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V/0733/2018

"Familiensprechstunde", Zwischenbericht des vom Land geförderten Präventionsprojektes für Kinder und Jugendliche mit psychisch erkrankten oder suchterkrankten Eltern

Vorlagen 31.08.2018

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Nächste Beratung: Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien, Sitzung am 28.11.2018, TOP 9

Anlage A

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Berichtsvorlage

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familiensprechstunde _zwischenbericht

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Anlage A

2601 Zeichen

Anlage A zur V/0733/2018 
Kurzüberblick 
Die Familiensprechstunde für Kinder psychisch erkrankter und suchterkrankter Eltern ist ein Prä-
ventionsprojekt in psychiatrischen Kliniken, das im Rahmen der Landesinitiative NRW „Starke 
Seelen“ vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS) im Zeitraum zwi-
schen dem 15.09.2016 und dem 31.03.2019 finanziell gefördert wird.  Durchgeführt wird das Pro-
jekt vom Gesundheits- und Veterinäramt der Stadt Münster als Pilotprojekt in der LWL-Klinik 
Münster. Die finanzielle Förderung durch das Land NRW beträgt 55.000 Euro, der kommunale 
Eigenanteil beläuft sich auf 15.000 Euro. 
Der vorgelegte Zwischenbericht für das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW 
gibt Einblick in die Projektarbeit bis zum 30.04.2018. Der umfassendere und differenziertere Ab-
schlussbericht wird Mitte 2019 vorliegen. 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
Das Projekt hat das Ziel, Kinder und Jugendliche als Angehörige frühzeitig zu erreichen, 
nachhaltig zu fördern und ihre Gesundheit zu stärken. Die Familiensprechstunde in der LWL-
Klinik spricht insbesondere die Familien an, die die Angebots- und Hilfestrukturen im Stadtteil 
nicht ausreichend, nicht vernetzt oder nicht zielführend nutzen können. Durch die Einbindung der 
Familiensprechstunde in die kommunalen Präventions- und Hilfeketten in Münster werden die 
Schnittstellen zu anderen Hilfesystemen verbessert und die Netzwerkstrukturen ausgebaut.  
 
Die Auswertung der Projektarbeit bis zum 30.04.2018 hat gezeigt, dass sich die Familiensprech-
stunde als wichtiges Präventionsangebot für Kinder und Jugendliche psychisch erkrankter und 
suchterkrankter Eltern in Münster etabliert hat.  
 
Finanzierung 
Produktgruppe: 0701 Gesundheitsdienst 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan  Ja  Nein X Stellen-
plan 
2019 
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja X Nein

Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan 2018 enthalten? X Ja  Nein  teilw. 
Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan 2019 enthalten?  Ja  Nein X teilw. 
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren?  Ja  Nein X Stellen-
plan-
abhän-
gig 
Bereits veranschlagt?  Ja  Nein   
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
 überwiegend 
pflichtig 
X überwiegend 
freiwillig 
 vollständig frei-
willig 
ÖGDG, Präventionsgesetz, teilweise vor- und nachsorgende Hilfen nach PsychKG 
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
Die Vorlage nimmt Bezug auf das Thema: Inklusion bei psychisch besonders belasteten Perso-
nengruppen.

Berichtsvorlage

3030 Zeichen

V/0733/2018 
V/0733/2018 
 
 
Öffentliche Berichtsvorlage 
Betrifft 
 
"Familiensprechstunde", Zwischenbericht des vom Land geförderten Präventionsprojektes für 
Kinder und Jugendliche mit psychisch erkrankten oder suchterkrankten Eltern 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   30.10.2018 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit B e-
hinderungen 
Bericht 
   31.10.2018 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbrauche r-
schutz und Arbeitsförderung 
Bericht 
   28.11.2018 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht 
 
 
Bericht: 
Mit dem ausführlichen Gesundheitsbericht „Kinder psychisch kranker Eltern“ (V/0079/2015) informier-
te das Gesundheits- und Veterinäramt 2015 die politischen Gremien über die gesundheitsförderlichen 
und präventiven Hilfen für betroffene Familien in Münster. 
Im letzten Teil des Berichtes wurde das Präventionsprojekt „Familiensprechstunde in psychiatrischen 
Kliniken“ dargestellt. Für das Pilotprojekt in der LWL-Klinik Münster stellte das Gesundheits- und Ve-
terinäramt im April 2015 einen Projektantrag beim damaligen Ministerium für Gesundheit, Emanzipa-
tion, Pflege und Alter des Landes NRW (MGEPA) im Rahmen der Landesinitiative NRW „Starke See-
len“.  
 
