3910/2021
Kölner Statistische Nachrichten – 17/2021
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Kölner Statistische Nachrichten
Kölner Statistische Nachrichten 17/2021
Gastgewerbe und Tourismus
Beschäftigungsentwicklung in Köln und im
Regionalvergleich 2010 bis 2020
Kölner Statistische Nachrichten 17/2021
Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 2
Zusammenfassung
Pandemiebedingt kam der Tourismus in Köln im Jahr 2020 zeitweise komplett zum Stillstand und auch
das für Köln wichtige Messe- und Kongressgeschäft sowie große Teile des Geschäftsreisetourismus
sind nahezu vollständig weggefallen. War vor der Corona-Krise die Zahl der Gästeankünfte zwischen
2010 und 2019 noch um etwa die Hälfte auf rund 3,8 Millionen und die der Übernachtungen um
44 Prozent auf rund 6,6 Millionen deutlich angestiegen, verzeichnete Köln im Jahr 2020 gegenüber
dem Vorjahr einen Rückgang von mehr als 60 Prozent bei den registrierten Ankünften in Kölner
Hotelbetrieben (1,44 Millionen) und den dort getätigten Übernachtungen (2,56 Millionen).
Der deutliche Rückgang der Gäste und Übernachtungen in Köln im Jahr 2020 korrespondiert mit der
Arbeitsplatzentwicklung im Kölner Beherbergungsgewerbe. Hier ist die Beschäftigtenzahl in Köln
unter das Niveau des Jahres 2010 zurückgegangen. Zuvor war sie von 2010 bis 2019 kontinuierlich
angestiegen (+800 Arbeitsplätze oder +16%).
Aber auch im Gastgewerbe insgesamt, der Branche welche sowohl das Beherbergungsgewerbe als
auch die Gastronomie umfasst, wurde die seit 2010 zu beobachtende positive Beschäftigungs-
entwicklung durch die Corona-Pandemie deutlich abgeschwächt: Von Ende 2019 bis Ende 2020 sind
rund 3 300 Arbeitsplätze verloren gegangen (-15% auf rund 18 700 Beschäftigte). Dieser Rückgang
fällt jedoch im Vergleich zur Entwicklung in anderen Städten moderat aus.
Die in Köln im Vergleich zum Beherbergungsgewerbe beschäftigungsintensivere Gastronomie
(Dreiviertel aller Beschäftigten der Branche Gastgewerbe arbeiten in der Gastronomie) gewann bei
stabilen Betriebszahlen zwischen 2010 und 2019 insgesamt 5 080 Beschäftigte hinzu. Rund die Hälfte
dieser neuen Arbeitsplätze ging zwischen 2019 und 2020 wieder verloren. Die bereits langjährig
anhaltenden Beschäftigungsrückgänge in Kneipen, Cafés sowie Diskotheken und Tanzlokalen haben
sich durch die Corona-Pandemie verschärft.
Das Gastgewerbe ist eine Branche, in der traditionell viele Minijobber*innen arbeiten: Durch die
Corona-Pandemie ist auch die Zahl dieser geringfügig Beschäftigten von 2019 bis 2020 um ein Drittel
(-6 000 Personen) gesunken. Für rund 29 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte der Branche
wurde in Köln von März 2020 bis August 2021 Kurzarbeit angezeigt.
Seit Jahresbeginn 2021 gibt es wieder positive Signale: Im Vergleich zum Jahresende 2020 gab es im
Juli 2021 deutliche Zuwächse bei Beherbergungsbetrieben (+22%), Bettenangebot (+20%),
Gästeankünften (+462%) und Übernachtungen (+368%) in Köln.
Kölner Statistische Nachrichten 17/2021
Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 3
Tourismus in Köln 2020 kam zeitweise komplett zum Stillstand
Mit dem Dom, dem Rhein, der Altstadt, Brauhauskultur und Karneval bietet Köln traditionell vielfältige
touristische Highlights für Besucher*innen aus dem In- und Ausland. Ein wichtiger Anziehungspunkt
sind außerdem die abwechslungsreichen Einkaufsmöglichkeiten in der Kölner Innenstadt. Die
Koelnmesse ist zudem einer der bedeutendsten Messestandorte Europas. Durch den zentral
gelegenen Hauptbahnhof und den Köln Bonn Airport ist Köln national und international gut
angebunden. Auch für Busgruppen und Teilnehmende an Flusskreuzfahrten ist Köln leicht erreichbar.
Nachdem der Tourismus in Köln sehr gut in das Jahr 2020 gestartet war, kam er durch die weltweiten
Reisebeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie und die beiden Lockdowns im März/April 20201
und November/Dezember 20202 jeweils komplett zum Stillstand. Auch wenn schrittweise Öffnungen
im Sommer 2020 eine Belebung und ein Zwischenhoch in der Tourismusbranche bewirkten, sind im
vergangenen Jahr das für Köln wichtige Messe- und Kongressgeschäft nahezu vollständig sowie große
Teile des Geschäftsreisetourismus weggefallen.
