3293/2021
Sachstandsbericht Strategische Grünentwicklung
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Anlage_1_AKUG_Grüne_Infrastruktur
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671 16.09.2021 Strategische Grünentwicklung Klimaschutz/Klimaanpassung Die strategische Grünentwicklung hat zum Ziel das gesamtstädtische Kölner Grünsystem als grüne Infrastruktur räumlich und funktional konsequent weiter zu entwickeln. Dies erfolgt auch vor dem Hintergrund der Klimawandelvorsorge und bedingt gleichzeitig die Entwick- lung von Strategien zur Klimaanpassung und zum Klimaschutz. Vor diesem Hintergrund werden folgende Nachhaltigkeitsziele für das städtische Grün for- muliert: Stärken stärken • Vielfalt fördern • Resilienz sichern Den Nachhaltigkeitszielen wurden folgende Themenschwerpunkte zugewiesen: Grüne InfrastrukturKlima (-wandel) Anpassung Stärken stärken Grüne Infrastruktur sichern und ausbauen Kölner Perspektiven 2030+ Agglomerationskonzept und Klimawandelvorsorgestrategie Region Köln/Bonn Masterplan Grüne Infrastruktur Vielfalt fördern Zukunftsbäume / GALK Straßenbaumtest Stadtgrün Naturnah Essbare Stadt / Gartenlabore Waldlabor Resilienz sichern Wasser zum Baum Straßenbaumkonzepte Ein Wald für Köln Stärken stärken Grüne Infrastruktur Dem Schutz und dem Ausbau der Grünen Infrastruktur kommt nach dem Klimaanpassungs- gesetz NRW (KlAnG §4 (5)) eine besondere Bedeutung bei der Begrenzung der negativen Folgen des Klimawandels und der Steigerung der Klimaresilienz zu. Die Grüne Infrastruktur ist das strategisch geplantes Grün-Netzwerk zur Erbringung eines breiten Spektrums von Ökosystemdienstleistungen. (European Commission 2013) Agglomerationskonzept und Perspektiven 2030 Die freiraumplanerischen Aussagen des Agglomerationskonzeptes der Region Köln/Bonn und das hierauf aufbauende Stadtentwicklungskonzept Perspektiven 2030 bauen auf dem historischen Grünsystem auf und zeigen die Vorgaben zu dessen Sicherung und Weiterent- wicklung auf. Der Masterplan Grüne Infrastruktur baut auf diesen Vorgaben auf Masterplan Grüne Infrastruktur Der Antrag zum ‚Masterplan Grüne Infrastruktur‘ (AN/0535/2021) wurde am 23.03.2021 durch den Rat der Stadt Köln mehrheitlich beschlossen. Nachdem die Grundlagen zusam- menzutragen und die methodische Vorgehensweise festgelegt wurden, haben im Juni und August 2021 zwei amtsinterne Workshops stattgefunden. Im weiteren Verlauf des Jahres 2021 sind weitere Workshops zu Themen mit anderen beteiligten Fachämtern und externen Partnern und Experten angedacht. Vielfalt fördern Zukunftsbäume/GALK Straßenbaumtest Die Stadt Köln nimmt seit vielen Jahren am bundesweiten Straßenbaumtest der “GALK“ (Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz = Zusammenschluss der kommunalen Grünflächen- verwaltungen) teil. Dabei werden vielversprechende "neue" Arten und Sorten, wie Blauglockenbaum, Amber- baum, japanischer Schnurbaum, Silberlinde oder Ginkgo oder aber auch der einheimische Feldahorn gepflanzt. Parameter wie Zuwachs, Pflegeaufwand, Anfälligkeit für Schaderreger werden jährlich erfasst und zentral ausgewertet. Ende des Jahres 2020 veröffentlichten die „GALK“ und der „BdB“ (Bund deutscher Baum- schulen) eine neue Broschüre, die insgesamt 65 neue und altbewährte Arten/Sorten aus der „GALK-Straßenbaumliste“ vorstellt und detailliert beschreibt. Essbare Stadt Köln / Gartenlabore Das Konzept "Essbare Stadt" baut auf dem Grundsatz auf vielfältige Möglichkeiten für eine essbare Stadt zu schaffen. Im Vordergrund stehen hierbei die öffentlichen Flächen. Das Kon- zept umfasst öffentliche Grünflächen, die durch Anpflanzung essbarer Pflanzen aufgewertet werden, Kleingärten und Gemeinschaftsgärten, Schulgärten und auch Vorgaben zur Einbin- dung der Bürger*innen. Die Umsetzung erfolgt sukzessive. Zur Teilnahme am EFRE-Aufruf Grüne Infrastruktur hat die Stadt Köln das integrierte Hand- lungskonzept „Vielfalt vernetzen“ entwickelt. Das Projekt „Gartenlabor“ ist eine Maßnahme daraus, die sich gezielt an Menschen aus den angrenzenden Sozialräumen richtet. Mit der Maßnahme wird ein niedrigschwelliges Angebot für Gärtnern in der Stadt geschaffen und da- mit einhergehend eine Steigerung der Biodiversität. Mit der Bezeichnung „Gartenlabor“ wird der