde schließlich am 5. Mai 1947 von den zuständigen  Stellen vollständig reha-
bilitiert. An seinem Begräbnis im Jahr 1954 erwiesen ihm hochrangige Vertreter des öffentlichen 
Lebens die letzte Ehre. 
Zur Person Friedrich Castelle 
Lebenslauf 
 
ab 1898:  Germanistik-Studium 
1902:  Promotion in Münster 
1899–1904:  Schriftleiter in verschiedenen Städten, Vortragskünstler, Schriftsteller 
1904–1921:  Feuilleton-Schriftleiter beim Münsterischen Anzeiger 
1912–1915:  Herausgeber der Zeitschrift "Deutschland" 
1914–1919:  Leitung der Presseabteilung Generalkommando des VII. Armeekorps  
1916:  Mitbegründer des Westfälischen Heimatbundes, Tätigkeit als Schriftführer

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Ab 1919:  Begründung und Herausgabe der Zeitschrift "Heimatblätter der Roten Er-
de" (mit Karl Wagenfeld)  
1919–1921:  Dozent Pressewesen in Münster, danach in Düsseldorf 
1919:  Roman "Dreizehnmännergasse" 
1921:  Übernahme der Schrifttumsleitung der Volksschriftzeitung "Der Bergstadt" 
in Breslau, die später mit der Zeitschrift "Der Türmer" zusammen gelegt 
wurde 
1922:  Roman "Heilige Erde" 
1930–1937:  Herausgabe der Zeitschrift "Der Türmer" (Völkisch-Konservatives Periodi-
kum aus Berlin) 
1933–1937:  Kreiskulturwart des Kreises Burgsteinfurt 
1926–1930:  Leitung der Sendestelle Düsseldorf des Westdeutschen Rundfunks. Seine 
Einstellung erfolgte gegen den Widerspruch des Intendanten Ernst Hardt, 
da sich das Sendeprofil nicht mit einem völkischen Heimatschriftsteller mit 
rechtsextremen Kontakten vereinbaren ließe. 
1930:  Rückkehr in Münster 
Ab 1933:  Leitende Funktion im Reichsfachamt für Volksbildungswesen im Amt für 
Volkstum und Heimat 
1937–1940:  Sendeleiter des Reichssender Köln, später stellvertretender Intendant 
1940–1942:  Leiter einer Presse- und Nachrichtenabteilung sowie Leiter des Senders 
Luxemburg 
1945:  Verhaftung und Internierung im englischen Lager Recklinghausen-Süd 
 Nach der Haftentlassung lebte er in Burgsteinfurt, übernahm Rezitations- 
und Vortragstätigkeiten und verfasste plattdeutsche Hörspiele. 
 
Ehrungen 
1925:  Literaturpreis des Deutschen Bundes für Nationales Schrifttum für den 
westfälischen Bauernroman „Heilige Erde“ 
29.07.1958: Straßenbenennung in Münster-Ost 
1987/1988:  Wiederherrichtung seines Grabes auf dem Mauritzfriedhof 
Weitergehende Informationen 
Weitere Dokumente, Quellen - und Publikationsangaben finden sich auf der Internetse ite  
www.muenster.de/stadt/strassennamen/ 
Die Anregung Nr. 84/2011 
Mit der Anregung Nr. 84/2011 vom 05.07.2011 sprechen sich Anlieger des Castellewegs g egen 
eine Umbenennung aus. Der Anregung liegt eine Unterschriftenliste (4 Seiten) bei.

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Der Antrag der SPD-Fraktion Nr. A-O/0008/2012 
Mit dem Antrag spricht sich die SPD -Fraktion in der BV Münster -Ost unter Verweis auf die Em p-
fehlung der Kommission Straßennamen für die Umbenennung des Castellewegs und weiterer 
Straßen im Bezirk Münster-Ost aus.  
Fazit 
Aufgrund der einstimmigen Empfehlung der Kommission schlägt die Verwaltung die Umbenennung 
des Castellewegs vor. Von der Umbenennung sind 43 gemeldete Einwohnerinnen und Einwohner 
unter 14 Hausnummern betroffen.  
Neuer Straßenname 
In Anlage 2 schlägt die Verwaltung Straßennamen vor, die für die Verwendung im Stadtbezirk 
Münster-Ost geprüft sind. 
 
