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Beschluss des Zielbilds für die Kölner Weststadt

Beschlussvorlage Ausschuss 2688/2021 vom 13.08.2021

Stand: Am 28.10.2021 im Stadtentwicklungsausschuss geändert beschlossen.

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  • Anlage 1 - Endbericht - Ein Zielbild für die Kölner Weststadt

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    Ein Zielbild für die Kölner Weststadt Dokumentation des Zielbildprozesses zur Fortschreibung der Rahmenplanung Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld Auftraggeberin: Stadt Köln Amt für Stadtentwicklung und Statistik Auftragnehmer: MUST Köln, Juli 2021 ENDBERICHT Impressum Eigelstein 103 - 113 50668 Köln T +49 (0)221 1699 2929 mail@must.eu www.must.eu Projektbearbeitung: Dr.-Ing. Jan Benden, Daniela Rudnik Amt für Stadtentwicklung und Statistik 151/2 Räumliche Stadtentwicklungsplanung Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln Projektleitung: Brigitte Scholz, Lotte Drevermann, Kaja Rocks Auftraggeberin: Stand Juli 2021 Auftragnehmer: Vorwort Die Fotos, Grafiken und Karten wurden durch MUST erstellt, mit Ausnahme von: Deckblatt: Stadt Köln Abb. 1: Stadt Köln Abb. 7-10: Karten von Tim-Online bearbeitet durch MUST Abb. 92: Foto unten: pixabay Abb. 93: Karte: StEB Köln Abb. 109, 127, 129, 133 ,143: Stadt Köln Bildnachweis: MUST wurde von der Stadt Köln beauftragt, ein Zielbild für das zwischen Ehrenfeld, Brauns- feld und Müngersdorf gelegene Rahmenplanungsgebiet im Kölner Westen zu erarbeiten. Die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030“ formuliert für diesen innerstädtischen Standort das vorwiegende Ziel einer „Weiterentwicklung und Profilierung als innovatives Gewerbege- biet mit den Schwerpunkten Dienstleitung, Produktion und Kreativwirtschaft“. Gleichzeitig beabsichtigt die Stadt Köln, das derzeit mindergenutzte Max Becker-Areal in ein Mischquar- tier umzuwandeln. Aufgrund der aktuellen Planungen für das Max Becker-Areal und vielfältiger weiterer Entwick- lungen im Plangebiet bedarf die vorliegende Rahmenplanung von 2004 einer Fortschrei - bung. Dieser wurde ein Zielbildprozess vorgeschaltet, der gleichzeitig auch als Grundlage für die Auslobung des Städtebaulichen Wettbewerbs zur Entwicklung des Max Becker-Areals dienen soll. Im Rahmen des Zielbildprozesses wurde die Entwicklung des Plangebietes analysiert und in einem breiten Beteiligungsprozess raumbezogene Ziele für die zukünftige Entwicklung des Quartiers abgeleitet. Die grundlegenden Bedingungen für eine integrierte und nachhaltige Gebietsentwicklung wurden anschließend in dem Zielbild verankert. Darauf aufbauend wur- den für drei ausgewählte Fokusräume (u.a. für das Max Becker-Areal) Entwicklungsschwer- punkte definiert und diese in Steckbriefen mit Handlungsempfehlungen untersetzt. Im Mittelpunkt des entwickelten Zielbildes steht das Ziel, die vielfältigen Nutzungen im Quar- tier möglichst besser zu verbinden, die Grünräume im Gebiet zu stärken und die Vorausset- zung für eine Mobilitätswende im Kölner Westen zu schaffen. Der vorliegende Bericht dokumentiert die Ergebnisse des Zielbildprozesses. Inhalt 1. Hintergrund 6 2. Bestandsanalyse 12 2.1 Morphologische Analyse 14 2.2 Funktionale Analyse 23 2.2.1 Arbeiten & Wohnen 24 2.2.2 Stadtgrün & Klima 38 2.2.3 Verkehr & Mobilität 44 3. Zielbild 50 3.1 Zielfindung 52 3.1.1 Wohn- & Arbeitswelten 54 3.1.2 Grünes Netzwerk 60 3.1.3 Bewegungsraum 66 3.2 Zielbild 72 4. Fokusräume 76 4.1 Fokusraum I: Mischgebiet 78 4.2 Fokusraum II: Gewerbegebiet 86 4.3 Fokusraum III: Grünfläche 94 4 5 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt Inhalt Der Zielbildprozess bildet die Grundlage für die Fortschreibung der Rahmenplanung Brauns - feld, Ehrenfeld und Müngersdorf sowie für den städtebaulichen Wettbewerb zum Max Becker- Areal. Er wurde unter intensiver Beteiligung von Vertreter*innen der Verwaltung, der Politik und der Stadtgesellschaft durchge - führt. 1. HINTERGRUND 6 7 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt Hintergrund 1 Aufgabe Die Stadt Köln beabsichtigt im Stadtteil Köln-Ehrenfeld auf dem ehemaligen Gelän- de der Firma Max Becker ein ca. 16,2 ha gro - ßes mindergenutztes Gewerbegebiet in ein gemischtes Quartier umzuwandeln. Die Flä- che befindet sich innerhalb des Plangebietes der Rahmenplanung Braunsfeld/Müngers - dorf/Ehrenfeld aus dem Jahr 2004. Auf - grund der Entwicklung des Max Becker-Are- als und vielfältiger weiterer Entwicklungen im Plangebiet bedarf die Rahmenplanung einer Fortschreibung. Dieser Fortschreibung wurde von Januar bis Juni 2021 ein Zielbild - prozess vorgeschaltet, der gleichzeitig auch als Grundlage für die Auslobung des städte- baulichen Wettbewerbs zur Entwicklung des Max Becker-Areals im zweiten Halbjahr 2021 dienen soll. Das Gesamtgebiet der Rahmenplanung befindet sich derzeit im Umbruch: vielfälti - ge Entwicklungen sind in der Planung oder bereits in der Umsetzung. Aufgrund dieser zahlreichen Veränderungen war es notwen - dig, die Entwicklungsabsichten im Gebiet zu identifizieren und zu klären, wie man diese Transformation steuern kann. Durch den Zielbildprozess wurden in einem breiten Beteiligungsprozess die strategischen und räumlichen Ziele für das Gebiet erarbei- tet. Die während der Erstellung des Zielbildes eingebrachten Anregungen und Impulse aus Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit sollen in die für 2022 vorgesehene Fortschreibung der Rahmenplanung einfließen. Beide Ver - fahren sollen eng miteinander verzahnt wer- den, sodass der Zielbildprozess einen ersten Baustein der Fortschreibung der Rahmen - planung bildet. In dieser sollen die Ergebnis- se aus dem vorgeschalteten Zielbildprozess weiter konkretisiert werden. Beteiligungsprozess Der Zielbildprozess für das Gebiet der Rah - menplanung wurde durch MUST unter Fe - derführung des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik durchgeführt. Ein Zielbildprozess bietet eine geeignete Plattform für einen breit angelegten Dis - kussions- und Beteiligungsprozess, der die Grundlage einer zukunftsorientierten Quar- tiersentwicklung in der Kölner Weststadt darstellt. Zwischen Januar und Juni 2021 wurden daher projektbegleitend mehrere Dialog- und Beteiligungsformate durch - geführt. Im Kontext der Corona-Pandemie fanden diese Veranstaltungen ausschließlich digital statt. Insgesamt wurden während der Projektlauf- zeit vier Workshops mit wechselnden Ver - treter*innen aus Stadtverwaltung, Politik und Rahmenplanungsbeirat durchgeführt. Wäh- rend der jeweils dreistündigen Online-Ver - anstaltungen wurden den Teilnehmenden die Zwischenergebnisse der Analysen und der Zielbilderstellung präsentiert und zur Diskussion gestellt. Im Anschluss wurde den Teilnehmer*innen die Möglichkeit gegeben, die Ergebnisse auf dem Online-Portal MU - RAL zu kommentieren und zu bewerten. Parallel zum Zielbildprozess wurde durch die Firma UPLab über Geo-Targeting eine Online-Befragung durchgeführt, in der ein Stimmungsbild der Öffentlichkeit zur Zu - kunft der Weststadt und des Max Becker- Areals gewonnen werden konnten. Am 18. Juni 2021 wurden der Öffentlichkeit in einer Online-Veranstaltung die Ergebnis - se der Befragung sowie der Entwurf des Ziel- bildes präsentiert. Die Öffentlichkeit bekam während der Veranstaltung die Möglichkeit, 8 9 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt Hintergrund 2 Fragen zum Zielbild zu stellen oder die Er - gebnisse zu kommentieren. Eine zusätzliche öffentliche Diskussion des Zielbildes und der Handlungsempfehlungen fand am 22. Juni 2021 im Rahmenplanungs - beirat für Braunsfeld, Ehrenfeld und Mün - gersdorf statt. Betrachtungsraum Das 420 ha große Rahmenplanungsgebiet liegt zwischen dem ersten und zweiten Vor - ortgürtel westlich der Kölner Innenstadt (3) und wird begrenzt durch den Melatengürtel im Osten, die Aachener Straße im Süden, die Militärringstraße im Westen und die Sied - lung Vogelsang sowie die Vogelsanger Stra- ße im Norden. Die begrenzenden Straßen bilden mit der Widdersdorfer Straße und „Weststadt“ Aufgrund der neuen, über die Rahmenpla - nung hinausgehenden, Gebietsabgrenzung und des stadtteilübergreifenden Gebiets - kontextes wurde zu Beginn des Zielbildpro - zesses ein identitätsstiftender Name für den Betrachtungsraum gesucht. In Bezug zu den in Köln etablierten Quar - tieren der „Nord-“ und „Südstadt“ mit den dazugehörigen Vierteln fiel die Wahl auf „Weststadt“. Der komprimierte Name kann aus Sicht der Berarbeiter*innen dazu bei - tragen, dass im Betrachtungsraum des Ziel - bildes eine eigene Identität geschaffen wird. Zudem impliziert der Begriff „Stadt“ eine ge- wisse Urbanität, an der es aktuell im Gebiet mangelt und deren Schaffung im Fokus des Zielbildprozesses steht. dem Maarweg das Hauptstraßennetz des Rahmenplanungsgebietes. Das Gebiet wird in Ost-West-Richtung durch die Trasse Aa - chen-Köln der Deutschen Bahn (DB) durch- kreuzt. In Nord-Süd-Richtung verläuft die von den Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) betriebene Bahnstrecke von Köln- Niehl nach Frechen-Benzelrath (ehemalige „Klüttenbahn“). Die Grenze zwischen den Kölner Stadtbezir- ken Lindenthal und Ehrenfeld verläuft mit - ten durch das Gebiet (4) im Wesentlichen im Zuge von Oskar-Jäger-Straße, Stolberger Straße und der Bahntrasse Köln-Aachen der Deutschen Bahn. Für den Zielbildprozess wurde der Gebiets - umgriff in Absprache mit der Auftraggeberin angepasst. Aufgrund der starken funktionalen Beziehungen des Rahmenplanungsgebietes Rahmenplanungsgebiet Lindenthal Ehrenfeld Innenstadt Nippes Aachener Str. Venloer Str. MilitärringDB AACHEN-KÖLN Gürtel Müngersdorf Braunsfeld Ehrenfeld Bickendorf Vogelsang mit dem nördlichen Bereich zwischen der Vogelsanger Straße und der Venloer Straße, wurde dieses Gebiet in den Betrachtungs - raum des Zielbildes mit eingeschlossen. Die Karte unten zeigt den neuen Umgriff des Gebietes, das im Zielbildprozess untersucht wurde (5). 10 11 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt Hintergrund 3 4 5 Die Bestandsanalyse im Zielbild- prozess für die Weststadt war in zwei Ebenen unterteilt: In einer morphologischen Analyse wur - den zunächst die historischen städtebaulichen Entwicklungen untersucht. Die daran anschlies - sende funktionale Bestandsana- lyse betrachtete die Aspekte der Nutzungen, des Stadtgrüns und der Mobilität im Gebiet. 2. BESTANDSANALYSE 12 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 13 Analyse 6 Neben den großen Konzentrationen an Bü - roarbeitsplätzen beherbergt das Gebiet heute auch große und wichtige Flächen für kommunale Versorgungseinrichtungen wie z.B. das Straßenbahndepot der Kölner Ver - kehrsbetriebe (KVB), den Bauhof der Stadt Köln, die Verteilerstation der Rhein Energie oder das Gelände der Abfallwirtschaftsbe - triebe Köln (AWB). Im letzten Jahrzehnt haben insbesonde - re umgebaute historische Industriebauten (z.B. Vulkan, Gaswerk, Helios etc.) ein großes Ansiedlungsinteresse durch die Kreativwirt- schaft erfahren. Gleichzeitig wurden neue Arbeitsstandorte wie z.B. der Gewerbe- und Landschaftspark Triotop oder der Segro City Park entwickelt, deren Grundgedanke es ebenso ist, kreative und innovative Gewerbe- und Logistikbetriebe anzusiedeln. Gleich - zeitig mit der gewerblichen Transformation im Gebiet entstanden zahlreiche inselhafte Wohngebiete im Quartier (z.B. Grüner Weg, Linné-Quartier, Melatensee etc.). Durch die rapide Entwicklung des Gebietes von einem Industrie- zu einem Dienstleis - tungs- und Wohnstandort sind im Laufe der Zeit Gemengelagen entstanden, die heu - te an einigen Stellen zu Nutzungskonflikten zwischen Wohnen, Dienstleistungen und Gewerbe führen. In Anbetracht des aktuell andauernden Transformationsprozesses im Gebiet (z.B. am Güterbahnhof Ehrenfeld, an der Eupener Straße oder im Bereich des Gleisdreicks) verdeutlichen diese Konflik - te den Bedarf an einem Zielbild, das die zu - künftigen Entwicklungsabsichten für die Weststadt formuliert und als Steuerungsins- trument für die Rahmenplanung und für den anstehenden Umbruch dienen kann. 2.1 Morphologische Analyse Historische Entwicklung Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das Ge - biet der Weststadt noch weitgehend un - bebaut. Der Bereich zwischen den Weilern Bickendorf und Müngersdorf sowie den Grabstätten in Melaten war vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. Als einziges Ge - bäude ist in der Karte der Marhof dargestellt. Das erste Teilstück der Bahntrasse Köln- Aachen wurde am 2. August 1839 zwischen Köln und Müngersdorf eröffnet und teilte das Gebiet in zwei Hälften (siehe Karte 7 auf Seite 15). Durch den Anschluss des Gebietes an das Netz der Rheinischen Eisenbahn 1863 erhielt die gewerblich-industrielle Siedlungsent - wicklung im Gebiet ihre ersten Impulse (siehe Karte 8). Viele Unternehmen, die in der Kölner Altstadt aufgrund des dortigen Flächenman- gels keine Standorte fanden, siedelten sich in Nähe des Güterbahnhofes Ehrenfeld an (z.B. Helios, Herbrand, Vulkan, Leyendecker) In den folgenden Jahrzehnten kam es zu einem grundlegenden Wandel der Raum - nutzung im Gebiet zu einem Standort der Metallverarbeitung, des Maschinen- und Fahrzeugbaus sowie der chemischen Indus- trie (z.B. Sidol). Von Bedeutung war insbe - sondere das 1875 direkt an der Bahntrasse errichtete Gaswerk nördlich der Widders - dorfer Straße mit der dazugehörigen Sied - lung an der Vitalisstraße (siehe Karte 9). Als Mustersiedlung der Werkbundausstel - lung 1914 entstand die Wohnbebauung um den Pauliplatz in Braunsfeld. Außerhalb des Gebietes wurde 1931 nach dem zeitgenös - sischen Leitbild der „Gartenstadt“ die Er - werbslosensiedlung Vogelsang errichtet. Nach dem zweiten Weltkrieg begann all - mählich der Wandel des Gebietes von einem Industrie- zu einem Dienstleistungsstandort (siehe Karte 10). Die Zahl, der im produzie - renden Gewerbe beschäftigten Menschen, nahm bis heute deutlich ab und viele der ehemals gewerblich-industriell genutzten Flächen fielen brach oder wurden weniger genutzt. Entwicklungsschwerpunkte für den Verwaltungs- und Dienstleistungssektor waren zunächst die Bereiche im Umfeld der Eupener Straße (Technologiepark Müngers- dorf) sowie im südlichen Verlauf der Oskar- Jäger-Straße, der Stolberger Straße und des Melatengürtels (REWE, DKV etc.). 1836-1850 1891-1912 1936-1945 2021 14 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 15 Analyse 7 8 9 10 Im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte ha - ben sich im Gebiet ganz unterschiedliche Körnigkeiten der Bebauung entwickelt. Das Resultat bildet ein Nebeneinander kleinteilig parzellierter Wohneinheiten in Braunsfeld (16) und Müngersdorf, durchmischter Kleinge - werbestrukturen (Wilhelm-Mauser-Straße, Triotop) und gründerzeitlicher Blöcke (insb. zwischen Bahntrasse und Venloer Straße). Demgegenüber stehen die großen Produk - tions- und Logistikparzellen und -baukörper im zentralen Bereich des Plangebietes (insb. entlang Widdersorfer Straße sowie im Be - reich des Segro City Parks (17) und des Par - fümwerkes der Firma COTY). feine Körnigkeit mittlere Körnigkeit grobe Körnigkeit Identitätsstiftende historische Gebäude Körnigkeit der Bebauung Die Geschichte der Weststadt lässt sich noch an einer Vielzahl historischer Gebäude able- sen. Die meisten identitätsstiftenden Gebäu- de stammen größtenteils aus der industriellen Vergangenheit. Beispiele sind die alte Wa - genfabrik, die Kolbhalle (12), das Verwaltungs- gebäude der Firma Thyssen Krupp (11), der He- lios-Leuchtturm, das Vulkan-Gelände (14) oder die Sidol-Werke. Hinzu kommen Landmarken wie der Gasbehälter, der Schornsteine der Fir- ma Böttcher oder der historische Kran an der Halle Tor 2 (13). Als identitätsstiftende Wohn- komplexe sind vor allem die Direktorenvillen des Gaswerkes, die Gaswerk-Kolonie an der Vitalisstraße und das Pauliviertel zu nennen. 16 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 17 Analyse 11 12 13 14 15 16 17 18 geringe Dichte mittlere Dichte hohe Dichte Die Wohngebiete nördlich der Aachener Straße (19) und an der Vitalisstraße sowie die mit großen Freiräumen umgebenen Gewer- be- und Logistikgrundstücke im Gebiets - inneren zeichnen sich durch eine geringe Bebauungsdichte aus. Eine höhere Dichte weisen dagegen die Bürostandorte (REWE, Technologiepark) sowie die jüngeren Wohn- siedlungen (Grüner Weg (20), Melatensee etc.) auf. Die am dichtesten bebauten Be - reiche in der Weststadt befinden sich in den gründerzeitlichen Blockrandstrukturen mit ihren intensiven Hinterhofnutzungen süd - lich der Venloer Straße und im östlichen Ab- schnitt der Aachener Straße. Bei der Geschossigkeit zeichnet sich ein ähnliches Bild wie bei der Dichte ab. Die Ge- werbe- und Industriestandorte sind vorwie - gend durch eingeschossige Gebäude ge - kennzeichnet (22). Im südlichen Bereich, z.B. im Pauliviertel, überwiegen zwei- bis drei - geschossige Bauten. Eine höhere Bebauung findet man vor allem entlang des Maarweges, der Venloer Straße und der Aachener Stra - ße sowie in den Neubauwohnsiedlungen. Besondere Höhenakzente (> 7 Geschosse) bilden die Bürostandorte am Melatengür - tel (23) und im Technologiepark sowie einzel - ne Landmarken (wie z.B. der Schornstein, die Gaskugel, „The Ship“ oder der Helios-Turm). 1 Geschoss 2-3 Geschosse 4-6 Geschosse ab 7 Geschosse keine Informationen Bebauungsdichte Geschossigkeit 18 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 19 Analyse 19 20 21 22 23 24 Bei den Raumkanten zeichnet sich ein ein - deutiges Bild des Gebietes ab. Entlang der Gebietsränder und im Bereich der Straßen mit Wohnnutzung (z.B. der Maarweg (25), die Leyendecker- und Helmholtzstraße) sind kla- re, homogene Gebäudekanten erkennbar, die den Straßenraum einfassen und deutliche Eingangssituationen bilden. Dagegen ist das Raumgefüge in den vorwiegend gewerblich genutzten Bereichen (insbesondere Oskar- Jäger-Straße (26) und Widdersdorfer Straße) sehr heterogen. Die Gebäudeanordnung der vorhandenen Gemengelagen lässt hier keine klaren Raumkanten erkennen, wodurch ein sehr diffuses, ungeordnetes Bild entsteht. Insbesondere der quer durch das Gebiet verlaufende Damm der Bahnstrecke Köln- Aachen (28) stellt an vielen Stellen eine un - überwindbare Barriere dar. Die Trasse kann nur an vier Punkten durch eine Unterführung gekreuzt werden (29). Eine untergeordnete Barrierewirkung geht zudem von der in Nord- Süd-Richtung verlaufenden Trasse der Klüt- tenbahn aus. Im Westen des Gebietes bildet der Militärring eine deutliche Barriere. Anders als die anderen Hauptstraßen kann dieser nur an wenigen Stellen gekreuzt werden. Nicht zuletzt bilden die großen, geschlossenen In- dustrie- und Gewerbeparzellen undurchläs- sige Bereiche innerhalb des Gebietes. Barriere Bahn Bahn- und Straßenunterführungen/ -überführungen Bahnüberquerung ebenerdig Barriere Straße große undurchlässige Gewerbeparzellen („gated industries“) Raumkanten Hauptstraßen Raumkanten Barrieren 20 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 21 Analyse 25 26 27 28 29 30 Synthesekarte 1: Morphologie 2.2 Funktionale Analyse In Ergänzung zu der morphologisch und städtebaulichen Betrachtung der Weststadt wurde eine funktionale Bestandsanalyse* durchgeführt, die insgesamt drei Themen - felder umfasste: 1. Arbeiten und Wohnen 2. Stadtgrün und Klima 3. Verkehr und Mobilität Ziel der Analyse war es, in den einzelnen Themenfeldern Qualitäten, Mängel und Po- tenziale für die zukünftige Entwicklung der Weststadt zu identifizieren. Dabei standen die folgenden Leitfragen im Vordergrund der Untersuchungen: • Was macht die Weststadt aus bzw. wor- in liegt ihre Identität? • Welche Konflikte, Bedarfe und Heraus- forderungen gibt es in der Weststadt? • Welche Auswirkungen und Impulse haben die laufenden und geplanten Entwicklungen in der Weststadt? • Wo liegen besondere Fokusräume, die für die weitere Entwicklung der West- stadt repräsentativ sind? Für die funktionale Bestandsanalyse wurden bestehende Untersuchungen und Konzepte (insb. die Rahmenplanung von 2004) aufge- griffen und zum Teil aktualisiert. Im Rahmen der ersten beiden Workshops wurden die Er- gebnisse der Bestandsanalyse mit den Teil - nehmer*innen diskutiert und ergänzt. Die Erkenntnisse der Untersuchungen wur - den - analog zur Morphologie - in drei the - matischen Synthesekarten festgehalten, auf deren Grundlage die Handlungsprioritäten in den drei Themenfeldern für die Zielbild - entwicklung abgeleitet werden konnten. * Hinweis: Aufgrund der Unschärfe eines Zielbil - des hat die vorliegende Bestandsanalyse an vielen Stellen nicht die Parzellen- und Detailgenauigkeit einer Rahmenplanung. Sie umfasste vielmehr einen „Quickscan“ (auf Basis der vorliegenden GEO-Da - ten) sowie eine grobe Beschreibung der vorhande - nen Ausgangssituation, um hieraus allgemeine Ziele und Entwicklungsabsichten für das Gebiet ableiten zu können. Für die anstehende Fortschreibung der Rahmenplanung ist diese Bestandsanalyse weiter zu fokussieren und zu konkretisieren. Unter Umständen sind ergänzend auch zusätzliche vertiefende Unter - suchungen und Gutachten (z.B. Klima, Mobilität, Versorgung) erforderlich. Große Bandbreite an Gebäudekörnigkeiten (grob, mittel, fein) Nebeneinander unterschiedlicher Dichten (gering, mittel, hoch) Diffuse Raumkanten Brachflächen und ineffiziente Raumnutzung Deutliche Gebietsränder entlang der Hauptstraßen Markante Gebietseingänge (Alleen) Barrieren (große Parzellen/Bahnlinien) Prägnante Orientierungspunkte (Landmarken) 22 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 23 Analyse 31 Bei der Weststadt handelt es sich vor allem um einen Gewerbestandort, der für viele Menschen einen Arbeitsort darstellt und dessen Angebote von vielen Kölner*innen in Anspruch genommen werden. Dennoch le - ben auch viele Menschen in dem Gebiet. Die unterschiedlichen Gewerbestandorte sind mit einer Vielzahl an unterschiedlich struktu- rierten Wohnbereichen verflochten. Die meisten Gebiete mit einer vorwiegenden Wohnnutzung befinden sich an den Rändern der Weststadt und bilden einen Ring um die Gewerbe- und Industriestandorte. In diesen Wohnen Gewerbe Handel & Dienstleistungen Bürogebäude Logistik Gewerbe & Industrie Hotels Freizeit Bereichen sind auch die meisten wohnbezo- genen Infrastrukturen und Dienstleistungen verortet (vgl. Seite 36). An manchen Stellen finden sich zudem Gemengelagen aus klei - neren Wohnbereichen, die sich in einem gewerblichen bzw. industriellen Umfeld be - finden und dadurch z.T. Belastungen ausge- setzt sind. Hinzu kommen einige Streulagen, die weder städtebaulich noch funktional in - tegriert sind. Hierbei handelt es sich um ein- zelne Wohnbauten, die in unterschiedlichen Epochen bis ca. Ende der sechziger Jahre unmittelbar neben Gewerbebetriebe ge - setzt wurden. 2.2.1 Arbeiten & Wohnen Das Spektrum der gewerblichen Nutzungen im Gebiet ist sehr breit und reicht von indus- triellen Produktionsstätten über Logistikflä - chen und großflächigen Einzelhandel bis hin zu kleineren und größeren Bürogebäuden (34) sowie Gewerbe-, Freizeit- und Dienstleis - tungsbetrieben. Auf den ersten Blick ent - steht im Kartenbild (35) ein sehr heterogenes und diffuses Bild der Nutzungsverteilung. Jedoch lassen sich, trotz der hohen funktio - nalen Durchmischung, Cluster verschiede - ner Atmosphären bzw. Arbeitswelten erken- nen. Diese werden im Folgenden identifiziert und aufgezeigt. Gewerbetypologien 24 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 25 Analyse 32 33 34 35 Hinterhofgewerbe In den gemischten Baublöcken rund um den Helmholtzplatz, südlich der Wilhelm- Mauser-Straße und zwischen Aachener und Scheidtweiler Straße (37-39) befinden sich zahl- reiche gewerbliche Nutzungen. Das Spek - trum reicht von Büros, Werkstätten, Einzel - handel, Dienstleistungen bis zu kleinen (in der Regel nicht störenden) Produktionsbe - trieben. Die Obergeschosse in den Randbe- bauungen der Blöcke sind vorwiegend durch Wohnnutzung besetzt. Zur Venloer Straße und zur Aachener Straße befinden sich Ein - zelhandelsnutzungen in den Erdgeschoss - zonen. Bürostandorte Die Weststadt umfasst zwei größere Ver - waltungs- und Dienstleistungsstandorte mit einer sehr hohen Arbeitsplatzdichte. Zu - nächst ist hier der Technologiepark Köln (41; 42) zu nennen, der sich südlich der S-Bahn Hal - testelle Müngersdorf befindet. Ein weiterer Bereich mit einer vorwiegenden Büronut - zung erstreckt sich von der Ecke Aachener Straße/Melatengürtel (DKV, Ergo, KVB) (43) über die Oskar-Jäger-Straße (Deutsches Rotes Kreuz) bis in die Stolberger Straße (REWE). Die Gebäudestrukturen sind an beiden Standorten gekennzeichnet durch eine sehr hohe Dichte und Geschossigkeit. Arbeitswelten 26 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 27 Analyse 36 37 38 39 40 41 42 43 Kultur & Kreativwirtschaft Es lassen sich zwei größere Cluster feststel - len, in denen sich in den letzten Jahren ins - besondere Unternehmen im Bereich der Kul- tur- und der Kreativwirtschaft niedergelassen haben. Dabei sticht zum einen der Bereich um die Lichtstraße, das Kontrastwerk (47), das Vul- kangelände (48) und das Gaswerk heraus. Ein weiteres Schwerpunktgebiet für kreative und innovative Unternehmen bildet der Bereich des Gewerbe- und Landschaftsparkes TRIO- TOP im äußersten Westen des Gebietes. Wie im Bereich der Lichtstraße befinden sich auch hier einzelne kulturelle Einrichtungen (z.B. Halle Tor 2 (46); Wassermannhalle). „Drive-In“-Wirtschaft Das Gebiet entlang der Widdersdorfer Stra- ße und deren Kreuzungsbereich mit der Os- kar-Jäger-Straße zeichnet sich durch eine Vielzahl autoorientierter Dienstleistungen (Tankstellen, Werkstätten, Autovermietun - gen, Autohäuser, Autowaschanlagen, groß - flächiger Einzelhandel) aus. Die Grundstücke sind meist durch eine flä - chenintensive eingeschossige Bebauung sowie durch große mindergenutzte Erschlie- ßungs- und Parkplatzflächen gekennzeich - net. 44 28 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 29 Analyse 49 50 51 52 45 47 46 48 Viele der gewerblichen Flächen in der West- stadt zeichnen sich durch eine geringe Dichte und durch eine ineffiziente Flächen - nutzung aus. Zum einen handelt es sich um Brachflächen wie z.B. im Kreuzungsbereich Stolberger Straße/Eupener Straße (57) , östlich des Handelshofes oder im Bereich des Gleis- dreiecks, die aktuell mit keiner Nutzung be - legt sind. Daneben prägen jedoch auch vie - le Parkplatz- und Erschließungsflächen (58) (insb. in Verbindung mit großflächigem Ein - zelhandel oder Logistikbetrieben) sowie flä- chenintensive Gebäudestrukturen das Plan- gebiet. Mindergenutzte Flächen Mindergenutzte Flächen Großstrukturen Die Weststadt beherbergt einige große, aut- arke Logistik- und Gewerbebetriebe. Hierzu zählen insbesondere das Max Becker-Areal, das Straßenbahndepot (55) und der Bauhof der KVB, das AWB-Gelände, der SEGRO City Park sowie die Firmengelände Bött - cher (56), Thyssen-Krupp und Coty. Die großen Gewerbegrundstücke prägen das Plangebiet und dessen Identität in star - kem Maße. Darüber hinaus wirken sie auf - grund ihrer Geschlossenheit an vielen Stel - len im Quartier als Barriere. 31 Analyse30 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 53 54 55 56 57 58 59 Die Wohnstandorte im Gebiet konzentrieren sich in erster Linie auf die Randlagen in Eh - renfeld (südlich der Venloer Straße und west- lich des Ehrenfeldgürtels) und in Braunsfeld (nördlich der Aachener Straße (60) und östlich der Militärringstraße). Vereinzelt findet man kleinere Gemengelagen innerhalb der ge - werblich geprägten Bereiche (insbesondere nördlich der Stolberger Straße und entlang der Widdersdorfer Straße). Hier kommt es an manchen Stellen zu Nutzungskonflikten zwischen Wohnen, Dienstleistungen und Gewerbe. Siedlungen der Gründerzeit In den Randlagen befinden sich z.T. homo - gene Wohnsiedlungen aus der Gründerzeit und vom Beginn des 20. Jahrhunderts. In Eh- renfeld handelt es sich dabei meist um vier- bis sechsgeschossige Blockrandbebauun - gen (64). Ähnliche Strukturen findet man auch an der Aachener Straße. Eine Besonderheit stellt hier das Pauliviertel (63) dar, welches 1914 in zweiter Reihe als zwei bis dreigeschossige Wohnsiedlung errichtet wurde. Ein weiteres Beispiel aus der Gründerzeit bildet die 1902 in Holzfachwerk erbaute Arbeitersiedlung des Gaswerkes an der Vitalisstraße (66). Einfamilienhaus Mehrfamilienhäuser Mischnutzung Soziales Bildung Freizeit Wohntypologien Wohnwelten 32 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 33 Analyse 60 61 62 63 65 64 66 Nachkriegssiedlungen Große Nachkriegssiedlungen wie man sie aus anderen Kölner Stadtteilen kennt, sind in der Weststadt nicht zu finden. Die Stand - orte beschränken sich auf einzelne Gebäude in Gemengelagen sowie auf kleinere Sied - lungseinheiten in Braunsfeld (z.B. südlich Alsdorfer Straße; Peter von Fliestedenstra - ße (69); Echternacher Straße) und in Müngers- dorf (z.B. Manstedter Weg (68; ,70) ; Dansweiler Weg). In Ehrenfeld entstanden nach dem Krieg mehrere Wohngebäude im Zusam - menhang mit der gewerblichen Entwicklung in den Hinterhöfen zwischen Wilhelm-Mau- ser Straße und Vogelsanger Straße. Moderne Wohnsiedlungen In den letzten 30 Jahren sind mehrere Wohn- standorte in der Weststadt hinzugekommen. Beispiele sind die Wohnanlage zwischen Me- latengürtel und Oskar-Jäger-Straße, der „Park Linné“ in Braunsfeld, die „Paulihöfe“ oder das im Bau befindliche „Ehrenveedel“ auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände. Kenn - zeichnend für alle dieser Siedlungen ist deren hohe Dichte, eine homogene Architektur und ihre geschlossene, inselhafte Lage im Sied - lungskontext. Häufig befinden sich die Ge - biete in zweiter Reihe auf ehemals gewerblich genutzten Grundstücken (z.B. am Grünen Weg (74) oder östlich des Maarweges (72; 73) ). 34 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 35 Analyse 67 68 69 70 71 72 74 73 75 Die Versorgungseinrichtungen in der West - stadt (Einzelhandel, Gastronomie, Ju - gend- und Bildungsinfrastruktur, Spiel- und Sportflächen) sind vorwiegend im Umfeld der Wohnstandorte zu finden. Als Stadtteil - zentren fungieren im nördlichen Bereich die Venloer Straße (Ehrenfeld/Bickendorf) und im Süden die Aachener Straße (Braunsfeld). Insbesondere im Bereich der Widdersdorfer Straße und der Oskar-Jäger-Straße befinden sich zudem mehrere Standorte großflächiger autoorientierter Einzelhandelsbetriebe (76). Ansonsten ist die Versorgungslage innerhalb des gewerblich geprägten Gebietes eher lü- ckenhaft. Versorgungszentrum Gebiete mit Wohnnutzung Supermärkte Berufsbildende Einrichtungen Schulen Kindergärten Sport-& Spielplätze Schwerpunkt Gewerbenutzungen Schwerpunkt Mischnutzung Schwerpunkt Wohnnutzungen Baustrukturen außerhalb Brachflächen / laufende Transformationen ineffiziente Flächennutzung punktuelle Nahversorgung innerhalb des Gebietes Barrierewirkung durch Bahntrasse und Große Grundstücksparzellen Versorgungszentren insbesondere in den Randlagen 36 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 37 Analyse Versorgung und soziale Infrastruktur Synthesekarte 2: Wohnen und Arbeiten 76 77 78 79 Die Weststadt liegt zwischen Inneren und Äußeren Grüngürtel. In unmittelbarer Nähe des Gebietes befinden sich zahlreiche größe- re, attraktive Grünflächen. Über den Wasser- mannpark (81) bzw. über die Belvederebrücke besteht im Westen eine Verbindung des Ge- bietes zum äußeren Grüngürtel. Außerhalb des Gebietes liegen der Melatenfriedhof im Osten, der Kölner Stadtwald im Süden, das Biesterfeld und der Rochuspark im Norden. Eine Vernetzung der genannten Grünflächen mit der Weststadt ist nicht gegeben. Hinsichtlich des Landschaftsbildes stellt sich die Weststadt als ein Standort ohne qualitativ ausreichende Grünflächen dar. Mit Ausnah- me der Parkanlage im Bereich des Wasser - mannsees beschränken sich die öffentlichen Grünanlagen im Gebiet auf vereinzelte Klein- gärten sowie auf kleinere, nicht miteinander vernetzte Grünflächen (pocket parks) in den Wohnsiedlungen (82). Ansonsten wird das Ge- biet geprägt durch fragmentierte Restgrün - flächen und Gehölzbestände, die sich zumeist im Bereich der Bahntrassen (Gleisdreieck, Clarenbachplatz (83), Luisenviertel) oder auf den gewerblichen Brachflächen (Max Be - cker-Areal, Eupener Straße) befinden. Grünflächen öffentliche Grünräume Kleingärten Rochuspark Melaten Friedhof Rhein-Energie-Stadion Äußerer Grüngürtel Wassermannpark Biesterfeld Belvedere Helmholtzplatz Leo-Amann Park Stadtwald Parkplatz Rhein Energie Stadion 38 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 39 Analyse 2.2.2 Stadtgrün & Klima 80 81 82 83 84 Die Fragmentierung der öffentlichen Grün - flächen spiegelt sich auch in der Straßen - begrünung wider. Während in manchen Straßenräumen wertvolle Alleestrukturen vorzufinden sind (z.B. südlicher Maarweg (85), Helmholtzstraße, Stolberger Straße), man - gelt es insbesondere im Gebietsinneren an einer ausreichenden Straßenbegrünung (86), . Die Straßenbäume in der Weststadt sind zu- dem angesichts der starken Versiegelung und der gewerblichen Nutzung extremen Bedingungen (z.B. Luftverschmutzung, Schadstoffeinträge, Parken, Bodenverdich - tung, Hitze- und Trockenstress) ausgesetzt. öffentliche Grünräume Straßenbäume beidseitig Kleingärten Straßenbäume einseitig Straßenbäume Aufgrund der starken Versiegelung (89), und des geringen Grünanteils im Gebiet, kommt es an heißen Sommertagen in der Weststadt zu einer erhöhten Belastung durch Hitze. Die durch das Kölner Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz erstellte Hinweiskarte zum FNP weist beinahe das gesamte bebau- te Gebiet in der Weststadt als hitzebelas - teten Bereich aus. Lediglich die Grünstruk - turen nördlich des TRIOTOP-Geländes, in Ehrenfeld und entlang der Militärringstaße sowie die Brachflächen im Gleisdreieck und entlang der Bahntrassen erfüllen in Som - mernächten eine Funktion als klimaaktive Freifläche für die Kaltluftproduktion. Hitze belastete Siedlungsflächen hohe Hitze belastete Siedlungsflächen sehr hohe Hitze belastete Siedlungsflächen klimaaktive Freiflächen Quelle: Stadt Köln, Planungshinweiskarte Hitze Hitzebelastung 40 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 41 Analyse 85 86 87 88 89 90 Durch den großen Anteil versiegelter Flä - chen besteht auch ein erhöhtes Risiko, dass es bei einem Starkregenereignis in der West- stadt zu Überflutungen kommt. Die Starkre- gengefahrenkarte der Stadtentwässerungs- betriebe (StEB Köln) zeigt, wo Gefahren durch Sturzfluten und Starkregen bestehen. Grundsätzlich ist das gesamte Gebiet durch Überflutungen infolge von Starkregen ge - fährdet. Je nach örtlicher Topographie ist das Risiko jedoch sehr unterschiedlich. Gebäude in Senken und mit ebenerdigen Zugängen oder Zufahrten sind beispielsweise mehr ge- fährdet, da die Wassermassen hier abfließen und sich sammeln können. geringe Starkregengefährdung hohe Starkregengefährdung mäßige Starkregengefährdung sehr hohe Starkregengefährdung Synthesekarte 3: Stadtgrün und Klima Überflutungsgefahr Grünflächen außerhalb des Gebietes (Mangelnde Vernetzung) bestehende Pocket Parks in Wohnquartieren Gründefizite (öffentlich/privat) Lückenhafte Straßenbegrünung Erhöhte Hitzebelastung durch Gründefizite und starke Versiegelung Erhöhte Überflutungsgefahren bei Starkregen aufgrund Gebäudestruktur und Versiegelungsgrad 42 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 43 Analyse 91 92 93 94 Der Verkehr in der Weststadt wird heute in hohem Maße durch den Autoverkehr do - miniert. Ein Grund hierfür ist sicher die gute Einbindung des Gebietes in das stadtre - gionale Straßennetz. Die radialen und ring - förmigen Hauptverkehrsstraßen stellen die Anbindung an das Autobahnnetz sicher. Die angrenzenden Straßen (Militärring, Gürtel, Venloer und Aachener Straße) bilden wichti- ge Routen für den überörtlichen Verkehr. Die Weststadt selbst weist eine hohe Verkehrserzeugung auf, sowohl durch gewerblichen LKW- als auch durch einen erheblichen PKW-Pendlerverkehr. Für die Aufnahme dieser Verkehrsströme stehen in Ost-West-Richtung die Widdersdorfer Straße und die Vogelsanger Straße zur Ver - fügung. In Nord-Süd-Richtung sind dies der Melatengürtel, die Oskar-Jäger-Straße und der Verkehrszug Maarweg/Äußere Kanal - straße. Für den Verkehr aus dem Gewerbe - bereich Braunsfeld in Richtung Ehrenfeld und in die nördlichen Stadtteile ist weiterhin die Vitalisstraße von Bedeutung. Die Dominanz des Kfz-Verkehrs im Gebiet spiegelt sich auch im inneren Straßennetz wieder. An vielen Stellen im Gebiet, insbe - sondere auf den Hauptstraßen, ist die Ver - kehrs- und Lärmbelastung durch den ge - werblichen und privaten Autoverkehr sehr hoch. Die großen Gewerbeparzellen im Ge - bietsinneren werden zusätzlich durch Stich- straßen erschlossen. Die Durchwegung dieser Grundstücke für den Rad- und Fuß - verkehr ist hier allerdings - anders als in den Wohnquartieren - nur eingeschränkt bzw. gar nicht möglich. Die meisten neuen Wohn- standorte sind autoarm gestaltet und eben - falls nur über Stichstraßen erschlossen. Straßen- und Wegenetz 44 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 45 Analyse 2.2.3 Verkehr & Mobilität 95 96 97 98 Die Qualität der Fahrradinfrastruktur in der Weststadt ist sehr unterschiedlich zu be - werten. Einen durchgehend ausgebauten Radweg findet man derzeit nur auf den die Weststadt begrenzenden Straßen (Gür - tel, Venloer und Aachener Straße) sowie auf den zentralen Achsen durch das Gebiet (Widdersdorfer Straße (99) und Maarweg (100) bzw. Äußere Kanalstraße). In den übrigen Straßenräumen überwiegen (markierte und nicht markierte) Radführungen über die Fahrbahn. Insbesondere im Bereich der Os - kar-Jäger-Straße befinden sich die vorhan - denen Radwegabschnitte zum Teil in einem schlechten Zustand. Baulicher Radweg Markierte Radverkehrsführung auf Fahrbahn Kein Radweg vorhanden Die Erschließungsqualität mit dem ÖPNV ist in den Randbereichen der Weststadt als sehr gut zu bezeichnen. Die Stadtbahnlinien ent- lang des Gürtels sowie an der Aachener und Venloer Straße sorgen hier für eine gute An- bindung an das ÖPNV-Netz der Stadt Köln. Der S-Bahn-Haltepunkt in Müngersdorf bzw. der DB-Bahnhof in Ehrenfeld stellen die Anbindung an das regionale bzw. nationale Schienennetz der Deutschen Bahn sicher. Das Gebietsinnere der Weststadt ist dage - gen nur mit einem Netz von insgesamt sechs Buslinien erschlossen (104). Die Taktung der Buslinien ist dabei vielerorts sehr gering. Buslinie 139 (Wasseramselweg - Longericher Str.) Buslinie 140 (Köln Aachener Str./Gürtel - Ebertplatz) Buslinie 141 (Weiden Zentrum - Kolkrabenweg) + Buslinie 143 (Saarstr. - Bocklemünd) Buslinie 172 (Widdersdorf - Dom HBF) + Buslinie 173 (Weiden - Dom HBF) Straßenbahn S-Bahn Bushaltestelle Stadtbahnhaltestelle (z.T. auch Bus) S-Bahnhaltestelle Radwegenetz ÖPNV-Erschließung 46 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 47 Analyse 99 100 101 102 103 104 Das vorhandene Netz an Bahn-, Stadtbahn- und Buslinien in Weststadt stellt eine Er - reichbarkeit der meisten Bereiche im Gebiet sicher. Die Karte zeigt die jeweiligen Einzugs- bereiche der Haltestellen. Defizite hinsichtlich der Anbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr lassen sich insbe - sondere im zentralen östlichen Bereich der Weststadt (vom ehemaligen Güterbahn - hof über das Max Becker-Areal und das Alte Gaswerksgelände bis hin zur Osterinsel) er - kennen. Eine Entwicklung und eine stärke - re Durchmischung der genannten Gebiete macht hier eine Optimierung der ÖPNV-Er- schließungsqualität erforderlich. 