experimentelle Charakter des Projekts hervorgehoben. Zum Projektstart erarbeitete eine Expertengruppe erste Grundprinzipien, die anschließend mit den künftigen Gartennutzern weiterentwickelt wurden. Aus einem Beteiligungsprozess mit den Gartennutzern entwickelten sich drei Arten von Gärten („Gartenmodule“): Krautgärten, Gemeinschaftsgärten und Stadt- gärten. Stadtgrün Naturnah Im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens Stadtgrün Naturnah wurde ein Gesamtkonzept für eine naturnahe Grünpflege der städtischen Grünanlagen erarbeitet. Das Konzept umfasst eine Vielzahl an Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung von Grünflächen, bezieht aber auch die Bürger*innen der Stadt mit ein. Artenreiche Wiesen Wesentlicher Bestandteil des Konzeptes "Stadtgrün Naturnah" ist die Anlage von ar- tenreichen Wiesen in öffentlichen Grünflächen. Mittlerweile konnten ca. 120 ha arten- reiche Wiesen in unterschiedlichen Methoden (Mahdgutübertragung, Umbruch, Strei- fen) angelegt werden. Die Anlage ist verbunden mit einem Monitoringkonzept. Obstwiesen Insgesamt 170 ha städtische Obstwiesen gibt es in Köln. Um hier ein umfassendes Konzept zur Unterhaltung und Entwicklung dieser Fläche zu erarbeiten, wurde eine Obstwiesenkommission aus Vertreter*innen der Naturschutzverbände, der Verwal- tung und weiterer Vereine gegründet. Die Einrichtung eines Obst-Arboretums ist auf den Weg gebracht. Die Pflege der Obstwiesen übernimmt die NABU- Naturschutzstation Leverkusen/Köln. StadtnaturParks Auf der Grundlage des Konzeptes Stadtgrün Naturnah, wurde in jedem Stadtbezirk ein StadtnaturPark ausgewiesen. Heckenprojekt Grundlage dieses Gemeinschaftsprojektes ist das Projekt „Urbane Hecken und Säume“ des BUND-Köln, das durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein- Westfalen gefördert wurde. Das Förderprojekt ist abgeschlossen. Ziel des Gemeinschaftsprojektes ist es nun, 1. die aus dem Förderprojekt erfassten Heckenstrukturen hinsichtlich ihrer ökologi- schen Wertigkeit zu bewerten und ggf. erforderliche Pflege- und Erhaltungsmaßnah- men zu formulieren und umzusetzen. 2. Darüber hinaus sollen neue Heckenstrukturen und Säume als Elemente der Bio- topvernetzung angelegt werden. Die vorhandenen und neu anzulegenden Heckenstandorte sollen mit unterschiedli- chen, ökologisch wertvollen Pflanzen im Kern-, Mantel- und Saumbereich gestärkt werden. https://www.bund-koeln.de/themen-und-projekte/stadtoekologie/hecken/ Waldlabor Das Waldlabor Köln ist ein Gemeinschaftsprojekt von Toyota, RheinEnergie und der Stadt Köln. Hier sollen neue Gehölze und Waldbilder erforscht werden, die uns Erkenntnisse dar- über bringen, wie der Wald der Zukunft aussieht und wie dieser zu bewirtschaften ist. Die Forschungseinrichtung experimentiert auf vier Themenfeldern: dem Wandelwald, dem Ener- giewald, dem Klimawald und dem Wildniswald. Die Gesamtfläche des Projektes beträgt 25 Hektar, davon sind 16 Hektar Wald. Der Wandelwald (3,7 Hektar) besteht aus ineinanderfließenden Feldern verschiede- ner Baumarten, die kontinuierlich neue Waldbilder ergeben. Diese weichen deutlich von der gewohnten, unter rein forstlichen Gesichtspunkten zusammengesetzten Ge- hölzkombination ab. Im Klimawald (1,5 Hektar) werden Baumarten getestet, die zum Aufbau klimastabiler Wälder verwendet werden können, um heimische Waldökosysteme zu stabilisieren. Bei der Baumartenwahl wurden seltene heimische Baumarten wie die Elsbeere und Flaumeiche berücksichtigt, deren Verwendung im Wald der Zukunft empfohlen wird. Im Energiewald (6,3 Hektar) wird beispielhaft gezeigt, wie solche Produktionsflächen in eine urbane Erholungslandschaft eingebunden werden können und gleichzeitig die Biodiversität verbessert wird. Die Kombination von auf Dauer angelegten Waldflächen mit extensiv genutzten Wiesenflächen, in enger Verbindung mit dem Energiewald, bietet einen abwechslungsreichen Landschaftsraum für Pflanzen und Tiere. Der Wildniswald (4,5 Hektar) zeigt, wie sich Natur ohne Pflegeeingriffe entwickelt und ist ein Beispiel dafür wie Wildnis zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in der Stadt beitragen kann. Das Waldlabor hat die Auszeichnung als offizielles Projekt der „UN-Dekade Biologische Viel- falt“ erhalten. Resilienz sichern Wasser muss zum Baum Das Förderprojekt ‚Wasser muss zum Baum‘ (0403/2021) wurde am 06.05.2021 durch den Rat der Stadt Köln einstimmig beschlossen. Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen ist aktuell dabei die Förderung der Maßnahme durch das Bundesprogramm zur Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel in enger Abstimmung mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung zu beantragen. Gleichzeitig läuft eine Workshop-Phase mit den Stadtentwässerungsbetrieben und weiteren externen Experten. Der erste Workshop dazu hat bereits am 30.03.2021 stattgefunden, der Zweite erfolgte am 15.07.2021 unter Beteili- gung des Fachamtes für Straßen- und Verkehrsentwicklung. Am 6.9.2021 fand der dritte Workshop statt. In diesem Treffen war nun auch die Untere Wasserbehörde (Amt für Umwelt und Verbrauchschutz) beteiligt. Darüber hinaus ist noch mindestens ein weiteres Arbeitstref- fen bis Ende 2021 geplant. Ziel ist die Erstellung einer Planungsblaupause zur Aufnahme in den Planungsleitfaden (Grünhandbuch) bis Ende des Jahres 2021 und die abschnittsweise Realisierung der drei Varianten beginnend mit der Variante 1 (Straßenbaumersatzpflanzung) in der Pflanzperiode 2021/22 und der Varianten 2 und 3 ab Herbst 2022 bis Ende 2023. Straßenbaumkonzepte Die Sommer 2018-2020 haben die Auswirkungen des Klimawandels auch in Köln spürbar gemacht. Ziel der Klimaanpassung ist es deshalb mehr Grün in der Stadt zu etablieren, bei- spielsweise durch die Pflanzung zusätzlicher neuer Straßenbäume. Die hierzu ausgewählten Baumarten sind sogenannte Zukunftsbäume. Für jeden der neun Stadtbezirke soll daher ein eigenes “Konzept zur Pflanzung neuer Stra- ßenbäume“ erstellt werden. Im Rahmen dieser Konzepterstellung wird jeder Bezirk und die dazugehörigen Stadtteile untersucht. In den Straßen, in denen keine Bäume stehen, wird an- hand eines Geographischen Informationssystems überprüft, ob diese ausreichend Platz für neue Bäume bieten. Im Anschluss werden sämtliche unterirdische Leitungstrassen erfasst. Dort, wo zum Beispiel eine Gasleitung, eine Fernwärmeleitung oder durch Wurzelwuchs ge- fährdete Versorgungsleitungen liegen, können keine Bäume gepflanzt werden. Die Untersuchung erfolgt zunächst ohne Berücksichtigung des Wegfalls von Parkplätzen. Es wird jedoch kenntlich gemacht, wie viele Parkplätze durch Baumneupflanzungen in den jeweiligen Straßen entfallen müssten. Für die betroffenen Straßen wird zusätzlich eine Park- raumbilanz erstellt, aus der hervorgeht, wie hoch der Parkdruck zu unterschiedlichen Tages- zeiten ist. Die Konzepte für die Stadtbezirke Ehrenfeld und Innenstadt wurden bereits durch die Be- zirksvertretungen beschlossen. Das Baumkonzept Ehrenfeld befindet sich aktuell in der Um- setzung. Ein Wald für Köln „Ein Wald für Köln” ist ein Projekt der Stadt Köln und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Köln e.V.. Mit Hilfe von Spenden konnten in Junkersdorf, in Mielenforst und in Lindwei- ler bisher insgesamt 10,2 ha neue Wälder aufgeforstet worden. Nun ist geplant auf einer Fläche in Raderthal einen 27.000 Quadratmeter großen Wald anzu- legen, um die Waldfläche des Äußeren Grüngürtels zu vergrößern und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Der neue Wald wird daher beispielhaft zeigen welche Baumarten sich zukünftig für Stadtwäl- der eigenen, wenn es wärmer und trockener wird. Zum Projekt gehört die Anlage von Wald- rändern aus heimischen Sträuchern, seltenen Wildobstarten, Esskastanien und Walnüssen.
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VIII/671/46 Vorlagen-Nummer 29.10.2021 3293/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 25.11.2021 Sachstandsbericht Strategische Grünentwicklung Beim Amt für Landschaftspflege und Grünflächen wurde Mitte 2020 das Aufgabengebiet „Strategi- sche Grünentwicklung“ neu eingerichtet. In der Anlage sind die aktuellen Themen aufgeführt, die insgesamt dazu beitragen das gesamtstädti- sche Kölner Grünsystem als grüne Infrastruktur räumlich und funktional konsequent weiter zu entwi- ckeln. gez. Wolfgramm
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3293/2021
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 29.10.2021
- Erstellt
- 14.09.2021 09:16