Die finanzielle Projektförderung wurde vom MGEPA im Juni 2016 für den Zeitraum vom 15.09.2016 
bis 31.03.2019 bewilligt.  
 
Das Projekt hat das Ziel, Kinder und Jugendliche als Angehörige frühzeitig zu erreichen, nachhaltig 
zu fördern und ihre Gesundheit zu stärken. Die Familiensprechstunde in der LWL-Klinik spricht 
insbesondere die Familien an, die die Angebots- und Hilfestrukturen im Stadtteil nicht ausreichend, 
nicht vernetzt oder nicht zielführend nutzen können. Hier soll die Beratung in der Klinik einen 
wirksamen Erstkontakt schaffen, Vertrauen herstellen sowie die Vermittlung von Förderangeboten 
und Hilfen erleichtern. Durch die Einbindung der Familiensprechstunde in die kommunalen 
Präventions- und Hilfeketten in Münster werden die Schnittstellen zu anderen Hilfesystemen 
verbessert und die Netzwerkstrukturen ausgebaut.  
 
In dem vorgelegten Zwischenbericht  für das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW  
wird erläutert, dass sich die Familiensprechstunde als wichtiges Präventionsangebot für Kinder und 
Jugendliche psychisch erkrankter und suchterkrankter Eltern etabliert hat. Es konnten zwar weniger 
Familien beraten werden als dies zu Projektbeginn vorgesehen war. Die sehr positiven Rückmeldun-
Gesundheits- und 
Veterinäramt 
 
21.09.2018 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in: 
Frau Dr. Siemer-Eikelmann 
Telefon: 492-5350 
Siemer-Eikelmann@stadt-
muenster.de

- 2 - 
V/0733/2018 
gen der mitwirkenden Familien und der Netzwerkpartner zeigen aber, dass die Zielgruppe erreicht 
wird und von den Beratungen und Informationen profitiert.  
 
 
 
 
In Vertretung 
 
gez. 
Cornelia Wilkens 
Stadträtin 
 
 
Anlage: 
 
Familiensprechstunde in psychiatrischen Kliniken - Kinder und Jugendliche als Angehörige frühzeitig 
erreichen und nachhaltig fördern - Zwischenbericht

familiensprechstunde _zwischenbericht

15691 Zeichen

Anlage zur Berichtsvorlage V/0733/2018 
Familiensprechstunde in psychiatrischen Kliniken - 
Kinder und Jugendliche als Angehörige frühzeitig erreichen und nachhaltig fördern -
Zwischenbericht 
Die Familiensprechstunde für Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern ist ein 
Präventionsprojekt, das im Rahmen der Landesinitiative NRW „Starke Seelen“ vom 
Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW (MAGS) im Zeitraum 
zwischen dem 15.09.2016 und dem 31.03.2019 finanziell gefördert wird. Durchgeführt wird 
das Projekt vom Gesundheits- und Veterinäramt der Stadt Münster als Pilotprojekt in der 
LWL-Klinik Münster. Die finanzielle Förderung durch das Land NRW beträgt 55.000 Euro, 
der kommunale Eigenanteil beläuft sich auf 15.000 Euro. 
Der Zwischenbericht gibt einen Einblick in die Projektarbeit bis zum 30.04.2018. Der 
Abschlussbericht wird eine umfassende und differenzierte Auswertung aller Daten mit 
Graphiken und Literaturliste enthalten.  
 
