Kölner Statistische Nachrichten – 17/2021
Mitteilung Ausschuss 3910/2021 vom 11.11.2021
Stand: Am 18.11.2021 im Wirtschaftsausschuss beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IX/15/153 153 Vorlagen-Nummer 11.11.2021 3910/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Wirtschaftsausschuss 18.11.2021 Kölner Statistische Nachrichten – 17/2021 Gastgewerbe und Tourismus Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln hat mit den Kölner Statistischen Nachrich- ten 17/2021 den Bericht “Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020“ veröffentlicht. Pandemiebedingt kam der Tourismus in Köln im Jahr 2020 zeitweise komplett zum Stillstand und auch das für Köln wichtige Messe- und Kongressgeschäft sowie große Teile des Geschäftsreisetou- rismus sind nahezu vollständig weggefallen. War vor der Corona-Krise die Zahl der Gästeankünfte zwischen 2010 und 2019 noch um etwa die Hälfte auf rund 3,8 Millionen und die der Übernachtungen um 44 Prozent auf rund 6,6 Millionen deutlich angestiegen, verzeichnete Köln im Jahr 2020 gegen- über dem Vorjahr einen Rückgang von mehr als 60 Prozent bei den registrierten Ankünften in Kölner Hotelbetrieben (1,44 Millionen) und den dort getätigten Übernachtungen (2,56 Millionen). Der deutliche Rückgang der Gäste und Übernachtungen in Köln im Jahr 2020 korrespondiert mit der Arbeitsplatzentwicklung im Kölner Beherbergungsgewerbe. Hier ist die Beschäftigtenzahl in Köln un- ter das Niveau des Jahres 2010 zurückgegangen. Zuvor war sie von 2010 bis 2019 kontinuierlich angestiegen (+800 Arbeitsplätze oder +16%). Aber auch im Gastgewerbe insgesamt, der Branche welche sowohl das Beherbergungsgewerbe als auch die Gastronomie umfasst, wurde die seit 2010 zu beobachtende positive Beschäftigungsent- wicklung durch die Corona-Pandemie deutlich abgeschwächt: Von Ende 2019 bis Ende 2020 sind rund 3 300 Arbeitsplätze verloren gegangen (-15% auf rund 18 700 Beschäftigte). Dieser Rückgang fällt jedoch im Vergleich zur Entwicklung in anderen Städten moderat aus. Die in Köln im Vergleich zum Beherbergungsgewerbe beschäftigungsintensivere Gastronomie (Drei- viertel aller Beschäftigten der Branche Gastgewerbe arbeiten in der Gastronomie) gewann bei stabi- len Betriebszahlen zwischen 2010 und 2019 insgesamt 5 080 Beschäftigte hinzu. Rund die Hälfte dieser neuen Arbeitsplätze ging zwischen 2019 und 2020 wieder verloren. Die bereits langjährig an- haltenden Beschäftigungsrückgänge in Kneipen, Cafés sowie Diskotheken und Tanzlokalen haben sich durch die Corona-Pandemie verschärft. Das Gastgewerbe ist eine Branche, in der traditionell viele Minijobber*innen arbeiten: Durch die Corona-Pandemie ist auch die Zahl dieser geringfügig Beschäftigten von 2019 bis 2020 um ein Drittel (-6 000 Personen) gesunken. Für rund 29 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte der Branche wurde in Köln von März 2020 bis August 2021 Kurzarbeit angezeigt. 2 Seit Jahresbeginn 2021 gibt es wieder positive Signale: Im Vergleich zum Jahresende 2020 gab es im Juli 2021 deutliche Zuwächse bei Beherbergungsbetrieben (+22%), Bettenangebot (+20%), Gäs- teankünften (+462%) und Übernachtungen (+368%) in Köln. gez. Greitemann Anlage KSN 17/2021 “Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regional- vergleich 2010 bis 2020“ -
KSN_Arbeitsmarkt_17-2021
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Kölner Statistische Nachrichten Kölner Statistische Nachrichten 17/2021 Gastgewerbe und Tourismus Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Kölner Statistische Nachrichten 17/2021 Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 2 Zusammenfassung Pandemiebedingt kam der Tourismus in Köln im Jahr 2020 zeitweise komplett zum Stillstand und auch das für Köln wichtige Messe- und Kongressgeschäft sowie große Teile des Geschäftsreisetourismus sind nahezu vollständig weggefallen. War vor der Corona-Krise die Zahl der Gästeankünfte zwischen 2010 und 2019 noch um etwa die Hälfte auf rund 3,8 Millionen und die der Übernachtungen um 