 
 
 
In Vertretung 
 
 
Schultheiß 
Stadtdirektor 
 
 
Anlagen: 
1  Ergebnis der Bürgerumfrage 
2  Vorschläge für neue Straßennamen 
3  Anregung § 24 GO Nr. 84/2011 
4  Antrag SPD Nr. A-O/0008/2012 
5  Übersichtsplan

Anlage-5-Übersichtsplan

35 Zeichen

Castell
we
e
g
Anlage 5
V/0383/2012

Anlage-1-Bürgerumfrage-Ergebnisse

4166 Zeichen

Anlage 1    
Anlage 1, Seite 1 
 
Bürgerumfrage 2012 „Ehrung von Personen durch 
Straßenbenennungen“ - Zusammenfassung der Ergebnisse  
 
 
1. Auftragslage und Zielstellung 
- Beschluss des erweiterten Ältestenrates der Stadt  Münster vom 07.07.2011 
- Grundlage: Ergebnisse der Kommission „Straßenname n“ 
- Gewinnung zusätzlicher Informationen mittels eine r repräsentativen Bürgerumfrage 
parallel zur Informations- und Kommunikationsphase (v. a. Ausstellung „Ehre, wem 
Ehre gebührt?!“ vom 26.01. – 16.03.2012) 
- Leitfrage: „Wie soll sich Münster zu Persönlichke iten stellen, die sie durch 
Straßennamen für ihr Lebenswerk in besonderer Weise geehrt hat, wenn sich diese 
Ehrung aufgrund neuer Forschungsergebnisse als fragwürdig erweist?“ 
 
 
2. Methodik 
- Befragungszeitraum: 25.01. – 15.02.2012 
- Zufallsstichprobe: 5.126 Bürgerinnen und Bürger ( über 18 Jahre, Hauptwohnsitz) 
- Rücklauf: 1.937 Fragebögen (37,8 % Rücklaufquote)  
- Ergebnisse lassen sich grundsätzlich auf Münstera ner Bevölkerung übertragen 
 
 
3. „Sind Sie generell dafür, Personen mit besonderer zeitgeschichtlicher 
Bedeutung durch Benennung von Straßen, Wegen und Plätzen in Münster zu 
ehren?“ (Frage 1) 
- Ja, auf jeden Fall: 69,7 % 
- Ja, aber nur für Personen mit Bezug zu Münster: 1 7,5 % 
- Nein: 6,5 % 
- Ist mir egal: 4,4 % 
- Weiß nicht/kann ich nicht beurteilen: 0,8 % 
- Ohne Angabe: 1,1 % 
 
 
4. „Nach neueren quellengestützten Forschungsergebnissen ist der damalige 
Reichspräsident Paul von Hindenburg als Stütze des NS-Regimes anzusehen. 
Besteht heute noch ein Anlass, Hindenburg durch die Namensgebung für den 
größten Platz Münsters zu ehren?“ (Frage 2) 
- Ja: 35,0 % 
- Nein: 48,3 % 
- Ist mir egal: 7,3 % 
- Weiß nicht/kann ich nicht beurteilen: 6,6 % 
- Ohne Angabe: 2,8 %

Anlage 1, Seite  2 
2 
5. „Es gibt - neben dem Hindenburgplatz - noch weitere Anträge aus Bürgerschaft 
und Politik zur Umbenennung von Straßen und Wegen: Was würden Sie 
vorschlagen, wenn sich deren Namensgeber/innen nach neueren 
quellengestützten Forschungsergebnissen als Stützen des NS-Regimes erwiesen 
haben?“ (Frage 3) 
- Die Namen der Straßen/Wege sollen so bleiben wie sie sind: 27,6 % 
- Die Namen der Straßen/Wege sollen so bleiben wie sie sind; es soll aber jeweils ein 
Zusatzschild mit Erläuterungen zu den Namensgebern angebracht werden: 30,2 % 
- Die Namen der Straßen/Wege sollen geändert werden ; auf den künftigen 
Straßenschildern soll aber auf die ehemaligen Namen hingewiesen werden: 16,2 % 
- Die Namen der Straßen/Wege sollen geändert werden : 22,6 % 
- Ist mir egal: 0,6 % 
- Weiß nicht/kann ich nicht beurteilen: 1,3 % 
- Ohne Angabe: 1,5 % 
 