1. Organisation 
 
Die strukturellen Vorbereitungen der „Familiensprechstunde“ konnten am 02.10.2016 
beginnen. Seither arbeiten zwei erfahrene Sozialpädagoginnen (Frau Sterz und Frau Düvel) 
mit insgesamt 10 Wochenstunden im Projekt. Es wurden werbende Flyer und Poster für die 
Stationen und die Ambulanz in der LWL-Klinik entwickelt und verteilt. Außerdem erfolgten 
Hinweise auf das Projekt im Intranet der LWL-Klinik Münster und auf der Homepage des 
Gesundheits- und Veterinäramtes der Stadt Münster. 
Ärzteschaft, Sozialdienst und Pflegekräfte der LWL-Klinik wurden über das Projekt 
persönlich und ausführlich vor Ort informiert.  
Parallel entwickelten Frau PD Dr. Dlugosch mit ihrem Team des Zentrums für Empirische 
Pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau in enger Abstimmung mit 
dem Gesundheits- und Veterinäramt Messinstrumente zur Evaluation (s. u.). Anzuwendende 
Testverfahren wurden gemeinsam abgestimmt.  
Die Umsetzung des Projektes konnte am 01.01.2017 starten. Seither werden Familien in der 
LWL-Klinik im Rahmen der Familiensprechstunde gezielt angesprochen, untersucht und 
beraten.  
Im Mittelpunkt aller Bemühungen steht die Vermittlung von Fördermöglichkeiten und 
Präventionsangeboten für die betroffenen Kinder und Jugendlichen. Zur Unterstützung von 
Ressourcen und Bewältigungsstrategien nimmt die alters- und entwicklungsadäquate 
Informationsvermittlung und Aufklärung über die Erkrankung und Behandlung des 
betroffenen Elternteils (Psychoedukation) einen besonderen Stellenwert in der 
Familiensprechstunde ein. „Sie hilft, die Kinder zu befähigen, die Situation besser zu 
verstehen sowie sie bei der Bewältigung von Stress zu unterstützen und gegenüber den 
alltäglichen Belastungen widerstandsfähiger zu machen“ (Brockmann & Lenz, 2017). Die 
notwendigen, aber nicht überlastenden Informationen scheinen ein wirksamer protektiver 
Faktor zu sein, um Ängste bei den Kindern zu reduzieren, Schuldgefühle abzubauen und 
selbstwirksame Handlungsmöglichkeiten zu erschließen.

Anlage zur Berichtsvorlage V/0733/2018 
Auf der Erwachsenenebene werden neben den psychisch kranken oder suchtkranken Eltern 
auch die gesunden Bezugspersonen und nächsten Angehörigen in die Beratung 
einbezogen.  
Für jede Familie sind ca. 8 Gespräche vorgesehen.  
Es finden monatliche Rücksprachen und Reflektionen der beiden Sozialpädagoginnen mit 
der ärztlichen Projektleitung (Frau Dr. Siemer-Eikelmann) im Gesundheits- und Veterinäramt 
statt. Ferner gibt es enge telefonische und elektronische Abstimmungen mit dem zepf 
(Federführung Frau PD Dr. Dlugosch). 
 
2. Manuale und Testverfahren 
 
Alle Beratungskontakte werden sogfältig dokumentiert.  
Es kommen festgelegte Testverfahren und zahlreiche neu entwickelte Erhebungsbögen zur 
Anwendung. Die Materialien werden nach der Bearbeitung datengeschützt dem zepf zur 
Auswertung übermittelt. 
 
Als Testverfahren zur Einschätzung der kindlichen Befindlichkeit und der kindlichen 
Ressourcen werden folgende Instrumente eingesetzt:  
CBCL/6-18 R (Child Behavior Checklist – Elternfragebogen über das Verhalten von Kindern 
und Jugendlichen),  
YSR/11-18 R (Youth Self-Report – Fragebogen für Jugendliche) b. B.,  
TRF/6-18 R (Teachers Report Form – Lehrerfragebogen über das Verhalten von Kindern 
und Jugendlichen) b. B.,  
Teile des SSKJ 3-8 (Fragebogen zur Erhebung von Stress und Stressbewältigung im 
Kindes- und Jugendalter)   
FRKJ 8-16 (Fragebogen zu Ressourcen im Kindes- und Jugendalter). 
 
Neu entwickelt wurden vom zepf folgende Erhebungsbögen:  
Codierungsrichtlinien, 
Informationsblatt für die Eltern und die Kinder,  
Einverständniserklärung für die Projektteilnahme,  
Basiserhebungsbogen, 
Bedarfsanalyse (Eltern) T1, 
Dokumentationsbogen T1 und Dokumentationsbogen Prozess, 
Vermittlungsbogen, 
Abschlussbefragung (Eltern) T2, 
Abschlussbefragung (Kinder) T2, 
Abschlussbefragung (Mitarbeiterinnen) T2, 
Vernetzungsbefragung (Mitarbeiterinnen) T2,

Anlage zur Berichtsvorlage V/0733/2018 
Gezielte Befragung (Eltern, Mitarbeiterinnen) nach mindestens 6 Monaten T3. 
 