300 Meter Einzugsgebiet um Bus-Haltestelle 400 Meter Einzugsgebiet um Stadtbahn-Haltestelle 800 Meter Einzugsgebiet um S-Bahn-Haltestelle Erreichbarkeiten ÖPNV Synthesekarte 4: Verkehr und Mobilität Gute Anbindung der Ränder an schienengestützten Personennahverkehr (SPNV) vereinzelt Buserschließung im Gebiet Raderschließung insgesamt lückenhaft und z.T. defizitär ausgestattet Dominanz des Autoverkehrs (PKW/LKW) schlechte Durchwegung großer Gewerbeparzellen Lärmbelastung durch Bahn Schlechte Erreichbarkeit des SPNV Schlechte Erreichbarkeit des SPNV und des Busnetzes 48 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 49 Analyse 105 106 107 108 3. ZIELBILD Aufbauend auf den Erkenntnis - sen der Bestandsanalyse wurden allgemeine Ziele für die zukünf - tige Entwicklung der Weststadt formuliert. Diese Ziele wurden auf drei Betrachtungsebenen konkretisiert, kartographisch im Raum verortet und am Ende in einem integrierten Zielbild für die Weststadt zusammengefügt. 50 51 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt Zielbild 109 3.1 Zielfindung Durch die Bestandsanalyse wurden die Qua- litäten, die Mängel und die Potenziale der Kölner Weststadt identifiziert. In der Zu - sammenschau der Aussagen der Rahmen - planung von 2004, der Stadtstrategie Kölner Perspektiven 2030 sowie der zahlreichen Hinweise und Anregungen aus den unter - schiedlichen Beteiligungsformaten im Rah - men des Zielbildprozesses (Workshops, MU- RAL, Öffentlichkeitsbefragung), konnten im nächsten Schritt die Herausforderungen für die Zukunft der Weststadt abgeleitet werden. Insbesondere der Klimawandel, die Mobi - litätswende, der anhaltende Wachstums - druck und die zunehmende Verzahnung von Wohnen und Arbeiten bilden raumrelevante Herausforderungen, denen sich die West - stadt stellen muss, um die Lebensqualität im Gebiet auch in Zukunft zu erhalten. Mit Blick auf diese Herausforderungen konn- ten drei Oberziele für die Entwicklung der Kölner Weststadt formuliert werden: Ziel 1: Entwicklung einer zukunftsfähigen, vielseitigen und lebenswerten West- stadt für alle! Ziel 2: Erhöhung des Grünvolumens und Anpassung der Weststadt an die Folgen des Klimawandels! Ziel 3: Schaffung der Voraussetzungen für eine klimaschonende Mobilitäts- wende in der Weststadt! Ein räumliches Zielbild steht für eine gleich - berechtigte und integrierte Betrachtung von Siedlung, Freiraum und Mobilität. Dennoch macht es zunächst Sinn, die einzelnen Berei- che gesondert und vertieft zu betrachten. Für jedes der drei genannten Ziele wurden daher strategische Unterziele formuliert und die folgenden drei Themenkarten erstellt, in denen die wichtigsten raumbezogenen Ziele dargestellt sind: 1. Wohn- und Arbeitswelten 2. Grünes Netzwerk 3. Bewegungsraum Die Themenkarten und die darin enthalte - nen Zielsetzungen werden im Folgenden näher erläutert. Am Ende werden die drei Betrachtungsebe- nen im Zielbild dann miteinander verbunden und ihre Wechselwirkungen positiv mitein - ander verknüpft. Ziel 1: Entwicklung einer zukunftsfähigen, vielseitigen und lebenswerten Weststadt für alle! Ziel 2: Erhöhung des Grünvolumens und Anpassung der Weststadt an die Folgen des Klimawandels! Ziel 3: Schaffung der Voraussetzun- gen für eine klimaschonende Mobilitätswende in der Weststadt! 52 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 53 Zielbild 110 111 112 Wohn- & Arbeitswelten: Strategische Ziele • Sicherung von Standorten für produzierendes und emittierendes Gewerbe • Abbau von Nutzungskonflikten zwischen Wohn- und Gewerbenutzungen • Standortgerechte Erhöhung der Dichten („Dreifache Innenentwicklung“) • Förderung der Vielfalt und Vermeidung von Monostrukturen („24/7 Stadt“) • Erhalt und Ausbau der Kleinteiligkeit und der Nutzungsmischung • Schaffung eines kinder-, jugend- und familienfreundlichen Quartiers • Erhalt der Clubkultur • Bereitstellung bezahlbarer Arbeits- und Wohnraumangebote • Schaffung von Zugängen zu Bildung und Qualifikationsangeboten • Sichtbarmachen der Industriekultur • Erhalt und Schaffung von Räumen für Freiheit, Flexibilität und Kreativität Der Beteiligungsprozess zum Zielbild hat verdeutlicht, dass die Lebensqualität in der Weststadt vor allem durch eine Stärkung ih- rer funktionalen Vielseitigkeit erhöht werden kann. Das Gebiet soll sich aus Sicht der Mehr- heit aller Beteiligten in Zukunft noch mehr als heute zu einem Quartier entwickeln, in dem verschiedene Nutzungen ihren Stand - ort finden bzw. behalten können. Bestehen- de Wohn- und Gewerbestandorte sollen dafür gesichert und qualifiziert werden. An ausgewählten Standorten kann dagegen die schon begonnene Durchmischung des Gebietes mit modernen Arbeitsplätzen und Wohnnutzungen fortgesetzt werden. Aller - dings muss diese Transformation - anders als in der Vergangenheit - einhergehen mit ei - ner Schaffung ausreichender und vielseitiger Nahversorgungs-, Bildungs-, Kultur-, Grün- und Freizeitangebote. Angestrebt wird eine funktionale Nutzungs- vielfalt im Sinne des in der Fachwelt etab - lierten städtebaulichen Leitbildes der „Stadt der kurzen Wege“, das eine Reduzierung von Mobilitäts- und Transportbedürfnissen er - möglicht und Wohnen, Gewerbe, Büro, Frei- zeit, Erholung, Kultur und Gastronomie auf intelligente Weise verzahnt. Eine stärkere Durchmischung von Arbeiten, Wohnen und Freizeitgestaltung bietet ge - genüber einer funktionellen Trennung klare Vorteile. In einem gemischten Quartier kann sich ein Großteil des städtischen Lebens ab- spielen. Dadurch kann ein Identifikationsort entstehen, der sich an den Bedürfnissen der Nutzer ausrichtet und an dem sich eine Ge - meinschaft entwickelt, die dort lebt, arbeitet, konsumiert und interagiert. Sicherung von Industrie und Gewerbe Die Weststadt ist und wird auch in Zukunft in großen Teilen vorrangig ein Gewerbestand - ort bleiben. Das Zielbild sieht hier zwei Berei- che. Das Gebiet nördlich der Bahntrasse und westlich des Maarwegs bzw. der Vitalisstraße soll als Standort für industrielle und gewerbli- che, emittierende Nutzungen im Bereich der Produktion, des Transportes und des Han - dels erhalten und gestärkt werden. Den be - stehenden produzierenden und industriellen Betrieben soll die Möglichkeit zur Expansion an ihrem Standort gegeben werden, um so zur Standortsicherung beizutragen. In den Gewerbegebieten südlich der Bahn - trasse hat in den vergangenen Jahrzehnten bereits an einigen Stellen eine Tertiärisierung und teilweise auch eine Durchmischung mit Wohnnutzungen stattgefunden. Zukünf - tig soll dieser Bereich der Weststadt daher als Standort für nicht störendes Gewerbe und Dienstleistungen entwickelt werden. Das Areal bietet dabei insbesondere Raum für Kreative, die Nischen im Stadtgefüge suchen. Bereits heute sind erste Kerne der Kultur- und Kreativwirtschaft vorhanden. Die zunehmende Besetzung der Gewerbe - standorte in Richtung störungsfreier Gewer- be- oder Dienstleistungsbetrieben kann die weitere kreativwirtschaftliche Entwicklung der Weststadt voranbringen. Die noch bestehenden produzierenden und industriellen Betriebe sollen hier in ih - rer Existenz nicht eingeschränkt werden. Es muss sichergestellt werden, dass Gewerbe, Handwerk und Industrie nicht in Erwartung höherer Grundstückspreise durch andere Nutzungen verdrängt werden. Städtebauliche Aufwertung des Gewerbes Angesichts der derzeit geringen baulichen Höhen, der großen ebenerdigen Stellplatz - anlagen sowie der teilweise minder- oder ungenutzten Gewerbeflächen in der West - stadt, soll hier langfristig durch die Stapelung von Gewerbe und Dienstleistungen sowie durch eine effizientere Flächennutzung eine städtebauliche Aufwertung erfolgen. In be - sonderem Maße gilt dies für die Grundstü - cke der autoorientierten Dienstleistungen entlang der Widdersorfer Straße, die heute durch große mindergenutzte Erschließungs- und Parkplatzflächen gekennzeichnet sind. Die zu den neuen grünen Wegeverbindun - gen (siehe S. 57 ff.) ausgerichteten Gewerbe- flächen sollen gestalterisch und funktional aufgewertet werden, um hier die Adressbil - dung zu stärken. Erhalt des industriekulturellen Erbes Die noch vorhandenen historischen Indus - trieanlagen und -gebäude in der Weststadt hal ten nicht nur die In dus trie ge schich te der Weststadt le ben dig, son dern sind auch Zeug nis des Struk tur wan dels und heu te teil- weise Schau platz für Kunst, Kul tur und Krea- tiv wirt schaft. Soweit dies möglich ist, sollte das verbleibende industriegeschichtliche Erbe in der Weststadt für die Bevölkerung erhalten, zugänglich oder auch nutzbar ge - macht werden. Qualifizierung der Wohngebiete Die Weststadt ist, insbesondere an den Rän- dern, für viele Menschen auch ein Wohn - standort. Diese Wohnnutzungen der beste - henden Wohngebiete sollen erhalten und punktuell qualifiziert werden (Gestaltung, Vernetzung, öffentliche Räume, Mobilität etc.). Transformation von Mischquartieren Die Themenkarte (Seite 58) stellt zwei Berei- che dar, in denen für die Zukunft ein Poten - zial zur Transformation von einer vorwiegend gewerblichen Nutzung hinzu einem durch - mischten Standort gesehen wird. Dabei han- delt es sich zum einen um den Bereich zwi - schen Maarweg und der Vogelsanger Straße („Gaswerkquartier“ bzw. „Lichtquartier“) so - wie zum anderen um das Gebiet zwischen 54 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 55 Zielbild 3.1.1 Wohn- & Arbeitswelten Raum für Freiheit & Kreativität Erhalt und Ausbau der Clubkultur Industriekultur vorhanden städtebauliche Gestaltungsmängel der Logistik- und Gewerbebetriebe Konflikte zwischen Wohnen und Gewerbe in Gemengelagen monofunktionale Bürogebiete Aneignung durch alternative und kreative Nutzungen Erhalt von Flächen für (störende) Produktion & Logistik Stapelung von Parkplätzen in Quartiersgaragen Raum für Jugend- und Bildungsinfrastruktur flächenintensive Erschließungs- und Parkplatzflächen Aufwertung öffentlicher Räume in Wohnquartiereninselhafte Neubaugebiete Erhalt, Vernetzung und Qualifizierung der Bestandswohnsiedlungen Bestandsquartiere in Gemengelagen ineffiziente Raumnutzung Sicherung der Nah - versorgung Kreative Mischung von Arbeiten und Wohnen dem Low-Line-Park und der Haltestelle Aa - chener Straße/Gürtel („Melatenquartier“). Nutzungsmischung bedeutet an diesen Standorten ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Gewerbe, Handwerk, Wohnen, Büro, Bildung, Versorgung, Freizeit, Grün, Kultur, Sozialem und Kreativräumen. Die Durchmischung umfasst dabei auch ein dif - ferenziertes Angebot an geförderten, preis - gedämpften und gehobenen Wohn- und Arbeitsflächen für alle Generationen und Zielgruppen. Zudem wird der Anspruch ver - folgt, Neues auszuprobieren und selbstorga- nisierten gemeinschaftlichen Wohnformen Realisierungschancen zu geben. Kultur erhalten & (Frei-)Räume schaffen Die bereits vorhandenen Standorte der Clubkultur und anderer Einrichtungen sol - len durch ein attraktives Spektrum an kul - turellen Angeboten und durch kreative Anziehungspunkte für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen im Quartier ergänzt werden. Dazu sind neben kommerziellen Angeboten auch kreative („Frei“-) Räume und Experimentierflächen für die freie Sze - ne, für Bürgerschaftsinitiativen und für tem- poräre Zwischennutzungen zu schaffen. Ausbau der Jugend-/Bildungsinfrastruktur Im Zuge der weiteren Entwicklung der Weststadt sind bedarfsgerecht Schulen, Kindertageseinrichtungen, Spielplätze und Jugendangebote bereitzustellen. Darüber hinaus muss die Chance ergriffen werden, bislang ungedeckten Bedarfslagen im Be - reich der Jugend- und Bildungsinfrastruktur in einem über die Weststadt hinaus gehen - den Umgriff zu begegnen. Sicherstellung der Nahversorgung Die Transformation der Weststadt muss (insbesondere im Gebietsinneren) auch mit einer Verbesserung der Versorgungssitua - tion einhergehen. Insbesondere bei der Ent- wicklung der neuen Mischgebiete (z.B. dem Gaswerkquartier) müssen an zentraler Stelle - im Sinne der Stadt der kurzen Wege - lokale Angebote zur Nahversorgung geschaffen werden. Weitere potenzielle Standorte für kleinere Versorgungszentren werden im Bereich südlich des S-Bahn-Haltepunktes „Technologiepark Köln-Müngersdorf“ und im Melatenquartier gesehen. Sicherstellung von Lärmschutzmaßnahmen Insbesondere entlang der linearen Lärm - quellen (Hauptstraßen, Bahntrasse) in der Weststadt sind lärmmindernde Maßnahmen (durch Städtebau, Nutzungsanordnung, Be- grünung, technische Lösungen) erforderlich, um die Wohn- und Arbeitsstandorte vor Im- missionen zu schützen. Status Quo: Zielzustand: Einbindung von Gebäuden der Industrie - geschichte Schaffung von Puf - ferzonen zwischen störendem Gewerbe und Wohnen 56 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 57 Zielbild 113 114 Themenkarte 1: Wohn- & Arbeitswelten Grün- und Freiflächen Siedlungsflächen Bahntrasse S-Bahn Haltestelle (Einzugsgebiet 800 Meter) Stadtbahn Haltestelle (Einzugsgebiet 400 Meter) Kleingartenanlagen übergeordnete Grünverbindungen bestehende Zentren U S Bestand Raumrelevante Zielsetzungen Transformation von Gewerbestandorten in urbane Misch- quartiere (ausgeglichenes Verhältnis von bezahlbarem Woh- nen und nicht störendem Gewerbe inkl. Nahversorgung) Emissionsarmes verarbeitendes Gewerbe als Puffer zwischen Produktionsflächen und Misch-/Wohngebieten Sicherung von Gewerbestandorten für Produktion, Lagerung, Transport und Logistik Qualitative und flächeneffiziente Gewerbeentwicklung (städtebauliche Aufwertung z.B. durch Nachverdichtung und Stapelung) „Serviceallee“ Widdersdorfer Straße (Sicherung und städtebauliche Aufwertung von Flächen für kundenorientierte Dienstleistungen und Handel) Schaffung eines neuen Quartierszentrums zur Verbesserung der Nahversorgung Einbindung identitätsstiftender Gebäude der lokalen Industriegeschichte Lärmschutzmaßnahmen entlang der Bahntrasse Raum für Kleingewerbe und Nahversorgung i.V.m. neuen Wohnflächen (z.B. Kleingewerbe, Schuster, Klempner, Copy-Shop, Radwerkstätten etc.) Sicherung und Entwicklung zu Gewerbestandorten für Klein- gewerbe, Dienstleistungen, Forschung und Handel Erhalt und Stärkung von Gebieten mit vorwiegender Mischnutzung Erhalt und Stärkung von Gebieten mit vorwiegender Wohnnutzung Bedarfsgerechter Ausbau der Jugend- und Bildungsinfra- struktur i.V.m. neuen Wohnflächen (Schulen, Kitas, sonstige Jugendangebote) Sicherung der vorhandenen Bildungsinfrastruktur (Schulen) Bereitstellung nicht kommerzieller (Frei)räume, in denen kreative Konzepte erprobt und gelebt werden können (Zwi- schennutzungen, Märkte, Labore) Sicherung und Erhalt der (Club-)Kultur Neuer Raum für (Club-)Kultur + + Rückseiten der Gewerbeflächen umgestalten (Potenziale für eine Adressbildung) Erhalt und Erweiterung des Angebots zur beruflichen Bildung Weiterentwicklung der Kreativwirtschaft im Quartier 59 Zielbild58 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 115 Grünes Netzwerk: Strategische Ziele • Erhalt bestehender Biotope, Grünflächen und Baumbestände • Erhöhung des Grünvolumens und Schaffung neuer Grünflächen • Schaffung grüner wohnungsnaher Rückzugsorte • Bessere Vernetzung des Stadtgrüns • Erhöhung der Resilienz gegenüber Klimafolgen • Minderung der Immissionen (Lärm, Luft und Licht) • Förderung der Biodiversität • Sicherung der Kaltluftzufuhr • Förderung von Bewegung und Individualsport im Quartier • Langfristige Herstellung einer Klimawandelneutralität • Erweiterung der Nutzungsvielfalt von Freiräumen Die Bestandsanalyse hat verdeutlicht, dass in der Weststadt erhebliche Gründefizite be - stehen. Der Bedarf an einer tiefgreifenden Ergänzung des Stadtgrüns und an einer Ver- besserung der Freiraumqualitäten wurde im Rahmen der Workshops zum Zielbildprozess sowie durch die Befragung der Öffentlichkeit noch einmal deutlich unterstrichen. Die Entwicklung der Freiräume spielt eine Schlüsselrolle für die Zukunft der Weststadt. Grünflächen können zum ökologischen und in zunehmendem Maße auch zum klimati - schen Ausgleich im Gebiet beitragen. An - gesichts der zu erwartenden steigenden Hitzebelastung durch den Klimawandel, wird es zukünftig immer wichtiger, die Kaltluftpro- duktion in Verbindung mit einer effektiven Durchlüftung zu sichern und die kühlenden Effekte auch kleiner Grünflächen im dicht bebauten Siedlungsgefüge zu bewahren und zu stärken. Die Freiräume in der West - stadt müssen zudem durch den Rückhalt von Niederschlägen die Risikovorsorge im Zusammenhang mit Starkregenereignissen unterstützen. Als Freizeit- und Bewegungsräume für den Fuß- und Radverkehr, als Kommunikations- und Begegnungsorte, als Spiel- und Expe - rimentierfelder erfüllen die Freiräume in der Weststadt wichtige soziale und gesund - heitsfördernde Funktionen. Darüber hinaus übernehmen sie raumstrukturelle und ästhe- tische Aufgaben, indem sie den Siedlungs - körper der Weststadt gliedern und in ihren vielfältigen Ausprägungen und Typologien zentrale Elemente des Siedlungsgefüges bil- den. Freiräume prägen damit entscheidend die Attraktivität des Gebietes. Der Schutz, die Qualifizierung und die Erwei- terung der Freiräume spielt eine entschei - dende Rolle für die zukünftige Entwicklung der Weststadt. Ziel muss es dabei sein, mit hochwertigen Grünstrukturen funktionale Beziehungen im Gebiet zu sichern oder neu zu schaffen, Risikovorsorge gegenüber Kli - maeinflüssen zu betreiben, Quartiere gezielt aufzuwerten und miteinander durch Grün zu vernetzen, untergenutzte Flächen zu re - integrieren sowie kollektive oder temporäre Nutzungen zu ermöglichen. Dabei müssen nicht nur die Nachhaltigkeit und die Resilienz im Fokus stehen, sondern auch Aspekte der Umweltgerechtigkeit und der menschlichen Gesundheit betrachtet werden. Die Themenkarte „Grünes Netzwerk“ (Sei - te 64) übersetzt diese Zielsetzungen in ein räumliches Konzept. Viele der hier enthal - tenen raumbezogenen Ziele waren schon in der Rahmenplanung von 2004 verankert und wurden im Zuge des Zielbildprozesses bekräftigt und teilweise ergänzt. Begrüntes Wegenetz Eines der zentralen Elemente des grünen Netzwerkes in der Weststadt bildet das - ins- besondere entlang der (ehemaligen) Bahn - strecken verlaufende - begrünte Geh- und Radwegesystem. Dadurch werden der Bevöl- kerung attraktive straßenabseitige Freizeit - routen zwischen den Stadtteilen Ehrenfeld, Braunsfeld und Müngersdorf angeboten und die außerhalb des Gebietes liegenden Grünflächen miteinander verbunden. An manchen Stellen im Netzwerk sind zur Realisierung des grünen Netzes Wegerech- te zu beschaffen (z.B. an der „Low Line“), Engstellen zu überwinden (z.B. im Techno - logiepark) und Kreuzungsmöglichkeiten zu gewährleisten (z.B. Landschaftsbrücke an der Weinsbergstraße). Bei den Wegever - bindungen sollte es sich mindestens um be- grünte Fahrradstraßen bzw. Gehwege mit mindestens einem einseitigen Baum oder Gehölzpflanzung handeln. Grüne Straßen Das grüne Wegesystem wird ergänzt durch das bestehende Straßennetz der Weststadt. Dieses soll hinsichtlich seiner Begrünung gestalterisch aufgewertet werden. Hierzu sollen die vorhandenen Straßenbäume er - halten, gepflegt und – wo erforderlich – mit klimawandelresistenten Neupflanzungen ergänzt werden. Neben Straßenbäumen sol- len im Rahmen gegebener Möglichkeiten auch zusätzliche Begrünungselemente (z.B. Pflanzbeete, Versickerungsmulden) ergänzt werden, die im Sinne der „Schwammstadt“ die Anpassung öffentlicher Räume an Klima- folgen unterstützen. Erhalt und Schaffung von Grünflächen Den Bestand an schützenswerten Grün- und Freiraumstrukturen in der Weststadt gilt es zu sichern, zu vernetzen und im Rahmen ge- gebener Möglichkeiten quantitativ wie qua- litativ auszubauen. Das Gebiet verfügt hierzu über einige nutzbare Flächenpotenziale, die genutzt werden können. Neben den vor - handenen Kleingarten- und Parkanlagen im Gebiet (z.B. am Wassermannsee) zählen hierzu insbesondere die Brachflächen ent - lang der Güterbahnstrecken (Gleisdreieck, Osterinsel S-Bahn-Haltestelle Müngers - dorf), der Stadionparkplatz am Militärring sowie die größeren Grünstrukturen auf dem Gelände der Firmen Coty und Max Becker. Die größten Potenziale für eine tiefgreifen - de Verbesserung des Freiraumangebotes in der Weststadt bietet das Gleisdreieck der Klüttenbahn im Bereich Maarweg/Stolber - ger Straße. Die Themenkarte sieht vor, die - sen Bereich als zentral gelegene Grünfläche („Gleispark“) mit hoher Aufenthaltsqualität auszubauen und durch die grünen Wege - verbindungen mit den angrenzenden Quar- tieren zu vernetzen. Multicodierung von Freiflächen In einem urbanen Kontext, wie der Weststadt, 60 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 61 Zielbild 3.1.2 Grünes Netzwerk Multifunktionale Freiflächen Temporäre Rückhalteflächen für Starkregen Entsiegelung von Flächen Schaffung wohnungsnaher Grünflächen (pocket parks) Begrünung von Straßenräumen Hohe Versiegelung Minderwertige Restgrünflächen Mangel an wohnungs - nahem Grün Grünvernetzung Begrünung von Dächern und Fassaden Mikroklimatische Aufwertung von Grünflächen Mangel an qualitativen Grünflächen im Gebiet und fehlende Grünvernetzung Brachflächen ist es aufgrund der Raumnutzungskonkur - renzen erforderlich, unterschiedliche Funk - tionen, Nutzungen und Bedeutungen von Grünflächen zu bündeln und gezielt weiter - zuentwickeln. So können Freiräume nicht nur eine Erholungsfunktion erfüllen, sondern auch Raum für vielseitige Nutzungen (z.B. urban gardening, Blühwiesen, Veranstaltun- gen, Umweltbildung) bieten. Des Weiteren ist - auf der Grundlage der Köl- ner Sportentwicklungsplanung - auch immer eine Öffnung des städtischen Freiraums für Sport und Bewegung vorzusehen. Neben dem grünen Netzwerk und den größeren Grünflächen im Gebiet, bietet sich vor allem der Stadionparkplatz am Militärring („P1- Park“) - neben seiner temporären Stellplatz- funktion - für eine multifunktionale Nutzung (z.B. für Veranstaltungen) an. Wohnungsnahe Grünflächen Die Wohnquartiere in der Weststadt umfas- sen zum Teil kleine wohnungsnahe Freiräu - me und Nachbarschaftsparks (z.B. Pauliplatz, Helmholtzplatz). Diese bestehenden Grün - strukturen gilt es zu erhalten und bei Bedarf zu optimieren sowie ebenfalls durch attrak - tive Fuß- und Radwegverbindungen in das Grüne Netzwerk einzugliedern. Um die erheblichen Gründefizite in der Weststadt zu decken sind darüber hinaus im gesamten Gebiet ausreichend neue Grünflä- chen zu schaffen. Die Themenkarte (118) zeigt die wichtigsten Entstehungsorte für neue öf- fentliche Grünflächen auf, die - in Verbindung mit dem kooperativen Baulandmodell - aus der aktuell angestrebten Nutzungsmischung (inkl. Wohnbebauung) resultieren. Zudem sind bei der Ausweisung neuer Misch- und Wohnstandorte ausreichende öffentliche Sport- und Bewegungsflächen für die An - wohnenden einzuplanen. Unter Umständen können manche Grün- und Sportangebote auch auf Dachflächen verortet werden. Anpassung an Klimawandelfolgen Insbesondere in den gewerblich genutzten Bereichen der Weststadt bestehen erhebli - che Potenziale, im Zuge einer städtebaulichen Transformation Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel durchzuführen. Hier - zu zählt beispielsweise die Erhaltung und die Schaffung von Luftaustauschbahnen durch die Anpassung von Baukörperhöhen und die Vermeidung baulicher Barrieren, die Entsie- gelung von Flächen und die Entwicklung frei- raumschonender Erschließungskonzepte, die Begrünung von Grundstücken und Gebäu - den, die Speicherung und Wiederverwen - dung von Regenwasser sowie die Schaffung von Versickerungsflächen, Notabflusswegen und von (multifunktionalen) Rückhalteräu - men zum Umgang mit Starkregen. Unzureichende Straßenraumbegrünung Sport- und Spielflächen Urban Gardening Status Quo: Zielzustand: 62 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 63 Zielbild 116 117 Themenkarte 2: Grünes Netzwerk Grün- und Freiflächen von gesamtstädtischer Bedeutung Siedlungsflächen Bahntrasse S-Bahn Haltestelle (Einzugsgebiet 800 Meter) Stadtbahn Haltestelle (Einzugsgebiet 400 Meter) Bestehende Querungen (Brücken) Erhalt und Ausbau der grünen Mosaikstruktur in Quartieren und Anbindung in das Grüne Netzwerk Brücke für neue Grünverbindung neue Unterführung der Bahntrasse bestehende Straßenbegrünung Ergänzung neuer Straßenbegrünungselemente zur Grünvernetzung (z.B. Straßenbäume, Pflanzbeete, Versickerungsmulden etc.) Pflege, Aufwertung und mikroklimatische Optimierung be- stehender Grünflächen und -strukturen Friedhof Schaffung von Raum für die kleinräumige, gärtnerische Nut- zung („urban Gardening“) Kleingartenanlagen Grün- und Freiflächen im Plangebiet Schaffung von ausreichenden wohnungsnahen öffentlichen Grünflächen im Zuge der Gebietsentwicklung (grüne Rückzugsorte z.B. pocket parks, Dachgärten etc.) Verbesserung des Mikroklimas und der Resilienz gegenüber Hitze und Starkregen durch klimagerechte Gebäude-/Frei- raumgestaltung auf Gewerbeflächen (z.B. Entsiegelung, Fassden- und intensive Dachbegrünung, Verschattung, Albedo, Verdunstung, Versickerung, Regenwas- serrückhaltung etc.) übergeordnete Grünverbindungen Neue lineare Grünverbindungen für den Fuß- und Radver- kehr (Verbindung vorhandener Grünstrukturen) Öffnung des städtischen Raumes für den Individualsport und für Bewegung (z.B. Pausensportinseln, Laufbahnen, Fitnessstationen, Sport auf Dachflächen, Bolzplätze, Wellenwege etc.) Erhalt und Stärkung der Biodiversität (z.B. Blühwiesen, Nistmöglichkeiten, Totholz, Baumtorsos, strukturreiche He- cken, verträgliche Außenbeleuchtung etc.) Gewässer zugänglich machen multifunktionale Nutzung von Freiflächen (z.B. Wochen-/ Flohmarkt, Veranstaltungen, Park&Ride, Sport und Bewegung, Notrückhaltefläche etc.) U S MIX Bestand Raumrelevante Zielsetzungen 65 Zielbild64 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 118 Bewegungsraum: Strategische Ziele • Förderung nachhaltiger und klimaschonender Mobilitätsformen • Erhöhung des Anteiles des Fuß- und Radverkehrs sowie des ÖPNV • Stadt der kurzen Wege • Gerechtere Aufteilung der Straßenquerschnitte • Optimierung der Erreichbarkeiten für den Umweltverbund • Verbesserung der inneren Durchwegung für den Fuß- und Radverkehr • Sicherung der Erreichbarkeit für Gewerbe- und Industrielogistik • Bündelung des LKW-Verkehrs an geeigneten Routen • Überwindung der Barrieren (insb. Bahntrassen) • Erhöhung der Verkehrssicherheit im Gebiet • Effizientere Ausnutzung der Parkplatzflächen Im Rahmen des Beteiligungsprozesses wurde der Eindruck der Bestandsanalyse bestätigt, dass der Autoverkehr das Straßenbild in der Weststadt deutlich dominiert und vielerorts attraktive Verbindungen für den Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) und für den Fuß- und Radverkehr fehlen. Zudem gibt es aufgrund der gewerblichen Nutzungen einen hohen Anteil an Lieferverkehren und an Abstellflä - chen, die nicht effizient ausgelastet sind. Das Straßennetz in der Weststadt hat seine Kapazitätsgrenze erreicht und kann ein wei- teres Aufkommen von Kraftfahrzeugen (Kfz) kaum mehr aufnehmen. Um die vorhande - nen Probleme nicht zu vergrößern, ist es not- wendig, umfassende Strategien zur Stärkung der Alternativen zum motorisierten Indivi - dualverkehr zu verfolgen. Bei der zukünfti - gen Entwicklung der Weststadt soll daher vor allem eine nachhaltige und klimascho - nende Mobilität gefördert werden. Vor dem Hintergrund der Mobilitätswende soll dabei langfristig ein zukunftsfähiges Quartier ent - stehen, dass sich durch eine Reduzierung des motorisierten Verkehrsaufkommens sowie durch die Schaffung multimodaler Mobilitätsangebote und attraktiver Rah - menbedingungen für den emissionsarmen Umweltverbund (ÖPNV, Fuß- und Radver - kehr) auszeichnet. Die Themenkarte „Bewegungsraum“ (Seite 70) zielt auf eine entsprechende Umgestal - tung der Mobilitätsinfrastruktur in der West- stadt ab. Allerdings stellt die Förderung des Umweltverbundes dabei nicht die einzige Zielstellung dar. Auch die lokalen Erreichbar- keiten sowie ein sicheres und attraktives Um- feld und die Mobilität für alle - unabhängig von der jeweiligen finanziellen oder körper - lichen Situation - bilden wichtige Ansprüche der zukünftigen Mobilitätsentwicklung in der Weststadt. Neuaufteilung der Straßenräume Im Sinne einer langfristigen Reduzierung des Autoverkehrs in der Weststadt gilt es, Stras- seninfrastrukturen und straßenbegleitende Stellplatzflächen bestmöglich zu reduzieren und somit einen höheren Flächenanteil für andere Nutzungen zu gewinnen. Die Haupt- straßen in der Weststadt behalten zwar auch in der Zukunft ihre Funktion, allerdings soll der vorhandene Raum so umverteilt werden, dass neben dem Autoverkehr genügend Platz für das Zu-Fuß-Gehen, das Radfah - ren, das Rollerfahren und für den Aufenthalt bleibt. Die Straßenräume müssen so gestal - tet werden, dass sie flexibel auf neue Anfor - derungen angepasst werden können. Innerhalb der einzelnen Quartiere bewegen sich alle Verkehrsteilnehmer*innen gleich schnell, wobei hier die „langsamen“ Mobili - tätsformen Vorrang haben und der Verkehrs- raum zu einem Stadtraum gestaltet wird, in dem man sich gerne aufhält und bewegt. Optimierung der Fuß-und Radinfrastruktur Den Bedürfnissen des Fuß- und Radver - kehrs in der Weststadt soll Vorrang einge - räumt werden. Hierzu muss das Wegenetz in der Weststadt besser an die Anforderungen der Zufußgehenden und der Radfahrenden angepasst werden. Dabei soll es möglichst dicht, lückenlos und barrierefrei ausgestal - tet werden. Daneben sollen auch weitere Bedürfnisse des Fuß-und Radverkehrs, wie Spiel-, Verweil- und Abstellmöglichkeiten in der zukünftigen Planung der Weststadt stärker berücksichtigt werden. Das Radwegenetz in der Weststadt soll kon- tinuierlich verbessert und entsprechend den Radwegekonzepten für Ehrenfeld und Lindenthal optimiert werden. Des Weite - ren sollen, insbesondere in den wichtigen Straßenzügen, die vorhandenen Radwege im Rahmen der Unterhaltungsmaßnahmen ausgebessert oder erneuert werden. Nicht zuletzt ist das Rad- und Fußwegenetz in der Weststadt mit dem geplanten grünen We - genetz (siehe oben) zu verknüpfen, das größ- tenteils unabhängig vom Straßenverkehrs - netz funktioniert. Eine attraktive Fahrradinfrastruktur umfasst nicht nur alleine Radwege, sondern auch gute Abstellmöglichkeiten für Fahrräder oder Servicestationen (in Verbindung mit den Mobilitätsstationen, s.u.). Interne Vernetzung und Durchwegung Auch die Vernetzung der einzelnen Quar - tiere untereinander ist in der Weststadt von besonderer Bedeutung. Hierzu gilt es ins - besondere die Durchwegung der großen Baublockstrukturen für Zufußgehende und Radfahrende, so weit wie möglich zu verbes- sern. Dabei sollen attraktive Wege mit einer hohen Aufenthaltsqualität entstehen. Die Weststadt ist durch die Barrierewirkung der Bahntrasse in einen nördlichen und einen südlichen Abschnitt unterteilt. Diese Tren - nung soll zukünftig im Zuge der Transforma- tion so weit wie möglich durch die Schaffung neuer Querungsmöglichkeiten für den Fuß- und Radverkehr (Unterführungen oder Brü- cken, z.B. zwischen Max Becker-Areal und Ehrenveedel) überwunden werden. Mobilitätsstationen Eine wichtige Voraussetzung für eine Ver - änderung des Verkehrsverhaltens zuguns - ten des Umweltverbundes stellt sowohl eine flexible Verfügbarkeit verschiedener Mobili- tätsangebote als auch eine einfache und in - tuitive Nutzung der bewährten und neuen Angebote dar. Der Umstieg auf den Umwelt- verbund soll daher durch Mobilstationen unterstützt werden, die den Bewohner*in - nen und den Besucher*innen der Weststadt 66 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 67 Zielbild 3.1.3 Bewegungsraum Durchgängige und sichere Fahrrad - wege Optimierung der ÖPNV-Anbindung Mobilitätsstationen (Abstell- möglichkeiten Ladestationen, Fahrradservice, Leihsysteme, Paketstation, Umstieg ÖPNV) Klimagerechte Ergänzung der Straßenbegrünung