2688/2021
Beschluss des Zielbilds für die Kölner Weststadt
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Anlage 4 - Auszug Beschlussprotokol BV 4
2779 Zeichen
Geschäftsführung Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) Herr Schmitz (02-4) Telefon: (0221) 221-94313 Fax : (0221) 221-94342 E-Mail: Andreas.Schmitz2@stadt -koeln.de Datum: 07.09.2021 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der 8. Sitzung der Bezirksvertretung Ehrenfeld vom 06.09.2021 öffentlich 10.3 Beschluss des Zielbilds für die Kölner Weststadt 2688/2021 Beschluss: Die Bezirksvertretung Ehrenfeld empfiehlt dem Stadtentwicklungsausschuss, folgen- den geänderten Beschluss zu fassen: Der Stadtentwicklungsausschuss 1. nimmt das Zielbild für die sogenannte Kölner Weststadt zur Kenntnis. 2. beschließt das Zielbild als Grundlage für weitere Entwicklungen innerhalb des Betrachtungsraums mit folgenden Ergänzungen: a. Die Verwaltung wird aufgefordert, dass Zielbild für den Betrachtungs- raum um eine weitere Themenkarte „Klimaneutralität 2035“ zu erwei- tern, dieses mit Inhalt zu füllen, besonders für die Aspekte Hitze, Was- ser, Energie und Stadttraum, und in die anderen Zieldimensionen zu in- tegrieren. b. fordert die Verwaltung auf die Themenkarte 3 „Bewegungsraum“ mit der Zielsetzung einer umweltgerechten Mobilität, besonders für den Liefer- und Schwerlastverkehr, zu ergänzen, die in eine stadtweite Netzpla- nung integriert ist. 3. beauftragt die Verwaltung das in 2 festgelegte Zielbild bei den nächsten Ver- fahrensschritten, dem städtebaulichen Wettbewerb Max-Becker-Areal und der Fortschreibung des Rahmenplanung Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld als Grundlage zu integrieren und dabei folgende Punkte vertieft zu betrachten: a. klimaneutrales Quartier, besonders für die Aspekte Hitze, Wasser, Energie, Stadttraum und Bauen b. Eine Infrastruktur für umweltgerechte Mobilität zu schaffen, die den Fußverkehr, den Radverkehr, den ÖPNV sowie den Logistikverkehr entsprechend dem aktuellen Stand der Verkehrswissenschaft vorrangig berücksichtigt. c. Konzepte für den Umgang des Parkens für alle Mobilitätsträger sind dazustellen. Als Vorbild kann der Wettbewerb zum Stadtviertel „Kreuz- feld“ dienen. d. Die Vielfalt, die hinter dem Begriff „Gewerbe“ steht, soll im Wettbewerb ihren Platz finden e. Die Jury für den Wettbewerb soll die Punkte 3.1. – 3.3. in ihrer Teil- nehmerschaft abbilden. Das bedeutet, dass Klimaexpertise, Mobilitäts- expertise, Gewerbeexpertise durch unabhängige Expert*innen vertre- ten sind. In die Jury sind auch Mitglieder des Rahmenplanungsbeirats, der Bezirksvertretung und des Rats zu berufen. 4. die „Charta für das Max-Becker-Arial“ des Rahmenplanungsbeirats wird von der Bezirksvertretung mitbeschlossen und dient als Ergänzung zum Zielbild und als Bestandteil für den städtebaulichen Wettbewerb für das Max-Becker- Areal Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt.
Anlage 6_Auszug Beschlussprotokoll_Klima_Umwelt_Grün
2838 Zeichen
Anlage 6 Geschäftsführung Ausschuss Klima, Umwelt und Grün Frau Bültge-Oswald Telefon: (0221) 221-23702 E-Mail: barbara.bueltge-oswald@stadt -koeln.de Datum: 26.10.2021 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung des Ausschu sses Klima, Umwelt und Grün vom 07.10.2021 öffentlich 5.1 Beschluss des Zielbilds für die Kölner Weststadt 2688/2021 Geänderter Beschluss: (in der Fassung des Beschlusses der BV Ehrenfeld) Der Ausschuss Klima, Umw elt und Grün empfiehlt dem Stadtentw icklungsausschuss, folgenden geänderten Beschluss zu fassen: Der Stadtentwicklungsausschuss 1. nimmt das Zielbild für die sogenannte Kölner Weststadt zur Kenntnis. 2. beschließt das Zielbild als Grundlage für weitere Entwicklungen innerhalb des Betrachtungsraums mit folgenden Ergänzungen: a. Die Verwaltung wird aufgefordert, dass Zielbild für den Betrach- tungsraum um eine weitere Themenkarte „Klimaneutralität 2035“ zu erweitern, dieses mit Inhalt zu füllen, besonders für die Aspekte Hitze, Wasser, Energie und Stadttraum, und in die anderen Zieldi- mensionen zu integrieren. b. fordert die Verwaltung auf die Themenkarte 3 „Bewegungsraum“ mit der Zielsetzung einer umweltgerechten Mobilität, besonders für den Liefer- und Schwerlastverkehr, zu ergänzen, die in eine stadtweite Netzplanung integriert ist. 3. beauftragt die Verwaltung, das in 2 festgelegte Zielbild bei den nächsten Ver- fahrensschritten, dem städtebaulichen Wettbewerb Max-Becker-Areal und der Fortschreibung des Rahmenplanung Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld als Grundlage zu integrieren und dabei folgende Punkte vertieft zu betrach- ten: a. klimaneutrales Quartier, besonders für die Aspekte Hitze, Wasser, Energie, Stadttraum und Bauen b. Eine Infrastruktur für umweltgerechte Mobilität zu schaffen, die den Fußverkehr, den Radverkehr, den ÖPNV sowie den Logistik- verkehr entsprechend dem aktuellen Stand der Verkehrswissen- schaft vorrangig berücksichtigt. c. Konzepte für den Umgang des Parkens für alle Mobilitätsträger sind dazustellen. Als Vorbild kann der Wettbewerb zum Stadtvier- tel „Kreuzfeld“ dienen. d. Die Vielfalt, die hinter dem Begriff „Gewerbe“ steht, soll im Wett- bewerb ihren Platz finden e. Die Jury für den Wettbewerb soll die Punkte 3.1. – 3.3. in ihrer Teilnehmerschaft abbilden. Das bedeutet, dass Klimaexpertise, Mobilitätsexpertise, Gewerbeexpertise durch unabhängige Ex- pert*innen vertreten sind. In die Jury sind auch Mitglieder des Rahmenplanungsbeirats, der Bezirksvertretung und des Rats zu berufen. 4. die „Charta für das Max-Becker-Arial“ des Rahmenplanungsbeirats wird von der Bezirksvertretung mitbeschlossen und dient als Ergänzung zum Zielbild und als Bestandteil für den städtebaulichen Wettbewerb für das Max-Becker-Areal. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt
Anlage 3 - RPB_Auszug aus dem Beschlussprotokoll_TOP-6-1_Zielbild
1613 Zeichen
Geschäftsführung Rahmenplanungsbeirat Braunsfeld / Müngersdorf / Ehrenfeld Frau Dr. Sinz Telefon: (0221) 26391 E-Mail: Alexandra.Sinz@STADT-KOELN.DE Datum: 03.09.2021 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der 4. Sitzung des Rahmenplanungsbeirates Braunsfeld / Müngersdorf / Ehrenfeld vom 31.08.2021 öffentlich 6.1 Vorlagen-Nr. 2688/2021 Beschluss des Zielbilds für die Kölner Weststadt 2688/2021 Beschluss Der Rahmenplanungsbeirat empfiehlt den Bezirksvertretungen Lindenthal und Eh- renfeld folgenden Beschluss zu fassen: „Der Stadtentwicklungsausschuss: 1. nimmt das Zielbild für die Kölner Weststadt zur Kenntnis; 2. beschließt das Zielbild als Grundlage für weitere Entwicklungen innerhalb des Betrachtungsraumes; 3. beauftragt die Verwaltung, das Zielbild bei den nächsten Verfahrensschrit- ten, dem städtebaulichen Wettbewerb Max Becker-Areal und der Fort- schreibung der Rahmenplanung Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld, als Grundlage zu beachten. 4. Der Stadtentwicklungsausschuss verzichtet auf erneute Wiedervorlage, falls die BV 3 uneingeschränkt zustimmt.“ Hinweise: Der Rahmenplanungsbeirat weist auf den Beschluss aus der 3. Sitzung hin, dass die Charta des Rahmenplanungsbeirates zum Max Becker-Areal als An- lage zu den Auslobungsunterlagen dazu gegeben werden sollte. Die Bewertung des Vorhabens als klimapositive Maßnahme durch die Verwal- tung ohne explizite Belege oder Begründung teilt der Beirat nicht und bittet da- rum, diesen Hinweis an den Ausschuss Klima, Umwelt und Grün weiterzuge- ben. Abstimmungsergebnis: - einstimmig beschlossen
Anlage 5_Stellungnahme Verwaltung_zu den geänderten Beschlüssen BV 3 und.._
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/15/151-2 Vorlagen-Nummer 2688/2021 Stellungnahme der Verwaltung öffentlicher Teil Gremium Datum Stellungnahme zu den geänderten Beschlüssen der Bezirksvertretung Ehrenfeld vom 06.09.2021 und der Bezirksvertretung Lindenthal vom 13.09.2021 zur Vorlage 2688/2021 „Be- schluss des Zielbilds für die Kölner Weststadt“ Dem Vorschlag kann geändert zugestimmt werden: Die Umsetzung der weiteren Themenkarten soll im Zuge der Fortschreibung der Rahmenplanung Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld erfolgen. Die von den Bezirksvertretungen Ehrenfeld und Lindenthal gleichlautend gefassten geänderten Be- schlüsse sind inhaltlich nachvollziehbar und grundsätzlich durch die Verwaltung umsetzbar. Zur Erfül- lung des Auftrages unter Punkt 2 - Ergänzung des Zielbildes um eine weitere Themenkarte „Kli- maneutralität 2035“ sowie Ergänzung um eine Themenkarte 3 „Bewegungsraum“ mit der Zielsetzung einer umweltgerechten Mobilität - ist eine Auftrags- bzw. Prozesserweiterung erforderlich. Diese soll im Rahmen der geplanten Fortschreibung des Rahmenplanes erfolgen und wird entsprechend in die Leistungsbeschreibung für diese Planungsleistung aufgenommen, deren Vergabe in Vorbereitung ist. Der bisher erarbeitete Stand des Zielbildes dient als Grundlage für den Städtebaulichen Wettbewerb Max Becker-Areal, sodass der Wettbewerb - wie beabsichtigt - ab dem 4. Quartal eingeleitet werden kann. Die beiden Prozesse (Fortschreibung des Rahmenplanes und Städtebaulicher Wettbewerb) können parallel laufen und währenddessen miteinander abgestimmt werden. Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 07.10.2021 Stadtentwicklungsausschuss 28.10.2021
Anlage 1 - Endbericht - Ein Zielbild für die Kölner Weststadt
107042 Zeichen
Ein Zielbild für die
Kölner Weststadt
Dokumentation des Zielbildprozesses zur Fortschreibung der
Rahmenplanung Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld
Auftraggeberin:
Stadt Köln
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Auftragnehmer:
MUST
Köln, Juli 2021
ENDBERICHT
Impressum
Eigelstein 103 - 113
50668 Köln
T +49 (0)221 1699 2929
mail@must.eu
www.must.eu
Projektbearbeitung: Dr.-Ing. Jan Benden, Daniela Rudnik
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
151/2 Räumliche Stadtentwicklungsplanung
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln
Projektleitung: Brigitte Scholz, Lotte Drevermann, Kaja Rocks
Auftraggeberin:
Stand Juli 2021
Auftragnehmer:
Vorwort
Die Fotos, Grafiken und Karten wurden durch MUST erstellt, mit Ausnahme von:
Deckblatt: Stadt Köln
Abb. 1: Stadt Köln
Abb. 7-10: Karten von Tim-Online bearbeitet durch MUST
Abb. 92: Foto unten: pixabay
Abb. 93: Karte: StEB Köln
Abb. 109, 127, 129, 133 ,143: Stadt Köln
Bildnachweis:
MUST wurde von der Stadt Köln beauftragt, ein Zielbild für das zwischen Ehrenfeld, Brauns-
feld und Müngersdorf gelegene Rahmenplanungsgebiet im Kölner Westen zu erarbeiten. Die
Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030“ formuliert für diesen innerstädtischen Standort
das vorwiegende Ziel einer „Weiterentwicklung und Profilierung als innovatives Gewerbege-
biet mit den Schwerpunkten Dienstleitung, Produktion und Kreativwirtschaft“. Gleichzeitig
beabsichtigt die Stadt Köln, das derzeit mindergenutzte Max Becker-Areal in ein Mischquar-
tier umzuwandeln.
Aufgrund der aktuellen Planungen für das Max Becker-Areal und vielfältiger weiterer Entwick-
lungen im Plangebiet bedarf die vorliegende Rahmenplanung von 2004 einer Fortschrei -
bung. Dieser wurde ein Zielbildprozess vorgeschaltet, der gleichzeitig auch als Grundlage für
die Auslobung des Städtebaulichen Wettbewerbs zur Entwicklung des Max Becker-Areals
dienen soll.
Im Rahmen des Zielbildprozesses wurde die Entwicklung des Plangebietes analysiert und in
einem breiten Beteiligungsprozess raumbezogene Ziele für die zukünftige Entwicklung des
Quartiers abgeleitet. Die grundlegenden Bedingungen für eine integrierte und nachhaltige
Gebietsentwicklung wurden anschließend in dem Zielbild verankert. Darauf aufbauend wur-
den für drei ausgewählte Fokusräume (u.a. für das Max Becker-Areal) Entwicklungsschwer-
punkte definiert und diese in Steckbriefen mit Handlungsempfehlungen untersetzt.
Im Mittelpunkt des entwickelten Zielbildes steht das Ziel, die vielfältigen Nutzungen im Quar-
tier möglichst besser zu verbinden, die Grünräume im Gebiet zu stärken und die Vorausset-
zung für eine Mobilitätswende im Kölner Westen zu schaffen.
Der vorliegende Bericht dokumentiert die Ergebnisse des Zielbildprozesses.
Inhalt
1. Hintergrund 6
2. Bestandsanalyse 12
2.1 Morphologische Analyse 14
2.2 Funktionale Analyse 23
2.2.1 Arbeiten & Wohnen 24
2.2.2 Stadtgrün & Klima 38
2.2.3 Verkehr & Mobilität 44
3. Zielbild 50
3.1 Zielfindung 52
3.1.1 Wohn- & Arbeitswelten 54
3.1.2 Grünes Netzwerk 60
3.1.3 Bewegungsraum 66
3.2 Zielbild 72
4. Fokusräume 76
4.1 Fokusraum I: Mischgebiet 78
4.2 Fokusraum II: Gewerbegebiet 86
4.3 Fokusraum III: Grünfläche 94
4 5
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt Inhalt
Der Zielbildprozess bildet die
Grundlage für die Fortschreibung
der Rahmenplanung Brauns -
feld, Ehrenfeld und Müngersdorf
sowie für den städtebaulichen
Wettbewerb zum Max Becker-
Areal. Er wurde unter intensiver
Beteiligung von Vertreter*innen
der Verwaltung, der Politik und
der Stadtgesellschaft durchge -
führt.
1. HINTERGRUND
6 7
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt Hintergrund
1
Aufgabe
Die Stadt Köln beabsichtigt im Stadtteil
Köln-Ehrenfeld auf dem ehemaligen Gelän-
de der Firma Max Becker ein ca. 16,2 ha gro -
ßes mindergenutztes Gewerbegebiet in ein
gemischtes Quartier umzuwandeln. Die Flä-
che befindet sich innerhalb des Plangebietes
der Rahmenplanung Braunsfeld/Müngers -
dorf/Ehrenfeld aus dem Jahr 2004. Auf -
grund der Entwicklung des Max Becker-Are-
als und vielfältiger weiterer Entwicklungen
im Plangebiet bedarf die Rahmenplanung
einer Fortschreibung. Dieser Fortschreibung
wurde von Januar bis Juni 2021 ein Zielbild -
prozess vorgeschaltet, der gleichzeitig auch
als Grundlage für die Auslobung des städte-
baulichen Wettbewerbs zur Entwicklung des
Max Becker-Areals im zweiten Halbjahr 2021
dienen soll.
Das Gesamtgebiet der Rahmenplanung
befindet sich derzeit im Umbruch: vielfälti -
ge Entwicklungen sind in der Planung oder
bereits in der Umsetzung. Aufgrund dieser
zahlreichen Veränderungen war es notwen -
dig, die Entwicklungsabsichten im Gebiet zu
identifizieren und zu klären, wie man diese
Transformation steuern kann.
Durch den Zielbildprozess wurden in einem
breiten Beteiligungsprozess die strategischen
und räumlichen Ziele für das Gebiet erarbei-
tet. Die während der Erstellung des Zielbildes
eingebrachten Anregungen und Impulse aus
Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit sollen
in die für 2022 vorgesehene Fortschreibung
der Rahmenplanung einfließen. Beide Ver -
fahren sollen eng miteinander verzahnt wer-
den, sodass der Zielbildprozess einen ersten
Baustein der Fortschreibung der Rahmen -
planung bildet. In dieser sollen die Ergebnis-
se aus dem vorgeschalteten Zielbildprozess
weiter konkretisiert werden.
Beteiligungsprozess
Der Zielbildprozess für das Gebiet der Rah -
menplanung wurde durch MUST unter Fe -
derführung des Amtes für Stadtentwicklung
und Statistik durchgeführt.
Ein Zielbildprozess bietet eine geeignete
Plattform für einen breit angelegten Dis -
kussions- und Beteiligungsprozess, der die
Grundlage einer zukunftsorientierten Quar-
tiersentwicklung in der Kölner Weststadt
darstellt. Zwischen Januar und Juni 2021
wurden daher projektbegleitend mehrere
Dialog- und Beteiligungsformate durch -
geführt. Im Kontext der Corona-Pandemie
fanden diese Veranstaltungen ausschließlich
digital statt.
Insgesamt wurden während der Projektlauf-
zeit vier Workshops mit wechselnden Ver -
treter*innen aus Stadtverwaltung, Politik und
Rahmenplanungsbeirat durchgeführt. Wäh-
rend der jeweils dreistündigen Online-Ver -
anstaltungen wurden den Teilnehmenden
die Zwischenergebnisse der Analysen und
der Zielbilderstellung präsentiert und zur
Diskussion gestellt. Im Anschluss wurde den
Teilnehmer*innen die Möglichkeit gegeben,
die Ergebnisse auf dem Online-Portal MU -
RAL zu kommentieren und zu bewerten.
Parallel zum Zielbildprozess wurde durch
die Firma UPLab über Geo-Targeting eine
Online-Befragung durchgeführt, in der ein
Stimmungsbild der Öffentlichkeit zur Zu -
kunft der Weststadt und des Max Becker-
Areals gewonnen werden konnten.
Am 18. Juni 2021 wurden der Öffentlichkeit
in einer Online-Veranstaltung die Ergebnis -
se der Befragung sowie der Entwurf des Ziel-
bildes präsentiert. Die Öffentlichkeit bekam
während der Veranstaltung die Möglichkeit,
8 9
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt Hintergrund
2
Fragen zum Zielbild zu stellen oder die Er -
gebnisse zu kommentieren.
Eine zusätzliche öffentliche Diskussion des
Zielbildes und der Handlungsempfehlungen
fand am 22. Juni 2021 im Rahmenplanungs -
beirat für Braunsfeld, Ehrenfeld und Mün -
gersdorf statt.
Betrachtungsraum
Das 420 ha große Rahmenplanungsgebiet
liegt zwischen dem ersten und zweiten Vor -
ortgürtel westlich der Kölner Innenstadt (3)
und wird begrenzt durch den Melatengürtel
im Osten, die Aachener Straße im Süden, die
Militärringstraße im Westen und die Sied -
lung Vogelsang sowie die Vogelsanger Stra-
ße im Norden. Die begrenzenden Straßen
bilden mit der Widdersdorfer Straße und
„Weststadt“
Aufgrund der neuen, über die Rahmenpla -
nung hinausgehenden, Gebietsabgrenzung
und des stadtteilübergreifenden Gebiets -
kontextes wurde zu Beginn des Zielbildpro -
zesses ein identitätsstiftender Name für den
Betrachtungsraum gesucht.
In Bezug zu den in Köln etablierten Quar -
tieren der „Nord-“ und „Südstadt“ mit den
dazugehörigen Vierteln fiel die Wahl auf
„Weststadt“. Der komprimierte Name kann
aus Sicht der Berarbeiter*innen dazu bei -
tragen, dass im Betrachtungsraum des Ziel -
bildes eine eigene Identität geschaffen wird.
Zudem impliziert der Begriff „Stadt“ eine ge-
wisse Urbanität, an der es aktuell im Gebiet
mangelt und deren Schaffung im Fokus des
Zielbildprozesses steht.
dem Maarweg das Hauptstraßennetz des
Rahmenplanungsgebietes. Das Gebiet wird
in Ost-West-Richtung durch die Trasse Aa -
chen-Köln der Deutschen Bahn (DB) durch-
kreuzt. In Nord-Süd-Richtung verläuft die
von den Häfen und Güterverkehr Köln AG
(HGK) betriebene Bahnstrecke von Köln-
Niehl nach Frechen-Benzelrath (ehemalige
„Klüttenbahn“).
Die Grenze zwischen den Kölner Stadtbezir-
ken Lindenthal und Ehrenfeld verläuft mit -
ten durch das Gebiet (4) im Wesentlichen im
Zuge von Oskar-Jäger-Straße, Stolberger
Straße und der Bahntrasse Köln-Aachen der
Deutschen Bahn.
Für den Zielbildprozess wurde der Gebiets -
umgriff in Absprache mit der Auftraggeberin
angepasst. Aufgrund der starken funktionalen
Beziehungen des Rahmenplanungsgebietes
Rahmenplanungsgebiet
Lindenthal
Ehrenfeld
Innenstadt
Nippes
Aachener Str.
Venloer Str.
MilitärringDB AACHEN-KÖLN
Gürtel
Müngersdorf
Braunsfeld
Ehrenfeld
Bickendorf
Vogelsang
mit dem nördlichen Bereich zwischen der
Vogelsanger Straße und der Venloer Straße,
wurde dieses Gebiet in den Betrachtungs -
raum des Zielbildes mit eingeschlossen. Die
Karte unten zeigt den neuen Umgriff des
Gebietes, das im Zielbildprozess untersucht
wurde (5).
10 11
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt Hintergrund
3
4
5
Die Bestandsanalyse im Zielbild-
prozess für die Weststadt war in
zwei Ebenen unterteilt: In einer
morphologischen Analyse wur -
den zunächst die historischen
städtebaulichen Entwicklungen
untersucht. Die daran anschlies -
sende funktionale Bestandsana-
lyse betrachtete die Aspekte der
Nutzungen, des Stadtgrüns und
der Mobilität im Gebiet.
2. BESTANDSANALYSE
12
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 13
Analyse
6
Neben den großen Konzentrationen an Bü -
roarbeitsplätzen beherbergt das Gebiet
heute auch große und wichtige Flächen für
kommunale Versorgungseinrichtungen wie
z.B. das Straßenbahndepot der Kölner Ver -
kehrsbetriebe (KVB), den Bauhof der Stadt
Köln, die Verteilerstation der Rhein Energie
oder das Gelände der Abfallwirtschaftsbe -
triebe Köln (AWB).
Im letzten Jahrzehnt haben insbesonde -
re umgebaute historische Industriebauten
(z.B. Vulkan, Gaswerk, Helios etc.) ein großes
Ansiedlungsinteresse durch die Kreativwirt-
schaft erfahren. Gleichzeitig wurden neue
Arbeitsstandorte wie z.B. der Gewerbe- und
Landschaftspark Triotop oder der Segro City
Park entwickelt, deren Grundgedanke es
ebenso ist, kreative und innovative Gewerbe-
und Logistikbetriebe anzusiedeln. Gleich -
zeitig mit der gewerblichen Transformation
im Gebiet entstanden zahlreiche inselhafte
Wohngebiete im Quartier (z.B. Grüner Weg,
Linné-Quartier, Melatensee etc.).
Durch die rapide Entwicklung des Gebietes
von einem Industrie- zu einem Dienstleis -
tungs- und Wohnstandort sind im Laufe der
Zeit Gemengelagen entstanden, die heu -
te an einigen Stellen zu Nutzungskonflikten
zwischen Wohnen, Dienstleistungen und
Gewerbe führen. In Anbetracht des aktuell
andauernden Transformationsprozesses im
Gebiet (z.B. am Güterbahnhof Ehrenfeld,
an der Eupener Straße oder im Bereich des
Gleisdreicks) verdeutlichen diese Konflik -
te den Bedarf an einem Zielbild, das die zu -
künftigen Entwicklungsabsichten für die
Weststadt formuliert und als Steuerungsins-
trument für die Rahmenplanung und für den
anstehenden Umbruch dienen kann.
2.1 Morphologische Analyse
Historische Entwicklung
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das Ge -
biet der Weststadt noch weitgehend un -
bebaut. Der Bereich zwischen den Weilern
Bickendorf und Müngersdorf sowie den
Grabstätten in Melaten war vorwiegend
landwirtschaftlich genutzt. Als einziges Ge -
bäude ist in der Karte der Marhof dargestellt.
Das erste Teilstück der Bahntrasse Köln-
Aachen wurde am 2. August 1839 zwischen
Köln und Müngersdorf eröffnet und teilte
das Gebiet in zwei Hälften (siehe Karte 7 auf
Seite 15).
Durch den Anschluss des Gebietes an das
Netz der Rheinischen Eisenbahn 1863 erhielt
die gewerblich-industrielle Siedlungsent -
wicklung im Gebiet ihre ersten Impulse (siehe
Karte 8). Viele Unternehmen, die in der Kölner
Altstadt aufgrund des dortigen Flächenman-
gels keine Standorte fanden, siedelten sich in
Nähe des Güterbahnhofes Ehrenfeld an (z.B.