3. Ausgewählte Daten bis zum 30.04.2018 
 
Bis zum 30.04.2018 wurden 31 Familien im Projekt angemeldet, es nahmen 25 Mütter und 6 
Väter während ihrer Behandlungszeit in der LWL-Klinik Münster zur Familiensprechstunde 
Kontakt auf.  
Bei 10 betroffenen Eltern stand die Suchterkrankung im Vordergrund, bei den anderen eine 
psychische Erkrankung.  
5 betroffene Eltern waren Migranten der ersten Generation. 
 
Bei 4 der 31 Familien kam nach einem motivierenden Vorgespräch kein weiterer 
persönlicher Kontakt mehr im Rahmen des Projektes zustande.  
10 Familien beendeten die Projektteilnahme regulär.  
Die anderen 17 Familien befanden sich noch im Beratungsprozess. 
 
24 der 31 Familien (77 %) waren dem Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheits- und 
Veterinäramtes bis dahin nicht bekannt gewesen.  
 
Insgesamt wurden 107 direkt betroffene Personen bis zum 30.04.2018 erfasst: 
52 Erwachsene (31 psychisch erkrankte Eltern und 21 Bezugspersonen),   
55 Kinder und Jugendliche. 
  
62 Kontakte und Angebote konnten für die Familien im Stadtteil und im Hilfesystem 
(Netzwerk) hergestellt oder intensiviert werden. Bezogen auf die einzelnen Familien war die 
Spannbreite der Vermittlungen entsprechend dem unterschiedlichen Bedarf groß: zwischen 
1 und 9 Netzwerkkontakten pro Familie. Auch die 4 Familien, bei denen kein persönlicher 
Kontakt zustande kam, profitierten von den Hinweisen auf weiterführende Hilfen.  
 
4. Bisheriger Projektverlauf 
 
Die bisherigen Rückmeldungen der Familien und der Netzwerkpartner zum Projekt sind 
durchgehend positiv. Der Zugang ist niedrigschwellig und barrierefrei.  
 
Die Stationsmitarbeitenden in der LWL-Klinik vergaßen im ersten Projektjahr öfter, 
betroffene Familien zur Projektteilnahme anzumelden. Deshalb wurden vom Gesundheits- 
und Veterinäramt fortlaufende motivierende Kooperationsgespräche mit Ärzten, Sozialdienst 
und Pflegepersonal eingeplant. Dies stellte eine Mehrbelastung dar, wurde aber durch die 
Verbesserung der gegenseitigen Kooperation und Schnittstellengestaltung aufgewogen. 
Mittlerweile scheinen sich die Präsenz und die Motivationsarbeit auszuzahlen. Die 
Familiensprechstunde wird nunmehr als wichtiger Bestandteil der Präventionsarbeit in der

Anlage zur Berichtsvorlage V/0733/2018 
LWL-Klinik wertgeschätzt. Insofern hat sich das Projekt bereits jetzt als sinnvoll und nützlich 
erwiesen.  
 
Die bis zum 30.04.2018 im Projekt angemeldeten Familien zeigten mehrheitlich keine 
ausreichenden Vorkenntnisse über die möglichen Unterstützungs- und Förderangebote in 
der Stadt Münster. Die Bandbreite der Vermittlungen war – entsprechend dem Bedarf – 
vielfältig: sportliche und musikalische Angebote im Stadtteil, Familienpaten, Lernförderung, 
Hilfen zur Erziehung, psychotherapeutische Behandlungen u. a. Für 4 Familien in 
besonderen sozialen Problemlagen konnten auch erfolgreiche Stiftungs-Anträge zur 
Finanzierung von sozialen Aktivitäten ihrer Kinder auf den Weg gebracht werden.  
 
Entsprechend der präventiven Bedeutung von Psychoedukation (= alters- und 
entwicklungsadäquate Informationsvermittlung und Aufklärung der betroffenen Minder-
jährigen über die psychische Erkrankung und Behandlung des Elternteils) nahm diese in der 
Beratung der Familien einen hohen Stellenwert ein. Es wurde stets auf eine 
geschlechtergerechte und kultursensible Ausrichtung geachtet.  
Die meisten Minderjährigen nahmen dieses Angebot als entlastend und bereichernd wahr. 
Bei einigen Familien mussten zunächst Vorbehalte durch eine differenzierte Aufklärung 
ausgeräumt werden.  
Die psychoedukativen Gespräche mit den betroffenen Kindern waren zeitaufwändiger als im 
Projektplan vorgesehen, insbesondere bei den Kindern im Vor- und Grundschulalter. Wegen 
des hohen protektiven Faktors hinsichtlich der psychischen Gesundheitskompetenz haben 
wir uns aber zur regelhaften Beibehaltung dieses Angebotes entschlossen.  
 