Attraktivierung der Gehwege und EG- Zonen Unzureichende Fahrradinfrastruktur Dominanz des (fließenden und ruhenden) motorisierten Verkehrs Neuordnung der unterirdischen Infra - struktur Zugang zu einem breiten Angebot an Ver - kehrsmitteln verschaffen, auch ohne sie be - sitzen zu müssen. Somit wird ein gerechter Zugang zu Mobilität gewährleistet. Die Angebote der sowohl zentral (an den Haltestellen) als auch dezentral (innerhalb der Quartiere) platzierten Mobilitätsstatio - nen sind für alle Lebenslagen sowie für un - terschiedliche Wegeziele und -zwecke aus - zurichten. Sie müssen für alle Nutzer*innen in der Weststadt so gut wie möglich sichtbar sein und eine optimale Transparenz der An - gebote gewährleisten. Stellplätze stapeln Die großzügigen Stellplatzflächen in der Weststadt sollen auf ein notwendiges Minimum reduziert werden. Insbesonde - re in den Transformationsgebieten sollen an den Eingängen Sammelanlagen in Form von Garagen oder Parkhäusern entstehen, so dass innerhalb der Quartiere selbst wei - testgehend auf Stellplätze im öffentlichen Raum verzichtet werden kann. Das Flächen- potenzial der Parkangebote, die nicht 24/7 Stunden ausgelastet sind, soll zudem durch eine Verbesserung der Bewirtschaftung op - timiert werden. Verbesserung der ÖPNV-Anbindung Eine wichtige Voraussetzung für einen Um - stieg vom Auto auf den Umweltverbund bil - det ein attraktives ÖPNV-Angebot. Die öf - fentlichen Verkehrsmittel wie Bus und Bahn bilden das Grundgerüst einer nachhaltigen Mobilität, das für alle Bevölkerungsgruppen im Gebiet nutzbar ist. Wenn diese eine hohe Angebotsqualität haben, sind sie auch als Al- ternative zur Autonutzung attraktiv. Der aktuell noch geringe Wegeanteil des ÖPNV im Inneren der Weststadt soll durch eine Verbesserung der Angebotsqualität deutlich erhöht werden. Das Busnetz sollte - in Verbindung mit den geplanten Mobilitäts- stationen - für die gesamte Weststadt neu konzipiert und überdacht werden (z.B. Tak - tung, Haltestellen). Für die bislang schlecht erschlossenen Bereiche der Weststadt (z.B. Max Becker-Areal, Oskar-Jäger-Straße) sind zudem im Zuge der Transformation neue at- traktive ÖPNV-Angebote zu schaffen. Betriebliches Mobilitätsmanagement Zur Entlastung des Straßennetzes in der Weststadt sollen die Unternehmen in der Weststadt zu einem betrieblichen Mobili - tätsmanagement bewegt werden, um den von ihnen verursachten Verkehr zu steuern. Unter Einbeziehung verfügbarer Angebote und Verkehrsmittel sollen die Unternehmen - in Kooperation mit KVB und VRS - Lösun - gen für die eigene Mobilitätsnachfrage iden- tifizieren und entwickeln. Denkbare Maßnah- men sind beispielsweise die Einführung von günstigen Zeitfahrausweisen (Jobtickets) bei gleichzeitiger kostenpflichtiger Bewirtschaf- tung firmeneigener Stellplätze oder die At - traktivierung der Fahrradnutzung (Stellplatz- angebote, Diensträder, Duschen etc.). Mangelnde Aufenthaltsqualität und Durchwegung für Fußgänger flächenintensive Parkplatzflächen Lärmbelästigung durch LKW Stapelung von Stellplätzen Status Quo: Zielzustand: Sicherung der Erreichbarkeit durch den Industrie- und Logistikverkehr auf ausgewählten Routen 68 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 69 Zielbild 119 120 Themenkarte 3: Bewegungsraum Bestand Raumrelevante Zielsetzungen Siedlungsflächen Bahntrasse S-Bahn Haltestelle (Einzugsgebiet 800 Meter) Stadtbahn Haltestelle (Einzugsgebiet 400 Meter) Bestehende Querungen (Brücken, Unterführungen) neue Brücken bzw. Unterführungen bestehende Fahrradwege Straßen Grün- und Freiflächen Kleingartenanlagen Bushaltestellen neue Fuß- und Fahrradwege als Freizeitrouten im Grünen Hauptverkehrsachsen im Gebiet Schaffung kleiner, dezentraler Mobilstationen im Quartier Mobilstation L (S-Bahn, Fahrradstellplätze, Bus, U-Bahn, Car-Sharing, Taxi) Mobilstation M (Fahrradstellplätze, Bus, U-Bahn, Car-Sharing, Taxi) Mobilstation XL (DB, S-Bahn, Fahrradstellplätze, Bus, U-Bahn, Car-Sharing, Taxi) Betriebliches Mobilitätsmanagement in Unternehmen för- dern (Jobtickets, Sharing, Abstellanlagen, Duschen etc.) Verbesserung der Durchwegung für den Fuß- und Radver- kehr „Feierabend-Parken (Parkflächen rund um die Uhr nutzbar machen z.B. für Einzelhandel/Anwohner/Nachtleben) Parkflächen stapeln (z.B. Quartiersgaragen) Klüttenbahn langfristig als Verkehrsinfrastruktur mitdenken (z.B. Stadtbahnbetrieb, City-Logistik oder Radschnellweg) Bedarfsgerechter Ausbau der ÖPNV-Abindungen Erhöhung der Bustaktung Taxi Ausweitung der Car-Sharing Angebote Schaffung attraktiver Fahrradabstellplätze Mikrologistikstandorte (z.B. Lastenräder, Paketstationen) Verbesserung bestehender und Schaffung neuer Fahrradwege TAXI 24/7 übergeordnete Grünverbindungen 71 Zielbild70 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 121 3.2 Zielbild + + = Themenkarte 1 Wohn- & Arbeitswelt Themenkarte 2 Grünes Netzwerk Themenkarte 3 Bewegungsraum Zielbild für die Weststadt Um die Weststadt fit für die Zukunft zu ma - chen, gilt es, die zuvor betrachteten Ziel- ebenen der Wohn- und Arbeitswelten, des grünen Netzwerkes und des Bewegungs - raumes miteinander zu vernetzen und ihre Wechselwirkungen positiv zu nutzen. Zur Erstellung des integralen Zielbildes für die Kölner Weststadt wurden die Kernaus - sagen der drei Ebenen in einer generalisier - ten Karte überlagert (siehe Abbildung S.73). Hierzu wurden einige Detailaussagen der Themenkarten zusammengefasst, abstra - hiert oder ausgeblendet. Die Zielbildkarte (Seite 74) stellt die raum - bezogenen Ziele für den Betrachtungsraum der Weststadt dar, die in einem breiten Be - teiligungsprozess mit Vertreter*innen der Verwaltung, der Politik und der Zivilgesell - schaft abgestimmt wurden.Das Zielbild für die Kölner Weststadt dient als Grundlage für die Fortschreibung der Rahmenplanung, deren zentrale Aufgabe es sein wird, funk - tionierende Konzepte und Lösungswege zu entwickeln, um den Herausforderungen der Zukunft und den im Zielbild gesetzten Zielen gerecht zu werden und diese schrittweise zu konkretisieren. Für eine erfolgreiche Umsetzung der im Ziel- bild verankerten Ziele bedarf es innovativer Lösungen für bauliche Dichten und für neue funktionale Mischungen, für zukunftsfähige und multimodale Mobilitätsangebote sowie für eine Ergänzung und eine klimagerechte Qualifizierung des vielerorts vernachlässig - ten Grün- und Freiraumes in der Weststadt. Die bevorstehende (und teilweise bereits laufende) Transformation der Weststadt bietet ein Gelegenheitsfenster für eine viel - fältige, gerechte und flexible Anpassung des Quartiers an die tiefgreifenden klimatischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Her - ausforderungen. Entscheidend ist, dass sich die Menschen zu- künftig in der Kölner Weststadt wohlfühlen und stets im Mittelpunkt aller Überlegungen stehen. Für die Umsetzung des Zielbildes braucht es eine Koordination zwischen den Akteuren sowie eine Lösung von Zielkonflik- ten. 72 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 73 Zielbild 122 123 124 125 Zielbild für die Weststadt Schaffung von wohnungsnahem und klimawandelgerech- tem Grün im Zuge der Gebietsentwicklung (Rückzugsorte z.B. pocket parks, Dachgärten, Spielplätze) Bereitstellung nicht kommerzieller (Frei)räume, in denen kreative Konzepte erprobt und gelebt werden können (Zwi- schennutzungen, Märkte, Labore) Sicherung und Stärkung der (Club-)Kultur Erhalt und Erweiterung des Angebots zur beruflichen Bildung Weiterentwicklung der Kreativwirtschaft im Quartier multifunktionale Nutzung von Freiflächen (z.B. Wochen-/ Flohmarkt, Veranstaltungen, Park&Ride, Sport und Bewegung, Notrückhaltefläche etc.) Schaffung von zentralen und (kleinen) dezentralen Mobil- stationen (ÖPNV, Radabstellplätze, Sharing-Angebote, Mikro- logistik, Fahrradservice, Quartiersgarage etc.) Bedarfsgerechter Ausbau der ÖPNV-Abindungen im Zuge der Gebietsentwicklung Neue lineare Grünverbindungen für den Fuß- und Radverkehr (Verbindung vorhandener Grünstrukturen) Erhalt und Aufwertung der Grünflächen in bestehenden Wohnquartieren Sicherung von Standorten für urbanes Gärtnern Pflege, Aufwertung und mikroklimatische Optimierung be- stehender Grünflächen und -strukturen Verbesserung des Mikroklimas und der Resilienz gegen- über Hitze und Starkregen durch klimagerechte Gebäude-/ Freiraumgestaltung auf Gewerbeflächen (z.B. Entsiegelung, Fassden- und intensive Dachbegrünung, Verschattung, Albe- do, Verdunstung, Versickerung, Regenwasserrückhaltung etc.) Transformation von Gewerbestandorten in urbane Misch- quartiere (ausgeglichenes Verhältnis von bezahlbarem Woh- nen und nicht störendem Gewerbe inkl. Nahversorgung) Sicherung und Entwicklung von Gewerbestandorten für Produktion, Lagerung, Transport und Logistik Qualitative und flächeneffiziente Gewerbeentwicklung (städtebauliche Aufwertung z.B. durch Nachverdichtung und Stapelung) „Serviceallee“ Widdersdorfer Straße (Sicherung und städte- bauliche Aufwertung von Flächen für kundenorientierte Dienstleistungen und Handel) Schaffung neuer Quartierszentren zur Verbesserung der Nahversorgung Sicherung und Entwicklung von Gewerbestandorten für Kleingewerbe, Dienstleistungen, Forschung und Handel Erhalt und Stärkung von Gebieten mit vorwiegender Mischnutzung Erhalt und Stärkung von Gebieten mit vorwiegender Wohnnutzung Bedarfsgerechter Ausbau der Jugend- und Bildungsinfra- struktur i.V.m. neuen Wohnflächen (Schulen, Kitas, sonstige Jugendangebote) Verbesserung der Durchwegung für den Fuß- und Radverkehr Neue Querungsmöglichkeiten (Brücken oder Unterführungen) MIX Gerechte Neuaufteilung und Umgestaltung des Straßen- raumes zugunsten des Fuß- und Radverkehrs und klima- wandelgerechte Optimierung der Straßenbegrünung (z.B. Pflanzbeete, Versickerungsmulden, Baumrigolen) Klüttenbahn langfristig mitdenken (z.B. Verbreiterung Grünzug, Stadtbahnbetrieb, City-Logistik oder Radschnellweg) Einbindung identitätsstiftender Gebäude der lokalen Indus- triegeschichte Erhalt und Ausbau des vorhandenen Schulangebotes im Quartier H 126 Die im Zielbild für die Kölner Weststadt dargestellten Ziele wurden auf drei repräsentative Fokusräume übertragen und in Form von Handlungsempfehlun- gen konkretisiert. Die drei Gebie- te wurden jeweils als ein Beispiel für ein zukünftiges Mischgebiet, ein Gewerbegebiet und eine Grünfläche ausgewählt. 4. FOKUSRÄUME 76 77 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt Fokusräume 127 Der Fokusraum befindet sich nördlich der Widdersdorfer Straße 194 in Ehrenfeld und soll zu einem neuen gemischten Stadtquar - tier entwickelt werden. Derzeit wird das Ge - lände noch von dem Rohstoffverwertungs - unternehmen Max Becker genutzt. Das Unternehmen verlässt 2022 seinen bisheri - gen Firmensitz an der Widdersdorfer Straße und verlagert seinen Standort in den Niehler Hafen. Dadurch ergibt sich die Chance, das (bisher für die Öffentlichkeit unzugängliche) Grundstück in die Weststadt zu integrieren. 4.1 Fokusraum I: Mischgebiet Beispiel: westliches Gaswerkquartier (Max Becker-Areal) 78 79 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt Fokusräume 128 129 131 133 130 132 134 Entwicklung eines zukunftsfähigen, vielseitigen und lebenswerten Quartiers für alle! Ziel 1 Handlungsempfehlungen „Ehrenfelder Mischung” fördern! Bei der Entwicklung des Areals ist die so ge - nannte „Ehrenfelder Mischung” anzustreben: Wohnen, Arbeiten, Gewerbe, Bildung, Ver - sorgung, Freizeit, Grün, Kultur und Raum für Soziales und für Freiheiten. Hier gilt es, hohe Defizite auch im z.T. monostrukturellen Um- feld auszugleichen, um ein lebenswertes und funktionierendes Viertel zu schaffen. Das beinhaltet neben Wohnen auch eine ausge- wogene und angemessene Ansiedlung von mittelständigem Handwerk, Kleingewerbe, Handel und Kultureinrichtungen (insb. in be- zahlbaren, kleinteiligen EG-Zonen). Differenzierte Wohnangebote bereitstellen! Innerhalb der Baufelder sollte zur Vermei - dung von Segregation eine Durchmischung von gefördertem, preisgedämpftem und gehobenen Wohnen angestrebt werden. Es bedarf an differenzierten Angeboten in bezahlbarer Qualität für Familien, Sing - les, Menschen mit besonderen Bedürfnis - sen, Mehrgenerationenwohnen, betreutes Wohnen, preisgebundene Sozialwohnun - gen sowie Raum für genossenschaftlichem Wohnungsbau und (selbstorganisierte) Bau- gruppen. Die geförderten Wohnungen müs- sen auf dem gesamten Areal gleichmäßig verteilt werden. Jugend- und Bildungsinfrastruktur ausbauen! Es sind im Quartier bedarfsgerecht Kinder - tageseinrichtungen, Schulen, Spielplätze und Jugendangebote bereitzustellen. Des Weite- ren ist eine Öffnung des öffentlichen Raums für Sport und Bewegung vorzusehen. Auf Basis der aktuell vom Vorhabenträger für das Areal vorgesehenen Wohnbevölkerungs - zahl wäre beispielweise mit einem Bedarf an fünf Kindertagesstätten, einer Jugendein - richtung und einer bis zu fünfzügigen Grund- schule zu rechnen. Darüber hinaus ist ein Be- darf an zwei Quadratmetern Spielplatzfläche pro Bewohner*in (unabhängig vom Alter) im Quartier zu decken. Die Jugend- und Bil - dungsinfrastruktur kann auch in Kombination mit anderen Nutzungen (z.B. Wohnen Büros, Einzelhandel) gedacht werden. Industriekultur einbinden! Die zwei denkmalgeschützten Villen (132) (inkl. deren umgebenden Freiflächen und Baumbestände) sind zwingend zu erhalten und genießen zudem einen denkmalschutz- rechtlichen Umgebungsschutz. Auch die übrige Bausubstanz der Industriekultur (die Einfriedungsmauer, der Gasbehälter (130) und das Uhrenhaus (133)) sollte - vorbehaltlich der Einschätzung der Denkmalbehörden - bei der Quartiersentwicklung möglichst iden - titätsstiftend erhalten und gegebenenfalls umgenutzt werden. Nahversorgung sichern! Im Rahmen der Planung ist ein zentraler Standorte für lokale Infrastrukturen zur Nah- versorgung (Bäcker, Kiosk, Einzelhandel, Gastronomie etc.) vorzusehen. Lärmschutz gewährleisten! Entlang der linearen Lärmquellen (Haupt - straßen, Bahntrasse) sind lärmmindernde Maßnahmen (Städtebau, Nutzungsanord - nung, Grün, technische Lösungen) erforder- lich, um die Wohn- und Arbeitsstandorte vor Immissionen zu schützen. 80 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 81 Fokusräume 135 Erhöhung des Grünvolumens und Anpassung des Quartiers an die Folgen des Klimawandels! Ziel 2 Handlungsempfehlungen Bestandsgrün erhalten und optimieren! Im Rahmen der Grün- und Freiflächenpla - nung sollte eine weitestgehende Sicherung des erhaltenswerten Baumbestandes und der klimarelevanten Vegetationsflächen an- gestrebt werden. Der Erhalt alter Gehölze hat Priorität gegenüber der Neupflanzung von Jungbäumen. Grün verbinden! Der im Zielbild projektierte grüne Wegever - bindung vom Bahn-Haltepunkt Müngers - dorf über den ehemaligen Werksbahn-An - schluss der Firma Thyssen Krupp-Schulte bis zur Oskar-Jäger-Straße und zur Vogelsanger Straße muss im Rahmen von vertiefenden Planungen gesichert und berücksichtigt werden. Zudem sollte die Anbindung des Max Becker-Areals an eine begrünte Durch- wegung (Fuß- und Radverkehr) zur Alsdorfer Straße und darüber hinaus mitgedacht wer - den. Grünflächen schaffen! Die Schaffung ausreichender, hochwertiger und großzügiger öffentlicher Freiflächen und deren Vernetzung muss angesichts der schon heute bestehenden Defizite und aus Gründen der Grünversorgung der im Ge - biet lebenden und arbeitenden Bevölkerung eine wesentliche Rolle beim Entwurfsprozess spielen. Das Kooperative Baulandmodell sieht die Schaffung von 10 qm öffentlicher oder öffentlich-nutzbarer Grünfläche pro Bewohner*in vor. Zusätzlich sollten jedoch auch für die gewerblichen Nutzungen, ins - besondere bei einer hohen Arbeitsplatzdich- te, ausreichend Freiräume als „Ruheoasen” abseits der Lärmquellen an den stark befah - renen Straßen/Schienenwegen vorgesehen werden. Denkbar sind auch intensive Dach - gärten, die als zusätzlicher Sport-, Aufent - halts- oder Rückhalteraum genutzt werden können. Auch die Freiflächen der erforderli - chen Schulen und Kindergärten sollten mög- lichst entsiegelt, naturnah und im besten Fall mit Schulgarten geplant werden. Frühzeitig an Klimafolgen anpassen! Es sind (möglichst multifunktionale) frei - raumplanerische und architektonische Stra- tegien und Konzepte zu entwickeln, um den Klimaschutz zu unterstützen (Klimaneutrali- tät) und die negativen Auswirkungen des Kli- mawandels (Hitze, Starkregen, Trockenheit etc.) zu vermindern. Hierzu sind zunächst Maßnahmen erforderlich, die auf eine Re - duzierung des CO2-Ausstoßes ausgerichtet sind (Einsatz von erneuerbaren Energien, z.B. Photovoltaikanlagen). Daneben bedarf es Maßnahmen, die sowohl einer thermischen Aufheizung entgegenwirken (z.B. helle Ober- flächen, Entsiegelung, Fassadenbegrünung, intensive Dachbegrünung, Verschattung, Verdunstung) als auch auf die Versickerung, Ableitung, Rückhaltung und Wiederverwen- dung von Regenwasser abzielen (z.B. Notab- flusswege, Mulden, Zisternen, Retentionsflä- chen oder Retentionsgründächer). Straßengrün aufwerten und ergänzen! Die zum Teil lückenhafte Straßenbegrünung am Maarweg und entlang der Widdersdor - fer Straße soll ergänzt und klimawandelge - recht optimiert werden. Es gilt die vorhande- nen Baumstandorte zu verbessern und - wo möglich - zusätzliche Begrünungselemente wie Pflanzbeete, Versickerungsmulden oder Baumrigolen zu ergänzen. 82 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 83 Fokusräume 136 ÖPNV Anschluss schaffen! Im Zuge der Quartiersentwicklung muss ein neuer ÖPNV-Anschluss geschaffen werden, um das Areal an die angrenzenden Quartie - re anzubinden. Die Standorte der Haltestel - len sollten sich in fußläufiger Nähe des zu planenden Schulstandortes befinden. Der ÖPNV-Ausbau darf nicht zulasten des Fuß- und Radverkehrs geplant werden. Umstieg ermöglichen! Es sind zentrale (an den ÖPNV-Haltepunk - ten) und dezentrale Mobilstationen im Quar- tier vorzusehen, die als Schnittstelle zwi - schen den Verkehrsträgern dienen und den Nutzer*innen einen bequemen Umstieg vom Öffentlichen Nahverkehr auf Car-Sharing, Lastenfahrräder, (Leih)Fahrräder oder –roller etc. ermöglichen. Die Fahrradabstellplätze müssen attraktiv, sicher und gut erreichbar geplant werden. Straßenraum neu gestalten und verteilen! Die derzeit durch den (ruhenden und fließen- den) PKW und LKW-Verkehr dominierten Straßenräume am Maarweg und an der Wid- dersdorfer Straße sind gerechter zugunsten anderer Raumnutzungen (Grün, Fuß- und Radverkehr, Aufenthalt, Einzelhandel und Gastronomie) aufzuteilen. Durchquerungen ermöglichen! Es müssen barrierefreie Zugänge in das Quar- tier für den Fuß- und Radverkehr sichergestellt werden. Dies gilt sowohl für die Hauptstraßen sowie vom Max Becker-Areal zum alten Gas- werkgelände bzw. über das Kontrastwerk-Ge- lände bis zur Oskar-Jäger-Straße (Vulkan) und weiter zum Ehrenfelder Stadtteilzentrum. In übergeordnetes Fuß- und Radwegenetz integrieren! Das Max Becker-Areal ist über den nördli - chen gelegenen Bahnweg und nach Süden über die Grünverbindung in Richtung Als - dorfer Straße/Low Line in das im Zielbild vor- gesehene übergeordnete Fuß- und Radwe - genetz einzubinden. Anbindung an Ehrenveedel gewährleisten! Um das Areal für den Fuß- und Radver - kehr besser an das nördliche “Ehrenveedel” (ehem. Güterbahnhofsgelände) und an das Zentrum Ehrenfelds anzubinden, sollte die Möglichkeit eine Unterführung der Bahn - trasse geprüft und gegebenenfalls die An - bindung über bestehende Unterführungen verbessert werden. Attraktive öffentliche Räume schaffen! Es sind anregende, barrierefreie öffentliche Wege, Plätze und Freiflächen mit einer ho - hen Aufenthaltsqualität für Anwohner*innen, Beschäftigte und Besucher*innen mit viel - seitigen Interaktions- und Nutzungsmög - lichkeiten für alle Generationen zu schaffen. Parkplätze stapeln! Angesichts der Lagequalitäten des Areals sollte eine vergleichsweise geringe Anzahl an öffentlichen Stellplätzen (nur Ladezonen/ Stellplätze für mobilitätseingeschränkte Per- sonen) geschaffen werden. Durch den Bau von (24/7 nutzbaren) Quartiersgaragen soll die Gestaltung des öffentlichen Raums und die Flächenausnutzung verbessert werden. Schaffung der Voraussetzungen für eine klimaschonende Mobilitätswende in der Weststadt! Ziel 3 Handlungsempfehlungen 84 85 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt Hintergrund 137 4.2 Fokusraum II: Gewerbegebiet Beispiel: Maarhöfe Das Gebiet befindet sich südlich der Bahn - linie Köln-Aachen und grenzt im Westen an den S-Bahn-Haltepunkt Köln-Müngersdorf. Im Osten grenzt es am Maarweg unmittelbar an das Max Becker-Areal. Die Grundstücke werden aktuell durch unterschiedliche kleine und mittlere Gewerbe- und Dienstleistungs- betriebe (u.a. Auto-, Gas- und Baustoffhan - del) genutzt (139-141). Im westlichen Abschnitt entsteht derzeit das „Kreativquartier Luisen- viertel“ (142) mit einer Veranstaltungshalle für Tanz- und Konzertveranstaltungen. 87 Fokusräume86 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 138 139 140 141 142 143 Gewerbestandort sichern und entwickeln! Der vorhandene Gewerbestandort muss ge- sichert und gestärkt werden. Angesichts der angrenzenden (vorhandenen und geplanten) Misch- und Wohnnutzungen sollte der Fo - kus dabei langfristig insbesondere auf nicht störendes Gewerbe, auf Dienstleistungen und auf Unternehmen und Start-Ups aus der Kreativwirtschaft gelegt werden. Städtebauliche Aufwertung der Gewerbeflächen! Angesichts der derzeit geringen baulichen Höhen, der ebenerdigen und flächigen Stellplatzanlagen sowie der teilweisen min - der- oder ungenutzten Flächen auf dem Areal sollte das Ziel verfolgt werden, lang - fristig durch die Stapelung von Gewerbe und Dienstleistungen, die vorhandenen Flächen effizienter zu nutzen und städtebaulich zu qualifizieren. Adressen zur Grünverbindung bilden! Durch eine Erhöhung der stadträumlichen Qualität insbesondere am nördlichen und westlichen Rand des Areals soll zur Bildung einer Adresse des Standortes entlang des Bahnweges und des Klüttenkorridors beige- tragen werden. Räume für die Kreativwirtschaft schaffen! Das Areal bietet Raum für Kreative, die Ni - schen im Stadtgefüge suchen. Bereits heute sind erste Kerne der Kreativwirtschaft vor - handen. Die Transformation des Quartieres kann die weitere kreativwirtschaftliche Ent - wicklung der Weststadt voranbringen. Lärmschutz gewährleisten! Entlang der linearen Lärmquellen (Haupt - straßen, Bahntrasse) sind lärmmindernde Maßnahmen (Städtebau, Nutzungsanord - nung, technische Lösungen) erforderlich, um die Wohn- und Arbeitsstandorte vor Im- missionen zu schützen. Gleichzeitig sind die Lärmbeeinträchtigungen der Wohngebäude durch das Areal selbst zu minimieren. Nicht-kommerzielle Flächen sichern! Es sind nicht-kommerzielle Freiräume oder Baustrukturen zu sichern oder bereitzustel - len, in denen (temporär) kreative Konzepte erprobt und gelebt werden können. Örtliche Clubkultur erhalten und entwickeln! Angesichts der gewerblichen Nutzung (ge - ringe Nutzungskonflikte) und der Erreich - barkeit, sollten im Gebiet nicht nur die in der Entstehung befindlichen Standorte der Köl- ner Clubkultur (Luisenviertel) gesichert wer- den, sondern auch die Möglichkeit der Ent - wicklung neuer Clubs eröffnet werden. Entwicklung eines zukunftsfähigen, vielseitigen und lebenswerten Quartiers für alle! Ziel 1 Handlungsempfehlungen 88 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 89 Fokusräume 144 Erhöhung des Grünvolumens und Anpassung des Quartiers an die Folgen des Klimawandels! Ziel 2 Handlungsempfehlungen Bestandsgrün erhalten und optimieren! Im Rahmen der Grün- und Freiflächenpla - nung sollte eine weitestgehende Sicherung des erhaltenswerten Baumbestandes und der klimarelevanten Grünflächen insb. nörd- lich des Luisenviertels angestrebt werden. Der Erhalt alter Gehölze hat dabei Priorität gegenüber der Neupflanzung von Jungbäu- men. Grünverbindung sicherstellen (Bahnweg/Klüttenkorridor)! Die im Zielbild projektierte Grünverbindung vom Bahn-Haltepunkt Müngersdorf über den ehemaligen Werksbahn-Anschluss der Firma Thyssenkrupp Schulte bis zur Oskar- Jäger-Straße und zur Vogelsanger Straße muss gesichert und berücksichtigt werden. Zudem sollte im Sinne des Zielbildes der Weststadt die Anbindung des Areals an die Grünverbindung entlang der Klüttenbahn gewährleistet werden. Dezentrales Grünangebot im Gewerbegebiet erhöhen! Die Schaffung ausreichender und hoch - wertiger neuer Frei- und Erholungsflächen (Pocket parks, Dachgärten etc.) und deren Vernetzung muss aus Gründen der Grünver- sorgung der im Gebiet lebenden und arbei - tenden Bevölkerung spielen. Maßnahmen zur Klimaanpassung im Freiraum und an Gebäuden umsetzen! Es sind (möglichst multifunktionale) freiraum- planerische und architektonische Strategien und Konzepte zu entwickeln, um den Klima- schutz zu unterstützen (Klimaneutralität) und die negativen Auswirkungen des Klima- wandels (Hitze, Starkregen, Trockenheit etc.) zu vermindern. Hierzu sind zunächst Maß - nahmen erforderlich, die auf eine Reduzie - rung des CO2-Ausstoßes ausgerichtet sind (Einsatz von erneuerbaren Energien, z.B. Photovoltaikanlagen). Daneben bedarf es Maßnahmen, die sowohl einer thermischen Aufheizung entgegenwirken (z.B. helle Ober- flächen, Entsiegelung, Fassadenbegrünung, intensive Dachbegrünung, Verschattung, Verdunstung) als auch auf die Versickerung, Ableitung, Rückhaltung und Wiederverwen- dung von Regenwasser abzielen (z.B. Notab- flusswege, Mulden, Zisternen, Retentionsflä- chen oder -gründächer). Straßengrün aufwerten und ergänzen! Die zum Teil lückenhafte Straßenbegrünung am Maarweg und entlang der Widdersdor - fer Straße soll ergänzt und klimawandelge - recht optimiert werden. Es gilt die vorhande- nen Baumstandorte zu verbessern und - wo möglich - zusätzliche Begrünungselemente wie Pflanzbeete, Versickerungsmulden oder Baumrigolen zu ergänzen. Grünflächen vielfach nutzen! Die bestehenden und die neu zu schaffenden Grün- und Freiräume sollen möglichst für eine multifunktionale Nutzung (z.B. Sport- und Spiel; urbanes Gärtnern; Erhöhung der Biodiversität) ertüchtigt werden. 90 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 91 Fokusräume 145 Schaffung der Voraussetzungen für eine klimaschonende Mobilitätswende in der Weststadt! Ziel 3 Handlungsempfehlungen Erreichbarkeit mit dem ÖPNV verbessern! Die Erreichbarkeit des Areals mit dem ÖPNV sollte insbesondere im östlichen Abschnitt verbessert werden. Hierzu zählt sowohl eine Optimierung der vorhandenen ÖPNV-An - gebote entlang des Maarwegs und der Wid- dersdorfer Straße (insb. Takterhöhung Bus) als auch die Schaffung neuer ÖPNV-Angebo- te im Zusammenhang mit der Transformation des angrenzenden Max Becker-Areals. Zentrale/dezentrale Mobilstationen bereitstellen! Es sind im Areal zentrale (an den ÖPNV-Hal- tepunkten) und dezentrale Mobilstationen im Quartier vorzusehen, die als Schnittstelle zwischen den Verkehrsträgern dienen und den Nutzer*innen einen bequemen Umstieg vom öffentlichen Nahverkehr auf Car-Sha - ring, Lastenfahrräder, (Leih)Fahrräder oder –roller etc. ermöglichen. Betriebliches Mobilitätsmanagement fördern! Die ansässigen Unternehmen sollen animiert und dabei unterstützt werden, Maßnahmen zum betrieblichen Mobilitätsmanagement zu ergreifen, um den von ihnen verursachten Verkehr zu lenken und möglichst zu verrin - gern (z.B. Infrastruktur, Diensträder, Zeitkar- ten etc.). Durchquerung für den Fuß und Radverkehr ermöglichen! Es müssen öffentliche Zugänge in das Quar- tier für den Fuß- und für den Radverkehr si - chergestellt werden. Dies gilt sowohl für die Straßen sowie vom Klüttenkorridor und dem nördlich verlaufenden Bahnweg. Parkplätze stapeln! Durch den Bau von (24 Stunden nutzbaren) Quartiers- bzw. Mitarbeiter*innengaragen soll die Gestaltung des öffentlichen Raums und die effiziente Flächenausnutzung im Areal verbessert werden. Straßenraum neu gestalten und verteilen! Die derzeit durch den (ruhenden und flie - ßenden) PKW- und LKW-Verkehr dominier- ten Straßenräume am Maarweg und an der Widdersdorfer Straße sind zugunsten ande - rer Raumnutzungen (Grün, Fuß- und Rad - verkehr, Aufenthalt, Einzelhandel und Gast - ronomie) gerechter aufzuteilen. In übergeordnetes Fuß- und Radwegenetz integrieren! Das Areal ist über den nördlich gelegenen Bahnweg und im Osten über die grüne We - geverbindung entlang der Klüttenbahn in das im Zielbild vorgesehene übergeordnete Fuß- und Radwegenetz einzubinden. Attraktive öffentliche Räume im Gewerbegebiet schaffen! Es sind anregende öffentliche Wege, Plätze und Freiflächen mit einer hohen Aufenthalts- qualität für Beschäftigte und Besucher*innen mit vielseitigen Interaktions- und Nutzungs- möglichkeiten zu schaffen. Querung der Klüttenbahn gewährleisten! Im Osten des Luisenviertels ist eine sichere Querung der Klüttenbahntrasse als Verbin - dungsglied des Bahnweges zwischen der S- Bahn-Haltestelle Müngersdorf und der Os - kar-Jäger-Straße zu schaffen. 92 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 93 Fokusräume 146 4.3 Fokusraum III: Grünfläche Beispiel: Gleispark Der Fokusraum umfasst die Bahnbrache im Bereich Gleisdreieck (148-150) , westlich des Maarweg und nördlich der Stolberger Straße und reicht bis zu dem Bauwagenplatz „Os - terinsel“ (153,154) nördlich der Alsdorfer Straße. Es bietet sich die Chance, die Brachfläche als zentrale öffentliche Grünfläche mit Auf - enthalts- und Spielfunktion auszubauen und durch attraktive grüne Wegeverbindungen für den Fuß- und Radverkehr entlang der (ehemaligen) Schienentrassen (151) mit den angrenzenden Quartieren zu vernetzen. 95 Fokusräume94 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 147 148 149 150 151 152 153 Entwicklung eines zukunftsfähigen, vielseitigen und lebenswerten Quartiers für alle! Ziel 1 Gewerbestandort sichern und entwickeln! Der vorhandene Gewerbestandort soll gesi - chert und gestärkt werden. Der Fokus sollte dabei entsprechend dem Zielbild langfristig insbesondere auf nicht störendes Gewerbe, auf Dienstleistungen und Handel sowie auf Unternehmen aus der Kreativwirtschaft ge - legt werden. Städtebauliche Aufwertung der Gewerbeflächen! Angesichts der derzeit geringen baulichen Höhen, der ebenerdigen und flächigen Stellplatzanlagen sowie der teilweise min - der- oder ungenutzten Flächen nördlich des Gleisdreiecks sollte das Ziel verfolgt werden, langfristig durch die Stapelung von Gewerbe, Handel und Dienstleistungen die vorhande - nen Flächen effizienter zu nutzen und städ - tebaulich zu qualifizieren. Angebote für nicht kommerzielle Zwischennutzungen erproben! Es sind im Rahmen der Entwicklung auch nicht-kommerzielle Freiräume oder Bau - strukturen bereitzustellen, in denen (tem - porär) kreative Konzepte erprobt und gelebt werden können. Adressen zur Grünverbindung bilden! Durch eine Erhöhung der stadträumlichen Qualität an den Rändern der Grünfläche soll zur Bildung einer Adresse des Standortes entlang der Grünverbindung zwischen Gleis- dreieck und Low Line beigetragen werden. Handlungsempfehlungen 96 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 97 Fokusräume 154 Erhöhung des Grünvolumens und Anpassung des Quartiers an die Folgen des Klimawandels! Ziel 2 Bestandsgrün erhalten und optimieren! Im Rahmen der Grün- und Freiflächenpla - nung sollte eine weitestgehende Sicherung des erhaltenswerten Baumbestandes und der klimarelevanten Grünflächen im Bereich des Gleisdreicks und der Osterinsel ange - strebt werden. Der Erhalt alter Gehölze hat dabei Priorität gegenüber der Neupflanzung von Jungbäumen. Erweiterung der Grünflächen („Gleispark“)! Zur Deckung der aktuell erheblichen Grün - defizite in der Weststadt soll im Bereich des Gleisdreiecks an zentraler Stelle (im Wege - netz der Grünverbindungen zwischen Eh - renfeld bzw. Bickendorf und Braunsfeld) eine öffentliche Grünfläche entwickelt werden, die als attraktiver Aufenthaltsort für die im Gebiet lebende und arbeitende Bevölkerung dient. Hierfür wird z.T. ein Grundstückser - werb durch die öffentliche Hand notwendig. Grünverbindung sicherstellen (Bahnweg/Klüttenkorridor)! Die im Zielbild projektierte Grünverbindung vom Gleisdreieck in Richtung Osterinsel und im weiteren Verlauf zum Grünen Weg sowie auch die Verbindung in Richtung des Technologieparks müssen gesichert werden. Hierzu sind zum Teil Grundstückserwerbe bzw. die Sicherung von Wegerechten erfor - derlich. Zudem sollte im Sinne des Zielbildes der Weststadt die Grünverbindung entlang der Klüttenbahn sichergestellt werden. Die Funktion der Fuß- und Radwegeverbindung muss dabei im Vordergrund stehen. Dezentrales Grünangebot im Gewerbegebiet erhöhen! Zur Grünversorgung der im Gebiet arbeiten- den Bevölkerung und zur Reduzierung der bestehenden Gründefizite sind in Ergänzung zu dem Gleispark kleinere lokale Frei- und Erholungsflächen (Pocket parks, Dachgärten etc.) zu schaffen. Maßnahmen zur Klimaanpassung im Freiraum und an Gebäuden umsetzen! Im Freiraum sowie auf den angrenzenden Gewerbeflächen sind Konzepte zu entwi - ckeln, um den Klimaschutz zu unterstützen (Klimaneutralität) und die negativen Aus - wirkungen des Klimawandels (Hitze, Starkre- gen, Trockenheit etc.) zu vermindern. Hierzu sind zunächst Maßnahmen erforderlich, die auf eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes ausgerichtet sind (Einsatz von erneuerbaren Energien, z.B. Photovoltaikanlagen). Dane - ben bedarf es Maßnahmen, die sowohl einer thermischen Aufheizung entgegenwirken (z.B. helle Oberflächen, Entsiegelung, Fassa- denbegrünung, intensive Dachbegrünung, Verschattung, Verdunstung) als auch auf die Versickerung, Ableitung und Rückhal - tung von Regenwasser abzielen (z.B. Notab- flusswege, Mulden, Retentionsflächen oder -gründächer). Grünflächen vielfach nutzen! Die bestehenden und die neu zu schaffenden Grün- und Freiräume sollen möglichst für eine multifunktionale Nutzung (z.B. Sport- und Spielflächen; urbanes Gärtnern; Erhö - hung der Biodiversität) ertüchtigt werden. Handlungsempfehlungen 98 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 99 Fokusräume 155 Schaffung der Voraussetzungen für eine klimaschonende Mobilitätswende in der Weststadt! Ziel 3 In übergeordnetes Fuß- und Radwegenetz integrieren! Die Grünflächen rund um das Gleisdreieck und weiter entlang der Low Line sind in das im Zielbild vorgesehene übergeordnete Fuß- und Radwegenetz einzubinden. Hierfür sind entsprechende Wegerechte zu sichern. Sichere Überquerung der Straßen ermöglichen! Im Bereich des Maarweges ist eine attrakti - ve und sichere Querung des Grünzuges in Richtung der der Low Line für den Fuß- und Radverkehr zu schaffen. Gleiches gilt für die Anbindung in Richtung des Clarenbachplat- zes im Süden. Zugänge ermöglichen! Von den angrenzenden Gewerbegebieten und Straßen müssen öffentliche und gut sichtbare Zugänge zu den Grünflächen ge - schaffen werden. Attraktive öffentliche Räume im Gewerbegebiet schaffen! Im Bereich der Gewerbeflächen sind anre - gende öffentliche Wege, Plätze und Freiflä - chen mit einer hohen Aufenthaltsqualität für Beschäftigte und Besucher*innen mit viel - seitigen Interaktions- und Nutzungsmög - lichkeiten zu schaffen. Querung der Klüttenbahn gewährleisten! Im Bereich der Klüttenbahntrasse ist eine sichere Querung als Verbindungsglied der übergeordneten Fuß- und Radwege zu schaffen. Erreichbarkeit mit dem ÖPNV verbessern! Die Erreichbarkeit des Gebietes mit dem ÖPNV soll verbessert werden. Hierzu zählt die Optimierung der vorhandenen ÖPNV- Angebote entlang des Maarwegs, der Wid - dersdorfer und der Stolberger Straße (insb. Takterhöhung Bus). Handlungsempfehlungen 100 Ein Zielbild für die Kölner Weststadt 101 Fokusräume 156
  • Anlage 5_Stellungnahme Verwaltung_zu den geänderten Beschlüssen BV 3 und.._