44 Prozent auf rund 6,6 Millionen deutlich angestiegen, verzeichnete Köln im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von mehr als 60 Prozent bei den registrierten Ankünften in Kölner Hotelbetrieben (1,44 Millionen) und den dort getätigten Übernachtungen (2,56 Millionen). Der deutliche Rückgang der Gäste und Übernachtungen in Köln im Jahr 2020 korrespondiert mit der Arbeitsplatzentwicklung im Kölner Beherbergungsgewerbe. Hier ist die Beschäftigtenzahl in Köln unter das Niveau des Jahres 2010 zurückgegangen. Zuvor war sie von 2010 bis 2019 kontinuierlich angestiegen (+800 Arbeitsplätze oder +16%). Aber auch im Gastgewerbe insgesamt, der Branche welche sowohl das Beherbergungsgewerbe als auch die Gastronomie umfasst, wurde die seit 2010 zu beobachtende positive Beschäftigungs- entwicklung durch die Corona-Pandemie deutlich abgeschwächt: Von Ende 2019 bis Ende 2020 sind rund 3 300 Arbeitsplätze verloren gegangen (-15% auf rund 18 700 Beschäftigte). Dieser Rückgang fällt jedoch im Vergleich zur Entwicklung in anderen Städten moderat aus. Die in Köln im Vergleich zum Beherbergungsgewerbe beschäftigungsintensivere Gastronomie (Dreiviertel aller Beschäftigten der Branche Gastgewerbe arbeiten in der Gastronomie) gewann bei stabilen Betriebszahlen zwischen 2010 und 2019 insgesamt 5 080 Beschäftigte hinzu. Rund die Hälfte dieser neuen Arbeitsplätze ging zwischen 2019 und 2020 wieder verloren. Die bereits langjährig anhaltenden Beschäftigungsrückgänge in Kneipen, Cafés sowie Diskotheken und Tanzlokalen haben sich durch die Corona-Pandemie verschärft. Das Gastgewerbe ist eine Branche, in der traditionell viele Minijobber*innen arbeiten: Durch die Corona-Pandemie ist auch die Zahl dieser geringfügig Beschäftigten von 2019 bis 2020 um ein Drittel (-6 000 Personen) gesunken. Für rund 29 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte der Branche wurde in Köln von März 2020 bis August 2021 Kurzarbeit angezeigt. Seit Jahresbeginn 2021 gibt es wieder positive Signale: Im Vergleich zum Jahresende 2020 gab es im Juli 2021 deutliche Zuwächse bei Beherbergungsbetrieben (+22%), Bettenangebot (+20%), Gästeankünften (+462%) und Übernachtungen (+368%) in Köln. Kölner Statistische Nachrichten 17/2021 Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 3 Tourismus in Köln 2020 kam zeitweise komplett zum Stillstand Mit dem Dom, dem Rhein, der Altstadt, Brauhauskultur und Karneval bietet Köln traditionell vielfältige touristische Highlights für Besucher*innen aus dem In- und Ausland. Ein wichtiger Anziehungspunkt sind außerdem die abwechslungsreichen Einkaufsmöglichkeiten in der Kölner Innenstadt. Die Koelnmesse ist zudem einer der bedeutendsten Messestandorte Europas. Durch den zentral gelegenen Hauptbahnhof und den Köln Bonn Airport ist Köln national und international gut angebunden. Auch für Busgruppen und Teilnehmende an Flusskreuzfahrten ist Köln leicht erreichbar. Nachdem der Tourismus in Köln sehr gut in das Jahr 2020 gestartet war, kam er durch die weltweiten Reisebeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie und die beiden Lockdowns im März/April 20201 und November/Dezember 20202 jeweils komplett zum Stillstand. Auch wenn schrittweise Öffnungen im Sommer 2020 eine Belebung und ein Zwischenhoch in der Tourismusbranche bewirkten, sind im vergangenen Jahr das für Köln wichtige Messe- und Kongressgeschäft nahezu vollständig sowie große Teile des Geschäftsreisetourismus weggefallen. Mehr als 60 Prozent weniger Übernachtungen in 2020 Mit rund 1,44 Millionen Gästeankünften3 und 2,56 Millionen Übernachtungen verzeichnete Köln im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 62,3 Prozent bei den registrierten Ankünften in Kölner Hotelbetrieben und um 61,1 Prozent bei den getätigten Übernachtungen. Vor der Corona- Pandemie war die Zahl der Gästeankünfte zwischen 2010 und 2019 noch um rund die Hälfte auf 3,83 Millionen (+47%) und die der Übernachtungen um 44 Prozent auf 6,58 Millionen deutlich angestiegen.4 Anteilig kamen 2020 mehr Gäste