0978/2019
Darstellung der Sparten
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Szenebericht_BiKu_2019
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Szenebericht Bildende Kunst, Ausschuss für Kunst und Kultur, 26.03.2019, S. 1/3 Szenebericht Bildende Kunst 2019 Anlage 1 Der vorliegende Szenebericht 2019 wurde wie im Vorjahr von AIC – Art Initiatives Cologne (Kunstinitia- tiven Köln e.V.) verfasst. AIC besteht seit Ende 2015 als Verbund von derzeit rund 45 Kölner Kunstiniti a- tiven und freien Projekträumen in der Kunststadt Köln. Statements verschiedener im AIC organisierter AkteurInnen sind in den Bericht eingeflossen. Bei der Darstellung exemplarischer Entwicklungen liegt ein besonderer Schwerpunkt auf dem Thema Räume, insbesondere KünstlerInnenateliers und Ausstellung s- räume. Aus den Beobachtungen leiten sich verschiedene zentrale Forderungen der freien Kunstszene ab, insbesondere vor dem Hintergrund des von der Stadt Köln postulierten Leitprojektes „Stärkung der freien Szene als Akteur der Stadtgesellschaft“: • Sicherung von Räumen: Sicherung bestehender Ateliers und Ausstellungs -/Projekträume der freien Kunstszene. Verbindliche Einbeziehung der freien Kunstszene in die laufenden und anst e- henden Planungen stadträumlichen Transformationsprozesse. • Unterstützung und Erhalt der Simultanhalle • Einrichtung neuer klassischer und innovativer und bezahlbarer Atelierprojekte • Kunstprozent: Prozentuale Koppelung der Förderung der freien Kunstsz ene an die Finanzi e- rung der institutionellen Kultureinrichtungen (10%) und Erhöhung bzw. Zugang zu Projektmitteln und mehrjährigen Förderungen für alle Sparten. Kulturentwicklungsplan – Keine lahme Ente Grundsätzlich werden die verschiedenen Beteiligungsverfahren begrüßt, in die die freie Kunstszene im vergangenen Jahr einbezogen war. Beteiligungsverfahren schaffen Transparenz und bieten die Möglic h- keit zur Mitbestimmung sowohl für individuelle AkteurInnen als auch Gruppen, Kunst -Vereine, Proj ekt- räume und Kunstinitiativen, die wiederum selbst weitverzweigt vernetzt sind. Positiv zu sehen ist entspr e- chend, dass unter Leitung des Kulturamtes für den Fachbeirat Bildende Kunst , der das Referat Bildende Kunst u.a. bei mehrjähriger Förderung und stra tegischen Fragen berät, in einem transparenten Nominierungs- und Wahlverfahren unter breiter Beteiligung der Szene mit Sonja Hempel und Ulli Seegers zwei neue Vertreterinnen gewählt wurden. Hingegen wurde das Beteiligungsverfahren zum neuen Kul- turentwicklungsplan für die Stadt Köln , welcher sowohl Pläne und Visionen für die so genannte freie Szene als auch die städtische n Institutionen umfasst, von den meisten AIC -Mitgliedern als unübersich t- lich, wenig konkret, wenig innovativ und viel zu zeitaufwändig wahr genommen (angesichts der Tatsache, dass die Beteiligten aus der freien Szene nicht für den Zeitaufwand bezahlt werden), wobei gleichzeitig immer zu wenig Zeit war, um wirklich einen zufriedenstellenden Austausch zustande zu bringen. Zudem wurden wichtige S itzungen, wie die ganztägige Arbeitstagung am 22.6.2018 in den Balloni -Hallen, nicht protokolliert. Zur Verstetigung und Nachhaltigkeit der Weiterentwicklung des Kulturentwicklung s- plans ist die dauerhafte Einrichtung eines Runden Tischs zur Bildenden Kunst notwendig. Eine gut funktionierende Kunstszene in einer Stadt besteht aus vielen unterschiedlichen AkteurInnen und Gruppen, die jeweils ihre eigenen Herausforderungen und Probleme haben. Eine Reflexion der jeweiligen Bedürfnisse in Bezug auf die Zukunft, ist eine permanente Aufgabe, bei der auch unabhängige nationale wie internationale ExpertInnen neue Perspektiven beisteuern