2083/2021
Freiluga als außerschulischen Lernort dauerhaft etablieren und weiterentwickeln
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IV/512/10 Vorlagen-Nummer 11.06.2021 2083/2021 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Jugendhilfeausschuss 15.06.2021 Freiluga als außerschulischen Lernort dauerhaft etablieren und weiterentwickeln Gerade in der schwierigen Pandemie-Zeit, in denen ein Präsenzunterricht in den Schulen unter be- sonderen Hygienebedingungen stattfinden muss, gewinnen außerschulische Bildungsorte zuneh- mend an Bedeutung. Die Städtische Freiluft- und Gartenarbeitsschule (Freiluga) ist als eine der ältesten Einrichtungen der Umweltbildung in Köln für die Etablierung einer ganztägigen Nutzung als Lernort besonders geeignet. Schon jetzt werden hier nicht allein ökologische Lerninhalte vermittelt, sondern es kommen Fachkräf- te, Lehrkräfte und Schüler*innen mit Menschen aus den verschiedensten sozialen und kulturellen Hintergründen zusammen, um im Rahmen eines integrativen Lernkonzeptes ganzheitlich Natur zu erfahren und dabei eingeübte gesellschaftliche Barrieren zu überwinden. Erst im Herbst 2020 wurde die Freiluga für ihr Engagement als Projekt der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet, die das Ziel hat, dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken. Das Interesse von Kitas, Schulen und Vereinen an außerschulischen Angeboten nimmt immer mehr zu. Besonders jetzt bietet das schulbiologische Zentrum der Freiluga eine sinnvolle pädagogische Unterstützung für die Schulen in Themenfeldern wie Vollwerternährung, Natur- und Klimaschutz, Gärtnern und Erhalt der biologischen Vielfalt. Eine Ergänzung bei der Stellenausstattung, die eine dauerhafte konzeptionelle Erweiterung des Be- triebes der Freiluga ermöglicht, wäre vor diesem Hintergrund wichtig und sinnvoll. Um sich für Haushaltsaufstellung 2022 und Mittelfristplanung ein genaueres Bild von den Bedarfen machen zu können, fragt die SPD-Fraktion daher: 1. Welche Nutzer*innen-Gruppen werden derzeit bereits durch das Lernangebot der Freiluga er- reicht und für welche Zielgruppen sollte die Freiluga aus Sicht der Fachverwaltung zukünftig ihr Angebot weiter ausbauen? 2. Wird die Verwaltung den bisherigen Umfang der Bezuschussung i.H.v. 40.400€ jährlich weiterhin, d.h. auch in der Mittelfristplanung, sicherstellen und welche Personalstruktur und Sachmittelaus- stattung ist bisher damit abgedeckt gewesen? Wie hoch wäre der Zuschussbedarf für die Freiluga, wenn eine personelle und konzeptionelle Erwei- terung der Freiluga erfolgt? Die Beantwortung dieser Fragen bitten wir rechtzeitig zu den Haushaltsberatungen vorzulegen. Die Verwaltung nimmt wie folgt Stellung: 1. Die Freiluga verfolgt vor allem das Ziel, das Umweltbewusstsein von Kindern und Jugendli- chen zu fördern und zu stärken. Hier können Kinder Natur hautnah erleben und erforschen. Das Zusammentreffen mit realen 2 Objekten vor Ort vermittelt einen direkten Kontakt zur Umwelt. Damit über Beobachten und Er- leben der Natur das Verstehen und die Einsicht in die biologischen Zusammenhänge wachsen können, bietet die Freiluga vielfältige Arbeits- und Anschauungsmöglichkeiten. Denn nur, wer die Natur erlebt und verstehen gelernt hat, erkennt ihre Zusammenhänge. Und nur derjenige wird wissen, welche Auswirkungen menschliches Handeln auf den gesamten Organismus Er- de hat, und auch bereit sein, die