aus Deutschland nach Köln Die Anzahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland ging dabei von 2019 bis 2020 mit rund 170 000 (-74%) stärker zurück als die von Gästen aus dem Inland mit rund 230 000 (-54%). Hierdurch erhöhte sich der Anteil der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland 2020 auf rund drei Viertel (2019: 65%). Gleichzeitig blieben die Gäste mit durchschnittlich 1,8 Tagen etwas länger in Köln als noch 2019 (1,7 Tage).5 Fast 30 Prozent der Kölner Beherbergungsbetriebe mussten 2020 schließen Im Jahr 2020 mussten vor dem Hintergrund der deutlich gesunkenen Übernachtungen 82 von 280 Kölner Beherbergungsbetrieben, die es im Jahr 2019 noch gab, schließen (-29%). Gleichzeitig reduzierte sich im Verlauf des Jahres 2020 das Bettenangebot von rund 34 000 auf 29 000 (-15%) und der Auslastungsgrad der Betten ging von 54 Prozent im Jahr 2019 auf ein Viertel im Jahr 2020 zurück. 1Der erste Corona-Lockdown trat am 22. März 2020 in Kraft und endete weitestgehend am 10. Mai 2020. 2Der zweite Corona-Lockdown trat am 2. November 2020 zunächst als Teil-Lockdown in Kraft. Ab dem 16. Dezember 2020 galt ein harter Lockdown, der am 13.06.2021 weitestgehend beendet wurde. 3 Statistisch erfasst werden Beherbergungsbetriebe ab 10 Betten. Die Gästeankünfte beinhalten die Gesamtzahl der registrierten Beherbergungsgäste. Die Übernachtungen bezeichnen die Anzahl der von diesen getätigten Übernachtungen. 4 Statistisches Landesamt NRW (IT.NRW) 2021 – Landesdatenbank NRW (Geschützter Bereich) 5 KölnTourismus 2021: 2020 - Schwieriges Jahr für den Tourismus in Köln; Siehe auch unter: https://www.koelntourismus.de/planen- informieren/newsroom/news/2020-schwieriges-jahr-fuer-den-tourismus-in-koeln/, abgerufen am 30.8.2021 Kölner Statistische Nachrichten 17/2021 Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 4 Vor Beginn der Corona-Pandemie waren von 2010 bis 2019 die Zahlen der geöffneten Beherbergungsbetriebe (+1%) und des Bettenangebots (+18%) sowie der Auslastungsgrad (+6,5 Prozentpunkte) noch stetig angestiegen Nach dem drastischen Rückgang bei Beherbergungsbetrieben und Bettenangebot sowie Gästeankünften und Übernachtungen in Folge der Corona-Pandemie entwickeln sich wichtige Kennzahlen des Kölner Gastgewerbes seit Jahresbeginn 2021 wieder zunehmend positiv (Grafik 1). Im Juli 2021 erhöhten sich die Zahlen bei geöffneten Beherbergungsbetrieben (+44 oder +22%), Bettenangebot (+5 300 oder +20%), Gästeankünften (+121 300 oder +462%) und Übernachtungen (+216 400 oder +368%) gegenüber dem Jahresende 2020 deutlich. Grafik 1: Entwicklung wichtiger Kennzahlen im Kölner Gastgewerbe Quelle: Statistisches Landesamt NRW (IT.NRW) 2021 – Landesdatenbank NRW (Geschützter Bereich); Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) Weniger Beschäftigte im Beherbergungsgewerbe als im Jahr 2010 Der deutliche Rückgang der Gäste und Übernachtungen in Köln im Jahr 2020 korrespondiert mit der Arbeitsplatzentwicklung im Kölner Beherbergungsgewerbe. Während die Zahl der sozial- versicherungspflichtig Beschäftigten im Beherbergungsgewerbe (Hotels, Gasthöfe, Pensionen, Ferienunterkünfte und so weiter) insgesamt von 2010 bis 2019 kontinuierlich angestiegen war (+800 Arbeitsplätze oder +16%), ist sie durch die Corona-Pandemie von 2019 bis 2020 sogar knapp unter das Niveau von 2010 zurückgegangen (Tabelle 1). Neben dem klassischen Tourismus sind In Köln zahlreiche Hotels überwiegend auf das Messegeschäft ausgerichtet (beispielsweise „Dorint Hotel Köln an der Messe“) und waren daher durch den kompletten Wegfall der Messegäste seit März 2020 besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen. 33 856 31 520 275 005 147 511 485 531 275 203 0 50 000 100 000 150 000 200 000 250 000 300 000 350 000 400 000 450 000 500 000 550 000 600 000 650 000 Jan 19 Feb 19 Mrz 19 Apr 19 Mai 19 Jun 19 Jul 19 Aug 19 Sep 19 Okt 19 Nov 19 Dez 19 Jan 20 Feb 20 Mrz 20 Apr 20 Mai 20 Jun 20 Jul 20 Aug 20 Sep 20 Okt 20 Nov 20 Dez 20 Jan 21 Feb 21 Mrz 21 Apr 21 Mai 21 Jun 21 