2066/2018
Beantwortung der Fragen aus der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Grün vom 24.04.2018 betr. Jahresbericht der Koordinationsstelle Klimaschutz
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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/V/7 Vorlagen-Nummer 20.06.2018 2066/2018 Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Umwelt und Grün 21.06.2018 Beantwortung der Fragen aus der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Grün vom 24.04.2018 betr. Jahresbericht der Koordinationsstelle Klimaschutz Anfragetext 3.2 Jahresbericht 2017 der Koordinationsstelle Klimaschutz 1050/2018 RM Herr Brust stimmt der Aussage von Herrn Dr. Rau hinsichtlich des Einsatzes von Wasserstoffbus- sen zu. Zur Mitteilung äußert er sich enttäuscht, da dieser Bericht in der Mehrzahl aufzähle, wann welche Veranstaltungen stattgefunden hätten, aber wenig auf die aktuellen Probleme eingehe. Als ein Beispiel nennt er den Passus auf Seite 15, in dem aufgeführt sei, dass ein Standortkonzept für E-Mobilität vorliege und die Mitteilung darüber im 1. Quartal 2018 vorgelegt werde. Bisher liege sie nicht vor und er höre nur, dass in der Verwaltung darüber diskutiert werde, ob eine Ausschreibung erforderlich sei oder nicht. Solche Fragen sollten in die Politik eingebracht werden. Auch das Celsius-Projekt werde nicht qualitativ bewertet. In Nippes sei es gescheitert und die Förder- periode ende jetzt, so dass eine Entscheidung darüber getroffen werden müsse, wie weiter verfahren werde. Ein weiteres Projekt sei die Stegerwaldsiedlung. Morgen finde dazu die SmartCityConferenz im Rat- haus statt und Bürgerinnen und Bürger aus der Stegerwaldsiedlung hätten eine Demonstration gegen dieses Projekt vor dem Rathaus angemeldet. Herr Brust möchte wissen, was bei diesem Projekt schiefgelaufen sei. RM Herr Götz empfiehlt, Pilotprojekte zu wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen in anderen Bereichen der Stadt Köln zu prüfen, z. B. bei den Abfallwirtschaftsbetrieben. RM Frau Welcker wirft die Frage auf, ob es gut sei, in sozialen Bereichen Projekte zu starten, die die Mieten so verteuern, dass sie sich dort keiner leisten könne. Grundsätzlich müsse man, wenn man solche Projekte anfange, den sozialen Aspekt mit bedenken. RM Herr Brust kritisiert, dass völlig unnötig und sinnlos Millionen von Euro ausgegeben worden seien für Dreifachstrukturen in Form von Fernwärme, zusätzlich Blockheizkraftwerken und zusätzlich Wär- mepumpen. SB Herr Dr. Albach fragt nach den Einsparungen bei den Nebenkosten. Beantwortung der Verwaltung: E-Mobilität Frau Möhlendick teilte in der Ausschusssitzung am 29.5.2018 mit, dass Dez VIII den Stadtwerkekon- zern beauftragt hat, das vorliegende Erstkonzept zu einem Standortkonzept für Köln auszuarbeiten. Celsius-Projekt Im Rahmen des Projektes „Celsius” wurden an drei unterschiedlichen Standorten im Stadtgebiet De- 2 monstrationsanlagen errichtet. In Köln-Wahn und Köln-Mülheim wird die Wärme mit Hilfe sogenannter Rinnenwärmetauscher direkt aus dem Abwasserkanal gewonnen. Die Wärmetauscher mit einer Länge von 60 und 120 Metern sind am Boden des Kanals installiert. Das Wärmeträgermedium transportiert die Wärme von dort zu den Wärmepumpen mit einer Leistung von 150 bzw. 200 kW in den Heizungskellern der versorgten Schu- len. Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen ist das Verhältnis von Wärmeliefe- rung über die Pumpen und Gasbrennwertkessel von 30:70 bzw. 40.60. Aus technischen Gründen wurde dieser Wert stets unterschritten. Im Ergebnis laufen diese Anlagen mit deutlicher Einsparung an Primärenergie und CO2. Die dritte Pilotanlage von Celsius in Köln Nippes ist nicht mehr in Betrieb, da technische Anpassun- gen erforderlich sind. Diese werden derzeit nicht weiter verfolgt, da Neubau- und Sanierungsarbeiten anstehen, deren Auswirkungen auf die Wärmeabnahme während der Bauzeit und nach 2020 nicht abschätzbar sind. Köln hat sich mit Celsius für die vierte Generation der Fernwärmenetze vorbereitet. Die Förderkulisse von Land und Bund zeigen, dass regenerative Energien auch stärker Einzug in die Produktion von Nah- und Fernwärme halten werden. In Köln beträgt der Anteil regenerativer Energien derzeit nur wenige Prozent der Wärmeerzeugung. Eine Nutzung der vorhandenen Wärmepotentiale durch Ab- wasser würde diesen Anteil erhöhen. Die SteB hat zusätzlich die potentiellen Wärmeabnehmer (700) in Köln objektscharf ermittelt. Das Land NRW erstellt derzeit eine Potentialkarte für die Nutzung industrieller Abwärme. Köln ist