3862/2022
Beantwortung der Nachfrage zu TOP 9.4 Gewaltschutzkonzept aus der Sitzung vom 22.09.2022
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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
3907 Zeichen
Dezernat, Dienststelle V/56 Vorlagen-Nummer 07.12.2022 3862/2022 Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 19.01.2023 Beantwortung der Nachfrage zu TOP 9.4 Gewaltschutzkonzept aus der Sitzung vom 22.09.2022 In der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Seniorinnen und Senioren vom 22.09.2022 stellt Frau SE Remli eine mündliche Nachfrage zu TOP 9.4 (Vorlage Nr. 2984/2022): Sie fragt, ob das Gewaltschutzkonzept generell garantiert sei. Frau Remli erläutert, dass im Quartalsbe- richt der Ombudsstelle aktuell wieder die Rede von Gewalt und sexualisierter Gewalt sei. Das Konzept weise gute Programme und Interventionen auf. Sie fragt, wie die Ressourcen aussehen, die Nachsorge der Betroffenen dazu sei und wie man agieren könne. Antwort der Verwaltung Mit Ratsbeschluss vom 10.09.2020 (Vorlage Nr. 0990/2020) wurde das Konzept für „Gewaltschutz in Unterbringungseinrichtungen für Geflüchtete der Stadt Köln“ verabschiedet und die Verwaltung mit der Umsetzung beauftragt. Das Gewaltschutzkonzept gehört zum Leitbild der Stadt Köln, angelehnt an das Landesgewaltschutzkonzept des Landes NRW. Das Kölner Gewaltschutzkonzept zielt mit seinem ganzheitlich präventiven Ansatz in Bezug auf Gewalt- prävention und Konfliktbearbeitung darauf ab, Gewalt in den Unterkünften zu minimieren und soweit wie möglich zu unterbinden. Dieses Schutzkonzept für die Akteur*innen vor Ort definiert Qualitätsstandards, die die Basis für die Entwicklung weiterer Handlungsmodule und Leitfäden darstellen. Es ist die verbindliche Grundlage für die Mitarbeitenden vor Ort und wird gemeinsam mit ihnen und der städtischen Koordinatorin für Gewalt- schutz fortlaufend weiterentwickelt. Sie bildet die Schnittstelle zwischen den verantwortlichen Mitarbei- tenden des Sozialen Dienstes im Amt für Wohnungswesen, den beauftragten Trägern sowie den Sicher- heitsunternehmen. Auch die Kooperation und der Austausch mit der beim Flüchtlingsrat angesiedelten, genderparitätisch besetzten Ombudsstelle werden gepflegt. Die Koordinatorin für den Gewaltschutz in den Unterbringungseinrichtungen für Geflüchtete hat eine Vollzeitstelle inne und ist Ansprechpartnerin für die Einrichtungsleitungen vor Ort. Die Umsetzung aller den Gewaltschutz betreffenden Maßnahmen durch die Mitarbeitenden des Sozialen Dienstes und der sozialen Träger in den Einrichtungen wird mit ihr abgestimmt. Die Beratung in Krisen- und Konfliktfällen sowie in persönlich stark belastenden Situationen wird als fachliches Reflexionsangebot gesehen und als Unterstützung erlebt. Die Gewaltschutzkoordinatorin wird hier als neutrale Person mit Blick von außen gesehen. Gleichzeitig ist das Gespräch eine erste Anteil- nahme nach verbalen Angriffen und dient dem Mitempfinden, dem wertschätzenden Umgang und der Psychohygiene als Teil der erforderlichen Mitarbeitendenfürsorge. Auch die konfliktbeteiligten Bewoh- ner*innen schätzen den respektvollen Umgang mit einer nicht-konfliktbeteiligten Person bei Klärung ei- nes Konfliktes oder Besprechung einer Bedrohungslage, so dass eine angestrebte Veränderung erreicht werden kann. Grundsätzlich findet eine ständige Überprüfung von Intervention und Wirkung statt. Dazu gehören Nach- fragen und Nachsorge in einer beratenden Funktion. Ist für die Betroffenen eine Nachsorge erforderlich, erfolgt diese in der Regel über entsprechende Fachberatungsstellen (z.B. im Amt für Kinder, Jugend und 2 Familie, in Frauenberatungsstellen, etc.). Der Bedarf und die Planung von Projekten werden mit den Leitungen der trägergeführten Unterbrin- gungseinrichtungen und den städtischen Mitarbeitenden besprochen und sind ein wichtiger Bestandteil der Gewaltschutzprävention. Einige Projekte befinden sich bereits in der Umsetzung, andere sind in der Planung. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3862/2022
- Typ
- Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
- Datum
- 18.01.2023
- Erstellt
- 15.11.2022 11:11