sollten. Intransparente, willkürlich anmutende Verfahren hingegen frustrieren die Szene , wie die ohne öffentliche Ausschreibung erfo lgte Neuvergabe des Betriebs der Ausstellungs - und Veranstaltungshalle im Kuns t- haus Rhenania durch die Politik , nachdem die bisherigen BetreiberInnen von Werft 5/Raum für Kunst ohne nachvollziehbare Begründung übergangen wurden. Mehr Internationalität! Europa. Globalisierung. Von großer Bedeutung für die freie Kunstszene ist es, den Fokus aus Köln he r- aus wieder stärker international ausrichten zu können. Die Fördermittel der freien Kunstszene sind hierfür nicht ausreichend. Und mit dem Einstellen des Int ernationalen Residenzprogramms der Akademie der Künste der Welt aufgrund von Budgetkürzungen hat die Stadt ein wichtiges Programm zur internationalen Szenebericht Bildende Kunst, Ausschuss für Kunst und Kultur, 26.03.2019, S. 2/3 Vernetzung verloren. Wer Europa will und die Globalisierung verstehen, muss auch Austauschmöglic h- keiten mit internationalen KünstlerInnen schaffen. Planungssicherheit gewährleisten Auch dem Verbund Kölner Kunstinitiativen Art Initiatives Cologne (AIC), der sich in ehrenamtlicher A r- beit für die regionale wie internationale Vernetzung und Präsenz der freien Kö lner Kunstszene engagiert und aktiv und solidarisch die Kooperation untereinander befördert, wurde die ursprünglich für drei Jahre zugesagte Förderung von je 20.000 € (2017, 2018) plötzlich auf 15.000 € (2019) gekürzt. Entsprechend müssen bestehende Vorhaben – wie das gemeinsame jährliche Wochenende AIC ON, das 2019 vom 24. bis 26. Mai stattfinden wird – kurzfristig im laufenden Betrieb eingeschränkt werden. Die Etablierung und der Ausbau der noch jungen kooperativ angelegten Dachinitiative der freien Kunst szene werden hier unnötig gefährdet. Individuelle KünstlerInnenförderung Ein positives Beispiel ist die individuelle KünstlerInnenförderung, die vor einem Jahr im Szenebericht Kunst 2018 vorgeschlagen und von Politik und Kulturverwaltung aufgegriffen wurde. So konnte gemei n- sam erreicht werden, dieses Förderinstrument im neuen Kulturentwicklungsplan und dessen Maßna h- menkatalog zu verankern, und es wurden bereits Mittel, auch mittelfristig, dafür im Haushaltsplan 2019 eingestellt. Köln, das traditionell eine Stadt der Künstlerinnen und Künstler ist, erweist damit ihrer breiten Basis eine individuelle Wertschätzung. Die Recherchestipendien ohne Altersbegrenzung à 5.000 € sollen ab 2019 vergeben werden. Kulturamt und BBK -Köln erarbeiten derzeit gemeinsam di e Details einer Ve r- gabepraxis. ADKV-Preis für die Temporary Gallery Die Temporary Gallery, Mitglied bei AIC, wurde 2018 für ihr „unübersehbares und eigenständiges“ Pr o- gramm (Jurybegründung) mit dem ADKV -ART COLOGNE -Preis ausgezeichnet. Im Januar 2019 übe r- nahm nun Aneta Rostkowska in Nachfolge von Regina Barunke, die an die Gesellschaft für Aktuelle Kunst nach Bremen gewechselt ist, die Leitung der Temporary Gallery. Aneta Rostkowska wird die inte r- nationale Ausrichtung des Kunstvereins mit experimentellen A usstellungs- und Veranstaltungsformaten fortsetzen und einen Schwerpunkt auf den Diskurs des Kuratorischen legen. Ebertplatz & Brunnen e.V. Das Projekt Unser Ebertplatz, das seit 2017/18 in enger Kooperation mit den Kunsträumen vor Ort g e- meinsam von Stadtplanungsamt und Kulturamt koordiniert und organisiert wird, demonstriert als positives Beispiel, dass Kunst, Kultur und Partizipation (auch der AnwohnerInnen) einen vernachlässigten Platz reaktivieren können. Hürden bei der Umsetzung von Veranstaltungen un d Projekten im öffentlichen Raum – dem Ebertplatz und seiner Passage – werden dank einer dezernatsübergreifenden