Helios, Herbrand, Vulkan, Leyendecker)
In den folgenden Jahrzehnten kam es zu
einem grundlegenden Wandel der Raum -
nutzung im Gebiet zu einem Standort der
Metallverarbeitung, des Maschinen- und
Fahrzeugbaus sowie der chemischen Indus-
trie (z.B. Sidol). Von Bedeutung war insbe -
sondere das 1875 direkt an der Bahntrasse
errichtete Gaswerk nördlich der Widders -
dorfer Straße mit der dazugehörigen Sied -
lung an der Vitalisstraße (siehe Karte 9).
Als Mustersiedlung der Werkbundausstel -
lung 1914 entstand die Wohnbebauung um
den Pauliplatz in Braunsfeld. Außerhalb des
Gebietes wurde 1931 nach dem zeitgenös -
sischen Leitbild der „Gartenstadt“ die Er -
werbslosensiedlung Vogelsang errichtet.
Nach dem zweiten Weltkrieg begann all -
mählich der Wandel des Gebietes von einem
Industrie- zu einem Dienstleistungsstandort
(siehe Karte 10). Die Zahl, der im produzie -
renden Gewerbe beschäftigten Menschen,
nahm bis heute deutlich ab und viele der
ehemals gewerblich-industriell genutzten
Flächen fielen brach oder wurden weniger
genutzt. Entwicklungsschwerpunkte für den
Verwaltungs- und Dienstleistungssektor
waren zunächst die Bereiche im Umfeld der
Eupener Straße (Technologiepark Müngers-
dorf) sowie im südlichen Verlauf der Oskar-
Jäger-Straße, der Stolberger Straße und des
Melatengürtels (REWE, DKV etc.).
1836-1850
1891-1912
1936-1945
2021
14
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 15
Analyse
7
8
9
10
Im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte ha -
ben sich im Gebiet ganz unterschiedliche
Körnigkeiten der Bebauung entwickelt. Das
Resultat bildet ein Nebeneinander kleinteilig
parzellierter Wohneinheiten in Braunsfeld (16)
und Müngersdorf, durchmischter Kleinge -
werbestrukturen (Wilhelm-Mauser-Straße,
Triotop) und gründerzeitlicher Blöcke (insb.
zwischen Bahntrasse und Venloer Straße).
Demgegenüber stehen die großen Produk -
tions- und Logistikparzellen und -baukörper
im zentralen Bereich des Plangebietes (insb.
entlang Widdersorfer Straße sowie im Be -
reich des Segro City Parks (17) und des Par -
fümwerkes der Firma COTY).
feine Körnigkeit
mittlere Körnigkeit
grobe Körnigkeit
Identitätsstiftende historische Gebäude Körnigkeit der Bebauung
Die Geschichte der Weststadt lässt sich noch
an einer Vielzahl historischer Gebäude able-
sen. Die meisten identitätsstiftenden Gebäu-
de stammen größtenteils aus der industriellen
Vergangenheit. Beispiele sind die alte Wa -
genfabrik, die Kolbhalle (12), das Verwaltungs-
gebäude der Firma Thyssen Krupp (11), der He-
lios-Leuchtturm, das Vulkan-Gelände (14) oder
die Sidol-Werke. Hinzu kommen Landmarken
wie der Gasbehälter, der Schornsteine der Fir-
ma Böttcher oder der historische Kran an der
Halle Tor 2 (13). Als identitätsstiftende Wohn-
komplexe sind vor allem die Direktorenvillen
des Gaswerkes, die Gaswerk-Kolonie an der
Vitalisstraße und das Pauliviertel zu nennen.
16
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 17
Analyse
11 12
13 14
15
16
17
18
geringe Dichte
mittlere Dichte
hohe Dichte
Die Wohngebiete nördlich der Aachener
Straße (19) und an der Vitalisstraße sowie die
mit großen Freiräumen umgebenen Gewer-
be- und Logistikgrundstücke im Gebiets -
inneren zeichnen sich durch eine geringe
Bebauungsdichte aus. Eine höhere Dichte
weisen dagegen die Bürostandorte (REWE,
Technologiepark) sowie die jüngeren Wohn-
siedlungen (Grüner Weg (20), Melatensee
etc.) auf. Die am dichtesten bebauten Be -
reiche in der Weststadt befinden sich in den
gründerzeitlichen Blockrandstrukturen mit
ihren intensiven Hinterhofnutzungen süd -
lich der Venloer Straße und im östlichen Ab-
schnitt der Aachener Straße.
Bei der Geschossigkeit zeichnet sich ein
ähnliches Bild wie bei der Dichte ab. Die Ge-
werbe- und Industriestandorte sind vorwie -
gend durch eingeschossige Gebäude ge -
kennzeichnet (22). Im südlichen Bereich, z.B.
im Pauliviertel, überwiegen zwei- bis drei -
geschossige Bauten. Eine höhere Bebauung
findet man vor allem entlang des Maarweges,
der Venloer Straße und der Aachener Stra -
ße sowie in den Neubauwohnsiedlungen.
Besondere Höhenakzente (> 7 Geschosse)
bilden die Bürostandorte am Melatengür -
tel (23) und im Technologiepark sowie einzel -
ne Landmarken (wie z.B. der Schornstein, die
Gaskugel, „The Ship“ oder der Helios-Turm).
1 Geschoss
2-3 Geschosse
4-6 Geschosse
ab 7 Geschosse
keine Informationen
Bebauungsdichte Geschossigkeit
18
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 19
Analyse
19
20
21
22
23
24
Bei den Raumkanten zeichnet sich ein ein -
deutiges Bild des Gebietes ab. Entlang der
Gebietsränder und im Bereich der Straßen
mit Wohnnutzung (z.B. der Maarweg (25), die
Leyendecker- und Helmholtzstraße) sind kla-
re, homogene Gebäudekanten erkennbar,
die den Straßenraum einfassen und deutliche
Eingangssituationen bilden. Dagegen ist das
Raumgefüge in den vorwiegend gewerblich
genutzten Bereichen (insbesondere Oskar-
Jäger-Straße (26) und Widdersdorfer Straße)
sehr heterogen. Die Gebäudeanordnung der
vorhandenen Gemengelagen lässt hier keine
klaren Raumkanten erkennen, wodurch ein
sehr diffuses, ungeordnetes Bild entsteht.
Insbesondere der quer durch das Gebiet
verlaufende Damm der Bahnstrecke Köln-
Aachen (28) stellt an vielen Stellen eine un -
überwindbare Barriere dar. Die Trasse kann
nur an vier Punkten durch eine Unterführung
gekreuzt werden (29). Eine untergeordnete
Barrierewirkung geht zudem von der in Nord-
Süd-Richtung verlaufenden Trasse der Klüt-
tenbahn aus. Im Westen des Gebietes bildet
der Militärring eine deutliche Barriere. Anders
als die anderen Hauptstraßen kann dieser nur
an wenigen Stellen gekreuzt werden. Nicht
zuletzt bilden die großen, geschlossenen In-
dustrie- und Gewerbeparzellen undurchläs-
sige Bereiche innerhalb des Gebietes.
Barriere Bahn
Bahn- und Straßenunterführungen/
-überführungen
Bahnüberquerung ebenerdig
Barriere Straße
große undurchlässige Gewerbeparzellen
(„gated industries“)
Raumkanten Hauptstraßen
Raumkanten Barrieren
20
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 21
Analyse
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26
27
28
29
30
Synthesekarte 1: Morphologie
2.2 Funktionale Analyse
In Ergänzung zu der morphologisch und
städtebaulichen Betrachtung der Weststadt
wurde eine funktionale Bestandsanalyse*
durchgeführt, die insgesamt drei Themen -
felder umfasste:
1. Arbeiten und Wohnen
2. Stadtgrün und Klima
3. Verkehr und Mobilität
Ziel der Analyse war es, in den einzelnen
Themenfeldern Qualitäten, Mängel und Po-
tenziale für die zukünftige Entwicklung der
Weststadt zu identifizieren. Dabei standen
die folgenden Leitfragen im Vordergrund
der Untersuchungen:
• Was macht die Weststadt aus bzw. wor-
in liegt ihre Identität?
• Welche Konflikte, Bedarfe und Heraus-
forderungen gibt es in der Weststadt?
• Welche Auswirkungen und Impulse
haben die laufenden und geplanten
Entwicklungen in der Weststadt?
• Wo liegen besondere Fokusräume, die
für die weitere Entwicklung der West-
stadt repräsentativ sind?
Für die funktionale Bestandsanalyse wurden
bestehende Untersuchungen und Konzepte
(insb. die Rahmenplanung von 2004) aufge-
griffen und zum Teil aktualisiert. Im Rahmen
der ersten beiden Workshops wurden die Er-
gebnisse der Bestandsanalyse mit den Teil -
nehmer*innen diskutiert und ergänzt.
Die Erkenntnisse der Untersuchungen wur -
den - analog zur Morphologie - in drei the -
matischen Synthesekarten festgehalten, auf
deren Grundlage die Handlungsprioritäten
in den drei Themenfeldern für die Zielbild -
entwicklung abgeleitet werden konnten.
* Hinweis: Aufgrund der Unschärfe eines Zielbil -
des hat die vorliegende Bestandsanalyse an vielen
Stellen nicht die Parzellen- und Detailgenauigkeit
einer Rahmenplanung. Sie umfasste vielmehr einen
„Quickscan“ (auf Basis der vorliegenden GEO-Da -
ten) sowie eine grobe Beschreibung der vorhande -
nen Ausgangssituation, um hieraus allgemeine Ziele
und Entwicklungsabsichten für das Gebiet ableiten
zu können. Für die anstehende Fortschreibung der
Rahmenplanung ist diese Bestandsanalyse weiter zu
fokussieren und zu konkretisieren. Unter Umständen
sind ergänzend auch zusätzliche vertiefende Unter -
suchungen und Gutachten (z.B. Klima, Mobilität,
Versorgung) erforderlich.
Große Bandbreite an Gebäudekörnigkeiten (grob, mittel, fein)
Nebeneinander unterschiedlicher Dichten (gering, mittel, hoch)
Diffuse Raumkanten
Brachflächen und ineffiziente Raumnutzung
Deutliche Gebietsränder entlang der Hauptstraßen
Markante Gebietseingänge (Alleen)
Barrieren (große Parzellen/Bahnlinien)
Prägnante Orientierungspunkte (Landmarken)
22
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 23
Analyse
31
Bei der Weststadt handelt es sich vor allem
um einen Gewerbestandort, der für viele
Menschen einen Arbeitsort darstellt und
dessen Angebote von vielen Kölner*innen in
Anspruch genommen werden. Dennoch le -
ben auch viele Menschen in dem Gebiet. Die
unterschiedlichen Gewerbestandorte sind
mit einer Vielzahl an unterschiedlich struktu-
rierten Wohnbereichen verflochten.
Die meisten Gebiete mit einer vorwiegenden
Wohnnutzung befinden sich an den Rändern
der Weststadt und bilden einen Ring um die
Gewerbe- und Industriestandorte. In diesen
Wohnen
Gewerbe
Handel & Dienstleistungen
Bürogebäude
Logistik
Gewerbe & Industrie
Hotels
Freizeit
Bereichen sind auch die meisten wohnbezo-
genen Infrastrukturen und Dienstleistungen
verortet (vgl. Seite 36). An manchen Stellen
finden sich zudem Gemengelagen aus klei -
neren Wohnbereichen, die sich in einem
gewerblichen bzw. industriellen Umfeld be -
finden und dadurch z.T. Belastungen ausge-
setzt sind. Hinzu kommen einige Streulagen,
die weder städtebaulich noch funktional in -
tegriert sind. Hierbei handelt es sich um ein-
zelne Wohnbauten, die in unterschiedlichen
Epochen bis ca. Ende der sechziger Jahre
unmittelbar neben Gewerbebetriebe ge -
setzt wurden.
2.2.1 Arbeiten & Wohnen
Das Spektrum der gewerblichen Nutzungen
im Gebiet ist sehr breit und reicht von indus-
triellen Produktionsstätten über Logistikflä -
chen und großflächigen Einzelhandel bis hin
zu kleineren und größeren Bürogebäuden (34)
sowie Gewerbe-, Freizeit- und Dienstleis -
tungsbetrieben. Auf den ersten Blick ent -
steht im Kartenbild (35) ein sehr heterogenes
und diffuses Bild der Nutzungsverteilung.
Jedoch lassen sich, trotz der hohen funktio -
nalen Durchmischung, Cluster verschiede -
ner Atmosphären bzw. Arbeitswelten erken-
nen. Diese werden im Folgenden identifiziert
und aufgezeigt.
Gewerbetypologien
24
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 25
Analyse
32
33
34
35
Hinterhofgewerbe
In den gemischten Baublöcken rund um
den Helmholtzplatz, südlich der Wilhelm-
Mauser-Straße und zwischen Aachener und
Scheidtweiler Straße (37-39) befinden sich zahl-
reiche gewerbliche Nutzungen. Das Spek -
trum reicht von Büros, Werkstätten, Einzel -
handel, Dienstleistungen bis zu kleinen (in
der Regel nicht störenden) Produktionsbe -
trieben. Die Obergeschosse in den Randbe-
bauungen der Blöcke sind vorwiegend durch
Wohnnutzung besetzt. Zur Venloer Straße
und zur Aachener Straße befinden sich Ein -
zelhandelsnutzungen in den Erdgeschoss -
zonen.
Bürostandorte
Die Weststadt umfasst zwei größere Ver -
waltungs- und Dienstleistungsstandorte mit
einer sehr hohen Arbeitsplatzdichte. Zu -
nächst ist hier der Technologiepark Köln (41; 42)
zu nennen, der sich südlich der S-Bahn Hal -
testelle Müngersdorf befindet. Ein weiterer
Bereich mit einer vorwiegenden Büronut -
zung erstreckt sich von der Ecke Aachener
Straße/Melatengürtel (DKV, Ergo, KVB) (43)
über die Oskar-Jäger-Straße (Deutsches
Rotes Kreuz) bis in die Stolberger Straße
(REWE). Die Gebäudestrukturen sind an
beiden Standorten gekennzeichnet durch
eine sehr hohe Dichte und Geschossigkeit.
Arbeitswelten
26
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 27
Analyse
36
37 38
39
40
41
42 43
Kultur & Kreativwirtschaft
Es lassen sich zwei größere Cluster feststel -
len, in denen sich in den letzten Jahren ins -
besondere Unternehmen im Bereich der Kul-
tur- und der Kreativwirtschaft niedergelassen
haben. Dabei sticht zum einen der Bereich um
die Lichtstraße, das Kontrastwerk (47), das Vul-
kangelände (48) und das Gaswerk heraus. Ein
weiteres Schwerpunktgebiet für kreative und
innovative Unternehmen bildet der Bereich
des Gewerbe- und Landschaftsparkes TRIO-
TOP im äußersten Westen des Gebietes. Wie
im Bereich der Lichtstraße befinden sich auch
hier einzelne kulturelle Einrichtungen (z.B.
Halle Tor 2 (46); Wassermannhalle).
„Drive-In“-Wirtschaft
Das Gebiet entlang der Widdersdorfer Stra-
ße und deren Kreuzungsbereich mit der Os-
kar-Jäger-Straße zeichnet sich durch eine
Vielzahl autoorientierter Dienstleistungen
(Tankstellen, Werkstätten, Autovermietun -
gen, Autohäuser, Autowaschanlagen, groß -
flächiger Einzelhandel) aus.
Die Grundstücke sind meist durch eine flä -
chenintensive eingeschossige Bebauung
sowie durch große mindergenutzte Erschlie-
ßungs- und Parkplatzflächen gekennzeich -
net.
44
28
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 29
Analyse
49
50 51
52
45
47
46
48
Viele der gewerblichen Flächen in der West-
stadt zeichnen sich durch eine geringe
Dichte und durch eine ineffiziente Flächen -
nutzung aus. Zum einen handelt es sich um
Brachflächen wie z.B. im Kreuzungsbereich
Stolberger Straße/Eupener Straße (57) , östlich
des Handelshofes oder im Bereich des Gleis-
dreiecks, die aktuell mit keiner Nutzung be -
legt sind. Daneben prägen jedoch auch vie -
le Parkplatz- und Erschließungsflächen (58)
(insb. in Verbindung mit großflächigem Ein -
zelhandel oder Logistikbetrieben) sowie flä-
chenintensive Gebäudestrukturen das Plan-
gebiet.
Mindergenutzte Flächen
Mindergenutzte Flächen
Großstrukturen
Die Weststadt beherbergt einige große, aut-
arke Logistik- und Gewerbebetriebe. Hierzu
zählen insbesondere das Max Becker-Areal,
das Straßenbahndepot (55) und der Bauhof
der KVB, das AWB-Gelände, der SEGRO
City Park sowie die Firmengelände Bött -
cher (56), Thyssen-Krupp und Coty.
Die großen Gewerbegrundstücke prägen
das Plangebiet und dessen Identität in star -
kem Maße. Darüber hinaus wirken sie auf -
grund ihrer Geschlossenheit an vielen Stel -
len im Quartier als Barriere.
31
Analyse30
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt
53
54 55
56
57
58
59
Die Wohnstandorte im Gebiet konzentrieren
sich in erster Linie auf die Randlagen in Eh -
renfeld (südlich der Venloer Straße und west-
lich des Ehrenfeldgürtels) und in Braunsfeld
(nördlich der Aachener Straße (60) und östlich
der Militärringstraße). Vereinzelt findet man
kleinere Gemengelagen innerhalb der ge -
werblich geprägten Bereiche (insbesondere
nördlich der Stolberger Straße und entlang
der Widdersdorfer Straße). Hier kommt es
an manchen Stellen zu Nutzungskonflikten
zwischen Wohnen, Dienstleistungen und
Gewerbe.
Siedlungen der Gründerzeit
In den Randlagen befinden sich z.T. homo -
gene Wohnsiedlungen aus der Gründerzeit
und vom Beginn des 20. Jahrhunderts. In Eh-
renfeld handelt es sich dabei meist um vier-
bis sechsgeschossige Blockrandbebauun -
gen (64). Ähnliche Strukturen findet man auch
an der Aachener Straße. Eine Besonderheit
stellt hier das Pauliviertel (63) dar, welches 1914
in zweiter Reihe als zwei bis dreigeschossige
Wohnsiedlung errichtet wurde. Ein weiteres
Beispiel aus der Gründerzeit bildet die 1902
in Holzfachwerk erbaute Arbeitersiedlung
des Gaswerkes an der Vitalisstraße (66).
Einfamilienhaus
Mehrfamilienhäuser
Mischnutzung
Soziales
Bildung
Freizeit
Wohntypologien Wohnwelten
32
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 33
Analyse
60
61
62
63
65
64
66
Nachkriegssiedlungen
Große Nachkriegssiedlungen wie man sie
aus anderen Kölner Stadtteilen kennt, sind
in der Weststadt nicht zu finden. Die Stand -
orte beschränken sich auf einzelne Gebäude
in Gemengelagen sowie auf kleinere Sied -
lungseinheiten in Braunsfeld (z.B. südlich
Alsdorfer Straße; Peter von Fliestedenstra -
ße (69); Echternacher Straße) und in Müngers-
dorf (z.B. Manstedter Weg (68; ,70) ; Dansweiler
Weg). In Ehrenfeld entstanden nach dem
Krieg mehrere Wohngebäude im Zusam -
menhang mit der gewerblichen Entwicklung
in den Hinterhöfen zwischen Wilhelm-Mau-
ser Straße und Vogelsanger Straße.
Moderne Wohnsiedlungen
In den letzten 30 Jahren sind mehrere Wohn-
standorte in der Weststadt hinzugekommen.
Beispiele sind die Wohnanlage zwischen Me-
latengürtel und Oskar-Jäger-Straße, der „Park
Linné“ in Braunsfeld, die „Paulihöfe“ oder das
im Bau befindliche „Ehrenveedel“ auf dem
ehemaligen Güterbahnhofsgelände. Kenn -
zeichnend für alle dieser Siedlungen ist deren
hohe Dichte, eine homogene Architektur und
ihre geschlossene, inselhafte Lage im Sied -
lungskontext. Häufig befinden sich die Ge -
biete in zweiter Reihe auf ehemals gewerblich
genutzten Grundstücken (z.B. am Grünen
Weg (74) oder östlich des Maarweges (72; 73) ).
34
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 35
Analyse
67
68
69 70
71
72
74
73
75
Die Versorgungseinrichtungen in der West -
stadt (Einzelhandel, Gastronomie, Ju -
gend- und Bildungsinfrastruktur, Spiel- und
Sportflächen) sind vorwiegend im Umfeld
der Wohnstandorte zu finden. Als Stadtteil -
zentren fungieren im nördlichen Bereich die
Venloer Straße (Ehrenfeld/Bickendorf) und
im Süden die Aachener Straße (Braunsfeld).
Insbesondere im Bereich der Widdersdorfer
Straße und der Oskar-Jäger-Straße befinden
sich zudem mehrere Standorte großflächiger
autoorientierter Einzelhandelsbetriebe (76).
Ansonsten ist die Versorgungslage innerhalb
des gewerblich geprägten Gebietes eher lü-
ckenhaft.
Versorgungszentrum
Gebiete mit Wohnnutzung
Supermärkte
Berufsbildende Einrichtungen
Schulen
Kindergärten
Sport-& Spielplätze
Schwerpunkt Gewerbenutzungen
Schwerpunkt Mischnutzung
Schwerpunkt Wohnnutzungen
Baustrukturen außerhalb
Brachflächen / laufende Transformationen
ineffiziente Flächennutzung
punktuelle Nahversorgung innerhalb des Gebietes
Barrierewirkung durch Bahntrasse und Große Grundstücksparzellen
Versorgungszentren insbesondere in den Randlagen
36
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 37
Analyse
Versorgung und soziale Infrastruktur Synthesekarte 2: Wohnen und Arbeiten
76
77
78
79
Die Weststadt liegt zwischen Inneren und
Äußeren Grüngürtel. In unmittelbarer Nähe
des Gebietes befinden sich zahlreiche größe-
re, attraktive Grünflächen. Über den Wasser-
mannpark (81) bzw. über die Belvederebrücke
besteht im Westen eine Verbindung des Ge-
bietes zum äußeren Grüngürtel. Außerhalb
des Gebietes liegen der Melatenfriedhof im
Osten, der Kölner Stadtwald im Süden, das
Biesterfeld und der Rochuspark im Norden.
Eine Vernetzung der genannten Grünflächen
mit der Weststadt ist nicht gegeben.
Hinsichtlich des Landschaftsbildes stellt sich
die Weststadt als ein Standort ohne qualitativ
ausreichende Grünflächen dar. Mit Ausnah-
me der Parkanlage im Bereich des Wasser -
mannsees beschränken sich die öffentlichen
Grünanlagen im Gebiet auf vereinzelte Klein-
gärten sowie auf kleinere, nicht miteinander
vernetzte Grünflächen (pocket parks) in den
Wohnsiedlungen (82). Ansonsten wird das Ge-
biet geprägt durch fragmentierte Restgrün -
flächen und Gehölzbestände, die sich zumeist
im Bereich der Bahntrassen (Gleisdreieck,
Clarenbachplatz (83), Luisenviertel) oder auf
den gewerblichen Brachflächen (Max Be -
cker-Areal, Eupener Straße) befinden.
Grünflächen
öffentliche Grünräume
Kleingärten
Rochuspark
Melaten Friedhof
Rhein-Energie-Stadion
Äußerer
Grüngürtel
Wassermannpark
Biesterfeld
Belvedere
Helmholtzplatz
Leo-Amann Park
Stadtwald
Parkplatz
Rhein Energie Stadion
38
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 39
Analyse
2.2.2 Stadtgrün & Klima
80
81
82
83
84
Die Fragmentierung der öffentlichen Grün -
flächen spiegelt sich auch in der Straßen -
begrünung wider. Während in manchen
Straßenräumen wertvolle Alleestrukturen
vorzufinden sind (z.B. südlicher Maarweg (85),
Helmholtzstraße, Stolberger Straße), man -
gelt es insbesondere im Gebietsinneren an
einer ausreichenden Straßenbegrünung (86), .
Die Straßenbäume in der Weststadt sind zu-
dem angesichts der starken Versiegelung
und der gewerblichen Nutzung extremen
Bedingungen (z.B. Luftverschmutzung,
Schadstoffeinträge, Parken, Bodenverdich -
tung, Hitze- und Trockenstress) ausgesetzt.
öffentliche Grünräume
Straßenbäume beidseitig
Kleingärten
Straßenbäume einseitig
Straßenbäume
Aufgrund der starken Versiegelung (89), und
des geringen Grünanteils im Gebiet, kommt
es an heißen Sommertagen in der Weststadt
zu einer erhöhten Belastung durch Hitze.
Die durch das Kölner Amt für Umwelt- und
Verbraucherschutz erstellte Hinweiskarte
zum FNP weist beinahe das gesamte bebau-
te Gebiet in der Weststadt als hitzebelas -
teten Bereich aus. Lediglich die Grünstruk -
turen nördlich des TRIOTOP-Geländes, in
Ehrenfeld und entlang der Militärringstaße
sowie die Brachflächen im Gleisdreieck und
entlang der Bahntrassen erfüllen in Som -
mernächten eine Funktion als klimaaktive
Freifläche für die Kaltluftproduktion.
Hitze belastete Siedlungsflächen
hohe Hitze belastete Siedlungsflächen
sehr hohe Hitze belastete Siedlungsflächen
klimaaktive Freiflächen
Quelle: Stadt Köln, Planungshinweiskarte Hitze
Hitzebelastung
40
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 41
Analyse
85
86
87
88
89
90
Durch den großen Anteil versiegelter Flä -
chen besteht auch ein erhöhtes Risiko, dass
es bei einem Starkregenereignis in der West-
stadt zu Überflutungen kommt. Die Starkre-
gengefahrenkarte der Stadtentwässerungs-
betriebe (StEB Köln) zeigt, wo Gefahren
durch Sturzfluten und Starkregen bestehen.