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    Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/15/151-2 Vorlagen-Nummer 2688/2021 Stellungnahme der Verwaltung öffentlicher Teil Gremium Datum Stellungnahme zu den geänderten Beschlüssen der Bezirksvertretung Ehrenfeld vom 06.09.2021 und der Bezirksvertretung Lindenthal vom 13.09.2021 zur Vorlage 2688/2021 „Be- schluss des Zielbilds für die Kölner Weststadt“ Dem Vorschlag kann geändert zugestimmt werden: Die Umsetzung der weiteren Themenkarten soll im Zuge der Fortschreibung der Rahmenplanung Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld erfolgen. Die von den Bezirksvertretungen Ehrenfeld und Lindenthal gleichlautend gefassten geänderten Be- schlüsse sind inhaltlich nachvollziehbar und grundsätzlich durch die Verwaltung umsetzbar. Zur Erfül- lung des Auftrages unter Punkt 2 - Ergänzung des Zielbildes um eine weitere Themenkarte „Kli- maneutralität 2035“ sowie Ergänzung um eine Themenkarte 3 „Bewegungsraum“ mit der Zielsetzung einer umweltgerechten Mobilität - ist eine Auftrags- bzw. Prozesserweiterung erforderlich. Diese soll im Rahmen der geplanten Fortschreibung des Rahmenplanes erfolgen und wird entsprechend in die Leistungsbeschreibung für diese Planungsleistung aufgenommen, deren Vergabe in Vorbereitung ist. Der bisher erarbeitete Stand des Zielbildes dient als Grundlage für den Städtebaulichen Wettbewerb Max Becker-Areal, sodass der Wettbewerb - wie beabsichtigt - ab dem 4. Quartal eingeleitet werden kann. Die beiden Prozesse (Fortschreibung des Rahmenplanes und Städtebaulicher Wettbewerb) können parallel laufen und währenddessen miteinander abgestimmt werden. Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 07.10.2021 Stadtentwicklungsausschuss 28.10.2021
  • Anlage 4 - Auszug Beschlussprotokol BV 4

