3799/2017
"Ist Luisa da?" etablieren-trotz "Edelgard"
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Stellungnahme zu einem Antrag (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle I/1/I/1 Vorlagen-Nummer 3799/2017 Stellungnahme zu einem Antrag öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales 11.12.2017 "Ist Luisa da?" etablieren-trotz "Edelgard" Die Verwaltung nimmt wie folgt Stellung (siehe hierzu auch Beantwortung 3552/2017 zur FDP- Anfrage 1583/2017): Bei beiden Konzepten handelt es sich um ein Hilfsangebot für Frauen und Mädchen bei sexueller Belästigung, das Konzept „Edelgard“ ist jedoch wesentlich weitreichender. Wie bekannt ist, hat sich nach den Silvestervorfällen 2015 ein breites Bündnis, die „Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt“, gegründet. Mit dabei sind: Amt für Gleichstellung von Frauen und Män- nern, Gleichstellungsbeauftragte der Kliniken, Diakonie Michaelshoven e.V.- Frauenberatung und Gewaltschutzzentrum, Frauenberatungszentrum e.V., Frauenbeauftragte Ev. Kirchenkreis Köln-Mitte, FrauenLeben e.V., HennaMond e.V., LOBBY FÜR MÄDCHEN e.V., Kompetenzzentrum Selbstbe- stimmt Leben Köln; Notruf für vergewaltigte Frauen – Frauen gegen Gewalt e.V., Polizei Köln – KK Kriminalprävention, Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Köln – Gewaltschutzzentrum. Die „Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt“ hat eine 3-teilige Kampagne „Edelgard“ ins Leben gerufen: 1. Beratungsmobil – Anlaufstelle für Frauen und Mädchen bei sexualisierten Übergriffen, ab 2018 unter dem Namen „Edelgard Mobil“ im Einsatz: Bei Großveranstaltungen sind erfahrene Fachfrauen der Kölner Frauenberatungsstellen und der Mädchenberatung erreichbar und klären die Situation. Das Mobil steht auf dem Rudolf- platz und kann bei Bedarf seinen Standort verlagern. Die nächsten Einsätze finden an Silves- ter und an allen Karnevalstagen 2018 statt. Telefonisch ist das „Edelgard mobil“ unter 0221/221-27777 erreichbar. 2. „Edelgard schützt“: „Edelgard schützt“ sind ausgewählte Orte in Köln, an denen Frauen sich sicher fühlen können. Besitzerinnen und Besitzer von Gaststätten, Kneipen und Geschäften konnten dafür gewon- nen werden, dieses Konzept zusammen mit der Initiative umzusetzen. Fachfrauen der Initiati- ve schulen und informieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der teilnehmenden Orte, wie sie richtig reagieren, wenn sich eine Hilfesuchende an sie wendet. Ein Handlungsleitfaden und ein „Notfallkoffer“ unterstützen bei dieser Aufgabe. Eine professionelle Nachsorge wird durch die an der Initiative beteiligten Frauen- und Mädchenberatungsstellen angeboten, ein Flyer in- formiert Hilfesuchende. Die teilnehmenden Lokale und Geschäfte werden durch das Signet „Edelgard schützt“ nach außen hin sichtbar als „Sicherer Ort“ gekennzeichnet. Frauen und Mädchen finden bei akuter Bedrohung schnell und unkompliziert einen sicheren Ort, um durchzuatmen und die nächsten Schritte planen zu können. 2 Es handelt sich um ein über das Konzept von „Luisa“ hinausgehendes Angebot für Frauen und Mädchen in Köln und trägt zu einem erhöhten Sicherheitsgefühl und einer verbesserten Hilfesituation im öffentlichen Raum bei. 3. Edelgard informiert: Website und Plakataktionen Bekanntmachung durch eigene website und Megalight-Kampagnen 2018 (im Februar, No- vember und vor Silvester) Die 3 Bausteine der Kampagne sind aufeinander abgestimmt und ergänzen sich. Die „Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt“ hat sich nach einer umfangreichen Recherche zu „Luisa“ bewusst dafür entschieden, eine weitreichendere und umfassendere Kampagne in Köln zu initiieren. Im Gegensatz zu „Luisa“ bietet „Edelgard“ nicht nur beim Feiern und Ausgehen Schutz, sondern stellt langfristig „sichere Orte“ zu allen Tageszeiten zur Verfügung. Die Bandbrei- te der avisierten Kooperationspartnerinnen reicht vom Bürgerzentrum über das Friseurgeschäft, vom Drogeriemarkt hin zu allen Sparten der Gastronomie. Denn Gewalterfahrungen machen viele Frauen und Mädchen an allen Tagen des Jahres, überall und zu jeder Tageszeit, nicht nur in Kneipen und Diskotheken und beim Ausgehen. Auch Frauen, die z. B. auf der Straße belästigt wurden, können sich an „Edelgard schützt“ wenden. Aus Sicht der „Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt“ ist bei einem derartigen Angebot auch nicht zielführend, ein Codewort/ eine Codefrage wie „Ist Luisa da?“ zu verabreden. Betroffene Frauen und Mädchen sollen sich in der zu ihnen passenden Wortwahl an das Personal wenden und Hilfe holen können. Wichtig ist vielmehr, die Geschäfte, Apotheken, Gastronomiebetriebe etc. bereits von außen deut- lich sichtbar als „sichere Orte“, und innen entsprechende AnsprechpartnerInnen kenntlich zu ma- chen. Diese Anforderung wird durch ein Signet an der Tür bzw. durch das Tragen von Stickern „Edelgard“ gewährleistet. Von den auf der Münsteraner Website registrierten deutschen Städten (alles maximal mittelgroße Städte) wird das Konzept bisher nur von ca. einem Drittel tatsächlich umgesetzt. Denn: bereits das Anfordern der Unterlagen und die Zahlung der Sicherheitsgebühr führt dazu, dass die anfra- gende Stadt gelistet wird. Auch in Düsseldorf, Bochum und Gelsenkirchen ist die Einführung bis- her nur geplant. Die Größenordnung der teilnehmenden Kneipen und Bars in den NRW-Städten liegt bei durchschnittlich 10 Unternehmen, mit Köln daher nicht zu vergleichen. Die Übernahme wäre auch nur unter starrer Umsetzung des Corporate Designs möglich. Eine Kölner Flexibilität oder Weiterentwicklung wurde von Münster abgelehnt. Aus Sicht der Verwaltung ist daher ein Etablieren von „Luisa“ neben der speziell für Köln entwi- ckelten Kampagne „Edelgard“ nicht erforderlich.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3799/2017
- Typ
- Stellungnahme zu e. Antrag (Ausschuss)
- Datum
- 05.12.2017
- Erstellt
- 01.12.2017 09:14