 
6. „Fühlen Sie sich zum Thema 'Ehrung von Personen durch 
Straßenbenennungen' ausreichend informiert?“ (Frage 4) 
- Ja: 56,4 % 
- Ja, zum Teil: 30,3 % 
- Nein: 11,4 % 
- Ohne Angabe: 1,9 % 
 
 
7. Fehlt Ihnen etwas an Informationen zu diesem Thema? (Frage 5) 
- Offene Frage: 512 Nennungen von 422 Befragten, d.  h. 21,8 % der 
Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer haben sich mittels Freitext geäußert 
- Nur ein geringer Teil der Nennungen bezieht sich auf „weitergehenden 
Informationen“: 4,3 % „weitere Informationen fehlen“; 3,1 % „mehr Informationen in 
Medien“ 
- Häufiger wird die Frage der „Kosten“ kritisch angesprochen: 7,6 % „Kosten 
insgesamt“, 7,0 % „Kosten der Umbenennung“  
- Auch machen die Anmerkungen deutlich, dass nicht alle Befragten die neueren 
Forschungen teilen, dass Hindenburg und weitere Namensgeberinnen/-geber als 
Stützen des NS-Regimes anzusehen sind: 8,2 % „Suggestive Fragestellung“,  
5,5 % „Begründung zweifelhaft“ (Hindenburg) bzw. 5,1 % (weitere Namensgeber) 
- Bezogen auf alle Umfrageteilnehmer/innen liegen d iese Antwortanteile bei 2,2 % 
(„Suggestive Fragestellung“), 1,4 % („Begründung Hindenburg zweifelhaft“) und 1,3 
% („Begründung weitere Namensgeber zweifelhaft“) 
- Ebenso werden auch „neue Namensvorschläge“ für de n Hindenburgplatz genannt 
(5,5 % aller Nennungen bzw. 1,4 % bezogen auf alle Umfrageteilnehmerinnen und -
teilnehmer), wobei hier der „Schlossplatz“ (3,7 %) überwiegt; vereinzelt werden 
weitere Namen genannt (z. B. Neuplatz, Friedensplatz)

Anlage-4-Antrag-SPD-0008-2012

423 Zeichen

A-0/0008/2012

in der BV Münster Ost 19. April 2012 Anlage 4

Antrag an die BV

Betr.: Straßenumbenennungen

Die BV möge beschließen:

Der Stehrweg, der Castelleweg und die Agnes-Miegel-Straße werden umbenannt.

Begründung
Es wird auf die Empfehlungen der Kommission „Straßennamen“ sowie auf die
Ausstellung „Ehre, wem Ehre gebührt?!“ verwiesen.

Weiterer mündlicher Vortrag erfolgt nach Aufruf der Sache.

Für die Fraktion

Anlage-3-Anregung-84-2011

1491 Zeichen

Anregung Nr. 84/2011

OB Zu run Kurt

48155 Münster

Rückfragen an
Oberbürgermeister der Stadt Münsi£r
Herrn Markus Lewe
Stadthaus !

48127 Münster

Münster, 5. Juli 2011

Sehr geehrter Herr Lewe,

wie wir den Westfälischen Nachrichten vom 18.06. und 23 06.2011 entnehmen mussten,
soll der Castelleweg in 48155 Münster-St.Mauritz umbenannt werden

Wir, die wahlberechtigten Eigentümer und Anwohner des Castellewegs, sind mit einer
Umbenennung nicht einverstanden.

Bisher haben 93,6 % der Anwohner für die Beibehaltung des Straßennamens votiert

(s. beiliegende Unterschriftenliste in Kopie) Drei Personen unterstützen unser Anliegen
nicht.