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    Geschäftsführung Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) Herr Schmitz (02-4) Telefon: (0221) 221-94313 Fax : (0221) 221-94342 E-Mail: Andreas.Schmitz2@stadt -koeln.de Datum: 07.09.2021 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der 8. Sitzung der Bezirksvertretung Ehrenfeld vom 06.09.2021 öffentlich 10.3 Beschluss des Zielbilds für die Kölner Weststadt 2688/2021 Beschluss: Die Bezirksvertretung Ehrenfeld empfiehlt dem Stadtentwicklungsausschuss, folgen- den geänderten Beschluss zu fassen: Der Stadtentwicklungsausschuss 1. nimmt das Zielbild für die sogenannte Kölner Weststadt zur Kenntnis. 2. beschließt das Zielbild als Grundlage für weitere Entwicklungen innerhalb des Betrachtungsraums mit folgenden Ergänzungen: a. Die Verwaltung wird aufgefordert, dass Zielbild für den Betrachtungs- raum um eine weitere Themenkarte „Klimaneutralität 2035“ zu erwei- tern, dieses mit Inhalt zu füllen, besonders für die Aspekte Hitze, Was- ser, Energie und Stadttraum, und in die anderen Zieldimensionen zu in- tegrieren. b. fordert die Verwaltung auf die Themenkarte 3 „Bewegungsraum“ mit der Zielsetzung einer umweltgerechten Mobilität, besonders für den Liefer- und Schwerlastverkehr, zu ergänzen, die in eine stadtweite Netzpla- nung integriert ist. 3. beauftragt die Verwaltung das in 2 festgelegte Zielbild bei den nächsten Ver- fahrensschritten, dem städtebaulichen Wettbewerb Max-Becker-Areal und der Fortschreibung des Rahmenplanung Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld als Grundlage zu integrieren und dabei folgende Punkte vertieft zu betrachten: a. klimaneutrales Quartier, besonders für die Aspekte Hitze, Wasser, Energie, Stadttraum und Bauen b. Eine Infrastruktur für umweltgerechte Mobilität zu schaffen, die den Fußverkehr, den Radverkehr, den ÖPNV sowie den Logistikverkehr entsprechend dem aktuellen Stand der Verkehrswissenschaft vorrangig berücksichtigt. c. Konzepte für den Umgang des Parkens für alle Mobilitätsträger sind dazustellen. Als Vorbild kann der Wettbewerb zum Stadtviertel „Kreuz- feld“ dienen. d. Die Vielfalt, die hinter dem Begriff „Gewerbe“ steht, soll im Wettbewerb ihren Platz finden e. Die Jury für den Wettbewerb soll die Punkte 3.1. – 3.3. in ihrer Teil- nehmerschaft abbilden. Das bedeutet, dass Klimaexpertise, Mobilitäts- expertise, Gewerbeexpertise durch unabhängige Expert*innen vertre- ten sind. In die Jury sind auch Mitglieder des Rahmenplanungsbeirats, der Bezirksvertretung und des Rats zu berufen. 4. die „Charta für das Max-Becker-Arial“ des Rahmenplanungsbeirats wird von der Bezirksvertretung mitbeschlossen und dient als Ergänzung zum Zielbild und als Bestandteil für den städtebaulichen Wettbewerb für das Max-Becker- Areal Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt.
  • Anlage 6_Auszug Beschlussprotokoll_Klima_Umwelt_Grün