Grundsätzlich ist das gesamte Gebiet durch
Überflutungen infolge von Starkregen ge -
fährdet. Je nach örtlicher Topographie ist das
Risiko jedoch sehr unterschiedlich. Gebäude
in Senken und mit ebenerdigen Zugängen
oder Zufahrten sind beispielsweise mehr ge-
fährdet, da die Wassermassen hier abfließen
und sich sammeln können.
geringe Starkregengefährdung
hohe Starkregengefährdung
mäßige Starkregengefährdung
sehr hohe Starkregengefährdung
Synthesekarte 3: Stadtgrün und Klima
Überflutungsgefahr
Grünflächen außerhalb des Gebietes (Mangelnde Vernetzung)
bestehende Pocket Parks in Wohnquartieren
Gründefizite (öffentlich/privat)
Lückenhafte Straßenbegrünung
Erhöhte Hitzebelastung durch Gründefizite und starke Versiegelung
Erhöhte Überflutungsgefahren bei Starkregen aufgrund Gebäudestruktur und
Versiegelungsgrad
42
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 43
Analyse
91
92
93
94
Der Verkehr in der Weststadt wird heute in
hohem Maße durch den Autoverkehr do -
miniert. Ein Grund hierfür ist sicher die gute
Einbindung des Gebietes in das stadtre -
gionale Straßennetz. Die radialen und ring -
förmigen Hauptverkehrsstraßen stellen die
Anbindung an das Autobahnnetz sicher. Die
angrenzenden Straßen (Militärring, Gürtel,
Venloer und Aachener Straße) bilden wichti-
ge Routen für den überörtlichen Verkehr.
Die Weststadt selbst weist eine hohe
Verkehrserzeugung auf, sowohl durch
gewerblichen LKW- als auch durch einen
erheblichen PKW-Pendlerverkehr. Für die
Aufnahme dieser Verkehrsströme stehen
in Ost-West-Richtung die Widdersdorfer
Straße und die Vogelsanger Straße zur Ver -
fügung. In Nord-Süd-Richtung sind dies der
Melatengürtel, die Oskar-Jäger-Straße und
der Verkehrszug Maarweg/Äußere Kanal -
straße. Für den Verkehr aus dem Gewerbe -
bereich Braunsfeld in Richtung Ehrenfeld
und in die nördlichen Stadtteile ist weiterhin
die Vitalisstraße von Bedeutung.
Die Dominanz des Kfz-Verkehrs im Gebiet
spiegelt sich auch im inneren Straßennetz
wieder. An vielen Stellen im Gebiet, insbe -
sondere auf den Hauptstraßen, ist die Ver -
kehrs- und Lärmbelastung durch den ge -
werblichen und privaten Autoverkehr sehr
hoch. Die großen Gewerbeparzellen im Ge -
bietsinneren werden zusätzlich durch Stich-
straßen erschlossen. Die Durchwegung
dieser Grundstücke für den Rad- und Fuß -
verkehr ist hier allerdings - anders als in den
Wohnquartieren - nur eingeschränkt bzw.
gar nicht möglich. Die meisten neuen Wohn-
standorte sind autoarm gestaltet und eben -
falls nur über Stichstraßen erschlossen.
Straßen- und Wegenetz
44
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 45
Analyse
2.2.3 Verkehr & Mobilität
95
96
97
98
Die Qualität der Fahrradinfrastruktur in der
Weststadt ist sehr unterschiedlich zu be -
werten. Einen durchgehend ausgebauten
Radweg findet man derzeit nur auf den die
Weststadt begrenzenden Straßen (Gür -
tel, Venloer und Aachener Straße) sowie
auf den zentralen Achsen durch das Gebiet
(Widdersdorfer Straße (99) und Maarweg (100)
bzw. Äußere Kanalstraße). In den übrigen
Straßenräumen überwiegen (markierte und
nicht markierte) Radführungen über die
Fahrbahn. Insbesondere im Bereich der Os -
kar-Jäger-Straße befinden sich die vorhan -
denen Radwegabschnitte zum Teil in einem
schlechten Zustand.
Baulicher Radweg
Markierte Radverkehrsführung
auf Fahrbahn
Kein Radweg vorhanden
Die Erschließungsqualität mit dem ÖPNV ist
in den Randbereichen der Weststadt als sehr
gut zu bezeichnen. Die Stadtbahnlinien ent-
lang des Gürtels sowie an der Aachener und
Venloer Straße sorgen hier für eine gute An-
bindung an das ÖPNV-Netz der Stadt Köln.
Der S-Bahn-Haltepunkt in Müngersdorf
bzw. der DB-Bahnhof in Ehrenfeld stellen die
Anbindung an das regionale bzw. nationale
Schienennetz der Deutschen Bahn sicher.
Das Gebietsinnere der Weststadt ist dage -
gen nur mit einem Netz von insgesamt sechs
Buslinien erschlossen (104). Die Taktung der
Buslinien ist dabei vielerorts sehr gering.
Buslinie 139 (Wasseramselweg - Longericher Str.)
Buslinie 140 (Köln Aachener Str./Gürtel - Ebertplatz)
Buslinie 141 (Weiden Zentrum - Kolkrabenweg) +
Buslinie 143 (Saarstr. - Bocklemünd)
Buslinie 172 (Widdersdorf - Dom HBF) +
Buslinie 173 (Weiden - Dom HBF)
Straßenbahn
S-Bahn
Bushaltestelle
Stadtbahnhaltestelle (z.T. auch Bus)
S-Bahnhaltestelle
Radwegenetz ÖPNV-Erschließung
46
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 47
Analyse
99
100
101
102
103
104
Das vorhandene Netz an Bahn-, Stadtbahn-
und Buslinien in Weststadt stellt eine Er -
reichbarkeit der meisten Bereiche im Gebiet
sicher. Die Karte zeigt die jeweiligen Einzugs-
bereiche der Haltestellen.
Defizite hinsichtlich der Anbindung mit dem
öffentlichen Nahverkehr lassen sich insbe -
sondere im zentralen östlichen Bereich der
Weststadt (vom ehemaligen Güterbahn -
hof über das Max Becker-Areal und das Alte
Gaswerksgelände bis hin zur Osterinsel) er -
kennen. Eine Entwicklung und eine stärke -
re Durchmischung der genannten Gebiete
macht hier eine Optimierung der ÖPNV-Er-
schließungsqualität erforderlich.
300 Meter Einzugsgebiet um Bus-Haltestelle
400 Meter Einzugsgebiet um Stadtbahn-Haltestelle
800 Meter Einzugsgebiet um S-Bahn-Haltestelle
Erreichbarkeiten ÖPNV Synthesekarte 4: Verkehr und Mobilität
Gute Anbindung der Ränder an schienengestützten Personennahverkehr (SPNV)
vereinzelt Buserschließung im Gebiet
Raderschließung insgesamt lückenhaft und z.T. defizitär ausgestattet
Dominanz des Autoverkehrs (PKW/LKW)
schlechte Durchwegung großer Gewerbeparzellen
Lärmbelastung durch Bahn
Schlechte Erreichbarkeit des SPNV
Schlechte Erreichbarkeit des SPNV und des Busnetzes
48
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 49
Analyse
105
106
107
108
3. ZIELBILD
Aufbauend auf den Erkenntnis -
sen der Bestandsanalyse wurden
allgemeine Ziele für die zukünf -
tige Entwicklung der Weststadt
formuliert. Diese Ziele wurden
auf drei Betrachtungsebenen
konkretisiert, kartographisch im
Raum verortet und am Ende in
einem integrierten Zielbild für die
Weststadt zusammengefügt.
50 51
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt Zielbild
109
3.1 Zielfindung
Durch die Bestandsanalyse wurden die Qua-
litäten, die Mängel und die Potenziale der
Kölner Weststadt identifiziert. In der Zu -
sammenschau der Aussagen der Rahmen -
planung von 2004, der Stadtstrategie Kölner
Perspektiven 2030 sowie der zahlreichen
Hinweise und Anregungen aus den unter -
schiedlichen Beteiligungsformaten im Rah -
men des Zielbildprozesses (Workshops, MU-
RAL, Öffentlichkeitsbefragung), konnten im
nächsten Schritt die Herausforderungen für
die Zukunft der Weststadt abgeleitet werden.
Insbesondere der Klimawandel, die Mobi -
litätswende, der anhaltende Wachstums -
druck und die zunehmende Verzahnung von
Wohnen und Arbeiten bilden raumrelevante
Herausforderungen, denen sich die West -
stadt stellen muss, um die Lebensqualität im
Gebiet auch in Zukunft zu erhalten.
Mit Blick auf diese Herausforderungen konn-
ten drei Oberziele für die Entwicklung der
Kölner Weststadt formuliert werden:
Ziel 1: Entwicklung einer zukunftsfähigen,
vielseitigen und lebenswerten West-
stadt für alle!
Ziel 2: Erhöhung des Grünvolumens und
Anpassung der Weststadt an die
Folgen des Klimawandels!
Ziel 3: Schaffung der Voraussetzungen für
eine klimaschonende Mobilitäts-
wende in der Weststadt!
Ein räumliches Zielbild steht für eine gleich -
berechtigte und integrierte Betrachtung von
Siedlung, Freiraum und Mobilität. Dennoch
macht es zunächst Sinn, die einzelnen Berei-
che gesondert und vertieft zu betrachten.
Für jedes der drei genannten Ziele wurden
daher strategische Unterziele formuliert und
die folgenden drei Themenkarten erstellt, in
denen die wichtigsten raumbezogenen Ziele
dargestellt sind:
1. Wohn- und Arbeitswelten
2. Grünes Netzwerk
3. Bewegungsraum
Die Themenkarten und die darin enthalte -
nen Zielsetzungen werden im Folgenden
näher erläutert.
Am Ende werden die drei Betrachtungsebe-
nen im Zielbild dann miteinander verbunden
und ihre Wechselwirkungen positiv mitein -
ander verknüpft.
Ziel 1:
Entwicklung einer
zukunftsfähigen, vielseitigen
und lebenswerten Weststadt
für alle!
Ziel 2:
Erhöhung des Grünvolumens
und Anpassung der Weststadt
an die Folgen des
Klimawandels!
Ziel 3:
Schaffung der Voraussetzun-
gen für eine klimaschonende
Mobilitätswende in der
Weststadt!
52
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 53
Zielbild
110
111
112
Wohn- & Arbeitswelten: Strategische Ziele
• Sicherung von Standorten für produzierendes und emittierendes Gewerbe
• Abbau von Nutzungskonflikten zwischen Wohn- und Gewerbenutzungen
• Standortgerechte Erhöhung der Dichten („Dreifache Innenentwicklung“)
• Förderung der Vielfalt und Vermeidung von Monostrukturen („24/7 Stadt“)
• Erhalt und Ausbau der Kleinteiligkeit und der Nutzungsmischung
• Schaffung eines kinder-, jugend- und familienfreundlichen Quartiers
• Erhalt der Clubkultur
• Bereitstellung bezahlbarer Arbeits- und Wohnraumangebote
• Schaffung von Zugängen zu Bildung und Qualifikationsangeboten
• Sichtbarmachen der Industriekultur
• Erhalt und Schaffung von Räumen für Freiheit, Flexibilität und Kreativität
Der Beteiligungsprozess zum Zielbild hat
verdeutlicht, dass die Lebensqualität in der
Weststadt vor allem durch eine Stärkung ih-
rer funktionalen Vielseitigkeit erhöht werden
kann. Das Gebiet soll sich aus Sicht der Mehr-
heit aller Beteiligten in Zukunft noch mehr
als heute zu einem Quartier entwickeln, in
dem verschiedene Nutzungen ihren Stand -
ort finden bzw. behalten können. Bestehen-
de Wohn- und Gewerbestandorte sollen
dafür gesichert und qualifiziert werden. An
ausgewählten Standorten kann dagegen
die schon begonnene Durchmischung des
Gebietes mit modernen Arbeitsplätzen und
Wohnnutzungen fortgesetzt werden. Aller -
dings muss diese Transformation - anders als
in der Vergangenheit - einhergehen mit ei -
ner Schaffung ausreichender und vielseitiger
Nahversorgungs-, Bildungs-, Kultur-, Grün-
und Freizeitangebote.
Angestrebt wird eine funktionale Nutzungs-
vielfalt im Sinne des in der Fachwelt etab -
lierten städtebaulichen Leitbildes der „Stadt
der kurzen Wege“, das eine Reduzierung von
Mobilitäts- und Transportbedürfnissen er -
möglicht und Wohnen, Gewerbe, Büro, Frei-
zeit, Erholung, Kultur und Gastronomie auf
intelligente Weise verzahnt.
Eine stärkere Durchmischung von Arbeiten,
Wohnen und Freizeitgestaltung bietet ge -
genüber einer funktionellen Trennung klare
Vorteile. In einem gemischten Quartier kann
sich ein Großteil des städtischen Lebens ab-
spielen. Dadurch kann ein Identifikationsort
entstehen, der sich an den Bedürfnissen der
Nutzer ausrichtet und an dem sich eine Ge -
meinschaft entwickelt, die dort lebt, arbeitet,
konsumiert und interagiert.
Sicherung von Industrie und Gewerbe
Die Weststadt ist und wird auch in Zukunft in
großen Teilen vorrangig ein Gewerbestand -
ort bleiben. Das Zielbild sieht hier zwei Berei-
che. Das Gebiet nördlich der Bahntrasse und
westlich des Maarwegs bzw. der Vitalisstraße
soll als Standort für industrielle und gewerbli-
che, emittierende Nutzungen im Bereich der
Produktion, des Transportes und des Han -
dels erhalten und gestärkt werden. Den be -
stehenden produzierenden und industriellen
Betrieben soll die Möglichkeit zur Expansion
an ihrem Standort gegeben werden, um so
zur Standortsicherung beizutragen.
In den Gewerbegebieten südlich der Bahn -
trasse hat in den vergangenen Jahrzehnten
bereits an einigen Stellen eine Tertiärisierung
und teilweise auch eine Durchmischung mit
Wohnnutzungen stattgefunden. Zukünf -
tig soll dieser Bereich der Weststadt daher
als Standort für nicht störendes Gewerbe
und Dienstleistungen entwickelt werden.
Das Areal bietet dabei insbesondere Raum
für Kreative, die Nischen im Stadtgefüge
suchen. Bereits heute sind erste Kerne der
Kultur- und Kreativwirtschaft vorhanden.
Die zunehmende Besetzung der Gewerbe -
standorte in Richtung störungsfreier Gewer-
be- oder Dienstleistungsbetrieben kann die
weitere kreativwirtschaftliche Entwicklung
der Weststadt voranbringen.
Die noch bestehenden produzierenden
und industriellen Betriebe sollen hier in ih -
rer Existenz nicht eingeschränkt werden. Es
muss sichergestellt werden, dass Gewerbe,
Handwerk und Industrie nicht in Erwartung
höherer Grundstückspreise durch andere
Nutzungen verdrängt werden.
Städtebauliche Aufwertung des Gewerbes
Angesichts der derzeit geringen baulichen
Höhen, der großen ebenerdigen Stellplatz -
anlagen sowie der teilweise minder- oder
ungenutzten Gewerbeflächen in der West -
stadt, soll hier langfristig durch die Stapelung
von Gewerbe und Dienstleistungen sowie
durch eine effizientere Flächennutzung eine
städtebauliche Aufwertung erfolgen. In be -
sonderem Maße gilt dies für die Grundstü -
cke der autoorientierten Dienstleistungen
entlang der Widdersorfer Straße, die heute
durch große mindergenutzte Erschließungs-
und Parkplatzflächen gekennzeichnet sind.
Die zu den neuen grünen Wegeverbindun -
gen (siehe S. 57 ff.) ausgerichteten Gewerbe-
flächen sollen gestalterisch und funktional
aufgewertet werden, um hier die Adressbil -
dung zu stärken.
Erhalt des industriekulturellen Erbes
Die noch vorhandenen historischen Indus -
trieanlagen und -gebäude in der Weststadt
hal ten nicht nur die In dus trie ge schich te
der Weststadt le ben dig, son dern sind auch
Zeug nis des Struk tur wan dels und heu te teil-
weise Schau platz für Kunst, Kul tur und Krea-
tiv wirt schaft. Soweit dies möglich ist, sollte
das verbleibende industriegeschichtliche
Erbe in der Weststadt für die Bevölkerung
erhalten, zugänglich oder auch nutzbar ge -
macht werden.
Qualifizierung der Wohngebiete
Die Weststadt ist, insbesondere an den Rän-
dern, für viele Menschen auch ein Wohn -
standort. Diese Wohnnutzungen der beste -
henden Wohngebiete sollen erhalten und
punktuell qualifiziert werden (Gestaltung,
Vernetzung, öffentliche Räume, Mobilität
etc.).
Transformation von Mischquartieren
Die Themenkarte (Seite 58) stellt zwei Berei-
che dar, in denen für die Zukunft ein Poten -
zial zur Transformation von einer vorwiegend
gewerblichen Nutzung hinzu einem durch -
mischten Standort gesehen wird. Dabei han-
delt es sich zum einen um den Bereich zwi -
schen Maarweg und der Vogelsanger Straße
(„Gaswerkquartier“ bzw. „Lichtquartier“) so -
wie zum anderen um das Gebiet zwischen
54
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 55
Zielbild
3.1.1 Wohn- & Arbeitswelten
Raum für Freiheit &
Kreativität
Erhalt und
Ausbau der
Clubkultur
Industriekultur
vorhanden
städtebauliche Gestaltungsmängel
der Logistik- und Gewerbebetriebe
Konflikte zwischen
Wohnen und Gewerbe
in Gemengelagen
monofunktionale
Bürogebiete
Aneignung durch
alternative und
kreative Nutzungen
Erhalt von Flächen für
(störende) Produktion
& Logistik
Stapelung von
Parkplätzen in
Quartiersgaragen
Raum für Jugend- und
Bildungsinfrastruktur
flächenintensive
Erschließungs- und
Parkplatzflächen
Aufwertung öffentlicher
Räume in Wohnquartiereninselhafte
Neubaugebiete
Erhalt, Vernetzung und
Qualifizierung der
Bestandswohnsiedlungen
Bestandsquartiere in
Gemengelagen
ineffiziente
Raumnutzung
Sicherung der Nah -
versorgung
Kreative Mischung von
Arbeiten und Wohnen
dem Low-Line-Park und der Haltestelle Aa -
chener Straße/Gürtel („Melatenquartier“).
Nutzungsmischung bedeutet an diesen
Standorten ein ausgewogenes Verhältnis
zwischen Gewerbe, Handwerk, Wohnen,
Büro, Bildung, Versorgung, Freizeit, Grün,
Kultur, Sozialem und Kreativräumen. Die
Durchmischung umfasst dabei auch ein dif -
ferenziertes Angebot an geförderten, preis -
gedämpften und gehobenen Wohn- und
Arbeitsflächen für alle Generationen und
Zielgruppen. Zudem wird der Anspruch ver -
folgt, Neues auszuprobieren und selbstorga-
nisierten gemeinschaftlichen Wohnformen
Realisierungschancen zu geben.
Kultur erhalten & (Frei-)Räume schaffen
Die bereits vorhandenen Standorte der
Clubkultur und anderer Einrichtungen sol -
len durch ein attraktives Spektrum an kul -
turellen Angeboten und durch kreative
Anziehungspunkte für unterschiedliche
Bevölkerungsgruppen im Quartier ergänzt
werden. Dazu sind neben kommerziellen
Angeboten auch kreative („Frei“-) Räume
und Experimentierflächen für die freie Sze -
ne, für Bürgerschaftsinitiativen und für tem-
poräre Zwischennutzungen zu schaffen.
Ausbau der Jugend-/Bildungsinfrastruktur
Im Zuge der weiteren Entwicklung der
Weststadt sind bedarfsgerecht Schulen,
Kindertageseinrichtungen, Spielplätze und
Jugendangebote bereitzustellen. Darüber
hinaus muss die Chance ergriffen werden,
bislang ungedeckten Bedarfslagen im Be -
reich der Jugend- und Bildungsinfrastruktur
in einem über die Weststadt hinaus gehen -
den Umgriff zu begegnen.
Sicherstellung der Nahversorgung
Die Transformation der Weststadt muss
(insbesondere im Gebietsinneren) auch mit
einer Verbesserung der Versorgungssitua -
tion einhergehen. Insbesondere bei der Ent-
wicklung der neuen Mischgebiete (z.B. dem
Gaswerkquartier) müssen an zentraler Stelle
- im Sinne der Stadt der kurzen Wege - lokale
Angebote zur Nahversorgung geschaffen
werden. Weitere potenzielle Standorte für
kleinere Versorgungszentren werden im
Bereich südlich des S-Bahn-Haltepunktes
„Technologiepark Köln-Müngersdorf“ und
im Melatenquartier gesehen.
Sicherstellung von Lärmschutzmaßnahmen
Insbesondere entlang der linearen Lärm -
quellen (Hauptstraßen, Bahntrasse) in der
Weststadt sind lärmmindernde Maßnahmen
(durch Städtebau, Nutzungsanordnung, Be-
grünung, technische Lösungen) erforderlich,
um die Wohn- und Arbeitsstandorte vor Im-
missionen zu schützen.
Status Quo: Zielzustand:
Einbindung
von Gebäuden
der Industrie -
geschichte
Schaffung von Puf -
ferzonen zwischen
störendem Gewerbe
und Wohnen
56
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 57
Zielbild
113 114
Themenkarte 1: Wohn- & Arbeitswelten
Grün- und Freiflächen
Siedlungsflächen
Bahntrasse
S-Bahn Haltestelle (Einzugsgebiet 800 Meter)
Stadtbahn Haltestelle (Einzugsgebiet 400 Meter)
Kleingartenanlagen
übergeordnete Grünverbindungen
bestehende Zentren
U
S
Bestand
Raumrelevante Zielsetzungen
Transformation von Gewerbestandorten in urbane Misch-
quartiere (ausgeglichenes Verhältnis von bezahlbarem Woh-
nen und nicht störendem Gewerbe inkl. Nahversorgung)
Emissionsarmes verarbeitendes Gewerbe als Puffer zwischen
Produktionsflächen und Misch-/Wohngebieten
Sicherung von Gewerbestandorten für Produktion, Lagerung,
Transport und Logistik
Qualitative und flächeneffiziente Gewerbeentwicklung
(städtebauliche Aufwertung z.B. durch Nachverdichtung und
Stapelung)
„Serviceallee“ Widdersdorfer Straße (Sicherung und
städtebauliche Aufwertung von Flächen für kundenorientierte
Dienstleistungen und Handel)
Schaffung eines neuen Quartierszentrums zur Verbesserung
der Nahversorgung
Einbindung identitätsstiftender Gebäude der lokalen
Industriegeschichte
Lärmschutzmaßnahmen entlang der Bahntrasse
Raum für Kleingewerbe und Nahversorgung i.V.m. neuen
Wohnflächen (z.B. Kleingewerbe, Schuster, Klempner,
Copy-Shop, Radwerkstätten etc.)
Sicherung und Entwicklung zu Gewerbestandorten für Klein-
gewerbe, Dienstleistungen, Forschung und Handel
Erhalt und Stärkung von Gebieten mit
vorwiegender Mischnutzung
Erhalt und Stärkung von Gebieten mit
vorwiegender Wohnnutzung
Bedarfsgerechter Ausbau der Jugend- und Bildungsinfra-
struktur i.V.m. neuen Wohnflächen (Schulen, Kitas, sonstige
Jugendangebote)
Sicherung der vorhandenen Bildungsinfrastruktur (Schulen)
Bereitstellung nicht kommerzieller (Frei)räume, in denen
kreative Konzepte erprobt und gelebt werden können (Zwi-
schennutzungen, Märkte, Labore)
Sicherung und Erhalt der (Club-)Kultur
Neuer Raum für (Club-)Kultur
+
+
Rückseiten der Gewerbeflächen umgestalten
(Potenziale für eine Adressbildung)
Erhalt und Erweiterung des Angebots zur beruflichen Bildung
Weiterentwicklung der Kreativwirtschaft im Quartier
59
Zielbild58
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt
115
Grünes Netzwerk: Strategische Ziele
• Erhalt bestehender Biotope, Grünflächen und Baumbestände
• Erhöhung des Grünvolumens und Schaffung neuer Grünflächen
• Schaffung grüner wohnungsnaher Rückzugsorte
• Bessere Vernetzung des Stadtgrüns
• Erhöhung der Resilienz gegenüber Klimafolgen
• Minderung der Immissionen (Lärm, Luft und Licht)
• Förderung der Biodiversität
• Sicherung der Kaltluftzufuhr
• Förderung von Bewegung und Individualsport im Quartier
• Langfristige Herstellung einer Klimawandelneutralität
• Erweiterung der Nutzungsvielfalt von Freiräumen
Die Bestandsanalyse hat verdeutlicht, dass in
der Weststadt erhebliche Gründefizite be -
stehen. Der Bedarf an einer tiefgreifenden
Ergänzung des Stadtgrüns und an einer Ver-
besserung der Freiraumqualitäten wurde im
Rahmen der Workshops zum Zielbildprozess
sowie durch die Befragung der Öffentlichkeit
noch einmal deutlich unterstrichen.
Die Entwicklung der Freiräume spielt eine
Schlüsselrolle für die Zukunft der Weststadt.
Grünflächen können zum ökologischen und
in zunehmendem Maße auch zum klimati -
schen Ausgleich im Gebiet beitragen. An -
gesichts der zu erwartenden steigenden
Hitzebelastung durch den Klimawandel, wird
es zukünftig immer wichtiger, die Kaltluftpro-
duktion in Verbindung mit einer effektiven
Durchlüftung zu sichern und die kühlenden
Effekte auch kleiner Grünflächen im dicht
bebauten Siedlungsgefüge zu bewahren
und zu stärken. Die Freiräume in der West -
stadt müssen zudem durch den Rückhalt
von Niederschlägen die Risikovorsorge im
Zusammenhang mit Starkregenereignissen
unterstützen.
Als Freizeit- und Bewegungsräume für den
Fuß- und Radverkehr, als Kommunikations-
und Begegnungsorte, als Spiel- und Expe -
rimentierfelder erfüllen die Freiräume in der
Weststadt wichtige soziale und gesund -
heitsfördernde Funktionen. Darüber hinaus
übernehmen sie raumstrukturelle und ästhe-
tische Aufgaben, indem sie den Siedlungs -
körper der Weststadt gliedern und in ihren
vielfältigen Ausprägungen und Typologien
zentrale Elemente des Siedlungsgefüges bil-
den. Freiräume prägen damit entscheidend
die Attraktivität des Gebietes.
Der Schutz, die Qualifizierung und die Erwei-
terung der Freiräume spielt eine entschei -
dende Rolle für die zukünftige Entwicklung
der Weststadt. Ziel muss es dabei sein, mit
hochwertigen Grünstrukturen funktionale
Beziehungen im Gebiet zu sichern oder neu
zu schaffen, Risikovorsorge gegenüber Kli -
maeinflüssen zu betreiben, Quartiere gezielt
aufzuwerten und miteinander durch Grün
zu vernetzen, untergenutzte Flächen zu re -
integrieren sowie kollektive oder temporäre
Nutzungen zu ermöglichen. Dabei müssen
nicht nur die Nachhaltigkeit und die Resilienz
im Fokus stehen, sondern auch Aspekte der
Umweltgerechtigkeit und der menschlichen
Gesundheit betrachtet werden.