Durch frühzeitige Entlassungen von Patientinnen und Patienten aus der Klinik zogen sich 
die Termine mit den Familien oft über mehrere Wochen/Monate hin. Die Motivation zur 
Mitwirkung an den Testverfahren und zum Ausfüllen der Erhebungsbögen ließ bei diesen 
Familien deutlich nach. Hierdurch konnte das umfassende Evaluationsprogramm oft nicht 
bis zum Ende durchgeführt werden. Außerdem wurden zusätzliche Termine (auch 
Hausbesuche) erforderlich, die erhebliche zeitliche Ressourcen in Anspruch nahmen. 
Deshalb haben wir hier eine Anpassung im Projekt vorgenommen. Nach Rücksprache mit 
dem zepf kann auch nur eine Auswahl aus den Evaluationsinstrumenten eingesetzt werden.  
 
Die Prüfung der Verwendungsnachweise für das Haushaltsjahr 2016 und 2017 durch die 
Bezirksregierung Münster hat keine Beanstandungen bei der Verwendung der Fördergelder 
ergeben.  
 
5. Veröffentlichungen 
 
Das Projekt kann seit der Bewilligung durch das Ministerium (MAGS) in der Projekt-
Datenbank des Landeszentrums Gesundheit NRW (LZG) eingesehen werden: 
www.lzg.nrw.de/praevention/dist/index.php
 
 
Auf Anfrage der Bundesarbeitsgemeinschaft „Kinder- und Jugendpsychiatrie im öffentlichen 
Gesundheitsdienst“ (BAG) wurde die Familiensprechstunde vom Gesundheits- und 
Veterinäramt der Stadt Münster auf dem bundesweiten ÖGD-Kongress im Mai 2017 in

Anlage zur Berichtsvorlage V/0733/2018 
München präsentiert. Auch für den nächsten ÖGD-Kongress in Kassel im April 2019 haben 
wir auf Wunsch der BAG eine Darstellung des Projektverlaufes mit vorläufigen Ergebnissen 
zugesagt.   
 
Die KommunalAkademie der Konrad-Adenauer-Stiftung wählte bundesweit 30 
Präventionsprojekte (4 in NRW) als gute Praxisbeispiele aus, worauf sie auf ihrer Webseite 
hinweisen. Zu diesen ausgewählten Projekten gehört unsere Familiensprechstunde. Nach 
Rücksprache mit dem Ministerium (MAGS) wurde im Juli 2018 eine Veröffentlichung 
freigegeben. In Kürze wird das Projekt dort auf der Themenseite „Gesundheit und Pflege“ 
eingesehen werden können:  
http://www.kas.de/wf/de/71.16767/
  
 
Darüber hinaus wird dieser Zwischenbericht auch als öffentliche Berichtsvorlage 
(V/0733/2018) im Oktober / November 2018 in den politischen Gremien der Stadt Münster 
vorgestellt.  
 
6. Bewertung 
 
Nach mehr als der Hälfte der Projektzeit kann festgestellt werden, dass sich die 
Familiensprechstunde in der LWL-Klinik Münster als wichtiges Präventionsangebot für 
Kinder und Jugendliche psychisch erkrankter und suchtkranker Eltern etablieren konnte.  
Die Rückmeldungen zum Projekt sind bislang durchgehend positiv – sowohl von den 
betroffenen  Familien als auch von den Netzwerkpartnern.  
 
Die Zusammenarbeit zwischen dem Gesundheits- und Veterinäramt der Stadt Münster 
(Projektleitung und Durchführung) und der LWL-Klinik gestaltete sich von Beginn an 
vertrauensvoll. Die Bedeutung der Gesundheitsförderung betroffener Mädchen und Jungen 
wurde im Projektverlauf von den Stationsmitarbeitenden in der LWL-Klinik zunehmend 
berücksichtigt. Dies führte zu einer deutlich verbesserten Schnittstellengestaltung, auch im 
Kontakt mit weiteren Partnern (z. B. Jugendamt).  
 