Natur zu schützen. Auf dem Gelände der Freiluga befinden sich verschiedene Biotope und Beispielanlagen für ei- nen naturnahen Biologieunterricht zum Anfassen. Eine fruchtbare Obstwiese entdecken, eine Schlucht, einen Bauerngarten und eine blühende Trockenmauer, ein lebendiges Feuchtbiotop, einen gepflegten Schulgarten, eine Kräuterspirale, Hügelbeete, Hochbeete, aber auch Bie- nenstöcke, ein Gewächshaus und vieles mehr gibt es für die Kinder und Jugendlichen in dem einzigartigen Gelände zu entdecken. Ziel ist es, das Angebot für mehr Kinder/ Jugendliche zugänglich zu machen. Tagesausflüge für OGTS, Ferienprogramme weiter ausbauen und neue Zielgruppen mobilisieren um vielen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich z.B. mit dem Klimawandel, Regiona- len Anbauprodukten und heimischen Pflanzen intensiver zu beschäftigen. 2. Seit vielen Jahren bewegt sich das Budget der Freiluga auf gleichbleibendem Niveau. Das Geld wird für die Pflege der Anlage an die Jugendhilfe Köln e.V. ausgezahlt. Die JHK kümmert sich wochentags um die Pflege und ist mit Ihren Teilnehmern täglich vor Ort. Die Stadt Köln beschäftigt des Weiteren einen Gärtner vor Ort, der die Pflege und Aufzucht der Pflanzen ge- währleistet. Die Verwaltung beabsichtigt die Förderung im bisherigen Umfang beizubehalten. 3. Generell besteht ein umfangreicher Sanierungsstau auf dem Gelände der Freiluga. Wege, Zäune, Mauern müssen sukzessive repariert werden. Dabei sind denkmalschutzrechtliche und ökologische Vorgaben zu beachten. Die Freiluga ist ein städtisches Gelände mit dem Auftrag der ökologischen Bildung. Auf die- sem Gelände befindet sich ein Pavillon mit zwei Räumen. Die Bezirksregierung Köln finanziert zwei Planstellen zur außerschulischen Bildung explizit für Schülerinnen und Schüler, die in diesem Pavillon unterrichtet werden. Zusätzlich werden Führungen für Kitas durchgeführt, in einem geringen Umfang, aus den vor- handenen Ressourcen des Sachgebietes Kinderinteressen. Ökologische Bildung für Kinder und Jugendliche ist angesichts des Klimawandels eine beson- ders notwendige Aufgabe. Die Freiluga bietet mit ihrer Größe und dem Gelände mit hohem Aufforderungscharakter zahlreiche praktische Lernmöglichkeiten. Naturerlebnistage – und projekte in der Freiluga könnten den verschiedenen Zielgruppen der Jugendhilfe ermöglicht werden. Ziel wäre es, über „spielerische Lernprozesse“ an Zusammenhänge der Themen „Natur und Umwelt“ heranzuführen, d. h.: • Erziehung zur Mitwirkung und Mitverantwortung (Partizipation an der aktiven Gestal- tung der Umwelt) • Förderung gruppendynamischer Prozesse • Vermittlung biologischer und ökologischer Zusammenhänge in der Natur • Anstoß zum selbständigen Denken und zu verantwortlichem Handeln, zum Schutz von Natur und Umwelt Hier wird ein weiterer Ausbau der Angebote besonders für Kinder und Jugendliche mit Migra- 3 tionshintergrund im Nachmittagsbereich angestrebt. Soziale Kompetenzen und ein Miteinan- der können so gefördert und gestärkt werden. Die pädagogischen Möglichkeiten des attraktiven praktischen Lernortes der Freiluga werden für Kinder und Jugendliche aus außerschulischen Arbeitsfeldern nicht ausgeschöpft. Hinsichtlich des Klimawandels wird eine Chance nicht genutzt. Gez. Voigtsberger
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2083/2021
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 11.06.2021
- Erstellt
- 31.05.2021 15:08