Die Themenkarte „Grünes Netzwerk“ (Sei -
te 64) übersetzt diese Zielsetzungen in ein
räumliches Konzept. Viele der hier enthal -
tenen raumbezogenen Ziele waren schon
in der Rahmenplanung von 2004 verankert
und wurden im Zuge des Zielbildprozesses
bekräftigt und teilweise ergänzt.
Begrüntes Wegenetz
Eines der zentralen Elemente des grünen
Netzwerkes in der Weststadt bildet das - ins-
besondere entlang der (ehemaligen) Bahn -
strecken verlaufende - begrünte Geh- und
Radwegesystem. Dadurch werden der Bevöl-
kerung attraktive straßenabseitige Freizeit -
routen zwischen den Stadtteilen Ehrenfeld,
Braunsfeld und Müngersdorf angeboten
und die außerhalb des Gebietes liegenden
Grünflächen miteinander verbunden.
An manchen Stellen im Netzwerk sind zur
Realisierung des grünen Netzes Wegerech-
te zu beschaffen (z.B. an der „Low Line“),
Engstellen zu überwinden (z.B. im Techno -
logiepark) und Kreuzungsmöglichkeiten zu
gewährleisten (z.B. Landschaftsbrücke an
der Weinsbergstraße). Bei den Wegever -
bindungen sollte es sich mindestens um be-
grünte Fahrradstraßen bzw. Gehwege mit
mindestens einem einseitigen Baum oder
Gehölzpflanzung handeln.
Grüne Straßen
Das grüne Wegesystem wird ergänzt durch
das bestehende Straßennetz der Weststadt.
Dieses soll hinsichtlich seiner Begrünung
gestalterisch aufgewertet werden. Hierzu
sollen die vorhandenen Straßenbäume er -
halten, gepflegt und – wo erforderlich – mit
klimawandelresistenten Neupflanzungen
ergänzt werden. Neben Straßenbäumen sol-
len im Rahmen gegebener Möglichkeiten
auch zusätzliche Begrünungselemente (z.B.
Pflanzbeete, Versickerungsmulden) ergänzt
werden, die im Sinne der „Schwammstadt“
die Anpassung öffentlicher Räume an Klima-
folgen unterstützen.
Erhalt und Schaffung von Grünflächen
Den Bestand an schützenswerten Grün- und
Freiraumstrukturen in der Weststadt gilt es
zu sichern, zu vernetzen und im Rahmen ge-
gebener Möglichkeiten quantitativ wie qua-
litativ auszubauen. Das Gebiet verfügt hierzu
über einige nutzbare Flächenpotenziale, die
genutzt werden können. Neben den vor -
handenen Kleingarten- und Parkanlagen
im Gebiet (z.B. am Wassermannsee) zählen
hierzu insbesondere die Brachflächen ent -
lang der Güterbahnstrecken (Gleisdreieck,
Osterinsel S-Bahn-Haltestelle Müngers -
dorf), der Stadionparkplatz am Militärring
sowie die größeren Grünstrukturen auf dem
Gelände der Firmen Coty und Max Becker.
Die größten Potenziale für eine tiefgreifen -
de Verbesserung des Freiraumangebotes in
der Weststadt bietet das Gleisdreieck der
Klüttenbahn im Bereich Maarweg/Stolber -
ger Straße. Die Themenkarte sieht vor, die -
sen Bereich als zentral gelegene Grünfläche
(„Gleispark“) mit hoher Aufenthaltsqualität
auszubauen und durch die grünen Wege -
verbindungen mit den angrenzenden Quar-
tieren zu vernetzen.
Multicodierung von Freiflächen
In einem urbanen Kontext, wie der Weststadt,
60
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 61
Zielbild
3.1.2 Grünes Netzwerk
Multifunktionale
Freiflächen
Temporäre
Rückhalteflächen
für Starkregen
Entsiegelung von
Flächen
Schaffung
wohnungsnaher
Grünflächen
(pocket parks)
Begrünung von
Straßenräumen
Hohe Versiegelung
Minderwertige
Restgrünflächen
Mangel an wohnungs -
nahem Grün
Grünvernetzung
Begrünung von
Dächern und
Fassaden
Mikroklimatische Aufwertung
von Grünflächen
Mangel an qualitativen
Grünflächen im Gebiet und
fehlende Grünvernetzung
Brachflächen
ist es aufgrund der Raumnutzungskonkur -
renzen erforderlich, unterschiedliche Funk -
tionen, Nutzungen und Bedeutungen von
Grünflächen zu bündeln und gezielt weiter -
zuentwickeln. So können Freiräume nicht
nur eine Erholungsfunktion erfüllen, sondern
auch Raum für vielseitige Nutzungen (z.B.
urban gardening, Blühwiesen, Veranstaltun-
gen, Umweltbildung) bieten.
Des Weiteren ist - auf der Grundlage der Köl-
ner Sportentwicklungsplanung - auch immer
eine Öffnung des städtischen Freiraums für
Sport und Bewegung vorzusehen. Neben
dem grünen Netzwerk und den größeren
Grünflächen im Gebiet, bietet sich vor allem
der Stadionparkplatz am Militärring („P1-
Park“) - neben seiner temporären Stellplatz-
funktion - für eine multifunktionale Nutzung
(z.B. für Veranstaltungen) an.
Wohnungsnahe Grünflächen
Die Wohnquartiere in der Weststadt umfas-
sen zum Teil kleine wohnungsnahe Freiräu -
me und Nachbarschaftsparks (z.B. Pauliplatz,
Helmholtzplatz). Diese bestehenden Grün -
strukturen gilt es zu erhalten und bei Bedarf
zu optimieren sowie ebenfalls durch attrak -
tive Fuß- und Radwegverbindungen in das
Grüne Netzwerk einzugliedern.
Um die erheblichen Gründefizite in der
Weststadt zu decken sind darüber hinaus im
gesamten Gebiet ausreichend neue Grünflä-
chen zu schaffen. Die Themenkarte (118) zeigt
die wichtigsten Entstehungsorte für neue öf-
fentliche Grünflächen auf, die - in Verbindung
mit dem kooperativen Baulandmodell - aus
der aktuell angestrebten Nutzungsmischung
(inkl. Wohnbebauung) resultieren. Zudem
sind bei der Ausweisung neuer Misch- und
Wohnstandorte ausreichende öffentliche
Sport- und Bewegungsflächen für die An -
wohnenden einzuplanen. Unter Umständen
können manche Grün- und Sportangebote
auch auf Dachflächen verortet werden.
Anpassung an Klimawandelfolgen
Insbesondere in den gewerblich genutzten
Bereichen der Weststadt bestehen erhebli -
che Potenziale, im Zuge einer städtebaulichen
Transformation Maßnahmen zur Anpassung
an den Klimawandel durchzuführen. Hier -
zu zählt beispielsweise die Erhaltung und die
Schaffung von Luftaustauschbahnen durch
die Anpassung von Baukörperhöhen und die
Vermeidung baulicher Barrieren, die Entsie-
gelung von Flächen und die Entwicklung frei-
raumschonender Erschließungskonzepte, die
Begrünung von Grundstücken und Gebäu -
den, die Speicherung und Wiederverwen -
dung von Regenwasser sowie die Schaffung
von Versickerungsflächen, Notabflusswegen
und von (multifunktionalen) Rückhalteräu -
men zum Umgang mit Starkregen.
Unzureichende
Straßenraumbegrünung
Sport- und Spielflächen
Urban Gardening
Status Quo: Zielzustand:
62
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 63
Zielbild
116 117
Themenkarte 2: Grünes Netzwerk
Grün- und Freiflächen von gesamtstädtischer Bedeutung
Siedlungsflächen
Bahntrasse
S-Bahn Haltestelle (Einzugsgebiet 800 Meter)
Stadtbahn Haltestelle (Einzugsgebiet 400 Meter)
Bestehende Querungen (Brücken)
Erhalt und Ausbau der grünen Mosaikstruktur in Quartieren
und Anbindung in das Grüne Netzwerk
Brücke für neue Grünverbindung
neue Unterführung der Bahntrasse
bestehende Straßenbegrünung
Ergänzung neuer Straßenbegrünungselemente zur
Grünvernetzung
(z.B. Straßenbäume, Pflanzbeete, Versickerungsmulden etc.)
Pflege, Aufwertung und mikroklimatische Optimierung be-
stehender Grünflächen und -strukturen
Friedhof
Schaffung von Raum für die kleinräumige, gärtnerische Nut-
zung („urban Gardening“)
Kleingartenanlagen
Grün- und Freiflächen im Plangebiet
Schaffung von ausreichenden wohnungsnahen öffentlichen
Grünflächen im Zuge der Gebietsentwicklung
(grüne Rückzugsorte z.B. pocket parks, Dachgärten etc.)
Verbesserung des Mikroklimas und der Resilienz gegenüber
Hitze und Starkregen durch klimagerechte Gebäude-/Frei-
raumgestaltung auf Gewerbeflächen
(z.B. Entsiegelung, Fassden- und intensive Dachbegrünung,
Verschattung, Albedo, Verdunstung, Versickerung, Regenwas-
serrückhaltung etc.)
übergeordnete Grünverbindungen
Neue lineare Grünverbindungen für den Fuß- und Radver-
kehr (Verbindung vorhandener Grünstrukturen)
Öffnung des städtischen Raumes für den Individualsport und
für Bewegung
(z.B. Pausensportinseln, Laufbahnen, Fitnessstationen, Sport
auf Dachflächen, Bolzplätze, Wellenwege etc.)
Erhalt und Stärkung der Biodiversität (z.B. Blühwiesen,
Nistmöglichkeiten, Totholz, Baumtorsos, strukturreiche He-
cken, verträgliche Außenbeleuchtung etc.)
Gewässer zugänglich machen
multifunktionale Nutzung von Freiflächen (z.B. Wochen-/
Flohmarkt, Veranstaltungen, Park&Ride, Sport und Bewegung,
Notrückhaltefläche etc.)
U
S
MIX
Bestand
Raumrelevante Zielsetzungen
65
Zielbild64
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt
118
Bewegungsraum: Strategische Ziele
• Förderung nachhaltiger und klimaschonender Mobilitätsformen
• Erhöhung des Anteiles des Fuß- und Radverkehrs sowie des ÖPNV
• Stadt der kurzen Wege
• Gerechtere Aufteilung der Straßenquerschnitte
• Optimierung der Erreichbarkeiten für den Umweltverbund
• Verbesserung der inneren Durchwegung für den Fuß- und Radverkehr
• Sicherung der Erreichbarkeit für Gewerbe- und Industrielogistik
• Bündelung des LKW-Verkehrs an geeigneten Routen
• Überwindung der Barrieren (insb. Bahntrassen)
• Erhöhung der Verkehrssicherheit im Gebiet
• Effizientere Ausnutzung der Parkplatzflächen
Im Rahmen des Beteiligungsprozesses wurde
der Eindruck der Bestandsanalyse bestätigt,
dass der Autoverkehr das Straßenbild in der
Weststadt deutlich dominiert und vielerorts
attraktive Verbindungen für den Öffentlichen
Nahverkehr (ÖPNV) und für den Fuß- und
Radverkehr fehlen. Zudem gibt es aufgrund
der gewerblichen Nutzungen einen hohen
Anteil an Lieferverkehren und an Abstellflä -
chen, die nicht effizient ausgelastet sind.
Das Straßennetz in der Weststadt hat seine
Kapazitätsgrenze erreicht und kann ein wei-
teres Aufkommen von Kraftfahrzeugen (Kfz)
kaum mehr aufnehmen. Um die vorhande -
nen Probleme nicht zu vergrößern, ist es not-
wendig, umfassende Strategien zur Stärkung
der Alternativen zum motorisierten Indivi -
dualverkehr zu verfolgen. Bei der zukünfti -
gen Entwicklung der Weststadt soll daher
vor allem eine nachhaltige und klimascho -
nende Mobilität gefördert werden. Vor dem
Hintergrund der Mobilitätswende soll dabei
langfristig ein zukunftsfähiges Quartier ent -
stehen, dass sich durch eine Reduzierung
des motorisierten Verkehrsaufkommens
sowie durch die Schaffung multimodaler
Mobilitätsangebote und attraktiver Rah -
menbedingungen für den emissionsarmen
Umweltverbund (ÖPNV, Fuß- und Radver -
kehr) auszeichnet.
Die Themenkarte „Bewegungsraum“ (Seite
70) zielt auf eine entsprechende Umgestal -
tung der Mobilitätsinfrastruktur in der West-
stadt ab. Allerdings stellt die Förderung des
Umweltverbundes dabei nicht die einzige
Zielstellung dar. Auch die lokalen Erreichbar-
keiten sowie ein sicheres und attraktives Um-
feld und die Mobilität für alle - unabhängig
von der jeweiligen finanziellen oder körper -
lichen Situation - bilden wichtige Ansprüche
der zukünftigen Mobilitätsentwicklung in der
Weststadt.
Neuaufteilung der Straßenräume
Im Sinne einer langfristigen Reduzierung des
Autoverkehrs in der Weststadt gilt es, Stras-
seninfrastrukturen und straßenbegleitende
Stellplatzflächen bestmöglich zu reduzieren
und somit einen höheren Flächenanteil für
andere Nutzungen zu gewinnen. Die Haupt-
straßen in der Weststadt behalten zwar auch
in der Zukunft ihre Funktion, allerdings soll
der vorhandene Raum so umverteilt werden,
dass neben dem Autoverkehr genügend
Platz für das Zu-Fuß-Gehen, das Radfah -
ren, das Rollerfahren und für den Aufenthalt
bleibt. Die Straßenräume müssen so gestal -
tet werden, dass sie flexibel auf neue Anfor -
derungen angepasst werden können.
Innerhalb der einzelnen Quartiere bewegen
sich alle Verkehrsteilnehmer*innen gleich
schnell, wobei hier die „langsamen“ Mobili -
tätsformen Vorrang haben und der Verkehrs-
raum zu einem Stadtraum gestaltet wird, in
dem man sich gerne aufhält und bewegt.
Optimierung der Fuß-und Radinfrastruktur
Den Bedürfnissen des Fuß- und Radver -
kehrs in der Weststadt soll Vorrang einge -
räumt werden. Hierzu muss das Wegenetz in
der Weststadt besser an die Anforderungen
der Zufußgehenden und der Radfahrenden
angepasst werden. Dabei soll es möglichst
dicht, lückenlos und barrierefrei ausgestal -
tet werden. Daneben sollen auch weitere
Bedürfnisse des Fuß-und Radverkehrs, wie
Spiel-, Verweil- und Abstellmöglichkeiten
in der zukünftigen Planung der Weststadt
stärker berücksichtigt werden.
Das Radwegenetz in der Weststadt soll kon-
tinuierlich verbessert und entsprechend
den Radwegekonzepten für Ehrenfeld und
Lindenthal optimiert werden. Des Weite -
ren sollen, insbesondere in den wichtigen
Straßenzügen, die vorhandenen Radwege
im Rahmen der Unterhaltungsmaßnahmen
ausgebessert oder erneuert werden. Nicht
zuletzt ist das Rad- und Fußwegenetz in der
Weststadt mit dem geplanten grünen We -
genetz (siehe oben) zu verknüpfen, das größ-
tenteils unabhängig vom Straßenverkehrs -
netz funktioniert.
Eine attraktive Fahrradinfrastruktur umfasst
nicht nur alleine Radwege, sondern auch
gute Abstellmöglichkeiten für Fahrräder
oder Servicestationen (in Verbindung mit
den Mobilitätsstationen, s.u.).
Interne Vernetzung und Durchwegung
Auch die Vernetzung der einzelnen Quar -
tiere untereinander ist in der Weststadt von
besonderer Bedeutung. Hierzu gilt es ins -
besondere die Durchwegung der großen
Baublockstrukturen für Zufußgehende und
Radfahrende, so weit wie möglich zu verbes-
sern. Dabei sollen attraktive Wege mit einer
hohen Aufenthaltsqualität entstehen.
Die Weststadt ist durch die Barrierewirkung
der Bahntrasse in einen nördlichen und einen
südlichen Abschnitt unterteilt. Diese Tren -
nung soll zukünftig im Zuge der Transforma-
tion so weit wie möglich durch die Schaffung
neuer Querungsmöglichkeiten für den Fuß-
und Radverkehr (Unterführungen oder Brü-
cken, z.B. zwischen Max Becker-Areal und
Ehrenveedel) überwunden werden.
Mobilitätsstationen
Eine wichtige Voraussetzung für eine Ver -
änderung des Verkehrsverhaltens zuguns -
ten des Umweltverbundes stellt sowohl eine
flexible Verfügbarkeit verschiedener Mobili-
tätsangebote als auch eine einfache und in -
tuitive Nutzung der bewährten und neuen
Angebote dar. Der Umstieg auf den Umwelt-
verbund soll daher durch Mobilstationen
unterstützt werden, die den Bewohner*in -
nen und den Besucher*innen der Weststadt
66
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 67
Zielbild
3.1.3 Bewegungsraum
Durchgängige und
sichere Fahrrad -
wege
Optimierung der
ÖPNV-Anbindung
Mobilitätsstationen (Abstell-
möglichkeiten Ladestationen,
Fahrradservice, Leihsysteme,
Paketstation, Umstieg ÖPNV)
Klimagerechte
Ergänzung der
Straßenbegrünung
Attraktivierung der
Gehwege und EG-
Zonen
Unzureichende
Fahrradinfrastruktur
Dominanz des (fließenden und
ruhenden) motorisierten
Verkehrs Neuordnung der
unterirdischen Infra -
struktur
Zugang zu einem breiten Angebot an Ver -
kehrsmitteln verschaffen, auch ohne sie be -
sitzen zu müssen. Somit wird ein gerechter
Zugang zu Mobilität gewährleistet.
Die Angebote der sowohl zentral (an den
Haltestellen) als auch dezentral (innerhalb
der Quartiere) platzierten Mobilitätsstatio -
nen sind für alle Lebenslagen sowie für un -
terschiedliche Wegeziele und -zwecke aus -
zurichten. Sie müssen für alle Nutzer*innen
in der Weststadt so gut wie möglich sichtbar
sein und eine optimale Transparenz der An -
gebote gewährleisten.
Stellplätze stapeln
Die großzügigen Stellplatzflächen in der
Weststadt sollen auf ein notwendiges
Minimum reduziert werden. Insbesonde -
re in den Transformationsgebieten sollen
an den Eingängen Sammelanlagen in Form
von Garagen oder Parkhäusern entstehen,
so dass innerhalb der Quartiere selbst wei -
testgehend auf Stellplätze im öffentlichen
Raum verzichtet werden kann. Das Flächen-
potenzial der Parkangebote, die nicht 24/7
Stunden ausgelastet sind, soll zudem durch
eine Verbesserung der Bewirtschaftung op -
timiert werden.
Verbesserung der ÖPNV-Anbindung
Eine wichtige Voraussetzung für einen Um -
stieg vom Auto auf den Umweltverbund bil -
det ein attraktives ÖPNV-Angebot. Die öf -
fentlichen Verkehrsmittel wie Bus und Bahn
bilden das Grundgerüst einer nachhaltigen
Mobilität, das für alle Bevölkerungsgruppen
im Gebiet nutzbar ist. Wenn diese eine hohe
Angebotsqualität haben, sind sie auch als Al-
ternative zur Autonutzung attraktiv.
Der aktuell noch geringe Wegeanteil des
ÖPNV im Inneren der Weststadt soll durch
eine Verbesserung der Angebotsqualität
deutlich erhöht werden. Das Busnetz sollte -
in Verbindung mit den geplanten Mobilitäts-
stationen - für die gesamte Weststadt neu
konzipiert und überdacht werden (z.B. Tak -
tung, Haltestellen). Für die bislang schlecht
erschlossenen Bereiche der Weststadt (z.B.
Max Becker-Areal, Oskar-Jäger-Straße) sind
zudem im Zuge der Transformation neue at-
traktive ÖPNV-Angebote zu schaffen.
Betriebliches Mobilitätsmanagement
Zur Entlastung des Straßennetzes in der
Weststadt sollen die Unternehmen in der
Weststadt zu einem betrieblichen Mobili -
tätsmanagement bewegt werden, um den
von ihnen verursachten Verkehr zu steuern.
Unter Einbeziehung verfügbarer Angebote
und Verkehrsmittel sollen die Unternehmen
- in Kooperation mit KVB und VRS - Lösun -
gen für die eigene Mobilitätsnachfrage iden-
tifizieren und entwickeln. Denkbare Maßnah-
men sind beispielsweise die Einführung von
günstigen Zeitfahrausweisen (Jobtickets) bei
gleichzeitiger kostenpflichtiger Bewirtschaf-
tung firmeneigener Stellplätze oder die At -
traktivierung der Fahrradnutzung (Stellplatz-
angebote, Diensträder, Duschen etc.).
Mangelnde
Aufenthaltsqualität
und Durchwegung
für Fußgänger
flächenintensive
Parkplatzflächen
Lärmbelästigung
durch LKW
Stapelung von
Stellplätzen
Status Quo: Zielzustand:
Sicherung der
Erreichbarkeit durch
den Industrie- und
Logistikverkehr
auf ausgewählten
Routen
68
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 69
Zielbild
119 120
Themenkarte 3: Bewegungsraum
Bestand
Raumrelevante Zielsetzungen
Siedlungsflächen
Bahntrasse
S-Bahn Haltestelle (Einzugsgebiet 800 Meter)
Stadtbahn Haltestelle (Einzugsgebiet 400 Meter)
Bestehende Querungen (Brücken, Unterführungen)
neue Brücken bzw. Unterführungen
bestehende Fahrradwege
Straßen
Grün- und Freiflächen
Kleingartenanlagen
Bushaltestellen
neue Fuß- und Fahrradwege als Freizeitrouten im Grünen
Hauptverkehrsachsen im Gebiet
Schaffung kleiner, dezentraler Mobilstationen im Quartier
Mobilstation L
(S-Bahn, Fahrradstellplätze, Bus, U-Bahn, Car-Sharing, Taxi)
Mobilstation M
(Fahrradstellplätze, Bus, U-Bahn, Car-Sharing, Taxi)
Mobilstation XL
(DB, S-Bahn, Fahrradstellplätze, Bus, U-Bahn, Car-Sharing,
Taxi)
Betriebliches Mobilitätsmanagement in Unternehmen för-
dern (Jobtickets, Sharing, Abstellanlagen, Duschen etc.)
Verbesserung der Durchwegung für den Fuß- und Radver-
kehr
„Feierabend-Parken (Parkflächen rund um die Uhr nutzbar
machen z.B. für Einzelhandel/Anwohner/Nachtleben)
Parkflächen stapeln (z.B. Quartiersgaragen)
Klüttenbahn langfristig als Verkehrsinfrastruktur mitdenken
(z.B. Stadtbahnbetrieb, City-Logistik oder Radschnellweg)
Bedarfsgerechter Ausbau der ÖPNV-Abindungen
Erhöhung der Bustaktung
Taxi
Ausweitung der Car-Sharing Angebote
Schaffung attraktiver Fahrradabstellplätze
Mikrologistikstandorte (z.B. Lastenräder, Paketstationen)
Verbesserung bestehender und Schaffung neuer Fahrradwege
TAXI
24/7
übergeordnete Grünverbindungen
71
Zielbild70
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt
121
3.2 Zielbild
+ + =
Themenkarte 1
Wohn- &
Arbeitswelt
Themenkarte 2
Grünes
Netzwerk
Themenkarte 3
Bewegungsraum
Zielbild für die
Weststadt
Um die Weststadt fit für die Zukunft zu ma -
chen, gilt es, die zuvor betrachteten Ziel-
ebenen der Wohn- und Arbeitswelten, des
grünen Netzwerkes und des Bewegungs -
raumes miteinander zu vernetzen und ihre
Wechselwirkungen positiv zu nutzen.
Zur Erstellung des integralen Zielbildes für
die Kölner Weststadt wurden die Kernaus -
sagen der drei Ebenen in einer generalisier -
ten Karte überlagert (siehe Abbildung S.73).
Hierzu wurden einige Detailaussagen der
Themenkarten zusammengefasst, abstra -
hiert oder ausgeblendet.
Die Zielbildkarte (Seite 74) stellt die raum -
bezogenen Ziele für den Betrachtungsraum
der Weststadt dar, die in einem breiten Be -
teiligungsprozess mit Vertreter*innen der
Verwaltung, der Politik und der Zivilgesell -
schaft abgestimmt wurden.Das Zielbild für
die Kölner Weststadt dient als Grundlage
für die Fortschreibung der Rahmenplanung,
deren zentrale Aufgabe es sein wird, funk -
tionierende Konzepte und Lösungswege zu
entwickeln, um den Herausforderungen der
Zukunft und den im Zielbild gesetzten Zielen
gerecht zu werden und diese schrittweise zu
konkretisieren.
Für eine erfolgreiche Umsetzung der im Ziel-
bild verankerten Ziele bedarf es innovativer
Lösungen für bauliche Dichten und für neue
funktionale Mischungen, für zukunftsfähige
und multimodale Mobilitätsangebote sowie
für eine Ergänzung und eine klimagerechte
Qualifizierung des vielerorts vernachlässig -
ten Grün- und Freiraumes in der Weststadt.
Die bevorstehende (und teilweise bereits
laufende) Transformation der Weststadt
bietet ein Gelegenheitsfenster für eine viel -
fältige, gerechte und flexible Anpassung des
Quartiers an die tiefgreifenden klimatischen,
ökonomischen und gesellschaftlichen Her -
ausforderungen.
Entscheidend ist, dass sich die Menschen zu-
künftig in der Kölner Weststadt wohlfühlen
und stets im Mittelpunkt aller Überlegungen
stehen. Für die Umsetzung des Zielbildes
braucht es eine Koordination zwischen den
Akteuren sowie eine Lösung von Zielkonflik-
ten.