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    Anlage 6 Geschäftsführung Ausschuss Klima, Umwelt und Grün Frau Bültge-Oswald Telefon: (0221) 221-23702 E-Mail: barbara.bueltge-oswald@stadt -koeln.de Datum: 26.10.2021 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung des Ausschu sses Klima, Umwelt und Grün vom 07.10.2021 öffentlich 5.1 Beschluss des Zielbilds für die Kölner Weststadt 2688/2021 Geänderter Beschluss: (in der Fassung des Beschlusses der BV Ehrenfeld) Der Ausschuss Klima, Umw elt und Grün empfiehlt dem Stadtentw icklungsausschuss, folgenden geänderten Beschluss zu fassen: Der Stadtentwicklungsausschuss 1. nimmt das Zielbild für die sogenannte Kölner Weststadt zur Kenntnis. 2. beschließt das Zielbild als Grundlage für weitere Entwicklungen innerhalb des Betrachtungsraums mit folgenden Ergänzungen: a. Die Verwaltung wird aufgefordert, dass Zielbild für den Betrach- tungsraum um eine weitere Themenkarte „Klimaneutralität 2035“ zu erweitern, dieses mit Inhalt zu füllen, besonders für die Aspekte Hitze, Wasser, Energie und Stadttraum, und in die anderen Zieldi- mensionen zu integrieren. b. fordert die Verwaltung auf die Themenkarte 3 „Bewegungsraum“ mit der Zielsetzung einer umweltgerechten Mobilität, besonders für den Liefer- und Schwerlastverkehr, zu ergänzen, die in eine stadtweite Netzplanung integriert ist. 3. beauftragt die Verwaltung, das in 2 festgelegte Zielbild bei den nächsten Ver- fahrensschritten, dem städtebaulichen Wettbewerb Max-Becker-Areal und der Fortschreibung des Rahmenplanung Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld als Grundlage zu integrieren und dabei folgende Punkte vertieft zu betrach- ten: a. klimaneutrales Quartier, besonders für die Aspekte Hitze, Wasser, Energie, Stadttraum und Bauen b. Eine Infrastruktur für umweltgerechte Mobilität zu schaffen, die den Fußverkehr, den Radverkehr, den ÖPNV sowie den Logistik- verkehr entsprechend dem aktuellen Stand der Verkehrswissen- schaft vorrangig berücksichtigt. c. Konzepte für den Umgang des Parkens für alle Mobilitätsträger sind dazustellen. Als Vorbild kann der Wettbewerb zum Stadtvier- tel „Kreuzfeld“ dienen. d. Die Vielfalt, die hinter dem Begriff „Gewerbe“ steht, soll im Wett- bewerb ihren Platz finden e. Die Jury für den Wettbewerb soll die Punkte 3.1. – 3.3. in ihrer Teilnehmerschaft abbilden. Das bedeutet, dass Klimaexpertise, Mobilitätsexpertise, Gewerbeexpertise durch unabhängige Ex- pert*innen vertreten sind. In die Jury sind auch Mitglieder des Rahmenplanungsbeirats, der Bezirksvertretung und des Rats zu berufen. 4. die „Charta für das Max-Becker-Arial“ des Rahmenplanungsbeirats wird von der Bezirksvertretung mitbeschlossen und dient als Ergänzung zum Zielbild und als Bestandteil für den städtebaulichen Wettbewerb für das Max-Becker-Areal. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt
  • Anlage 3 - RPB_Auszug aus dem Beschlussprotokoll_TOP-6-1_Zielbild