Wir gehen davon aus, dass das mehrheitliche Votum der Eigentümer und Anwohner bei
der anstehenden Entscheidung berücksichtigt wird

Mit freundlichen Grüßen £

Anlage: Unterschriftenliste Castelleweg (vier Seiten)

cc: - Oberbürgermeister Herr M. Lewe
- Bezirksbürgermeisterin Frau M. Klimek
- Bezirksleiterin Frau Groh
- Ratsherr Herr W. von Göwels

Betreff: Umbenennung des Straßennamens — Castelleweg — 48155 Münster

Wir, die Anlieger und Unterzeichnenden, bekunden hiermit, dass der Straßenname — Castelleweg — in Münster
beibehalten werden soll. Mit einer Umbenennung sind wir nicht einverstanden.

Anlage Nr.

Vorname

Nr.

| Castelleweg , Münster [Datum
48155

Unterschrift

3

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Unterschriften der volljährigen Anwohner des Castelleweos Münster

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Anlage-2-Straßennamen-Vorschläge

4877 Zeichen

Anlage 2 
Vorschläge für neue Straßennamen im Stadtbezirk Münster-Ost 
Seite 1 
Nelly-Sachs-Straße 
Nelly Sachs (1891-1970) jüdisch-deutsche Schriftstellerin, Sie floh 1939 nach Schweden. 1966 
erhielt sie den Nobelpreis für Literatur 
Anna-Krückmann-Weg 
Anna Krückmann, * 01.02.1868, † 10.02.1955; Ratsfrau von 1924 bis 1930, Begründerin des 
Münsterschen Hausfrauenvereins 1915. 
 
Mathilde-Grönhoff-Straße 
Mathilde Grönhoff *1863 †1954, ehrenamtlich engagiert in der Krankenpflege und Fürsorge. 
Sie gehörte ab 1919 zu den ersten Frauen in der Stadtverordnetenversammlung. 1919-1929 
Fürsorgerin am städtischen Gesundheitsamt und 1919-1924 Mitglied im Wohnungsausschuss. 
Vorschlag der AMF, Arbeitsgemeinschaft Münsterscher Frauenorganisationen, 1989 
Henriette-Hertz-Weg 
Henriette Hertz *1913 † 2001 jüdische Münsteranerin vom NS-Regime verfolgt und beraubt. 
Sie überlebte die NS-Zeit untergetaucht im Rheinland. Nach der Rückkehr in ihre Heimatstadt 
stellte sie – wie viele andere Überlebende – einen Antrag auf Rückerstattung für den in der 
NS-Zeit geraubten Besitz ihrer Familie. Nur ein Bruchteil wurde erstattet. 
Vorschlag von C. Spieker, Leiter des Geschichtsorts Villa ten Hompel 
Goldenbergstraße 
Die Familie Else Goldenberg (1903-1979), Siegfried Goldenberg (1900-1980) und Tochter 
Mirjam, *1937, wurden 1941 ins KZ Riga deportiert. Die Tochter Mirjam wurde 1942 von dort 
nach Auschwitz verschleppt und ermordet. Else und Siegfried Goldenberg sind nach Jahren 
der KZ-Haft und Zwangsarbeit 1945 befreit worden und 1947 nach Münster zurückgekehrt. 
Jahrelang 
stellten sie in ihrer Wohnung einen Raum für den Gottesdienst zur Verfügung. 
Siegfried Goldenberg war von 1946 bis 1976 Gemeinde-Vorsitzender. Else und Siegfried 
Goldenberg wurde für ihre Verdienste um den Wiederaufbau der münsterischen jüdischen 
Gemeinde die Paulus-Plakette der Stadt Münster verliehen.  
Vorschlag von C. Spieker, Leiter des Geschichtsorts Villa ten Hompel 
Franz-Ballhorn-Weg 
Franz-Josef Ballhorn (1908–1979); Studium der Sprach- und Gesellschaftswissenschaften in 
Münster; Leiter des katholischen Sportverbands „Deutsche Jugendkraft“; illegale Aktivitäten 
gegen den Nationalsozialismus; 1934 Flucht in die Niederlande; Arbeit als Redakteur bei 
katholischen Widerstandszeitungen; 1940 Verhaftung; 1940-1945 Haft in Berlin und im KZ 
Sachsenhausen; nach der Befreiung Mitglied in kommunalen Ausschüssen für 
Entnazifizierung und Wiedergutmachung; Mitglied der VVN, später Vorstandsmitglied des 
BVN;  ab 1947 Amtsdirektor in Nottuln; 1964–1974 Bundesvorsitzender der „Deutschen 
Jugendkraft“; 
Vorschlag von C. Spieker, Leiter des Geschichtsorts Villa ten Hompel, 2010