72
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 73
Zielbild
122 123 124 125
Zielbild für die Weststadt
Schaffung von wohnungsnahem und klimawandelgerech-
tem Grün im Zuge der Gebietsentwicklung (Rückzugsorte
z.B. pocket parks, Dachgärten, Spielplätze)
Bereitstellung nicht kommerzieller (Frei)räume, in denen
kreative Konzepte erprobt und gelebt werden können (Zwi-
schennutzungen, Märkte, Labore)
Sicherung und Stärkung der (Club-)Kultur
Erhalt und Erweiterung des Angebots zur beruflichen Bildung
Weiterentwicklung der Kreativwirtschaft im Quartier
multifunktionale Nutzung von Freiflächen (z.B. Wochen-/
Flohmarkt, Veranstaltungen, Park&Ride, Sport und Bewegung,
Notrückhaltefläche etc.)
Schaffung von zentralen und (kleinen) dezentralen Mobil-
stationen (ÖPNV, Radabstellplätze, Sharing-Angebote, Mikro-
logistik, Fahrradservice, Quartiersgarage etc.)
Bedarfsgerechter Ausbau der ÖPNV-Abindungen im Zuge
der Gebietsentwicklung
Neue lineare Grünverbindungen für den Fuß- und Radverkehr
(Verbindung vorhandener Grünstrukturen)
Erhalt und Aufwertung der Grünflächen in bestehenden
Wohnquartieren
Sicherung von Standorten für urbanes Gärtnern
Pflege, Aufwertung und mikroklimatische Optimierung be-
stehender Grünflächen und -strukturen
Verbesserung des Mikroklimas und der Resilienz gegen-
über Hitze und Starkregen durch klimagerechte Gebäude-/
Freiraumgestaltung auf Gewerbeflächen (z.B. Entsiegelung,
Fassden- und intensive Dachbegrünung, Verschattung, Albe-
do, Verdunstung, Versickerung, Regenwasserrückhaltung etc.)
Transformation von Gewerbestandorten in urbane Misch-
quartiere (ausgeglichenes Verhältnis von bezahlbarem Woh-
nen und nicht störendem Gewerbe inkl. Nahversorgung)
Sicherung und Entwicklung von Gewerbestandorten für
Produktion, Lagerung, Transport und Logistik
Qualitative und flächeneffiziente Gewerbeentwicklung
(städtebauliche Aufwertung z.B. durch Nachverdichtung und
Stapelung)
„Serviceallee“ Widdersdorfer Straße (Sicherung und städte-
bauliche Aufwertung von Flächen für kundenorientierte
Dienstleistungen und Handel)
Schaffung neuer Quartierszentren zur Verbesserung der
Nahversorgung
Sicherung und Entwicklung von Gewerbestandorten für
Kleingewerbe, Dienstleistungen, Forschung und Handel
Erhalt und Stärkung von Gebieten mit vorwiegender
Mischnutzung
Erhalt und Stärkung von Gebieten mit vorwiegender
Wohnnutzung
Bedarfsgerechter Ausbau der Jugend- und Bildungsinfra-
struktur i.V.m. neuen Wohnflächen (Schulen, Kitas, sonstige
Jugendangebote)
Verbesserung der Durchwegung für den Fuß- und Radverkehr
Neue Querungsmöglichkeiten (Brücken oder Unterführungen)
MIX
Gerechte Neuaufteilung und Umgestaltung des Straßen-
raumes zugunsten des Fuß- und Radverkehrs und klima-
wandelgerechte Optimierung der Straßenbegrünung (z.B.
Pflanzbeete, Versickerungsmulden, Baumrigolen)
Klüttenbahn langfristig mitdenken (z.B. Verbreiterung Grünzug,
Stadtbahnbetrieb, City-Logistik oder Radschnellweg)
Einbindung identitätsstiftender Gebäude der lokalen Indus-
triegeschichte
Erhalt und Ausbau des vorhandenen Schulangebotes im
Quartier
H
126
Die im Zielbild für die Kölner
Weststadt dargestellten Ziele
wurden auf drei repräsentative
Fokusräume übertragen und in
Form von Handlungsempfehlun-
gen konkretisiert. Die drei Gebie-
te wurden jeweils als ein Beispiel
für ein zukünftiges Mischgebiet,
ein Gewerbegebiet und eine
Grünfläche ausgewählt.
4. FOKUSRÄUME
76 77
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt Fokusräume
127
Der Fokusraum befindet sich nördlich der
Widdersdorfer Straße 194 in Ehrenfeld und
soll zu einem neuen gemischten Stadtquar -
tier entwickelt werden. Derzeit wird das Ge -
lände noch von dem Rohstoffverwertungs -
unternehmen Max Becker genutzt. Das
Unternehmen verlässt 2022 seinen bisheri -
gen Firmensitz an der Widdersdorfer Straße
und verlagert seinen Standort in den Niehler
Hafen. Dadurch ergibt sich die Chance, das
(bisher für die Öffentlichkeit unzugängliche)
Grundstück in die Weststadt zu integrieren.
4.1 Fokusraum I: Mischgebiet
Beispiel: westliches Gaswerkquartier
(Max Becker-Areal)
78 79
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt Fokusräume
128
129
131
133
130
132
134
Entwicklung eines zukunftsfähigen, vielseitigen und
lebenswerten Quartiers für alle!
Ziel 1 Handlungsempfehlungen
„Ehrenfelder Mischung” fördern!
Bei der Entwicklung des Areals ist die so ge -
nannte „Ehrenfelder Mischung” anzustreben:
Wohnen, Arbeiten, Gewerbe, Bildung, Ver -
sorgung, Freizeit, Grün, Kultur und Raum für
Soziales und für Freiheiten. Hier gilt es, hohe
Defizite auch im z.T. monostrukturellen Um-
feld auszugleichen, um ein lebenswertes und
funktionierendes Viertel zu schaffen. Das
beinhaltet neben Wohnen auch eine ausge-
wogene und angemessene Ansiedlung von
mittelständigem Handwerk, Kleingewerbe,
Handel und Kultureinrichtungen (insb. in be-
zahlbaren, kleinteiligen EG-Zonen).
Differenzierte Wohnangebote
bereitstellen!
Innerhalb der Baufelder sollte zur Vermei -
dung von Segregation eine Durchmischung
von gefördertem, preisgedämpftem und
gehobenen Wohnen angestrebt werden.
Es bedarf an differenzierten Angeboten
in bezahlbarer Qualität für Familien, Sing -
les, Menschen mit besonderen Bedürfnis -
sen, Mehrgenerationenwohnen, betreutes
Wohnen, preisgebundene Sozialwohnun -
gen sowie Raum für genossenschaftlichem
Wohnungsbau und (selbstorganisierte) Bau-
gruppen. Die geförderten Wohnungen müs-
sen auf dem gesamten Areal gleichmäßig
verteilt werden.
Jugend- und Bildungsinfrastruktur
ausbauen!
Es sind im Quartier bedarfsgerecht Kinder -
tageseinrichtungen, Schulen, Spielplätze und
Jugendangebote bereitzustellen. Des Weite-
ren ist eine Öffnung des öffentlichen Raums
für Sport und Bewegung vorzusehen. Auf
Basis der aktuell vom Vorhabenträger für das
Areal vorgesehenen Wohnbevölkerungs -
zahl wäre beispielweise mit einem Bedarf an
fünf Kindertagesstätten, einer Jugendein -
richtung und einer bis zu fünfzügigen Grund-
schule zu rechnen. Darüber hinaus ist ein Be-
darf an zwei Quadratmetern Spielplatzfläche
pro Bewohner*in (unabhängig vom Alter) im
Quartier zu decken. Die Jugend- und Bil -
dungsinfrastruktur kann auch in Kombination
mit anderen Nutzungen (z.B. Wohnen Büros,
Einzelhandel) gedacht werden.
Industriekultur einbinden!
Die zwei denkmalgeschützten Villen (132)
(inkl. deren umgebenden Freiflächen und
Baumbestände) sind zwingend zu erhalten
und genießen zudem einen denkmalschutz-
rechtlichen Umgebungsschutz. Auch die
übrige Bausubstanz der Industriekultur (die
Einfriedungsmauer, der Gasbehälter (130) und
das Uhrenhaus (133)) sollte - vorbehaltlich der
Einschätzung der Denkmalbehörden - bei
der Quartiersentwicklung möglichst iden -
titätsstiftend erhalten und gegebenenfalls
umgenutzt werden.
Nahversorgung sichern!
Im Rahmen der Planung ist ein zentraler
Standorte für lokale Infrastrukturen zur Nah-
versorgung (Bäcker, Kiosk, Einzelhandel,
Gastronomie etc.) vorzusehen.
Lärmschutz gewährleisten!
Entlang der linearen Lärmquellen (Haupt -
straßen, Bahntrasse) sind lärmmindernde
Maßnahmen (Städtebau, Nutzungsanord -
nung, Grün, technische Lösungen) erforder-
lich, um die Wohn- und Arbeitsstandorte vor
Immissionen zu schützen.
80
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 81
Fokusräume
135
Erhöhung des Grünvolumens und Anpassung des
Quartiers an die Folgen des Klimawandels!
Ziel 2 Handlungsempfehlungen
Bestandsgrün erhalten und
optimieren!
Im Rahmen der Grün- und Freiflächenpla -
nung sollte eine weitestgehende Sicherung
des erhaltenswerten Baumbestandes und
der klimarelevanten Vegetationsflächen an-
gestrebt werden. Der Erhalt alter Gehölze
hat Priorität gegenüber der Neupflanzung
von Jungbäumen.
Grün verbinden!
Der im Zielbild projektierte grüne Wegever -
bindung vom Bahn-Haltepunkt Müngers -
dorf über den ehemaligen Werksbahn-An -
schluss der Firma Thyssen Krupp-Schulte bis
zur Oskar-Jäger-Straße und zur Vogelsanger
Straße muss im Rahmen von vertiefenden
Planungen gesichert und berücksichtigt
werden. Zudem sollte die Anbindung des
Max Becker-Areals an eine begrünte Durch-
wegung (Fuß- und Radverkehr) zur Alsdorfer
Straße und darüber hinaus mitgedacht wer -
den.
Grünflächen schaffen!
Die Schaffung ausreichender, hochwertiger
und großzügiger öffentlicher Freiflächen
und deren Vernetzung muss angesichts der
schon heute bestehenden Defizite und aus
Gründen der Grünversorgung der im Ge -
biet lebenden und arbeitenden Bevölkerung
eine wesentliche Rolle beim Entwurfsprozess
spielen. Das Kooperative Baulandmodell
sieht die Schaffung von 10 qm öffentlicher
oder öffentlich-nutzbarer Grünfläche pro
Bewohner*in vor. Zusätzlich sollten jedoch
auch für die gewerblichen Nutzungen, ins -
besondere bei einer hohen Arbeitsplatzdich-
te, ausreichend Freiräume als „Ruheoasen”
abseits der Lärmquellen an den stark befah -
renen Straßen/Schienenwegen vorgesehen
werden. Denkbar sind auch intensive Dach -
gärten, die als zusätzlicher Sport-, Aufent -
halts- oder Rückhalteraum genutzt werden
können. Auch die Freiflächen der erforderli -
chen Schulen und Kindergärten sollten mög-
lichst entsiegelt, naturnah und im besten Fall
mit Schulgarten geplant werden.
Frühzeitig an Klimafolgen
anpassen!
Es sind (möglichst multifunktionale) frei -
raumplanerische und architektonische Stra-
tegien und Konzepte zu entwickeln, um den
Klimaschutz zu unterstützen (Klimaneutrali-
tät) und die negativen Auswirkungen des Kli-
mawandels (Hitze, Starkregen, Trockenheit
etc.) zu vermindern. Hierzu sind zunächst
Maßnahmen erforderlich, die auf eine Re -
duzierung des CO2-Ausstoßes ausgerichtet
sind (Einsatz von erneuerbaren Energien, z.B.
Photovoltaikanlagen). Daneben bedarf es
Maßnahmen, die sowohl einer thermischen
Aufheizung entgegenwirken (z.B. helle Ober-
flächen, Entsiegelung, Fassadenbegrünung,
intensive Dachbegrünung, Verschattung,
Verdunstung) als auch auf die Versickerung,
Ableitung, Rückhaltung und Wiederverwen-
dung von Regenwasser abzielen (z.B. Notab-
flusswege, Mulden, Zisternen, Retentionsflä-
chen oder Retentionsgründächer).
Straßengrün aufwerten und
ergänzen!
Die zum Teil lückenhafte Straßenbegrünung
am Maarweg und entlang der Widdersdor -
fer Straße soll ergänzt und klimawandelge -
recht optimiert werden. Es gilt die vorhande-
nen Baumstandorte zu verbessern und - wo
möglich - zusätzliche Begrünungselemente
wie Pflanzbeete, Versickerungsmulden oder
Baumrigolen zu ergänzen.
82
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 83
Fokusräume
136
ÖPNV Anschluss schaffen!
Im Zuge der Quartiersentwicklung muss ein
neuer ÖPNV-Anschluss geschaffen werden,
um das Areal an die angrenzenden Quartie -
re anzubinden. Die Standorte der Haltestel -
len sollten sich in fußläufiger Nähe des zu
planenden Schulstandortes befinden. Der
ÖPNV-Ausbau darf nicht zulasten des Fuß-
und Radverkehrs geplant werden.
Umstieg ermöglichen!
Es sind zentrale (an den ÖPNV-Haltepunk -
ten) und dezentrale Mobilstationen im Quar-
tier vorzusehen, die als Schnittstelle zwi -
schen den Verkehrsträgern dienen und den
Nutzer*innen einen bequemen Umstieg vom
Öffentlichen Nahverkehr auf Car-Sharing,
Lastenfahrräder, (Leih)Fahrräder oder –roller
etc. ermöglichen. Die Fahrradabstellplätze
müssen attraktiv, sicher und gut erreichbar
geplant werden.
Straßenraum neu gestalten und
verteilen!
Die derzeit durch den (ruhenden und fließen-
den) PKW und LKW-Verkehr dominierten
Straßenräume am Maarweg und an der Wid-
dersdorfer Straße sind gerechter zugunsten
anderer Raumnutzungen (Grün, Fuß- und
Radverkehr, Aufenthalt, Einzelhandel und
Gastronomie) aufzuteilen.
Durchquerungen ermöglichen!
Es müssen barrierefreie Zugänge in das Quar-
tier für den Fuß- und Radverkehr sichergestellt
werden. Dies gilt sowohl für die Hauptstraßen
sowie vom Max Becker-Areal zum alten Gas-
werkgelände bzw. über das Kontrastwerk-Ge-
lände bis zur Oskar-Jäger-Straße (Vulkan) und
weiter zum Ehrenfelder Stadtteilzentrum.
In übergeordnetes Fuß- und
Radwegenetz integrieren!
Das Max Becker-Areal ist über den nördli -
chen gelegenen Bahnweg und nach Süden
über die Grünverbindung in Richtung Als -
dorfer Straße/Low Line in das im Zielbild vor-
gesehene übergeordnete Fuß- und Radwe -
genetz einzubinden.
Anbindung an Ehrenveedel
gewährleisten!
Um das Areal für den Fuß- und Radver -
kehr besser an das nördliche “Ehrenveedel”
(ehem. Güterbahnhofsgelände) und an das
Zentrum Ehrenfelds anzubinden, sollte die
Möglichkeit eine Unterführung der Bahn -
trasse geprüft und gegebenenfalls die An -
bindung über bestehende Unterführungen
verbessert werden.
Attraktive öffentliche Räume
schaffen!
Es sind anregende, barrierefreie öffentliche
Wege, Plätze und Freiflächen mit einer ho -
hen Aufenthaltsqualität für Anwohner*innen,
Beschäftigte und Besucher*innen mit viel -
seitigen Interaktions- und Nutzungsmög -
lichkeiten für alle Generationen zu schaffen.
Parkplätze stapeln!
Angesichts der Lagequalitäten des Areals
sollte eine vergleichsweise geringe Anzahl
an öffentlichen Stellplätzen (nur Ladezonen/
Stellplätze für mobilitätseingeschränkte Per-
sonen) geschaffen werden. Durch den Bau
von (24/7 nutzbaren) Quartiersgaragen soll
die Gestaltung des öffentlichen Raums und
die Flächenausnutzung verbessert werden.
Schaffung der Voraussetzungen für eine
klimaschonende Mobilitätswende in der Weststadt!
Ziel 3 Handlungsempfehlungen
84 85
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt Hintergrund
137
4.2 Fokusraum II: Gewerbegebiet
Beispiel: Maarhöfe
Das Gebiet befindet sich südlich der Bahn -
linie Köln-Aachen und grenzt im Westen an
den S-Bahn-Haltepunkt Köln-Müngersdorf.
Im Osten grenzt es am Maarweg unmittelbar
an das Max Becker-Areal. Die Grundstücke
werden aktuell durch unterschiedliche kleine
und mittlere Gewerbe- und Dienstleistungs-
betriebe (u.a. Auto-, Gas- und Baustoffhan -
del) genutzt (139-141). Im westlichen Abschnitt
entsteht derzeit das „Kreativquartier Luisen-
viertel“ (142) mit einer Veranstaltungshalle für
Tanz- und Konzertveranstaltungen.
87
Fokusräume86
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt
138
139 140
141 142
143
Gewerbestandort sichern und
entwickeln!
Der vorhandene Gewerbestandort muss ge-
sichert und gestärkt werden. Angesichts der
angrenzenden (vorhandenen und geplanten)
Misch- und Wohnnutzungen sollte der Fo -
kus dabei langfristig insbesondere auf nicht
störendes Gewerbe, auf Dienstleistungen
und auf Unternehmen und Start-Ups aus der
Kreativwirtschaft gelegt werden.
Städtebauliche Aufwertung der
Gewerbeflächen!
Angesichts der derzeit geringen baulichen
Höhen, der ebenerdigen und flächigen
Stellplatzanlagen sowie der teilweisen min -
der- oder ungenutzten Flächen auf dem
Areal sollte das Ziel verfolgt werden, lang -
fristig durch die Stapelung von Gewerbe und
Dienstleistungen, die vorhandenen Flächen
effizienter zu nutzen und städtebaulich zu
qualifizieren.
Adressen zur Grünverbindung
bilden!
Durch eine Erhöhung der stadträumlichen
Qualität insbesondere am nördlichen und
westlichen Rand des Areals soll zur Bildung
einer Adresse des Standortes entlang des
Bahnweges und des Klüttenkorridors beige-
tragen werden.
Räume für die Kreativwirtschaft
schaffen!
Das Areal bietet Raum für Kreative, die Ni -
schen im Stadtgefüge suchen. Bereits heute
sind erste Kerne der Kreativwirtschaft vor -
handen. Die Transformation des Quartieres
kann die weitere kreativwirtschaftliche Ent -
wicklung der Weststadt voranbringen.
Lärmschutz gewährleisten!
Entlang der linearen Lärmquellen (Haupt -
straßen, Bahntrasse) sind lärmmindernde
Maßnahmen (Städtebau, Nutzungsanord -
nung, technische Lösungen) erforderlich,
um die Wohn- und Arbeitsstandorte vor Im-
missionen zu schützen. Gleichzeitig sind die
Lärmbeeinträchtigungen der Wohngebäude
durch das Areal selbst zu minimieren.
Nicht-kommerzielle Flächen
sichern!
Es sind nicht-kommerzielle Freiräume oder
Baustrukturen zu sichern oder bereitzustel -
len, in denen (temporär) kreative Konzepte
erprobt und gelebt werden können.
Örtliche Clubkultur erhalten und
entwickeln!
Angesichts der gewerblichen Nutzung (ge -
ringe Nutzungskonflikte) und der Erreich -
barkeit, sollten im Gebiet nicht nur die in der
Entstehung befindlichen Standorte der Köl-
ner Clubkultur (Luisenviertel) gesichert wer-
den, sondern auch die Möglichkeit der Ent -
wicklung neuer Clubs eröffnet werden.
Entwicklung eines zukunftsfähigen, vielseitigen und
lebenswerten Quartiers für alle!
Ziel 1 Handlungsempfehlungen
88
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 89
Fokusräume
144
Erhöhung des Grünvolumens und Anpassung des
Quartiers an die Folgen des Klimawandels!
Ziel 2 Handlungsempfehlungen
Bestandsgrün erhalten und
optimieren!
Im Rahmen der Grün- und Freiflächenpla -
nung sollte eine weitestgehende Sicherung
des erhaltenswerten Baumbestandes und
der klimarelevanten Grünflächen insb. nörd-
lich des Luisenviertels angestrebt werden.
Der Erhalt alter Gehölze hat dabei Priorität
gegenüber der Neupflanzung von Jungbäu-
men.
Grünverbindung sicherstellen
(Bahnweg/Klüttenkorridor)!
Die im Zielbild projektierte Grünverbindung
vom Bahn-Haltepunkt Müngersdorf über
den ehemaligen Werksbahn-Anschluss der
Firma Thyssenkrupp Schulte bis zur Oskar-
Jäger-Straße und zur Vogelsanger Straße
muss gesichert und berücksichtigt werden.
Zudem sollte im Sinne des Zielbildes der
Weststadt die Anbindung des Areals an die
Grünverbindung entlang der Klüttenbahn
gewährleistet werden.
Dezentrales Grünangebot im
Gewerbegebiet erhöhen!
Die Schaffung ausreichender und hoch -
wertiger neuer Frei- und Erholungsflächen
(Pocket parks, Dachgärten etc.) und deren
Vernetzung muss aus Gründen der Grünver-
sorgung der im Gebiet lebenden und arbei -
tenden Bevölkerung spielen.
Maßnahmen zur Klimaanpassung
im Freiraum und an Gebäuden
umsetzen!
Es sind (möglichst multifunktionale) freiraum-
planerische und architektonische Strategien
und Konzepte zu entwickeln, um den Klima-
schutz zu unterstützen (Klimaneutralität)
und die negativen Auswirkungen des Klima-
wandels (Hitze, Starkregen, Trockenheit etc.)
zu vermindern. Hierzu sind zunächst Maß -
nahmen erforderlich, die auf eine Reduzie -
rung des CO2-Ausstoßes ausgerichtet sind
(Einsatz von erneuerbaren Energien, z.B.
Photovoltaikanlagen). Daneben bedarf es
Maßnahmen, die sowohl einer thermischen
Aufheizung entgegenwirken (z.B. helle Ober-
flächen, Entsiegelung, Fassadenbegrünung,
intensive Dachbegrünung, Verschattung,
Verdunstung) als auch auf die Versickerung,
Ableitung, Rückhaltung und Wiederverwen-
dung von Regenwasser abzielen (z.B. Notab-
flusswege, Mulden, Zisternen, Retentionsflä-
chen oder -gründächer).
Straßengrün aufwerten und
ergänzen!
Die zum Teil lückenhafte Straßenbegrünung
am Maarweg und entlang der Widdersdor -
fer Straße soll ergänzt und klimawandelge -
recht optimiert werden. Es gilt die vorhande-
nen Baumstandorte zu verbessern und - wo
möglich - zusätzliche Begrünungselemente
wie Pflanzbeete, Versickerungsmulden oder
Baumrigolen zu ergänzen.
Grünflächen vielfach nutzen!
Die bestehenden und die neu zu schaffenden
Grün- und Freiräume sollen möglichst für
eine multifunktionale Nutzung (z.B. Sport-
und Spiel; urbanes Gärtnern; Erhöhung der
Biodiversität) ertüchtigt werden.
90
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 91
Fokusräume
145
Schaffung der Voraussetzungen für eine
klimaschonende Mobilitätswende in der Weststadt!
Ziel 3 Handlungsempfehlungen
Erreichbarkeit mit dem ÖPNV
verbessern!
Die Erreichbarkeit des Areals mit dem ÖPNV
sollte insbesondere im östlichen Abschnitt
verbessert werden. Hierzu zählt sowohl eine
Optimierung der vorhandenen ÖPNV-An -
gebote entlang des Maarwegs und der Wid-
dersdorfer Straße (insb. Takterhöhung Bus)
als auch die Schaffung neuer ÖPNV-Angebo-
te im Zusammenhang mit der Transformation
des angrenzenden Max Becker-Areals.
Zentrale/dezentrale Mobilstationen
bereitstellen!
Es sind im Areal zentrale (an den ÖPNV-Hal-
tepunkten) und dezentrale Mobilstationen
im Quartier vorzusehen, die als Schnittstelle
zwischen den Verkehrsträgern dienen und
den Nutzer*innen einen bequemen Umstieg
vom öffentlichen Nahverkehr auf Car-Sha -
ring, Lastenfahrräder, (Leih)Fahrräder oder
–roller etc. ermöglichen.
Betriebliches
Mobilitätsmanagement fördern!
Die ansässigen Unternehmen sollen animiert
und dabei unterstützt werden, Maßnahmen
zum betrieblichen Mobilitätsmanagement
zu ergreifen, um den von ihnen verursachten
Verkehr zu lenken und möglichst zu verrin -
gern (z.B. Infrastruktur, Diensträder, Zeitkar-
ten etc.).
Durchquerung für den Fuß und
Radverkehr ermöglichen!
Es müssen öffentliche Zugänge in das Quar-
tier für den Fuß- und für den Radverkehr si -
chergestellt werden. Dies gilt sowohl für die
Straßen sowie vom Klüttenkorridor und dem
nördlich verlaufenden Bahnweg.
Parkplätze stapeln!
Durch den Bau von (24 Stunden nutzbaren)
Quartiers- bzw. Mitarbeiter*innengaragen
soll die Gestaltung des öffentlichen Raums
und die effiziente Flächenausnutzung im
Areal verbessert werden.
Straßenraum neu gestalten und
verteilen!
Die derzeit durch den (ruhenden und flie -
ßenden) PKW- und LKW-Verkehr dominier-
ten Straßenräume am Maarweg und an der
Widdersdorfer Straße sind zugunsten ande -
rer Raumnutzungen (Grün, Fuß- und Rad -
verkehr, Aufenthalt, Einzelhandel und Gast -
ronomie) gerechter aufzuteilen.
In übergeordnetes Fuß- und
Radwegenetz integrieren!
Das Areal ist über den nördlich gelegenen
Bahnweg und im Osten über die grüne We -
geverbindung entlang der Klüttenbahn in
das im Zielbild vorgesehene übergeordnete
Fuß- und Radwegenetz einzubinden.
Attraktive öffentliche Räume im
Gewerbegebiet schaffen!
Es sind anregende öffentliche Wege, Plätze
und Freiflächen mit einer hohen Aufenthalts-
qualität für Beschäftigte und Besucher*innen
mit vielseitigen Interaktions- und Nutzungs-
möglichkeiten zu schaffen.