Zusamme n- arbeit überwunden. Als neue kooperative Initiative am Ebertplatz tritt die Gemeinde Köln die Nachfolge des Kunstraums Tiefgarage an und beheimatet auch die Koordinationsstelle des Kunstvereins Brunnen e.V., der die Öffentlichkeitsarbeit und die Öffnungszeiten der Galerien am Ebertplatz koordiniert. Verdrängung durch Stadtentwicklung? Lange Planungsprozesse ersticken die freien Initiati ven. Besorgniserregend ist, dass viele der engagie r- ten Bemühungen in der Stadt, Standorte von Kulturräumen zu sichern, die von städtebaulichen Tran s- formationsprozessen betroffen sind, aber auf die lange Bank geschoben und/oder von den übermächt i- gen Organis ationsstrukturen der Investoren und deren Rechtsanwälten überrollt werden. Einige Beispiele: a) Jack in the Box und Kulturbaustein Helios, beide in Ehrenfeld; b) die Atelierhäuser auf der Deutz-Mülheimer Straße; c) der Subkulturhof Kalk. Der Erhalt von Kul turräumen an den bisherigen Standorten sowie die Berücksichtigung bei der Planung neuer Nachbarschaften muss oberstes Ziel der Kunststadt Köln sein – Stichwort: Integration von Kreativräumen und Raumbedarfen in die Stadtplanung. Initiativen wie Unser Ebert platz, Kunsthaus X -SÜD oder auch die Halle mit Knick an der Einsturzstelle des Stadtarchivs am Waidmarkt zeigen, dass zukunftsweisende Projekte einer dezernatsübergreifende n Zusammenarbeit bedürfen: „Viele Bedarfe und Ideen können nur in der Kooperation der verschiedenen Dezernate und Ämter befriedigt und umgesetzt werden.“ Zitat aus dem Kulturentwicklungsplan, Stadt Köln, 04.12.2018. Szenebericht Bildende Kunst, Ausschuss für Kunst und Kultur, 26.03.2019, S. 3/3 Steigender Atelierbedarf Die 2018 vom K ulturamt durchgeführte Atelierumfrage ergab eine dringende Notwendigkeit von bezah l- baren Arbeitsräumen. Erforderlich ist kurzfristig eine städtische Liegenschaft, die sich für 30 bis 40 Ateli e- reinheiten von 20 bis 60 qm nachhaltig nutzen lässt. Langfristig müssen vier solcher Atelierhäuser in A n- griff genommen werden, um KünstlerInnen angemessene Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Maßnahmen wie die bisher für städtische Ateliers etablierte Beschränkung der Laufzeit des Mietvertrags auf z.B. 5 Jahre mit Mögli chkeit zur einmaligen Verlängerung sorgen nur für einen bitteren Verdrä n- gungsprozess innerhalb der Szene. Mehr X – Inklusive Kunsthäuser für Köln Das zukunftsweisende Atelierprojekt X-SÜD, das KünstlerInnen mit und ohne Behinderung in die Planung der Stadträume einbezieht, wurde von KUBiST e.V. in Zusammenarbeit mit Kunsthaus KAT18 ursprün g- lich für die Parkstadt-SÜD initiiert. Unterstützt wurde die professionelle Ausarbeitung vom raumlabor Be r- lin und gefördert vom Kulturamt. Als modellhaftes Konzept fü r ein inklusives Kunsthaus und Produktions- ort mit Ateliers und Werkstätten dient sein aktivierendes Potential der Entwicklung eines gemeinwohlorientierten Viertels, das Inklusion in umfassender Weise berücksichtigt. Ein inklusives Kunsthaus X-SÜD sollte im Rahmen der verschiedenen städtebaulichen Planungsprozesse, z.B. auch in Kalk, berücksichtigt werden. Simultanhalle – Schnelle Lösung statt Großbaustelle. Handeln statt warten Aufgrund von Bauschäden ist die Simultanhalle seit Januar 2018 geschlossen. Die Simultanhalle, ein Holzfachwerk, das 1979 in Volkhoven/Chorweiler als 1:1 Modell für das Museum Ludwig errichtet wurde, weist seit 1983 ein beachtliches und vor allem kontinuierliches Ausstellungsprogramm vor, das ehrenam t- lich von wechselnden KuratorInnenteams konzipiert wird. Nach der kurzfristig erfolgten Schließung der Simultanhalle konnte das für 2018 geplante Programm z u- mindest in großen Teilen an verschiedenen