Seite 2 
Josef-Henneböhl-Straße 
Josef Henneböhl *26.02.1909 †1990, hat als „grüner Polizist“ in Amsterdam viele Menschen 
vor der Deportation in deutsche KZs gerettet. 
Vorschlag von C. Spieker, Leiter des Geschichtsorts Villa ten Hompel, 2010 
Determeyerweg 
Carl Determeyer, *30.06.1897 Karlshafen, †02.05.1976 Münster, Maler. Determeyer kam 1900 
mit seiner Familie nach Münster. In seiner Jugendzeit studierte er Architektur und 
Kunstgeschichte in Münster, Düsseldorf und München. Zum Lebenswerk des Malers wurde 
eine stets in Aquarelltechnik ausgeführte kunsthistorische Bestandsaufnahme alter Bauwerke 
Münsters und des Münsterlandes. Viele der von ihm dargestellten Gebäude existieren nicht 
mehr. Determeyers Bilder wurden häufig in Kunstzeitschriften publiziert. Werke von ihm 
befinden sich in 165 Museen des In- und Auslandes. 
 
Dobelmannweg 
Werner Dobelmann *1913 †1985, Finanzbeamter in Münster. Er erforschte in seiner Freizeit 
die Geschichte der Ortschaften, Bauerschaften und Höfe in Münster-Ost. Er veröffentlichte 
1971 Kirchspiel und Stift St. Mauritz, Werse und Berg Fidel, 1974 Amelsbüren, Angelmodde, 
Handorf und Hiltrup, 1976 Albersloh. Dobelmann wohnte Niedersachenring 45. 
Vorschlag vom „Schützenverein Werse von 1821“  1995 
Heinrich-Böll-Weg 
Heinrich Böll (1917-1985) Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der 
Nachkriegszeit, als moralische Autorität. 1972 Nobelpreis für Literatur. 
 
Nikolaus-Groß-Weg 
Nikolaus Groß *30.09.1898 †23.01.1945, deutscher Gewerkschafter der KAB, 
Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und NS-Opfer. Groß wurde am 
07.10.2001 durch Papst Joh.Paul II. seliggesprochen.  
Vorschlag von der KAB St.-Ida-Gremmendorf, 2007 
Michael-Keller-Straße   
Michael Keller *1896 †1961, katholischer Theologe, 1947 bis 1961.  Bischof von Münster, 
Förderer der katholischen Soziallehre und der Laienbewegung. 
Vorschlag aus der Anregung nach § 24 GO Nr. 130/2011 
Monastirstraße 
Monastir ist Partnerstadt der Stadt Münster seit März 1968 
mehrfach vorgeschlagen: z.B. vom Dezernent I von 1981, letzter Antrag A-R/0006/2007 vom 
13.02.2007 der Fraktionsgemeinschaft UWG/ödp, Beschluss Hauptausschuss V/0182/2007.

Beratungsverlauf (1)

23.08.2012 Bezirksvertretung Münster-Ost
TOP 3.3 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich abgelehnt

Zur Sitzung

Orte (9)

  • Agnes-Miegel-Straße
  • Goldenbergstraße
  • Schlossplatz
  • Castelleweg
  • Anna-Krückmann-Weg
  • Henriette-Hertz-Weg
  • Nikolaus-Groß-Weg
  • Stehrweg
  • Werse

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0383/2012
Typ
Vorlagen
Datum
10.05.2012
Erstellt
06.10.2020 14:37