Jul 21 Angebotene Betten Gästeankünfte Übernachtungen Kölner Statistische Nachrichten 17/2021 Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 5 Beschäftigungszunahme auch im Gastgewerbe insgesamt durch Corona-Pandemie deutlich abgeschwächt Die Branche „Gastgewerbe“ umfasst mit rund 18 750 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Köln 2020 sowohl das Beherbergungsgewerbe als auch die Gastronomie.6 Rund drei Viertel von ihnen (14 200 Personen) waren innerhalb der Gastronomie beschäftigt (Tabelle 1). Die positive Beschäftigungsentwicklung, die im Kölner Gastgewerbe insgesamt seit 2010 zu beobachten war (+5 834 Arbeitsplätze oder +36%, Tabelle 1), hat sich in Folge der Corona-Pandemie deutlich abgeschwächt: Rund 3 300 Arbeitsplätze sind von Ende 2019 bis Ende 2020 verloren gegangen (-15%). Tabelle 1: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gastgewerbe 2010 bis 2020 (31.12.) Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) Ga stronomie insgesamt büßt nach Wachstumskurs der letzten zehn Jahre in 2020 viele Arbeitsplätze ein In den Jahren 2010 bis 2019 gab es in Köln rund 1 800 Restaurants, Imbissstuben, Cafés und Eissalons. Die Zahl der Kneipen, Diskotheken und Bars ist in diesen Jahren nur geringfügig von 980 auf 930 gesunken.7 Trotz dieser recht stabilen Betriebszahlen gewann die gesamte Gastronomie zwischen 2010 und 2019 insgesamt 5 080 Beschäftigte hinzu. Rund die Hälfte (-2 454) der Zahl an diesen hinzu 6 Zum Gastgewerbe zählen alle Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe, deren wirtschaftliche Tätigkeit ausschließlich oder überwiegend darin besteht, gegen Bezahlung entweder Übernachtung für eine begrenzte Zeit (auch mit Bereitstellung von Speisen und Getränken) anzubieten (Beherbergung) oder Mahlzeiten und/oder Getränke üblicherweise zum sofortigen oder späteren Verzehr abzugeben, sowie die Caterer (Gastronomie). 7 Statistisches Landesamt NRW (IT.NRW): Umsatzsteuerstatistik 2019. Zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Entwicklung der Zahl der Kölner Gastronomiebetriebe sind derzeit keine aktuellen Daten verfügbar. Es ist allerdings davon auszugehen, dass zahlreiche Gastronomiebetriebe die Folgen der beiden Lockdowns während der Pandemie in 2020 nicht überstanden haben und schließen mussten. absolut % absolut % Beherbergung 4 621 5 375 4 549 754 16,3 -826 -15,4 Hotels, Gasthöfe und Pensionen 4 377 5 062 4 271 685 15,6 -791 -15,6 Ferienunterkünfte und ähnliche Beherbergungsstätten 120 172 147 52 43,3 -25 -14,5 Sonstige (Campingplätze, Privatquartiere, etc.) 124 141 131 17 13,7 -10 -7,1 Gastronomie 11 571 16 651 14 197 5.080 43,9 -2.454 -14,7 Restaurants mit herkömmlicher Bedienung 4 479 6 729 5 719 2.250 50,2 -1.010 -15,0 Restaurants mit Selbstbedienung 1 534 1 774 1 326 240 15,6 -448 -25,3 Imbissstuben 749 1 293 1 207 544 72,6 -86 -6,7 Cafés 848 996 827 148 17,5 -169 -17,0 Eissalons 149 177 149 28 18,8 -28 -15,8 Event-Caterer 134 744 656 610 455,2 -88 -11,8 Sonstige Verpflegungsdienstleistungen 1 239 2 555 2 360 1.316 106,2 -195 -7,6 Schankwirtschaften 2 179 2 016 1 636 -163 -7,5 -380 -18,8 Diskotheken und Tanzlokale 154 117 89 -37 -24,0 -28 -23,9 Bars 78 186 169 108 138,5 -17 -9,1 Sostige Gastronomie (Vergnügungslokale, etc.) 28 64 59 36 128,6 -5 -7,8 Gastgewerbe insgesamt 16 192 22 026 18 746 5.834 36,0 -3.280 -14,9 Dienstleistungssektor insgesamt 397 339 528 560 526 268 131.221 33,0 -2.292 -0,4 Alle Branchen 474 403 591 536 587 735 117.133 24,7 -3.801 -0,6 Anteil Dienstleistungssektor 4,1 4,2 3,6 0,1 -0,6 Anteil an allen Branchen 3,4 3,7 3,2 0,3 -0,5 Veränderung 2019-2020Gastgewerbe 2010 2019 2020 Veränderung 2010-2019 Kölner Statistische Nachrichten 17/2021 Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 6 gekommenen Arbeitsplätzen ging zwischen 2019 und 2020 wieder verloren (Tabelle 1). Diese Gesamtbeobachtung trifft auch auf Restaurants mit herkömmlicher Bedienung zu, die absolut betrachtet beschäftigungsintensivste Unterbranche in der Gastronomie. Bestehender Abwärtstrend