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    Geschäftsführung Rahmenplanungsbeirat Braunsfeld / Müngersdorf / Ehrenfeld Frau Dr. Sinz Telefon: (0221) 26391 E-Mail: Alexandra.Sinz@STADT-KOELN.DE Datum: 03.09.2021 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der 4. Sitzung des Rahmenplanungsbeirates Braunsfeld / Müngersdorf / Ehrenfeld vom 31.08.2021 öffentlich 6.1 Vorlagen-Nr. 2688/2021 Beschluss des Zielbilds für die Kölner Weststadt 2688/2021 Beschluss Der Rahmenplanungsbeirat empfiehlt den Bezirksvertretungen Lindenthal und Eh- renfeld folgenden Beschluss zu fassen: „Der Stadtentwicklungsausschuss: 1. nimmt das Zielbild für die Kölner Weststadt zur Kenntnis; 2. beschließt das Zielbild als Grundlage für weitere Entwicklungen innerhalb des Betrachtungsraumes; 3. beauftragt die Verwaltung, das Zielbild bei den nächsten Verfahrensschrit- ten, dem städtebaulichen Wettbewerb Max Becker-Areal und der Fort- schreibung der Rahmenplanung Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld, als Grundlage zu beachten. 4. Der Stadtentwicklungsausschuss verzichtet auf erneute Wiedervorlage, falls die BV 3 uneingeschränkt zustimmt.“ Hinweise:  Der Rahmenplanungsbeirat weist auf den Beschluss aus der 3. Sitzung hin, dass die Charta des Rahmenplanungsbeirates zum Max Becker-Areal als An- lage zu den Auslobungsunterlagen dazu gegeben werden sollte.  Die Bewertung des Vorhabens als klimapositive Maßnahme durch die Verwal- tung ohne explizite Belege oder Begründung teilt der Beirat nicht und bittet da- rum, diesen Hinweis an den Ausschuss Klima, Umwelt und Grün weiterzuge- ben. Abstimmungsergebnis: - einstimmig beschlossen
  • Anlage 2 - Bericht UpLab