Querung der Klüttenbahn
gewährleisten!
Im Osten des Luisenviertels ist eine sichere
Querung der Klüttenbahntrasse als Verbin -
dungsglied des Bahnweges zwischen der S-
Bahn-Haltestelle Müngersdorf und der Os -
kar-Jäger-Straße zu schaffen.
92
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 93
Fokusräume
146
4.3 Fokusraum III: Grünfläche
Beispiel: Gleispark
Der Fokusraum umfasst die Bahnbrache
im Bereich Gleisdreieck (148-150) , westlich des
Maarweg und nördlich der Stolberger Straße
und reicht bis zu dem Bauwagenplatz „Os -
terinsel“ (153,154) nördlich der Alsdorfer Straße.
Es bietet sich die Chance, die Brachfläche
als zentrale öffentliche Grünfläche mit Auf -
enthalts- und Spielfunktion auszubauen und
durch attraktive grüne Wegeverbindungen
für den Fuß- und Radverkehr entlang der
(ehemaligen) Schienentrassen (151) mit den
angrenzenden Quartieren zu vernetzen.
95
Fokusräume94
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt
147
148 149
150 151
152 153
Entwicklung eines zukunftsfähigen, vielseitigen und
lebenswerten Quartiers für alle!
Ziel 1
Gewerbestandort sichern und
entwickeln!
Der vorhandene Gewerbestandort soll gesi -
chert und gestärkt werden. Der Fokus sollte
dabei entsprechend dem Zielbild langfristig
insbesondere auf nicht störendes Gewerbe,
auf Dienstleistungen und Handel sowie auf
Unternehmen aus der Kreativwirtschaft ge -
legt werden.
Städtebauliche Aufwertung der
Gewerbeflächen!
Angesichts der derzeit geringen baulichen
Höhen, der ebenerdigen und flächigen
Stellplatzanlagen sowie der teilweise min -
der- oder ungenutzten Flächen nördlich des
Gleisdreiecks sollte das Ziel verfolgt werden,
langfristig durch die Stapelung von Gewerbe,
Handel und Dienstleistungen die vorhande -
nen Flächen effizienter zu nutzen und städ -
tebaulich zu qualifizieren.
Angebote für nicht kommerzielle
Zwischennutzungen erproben!
Es sind im Rahmen der Entwicklung auch
nicht-kommerzielle Freiräume oder Bau -
strukturen bereitzustellen, in denen (tem -
porär) kreative Konzepte erprobt und gelebt
werden können.
Adressen zur Grünverbindung
bilden!
Durch eine Erhöhung der stadträumlichen
Qualität an den Rändern der Grünfläche soll
zur Bildung einer Adresse des Standortes
entlang der Grünverbindung zwischen Gleis-
dreieck und Low Line beigetragen werden.
Handlungsempfehlungen
96
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 97
Fokusräume
154
Erhöhung des Grünvolumens und Anpassung des
Quartiers an die Folgen des Klimawandels!
Ziel 2
Bestandsgrün erhalten und
optimieren!
Im Rahmen der Grün- und Freiflächenpla -
nung sollte eine weitestgehende Sicherung
des erhaltenswerten Baumbestandes und
der klimarelevanten Grünflächen im Bereich
des Gleisdreicks und der Osterinsel ange -
strebt werden. Der Erhalt alter Gehölze hat
dabei Priorität gegenüber der Neupflanzung
von Jungbäumen.
Erweiterung der Grünflächen
(„Gleispark“)!
Zur Deckung der aktuell erheblichen Grün -
defizite in der Weststadt soll im Bereich des
Gleisdreiecks an zentraler Stelle (im Wege -
netz der Grünverbindungen zwischen Eh -
renfeld bzw. Bickendorf und Braunsfeld) eine
öffentliche Grünfläche entwickelt werden,
die als attraktiver Aufenthaltsort für die im
Gebiet lebende und arbeitende Bevölkerung
dient. Hierfür wird z.T. ein Grundstückser -
werb durch die öffentliche Hand notwendig.
Grünverbindung sicherstellen
(Bahnweg/Klüttenkorridor)!
Die im Zielbild projektierte Grünverbindung
vom Gleisdreieck in Richtung Osterinsel
und im weiteren Verlauf zum Grünen Weg
sowie auch die Verbindung in Richtung des
Technologieparks müssen gesichert werden.
Hierzu sind zum Teil Grundstückserwerbe
bzw. die Sicherung von Wegerechten erfor -
derlich. Zudem sollte im Sinne des Zielbildes
der Weststadt die Grünverbindung entlang
der Klüttenbahn sichergestellt werden. Die
Funktion der Fuß- und Radwegeverbindung
muss dabei im Vordergrund stehen.
Dezentrales Grünangebot im
Gewerbegebiet erhöhen!
Zur Grünversorgung der im Gebiet arbeiten-
den Bevölkerung und zur Reduzierung der
bestehenden Gründefizite sind in Ergänzung
zu dem Gleispark kleinere lokale Frei- und
Erholungsflächen (Pocket parks, Dachgärten
etc.) zu schaffen.
Maßnahmen zur Klimaanpassung
im Freiraum und an Gebäuden
umsetzen!
Im Freiraum sowie auf den angrenzenden
Gewerbeflächen sind Konzepte zu entwi -
ckeln, um den Klimaschutz zu unterstützen
(Klimaneutralität) und die negativen Aus -
wirkungen des Klimawandels (Hitze, Starkre-
gen, Trockenheit etc.) zu vermindern. Hierzu
sind zunächst Maßnahmen erforderlich, die
auf eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes
ausgerichtet sind (Einsatz von erneuerbaren
Energien, z.B. Photovoltaikanlagen). Dane -
ben bedarf es Maßnahmen, die sowohl einer
thermischen Aufheizung entgegenwirken
(z.B. helle Oberflächen, Entsiegelung, Fassa-
denbegrünung, intensive Dachbegrünung,
Verschattung, Verdunstung) als auch auf
die Versickerung, Ableitung und Rückhal -
tung von Regenwasser abzielen (z.B. Notab-
flusswege, Mulden, Retentionsflächen oder
-gründächer).
Grünflächen vielfach nutzen!
Die bestehenden und die neu zu schaffenden
Grün- und Freiräume sollen möglichst für
eine multifunktionale Nutzung (z.B. Sport-
und Spielflächen; urbanes Gärtnern; Erhö -
hung der Biodiversität) ertüchtigt werden.
Handlungsempfehlungen
98
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 99
Fokusräume
155
Schaffung der Voraussetzungen für eine
klimaschonende Mobilitätswende in der Weststadt!
Ziel 3
In übergeordnetes Fuß- und
Radwegenetz integrieren!
Die Grünflächen rund um das Gleisdreieck
und weiter entlang der Low Line sind in das
im Zielbild vorgesehene übergeordnete Fuß-
und Radwegenetz einzubinden. Hierfür sind
entsprechende Wegerechte zu sichern.
Sichere Überquerung der
Straßen ermöglichen!
Im Bereich des Maarweges ist eine attrakti -
ve und sichere Querung des Grünzuges in
Richtung der der Low Line für den Fuß- und
Radverkehr zu schaffen. Gleiches gilt für die
Anbindung in Richtung des Clarenbachplat-
zes im Süden.
Zugänge ermöglichen!
Von den angrenzenden Gewerbegebieten
und Straßen müssen öffentliche und gut
sichtbare Zugänge zu den Grünflächen ge -
schaffen werden.
Attraktive öffentliche Räume im
Gewerbegebiet schaffen!
Im Bereich der Gewerbeflächen sind anre -
gende öffentliche Wege, Plätze und Freiflä -
chen mit einer hohen Aufenthaltsqualität für
Beschäftigte und Besucher*innen mit viel -
seitigen Interaktions- und Nutzungsmög -
lichkeiten zu schaffen.
Querung der Klüttenbahn
gewährleisten!
Im Bereich der Klüttenbahntrasse ist eine
sichere Querung als Verbindungsglied der
übergeordneten Fuß- und Radwege zu
schaffen.
Erreichbarkeit mit dem ÖPNV
verbessern!
Die Erreichbarkeit des Gebietes mit dem
ÖPNV soll verbessert werden. Hierzu zählt
die Optimierung der vorhandenen ÖPNV-
Angebote entlang des Maarwegs, der Wid -
dersdorfer und der Stolberger Straße (insb.
Takterhöhung Bus).
Handlungsempfehlungen
100
Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 101
Fokusräume
156
Anlage 2 - Bericht UpLab
54424 Zeichen
Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen 23. April bis 10. Mai 2021 T eilnehmende 3.038 Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Einleitung Seite 3 Demogra fie Seite 4 Teil Ei ns: Heute • Was machst Du hauptsächlich in dem Gebiet? Seite 5 • Wie bew egst Du Dich für gewöhnlich im Gebiet fort? Seite 6 • Wie wür dest Du den Charakter des Gebietes beschreiben? Seite 7 • Was gef ällt Dir an dem Gebiet? Gibt es besondere Qualitäten oder einen Lieblingsort? Seite 8 • Was ge fällt Dir nicht an dem Gebiet? Gibt es besondere Probleme oder gibt es einen Ort den Du meidest? Seite 11 Teil Zwei: Zukunft • Im Zielbildprozess soll identifiziert und abgestimmt werden, wie sich das Gebiet in Zukunft entwickeln soll. Welchen Thesen stimmst Du zu? Seite 13 • Welche wei teren Vorschläge oder Ideen hast Du für die zukünftige Entwicklung des Gebietes? Was wünschst Du Dir? Seite 14 Teil Drei: Max Becker Areal • Worin sollte Deiner Meinung nach der Schwerpunkt der Nutzungen in dem zukünftigen Quartier auf dem Max Becker-Areal liegen? Seite 16 • Welche Aspekte/Leitthemen fändest Du für das neue Quartier besonders spannend? Zusammenfassung Seite 17 Seite 18 2 Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen Einleitung Einleitung Karte 1: Betrachtungsraum Zielbildprozess D er Rat der Stadt Köln hat die Verwaltung mit Beschluss (AN/0220/2020) vom 6. Feb - ruar 2020 beauftragt, einen städte - baulichen Wettbewerb für das Areal Widdersdorfer Straße/Maarweg/ Oskar-Jäger-Straße (Arbeitstitel Max Becker-Areal) in Köln-Ehrenfeld durchzuführen, um die Entwicklung eines mischgenutzten Quartiers an - zustoßen. Anlass war unter anderem die Verlagerung des Rohstoffver- wertungsunternehmens Max Becker, das im Jahr 2022 seinen Firmensitz verlagern wird. Der Verfahrensab - lauf sieht einen Zielbildprozess, mit anschließendem städtebaulichen Wettbewerb und der Erstellung ei - nes Bebauungsplans vor. Mit einer Öffentlichkeitsbeteiligung am Ziel- bildprozess k nnen durch die Erfah - rungen der Menschen, die im Gebiet leben und arbeiten, wichtige Infor- mationen gewonnen werden. Zum anderen kann die Öffentlichkeit sich dazu äußern, was sie in ihrem Le - bens- und Arbeitsumfeld beschäftigt. Mögliche Konflikte oder Problem- stellungen aber auch Potentiale und Chancen können so in einer frühen Planungsphase ausgemacht werden. Dabei verschafft sich die Verwaltung zunächst einen Überblick über den gesamten Bereich (s.Karte 1), um an - schließend Anforderungen an einzel- ne Entwicklungsbereiche, wie etwa dem Max Be cker-Areal, aus dem Ge- samtraum ableiten zu können. Zen - trale Themen sind das Wohnen und Arbeiten der Zukunft, Mobilität und Umwelt. Historie Mit der Durc hführung des Zielbild - prozesses wurde im Januar 2021 mit externer Unterstützung durch das Büro MUST Städtebau GmbH begonnen. Die erste Befragung im Rahmen des Zielbildprozess fand auf Grund der Corona-Pandemie rein online statt. Sie wurde zusam - men mit dem Urban Participation Lab (UPLab) und dem Städtebaubü - ro MUST umgesetzt. Eine Teilnahme war vom 23. April bis 10. Mai 2021 möglich. Ziel war es, Hinweise, Ideen und Anregungen zum Plangebiet zu erfassen und mit in den Zielbildpro - zess einfließen zu lassen. Online-Umfrage - UPLab Mit der Durchführung der Online- Umfrage wurde das Urban Partici - pation Lab (UPLab) beauftragt, um innovative, digitale Formate und Pro- zesse der Bürger*innenbeteiligung einfließen zu lassen. Aufgrund der Corona-Pandemie müssen resilien - te und kontaktlose Formen der Be - teiligung für die Befragung genutzt werden. Eine Umfrage mit mehr als 3.000 Teilnehmenden lässt sich da - her in vielen Phasen der Pandemie nicht mit herkömmlichen Methoden darstellen. Das Urban Participation Lab hat sich auf diese Art der Be - fragung spezialisiert und nutzt für eine hohe und diverse Erreichbar - keit, eine digitale und belastbare Me- thode der Online-Partizipation. Die Grundlage für diese Herangehens - weise bieten Methoden und An - sätze der Wirtschaftswissenschaf - ten, welche in vielen Projekten des UPLabs bereits erfolgreich durchge- führt wurden. Diese Methode wird im Folgenden als Geo-Targeting bezeichnet. Methodik Ausspielung Mittels Geo-Targeting (dt.: “Geo - lokation“) können Nutzer*innen in klar definierten Gebieten gezielt angesprochen werden. Sie erhal - ten zu Online-Suchen, auf Sozialen Netzwerken oder Nachrichtensei - ten die Einladung zur Partizipation direkt auf ihren Computer oder ihr Smartphone. Der gesamte Aus- spielungsprozess wird durch das Urban Participation Lab beglei - tet und es werden laufend Opti - mierungen vorgenommen, um die Interaktion und Teilnahme von vielen, online zu erreichenden Nut - zer*innen zu gewährleisten. Damit werden nicht nur die engagierten, sondern auch weitere Nutzer*in - nen angesprochen. Bei der Aus - spielung via Geo-Targeting werden keine personenbezogenen Daten erhoben. Grundgesamtheit Da bei der durchgeführten Umfrage hauptsächlich die im Gebiet wohnen Bürger*innen erreicht wurden, spie - geln die Ergebnisse der Umfrage die vorherrschende “Lockdown“ – Si - tuation der Corona-Pandemie zum Zeitpunkt der Ausspielung wider. Insgesamt wurden bei den 3.038 vollständig ausgefüllten Fragebö - gen zu 63% angegeben, im Gebiet zu wohnen und lediglich bei 22% vor Ort zu arbeiten. Das Spannungs - feld zwischen Arbeiten und Wohnen konnte aufgrund der Gewichtung somit teilweise nur aus Perspektive der dort wohnenden Bürger*innen dargestellt werden. Methodik, Gestaltung und Auswertung Fragebogen Der Fragebogen wurde in Zusam - menarbeit mit der Stadt Köln und dem Stadtplanungsbüro MUST aus Köln gestaltet. Die Struktur orien - tiert sich an folgendem Muster: • Demografie • Teil 1 - Heute • Teil 2 - Zukunft • Teil 3 - Max Becker-Areal • Weitere Kommunikation Der vorliegende Ergebnisbericht orientiert sich ebenfalls an dieser Struktur. Bei der Fragebogenerstel - lung wurde außerdem darauf geach- tet, dass die Bürger*innen möglichst viel Freiraum haben, um ihre Ideen, Belange und Anmerkungen zum Ge - biet frei zu äußern. Um dies zu ge - währleisten, sind bei acht der zehn Fragen offene Antworten möglich. Zudem wurden drei gänzlich offene Fragen gestellt. Die Auswertung der Freifeld-Antworten erfolgte durch die Erstellung von Clustern. Somit wurde jede Antwort in Themenbe - reiche/-kategorien eingeteilt und quantifiziert. Die qualitativen Inhalte wurden auszugsweise dargestellt und im Gesamtbild berücksichtigt. 3 Demografie Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen Wo wohnst Du? 3.038 Antworten Müngersdorf 6% Braunsfeld 16% Ehrenfeld 52% Sonstiges 22% keine Angabe 4% Grafik 1: Ergebnisse Frage: Wo wohnst Du? — Gesamt Wie alt bist Du? 3.038 Antworten unter 18 Jahre 1% über 67 Jahre 1,5% keine Angabe 0,2% 18-25 Jahre 26-35 Jahre 26-49 Jahre 50-67 Jahre 15% 37% 32% 15% Diagramm 1: Ergebnisse Frage: Wie alt bist Du? — Gesamt Was ist Dein Geschlecht? 3.038 Antworten Demografie weiblich männlich 48% keine Angabe 3% divers 1% 48% Diagramm 2: Ergebnisse Frage: Was ist Dein Geschlecht? — Gesamt Möchtest Du gerne weiterhin an dem Prozess teilnehmen? Oder Informatio nen über das Vorhaben erhalten? - Ja, gerne. 44% 1.268 E-Mail Adressen I nsgesamt wurde die Umfrage an 49.467 Endgeräte ausgespielt. Davon haben ca. 5.500 Perso - nen aktiv auf die Anzeige reagiert. Die vollständige Rücklaufquote des Online Fragebogens belief sich auf insgesamt 3.038 Bögen. Es wur - den 75% der Teilnehmenden über die Geo-Targeting-Methode des UPLabs erreicht und ca. 25% über städtische Kommunikationswege (Website, Flyer, Beteiligunsportal, E- Mail etc.). Dabei wurden insbeson - dere 26-35 Jährige erreicht (37%), wobei die Altersgruppe der 18-25 Jähr igen einen Anteil von ca. 15% er - reicht. 32% der Teilnehmenden wa - ren zwischen 36 und 49 Jahre alt sowie weitere 15% zwischen 50 und 67 Jahre. Es wurden wenige Perso - nen über 67 oder unter 18 erreicht (jeweils unter 1,5%). Der Fragebogen wurde jeweils ex - akt von 48% Frauen und Männern ausgefüllt. 1% der Teilnehmenden ist divers und 2% bevorzugten es keine weiteren Angaben dazu zu machen. Die Verteilung nach Stadtteilen er - gibt sich aus den Angaben der Be - teiligten wie folgt: • Ehrenfeld - 52%. • Braunsfeld – 16% • Müngersdorf – 6% • Weitere 22% der Teilnehmenden sind Bürger*innen aus anderen Teilen Kölns und 4% sind ohne Angaben zum Wohnort. 4 T eil Eins: Heute Was machst Du hauptsächlich in dem Gebiet? Frage 1 3.038 Antworten Mehrfachauswahl möglich Freizeit 2.152 — 71% Gastronomie 2.098 — 69% Wohnort 1.914 — 63% Einkaufen 1.897 — 62% Clubs 1.554 — 51% Dienstleistungen 1.343 — 44% Arbeit 662 — 22% Schule/Ausbildung 78 — 3% Sonstiges 182 — 6% keine Angabe 31 — 1% Diagramm 3: Ergebnisse Frage 1 — Gesamt Top 5 Antworten nach Veedel Müngersdorf: 1. 2. 3. 4. Freizeit (55%) 5. Grafik 2: Frage 1 — Fünf meistgenannte nach Veedel 3. 4. 5. Clubs (59%) Braunsfeld: Wohnort (84%) Einkaufen (72%) Gastronomie (58%) Dienstleistungen (49%) 1. Wohnort (89%) 2. Einkaufen (72%) 3. Freizeit (62%) 4. Gastronomie (61%) 5. Dienstleistungen (46%) Ehrenfeld: 1. Wohnort (77%) 2. Freizeit (74%) Gastronomie (73%) Einkaufen (70%) Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen T eil Eins: Heute D ie meisten der Teilnehmenden (2.152, 71%) verbringen im Ge - biet ihre Freizeit. Etwa genau - so viele (2.098, 69%) nutzen das gas- tronomische Angebot und ebenfalls mehr als die Hälfte (1.554, 51%) be - suchen die Clubs im Kölner Westen. 63% (1.914) der Befragten wohnen im Gebiet. Ungefähr genauso viele Menschen gaben an, hier einkaufen zu gehen (1.897, 62%). Die Dienstleis- tungsbranche wird insgesamt von 44% (1.343) der Teilnehmenden ge - nutzt. Einen weiteren vergleichswei- se niedrigen Wert erzielte die Anzahl der dort arbeitenden Bürger*innen. Es haben insgesamt 22% (662) Men- schen angegeben, im Gebiet zu ar - beiten. Hinweis: Die Gewichtung von Anwohnenden und Arbeitenden spielt in den vorlie - genden Ergebnissen eine wichtige Rolle. Aufgrund der Corona-Pande - mie und der damit verbundenen Ar - beitssituation ist davon auszugehen, dass die dort arbeitende Bevölke - rung über Geo-Targeting nur schwer zu erreichen war. Während der Aus - spielung der Online-Umfrage (April/ Mai 2021) befand sich das Gebiet in einem Corona bedingten Lockdown. Dennoch haben 223 (7%) Personen, welche im Gebiet arbeiten und nicht wohnen, an der Umfrage teilgenom - men. 5 Wie bewegst Du dich für gewöhnlich im Gebiet fort? Frage 2 3.038 Antworten Mehrfachauswahl möglich zu Fuß Fahrrad Stadtbahn Privatauto S-Bahn Bus Car-Sharing E-Scooter/E-Roller Taxi, Uber ... Motorrad/Moped Sonstiges keine Angabe 2.521 — 83% 2.400 — 79% 1.353 — 45% 1.138 — 37% 603 — 20% 460 — 15% 332 — 11% 283 — 9% 246 — 8% 109 — 4% 43 — 1% 10 — 0,3% Diagramm 4: Ergebnisse Frage 2 — Gesamt Ehrenfeld: 1. zu Fuß (87%) Müngersdorf: 1. zu Fuß (78%) 2. Fahrrad (74%) 3. Privatauto (66%) 4. Stadtbahn (33%) 5. Bus (27%) Grafik 3: Frage 2 — Fünf meistgenannte nach Veedel 2. Fahrrad (84%) Stadtbahn (42%) Privatauto (32%) S-Bahn (20%) Braunsfeld: 1. zu Fuß (88%) 2. Fahrrad (77%) 3. Privatauto (51%) 4. Stadtbahn (45%) 5. S-Bahn (13%) 3. 4. 5. Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen T eil Eins: Heute Top 5 Antworten nach Veedel D er Großteil der Teilnehmenden gibt an, sich insbesondere zu Fuß (2.521, 83%) oder mit dem Rad (2.400, 79%) durch das Gebiet im Kölner Westen fortzubewegen. Im öffentlichen Nahverkehr wird vor allem die Stadtbahn (1.353, 45%) genutzt, hingegen die S-Bahn (603, 19,9%) oder der Bus (460, 15,1%) deutlich weniger frequentiert. 37% geben an das Privatauto im Gebiet zu nutzen (1.138, 37%). Ein deutlicher Unterschied zeigt sich in der Priori - sierung der Fortbewegungsmittel innerhalb der drei Teilgebiete. Die in Ehren feld lebende Bevölkerung be - wegt sich vorrangig mehr mit der Stadtbahn (42%) als mit dem Privat - auto fort (32%). In Müngersdorf und Braunsfeld hingegen wird der PKW jeweils den Öffentlichen Verkehrs- mitteln vorgezogen. Hinweis: Die unterschiedlichen Anforderun - gen an das Gebiet im Bereich der Mobilität können durch die Größe und Heterogenität des Gebietes be - gründet werden. Die verschiedenen infr astrukturellen Mobilitätsange - bote für die einzelnen Gebiete spie - geln sich in den Angaben der Teil - nehmenden wider. Auch in diesem Kontext ist die aktuelle Situation der Corona-Pandemie und die damit verbundenen Präferenzen zu be - rücksichtigen. 6 Wie würdest Du den Charakter des Gebietes beschreiben? Frage 3 3.038 Antworten Mehrfachauswahl möglich angenehm kreativ laut grau aufregend dreckig wild einladend grün langweilig sauber unkreativ unangenehm geordnet leise abschreckend sonstiges keine Angabe 1.820 — 60% 1.633 — 54% 1.177 — 39% 1.061 — 35% 998 — 33% 918 — 30% 791 — 26% 774 — 25% 569 — 19% 350 — 12% 313 — 10% 288 — 9% 242 — 8% 209 — 7% 185 — 6% 166 — 5% 384 — 11% 64 — 2% Diagramm 5: Ergebnisse Frage 3 — Gesamt Ehrenfeld: 1. kreativ (66%) Müngersdorf: 1. angenehm (64%) 2. grün (46%) 3. grau (27%) 4. laut (27%) 5. einladend (23%) Grafik 4: Frage 3 — Fünf meistgenannte nach Veedel 3. 4. 5. 