bei der Beschäftigung in Kneipen, Cafés sowie Diskotheken und Tanzlokalen durch Pandemie verschärft Bereits schon zwischen 2010 und 2019 kam es in einigen anderen Unterbranchen innerhalb der Gastronomie zu Beschäftigtenverlusten. Eine solche Negativentwicklung hat sich bei Schank- wirtschaften, Cafés sowie Diskotheken und Tanzlokalen durch die Corona-Pandemie nochmals verschärft: In den Schankwirtschaften (Kneipen) sind beispielsweise von Ende 2010 bis Ende 2019 rund 163 Arbeitsplätze verloren gegangen; zwischen 2019 und 2020 war es bereits ein Minus von 380 Arbeitsplätzen. Pandemiebedingt 6 000 weniger Minijobs im Gastgewerbe im Jahr 2020 Das Gastgewerbe ist eine Branche, in der traditionell viele Minijobber*innen arbeiten: Durch die Corona-Pandemie ist auch die Zahl dieser geringfügig Beschäftigten von 2019 bis 2020 zurück- gegangen, und zwar von rund 18 300 um 6 000 oder ein Drittel auf 12 300 Personen. Von 2010 (14 200) bis 2019 war hier noch eine Beschäftigungszunahme von rund 4 100 Personen (+29%) zu beobachten. Anders als bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, können die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse nicht durch das arbeitsmarktpolitische Instrument der Kurzarbeit abgefedert werden. Grafik 2: Anzeigen für Beschäftigte in Kurzarbeit im Kölner Gastgewerbe Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) 8 325 11 916 1 462 204 92 185 53 218 2 766 1 845 1 321 287 144 57 64 66 44 14 0 2 000 4 000 6 000 8 000 10 000 12 000 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2020 2021 Personen in Anzeigen über Kurzarbeit Berichtsmonat Kölner Statistische Nachrichten 17/2021 Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 7 Viele Arbeitnehmer*innen im Gastgewerbe waren in Kurzarbeit Insbesondere im Kölner Gastgewerbe waren zahlreiche Unternehmen und Arbeitnehmer*innen in Folge der Corona-Pandemie von Kurzarbeit betroffen.8 In Köln haben von März 2020 bis August 2021 rund 3 200 Betriebe im Kölner Gastgewerbe für rund 29 000 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Nachdem in Köln die Anzeigen für Beschäftigte in Kurzarbeit während des ersten Lockdowns im April letzten Jahres auf rund 11 900 stark gestiegen waren, gingen sie von Mai bis Oktober wieder deutlich auf rund 200 zurück (Grafik 2). Mit Beginn des zweiten Lockdowns ist die Zahl der Beschäftigten, für die Kurzarbeit angezeigt wurde, im November 2020 wieder auf rund 2 800 angestiegen. Im Dezember des letzten Jahres ging sie auf zunächst 1 800 Personen zurück und verringerte sich von Januar bis August 2021 sukzessive auf nur noch 14 Personen. Männer arbeiten häufiger als Frauen in Diskotheken, Bars, Kneipen und Restaurants, Imbissen sowie im Catering Das Geschlechterverhältnis im Gastgewerbe insgesamt (44% Frauen und 56% Männer, Grafik 3) entspricht in etwa dem der Gesamtbeschäftigung (47% Frauen und 53% Männer). In Diskotheken und Tanzlokalen (30%), beim Event-Catering und in Imbissstuben (jeweils 33%), in Bars und herkömmlichen Restaurants (34%) sowie in Kneipen (Schankwirtschaften, 36%) arbeiten deutlich weniger Frauen als Männer. Grafik 3: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gastgewerbe - Anteil Frauen in % 2020 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) 8Dieses arbeitsmarktpolitische Instrument dient in erster Linie der Erhaltung von Arbeitsplätzen und damit zur Verhinderung eines stärkeren Anstiegs der Arbeitslosigkeit in den besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Branchen. 