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    Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen 23. April bis 10. Mai 2021 T eilnehmende 3.038 Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Einleitung Seite 3 Demogra fie Seite 4 Teil Ei ns: Heute • Was machst Du hauptsächlich in dem Gebiet? Seite 5 • Wie bew egst Du Dich für gewöhnlich im Gebiet fort? Seite 6 • Wie wür dest Du den Charakter des Gebietes beschreiben? Seite 7 • Was gef ällt Dir an dem Gebiet? Gibt es besondere Qualitäten oder einen Lieblingsort? Seite 8 • Was ge fällt Dir nicht an dem Gebiet? Gibt es besondere Probleme oder gibt es einen Ort den Du meidest? Seite 11 Teil Zwei: Zukunft • Im Zielbildprozess soll identifiziert und abgestimmt werden, wie sich das Gebiet in Zukunft entwickeln soll. Welchen Thesen stimmst Du zu? Seite 13 • Welche wei teren Vorschläge oder Ideen hast Du für die zukünftige Entwicklung des Gebietes? Was wünschst Du Dir? Seite 14 Teil Drei: Max Becker Areal • Worin sollte Deiner Meinung nach der Schwerpunkt der Nutzungen in dem zukünftigen Quartier auf dem Max Becker-Areal liegen? Seite 16 • Welche Aspekte/Leitthemen fändest Du für das neue Quartier besonders spannend? Zusammenfassung Seite 17 Seite 18 2 Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen Einleitung Einleitung Karte 1: Betrachtungsraum Zielbildprozess D er Rat der Stadt Köln hat die Verwaltung mit Beschluss (AN/0220/2020) vom 6. Feb - ruar 2020 beauftragt, einen städte - baulichen Wettbewerb für das Areal Widdersdorfer Straße/Maarweg/ Oskar-Jäger-Straße (Arbeitstitel Max Becker-Areal) in Köln-Ehrenfeld durchzuführen, um die Entwicklung eines mischgenutzten Quartiers an - zustoßen. Anlass war unter anderem die Verlagerung des Rohstoffver- wertungsunternehmens Max Becker, das im Jahr 2022 seinen Firmensitz verlagern wird. Der Verfahrensab - lauf sieht einen Zielbildprozess, mit anschließendem städtebaulichen Wettbewerb und der Erstellung ei - nes Bebauungsplans vor. Mit einer Öffentlichkeitsbeteiligung am Ziel- bildprozess k nnen durch die Erfah - rungen der Menschen, die im Gebiet leben und arbeiten, wichtige Infor- mationen gewonnen werden. Zum anderen kann die Öffentlichkeit sich dazu äußern, was sie in ihrem Le - bens- und Arbeitsumfeld beschäftigt. Mögliche Konflikte oder Problem- stellungen aber auch Potentiale und Chancen können so in einer frühen Planungsphase ausgemacht werden. Dabei verschafft sich die Verwaltung zunächst einen Überblick über den gesamten Bereich (s.Karte 1), um an - schließend Anforderungen an einzel- ne Entwicklungsbereiche, wie etwa dem Max Be cker-Areal, aus dem Ge- samtraum ableiten zu können. Zen - trale Themen sind das Wohnen und Arbeiten der Zukunft, Mobilität und Umwelt. Historie Mit der Durc hführung des Zielbild - prozesses wurde im Januar 2021 mit externer Unterstützung durch das Büro MUST Städtebau GmbH begonnen. Die erste Befragung im Rahmen des Zielbildprozess fand auf Grund der Corona-Pandemie rein online statt. Sie wurde zusam - men mit dem Urban Participation Lab (UPLab) und dem Städtebaubü - ro MUST umgesetzt. Eine Teilnahme war vom 23. April bis 10. Mai 2021 möglich. Ziel war es, Hinweise, Ideen und Anregungen zum Plangebiet zu erfassen und mit in den Zielbildpro - zess einfließen zu lassen. Online-Umfrage - UPLab Mit der Durchführung der Online- Umfrage wurde das Urban Partici - pation Lab (UPLab) beauftragt, um innovative, digitale Formate und Pro- zesse der Bürger*innenbeteiligung einfließen zu lassen. Aufgrund der Corona-Pandemie müssen resilien - te und kontaktlose Formen der Be - teiligung für die Befragung genutzt werden. Eine Umfrage mit mehr als 3.000 Teilnehmenden lässt sich da - her in vielen Phasen der Pandemie nicht mit herkömmlichen Methoden darstellen. Das Urban Participation Lab hat sich auf diese Art der Be - fragung spezialisiert und nutzt für eine hohe und diverse Erreichbar - keit, eine digitale und belastbare Me- thode der Online-Partizipation. Die Grundlage für diese Herangehens - weise bieten Methoden und An - sätze der Wirtschaftswissenschaf - ten, welche in vielen Projekten des UPLabs bereits erfolgreich durchge- führt wurden. Diese Methode wird im Folgenden als Geo-Targeting bezeichnet. Methodik Ausspielung Mittels Geo-Targeting (dt.: “Geo - lokation“) können Nutzer*innen in klar definierten Gebieten gezielt angesprochen werden. Sie erhal - ten zu Online-Suchen, auf Sozialen Netzwerken oder Nachrichtensei - ten die Einladung zur Partizipation direkt auf ihren Computer oder ihr Smartphone. Der gesamte Aus- spielungsprozess wird durch das Urban Participation Lab beglei - tet und es werden laufend Opti - mierungen vorgenommen, um die Interaktion und Teilnahme von vielen, online zu erreichenden Nut - zer*innen zu gewährleisten. Damit werden nicht nur die engagierten, sondern auch weitere Nutzer*in - nen angesprochen. Bei der Aus - spielung via Geo-Targeting werden keine personenbezogenen Daten erhoben. Grundgesamtheit Da bei der durchgeführten Umfrage hauptsächlich die im Gebiet wohnen Bürger*innen erreicht wurden, spie - geln die Ergebnisse der Umfrage die vorherrschende “Lockdown“ – Si - tuation der Corona-Pandemie zum Zeitpunkt der Ausspielung wider. Insgesamt wurden bei den 3.038 vollständig ausgefüllten Fragebö - gen zu 63% angegeben, im Gebiet zu wohnen und lediglich bei 22% vor Ort zu arbeiten. Das Spannungs - feld zwischen Arbeiten und Wohnen konnte aufgrund der Gewichtung somit teilweise nur aus Perspektive der dort wohnenden Bürger*innen dargestellt werden. Methodik, Gestaltung und Auswertung Fragebogen Der Fragebogen wurde in Zusam - menarbeit mit der Stadt Köln und dem Stadtplanungsbüro MUST aus Köln gestaltet. Die Struktur orien - tiert sich an folgendem Muster: • Demografie • Teil 1 - Heute • Teil 2 - Zukunft • Teil 3 - Max Becker-Areal • Weitere Kommunikation Der vorliegende Ergebnisbericht orientiert sich ebenfalls an dieser Struktur. Bei der Fragebogenerstel - lung wurde außerdem darauf geach- tet, dass die Bürger*innen möglichst viel Freiraum haben, um ihre Ideen, Belange und Anmerkungen zum Ge - biet frei zu äußern. Um dies zu ge - währleisten, sind bei acht der zehn Fragen offene Antworten möglich. Zudem wurden drei gänzlich offene Fragen gestellt. Die Auswertung der Freifeld-Antworten erfolgte durch die Erstellung von Clustern. Somit wurde jede Antwort in Themenbe - reiche/-kategorien eingeteilt und quantifiziert. Die qualitativen Inhalte wurden auszugsweise dargestellt und im Gesamtbild berücksichtigt. 3 Demografie Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen Wo wohnst Du? 3.038 Antworten Müngersdorf 6% Braunsfeld 16% Ehrenfeld 52% Sonstiges 22% keine Angabe 4% Grafik 1: Ergebnisse Frage: Wo wohnst Du? — Gesamt Wie alt bist Du? 3.038 Antworten unter 18 Jahre 1% über 67 Jahre 1,5% keine Angabe 0,2% 18-25 Jahre 26-35 Jahre 26-49 Jahre 50-67 Jahre 15% 37% 32% 15% Diagramm 1: Ergebnisse Frage: Wie alt bist Du? — Gesamt Was ist Dein Geschlecht? 3.038 Antworten Demografie weiblich männlich 48% keine Angabe 3% divers 1% 48% Diagramm 2: Ergebnisse Frage: Was ist Dein Geschlecht? — Gesamt Möchtest Du gerne weiterhin an dem Prozess teilnehmen? Oder Informatio nen über das Vorhaben erhalten? - Ja, gerne. 44% 1.268 E-Mail Adressen I nsgesamt wurde die Umfrage an 49.467 Endgeräte ausgespielt. Davon haben ca. 5.500 Perso - nen aktiv auf die Anzeige reagiert. Die vollständige Rücklaufquote des Online Fragebogens belief sich auf insgesamt 3.038 Bögen. Es wur - den 75% der Teilnehmenden über die Geo-Targeting-Methode des UPLabs erreicht und ca. 25% über städtische Kommunikationswege (Website, Flyer, Beteiligunsportal, E- Mail etc.). Dabei wurden insbeson - dere 26-35 Jährige erreicht (37%), wobei die Altersgruppe der 18-25 Jähr igen einen Anteil von ca. 15% er - reicht. 32% der Teilnehmenden wa - ren zwischen 36 und 49 Jahre alt sowie weitere 15% zwischen 50 und 67 Jahre. Es wurden wenige Perso - nen über 67 oder unter 18 erreicht (jeweils unter 1,5%). Der Fragebogen wurde jeweils ex - akt von 48% Frauen und Männern ausgefüllt. 1% der Teilnehmenden ist divers und 2% bevorzugten es keine weiteren Angaben dazu zu machen. Die Verteilung nach Stadtteilen er - gibt sich aus den Angaben der Be - teiligten wie folgt: • Ehrenfeld - 52%. • Braunsfeld – 16% • Müngersdorf – 6% • Weitere 22% der Teilnehmenden sind Bürger*innen aus anderen Teilen Kölns und 4% sind ohne Angaben zum Wohnort. 4 T eil Eins: Heute Was machst Du hauptsächlich in dem Gebiet? Frage 1 3.038 Antworten Mehrfachauswahl möglich Freizeit 2.152 — 71% Gastronomie 2.098 — 69% Wohnort 1.914 — 63% Einkaufen 1.897 — 62% Clubs 1.554 — 51% Dienstleistungen 1.343 — 44% Arbeit 662 — 22% Schule/Ausbildung 78 — 3% Sonstiges 182 — 6% keine Angabe 31 — 1% Diagramm 3: Ergebnisse Frage 1 — Gesamt Top 5 Antworten nach Veedel Müngersdorf: 1. 2. 3. 4. Freizeit (55%) 5. Grafik 2: Frage 1 — Fünf meistgenannte nach Veedel 3. 4. 5. Clubs (59%) Braunsfeld: Wohnort (84%) Einkaufen (72%) Gastronomie (58%) Dienstleistungen (49%) 1. Wohnort (89%) 2. Einkaufen (72%) 3. Freizeit (62%) 4. Gastronomie (61%) 5. Dienstleistungen (46%) Ehrenfeld: 1. Wohnort (77%) 2. Freizeit (74%) Gastronomie (73%) Einkaufen (70%) Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen T eil Eins: Heute D ie meisten der Teilnehmenden (2.152, 71%) verbringen im Ge - biet ihre Freizeit. Etwa genau - so viele (2.098, 69%) nutzen das gas- tronomische Angebot und ebenfalls mehr als die Hälfte (1.554, 51%) be - suchen die Clubs im Kölner Westen. 63% (1.914) der Befragten wohnen im Gebiet. Ungefähr genauso viele Menschen gaben an, hier einkaufen zu gehen (1.897, 62%). Die Dienstleis- tungsbranche wird insgesamt von 44% (1.343) der Teilnehmenden ge - nutzt. Einen weiteren vergleichswei- se niedrigen Wert erzielte die Anzahl der dort arbeitenden Bürger*innen. Es haben insgesamt 22% (662) Men- schen angegeben, im Gebiet zu ar - beiten. Hinweis: Die Gewichtung von Anwohnenden und Arbeitenden spielt in den vorlie - genden Ergebnissen eine wichtige Rolle. Aufgrund der Corona-Pande - mie und der damit verbundenen Ar - beitssituation ist davon auszugehen, dass die dort arbeitende Bevölke - rung über Geo-Targeting nur schwer zu erreichen war. Während der Aus - spielung der Online-Umfrage (April/ Mai 2021) befand sich das Gebiet in einem Corona bedingten Lockdown. Dennoch haben 223 (7%) Personen, welche im Gebiet arbeiten und nicht wohnen, an der Umfrage teilgenom - men. 5 Wie bewegst Du dich für gewöhnlich im Gebiet fort? Frage 2 3.038 Antworten Mehrfachauswahl möglich zu Fuß Fahrrad Stadtbahn Privatauto S-Bahn Bus Car-Sharing E-Scooter/E-Roller Taxi, Uber ... Motorrad/Moped Sonstiges keine Angabe 2.521 — 83% 2.400 — 79% 1.353 — 45% 1.138 — 37% 603 — 20% 460 — 15% 332 — 11% 283 — 9% 246 — 8% 109 — 4% 43 — 1% 10 — 0,3% Diagramm 4: Ergebnisse Frage 2 — Gesamt Ehrenfeld: 1. zu Fuß (87%) Müngersdorf: 1. zu Fuß (78%) 2. Fahrrad (74%) 3. Privatauto (66%) 4. Stadtbahn (33%) 5. Bus (27%) Grafik 3: Frage 2 — Fünf meistgenannte nach Veedel 2. Fahrrad (84%) Stadtbahn (42%) Privatauto (32%) S-Bahn (20%) Braunsfeld: 1. zu Fuß (88%) 2. Fahrrad (77%) 3. Privatauto (51%) 4. Stadtbahn (45%) 5. S-Bahn (13%) 3. 4. 5. Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen T eil Eins: Heute Top 5 Antworten nach Veedel D er Großteil der Teilnehmenden gibt an, sich insbesondere zu Fuß (2.521, 83%) oder mit dem Rad (2.400, 79%) durch das Gebiet im Kölner Westen fortzubewegen. Im öffentlichen Nahverkehr wird vor allem die Stadtbahn (1.353, 45%) genutzt, hingegen die S-Bahn (603, 19,9%) oder der Bus (460, 15,1%) deutlich weniger frequentiert. 37% geben an das Privatauto im Gebiet zu nutzen (1.138, 37%). Ein deutlicher Unterschied zeigt sich in der Priori - sierung der Fortbewegungsmittel innerhalb der drei Teilgebiete. Die in Ehren feld lebende Bevölkerung be - wegt sich vorrangig mehr mit der Stadtbahn (42%) als mit dem Privat - auto fort (32%). In Müngersdorf und Braunsfeld hingegen wird der PKW jeweils den Öffentlichen Verkehrs- mitteln vorgezogen. Hinweis: Die unterschiedlichen Anforderun - gen an das Gebiet im Bereich der Mobilität können durch die Größe und Heterogenität des Gebietes be - gründet werden. Die verschiedenen infr astrukturellen Mobilitätsange - bote für die einzelnen Gebiete spie - geln sich in den Angaben der Teil - nehmenden wider. Auch in diesem Kontext ist die aktuelle Situation der Corona-Pandemie und die damit verbundenen Präferenzen zu be - rücksichtigen. 6 Wie würdest Du den Charakter des Gebietes beschreiben? Frage 3 3.038 Antworten Mehrfachauswahl möglich angenehm kreativ laut grau aufregend dreckig wild einladend grün langweilig sauber unkreativ unangenehm geordnet leise abschreckend sonstiges keine Angabe 1.820 — 60% 1.633 — 54% 1.177 — 39% 1.061 — 35% 998 — 33% 918 — 30% 791 — 26% 774 — 25% 569 — 19% 350 — 12% 313 — 10% 288 — 9% 242 — 8% 209 — 7% 185 — 6% 166 — 5% 384 — 11% 64 — 2% Diagramm 5: Ergebnisse Frage 3 — Gesamt Ehrenfeld: 1. kreativ (66%) Müngersdorf: 1. angenehm (64%) 2. grün (46%) 3. grau (27%) 4. laut (27%) 5. einladend (23%) Grafik 4: Frage 3 — Fünf meistgenannte nach Veedel 3. 4. 5. 2. angenehm (59%) laut (45%) aufregend (40%) dreckig (37%) Braunsfeld: 1. angenehm (70%) 2. grün (33%) 3. einladend (27%) 4. laut (27%) 5. sauber (27%) Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen T eil Eins: Heute Top 5 Antworten nach Veedel I n Frage 3 haben die Teilnehmen- den das Gebiet und seinen Cha - rakter anhand von unterschied- lichen Adjektiven beschrieben. Die abgefragten Gegensätze und die damit verbundenen Antworten ver - stärken eine Grundaussage der Teil - nehmenden – Der Kölner Westen lebt von Vielfalt und Kontrast. So haben die meisten der Teilnehmen - den (1.820, 60%) das Gebiet als an - genehm und weitere 54% (1.633) als kreativ beschrieben. “Das Gebiet ist für mich der Inbegriff der Kölner Subkulturen. Hier tref - fen sich Kreativschaffende, Musik - fans und in dem Zusammenhang ist es auch ein Ort der interkulturellen Begegnung. Diesem Umstand kann man meiner Meinung nach gar nicht genügend Bedeutung beimessen.” männlich, 36-49 Jahre, Wohnort unbekannt Im Kontrast zu den zuvor genann - ten A djektiven wird das Gebiet am dritt- und viert häufigsten als laut (1.177, 39%) sowie grau (1.061, 35%) empfunden. Die unterschiedlichen Wahrnehmungen lassen sich u.a. auf die Größe und unterschiedlichen Flächennutzungen zurückführen. “An manchen Ecken eher dreckig und laut (z.B. Oskar-Jäger-Str./Stol - berger Str.), andernorts sauber und angenehm.” männlich, 26-35 Jahre, aus Ehrenfeld “Je nach Lage sehr unterschiedlich.” weiblich , 36-49 Jahre, aus Ehrenfeld “Von Straße zu Straße sehr unter - schiedlich (Pauli-Viertel = einladend), Eupener Straße oder Maarweg = nicht schön (zu viel Autoverkehr, nicht für Menschen)” weiblich, 36-49 Jahre, aus Sülz Hinweis: Auffällig ist, dass es der Begriff krea - tiv nur bei den Ehrenfelder*innen un- ter die Top 5 Nennungen geschafft hat. Hingegen wurde sowohl in Mün - gersdorf als auch in Braunsfeld das Adjektiv grün am zweithäufigsten genannt, was wiederum in Ehren - feld weniger oft genannt wurde. Dies zeigt, dass das Gebiet abhängig von Wohnort und Zugang individuell wahrgenommen wird. 7 T eil Eins: Heute Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen Was gefällt Dir an dem Gebiet? Gibt es besondere Qualitäten oder einen Lieblingsort? Frage 4 1.614 Antworten Clubkultur Gastronomie Diversität Grünflächen (außerhalb des Gebietes) Kulturangebot Nutzungsmischung Grünflächen (innerhalb des Gebietes) Zentrale Lage, Gute Anbindung Raum für Kreativität Soziales Miteinander Nahversorgung Stadtbild Einzelhandel Sorge vor Verdrängung Gute Atmosphäre Pulsierendes öffentliches Leben Familie und Kinder Öffentliche (Frei-)Räume und Plätze Freizeitangebot Lebenswert/Qualität Alternativ Potenzial/ Raum für Entwicklung Subkultur Sport Bezahlbare Räume Identität, Heimatsgefühl Neubaugebiete Sonstiges 326 — 20 % 304 — 19 % 300 — 19 % 206 — 13 % 171 — 11 % 169 — 10 % 167 — 10 % 163 — 10 % 158 — 10 % 141 — 9 % 138 — 9 % 122 — 8 % 117 — 7 % 82 — 5 % 79 — 5 % 69 — 4 % 36— 2 % 34— 2 % 29— 2 % 27— 2 % 26 — 2 % 26 — 2 % 20 — 1 % 18 — 1 % 15 — 1 % 13 — 1 % 3 — 0,2 % Diagramm 6: Ergebnisse 56 — 3 % Frage 4 — Gesamt Top 5 Antworten nach Veedel Müngersdorf: 1. Grünflächen (außerhalb) (27%) 2. Grünflächen (innerhalb) (20%) 3. Zentrale Lage, Gute Anbindung (17%) 4. Gastronomie (11%) 5. Diversität (10%) Grafik 5: Frage 4 — Fünf meistgenannte nach Veedel Ehrenfeld: 1. Diversität (25%) 2. Gastronomie (23%) 3. Clubkultur (22%) 4. Grün und Freiräume (16%) 5. Kulturangebot (13%) Braunsfeld: 1. Grünflächen (außerhalb) (37%) 2. Zentrale Lage, Gute Anbindung (19%) 3. Nahversorgung (18%) 4. Gastronomie (13%) 5. Soziales Miteinander (7%) 8 Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen T eil Eins: Heute Frage 4 M ehr als die Hälfte der Teil - nehmenden (1.614, 53%) ha - ben angegeben, was ihnen am Gebiet im Kölner Westen ge - fällt. Dabei wurden 315 Lieblings - orte genannt, welche auf der Karte auf Seite 10 dargestellt sind. Für die Auswertung der Vielzahl von Frei - feldantworten auf Frage 4 wurden insgesamt 28 Themencluster er- stellt. Dabei kann sich eine Antwort in unterschiedlichen Clustern wie - derfinden. Ins besondere gefällt den Menschen die Clubkultur des Kölner Westens. Rund 20% (326) der Personen gaben an, dass sie hier gerne ausgehen. Allerdings haben 5% ihre Sorge oder Wut über die Verdrängung der Club- kultur oder kultureller Einrichtun - gen (s. hierzu auch Frage 5) betont. Viele der genannten Lieblingsor - te sind nicht mehr vorhanden. Des Weiteren beschreiben 11% in ihren Beiträgen, dass ihnen das Kulturan - gebot sehr gut gefällt. Ebenso schät- zen weitere 11% den (Frei)Raum für Kreativität, jedoch besteht auch hier zum Teil die Sorge vor Verdrän - gung. Auffällig bei den beiden zuletzt genannten Themen ist, dass diese von vielen der in Ehrenfeld leben - den Menschen geschätzt werden, hingegen gab es aus Müngersdorf dazu keine Nennungen und aus Braunsfeld jeweils zehn oder weni - ger. “Die ausgewiesene Fläche ist eine der letzten in der kompletten Stadt Köln, in der noch einige Reste der Club- und Kulturlandschaft vor - handen sind, die Köln erst bei jun - gen Leuten beliebt gemacht hat. Es gibt ein eklatantes Sterben kreativer Räume in Köln - hier sind mit dem Sonic Ballroom, der Kolbhalle u.A. noch einzigartige Möglichkeiten vor- handen.” männlich , 36-49 Jahre, aus Zollstock Ebenfalls ist das Stadtbild (122, 8%) für viele Menschen durch den krea - tiven Einfluss z.B. von Street Art Künstler*innen positiv geprägt. Nur wenige, 9 Personen, gaben in Frage 5 an, die Graffitis an den Wänden nicht zu mögen. Darüber hinaus gefällt ei- nigen Menschen die kontrastreiche Baustruktur von z.B. Wohngebäuden und alten Industriegebäuden. Den Teilnehmenden scheint das vielfältige Angebot an Restaurants, Cafés, Bars und Kneipen (insbeson - dere in Ehrenfeld) gut zu gefallen, denn insgesamt haben 304 (19%) das Thema Gastronomie in diesem Zusammenhang kommentiert. Da - runter fallen das vielfältige Ange - bot an Restaurants, Cafés, Bars und Kneipen. Das Thema Nahversorgung, hierunter fallen das Einkaufen von Lebensmitteln oder das Angebot von Büdchen, wurde von insgesamt 138 Personen (9%) kommentiert und scheint vor allem den Menschen aus Braunsfeld sehr gut zu gefallen. Der Einzelhandel wurde gesondert ge - clustert, da zu diesem Thema die kleinteilige Struktur von Geschäf - ten, im Gegensatz zu großen Ketten, genannt wurde (117 Nennungen, 8%). Mi t 300 Nennungen (19%) steht das Thema Diversität an dritter Stelle. Viele Menschen mögen die hetero - gene Nutzer*innenschaft (Menschen die das Gebiet nutzen), insbesonde - re unterschiedlicher Altersgruppen und ethnischer Herkunft. “Gerade Ehrenfeld ist ein Ort kultu - reller und sozialer Vielfalt und soll dies auch bleiben. Insbesondere eine Stadt wie Köln, die sich diese Vielfalt auf die Fahnen schreibt, darf nicht treibend daran interessiert sein, dies zu zerstören.” männlich , 36-49 Jahre, aus Müngersdorf Insbesondere die Menschen aus Eh- renfeld schätzen die Heterogenität, denn das Thema steht dort an ers - ter Stelle. Des Weiteren beschreiben 9% der Teilnehmenden ein positives soziales Miteinander im Kölner Wes- ten und weitere 5% finden, dass eine gute Atmosphäre herrscht. Das Thema Grün, Natur und Frei - flächen scheint den Teilnehmenden sehr wichtig. Hier wurden allerdings überwiegend Grünflächen außer- halb des Gebietes genannt (knapp 13%). Auffällig ist, dass die Menschen aus Braunsfeld (37%) und Müngers - dorf (27%) die Nähe zu den umlie - genden Grünflächen sehr schätzen, hier wurden vor allem der nahelie - gende Stadtwald sowie der Grün - gürtel genannt. Die im Gebiet lie - genden Grünflächen oder Grün im Allgemeinen wurden von insgesamt 10% als positiv beschrieben. Viele gehen hier u.a. gerne auf dem Me - laten-Friedhof spazieren oder be - suchen das Takufeld oder den Leo- Aman Park. Weitere Orte sind in der Karte 2 auf Seite 10 eingezeichnet. Öffentliche Räume (Plätze, Straßen- und Freiräume) wurden insgesamt vergleichsweise wenig genannt (34 Nennungen, 2%). Von etwa doppelt so vielen Teilnehmenden wurde ein pulsierendes öffentliches Leben in den frei zugänglichen Räumen als sehr positiv wahrgenommen. Die Teilnehmenden beschreiben das Gebiet z.B. als lebendig oder quir - lig. Darüber hinaus wurde die Nut - zungsmischung relativ oft in den Antworten erwähnt. 169 Menschen (11%) schätzen das Nebeneinander von z.B. Leben, Wohnen, Arbeiten, kulturellem Angebot etc. “Mir gefällt insbesondere die Mi - schung aus Wohnen, Arbeiten, Le - ben. Eben das was unter anderem ein modernes Ehrenfeld ausmacht. Man wohnt urban und hat kurze Wege zu seiner Arbeit oder Ausgehmöglich - keiten (Restaurants, Bars, etc.). Die kurzen Wege innerhalb des Gebietes und den bereits gefestigten “Orten“ wie der Venloer Straße sind einfach super und müssen weiter gefördert werden. Wohnen + Arbeiten + Leben!” männlich, 36-49 Jahre, aus Ehrenfeld Hinweis: Weitere Nutzungen, wie Sport- und Freizeitangebote wurden im Ver - gleich mit 2% wenig benannt. Auf- fällig ist, dass das Thema Arbeiten nicht genannt wurde. Auch in die - sem Kontext sind die aktuelle Situ - ation der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Präferenzen zu berücksichtigen. 9 Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen Frage 4 Lieblingsorte T eil Eins: Heut 10 e Karte 2: Lieblingsorte 1. Belvedere-Brücke 2 . Triotop 3. Move Artistic Dome 4. Schrotty 5. Niehler Freiheit 6. Wilhelm-Mauser-Str 7. Vitalisstr 8. Jack in the Box 9. Grabeskirche 10. Helmholtzplatz 11. Alpener Platz 12. Kolbhallen 13. Venloer Str. 14. Zoo Bar 15. Em Drügge Pitter 16. The Good Food 17. Bürger Zentrum 18. Leo-Amann-Park 19. Herbrand‘s 20. Cinenova 21. Kulturraum 405 22. Helios 37 23. Heliosstr. 24. Kebapland 25. (Underground) 26. Heinz Gaul 27. Barinton 28. Jungle 29. Live Music Hall 30. Dommizil 31. Sonic Ballroom 32. Vulkanhaus 33. (Papierfabrik) 34. Kletterfabrik 35. Kölner Weinkeller 36. Pauliplatz Was gefällt Dir nicht an dem Gebiet? Gibt es besondere Probleme oder gibt es einen Ort den Du meidest? Frage 5 1.612 Antworten Angst/Wut wegen Gentrifizierung Schlechte Fahrradinfrastruktur Zu wenig Grün Eintönige Neubaugebiete Dreck/Müll Zu viel Platz für Autos keine bezahlbaren Angebote Zu viel Verkehr Zu viel Gewerbe und Industrie Zu viel Grau & Versiegelung Schlechte Vernetzung innerhalb des Gebietes Zu wenig Nahversorgung/Gastroangebot Negative Veränderungen sind spürbar Angst-/Gewalträume Gebiet ist charakterlos Zu viele Baustellen Zu wenig Parkplätze Schlechte Aufenthaltsqualität Zu viel Lärm Sanierungsbedürftige Straßen und Gebäude Zu viel Entwicklung durch Großinvestoren 309 — 19% 245 — 15% 232 — 14% 187 — 12% 177 — 11% 136 — 8% 132 — 8% 115 — 7% 98 — 6% 93 — 6% 84 — 5% 72 — 4% 68 — 4% 55 — 3% 54 — 3% 53 — 3% 50 — 3% 49 — 3% 45 — 3% 43 — 3% 40 — 2% Das soziale Miteinander 33 — 2% 32 — 2% Keine Freiräume Zu wenig Angebot für Kinder 25 — 2% Zu viele Discounter und Billigläden 13 — 1% Keine Barrierefreiheit 10 — 1% keine Erholungsflächen 10 — 1% Diagramm 7: Ergebnissonstiges 54 — 3% Frage 5 — Gesamt se Top 5 Antworten nach Veedel Ehrenfeld: 1. Gentrifizierung (24%) 2. Schlechte Fahrradinfrastruktur (17%) 3. Zu wenig Grün (15%) 4. Eintönige Neubaugebiete (14%) 5. Zu viel Dreck/Müll (13%) Braunsfeld: 1. Zu viel Gewerbe/Industrie (12%) 2. Keine bezahlbaren Angebote (12%) 3. Schlechte Fahrradinfrastruktur (12%) 4. Zu wenig Grün (12%) 5. Zu viel Verkehr (10%) 5. Schlechte Fahrradinfra - struktur (10%) Grafik 6: Frage 5 — Fünf meistgenannte nach Veedel Müngersdorf: 1. Zu viel Dreck/Müll (15%) 2. Zu wenig Nahversorgung/ Gastro (14%) 3. Zu viel Verkehr (11%) 4. Schlechte Vernetzung in- nerhalb des Gebietes (11%) Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen T eil Eins: Heute 11 Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen T eil Eins: Heute Frage 5 I nsgesamt haben 53% (1.612) der Teilnehmenden angegeben, was ihnen nicht am Gebiet im Kölner Westen gefällt. Für die Auswertung der Vielzahl von Freifeldantworten wurden insgesamt 29 Themenclus - ter erstellt. Dabei kann sich eine Ant- wort in unterschiedlichen Clustern wiederfinden. Auff ällig ist, dass viele Menschen Angst vor Gentrifizierung haben oder wütend auf bereits stattgefun - dene Verdrängung sind (knapp 20%, 309 Nennungen). Wie auch die Ant - worten von Frage 4 darauf hinwei - sen, bezieht sich dies insbesondere auf die Verdrängung von Kultur und Kreativräumen im Gebiet. Viele nen - nen das “Clubsterben” oder führen die geschlossenen Kultureinrichtun - gen an. Im Bereich Mobilität haben insge - samt 245 Personen (15%) angege - ben, dass sie die Fahrradinfrastruk - tur nicht gut finden. Dies bezieht sich hauptsächlich auf den Ausbau der Fahrradwege. Viele wiesen zu - dem darauf hin, dass sie sich auf - grund von zu engen Straßen/ zu we- nig Platz für Fahrradfahrende oder kaputten Wegen im Straßenverkehr unsicher fühlen. “Als Fussgängerin oder Radfahrer fühlt man sich eher unwohl, weil die Widdersdorfer Str. und der Maar - weg/Äussere Kanalstr. durch die Ausrichtung auf KFZ-Verkehr sehr laut, stark befahren sind und Rad- und Fußwege sehr schmal sind.” weiblich, 50-67 Jahre, aus Braunsfeld Darüber hinaus wird der Verkehr von insgesamt 7% (117 Personen) als ne - gativ wahrgenommen. Hier wurden neben anderen mehrfach die Oskar- Jäger Str., Widdersdorfer Str., Ven - loer Str., Vogelsanger Str. genannt. Knapp 137 Teilnehmende (9%) haben kommentiert, dass es zu viel Platz für Autos im Gebiet gibt, auch im ru - henden Verkehr. “Es ist auf Straßen und in Grünan - lagen sehr schmutzig. Autoverkehr nimmt noch sehr viel Fläche in An - spruch, der für Begrünung oder Aus- sengastronomie genutzte werden könnte.” männlich, 50-67 Jahre, aus Ehrenfeld 3% (51 Personen) geben an, dass es zu wenige Parkplätze gibt oder die Park- situation für Anwohner*innen unzu - reichend ist. Dies wird insbesondere von den Menschen in Braunsfeld so wahrgenommen. Weitere 3% geben in ihren Kommentaren an, dass sie Straßen und Gebäude sanierungsbe- dürftig finden. Die mangelnde Barrie- refreiheit im Straßenraum wurde von 10 Personen erwähnt. Viele Teilnehmende empfinden, dass es zu wenig Grünflächen und Bäume gibt (14,4%, 232) und einigen fehlt die Möglichkeit zur Erholung und Ruhe. “Ich finde es insgesamt zu wenig grün in dem Gebiet. Große Parkanla - gen fehlen.” weiblich, 26-35 Jahre, aus Klettenberg “Es fehlt an Grün, Grünflächen, Parks, Wiesen. Alles wird zugebaut!” männlich, 50-67 Jahre, aus Ehrenfeld Insgesamt werden die Neubauge - biete größtenteils negativ (187, 12%) wahrgenommen. Sie werden z.B. als “eintönig” oder “seelenlos” beschrie - ben und oft ebenfalls im Zusam - menhang mit der Verdrängung von Kultur-, Kreativ- und Clubräumen genannt. 93 Personen (6%) haben zusätzlich in ihren Kommentaren geschrieben, dass sie das Gebiet insgesamt als zu grau und zu versiegelt wahrnehmen. 177 (11%) Menschen gaben an, dass sie den Betrachtungsraum zu dre - ckig finden oder zu viel Müll herum - liegt. Etwa 3% (49) denken, dass das Gebiet, insbesondere Plätze oder sonstige öffentliche Räume eine schlechte Aufenthaltsqualität auf - weist. Hier wurde z.B. angegeben, dass es zu wenig Sitzmöglichkeiten und Raum für Begegnung gibt oder sie die Räume als zu voll wahrneh - men. Etwa 8% (134) kritisieren, dass es zu wenig bezahlbare Angebote gibt. Dies bezieht sich sowohl aufs Woh - nen, als auch auf Kleingewerbe und unkommerzielle Nutzungen. 40 Teil - nehmende (3%) schrieben, dass sie die Entwicklung durch private In - vestoren ablehnen und alternative Konzepte fordern. Darüber hinaus gaben 3% (53) an, dass sie die vielen Baustellen als störend empfinden. Knapp 100 (6%) Teilnehmende kom- mentieren , dass es zu viel großflächi- ges Gewerbe und Platz für Industrie gibt. Einige stellen fest, dass Gewer - be zu zentral in ihrem Gebiet liegt und schlagen eine Auslagerung vor. Etwa 5% empfinden dies u.a. auch als Grund für eine schlechte Vernetzung innerhalb des Gebiets. Des Weiteren wird öfters angeführt, dass es kein Konzept oder eindeutige Zentren gibt. Etwa 3% der Menschen finden das Gebiet charakterlos. Adjektive wie z.B. “langweilig” oder “trist” wur - den in diesem Zusammenhang ge - nannt. Etwa 5% denken, dass es zu wenig Nahversorgungs- oder Gast - ronomieangebote gibt. Dies scheint insbesondere den Menschen aus Müngersdorf nicht zu gefallen. Dar - über hinaus gaben von 55 Personen (3%) geben etwa 60% Frauen und 40% Männer an, dass sie, insbeson - dere als Fußgänger*in bei Dunkelheit, in den unbelebten industriellen Teilen des Gebiets, Angst haben. “Als Frau will ich im Dunkeln die Stre- cken ohne Wohnhäuser vermeiden, besonders Oskar-Jäger-Straße von Widdersdorfer bis Vogelsanger Stra- ße, Vogelsanger Straße, Maarweg ab Widdersdorfer bis Vogelsanger Stra- ße.” weiblich, 36-49 Jahre, aus Bocklemünd Etwa 2% (33 Personen) empfinden das soziale Miteinander, also der Umgang mit anderen Menschen im öffentlichen Raum als negativ oder unangenehm, “z.B. unfreundliche Radfahrende“. Dies ist relativ we - nig, im Vergleich zu Frage 4, bei der 144 Antwortende den Menschen ein positives und soziales Miteinander attestieren. Nur etwa 3% (45) Teil - nehmende schreiben, dass sie sich durch Lärm, entweder von anderen Menschen oder dem Straßenverkehr gestört fühlen. Knapp 2%, 32 Perso - nen finden, dass es nicht genügend Angebote für Kinder und Familien gibt. 12 Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen T eil Zwei: Zukunft T eil Zwei: Zukunft Im Zielbildprozess soll identifiziert und abgestimmt werden, wie sich das Gebiet in Zukunft entwickeln soll. Welchen Thesen stimmst Du zu? Frage 6 3.038 Antworten Mehrfachauswahl möglich 74% — 2.241 Die unterschiedlichen Nutzungen im Gebiet müssen künftig viel mehr durchmischt werden. Arbeiten, Wohnen, Leben, Erholen, Feiern... Tür an Tür - das gehört zu der Identität des Gebie- tes und zu einem lebendigen Veedel! 64% — 1.952 Es muss in einer Stadt unkommerzielle Frei- räume geben,in denen alternative und kreative Konzepte erprobt undgelebt werden können. Das Gebiet bietet hierfür viele Möglichkeiten! 60% — 1.833 Im Gebiet mangelt es an Grünräumen und Er- holungsflächen. Der Klimawandel zwingt uns dazu, weitere Bautätigkeiten zu minimieren und ausreichend Grünflächen für die im Gebiet wohnende und arbeitende Bevölkerung bereit- zustellen. 42% — 1.277 Die zentrale Herausforderun im Gebiet besteht darin, möglichst viele Standorte für den (be- zahlbaren und generationsübergreifenden) Wohnungsbau zu schaffen, um die zu erwarten- de Nachfrage befriedigen zu können! 11% — 319 Die Gewerbe- und Industrieflächen werden in Köln immer knapper! Köln braucht Flächen, auf denen gearbeitet und produziert werden kann. Die Gewerbeflächen im Gebiet müssen erhal- ten und gesichert werden! 13 Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen Welche weiteren Vorschläge oder Ideen hast Du für die zukünftige Entwicklung des Gebietes? Was wünschst Du Dir? Frage 7 1.612 Antworten Grafik 7: Frage 7 — Genann - te Überkategorien Kultur/Kreatives 33% Clubkultur: 177 — 14% Kultur: 176 — 14% Raum für Kreativität: 160 — 13% Grün 28% Grünräume: 252 — 20% Bäume: Bepflanzung: 36 — 3% Naherholung: 24 — 2% Spielflächen: 24 — 2% Urban Gardening: 11 — 1% Hundeauslauf: 7 — 1% Mobilität 26% Fahrradfreundlich: 146 — 12% Autofrei/weniger: 122 — 10% Verkehrsführung: 58 — 5% ÖPNV: 53 — 4% Fußgängerfreundlich: 40 — 3% Vernetzung: 17 — 1% mehr Parkplätze: 15 — 1% nachhaltige Mobilität: 13 — 1% Barrierefreiheit: 8 — 0,5% kurze Wege: 4 — 0,3% Autofahrer schützen: 3 — 0,2% I Wohnen 26% Wohnformen: 292 — 23% bezahlbares Wohnen: 191 — 15% Tiny Häuser: 14 — 1% Weitere Nutzungen 15% Nutzungsmischung: 119 — 9% Umnutzung: 38 — 3% weniger Büroflächen: 28 — 2% Einzelhandel: 25 — 2% Gewerbe: 7 — 1% Gastro/Freizeit 14% Gastronomie: 128 — 10% Freizeitangebote und Sportangebote: 59 — 5% Öffentliche Räume 13% Frei-/ Begegnungsraum: 142 — 11% unkommerzielle Nutzung: 25 — 2% temporäre Nutzungen: 12 — 1% Soziales 13% T eil Zwei: Zukunft Kinder und Jugend: 50 — 4% Diversität, Raum für alle: 45 — 4% Schule/Kita: 36 — 3% Beteiligung: 29 — 2% Soziales, Vereine: 28 — 2% Nachbarschaftlicher Zusammenhalt: 15 — 1% Identität und Charakter 12% Erhalt vorhandenes: 110 — 9% Identität/Charakter: 75 – 6% Bauen 4% nachhaltiges Bauen: 40 — 3% höher/kompakter Bauen: 9 — 1% nachhaltige Energie: 3 — 0,5% nsgesamt haben 1.270 Perso - nen ihre Vorschläge und Ideen zum Betrachtungsraum in Mün - gersdorf, Braunsfeld und Ehren - feld eingereicht. Die Kommentare wurden in zehn Hauptcluster und mehrere Unterkategorien aufgeteilt. Einzelne Kommentare können sich dabei in mehreren Themenclustern wiederfinden. Folgende Themen- cluster wurden kategorisiert: Kultur & Kreatives, Grün, Mobilität, weitere Nutzungen, Öffentliche Räume, So- ziales, Gastronomie & Freizeit, Iden - tität & Charakter und Bauen. Wie bereits im ersten Teil der Um - frageergebnisse festgestellt, ist ab - zuleiten, dass sich in dieser Frage ebenfalls die Themen Kultur und Kreatives widerspiegeln. Insgesamt haben 1/3 der Teilnehmenden den Wunsch sowohl den Erhalt, als auch die Schaffung von Kultur- und Krea - tivräumen geäußert. Hier beziehen sich die Menschen insbesondere auf die Clubkultur (177, 14%), Kultur - einrichtungen (176, 14%) und Raum für Kreativität (160, 13%). Insge - samt haben 28% der Teilnehmenden Ideen zum Thema Grün und Stadt - natur geäußert. Hier werden mehr Grünräume (Parks) (252, 20%), so - wohl in der Größe als auch Qualität, wie z.B. Biodiversität gewünscht. Im gleichen Zuge wurden Spielflächen für Kinder (24, 2%), Naherholungs - flächen (24, 2%), Urban Gardening (11, 1%) sowie Hundeauslaufflächen (7, 1%) genannt. Des Weiteren wün - schen sich 36 Personen (36, 3%) mehr Bäume oder Bepflanzung, auch an Fassaden und auf Dächern. Das Them a Mobilität ist für 1/4 der Teilnehmenden ebenfalls wichtig 14 Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen und spiegelt sich mit dem Bild des Istzustandes wider. Viele Teilneh - mende (146, 12%) wünschen sich eine bessere Fahrradinfrastruktur, welche mehr Sicherheit durch brei - tere Radwege und ein schlüssiges und sinnvolles Radwegenetz her - stellt. Hier wird ebenfalls eine höhere Fußgänger Freundlichkeit gefordert (40, 3%) und 4 Personen wünschen sich ein besseres Konzept für kur - ze Wege im Gebiet. Etwa 10% (122) wünschen sich autofreie Zonen und insgesamt weniger Gewichtung in der Planung von Autoinfrastruk- tur. Hingegen haben nur 3 Personen mehr Gewichtung für das Auto als Wunsch angegeben. Von etwa 1% der Teilnehmenden werden mehr und kostengünstige Parkplätze und von 58 Personen (5%) eine bessere Verkehrsführung für Autoverkehr vorgeschlagen. Hier wird u.a. ein re - duziertes Tempolimit oder die Ein - führung von Einbahnstraßen (z.B. Venloer Straße) gefordert. In weite - ren 53 Vorschlägen wird der Ausbau von ÖPNV kommentiert. Gewünscht wird sowohl der Ausbau des öffent - lichen Nahverkehrs als auch eine hö- here Taktung. Ebenf alls 1/4 der Teilnehmenden haben Vorschläge zum Themenbe - reich Wohnen eingereicht. Es wer - den vor allem innovative Wohnkon - zepte, generationsübergreifendes Wohnen oder Tiny Houses vorge - schlagen. Des Weiteren können sich Einige eine Wohnraumentwicklung durch genossenschaftlichen Woh - nungsbau, Baugruppen oder das Mietshäuser Syndikat (kooperative, nichtkommerzielle Beteiligungs - gesellschaft) vorstellen. Es fordern explizit 191 (15%) Menschen bezahl - bares Wohnen bzw. mehr geförder - ten Wohnraum. Diese Aussage wird auch zu großen Teilen schon von im Gebiet Wohnenden (121 Personen) getätigt, ansonsten hauptsächlich von Menschen, die dort ihre Frei - zeit verbringen (146 Personen), das gastronomische Angebot nutzen (135 Personen) oder dort Einkaufen gehen (129 Personen). Unter dem Punkt “weitere Nutzungen” werden weitere räumliche Nutzungen neben den bereits beschriebenen zusam - mengefasst. 119 Personen wün - schen sich eine Nutzungsmischung, in diesem Zusammenhang haben ei - nige von der “Ehrenfelder Mischung“ geschrieben. Hier werden neben anderen Nutzungen Wohnen, Frei - zeit, Kultur, Feiern und Erholung ge - nannt. Etwa 3% (38) der Teilnehmen- den plädieren für eine Umnutzung von großgewerblichen Flächen und Industriebauten für sowohl Wohn - raum oder Kulturangebot, als auch Räumlichkeiten für Künstler*innen. 28 Personen (2%) haben in ihren Kommentaren angegeben, dass sie eine Entwicklung von weiteren gro - ßen Büro oder Hotelflächen für nicht sinnvoll erachten. Etwa 13% der Teilnehmenden haben sich zum Thema Öffentliche Räume geäußert. Sie wünschen sich, dass mehr Frei- und Begegnungsräu - me (142, 11%) sowie Möglichkeitn zur Aneigung und unkommerziellen Nutzung (25, 2%) geschaffen wer - den. In diesem Zusammenhang wurden erneut der Erhalt bzw. die Schaffung von Kultur- und Kreativ Räumen erwähnt. Des weiteren wurde eine bessere Aufenthaltsqualität an öffentlichen Plätzen gewünscht so- wie die Möglichkeit von temporären Nutzungen, wie z.B. Märkte. Ebenfalls 13% der Teilnehmenden haben im Themenbereich Soziales Vorschläge für das Gebiet formu - liert. Rund 4 % (45) plädieren für eine diverse Nutzer*innneschaft für das Gebiet im Kölner Westen. Die Aus - sagen beziehen sich dabei u.a. auf Menschen unterschiedlicher Alters - klassen, ethnischer Herkunft oder unterschiedlicher Milieus und möch - ten nicht, dass die Entwicklung eine Segregation oder Verdrängung be - stimmter Menschen hervorruft, son - dern Räume für alle bilden. Etwa 50 Personen (4%) wünschen sich für das zukünftige Gebiet mehr Ange - bote für Kinder und Jugendliche so - wie mehr soziale Einrichtungen und die Unterstützung von Bürgerverei - nen. 3% der Teilnehmenden (36 Per - sonen) finden, dass das Schul- und Kita Angebot verbessert werden sollte. Für die zukünftige Entwick - lung des Betrachtungsraumes wün - schen sich 29 Personen (2%) mehr Bürgerbeteiligung bzw. die Möglich - keit der Enwticklung von unten (Bot- tom-up Projekte durch Bürger*innen oder Initiativen). Insgesamt haben 12% der Teilneh- menden über die Identität bzw. den Charakter des Gebietes in ihren Kommentaren bzgl. der zukünftigen Entwicklung des Kölner Westens geschrieben. Etwa 9% (119) plä - dieren für den Erhalt vorhandener Strukturen, sowohl in der Nutzer*in - nenschaft (Stichwort Kreativszene) durch bspw. Milieuschutz, jedoch auch den Erhalt des Stadtbildes und des vorhanden Charakters des Ge - bietes. Hier wurden u.a. der “Charme” von Industriebauten und Denkmä- lern sowohl von Gebäuden, als auch anderen interessanten Bauwerken genannt, u.a. der Gaskugelbehälter. In diesem Zusammenhang wurde z.B. eine Umnutzung für kulturelle Zwecke vorgeschlagen. Diese nut- zungsorientierten, geschichtlichen und architektonischen Merkmale gelten für viele als identitätsstiftend. Etwa 14% der Teilnehmenden haben ihre Ideen bzw. Wünsche im Bezug auf Gastronomie und Freizeit geäu - ßert. 128 (10%) Teilnehmende wün - schen sich mehr Cafés, Restaurants sowie Bars oder Biergärten. Etwa 5 % (59) wünschen sich mehr Freizeit- und Sportangebote. Etwa 4 % der Teilnehmenden haben sich zum Thema Bauen geäußert. Hierbei plädieren die Menschen ins - besondere für eine nachhaltige Bau - weise (3%, 40) durch nachhaltige Materialien, höher und kompakteres Bauen (1%) sowie den Einsatz von Erneuerbarer Energie (1%) . T eil Drei: Max Becker-Areal T eil Drei: Max Becker Areal D er Schrottplatz nördlich der Widdersdorfer Straße 194 und das westlich angrenzen - de Grundstück der RheinEnergie sollen entwickelt werden (siehe Kar- te). Durch die Verlagerung der der - zeitigen Nutzungen ergibt sich hier die Chance, ein neues Stadtquartier zu realisieren. Hierzu soll ein städte - baulicher Wettbewerb durchgeführt werden. In der Umfrage möchten wir gemei nsam mit den Bürger*innen ein erstes Stimmungsbild zu dem Max Becker-Areal erstellen, später im Prozess wird es weitere Beteili - gungsmöglichkeiten geben. Insge - samt haben 41% der Bürger*innen in Frage 8 angegeben, dass sie bereits vom Max Becker- Areal gehört ha - ben. Karte 3: — Max Becker Areal 15 Worin sollte Deiner Meinung nach der Schwerpunkt der Nutzungen in dem zukünftigen Quartier auf dem Max Becker-Areal liegen? Frage 9 1.270 Antworten Grünflächen Kulturelle Einrichtungen Wohnflächen 1.831 — 60% Raum für Kreativität und temporäre Nutzungen 1.804 — 59% Gastronomie 1.581 — 52% Sportangebote 1.114 — 37% Kleingewerbe 921 — 30% Bildungseinrichtungen 884 — 29% Einzelhandel/Nahversorgung 651 —21% Büros und Dienstleistungen 276 — 9% Gewerbe-, Logistig und Industrieflächen 141 — 5% Sonstiges 151 — 5% keine Angabe 55 — 2% 2.237 — 70% 2.125 — 70% Diagramm 8: Ergebnisse Frage 9 — Gesamt Ehrenfeld: 1. Grünflächen (74%) Müngersdorf: 1. Grünflächen (66%) 2. Wohnflächen (64%) 3. Kulturelle Einrichtungen (57%) 4. Gastronomie (54%) 5. Sportangebote (44%) Grafik 8: Frage 9 — Fünf meistgenannte nach Veedel 4. 5. 2. Kulturelle Einrichtungen (73%) 3. Raum für Kreativität und temporäre Nutzung (64%) Wohnflächen (59%) Gastronomie (52%) Braunsfeld: 1. Grünflächen (66%) 2. Wohnflächen (64%) 3. Kulturelle Einrichtungen (61%) 4. Gastronomie (57%) 5. Raum für Kreativität und tem- poräre Nutzung (45%) Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen T eil Drei: Max Becker Areal Top 5 Antworten nach Veedel D ie Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die zukünftige Nutzung des Areals vor allem die Entwicklung von Grünflächen (2.237, 70%) berücksichtigen soll. Sowohl die Kreuzauswertung nach Gebiet und die Gesamtergebnisse ergeben einen ersten Platz für das Thema Grünflächenentwicklung. In der Gesamtübersicht befindet sich auf dem zweiten Platz der Schwer- punkt der Nutzungen auf den Kul - turellen Einrichtungen (2.125, 70%). Der Vergleich der Antworten in Be - zug auf die verschiedenen Gebiete zeigt, dass die Menschen in Mün - gers dorf und Braunsfeld an zweiter Stelle eher die Wohnflächenent- wicklung priorisieren. Im Gesamt - bild belegt diese Entwicklung den dritten Platz mit 1.831 Antworten (60%). Das Spannungsfeld zwischen Wohnen und Gewerbe spiegelt sich auch hier wieder, somit haben 30% (921) der Teilnehmenden für einen Schwerpunkt im Bereich des Klein - gewerbes abgestimmt und nur 5% (141) für die Entwicklung von Ge - werbe-, Logistik- und Industrie- flächen. Die Antwortenden aus Eh- renfeld und Braunsfeld teilen sich zudem das Interesse an Raum für Kreativität und temporärer Nutzun - gen (1.804, 59%) unter den Top 5 Antworten. Müngersdorfer*innen hingegen unterstützen vor allem die Entwicklung der Sportangebote. Der Schwerpunkt der Nutzung im Be - reich der Gastronomie (1.581, 52%) wird ebenfalls in allen Gebieten in die Top 5 gewählt. Welche Aspekte und Leitthemen für das Gebiet spannend wären, wird in den Ergebnissen der kommenden Frage genauer erläu - tert. 16 Welche Aspekte/Leitthemen fändest Du für das neue Quartier besonders spannend? Frage 10 1.270 Antworten Kultur und Nachtleben Neue Wohnformen für Alle Stadtnatur und Artenvielfalt Erholung, Sport und Aktivität Nachhaltige, klimagerechte Bauweisen Autofreie Zonen Urbanes Gärtnern und Landwirtschaften Nachhaltige und klimaschonende Mobilitätsformen Temporäre Nutzung Kreativwirtschaft Erneuerbare Energien Arbeitsplätze der Zukunft Sonstiges keine Angabe 1.625 — 53% 1.398 — 46% 1.326 — 44% 1.130 — 37% 1.097 — 36% 1.070 — 35% 973 — 32% 918 — 30% 794 — 26% 609 — 20% 515 — 17% 465 — 15% 92 — 3% 67 — 2% Diagramm 9: Ergebnisse Frage 10 — Gesamt Müngersdorf: 1. Erholung, Sport und Aktivität (48%) 2. Neue Wohnformen für Alle (46%) 3. Stadtnatur und Artenvielfalt (42%) 4. Kultur und Nachtleben (42%) 5. Nachhaltige, klimagereche Bauweise (35%) Ehrenfeld: 1. Kultur und Nachtleben (57%) 2. Stadtnatur und Artenvielfalt (46%) 3. Neue Wohnformen für Alle (44%) 4. Autofreie Zonen (38%) 5. Erholung, Sport und Aktivität (37%) Braunsfeld: 1. Neue Wohnformen für Alle (49%) 2. Erholung, Sport und Aktivität (47%) 3. Stadtnatur und Artenvielfalt (45%) 4. Kultur und Nachtleben (44%) 5. Nachhaltige, klimagereche Bauweise (40%) Grafik 9: Frage 10 — Fünf meistgenannte nach Veedel Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen T eil Drei: Max Becker Areal Top 5 Antworten nach Veedel D er überwiegende Teil der Befragten (53%), findet ins - besondere Kultur und Nachtleben wichtig für die zukünf - tige Entwicklung des Quartiers. Das zweite Top Thema ist für 46% die Wohnraumentwicklung im Sin - ne von neuen Wohnformen für Alle. Als dritthäufigstes Leitthema wird die Stadtnatur und Artenvielfalt ge - nannt. Niedriger platziert sind u.a. die Kreativwirtschaft (20%), Erneuerba - re Energien (17%) sowie Arbeitsplät- ze der Zukunft (15%). Den Bürger*in- nen aus M üngersdorf und Braunsfeld sind die gleichen Themen wichtig, vor allem Erholung, Sport und Aktivi - tät, neue Wohnformen für Alle sowie Stadtnatur und Artenvielfalt. Darüber hinaus hat es in Braunsfeld auch das Kultur- und Nachtleben so- wie eine nachhaltige, klimagerechte Bauweise in die Top 5 Nennungen geschafft. Die Ehrenfelder*innen hin- gegen wünschen sich vornehmlich Kultur und Nachtleben (57%), gefolgt von St adtnatur und Artenvielfalt (46%) sowie neue Wohnformen für Alle (44%). Des Weiteren ist auffäl - lig, dass in Ehrenfeld das Leitthema Autofreie Zonen (35%) ebenfalls un - ter den Top 5 Aspekten für das neue Quartier benannt wird. 17 Zusammenfassung Ergebnisbericht Online Umfrage Kölner Westen Zusammenfassung Z usammenfassend lässt sich feststellen, dass die Teilneh - menden das Umfragegebiet als sehr kontrastreich und hetero - gen charakterisieren. Auf der einen Seite wird das Gebiet von vielen Teilnehmenden als angenehm und kreativ beschrieben, auf der ande - ren Seite als laut und grau. Das Stadtbild wird s owohl durch Nutzungsmischungen und damit verbundenen unterschiedlichen Stadtstrukturen der (historischen) Industrie und urbanem Wohnen, als auch durch die diverse Nutzer*in- nenschaft geprägt. Diese kontrast- reiche Wahrnehmung stellt sich al - lerdings im Gesamtstimmungsbild größtenteils positiv dar. Bei den Be - fragten stehen die Thematiken Kul - tur, Freizeit, Grün und Wohnen im Vordergrund, weniger das Arbeits - umfeld vor Ort. Die vorhandene Clubkultur, kulturelle Einrichtungen und der Raum für Kreativität werden in vielen Antworten als Tenor mit - geführt. Die Relevanz dieser The - men wird zudem durch die Angst und Wut der Befragten vor/auf Ver - drängung unterstrichen. Viele Bür - ger*innen haben zudem den Fokus auf neuen Wohnraum und -formen gelegt. Dieser soll sich an sozialen Modellen orientieren und dennoch den Raum für kulturelle Einrichtung sowie Freiräume lassen. Darüber hi - naus wird diese Aussage verstärkt, indem der Wunsch nach der Integ - ration von entsprechenden Einrich - tungen und dem Schwerpunktthe - ma Wohnen vereint werden soll. In diesem Kontext sprechen sich auch einige für die Umnutzung von wenig bis nicht (mehr) genutzten Flächen aus. Diese vorhandene kontrastrei - che, kreative Identität soll zudem in die Entwicklung von neuen Quartie - ren einfließen, da viele Antwortende vorhandene Neubaugebiete, insbe - sondere im Kölner Westen, als ein - tönig und grau sehen. Sie wünschen sich mehr innovative, nachhaltige Konzepte für ein durchmischtes und vor allem auch grünes Quartier. Die Menschen wünschen sich mehr Grünräume aus Gründen der Ver - besserung des Stadtklimas und der Erhöhung der Biodiversität, um da - durch eine bessere Lebensqualität und gute Naherholung innerhalb des Quartiers zu erlangen. Bislang wer - den vor allem die Grünräume außer - halb des Gebietes sehr geschätzt. Des Weiteren wünschen sich die Teilnehmenden mehr Raum für un - kommerzielle Nutzungen sowie eine bessere Aufenthaltsqualität durch ei ne angemessene Gestaltung von öffentlichen Räumen im Gebiet. Die vorhandenen öffentlichen Räume werden zwar insbesondere auf - grund ihrer Belebtheit geschätzt, je - doch wird deutlich, dass der vorhan - dene Frei- und Begegnungsraum knapper wird und es an Qualitäten mangelt. Dies kann auch als Ergeb - nis der geänderten Lebensweisen während der Pandemie und der da - raus resultierenden Wahrnehmung gewertet werden. Insgesamt erscheint das Gebiet je- doch in einzelne Teile zu zerfallen, die keinen Bezug zueinander haben. Die Teilnehmer*innen empfinden das Gebiet als unterschiedliche Teil - bereiche, die wie ein Flickenteppich nebeneinander liegen ohne sinnvoll verbunden zu sein. Einige wünschen sich ein klareres Konzept, welches sowohl (alte und neue) Zentren als auch (alte und neue) Grün- und Frei - räume schlüssig vernetzt. So wer - den ein neues Verkehrskonzept und eine Mobilitätswende von Vielen gefordert. Die Mobilität im Betrach - tungsraum findet unter den Teil- nehmenden derzeit vor allem zu Fuß und mit dem Fahrrad statt. So wird relativ häufig die Fahrradinfrastruk - tur als nicht sicher beschrieben und die Forderung nach einem Ausbau des Fahrradwegenetzes gestellt. Unter diesem Aspekt lässt sich auch der Hinweis, dass der motorisierte Individualverkehr zu viel Platz ein - nimmt, subsummieren. Die engen Straßen und auch das hohe Ver - kehrsaufkommen werden negativ empfunden. Der motorisierte Indi - vidualverkehr wird in Müngersdorf und Braunsfeld wichtiger bewertet, als in Ehrenfeld. Im letztgenann - ten Gebiet wurden zudem autofreie Zonen für zukünftige Gebiete ge - wünscht sowie ein besserer Ausbau des öffentlichen Nahverkehrsnet- zes. In Müngersdorf liegt zudem ein Schwerpunkt in dem Wunsch nach besserer Nahversorgung. Generell wird dem kleinteiligen Einzelhandel im Gegensatz zu großen Ketten ein Vorrang eingeräumt. Im Bereich des sozialen Umfeldes ste ht der Wunsch nach Milieuschutz und einer Stärkung von sozialen Projekten sowie Angeboten für Kin - der und Jugendliche auf der Agenda. Hierzu gehören auch die Stärkung von vorhandene Bürgerinitiativen und die dauerhafte Etablierung der Beteiligung von Bürger*innen bei der Entwicklung des Gebietes im Kölner Westen. Das Thema Arbeiten im Ge - bie t spielt im Rahmen der derzeiti - gen Umfrage kaum eine Rolle. Dies ist, wie zuvor begründet, durch die Nicht - Erreichbarkeit der dort ar - beitenden Bevölkerung in Folge des Pandemiegeschehens begründet. Die momentane Flächennutzung von Großgewerbe und Industrie empfinden viele Bürger*innen als negativ. Im Kontext der gewerb - lich genutzten Flächen muss die breite Forderung nach Clubkultur und somit auch Raum für diese Nut - zung gesondert betrachtet werden. Grundsätzlich wird bemängelt, dass diese Flächen zu zentral im Gesamt - planungsgebiet liegen und den Köl - ner Westen trennen. Während der Umfrage spielte die zu dem Zeit - punkt der Ausspielung gegenwärti - ge Situation der Corona-Pandemie eine wichtige Rolle. Dies ist für den weiteren Verlauf des Planungspro - zesses relevant. Stimmungsbilder der Menschen im Gebiet sowie de - ren Interessen, welche nicht durch die ausgeführte Methodik erreicht werden konnten, werden in anderen Formaten der Stadt Köln erfasst. 18 Urban Participation Lab Allerstr. 3 12049 Berlin www.uplab.space contact@uplab.space Amt für Stadtentwicklung und Statistik Bearbeitung: Lotte Drevermann Kaja Rocks Dr. Alexandra Sinz
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    Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IX/15/151 151/2 Vorlagen-Nummer 2688/2021 Freigabedatum 13.08.2021 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Beschluss des Zielbilds für die Kölner Weststadt Beschlussorgan Stadtentwicklungsausschuss Gremium Datum Beschluss: Der Stadtentwicklungsausschuss 1. nimmt das Zielbild für die Kölner Weststadt zur Kenntnis; 2. beschließt das Zielbild als Grundlage für weitere Entwicklungen innerhalb des Betrachtungs- raumes; 3. beauftragt die Verwaltung, das Zielbild bei den nächsten Verfahrensschritten, dem städtebau- lichen Wettbewerb Max Becker-Areal und der Fortschreibung der Rahmenplanung Brauns- feld/Müngersdorf/Ehrenfeld, als Grundlage zu beachten. 4. Der Stadtentwicklungsausschuss verzichtet auf erneute Wiedervorlage, falls die BV 3 unein- geschränkt zustimmt. Alternative: keine Rahmenplanungsbeirat Braunsfeld / Müngersdorf / Ehrenfeld 31.08.2021 Verkehrsausschuss 31.08.2021 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 02.09.2021 Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 06.09.2021 Stadtentwicklungsausschuss 09.09.2021 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 13.09.2021 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Mit dem Ratsbeschluss „Entwicklung des Max Becker-Areals in Ehrenfeld“ vom 06.02.2020 (AN/0220/2020), wurde die Verwaltung beauftragt, einen städtebaulichen Wettbewerb für das Areal Widdersdorfer Straße/Maarweg/Oskar-Jäger-Straße in Ehrenfeld durchzuführen, um die Entwicklung eines mischgenutzten Quartiers anzustoßen. Auf Grundlage des Wettbewerbsergebnisses soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Außerdem soll die Überarbeitung der Rahmenplanung Brauns- feld/Müngersdorf/Ehrenfeld von 2004 eingeleitet werden. Aufgrund der aktuellen Planungen für das Max Becker-Areal und vielfältiger weiterer Entwicklungen im Betrachtungsraum bedarf die vorliegende Rahmenplanung von 2004 einer Fortschreibung. Dieser wurde ein Zielbildprozess vorgeschaltet, der gleichzeitig auch als Grundlage für die Auslobung des städtebaulichen Wettbewerbs zur Entwicklung des Max Becker-Areals dient. Die Verwaltung hat den Stadtentwicklungsausschuss, die BV Ehrenfeld und die BV Lindenthal im März 2021 in einer Mittei- lung (Vorlagen-Nr. 0623/2021) über diesen vorgeschalteten Zielbildprozess zur Rahmenplanung Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld mit Fokusraum Max Becker-Areal informiert. Endbericht Zielbildprozess (Anlage 1) Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik hat als externe Begleitung des Zielbildprozesses das Büro MUST Städtebau GmbH beauftragt. Die Bearbeitung des Zielbildprozesses sah eine umfangreiche Analyse des gesamten Betrachtungsraumes vor, bei der aktuelle Entwicklungen und Tendenzen be- rücksichtigt wurden. In einem breiten Beteiligungsprozess wurden darauf aufbauend raumbezogene Ziele für die zukünftige Entwicklung des Gesamtraumes abgeleitet. Die grundlegenden Bedingungen für eine integrierte und nachhaltige Gebietsentwicklung wurden anschließend in dem Zielbild veran- kert. Ein weiterer Vertiefungsschritt sah für drei exemplarisch ausgewählte Fokusräume (u.a. für das Max Becker-Areal) die Definition von Entwicklungsschwerpunkten vor, die in Steckbriefen mit Hand- lungsempfehlungen untersetzt wurden. Im Mittelpunkt des entwickelten Zielbildes steht die Steuerung der Transformation des Gebietes, das sich in bestimmten Bereichen zu einem mischgenutzten Standort entwickelt. Wichtige Voraussetzun- gen dabei sind, die Sicherung gewerblicher Räume, die Entwicklung, Vernetzung und Stärkung von Grünräumen sowie die Schaffung der Voraussetzungen für eine Mobilitätswende im Kölner Westen. Maßnahmen des Klimaschutzes und der -anpassung sollen integriert berücksichtigt werden. Der vor- liegende Bericht dokumentiert die Ergebnisse des Zielbildprozesses. Beteiligung am Zielbildprozess Der Zielbildprozess wurde unter Mitwirkung der betroffenen Fachämter und intensiver Beteiligung von Politik und Stadtgesellschaft durchgeführt. Im Kontext der Corona-Pandemie fanden die Veranstal- tungen ausschließlich digital statt. Zwischen Januar und Juni 2021 fanden Workshops mit Vertre- ter*innen der Fachämter, Politik und Rahmenplanungsbeirat statt. Vom 23. April bis 10. Mai 2021 wurde zusammen mit dem Urban Participation Lab (UPLab) eine Online-Umfrage zum Zielbildprozess durchgeführt, die sich insbesondere an die im Gebiete lebende und arbeitende Bevölkerung sowie die das Gebiet nutzenden Besucher*innen gerichtet hat. Ziel war es, Hinweise, Ideen und Anregungen zum Betrachtungsraum zu erfassen und mit in den Zielbildprozess einfließen zu lassen. Der vorlie- 3 gende Bericht (Anlage 2) fasst die Ergebnisse der Umfrage zusammen. Insgesamt haben an der Um- frage über 3.000 Personen teilgenommen. Am 18. Juni 2021 hat die Verwaltung der Öffentlichkeit in einer Online-Veranstaltung die Ergebnisse der Befragung sowie den Entwurf des Zielbildes präsen- tiert. Die Öffentlichkeit bekam während der Veranstaltung die Möglichkeit, Fragen zum Zielbild zu stellen oder die Ergebnisse zu kommentieren. Ausblick Der städtebauliche Wettbewerb für das Max Becker-Areal baut auf der Grundlage des Zielbildes auf. Dieser wird federführend vom Stadtplanungsamt vorbereitet und bearbeitet und in einer eigenen Be- schlussvorlage in die Politik eingebracht. Die Fortschreibung der Rahmenplanung soll aufbauend auf dem Zielbildprozess im vierten Quartal 2021 begonnen werden. Diese Fortschreibung sichert die zeitnahe Weiterbefassung mit dem Be- trachtungsraum im Kölner Westen. Die vertiefende Planung soll die Zielsetzungen aus dem Zielbild konkretisieren und dabei Umsetzungsstrategien für eine Steuerung entwickeln. Anlagen: Anlage 1 Endbericht - Ein Zielbild für die Kölner Weststadt Anlage 2 Ergebnisbericht Online-Umfrage Kölner Westen

Beratungsverlauf

  1. 31.08.2021

    Verkehrsausschuss

    TOP 4.5, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ohne Votum in nachfolgende Gremien
  2. 31.08.2021

    Rahmenplanungsbeirat Braunsfeld / Müngersdorf / Ehrenfeld

    TOP 6.1, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert empfohlen
  3. 06.09.2021

    Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld)

    TOP 10.3, Anhörung (BV). Ergebnis: geändert beschlossen
  4. 13.09.2021

    Bezirksvertretung 3 (Lindenthal)

    TOP 9.2.9, Anhörung (BV). Ergebnis: geändert beschlossen
  5. 07.10.2021

    Ausschuss Klima, Umwelt und Grün

    TOP 5.1, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: mit Änderungen empfohlen
  6. 28.10.2021 zuletzt

    Stadtentwicklungsausschuss

    TOP 5.2, Entscheidung. Ergebnis: geändert beschlossen

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