2. angenehm (59%) laut (45%) aufregend (40%) dreckig (37%) Braunsfeld: 1. angenehm (70%) 2. grün (33%) 3. einladend (27%) 4. laut (27%) 5. sauber (27%) Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen T eil Eins: Heute Top 5 Antworten nach Veedel I n Frage 3 haben die Teilnehmen- den das Gebiet und seinen Cha - rakter anhand von unterschied- lichen Adjektiven beschrieben. Die abgefragten Gegensätze und die damit verbundenen Antworten ver - stärken eine Grundaussage der Teil - nehmenden – Der Kölner Westen lebt von Vielfalt und Kontrast. So haben die meisten der Teilnehmen - den (1.820, 60%) das Gebiet als an - genehm und weitere 54% (1.633) als kreativ beschrieben. “Das Gebiet ist für mich der Inbegriff der Kölner Subkulturen. Hier tref - fen sich Kreativschaffende, Musik - fans und in dem Zusammenhang ist es auch ein Ort der interkulturellen Begegnung. Diesem Umstand kann man meiner Meinung nach gar nicht genügend Bedeutung beimessen.” männlich, 36-49 Jahre, Wohnort unbekannt Im Kontrast zu den zuvor genann - ten A djektiven wird das Gebiet am dritt- und viert häufigsten als laut (1.177, 39%) sowie grau (1.061, 35%) empfunden. Die unterschiedlichen Wahrnehmungen lassen sich u.a. auf die Größe und unterschiedlichen Flächennutzungen zurückführen. “An manchen Ecken eher dreckig und laut (z.B. Oskar-Jäger-Str./Stol - berger Str.), andernorts sauber und angenehm.” männlich, 26-35 Jahre, aus Ehrenfeld “Je nach Lage sehr unterschiedlich.” weiblich , 36-49 Jahre, aus Ehrenfeld “Von Straße zu Straße sehr unter - schiedlich (Pauli-Viertel = einladend), Eupener Straße oder Maarweg = nicht schön (zu viel Autoverkehr, nicht für Menschen)” weiblich, 36-49 Jahre, aus Sülz Hinweis: Auffällig ist, dass es der Begriff krea - tiv nur bei den Ehrenfelder*innen un- ter die Top 5 Nennungen geschafft hat. Hingegen wurde sowohl in Mün - gersdorf als auch in Braunsfeld das Adjektiv grün am zweithäufigsten genannt, was wiederum in Ehren - feld weniger oft genannt wurde. Dies zeigt, dass das Gebiet abhängig von Wohnort und Zugang individuell wahrgenommen wird. 7 T eil Eins: Heute Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen Was gefällt Dir an dem Gebiet? Gibt es besondere Qualitäten oder einen Lieblingsort? Frage 4 1.614 Antworten Clubkultur Gastronomie Diversität Grünflächen (außerhalb des Gebietes) Kulturangebot Nutzungsmischung Grünflächen (innerhalb des Gebietes) Zentrale Lage, Gute Anbindung Raum für Kreativität Soziales Miteinander Nahversorgung Stadtbild Einzelhandel Sorge vor Verdrängung Gute Atmosphäre Pulsierendes öffentliches Leben Familie und Kinder Öffentliche (Frei-)Räume und Plätze Freizeitangebot Lebenswert/Qualität Alternativ Potenzial/ Raum für Entwicklung Subkultur Sport Bezahlbare Räume Identität, Heimatsgefühl Neubaugebiete Sonstiges 326 — 20 % 304 — 19 % 300 — 19 % 206 — 13 % 171 — 11 % 169 — 10 % 167 — 10 % 163 — 10 % 158 — 10 % 141 — 9 % 138 — 9 % 122 — 8 % 117 — 7 % 82 — 5 % 79 — 5 % 69 — 4 % 36— 2 % 34— 2 % 29— 2 % 27— 2 % 26 — 2 % 26 — 2 % 20 — 1 % 18 — 1 % 15 — 1 % 13 — 1 % 3 — 0,2 % Diagramm 6: Ergebnisse 56 — 3 % Frage 4 — Gesamt Top 5 Antworten nach Veedel Müngersdorf: 1. Grünflächen (außerhalb) (27%) 2. Grünflächen (innerhalb) (20%) 3. Zentrale Lage, Gute Anbindung (17%) 4. Gastronomie (11%) 5. Diversität (10%) Grafik 5: Frage 4 — Fünf meistgenannte nach Veedel Ehrenfeld: 1. Diversität (25%) 2. Gastronomie (23%) 3. Clubkultur (22%) 4. Grün und Freiräume (16%) 5. Kulturangebot (13%) Braunsfeld: 1. Grünflächen (außerhalb) (37%) 2. Zentrale Lage, Gute Anbindung (19%) 3. Nahversorgung (18%) 4. Gastronomie (13%) 5. Soziales Miteinander (7%) 8 Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen T eil Eins: Heute Frage 4 M ehr als die Hälfte der Teil - nehmenden (1.614, 53%) ha - ben angegeben, was ihnen am Gebiet im Kölner Westen ge - fällt. Dabei wurden 315 Lieblings - orte genannt, welche auf der Karte auf Seite 10 dargestellt sind. Für die Auswertung der Vielzahl von Frei - feldantworten auf Frage 4 wurden insgesamt 28 Themencluster er- stellt. Dabei kann sich eine Antwort in unterschiedlichen Clustern wie - derfinden. Ins besondere gefällt den Menschen die Clubkultur des Kölner Westens. Rund 20% (326) der Personen gaben an, dass sie hier gerne ausgehen. Allerdings haben 5% ihre Sorge oder Wut über die Verdrängung der Club- kultur oder kultureller Einrichtun - gen (s. hierzu auch Frage 5) betont. Viele der genannten Lieblingsor - te sind nicht mehr vorhanden. Des Weiteren beschreiben 11% in ihren Beiträgen, dass ihnen das Kulturan - gebot sehr gut gefällt. Ebenso schät- zen weitere 11% den (Frei)Raum für Kreativität, jedoch besteht auch hier zum Teil die Sorge vor Verdrän - gung. Auffällig bei den beiden zuletzt genannten Themen ist, dass diese von vielen der in Ehrenfeld leben - den Menschen geschätzt werden, hingegen gab es aus Müngersdorf dazu keine Nennungen und aus Braunsfeld jeweils zehn oder weni - ger. “Die ausgewiesene Fläche ist eine der letzten in der kompletten Stadt Köln, in der noch einige Reste der Club- und Kulturlandschaft vor - handen sind, die Köln erst bei jun - gen Leuten beliebt gemacht hat. Es gibt ein eklatantes Sterben kreativer Räume in Köln - hier sind mit dem Sonic Ballroom, der Kolbhalle u.A. noch einzigartige Möglichkeiten vor- handen.” männlich , 36-49 Jahre, aus Zollstock Ebenfalls ist das Stadtbild (122, 8%) für viele Menschen durch den krea - tiven Einfluss z.B. von Street Art Künstler*innen positiv geprägt. Nur wenige, 9 Personen, gaben in Frage 5 an, die Graffitis an den Wänden nicht zu mögen. Darüber hinaus gefällt ei- nigen Menschen die kontrastreiche Baustruktur von z.B. Wohngebäuden und alten Industriegebäuden. Den Teilnehmenden scheint das vielfältige Angebot an Restaurants, Cafés, Bars und Kneipen (insbeson - dere in Ehrenfeld) gut zu gefallen, denn insgesamt haben 304 (19%) das Thema Gastronomie in diesem Zusammenhang kommentiert. Da - runter fallen das vielfältige Ange - bot an Restaurants, Cafés, Bars und Kneipen. Das Thema Nahversorgung, hierunter fallen das Einkaufen von Lebensmitteln oder das Angebot von Büdchen, wurde von insgesamt 138 Personen (9%) kommentiert und scheint vor allem den Menschen aus Braunsfeld sehr gut zu gefallen. Der Einzelhandel wurde gesondert ge - clustert, da zu diesem Thema die kleinteilige Struktur von Geschäf - ten, im Gegensatz zu großen Ketten, genannt wurde (117 Nennungen, 8%). Mi t 300 Nennungen (19%) steht das Thema Diversität an dritter Stelle. Viele Menschen mögen die hetero - gene Nutzer*innenschaft (Menschen die das Gebiet nutzen), insbesonde - re unterschiedlicher Altersgruppen und ethnischer Herkunft. “Gerade Ehrenfeld ist ein Ort kultu - reller und sozialer Vielfalt und soll dies auch bleiben. Insbesondere eine Stadt wie Köln, die sich diese Vielfalt auf die Fahnen schreibt, darf nicht treibend daran interessiert sein, dies zu zerstören.” männlich , 36-49 Jahre, aus Müngersdorf Insbesondere die Menschen aus Eh- renfeld schätzen die Heterogenität, denn das Thema steht dort an ers - ter Stelle. Des Weiteren beschreiben 9% der Teilnehmenden ein positives soziales Miteinander im Kölner Wes- ten und weitere 5% finden, dass eine gute Atmosphäre herrscht. Das Thema Grün, Natur und Frei - flächen scheint den Teilnehmenden sehr wichtig. Hier wurden allerdings überwiegend Grünflächen außer- halb des Gebietes genannt (knapp 13%). Auffällig ist, dass die Menschen aus Braunsfeld (37%) und Müngers - dorf (27%) die Nähe zu den umlie - genden Grünflächen sehr schätzen, hier wurden vor allem der nahelie - gende Stadtwald sowie der Grün - gürtel genannt. Die im Gebiet lie - genden Grünflächen oder Grün im Allgemeinen wurden von insgesamt 10% als positiv beschrieben. Viele gehen hier u.a. gerne auf dem Me - laten-Friedhof spazieren oder be - suchen das Takufeld oder den Leo- Aman Park. Weitere Orte sind in der Karte 2 auf Seite 10 eingezeichnet. Öffentliche Räume (Plätze, Straßen- und Freiräume) wurden insgesamt vergleichsweise wenig genannt (34 Nennungen, 2%). Von etwa doppelt so vielen Teilnehmenden wurde ein pulsierendes öffentliches Leben in den frei zugänglichen Räumen als sehr positiv wahrgenommen. Die Teilnehmenden beschreiben das Gebiet z.B. als lebendig oder quir - lig. Darüber hinaus wurde die Nut - zungsmischung relativ oft in den Antworten erwähnt. 169 Menschen (11%) schätzen das Nebeneinander von z.B. Leben, Wohnen, Arbeiten, kulturellem Angebot etc. “Mir gefällt insbesondere die Mi - schung aus Wohnen, Arbeiten, Le - ben. Eben das was unter anderem ein modernes Ehrenfeld ausmacht. Man wohnt urban und hat kurze Wege zu seiner Arbeit oder Ausgehmöglich - keiten (Restaurants, Bars, etc.). Die kurzen Wege innerhalb des Gebietes und den bereits gefestigten “Orten“ wie der Venloer Straße sind einfach super und müssen weiter gefördert werden. Wohnen + Arbeiten + Leben!” männlich, 36-49 Jahre, aus Ehrenfeld Hinweis: Weitere Nutzungen, wie Sport- und Freizeitangebote wurden im Ver - gleich mit 2% wenig benannt. Auf- fällig ist, dass das Thema Arbeiten nicht genannt wurde. Auch in die - sem Kontext sind die aktuelle Situ - ation der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Präferenzen zu berücksichtigen. 9 Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen Frage 4 Lieblingsorte T eil Eins: Heut 10 e Karte 2: Lieblingsorte 1. Belvedere-Brücke 2 . Triotop 3. Move Artistic Dome 4. Schrotty 5. Niehler Freiheit 6. Wilhelm-Mauser-Str 7. Vitalisstr 8. Jack in the Box 9. Grabeskirche 10. Helmholtzplatz 11. Alpener Platz 12. Kolbhallen 13. Venloer Str. 14. Zoo Bar 15. Em Drügge Pitter 16. The Good Food 17. Bürger Zentrum 18. Leo-Amann-Park 19. Herbrand‘s 20. Cinenova 21. Kulturraum 405 22. Helios 37 23. Heliosstr. 24. Kebapland 25. (Underground) 26. Heinz Gaul 27. Barinton 28. Jungle 29. Live Music Hall 30. Dommizil 31. Sonic Ballroom 32. Vulkanhaus 33. (Papierfabrik) 34. Kletterfabrik 35. Kölner Weinkeller 36. Pauliplatz Was gefällt Dir nicht an dem Gebiet? Gibt es besondere Probleme oder gibt es einen Ort den Du meidest? Frage 5 1.612 Antworten Angst/Wut wegen Gentrifizierung Schlechte Fahrradinfrastruktur Zu wenig Grün Eintönige Neubaugebiete Dreck/Müll Zu viel Platz für Autos keine bezahlbaren Angebote Zu viel Verkehr Zu viel Gewerbe und Industrie Zu viel Grau & Versiegelung Schlechte Vernetzung innerhalb des Gebietes Zu wenig Nahversorgung/Gastroangebot Negative Veränderungen sind spürbar Angst-/Gewalträume Gebiet ist charakterlos Zu viele Baustellen Zu wenig Parkplätze Schlechte Aufenthaltsqualität Zu viel Lärm Sanierungsbedürftige Straßen und Gebäude Zu viel Entwicklung durch Großinvestoren 309 — 19% 245 — 15% 232 — 14% 187 — 12% 177 — 11% 136 — 8% 132 — 8% 115 — 7% 98 — 6% 93 — 6% 84 — 5% 72 — 4% 68 — 4% 55 — 3% 54 — 3% 53 — 3% 50 — 3% 49 — 3% 45 — 3% 43 — 3% 40 — 2% Das soziale Miteinander 33 — 2% 32 — 2% Keine Freiräume Zu wenig Angebot für Kinder 25 — 2% Zu viele Discounter und Billigläden 13 — 1% Keine Barrierefreiheit 10 — 1% keine Erholungsflächen 10 — 1% Diagramm 7: Ergebnissonstiges 54 — 3% Frage 5 — Gesamt se Top 5 Antworten nach Veedel Ehrenfeld: 1. Gentrifizierung (24%) 2. Schlechte Fahrradinfrastruktur (17%) 3. Zu wenig Grün (15%) 4. Eintönige Neubaugebiete (14%) 5. Zu viel Dreck/Müll (13%) Braunsfeld: 1. Zu viel Gewerbe/Industrie (12%) 2. Keine bezahlbaren Angebote (12%) 3. Schlechte Fahrradinfrastruktur (12%) 4. Zu wenig Grün (12%) 5. Zu viel Verkehr (10%) 5. Schlechte Fahrradinfra - struktur (10%) Grafik 6: Frage 5 — Fünf meistgenannte nach Veedel Müngersdorf: 1. Zu viel Dreck/Müll (15%) 2. Zu wenig Nahversorgung/ Gastro (14%) 3. Zu viel Verkehr (11%) 4. Schlechte Vernetzung in- nerhalb des Gebietes (11%) Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen T eil Eins: Heute 11 Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen T eil Eins: Heute Frage 5 I nsgesamt haben 53% (1.612) der Teilnehmenden angegeben, was ihnen nicht am Gebiet im Kölner Westen gefällt. Für die Auswertung der Vielzahl von Freifeldantworten wurden insgesamt 29 Themenclus - ter erstellt. Dabei kann sich eine Ant- wort in unterschiedlichen Clustern wiederfinden. Auff ällig ist, dass viele Menschen Angst vor Gentrifizierung haben oder wütend auf bereits stattgefun - dene Verdrängung sind (knapp 20%, 309 Nennungen). Wie auch die Ant - worten von Frage 4 darauf hinwei - sen, bezieht sich dies insbesondere auf die Verdrängung von Kultur und Kreativräumen im Gebiet. Viele nen - nen das “Clubsterben” oder führen die geschlossenen Kultureinrichtun - gen an. Im Bereich Mobilität haben insge - samt 245 Personen (15%) angege - ben, dass sie die Fahrradinfrastruk - tur nicht gut finden. Dies bezieht sich hauptsächlich auf den Ausbau der Fahrradwege. Viele wiesen zu - dem darauf hin, dass sie sich auf - grund von zu engen Straßen/ zu we- nig Platz für Fahrradfahrende oder kaputten Wegen im Straßenverkehr unsicher fühlen. “Als Fussgängerin oder Radfahrer fühlt man sich eher unwohl, weil die Widdersdorfer Str. und der Maar - weg/Äussere Kanalstr. durch die Ausrichtung auf KFZ-Verkehr sehr laut, stark befahren sind und Rad- und Fußwege sehr schmal sind.” weiblich, 50-67 Jahre, aus Braunsfeld Darüber hinaus wird der Verkehr von insgesamt 7% (117 Personen) als ne - gativ wahrgenommen. Hier wurden neben anderen mehrfach die Oskar- Jäger Str., Widdersdorfer Str., Ven - loer Str., Vogelsanger Str. genannt. Knapp 137 Teilnehmende (9%) haben kommentiert, dass es zu viel Platz für Autos im Gebiet gibt, auch im ru - henden Verkehr. “Es ist auf Straßen und in Grünan - lagen sehr schmutzig. Autoverkehr nimmt noch sehr viel Fläche in An - spruch, der für Begrünung oder Aus- sengastronomie genutzte werden könnte.” männlich, 50-67 Jahre, aus Ehrenfeld 3% (51 Personen) geben an, dass es zu wenige Parkplätze gibt oder die Park- situation für Anwohner*innen unzu - reichend ist. Dies wird insbesondere von den Menschen in Braunsfeld so wahrgenommen. Weitere 3% geben in ihren Kommentaren an, dass sie Straßen und Gebäude sanierungsbe- dürftig finden. Die mangelnde Barrie- refreiheit im Straßenraum wurde von 10 Personen erwähnt. Viele Teilnehmende empfinden, dass es zu wenig Grünflächen und Bäume gibt (14,4%, 232) und einigen fehlt die Möglichkeit zur Erholung und Ruhe. “Ich finde es insgesamt zu wenig grün in dem Gebiet. Große Parkanla - gen fehlen.” weiblich, 26-35 Jahre, aus Klettenberg “Es fehlt an Grün, Grünflächen, Parks, Wiesen. Alles wird zugebaut!” männlich, 50-67 Jahre, aus Ehrenfeld Insgesamt werden die Neubauge - biete größtenteils negativ (187, 12%) wahrgenommen. Sie werden z.B. als “eintönig” oder “seelenlos” beschrie - ben und oft ebenfalls im Zusam - menhang mit der Verdrängung von Kultur-, Kreativ- und Clubräumen genannt. 93 Personen (6%) haben zusätzlich in ihren Kommentaren geschrieben, dass sie das Gebiet insgesamt als zu grau und zu versiegelt wahrnehmen. 177 (11%) Menschen gaben an, dass sie den Betrachtungsraum zu dre - ckig finden oder zu viel Müll herum - liegt. Etwa 3% (49) denken, dass das Gebiet, insbesondere Plätze oder sonstige öffentliche Räume eine schlechte Aufenthaltsqualität auf - weist. Hier wurde z.B. angegeben, dass es zu wenig Sitzmöglichkeiten und Raum für Begegnung gibt oder sie die Räume als zu voll wahrneh - men. Etwa 8% (134) kritisieren, dass es zu wenig bezahlbare Angebote gibt. Dies bezieht sich sowohl aufs Woh - nen, als auch auf Kleingewerbe und unkommerzielle Nutzungen. 40 Teil - nehmende (3%) schrieben, dass sie die Entwicklung durch private In - vestoren ablehnen und alternative Konzepte fordern. Darüber hinaus gaben 3% (53) an, dass sie die vielen Baustellen als störend empfinden. Knapp 100 (6%) Teilnehmende kom- mentieren , dass es zu viel großflächi- ges Gewerbe und Platz für Industrie gibt. Einige stellen fest, dass Gewer - be zu zentral in ihrem Gebiet liegt und schlagen eine Auslagerung vor. Etwa 5% empfinden dies u.a. auch als Grund für eine schlechte Vernetzung innerhalb des Gebiets. Des Weiteren wird öfters angeführt, dass es kein Konzept oder eindeutige Zentren gibt. Etwa 3% der Menschen finden das Gebiet charakterlos. Adjektive wie z.B. “langweilig” oder “trist” wur - den in diesem Zusammenhang ge - nannt. Etwa 5% denken, dass es zu wenig Nahversorgungs- oder Gast - ronomieangebote gibt. Dies scheint insbesondere den Menschen aus Müngersdorf nicht zu gefallen. Dar - über hinaus gaben von 55 Personen (3%) geben etwa 60% Frauen und 40% Männer an, dass sie, insbeson - dere als Fußgänger*in bei Dunkelheit, in den unbelebten industriellen Teilen des Gebiets, Angst haben. “Als Frau will ich im Dunkeln die Stre- cken ohne Wohnhäuser vermeiden, besonders Oskar-Jäger-Straße von Widdersdorfer bis Vogelsanger Stra- ße, Vogelsanger Straße, Maarweg ab Widdersdorfer bis Vogelsanger Stra- ße.” weiblich, 36-49 Jahre, aus Bocklemünd Etwa 2% (33 Personen) empfinden das soziale Miteinander, also der Umgang mit anderen Menschen im öffentlichen Raum als negativ oder unangenehm, “z.B. unfreundliche Radfahrende“. Dies ist relativ we - nig, im Vergleich zu Frage 4, bei der 144 Antwortende den Menschen ein positives und soziales Miteinander attestieren. Nur etwa 3% (45) Teil - nehmende schreiben, dass sie sich durch Lärm, entweder von anderen Menschen oder dem Straßenverkehr gestört fühlen. Knapp 2%, 32 Perso - nen finden, dass es nicht genügend Angebote für Kinder und Familien gibt. 12 Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen T eil Zwei: Zukunft T eil Zwei: Zukunft Im Zielbildprozess soll identifiziert und abgestimmt werden, wie sich das Gebiet in Zukunft entwickeln soll. Welchen Thesen stimmst Du zu? Frage 6 3.038 Antworten Mehrfachauswahl möglich 74% — 2.241 Die unterschiedlichen Nutzungen im Gebiet müssen künftig viel mehr durchmischt werden. Arbeiten, Wohnen, Leben, Erholen, Feiern... Tür an Tür - das gehört zu der Identität des Gebie- tes und zu einem lebendigen Veedel! 64% — 1.952 Es muss in einer Stadt unkommerzielle Frei- räume geben,in denen alternative und kreative Konzepte erprobt undgelebt werden können. Das Gebiet bietet hierfür viele Möglichkeiten! 60% — 1.833 Im Gebiet mangelt es an Grünräumen und Er- holungsflächen. Der Klimawandel zwingt uns dazu, weitere Bautätigkeiten zu minimieren und ausreichend Grünflächen für die im Gebiet wohnende und arbeitende Bevölkerung bereit- zustellen. 42% — 1.277 Die zentrale Herausforderun im Gebiet besteht darin, möglichst viele Standorte für den (be- zahlbaren und generationsübergreifenden) Wohnungsbau zu schaffen, um die zu erwarten- de Nachfrage befriedigen zu können! 11% — 319 Die Gewerbe- und Industrieflächen werden in Köln immer knapper! Köln braucht Flächen, auf denen gearbeitet und produziert werden kann. Die Gewerbeflächen im Gebiet müssen erhal- ten und gesichert werden! 13 Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen Welche weiteren Vorschläge oder Ideen hast Du für die zukünftige Entwicklung des Gebietes? Was wünschst Du Dir? Frage 7 1.612 Antworten Grafik 7: Frage 7 — Genann - te Überkategorien Kultur/Kreatives 33% Clubkultur: 177 — 14% Kultur: 176 — 14% Raum für Kreativität: 160 — 13% Grün 28% Grünräume: 252 — 20% Bäume: Bepflanzung: 36 — 3% Naherholung: 24 — 2% Spielflächen: 24 — 2% Urban Gardening: 11 — 1% Hundeauslauf: 7 — 1% Mobilität 26% Fahrradfreundlich: 146 — 12% Autofrei/weniger: 122 — 10% Verkehrsführung: 58 — 5% ÖPNV: 53 — 4% Fußgängerfreundlich: 40 — 3% Vernetzung: 17 — 1% mehr Parkplätze: 15 — 1% nachhaltige Mobilität: 13 — 1% Barrierefreiheit: 8 — 0,5% kurze Wege: 4 — 0,3% Autofahrer schützen: 3 — 0,2% I Wohnen 26% Wohnformen: 292 — 23% bezahlbares Wohnen: 191 — 15% Tiny Häuser: 14 — 1% Weitere Nutzungen 15% Nutzungsmischung: 119 — 9% Umnutzung: 38 — 3% weniger Büroflächen: 28 — 2% Einzelhandel: 25 — 2% Gewerbe: 7 — 1% Gastro/Freizeit 14% Gastronomie: 128 — 10% Freizeitangebote und Sportangebote: 59 — 5% Öffentliche Räume 13% Frei-/ Begegnungsraum: 142 — 11% unkommerzielle Nutzung: 25 — 2% temporäre Nutzungen: 12 — 1% Soziales 13% T eil Zwei: Zukunft Kinder und Jugend: 50 — 4% Diversität, Raum für alle: 45 — 4% Schule/Kita: 36 — 3% Beteiligung: 29 — 2% Soziales, Vereine: 28 — 2% Nachbarschaftlicher Zusammenhalt: 15 — 1% Identität und Charakter 12% Erhalt vorhandenes: 110 — 9% Identität/Charakter: 75 – 6% Bauen 4% nachhaltiges Bauen: 40 — 3% höher/kompakter Bauen: 9 — 1% nachhaltige Energie: 3 — 0,5% nsgesamt haben 1.270 Perso - nen ihre Vorschläge und Ideen zum Betrachtungsraum in Mün - gersdorf, Braunsfeld und Ehren - feld eingereicht. Die Kommentare wurden in zehn Hauptcluster und mehrere Unterkategorien aufgeteilt. Einzelne Kommentare können sich dabei in mehreren Themenclustern wiederfinden. Folgende Themen- cluster wurden kategorisiert: Kultur & Kreatives, Grün, Mobilität, weitere Nutzungen, Öffentliche Räume, So- ziales, Gastronomie & Freizeit, Iden - tität & Charakter und Bauen. Wie bereits im ersten Teil der Um - frageergebnisse festgestellt, ist ab - zuleiten, dass sich in dieser Frage ebenfalls die Themen Kultur und Kreatives widerspiegeln. Insgesamt haben 1/3 der Teilnehmenden den Wunsch sowohl den Erhalt, als auch die Schaffung von Kultur- und Krea - tivräumen geäußert. Hier beziehen sich die Menschen insbesondere auf die Clubkultur (177, 14%), Kultur - einrichtungen (176, 14%) und Raum für Kreativität (160, 13%). Insge - samt haben 28% der Teilnehmenden Ideen zum Thema Grün und Stadt - natur geäußert. Hier werden mehr Grünräume (Parks) (252, 20%), so - wohl in der Größe als auch Qualität, wie z.B. Biodiversität gewünscht. Im gleichen Zuge wurden Spielflächen für Kinder (24, 2%), Naherholungs - flächen (24, 2%), Urban Gardening (11, 1%) sowie Hundeauslaufflächen (7, 1%) genannt. Des Weiteren wün - schen sich 36 Personen (36, 3%) mehr Bäume oder Bepflanzung, auch an Fassaden und auf Dächern. Das Them a Mobilität ist für 1/4 der Teilnehmenden ebenfalls wichtig 14 Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen und spiegelt sich mit dem Bild des Istzustandes wider. Viele Teilneh - mende (146, 12%) wünschen sich eine bessere Fahrradinfrastruktur, welche mehr Sicherheit durch brei - tere Radwege und ein schlüssiges und sinnvolles Radwegenetz her - stellt. Hier wird ebenfalls eine höhere Fußgänger Freundlichkeit gefordert (40, 3%) und 4 Personen wünschen sich ein besseres Konzept für kur - ze Wege im Gebiet. Etwa 10% (122) wünschen sich autofreie Zonen und insgesamt weniger Gewichtung in der Planung von Autoinfrastruk- tur. Hingegen haben nur 3 Personen mehr Gewichtung für das Auto als Wunsch angegeben. Von etwa 1% der Teilnehmenden werden mehr und kostengünstige Parkplätze und von 58 Personen (5%) eine bessere Verkehrsführung für Autoverkehr vorgeschlagen. Hier wird u.a. ein re - duziertes Tempolimit oder die Ein - führung von Einbahnstraßen (z.B. Venloer Straße) gefordert. In weite - ren 53 Vorschlägen wird der Ausbau von ÖPNV kommentiert. Gewünscht wird sowohl der Ausbau des öffent - lichen Nahverkehrs als auch eine hö- here Taktung. Ebenf alls 1/4 der Teilnehmenden haben Vorschläge zum Themenbe - reich Wohnen eingereicht. Es wer - den vor allem innovative Wohnkon - zepte, generationsübergreifendes Wohnen oder Tiny Houses vorge - schlagen. Des Weiteren können sich Einige eine Wohnraumentwicklung durch genossenschaftlichen Woh - nungsbau, Baugruppen oder das Mietshäuser Syndikat (kooperative, nichtkommerzielle Beteiligungs - gesellschaft) vorstellen. Es fordern explizit 191 (15%) Menschen bezahl - bares Wohnen bzw. mehr geförder - ten Wohnraum. Diese Aussage wird auch zu großen Teilen schon von im Gebiet Wohnenden (121 Personen) getätigt, ansonsten hauptsächlich von Menschen, die dort ihre Frei - zeit verbringen (146 Personen), das gastronomische Angebot nutzen (135 Personen) oder dort Einkaufen gehen (129 Personen). Unter dem Punkt “weitere Nutzungen” werden weitere räumliche Nutzungen neben den bereits beschriebenen zusam - mengefasst. 