44 30 33 33 34 34 36 45 54 57 57 59 59 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Gastgewerbe insgesamt Diskotheken und Tanzlokale Event-Caterer Imbissstuben Restaurants mit herkömmlicher Bedienung Bars Schankwirtschaften Restaurants mit Selbstbedienung Hotels, Gasthöfe und Pensionen Eissalons Ferienunterkünfte Sonstige Verpflegungsdienstleistungen Cafés Kölner Statistische Nachrichten 17/2021 Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 8 Grafik 4: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gastgewerbe - Anteil Teilzeit in % 2020 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) Grafik 5: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gastgewerbe - Anteil Akademiker in % 2020 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) 51 25 36 37 53 53 56 61 64 64 62 68 75 39 13 22 37 38 38 46 44 29 48 62 60 61 44 20 30 37 44 46 49 50 50 54 62 63 66 0 20 40 60 80 100 Gastgewerbe insgesamt Hotels, Gasthöfe und Pensionen Ferienunterkünfte Diskotheken und Tanzlokale Restaurants mit Selbstbedienung Eissalons Event-Caterer Restaurants mit herkömmlicher Bedienung Sonstige Verpflegungsdienstleistungen Schankwirtschaften Cafés Bars Imbissstuben Insgesamt Männer Frauen 9 3 7 6 9 9 11 5 7 10 11 16 14 6 4 4 5 5 7 6 13 9 8 9 9 13 7 4 5 6 6 8 8 8 8 9 10 13 13 0 5 10 15 20 25 Gastgewerbe insgesamt Sonstige Verpflegungsdienstleistungen Imbissstuben Restaurants mit Selbstbedienung Restaurants mit herkömmlicher Bedienung Schankwirtschaften Diskotheken und Tanzlokale Ferienunterkünfte Bars Hotels, Gasthöfe und Pensionen Event-Caterer Cafés Eissalons Insgesamt Männer Frauen Kölner Statistische Nachrichten 17/2021 Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 9 Überdurchschnittliche Teilzeitquote im Gastgewerbe, besonders in Imbissen, Bars und Cafés Mit 44 Prozent liegt der Teilzeitanteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gastgewerbe im Vergleich mit der Gesamtwirtschaft (29%) wesentlich höher (Grafik 4). Dabei ist jede zweite Frau und auch mehr als jeder dritte Mann teilzeitbeschäftigt, ein hoher Wert mit Blick auf die Gesamtwirtschaft. Wenige Beschäftigte mit Hochschulabschluss im Gastgewerbe Hochqualifizierte sind im Gastgewerbe weniger stark vertreten als in anderen Branchen. Von den rund 18 700 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die derzeit hier arbeiten, haben rund 1 300 einen akademischen Abschluss, das sind sieben Prozent aller Beschäftigten. In der gesamten Kölner Wirtschaft liegt der Anteil akademischer Abschlüsse bei gut einem Viertel (Grafik 5). Regionalvergleich: Köln mit moderatem Beschäftigungsrückgang durch die Corona-Pandemie Gemessen am Beschäftigtenanteil des Gastgewerbes an allen Branchen (Branchenanteil) steht Köln mit 3,2 Prozent zwar an vorletzter Stelle der Vergleichsstädte, allerdings liegen die Branchenanteile der Vergleichsstädte relativ nahe beieinander und bewegen sich zwischen lediglich 2,6 und 4,3 Prozent (Tabelle 2, Grafik 6). In Köln ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gastgewerbe zwischen 2010 und 2019 zwar um 36 Prozent gestiegen, allerdings wurde diese positive Beschäftigungsentwicklung durch die Corona-Pandemie deutlich abgeschwächt (Grafik 7). Mit einem Rückgang um rund 15 Prozent von Ende 2019 bis Ende 2020 ist die Beschäftigung in Köln hierdurch zwar nicht ganz so deutlich gesunken, wie in München (-18,1%) und Düsseldorf (-20,3%), aber stärker als in Leipzig (-10,1%) und auch Hamburg (-11,9%). Tabelle 2: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gastgewerbe 2020 – Regionalvergleich Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) Hotels, Gasthöfe und Pensionen 4 271 3 232 5 999 14 933 7 995 9 239 2 167 2 051 30 438 249 722 Ferienunterkünfte und ähnliche Beherbergungsstätten 147 84 * 401 134 102 * 77 2 202 22 069 Campingplätze * 0 * 33 19 15 * * 358 4 507 Sonstige Beherbergungsstätten 128 33 * 147 114 352 25 * 529 3 168 Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben, Cafés, Eissalons 9 228 7 298 9 408 34 065 18 113 17 545 6 202 4 835 89 617 483 304 Caterer und sonstige Verpflegungs- dienstleistungen 3 016 2 843 5 825 12 957 7 461 4 015 2 059 2 910 33 442 172 111 Ausschank von Getränken 1 953 925 1 044 4 797 1 844 1 670 593 445 9 136 41 879 Gastgewerbe insgesamt 18 746 14 415 22 401 67 333 35 680 32 938 11 238 10 333 165 722 976 760 Alle Branchen 587 735 434 073 604 512 1 563 139 1 009 725 903 630 429 861 279 454 7 082 335 33 700 284 Anteil an allen Branchen 3,2 3,3 3,7 4,3 3,5 3,6 2,6 3,7 2,3 2,9 *Werte werden aus