ei- ner der potentiellen Hotspots in NRW. Auf Wunsch der Landesregierung, die bemüht ist Wärmesen- ken zu erkunden, gleicht die Verwaltung derzeit das Wärmepotential im Hotspot mit den geplanten Wohnungsbauvorhaben ab. Eine abschließende Einschätzung der Ergebnisse aus dem Celsius Projekt stimmt derzeit die Verwal- tung mit der Gebäudewirtschaft und RheinEnergie ab. Eine Mitteilung zum Ergebnis erfolgt im An- schluss in den Fachausschuss. Die Abbildung (Quelle RheinEnergie) zeigt Plan und tatsächliche Messung für den Anteil des Wärme- bezugs aus Kessel und Wärmepumpe. Von diesem Verhältnis, aber auch von der Nähe der Wärme- abnehmer hängt die Wirtschaftlichkeit der Anlage ab. Pilotprojekte zu wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen Für GrowSmarter wurde die Einführung eines Wasserstoffbusses in Mülheim geprüft und aus wirt- schaftlichen Gründen nicht umgesetzt. In Köln spezialisiert sich die KVB auf Elektromobilität und wird diese bis 2030 komplett bei der Bus- flotte umsetzen. Die RVK fokussiert sich auf die Wasserstoffmobilität, da im Umland größere Strecken zurückzulegen sind. Die Verwaltung ist mit Hycologne in Rio de Janeiro auf der diesjährigen Welt-Wasserstoffkonferenz (ab 17.6.2018) vertreten. Die Initiierung von Pilotprojekten zum Thema Wasserstoff wird geprüft. 3 GrowSmarter/ Stegerwaldsiedlung Die Wärmeversorgung im Projekt GrowSmarter in der Stegerwaldsiedlung Köln erfolgt primär durch Luft-Wasser-Wärmepumpen für die Grundlast. Erst wenn die Wärmepumpen alleine nicht mehr aus- reichen, kommt in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugte Fernwärme aus dem Netz der RheinEnergie als Spitzenlastabdeckung hinzu. Dieses innovative und besonders effiziente sowie klimaschonende Energiekonzept war projektrelevant für die im EU-Projekt „Grow Smarter“ genannten Ziele. Es gibt in der Stegerwaldsiedlung keine weitere Wärmeerzeugungsanlage wie etwa ein BHKW o.ä. Für eine Wärmeversorgung in der Form des Contractings, wie sie in der Stegerwaldsiedlung zwi- schen DEWOG und RheinEnergie vereinbart wurde, gelten klare gesetzliche Vorgaben hinsichtlich der Kostenneutralität. Diese Vorgaben aus der Wärmelieferverordnung sind erfüllt. In den Objekten, in denen vormals Gasetagenheizungen installiert waren, erfolgt die Versorgung zukünftig zu gleichen Konditionen wie in den Gebäuden mit ehemaligen Gaszentralheizungen. Etwaige Mehrkosten gehen allein zu Lasten des Wohnungsträgers und werden nicht auf die Mieter verteilt. Für die Stromerzeugung stehen vor Ort Photovoltaik-Anlagen bereit. Der von diesen erzeugte Strom dient vorwiegend der Versorgung der (elektrischen) Wärmepumpe. Ferner steht der PV-Strom für die Strombelieferung der Mieter zur Verfügung. Voraussetzung ist hier ein separates Vertragsverhältnis zwischen dem Mieter und der RheinEnergie („Mieterstrom-Vertrag“). Die entsprechende Vertragsopti- on („Heimkraftwerks-Option“) ermöglicht eine Einsparung bei einem FairRegio-Plus-Vertrag (günstigs- ter Privatkundentarif) von 2ct / kWh brutto. Als Puffer und für einen höheren Grad der Autarkie stehen vor Ort 16 von der RheinEnergie bereitgestellte und betriebene Batteriespeicher bereit. Dafür entste- hen dem Mieter keine weiteren Kosten. Für die Beantwortung der Fragen von Frau Welcker und Herrn Dr. Albach wird u.a. auf die Mitteilung 1819/2018 in der gleichen Sitzung verwiesen. Thema Nebenkosten Bisher wurden die Mieten auf Grund der Belästigungen durch die Bauarbeiten seitens DEWOG für die Mieter gesenkt. Mieterhöhungen haben nicht stattgefunden. Die Implementierungsphase ist für den 1. und 2. Bauabschnitt abgeschlossen. Noch sind nicht alle PV Anlagen in Betrieb. Zu den Nebenkosten teilte die DEWOG mit: Laut den Berechnungen des von uns beauftragten Fachingenieurs kann man im Durchschnitt über alle Gebäude durch die Sanierung und Modernisie- rung der Gebäudehülle (Fenster, Fassade, Kellerdecke) von einer Reduzierung des Jahresenergie- bedarfs von 29 % ausgehen. Das Heizkonzept hat sich aber zusätzlich geändert, der Fokus liegt hier auf CO2 Einsparungen und geht hierzu neue Wege. Ferner werden die Heizkosten durch das indivi- duelle Nutzerverhalten (Heiz- u. Lüftungsverhalten) maßgeblich selbst bestimmt. Ausdrücklich weisen wir daher darauf hin, dass wir hier demnach bis jetzt keine Aussagen über die tatsächliche Kosten- entwicklung der Heizkosten machen können und werden. gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2066/2018
- Typ
- Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
- Datum
- 20.06.2018
- Erstellt
- 15.06.2018 09:28