Orten in Köln -Zentrum/Deutz und teilweise auf dem Auße n- gelände durchgeführt werden – eine große Herausforderung für das ehrenamtliche Kuratorium durch unvorhergesehene zusätzliche Kosten und den organisatorischen Mehraufwand. Ein Zuschuss vom Ku l- turamt konnte nur die zusätzlichen externen Anmietungen decken. Insgesamt hat das Jahresprogramm 2018 in seiner Kontinuität und Struktur arg unter den Bedingungen gelitten. An der allgemeinen Situation auf dem Gelände hat sich seither – jetzt schon über ein Jahr später – leider nicht viel geändert. Notwe n- dige sofortige Reparaturmaßnahmen und die temporär-erforderliche Einrichtung eines Lagers für Materia- lien, Werkzeuge, Archiv und Publikationen gingen nicht über eine gemeinsame Planungsphase hinaus. Entsprechend hat das Team der Simultanhalle verstärkt den Eindruck, dass das Simultanhallengelände dem stoischen Zustand einer langen Maßnahmenliste überlassen wird. Es bedarf hier seitens der Ku l- turverwaltung und Politik verstärkt aktiver Taten und kurzfristige und schnelle Ergebnisse , parallel zur Klärung der langfristigen Perspektive. „Soweit von Seiten des Kulturamtes vermittelt, rechnen wir bisher mit einem Zeitraum der Baumaßnahmen auf dem Gelände von mindestens 5 Jahren ab 2020. Das Vorgehen sowie die finanzielle Situation der Baumaßnahmen und des Baus sind bisher noch völlig u n- klar, hier müssen unter Tei lhabe aller beteiligten Akteure dringend Finanzierungsmodelle gefunden und Entscheidungen getroffen werden. Da der öffentliche Zugang zum Gelände während der Umbaujahre nicht möglich sein wird, werden wir noch konkreter darauf angewiesen sein, alternative Räume, Lee r- stände oder Wohnungen in der näheren Umgebung zu finden und diese temporär ggf. mittelfristig zu nutzen, um den Standort Volkhoven/Chorweiler für KünstlerInnen und Publikum attraktiv zu gestalten und erhalten zu können.“ An diesem Szenebericht haben mitgewirkt: Heike Ander (Kuratorin, Glasmoog, Vorstand AIC), Doris Frohnapfel (Künstlerin, kjubh Kunstverein e.V., Vorstand AIC); Iren Tonoian (Kuratorin, artrmx e.V., Ci- tyLeaks Festival); Jessica Twitchell (Künstlerin, Simultanhalle e.V.) und Lisa Oord (Kunstwissenschaftle- rin, Simultanhalle e.V.)
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/41 Vorlagen-Nummer 18.03.2019 0978/2019 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 26.03.2019 Integrationsrat 30.04.2019 Darstellung der Sparten hier: Szenebericht Bildende Kunst In seiner Sitzung am 07.09.2010 hat der Kulturausschuss die Verwaltung beauftragt, „den Sparten Musik, Darstellende Kunst (mit Theater und Tanz), Bildende Kunst (Fotografie) und Medien (Film, Literatur) die Möglichkeit zu geben“, regelmäßig über das Geschehen, die aktuelle Situation und die Perspektiven ihrer Arbeit schriftlich zu berichten. Dabei sollen die Spartenvertretungen in ihren jewei- ligen Bereichen auch die interkulturellen Aktivitäten und Entwicklungen berücksichtigen. Der Bericht soll – wie in der Vergangenheit – drei Seiten nicht überschreiten. Außerdem muss erkennbar sein, wer die Unterlage erstellt hat und wer in die Erstellung einbezogen worden ist. Der Szenebericht der Sparte Bildende Kunst ist als Anlage 1 beigefügt. Für Rückfragen im Ausschuss für Kunst und Kultur stehen Iren Tonoian (Kuratorin, artrmx e.V., CityLeaks Festival) und Jessica Twitchell (Künstlerin, Simultanhalle e.V.) zur Verfügung. gez. Laugwitz-Aulbach
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (3)
- Deutz-Mülheimer Straße
- Ebertplatz
- Waidmarkt
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- 0978/2019
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 18.03.2019
- Erstellt
- 12.03.2019 10:50