Datenschutzgründen (Dominanzprinzip) nicht ausgewiesen; Geschätzter Wert für Köln Köln Düssel- dorf Berlin Hamburg München NRW Deutsch- land Frankfurt/ Main Stuttgart LeipzigGastgewerbe Kölner Statistische Nachrichten 17/2021 Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 10 Grafik 6: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gastgewerbe - Regionalvergleich: Anteile am gesamten Beschäftigungsvolumen in Prozent 2020 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) Grafik 7: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gastgewerbe - Regionalvergleich: Veränderungen 2010 bis 2019 und 2019 bis 2020 in Prozent Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) 2,3 (165 722) 2,9 (976 760) 2,6 (11 238) 3,2 (18 746) 3,3 (14 415) 3,5 (35 680) 3,6 (32 938) 3,7 (22 401) 3,7 (10 333) 4,3 (67 333) 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 4,5 5,0 Nordrhein-Westfalen Deutschland Stuttgart Köln Düsseldorf Hamburg München Frankfurt/Main Leipzig Berlin 67,8 40,7 36,0 46,6 57,5 36,3 36,6 42,4 34,6 33,6 -10,1 -11,9 -14,9 -15,3 -15,7 -16,2 -18,1 -20,3 -10,2 -11,2 -30,0 -20,0 -10,0 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0 80,0 Leipzig Hamburg Köln Stuttgart Berlin Frankfurt/Main München Düsseldorf Deutschland NRW 2019-2020 2010-2019 Kölner Statistische Nachrichten 17/2021 Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 11 Grafik 8: Sozialversicherungspflichtig Beschäftige im Catering und sonstigen Verpflegungsdienstleistungen - Regionalvergleich: Veränderungen 2010 bis 2019 und 2019 bis 2020 in Prozent Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) Köln holt im Catering auf Köln verzeichnet mit einem Plus von rund 140 Prozent zwischen 2010 und 2019 im Bereich Catering und sonstige Verpflegungsdienstleistungen den größten relativen Beschäftigtenzuwachs (Grafik 8). Dieser starke Anstieg ist allerdings Ausdruck eines sogenannten Basiseffekts, der durch geringe Ausgangswerte entsteht, da Köln hier seit 2010 deutlich aufgeholt hat. Kölner Beschäftigtenrückgang in Restaurants und Gaststätten in 2020 ähnlich wie in anderen Städten Bei Restaurants und Gaststätten liegt Köln mit einem Beschäftigungsplus von rund 41 Prozent von 2010 bis 2019 an fünfter Stelle der Vergleichsstädte (Grafik 9). Durch die Corona-Pandemie ist die Beschäftigung in Köln zwischen 2019 und 2020 um rund 16 Prozent zurückgegangen. Insbesondere in Düsseldorf (-16,6%) und Stuttgart (-14%) gab es ähnliche Beschäftigungsrückgänge. Beschäftigungsabnahme bei Hotels, Gasthöfen und Pensionen in 2020 ebenfalls ähnlich wie in Vergleichsstädten Mit einer Beschäftigungszunahme von lediglich rund 16 Prozent zwischen 2010 und 2019 ist die Zahl der Arbeitsplätze in Kölner Hotels, Gasthöfen und Pensionen im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten weniger stark gestiegen. (Grafik 10). 80,7 50,0 140,3 78,8 86,4 97,1 16,7 76,2 63,8 70,5 -1,4 -3,5 -8,6 -12,9 -13,0 -13,4 -13,8 -30,8 -5,9 -7,6 -40,0 -20,0 0,0 20,0 40,0 60,0 80,0 100,0 120,0 140,0 Berlin Hamburg Köln München Stuttgart Leipzig Frankfurt/Main Düsseldorf Deutschland NRW 2019-2020 2010-2019 Kölner Statistische Nachrichten 17/2021 Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 12 Grafik 9: Sozialversicherungspflichtig Beschäftige in Restaurants und Gaststätten- Regionalvergleich: Veränderungen 2010 bis 2019 und 2019 bis 2020 in Prozent Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) Grafik 10: Sozialversicherungspflichtig Beschäftige in Hotels, Gasthöfen und Pensionen - Regionalvergleich: Veränderungen 2010 bis 2019 und 2019 bis 2020 in Prozent Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) 52,9 36,1 42,7 41,4 37,3 61,9 46,1 31,5 31,4 32,6 -7,8 -12,8 -14,0 -15,9 -16,6 -18,8 -19,3 -19,6 -11,2 -11,6 -30,0 -10,0 10,0 30,0 50,0 70,0 Leipzig Hamburg Stuttgart Köln Düsseldorf Berlin Frankfurt/Main München Deutschland NRW 2019-2020 2010-2019 49,7 15,6 33,8 37,9 30,2 25,0 21,9 21,2 24,0 16,4 -14,5 -15,6 -16,2 -17,6 -18,2 -18,4 -18,8 -22,9 -11,6 -13,7 -30,0 -10,0 