Eine erste Auswertung der Daten bis zum 30.04.2018 ergab zusammenfassend folgende 
Erkenntnisse:  
 
• Die Familiensprechstunde wurde bis zum o. g. Stichtag  überwiegend (81%) von 
Familien (n=31) mit erkrankten Müttern in Anspruch genommen. Dies entspricht 
den allgemeinen Erkenntnissen, dass betroffene Väter im Durchschnitt weniger 
häufig Hilfen für ihre Kinder in Anspruch nehmen. 
 
• Bei ca. einem Drittel (32 %) der Familien (n=31) hatte das erkrankte Elternteil eine 
primäre Suchterkrankung. In Anbetracht der Tatsache, dass Eltern mit 
Suchterkrankungen oft besonders misstrauisch auf Hilfesysteme reagieren, ist 
dieser Anteil bemerkenswert. 
 
• Insgesamt nahmen 107 Personen (31 psychisch erkrankte Eltern, 21 Bezugs-
personen sowie 55 betroffene Kinder und Jugendliche) am Beratungsprozess in der 
Familiensprechstunde teil. Somit profitierten auch viele Bezugspersonen von der 
Familiensprechstunde.

Anlage zur Berichtsvorlage V/0733/2018 
 
• Die bedarfsorientierte Vermittlung in Förderangebote wurde von den Familien 
bereitwillig angenommen. Es konnten für die betroffenen Minderjährigen 62 
Angebote zur Entwicklungsförderung im Stadtteil und im Hilfesystem über 
Netzwerke neu installiert oder verbessert werden. Die Integration der 
Familiensprechstunde in die kommunalen Präventions- und Hilfeketten ist aus 
hiesiger Sicht gelungen. 
 
• 77 % der 31 Familien waren dem Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheits-
amtes nicht bekannt. Somit profitierte eine große Gruppe bislang nicht erreichter 
Minderjähriger von den Beratungs- und Vermittlungsangeboten in der 
Familiensprechstunde. Hier zeigt sich schon jetzt ein deutlicher Mehrwert.   
• Die Psychoedukation mit den betroffenen Minderjährigen (= alters- und 
entwicklungsadäquate Informationsvermittlung und Aufklärung über die psychische 
Erkrankung und Behandlung des Elternteils) wurde wegen der hohen präventiven 
Bedeutung als fester Bestandteil in die Familiensprechstunde aufgenommen. Durch 
die positiven Rückmeldungen der Familien fühlen wir uns hierin bestätigt und 
ermutigt. Dies bindet allerdings deutlich mehr zeitliche Ressourcen als anfangs 
vorgesehen. 
• Es schlossen weniger Familien als in der Konzeption ursprünglich angedacht bis 
zum 30.04.2018 das Projekt komplett (mit allen Evaluationsbögen) ab. Nach 
unseren bisherigen Analysen sind hierfür verschiedene Gründe verantwortlich. Zum 
einen „ermüdeten“ manche Eltern im aufwändigen Evaluationsprozess, fühlten sich 
zeitlich und inhaltlich überfordert. Zum anderen führte die frühzeitige Entlassung 
einiger psychisch erkrankter Eltern aus der Klinik zu einer aufwändigeren 
Termingestaltung, z. T. in Form von Hausbesuchen, was eine reduzierte Motivation 
der Familien zur Folge hatte.  
In diesem Punkt haben wir das Projekt den Erfahrungswerten angepasst. In 
Abstimmung mit dem zepf kann auch eine Auswahl aus den 
Evaluationsinstrumenten genutzt werden.  
 
Die Verstetigung der Familiensprechstunde nach dem Projektende im März 2019 befindet 
sich bereits in der konkreten Planung. Sie soll als reguläres kommunales 
Präventionsangebot des Gesundheits- und Veterinäramtes der Stadt Münster fortgesetzt 
werden – sowohl in der LWL-Klinik als auch in anderen psychiatrischen Kliniken der Stadt.  
 
Literatur 
Brockmann, E. & Lenz, A. (2017) 
Kinder und Jugendliche psychisch kranker Eltern. Psychoedukation als spezifischer 
Schutzfaktor zur Stärkung der individuellen und familiären Resilienz, in: Verhaltenstherapie 
mit Kindern und Jugendlichen – Zeitschrift für die psychosoziale Praxis, 13. Jg. (1+2), 2017, 
S. 23-36.

Beratungsverlauf (3)

22.11.2018 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 8 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
27.11.2018 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen
TOP 6 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
28.11.2018 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 9 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
V/0733/2018
Typ
Vorlagen
Datum
31.08.2018
Erstellt
06.10.2020 14:37