119 Personen wün - schen sich eine Nutzungsmischung, in diesem Zusammenhang haben ei - nige von der “Ehrenfelder Mischung“ geschrieben. Hier werden neben anderen Nutzungen Wohnen, Frei - zeit, Kultur, Feiern und Erholung ge - nannt. Etwa 3% (38) der Teilnehmen- den plädieren für eine Umnutzung von großgewerblichen Flächen und Industriebauten für sowohl Wohn - raum oder Kulturangebot, als auch Räumlichkeiten für Künstler*innen. 28 Personen (2%) haben in ihren Kommentaren angegeben, dass sie eine Entwicklung von weiteren gro - ßen Büro oder Hotelflächen für nicht sinnvoll erachten. Etwa 13% der Teilnehmenden haben sich zum Thema Öffentliche Räume geäußert. Sie wünschen sich, dass mehr Frei- und Begegnungsräu - me (142, 11%) sowie Möglichkeitn zur Aneigung und unkommerziellen Nutzung (25, 2%) geschaffen wer - den. In diesem Zusammenhang wurden erneut der Erhalt bzw. die Schaffung von Kultur- und Kreativ Räumen erwähnt. Des weiteren wurde eine bessere Aufenthaltsqualität an öffentlichen Plätzen gewünscht so- wie die Möglichkeit von temporären Nutzungen, wie z.B. Märkte. Ebenfalls 13% der Teilnehmenden haben im Themenbereich Soziales Vorschläge für das Gebiet formu - liert. Rund 4 % (45) plädieren für eine diverse Nutzer*innneschaft für das Gebiet im Kölner Westen. Die Aus - sagen beziehen sich dabei u.a. auf Menschen unterschiedlicher Alters - klassen, ethnischer Herkunft oder unterschiedlicher Milieus und möch - ten nicht, dass die Entwicklung eine Segregation oder Verdrängung be - stimmter Menschen hervorruft, son - dern Räume für alle bilden. Etwa 50 Personen (4%) wünschen sich für das zukünftige Gebiet mehr Ange - bote für Kinder und Jugendliche so - wie mehr soziale Einrichtungen und die Unterstützung von Bürgerverei - nen. 3% der Teilnehmenden (36 Per - sonen) finden, dass das Schul- und Kita Angebot verbessert werden sollte. Für die zukünftige Entwick - lung des Betrachtungsraumes wün - schen sich 29 Personen (2%) mehr Bürgerbeteiligung bzw. die Möglich - keit der Enwticklung von unten (Bot- tom-up Projekte durch Bürger*innen oder Initiativen). Insgesamt haben 12% der Teilneh- menden über die Identität bzw. den Charakter des Gebietes in ihren Kommentaren bzgl. der zukünftigen Entwicklung des Kölner Westens geschrieben. Etwa 9% (119) plä - dieren für den Erhalt vorhandener Strukturen, sowohl in der Nutzer*in - nenschaft (Stichwort Kreativszene) durch bspw. Milieuschutz, jedoch auch den Erhalt des Stadtbildes und des vorhanden Charakters des Ge - bietes. Hier wurden u.a. der “Charme” von Industriebauten und Denkmä- lern sowohl von Gebäuden, als auch anderen interessanten Bauwerken genannt, u.a. der Gaskugelbehälter. In diesem Zusammenhang wurde z.B. eine Umnutzung für kulturelle Zwecke vorgeschlagen. Diese nut- zungsorientierten, geschichtlichen und architektonischen Merkmale gelten für viele als identitätsstiftend. Etwa 14% der Teilnehmenden haben ihre Ideen bzw. Wünsche im Bezug auf Gastronomie und Freizeit geäu - ßert. 128 (10%) Teilnehmende wün - schen sich mehr Cafés, Restaurants sowie Bars oder Biergärten. Etwa 5 % (59) wünschen sich mehr Freizeit- und Sportangebote. Etwa 4 % der Teilnehmenden haben sich zum Thema Bauen geäußert. Hierbei plädieren die Menschen ins - besondere für eine nachhaltige Bau - weise (3%, 40) durch nachhaltige Materialien, höher und kompakteres Bauen (1%) sowie den Einsatz von Erneuerbarer Energie (1%) . T eil Drei: Max Becker-Areal T eil Drei: Max Becker Areal D er Schrottplatz nördlich der Widdersdorfer Straße 194 und das westlich angrenzen - de Grundstück der RheinEnergie sollen entwickelt werden (siehe Kar- te). Durch die Verlagerung der der - zeitigen Nutzungen ergibt sich hier die Chance, ein neues Stadtquartier zu realisieren. Hierzu soll ein städte - baulicher Wettbewerb durchgeführt werden. In der Umfrage möchten wir gemei nsam mit den Bürger*innen ein erstes Stimmungsbild zu dem Max Becker-Areal erstellen, später im Prozess wird es weitere Beteili - gungsmöglichkeiten geben. Insge - samt haben 41% der Bürger*innen in Frage 8 angegeben, dass sie bereits vom Max Becker- Areal gehört ha - ben. Karte 3: — Max Becker Areal 15 Worin sollte Deiner Meinung nach der Schwerpunkt der Nutzungen in dem zukünftigen Quartier auf dem Max Becker-Areal liegen? Frage 9 1.270 Antworten Grünflächen Kulturelle Einrichtungen Wohnflächen 1.831 — 60% Raum für Kreativität und temporäre Nutzungen 1.804 — 59% Gastronomie 1.581 — 52% Sportangebote 1.114 — 37% Kleingewerbe 921 — 30% Bildungseinrichtungen 884 — 29% Einzelhandel/Nahversorgung 651 —21% Büros und Dienstleistungen 276 — 9% Gewerbe-, Logistig und Industrieflächen 141 — 5% Sonstiges 151 — 5% keine Angabe 55 — 2% 2.237 — 70% 2.125 — 70% Diagramm 8: Ergebnisse Frage 9 — Gesamt Ehrenfeld: 1. Grünflächen (74%) Müngersdorf: 1. Grünflächen (66%) 2. Wohnflächen (64%) 3. Kulturelle Einrichtungen (57%) 4. Gastronomie (54%) 5. Sportangebote (44%) Grafik 8: Frage 9 — Fünf meistgenannte nach Veedel 4. 5. 2. Kulturelle Einrichtungen (73%) 3. Raum für Kreativität und temporäre Nutzung (64%) Wohnflächen (59%) Gastronomie (52%) Braunsfeld: 1. Grünflächen (66%) 2. Wohnflächen (64%) 3. Kulturelle Einrichtungen (61%) 4. Gastronomie (57%) 5. Raum für Kreativität und tem- poräre Nutzung (45%) Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen T eil Drei: Max Becker Areal Top 5 Antworten nach Veedel D ie Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die zukünftige Nutzung des Areals vor allem die Entwicklung von Grünflächen (2.237, 70%) berücksichtigen soll. Sowohl die Kreuzauswertung nach Gebiet und die Gesamtergebnisse ergeben einen ersten Platz für das Thema Grünflächenentwicklung. In der Gesamtübersicht befindet sich auf dem zweiten Platz der Schwer- punkt der Nutzungen auf den Kul - turellen Einrichtungen (2.125, 70%). Der Vergleich der Antworten in Be - zug auf die verschiedenen Gebiete zeigt, dass die Menschen in Mün - gers dorf und Braunsfeld an zweiter Stelle eher die Wohnflächenent- wicklung priorisieren. Im Gesamt - bild belegt diese Entwicklung den dritten Platz mit 1.831 Antworten (60%). Das Spannungsfeld zwischen Wohnen und Gewerbe spiegelt sich auch hier wieder, somit haben 30% (921) der Teilnehmenden für einen Schwerpunkt im Bereich des Klein - gewerbes abgestimmt und nur 5% (141) für die Entwicklung von Ge - werbe-, Logistik- und Industrie- flächen. Die Antwortenden aus Eh- renfeld und Braunsfeld teilen sich zudem das Interesse an Raum für Kreativität und temporärer Nutzun - gen (1.804, 59%) unter den Top 5 Antworten. Müngersdorfer*innen hingegen unterstützen vor allem die Entwicklung der Sportangebote. Der Schwerpunkt der Nutzung im Be - reich der Gastronomie (1.581, 52%) wird ebenfalls in allen Gebieten in die Top 5 gewählt. Welche Aspekte und Leitthemen für das Gebiet spannend wären, wird in den Ergebnissen der kommenden Frage genauer erläu - tert. 16 Welche Aspekte/Leitthemen fändest Du für das neue Quartier besonders spannend? Frage 10 1.270 Antworten Kultur und Nachtleben Neue Wohnformen für Alle Stadtnatur und Artenvielfalt Erholung, Sport und Aktivität Nachhaltige, klimagerechte Bauweisen Autofreie Zonen Urbanes Gärtnern und Landwirtschaften Nachhaltige und klimaschonende Mobilitätsformen Temporäre Nutzung Kreativwirtschaft Erneuerbare Energien Arbeitsplätze der Zukunft Sonstiges keine Angabe 1.625 — 53% 1.398 — 46% 1.326 — 44% 1.130 — 37% 1.097 — 36% 1.070 — 35% 973 — 32% 918 — 30% 794 — 26% 609 — 20% 515 — 17% 465 — 15% 92 — 3% 67 — 2% Diagramm 9: Ergebnisse Frage 10 — Gesamt Müngersdorf: 1. Erholung, Sport und Aktivität (48%) 2. Neue Wohnformen für Alle (46%) 3. Stadtnatur und Artenvielfalt (42%) 4. Kultur und Nachtleben (42%) 5. Nachhaltige, klimagereche Bauweise (35%) Ehrenfeld: 1. Kultur und Nachtleben (57%) 2. Stadtnatur und Artenvielfalt (46%) 3. Neue Wohnformen für Alle (44%) 4. Autofreie Zonen (38%) 5. Erholung, Sport und Aktivität (37%) Braunsfeld: 1. Neue Wohnformen für Alle (49%) 2. Erholung, Sport und Aktivität (47%) 3. Stadtnatur und Artenvielfalt (45%) 4. Kultur und Nachtleben (44%) 5. Nachhaltige, klimagereche Bauweise (40%) Grafik 9: Frage 10 — Fünf meistgenannte nach Veedel Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen T eil Drei: Max Becker Areal Top 5 Antworten nach Veedel D er überwiegende Teil der Befragten (53%), findet ins - besondere Kultur und Nachtleben wichtig für die zukünf - tige Entwicklung des Quartiers. Das zweite Top Thema ist für 46% die Wohnraumentwicklung im Sin - ne von neuen Wohnformen für Alle. Als dritthäufigstes Leitthema wird die Stadtnatur und Artenvielfalt ge - nannt. Niedriger platziert sind u.a. die Kreativwirtschaft (20%), Erneuerba - re Energien (17%) sowie Arbeitsplät- ze der Zukunft (15%). Den Bürger*in- nen aus M üngersdorf und Braunsfeld sind die gleichen Themen wichtig, vor allem Erholung, Sport und Aktivi - tät, neue Wohnformen für Alle sowie Stadtnatur und Artenvielfalt. Darüber hinaus hat es in Braunsfeld auch das Kultur- und Nachtleben so- wie eine nachhaltige, klimagerechte Bauweise in die Top 5 Nennungen geschafft. Die Ehrenfelder*innen hin- gegen wünschen sich vornehmlich Kultur und Nachtleben (57%), gefolgt von St adtnatur und Artenvielfalt (46%) sowie neue Wohnformen für Alle (44%). Des Weiteren ist auffäl - lig, dass in Ehrenfeld das Leitthema Autofreie Zonen (35%) ebenfalls un - ter den Top 5 Aspekten für das neue Quartier benannt wird. 17 Zusammenfassung Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen Zusammenfassung Z usammenfassend lässt sich feststellen, dass die Teilneh - menden das Umfragegebiet als sehr kontrastreich und hetero - gen charakterisieren. Auf der einen Seite wird das Gebiet von vielen Teilnehmenden als angenehm und kreativ beschrieben, auf der ande - ren Seite als laut und grau. Das Stadtbild wird s owohl durch Nutzungsmischungen und damit verbundenen unterschiedlichen Stadtstrukturen der (historischen) Industrie und urbanem Wohnen, als auch durch die diverse Nutzer*in- nenschaft geprägt. Diese kontrast- reiche Wahrnehmung stellt sich al - lerdings im Gesamtstimmungsbild größtenteils positiv dar. Bei den Be - fragten stehen die Thematiken Kul - tur, Freizeit, Grün und Wohnen im Vordergrund, weniger das Arbeits - umfeld vor Ort. Die vorhandene Clubkultur, kulturelle Einrichtungen und der Raum für Kreativität werden in vielen Antworten als Tenor mit - geführt. Die Relevanz dieser The - men wird zudem durch die Angst und Wut der Befragten vor/auf Ver - drängung unterstrichen. Viele Bür - ger*innen haben zudem den Fokus auf neuen Wohnraum und -formen gelegt. Dieser soll sich an sozialen Modellen orientieren und dennoch den Raum für kulturelle Einrichtung sowie Freiräume lassen. Darüber hi - naus wird diese Aussage verstärkt, indem der Wunsch nach der Integ - ration von entsprechenden Einrich - tungen und dem Schwerpunktthe - ma Wohnen vereint werden soll. In diesem Kontext sprechen sich auch einige für die Umnutzung von wenig bis nicht (mehr) genutzten Flächen aus. Diese vorhandene kontrastrei - che, kreative Identität soll zudem in die Entwicklung von neuen Quartie - ren einfließen, da viele Antwortende vorhandene Neubaugebiete, insbe - sondere im Kölner Westen, als ein - tönig und grau sehen. Sie wünschen sich mehr innovative, nachhaltige Konzepte für ein durchmischtes und vor allem auch grünes Quartier. Die Menschen wünschen sich mehr Grünräume aus Gründen der Ver - besserung des Stadtklimas und der Erhöhung der Biodiversität, um da - durch eine bessere Lebensqualität und gute Naherholung innerhalb des Quartiers zu erlangen. Bislang wer - den vor allem die Grünräume außer - halb des Gebietes sehr geschätzt. Des Weiteren wünschen sich die Teilnehmenden mehr Raum für un - kommerzielle Nutzungen sowie eine bessere Aufenthaltsqualität durch ei ne angemessene Gestaltung von öffentlichen Räumen im Gebiet. Die vorhandenen öffentlichen Räume werden zwar insbesondere auf - grund ihrer Belebtheit geschätzt, je - doch wird deutlich, dass der vorhan - dene Frei- und Begegnungsraum knapper wird und es an Qualitäten mangelt. Dies kann auch als Ergeb - nis der geänderten Lebensweisen während der Pandemie und der da - raus resultierenden Wahrnehmung gewertet werden. Insgesamt erscheint das Gebiet je- doch in einzelne Teile zu zerfallen, die keinen Bezug zueinander haben. Die Teilnehmer*innen empfinden das Gebiet als unterschiedliche Teil - bereiche, die wie ein Flickenteppich nebeneinander liegen ohne sinnvoll verbunden zu sein. Einige wünschen sich ein klareres Konzept, welches sowohl (alte und neue) Zentren als auch (alte und neue) Grün- und Frei - räume schlüssig vernetzt. So wer - den ein neues Verkehrskonzept und eine Mobilitätswende von Vielen gefordert. Die Mobilität im Betrach - tungsraum findet unter den Teil- nehmenden derzeit vor allem zu Fuß und mit dem Fahrrad statt. So wird relativ häufig die Fahrradinfrastruk - tur als nicht sicher beschrieben und die Forderung nach einem Ausbau des Fahrradwegenetzes gestellt. Unter diesem Aspekt lässt sich auch der Hinweis, dass der motorisierte Individualverkehr zu viel Platz ein - nimmt, subsummieren. Die engen Straßen und auch das hohe Ver - kehrsaufkommen werden negativ empfunden. Der motorisierte Indi - vidualverkehr wird in Müngersdorf und Braunsfeld wichtiger bewertet, als in Ehrenfeld. Im letztgenann - ten Gebiet wurden zudem autofreie Zonen für zukünftige Gebiete ge - wünscht sowie ein besserer Ausbau des öffentlichen Nahverkehrsnet- zes. In Müngersdorf liegt zudem ein Schwerpunkt in dem Wunsch nach besserer Nahversorgung. Generell wird dem kleinteiligen Einzelhandel im Gegensatz zu großen Ketten ein Vorrang eingeräumt. Im Bereich des sozialen Umfeldes ste ht der Wunsch nach Milieuschutz und einer Stärkung von sozialen Projekten sowie Angeboten für Kin - der und Jugendliche auf der Agenda. Hierzu gehören auch die Stärkung von vorhandene Bürgerinitiativen und die dauerhafte Etablierung der Beteiligung von Bürger*innen bei der Entwicklung des Gebietes im Kölner Westen. Das Thema Arbeiten im Ge - bie t spielt im Rahmen der derzeiti - gen Umfrage kaum eine Rolle. Dies ist, wie zuvor begründet, durch die Nicht - Erreichbarkeit der dort ar - beitenden Bevölkerung in Folge des Pandemiegeschehens begründet. Die momentane Flächennutzung von Großgewerbe und Industrie empfinden viele Bürger*innen als negativ. Im Kontext der gewerb - lich genutzten Flächen muss die breite Forderung nach Clubkultur und somit auch Raum für diese Nut - zung gesondert betrachtet werden. Grundsätzlich wird bemängelt, dass diese Flächen zu zentral im Gesamt - planungsgebiet liegen und den Köl - ner Westen trennen. Während der Umfrage spielte die zu dem Zeit - punkt der Ausspielung gegenwärti - ge Situation der Corona-Pandemie eine wichtige Rolle. Dies ist für den weiteren Verlauf des Planungspro - zesses relevant. Stimmungsbilder der Menschen im Gebiet sowie de - ren Interessen, welche nicht durch die ausgeführte Methodik erreicht werden konnten, werden in anderen Formaten der Stadt Köln erfasst. 18 Urban Participation Lab Allerstr. 3 12049 Berlin www.uplab.space contact@uplab.space Amt für Stadtentwicklung und Statistik Bearbeitung: Lotte Drevermann Kaja Rocks Dr. Alexandra Sinz
Beschlussvorlage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IX/15/151 151/2 Vorlagen-Nummer 2688/2021 Freigabedatum 13.08.2021 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Beschluss des Zielbilds für die Kölner Weststadt Beschlussorgan Stadtentwicklungsausschuss Gremium Datum Beschluss: Der Stadtentwicklungsausschuss 1. nimmt das Zielbild für die Kölner Weststadt zur Kenntnis; 2. beschließt das Zielbild als Grundlage für weitere Entwicklungen innerhalb des Betrachtungs- raumes; 3. beauftragt die Verwaltung, das Zielbild bei den nächsten Verfahrensschritten, dem städtebau- lichen Wettbewerb Max Becker-Areal und der Fortschreibung der Rahmenplanung Brauns- feld/Müngersdorf/Ehrenfeld, als Grundlage zu beachten. 4. Der Stadtentwicklungsausschuss verzichtet auf erneute Wiedervorlage, falls die BV 3 unein- geschränkt zustimmt. Alternative: keine Rahmenplanungsbeirat Braunsfeld / Müngersdorf / Ehrenfeld 31.08.2021 Verkehrsausschuss 31.08.2021 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 02.09.2021 Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 06.09.2021 Stadtentwicklungsausschuss 09.09.2021 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 13.09.2021 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Mit dem Ratsbeschluss „Entwicklung des Max Becker-Areals in Ehrenfeld“ vom 06.02.2020 (AN/0220/2020), wurde die Verwaltung beauftragt, einen städtebaulichen Wettbewerb für das Areal Widdersdorfer Straße/Maarweg/Oskar-Jäger-Straße in Ehrenfeld durchzuführen, um die Entwicklung eines mischgenutzten Quartiers anzustoßen. Auf Grundlage des Wettbewerbsergebnisses soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Außerdem soll die Überarbeitung der Rahmenplanung Brauns- feld/Müngersdorf/Ehrenfeld von 2004 eingeleitet werden. Aufgrund der aktuellen Planungen für das Max Becker-Areal und vielfältiger weiterer Entwicklungen im Betrachtungsraum bedarf die vorliegende Rahmenplanung von 2004 einer Fortschreibung. Dieser wurde ein Zielbildprozess vorgeschaltet, der gleichzeitig auch als Grundlage für die Auslobung des städtebaulichen Wettbewerbs zur Entwicklung des Max Becker-Areals dient. Die Verwaltung hat den Stadtentwicklungsausschuss, die BV Ehrenfeld und die BV Lindenthal im März 2021 in einer Mittei- lung (Vorlagen-Nr. 0623/2021) über diesen vorgeschalteten Zielbildprozess zur Rahmenplanung Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld mit Fokusraum Max Becker-Areal informiert. Endbericht Zielbildprozess (Anlage 1) Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik hat als externe Begleitung des Zielbildprozesses das Büro MUST Städtebau GmbH beauftragt. Die Bearbeitung des Zielbildprozesses sah eine umfangreiche Analyse des gesamten Betrachtungsraumes vor, bei der aktuelle Entwicklungen und Tendenzen be- rücksichtigt wurden. In einem breiten Beteiligungsprozess wurden darauf aufbauend raumbezogene Ziele für die zukünftige Entwicklung des Gesamtraumes abgeleitet. Die grundlegenden Bedingungen für eine integrierte und nachhaltige Gebietsentwicklung wurden anschließend in dem Zielbild veran- kert. Ein weiterer Vertiefungsschritt sah für drei exemplarisch ausgewählte Fokusräume (u.a. für das Max Becker-Areal) die Definition von Entwicklungsschwerpunkten vor, die in Steckbriefen mit Hand- lungsempfehlungen untersetzt wurden. Im Mittelpunkt des entwickelten Zielbildes steht die Steuerung der Transformation des Gebietes, das sich in bestimmten Bereichen zu einem mischgenutzten Standort entwickelt. Wichtige Voraussetzun- gen dabei sind, die Sicherung gewerblicher Räume, die Entwicklung, Vernetzung und Stärkung von Grünräumen sowie die Schaffung der Voraussetzungen für eine Mobilitätswende im Kölner Westen. Maßnahmen des Klimaschutzes und der -anpassung sollen integriert berücksichtigt werden. Der vor- liegende Bericht dokumentiert die Ergebnisse des Zielbildprozesses. Beteiligung am Zielbildprozess Der Zielbildprozess wurde unter Mitwirkung der betroffenen Fachämter und intensiver Beteiligung von Politik und Stadtgesellschaft durchgeführt. Im Kontext der Corona-Pandemie fanden die Veranstal- tungen ausschließlich digital statt. Zwischen Januar und Juni 2021 fanden Workshops mit Vertre- ter*innen der Fachämter, Politik und Rahmenplanungsbeirat statt. Vom 23. April bis 10. Mai 2021 wurde zusammen mit dem Urban Participation Lab (UPLab) eine Online-Umfrage zum Zielbildprozess durchgeführt, die sich insbesondere an die im Gebiete lebende und arbeitende Bevölkerung sowie die das Gebiet nutzenden Besucher*innen gerichtet hat. Ziel war es, Hinweise, Ideen und Anregungen zum Betrachtungsraum zu erfassen und mit in den Zielbildprozess einfließen zu lassen. Der vorlie- 3 gende Bericht (Anlage 2) fasst die Ergebnisse der Umfrage zusammen. Insgesamt haben an der Um- frage über 3.000 Personen teilgenommen. Am 18. Juni 2021 hat die Verwaltung der Öffentlichkeit in einer Online-Veranstaltung die Ergebnisse der Befragung sowie den Entwurf des Zielbildes präsen- tiert. Die Öffentlichkeit bekam während der Veranstaltung die Möglichkeit, Fragen zum Zielbild zu stellen oder die Ergebnisse zu kommentieren. Ausblick Der städtebauliche Wettbewerb für das Max Becker-Areal baut auf der Grundlage des Zielbildes auf. Dieser wird federführend vom Stadtplanungsamt vorbereitet und bearbeitet und in einer eigenen Be- schlussvorlage in die Politik eingebracht. Die Fortschreibung der Rahmenplanung soll aufbauend auf dem Zielbildprozess im vierten Quartal 2021 begonnen werden. Diese Fortschreibung sichert die zeitnahe Weiterbefassung mit dem Be- trachtungsraum im Kölner Westen. Die vertiefende Planung soll die Zielsetzungen aus dem Zielbild konkretisieren und dabei Umsetzungsstrategien für eine Steuerung entwickeln. Anlagen: Anlage 1 Endbericht - Ein Zielbild für die Kölner Weststadt Anlage 2 Ergebnisbericht Online-Umfrage Kölner Westen
Beratungsverlauf (6)
Beschluss: ohne Votum in nachfolgende Gremien
Zur SitzungBeschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mit Änderungen empfohlen
Zur SitzungBeschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2688/2021
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 13.08.2021
- Erstellt
- 28.07.2021 07:18