10,0 30,0 50,0 Leipzig Köln Frankfurt/Main Hamburg München Berlin Düsseldorf Stuttgart Deutschland NRW 2010-20192019-2020 Kölner Statistische Nachrichten 17/2021 Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 13 Durch das weitgehende Ausbleiben der Auslandsgäste in Folge der Corona-Pandemie ist die Beschäftigung in Köln von 2019 bis 2020 prozentual in gleichem Maße zurückgegangen (-15,6%), wie sie vor der Pandemie seit 2010 zugenommen hatte. Den stärksten Beschäftigungsrückgang verzeichnete Stuttgart mit rund 23 Prozent. Ausblick Nach einer deutschlandweiten Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Juli 2021 verringerte sich die Zahl der Betriebe im Gastgewerbe, die ihre Existenz bedroht sehen, seit Mai um 30 Prozentpunkte auf nun 7 Prozent. Ursächlich für den wachsenden Optimismus im Gastgewerbe sind die Öffnungen seit Juni dieses Jahres: So gaben im Juli nur noch 14 Prozent der Betriebe an, vollständig oder teilweise geschlossen zu sein, während es im Mai noch 85 Prozent waren.9 Der deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) berichtet im September 2021 von einer Trendwende im deutschen Gastgewerbe und dem besten Umsatz seit Beginn der Corona-Pandemie: In Folge der Lockerungen und einer erhöhten Nachfrage durch Tourismus lagen die Umsätze der Branche im August 2021 nur 5,7 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2019. Betriebe, die vorwiegend Erlöse mit Tourismus erzielten, verzeichneten durch den Trend zum Heimaturlaub und zum regionalen Tourismus sogar drei Prozent mehr Umsatz. Dagegen sei die Situation der nicht- touristisch geprägten Gastronomie mit einem Umsatzminus von zehn Prozent weiterhin angespannt, da große Veranstaltungen, Messen und Kongresse erst seit Kurzem wieder stattfänden.10 Durch die neue Corona-Schutzverordnung seien keine nennenswerten Einschränkungen für Geimpfte, Genesene oder Getestete mehr vorgesehen. Es sei jedoch davon auszugehen, dass an Stelle der derzeit geltenden 3G-Regelung11 mit zunehmender Impfquote in den nächsten Monaten verstärkt das 2G-Modell12 zur Anwendung kommt. Nach der DEHOGA-Umfrage will die Mehrheit der Betriebe des Gastgewerbes die 2G-Regelung zwar derzeit nicht einführen, allerdings plant jeder fünfte Betrieb, von einer freiwilligen Einführung der 2G-Regel im Rahmen des Hausrechts Gebrauch zu machen. Für das Beherbergungsgewerbe, das besonders auf Großveranstaltungen wie Messen, Sportevents und Konzerte angewiesen ist, könnte dieser Trend zu einer weiteren Verbesserung der wirtschaftlichen Lage führen. Auch die Gastronomie würde hiervon profitieren, da sie das Sitzplatzangebot und damit den Umsatz spürbar erhöhen könnte, wenn nur noch geimpfte und genesene Personen Zutritt zu Kneipen und Restaurants hätten. 9 Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) 2021: Erholung von der Corona-Krise: Betriebe blicken optimistischer in die Zukunft; Siehe auch unter: https://www.iab.de/de/informationsservice/presse/presseinformationen/becovidwelle15.aspx, abgerufen am 26.8.2021 10 DEHOGA Bundesverband 2021: Ergebnisse der aktuellen DEHOGA-Umfrage: In vielen gastgewerblichen Betrieben wächst die Zuversicht. Siehe auch unter: https://www.dehoga-bundesverband.de/presse-news/pressemitteilungen/detail/news/ergebnisse-der-aktuellen-dehoga- umfrage-in-vielen-gastgewerblichen-betrieben-waechst-die- zuversicht/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=45880dcee9fc74fa387a5e07f2d41372, abgerufen am 7.9.2021 11 Geimpft, genesen oder getestet 12 Geimpft oder genesen Amt für Stadtentwicklung und Statistik Willy - Brandt- Platz 2 50679 Köln Telefon: (0221) 221 - 21882 Telefax: (0221) 221 - 21900 oder 28493 E-Mail: statistik@stadt-koeln.de Internet: www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/ Die Oberbürgermeisterin Amt für Stadtentwicklung und Statistik Amt für Presse und Öffentlichkeitsarbeit ISSN 2192-9726 © Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit Quellenangabe 13/15/0/10.2021
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