Mehr als 60 Prozent weniger Übernachtungen in 2020
Mit rund 1,44 Millionen Gästeankünften3 und 2,56 Millionen Übernachtungen verzeichnete Köln im
Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 62,3 Prozent bei den registrierten Ankünften in
Kölner Hotelbetrieben und um 61,1 Prozent bei den getätigten Übernachtungen. Vor der Corona-
Pandemie war die Zahl der Gästeankünfte zwischen 2010 und 2019 noch um rund die Hälfte auf
3,83 Millionen (+47%) und die der Übernachtungen um 44 Prozent auf 6,58 Millionen deutlich
angestiegen.4
Anteilig kamen 2020 mehr Gäste aus Deutschland nach Köln
Die Anzahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland ging dabei von 2019 bis 2020 mit rund
170 000 (-74%) stärker zurück als die von Gästen aus dem Inland mit rund 230 000 (-54%). Hierdurch
erhöhte sich der Anteil der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland 2020 auf rund drei Viertel
(2019: 65%). Gleichzeitig blieben die Gäste mit durchschnittlich 1,8 Tagen etwas länger in Köln als
noch 2019 (1,7 Tage).5
Fast 30 Prozent der Kölner Beherbergungsbetriebe mussten 2020 schließen
Im Jahr 2020 mussten vor dem Hintergrund der deutlich gesunkenen Übernachtungen 82 von 280
Kölner Beherbergungsbetrieben, die es im Jahr 2019 noch gab, schließen (-29%). Gleichzeitig
reduzierte sich im Verlauf des Jahres 2020 das Bettenangebot von rund 34 000 auf 29 000 (-15%) und
der Auslastungsgrad der Betten ging von 54 Prozent im Jahr 2019 auf ein Viertel im Jahr 2020 zurück.
1Der erste Corona-Lockdown trat am 22. März 2020 in Kraft und endete weitestgehend am 10. Mai 2020.
2Der zweite Corona-Lockdown trat am 2. November 2020 zunächst als Teil-Lockdown in Kraft. Ab dem 16. Dezember 2020 galt ein harter
Lockdown, der am 13.06.2021 weitestgehend beendet wurde.
3 Statistisch erfasst werden Beherbergungsbetriebe ab 10 Betten. Die Gästeankünfte beinhalten die Gesamtzahl der registrierten
Beherbergungsgäste. Die Übernachtungen bezeichnen die Anzahl der von diesen getätigten Übernachtungen.
4 Statistisches Landesamt NRW (IT.NRW) 2021 – Landesdatenbank NRW (Geschützter Bereich)
5 KölnTourismus 2021: 2020 - Schwieriges Jahr für den Tourismus in Köln; Siehe auch unter: https://www.koelntourismus.de/planen-
informieren/newsroom/news/2020-schwieriges-jahr-fuer-den-tourismus-in-koeln/, abgerufen am 30.8.2021
Kölner Statistische Nachrichten 17/2021
Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 4
Vor Beginn der Corona-Pandemie waren von 2010 bis 2019 die Zahlen der geöffneten
Beherbergungsbetriebe (+1%) und des Bettenangebots (+18%) sowie der Auslastungsgrad
(+6,5 Prozentpunkte) noch stetig angestiegen
Nach dem drastischen Rückgang bei Beherbergungsbetrieben und Bettenangebot sowie
Gästeankünften und Übernachtungen in Folge der Corona-Pandemie entwickeln sich wichtige
Kennzahlen des Kölner Gastgewerbes seit Jahresbeginn 2021 wieder zunehmend positiv (Grafik 1).
Im Juli 2021 erhöhten sich die Zahlen bei geöffneten Beherbergungsbetrieben (+44 oder +22%),
Bettenangebot (+5 300 oder +20%), Gästeankünften (+121 300 oder +462%) und Übernachtungen
(+216 400 oder +368%) gegenüber dem Jahresende 2020 deutlich.
Grafik 1: Entwicklung wichtiger Kennzahlen im Kölner Gastgewerbe
Quelle: Statistisches Landesamt NRW (IT.NRW) 2021 – Landesdatenbank NRW (Geschützter Bereich);
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
Weniger Beschäftigte im Beherbergungsgewerbe als im Jahr 2010
Der deutliche Rückgang der Gäste und Übernachtungen in Köln im Jahr 2020 korrespondiert mit der
Arbeitsplatzentwicklung im Kölner Beherbergungsgewerbe. Während die Zahl der sozial-
versicherungspflichtig Beschäftigten im Beherbergungsgewerbe (Hotels, Gasthöfe, Pensionen,
Ferienunterkünfte und so weiter) insgesamt von 2010 bis 2019 kontinuierlich angestiegen war (+800
Arbeitsplätze oder +16%), ist sie durch die Corona-Pandemie von 2019 bis 2020 sogar knapp unter das
Niveau von 2010 zurückgegangen (Tabelle 1).
Neben dem klassischen Tourismus sind In Köln zahlreiche Hotels überwiegend auf das Messegeschäft
ausgerichtet (beispielsweise „Dorint Hotel Köln an der Messe“) und waren daher durch den
kompletten Wegfall der Messegäste seit März 2020 besonders stark von der Corona-Pandemie
betroffen.
33 856
31 520
275 005
147 511
485 531
275 203
0
50 000
100 000
150 000
200 000
250 000
300 000
350 000
400 000
450 000
500 000
550 000
600 000
650 000
Jan 19
Feb 19
Mrz 19
Apr 19
Mai 19
Jun 19
Jul 19
Aug 19
Sep 19
Okt 19
Nov 19
Dez 19
Jan 20
Feb 20
Mrz 20
Apr 20
Mai 20
Jun 20
Jul 20
Aug 20
Sep 20
Okt 20
Nov 20
Dez 20
Jan 21
Feb 21
Mrz 21
Apr 21
Mai 21
Jun 21
Jul 21
Angebotene Betten
Gästeankünfte
Übernachtungen
Kölner Statistische Nachrichten 17/2021
Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 5
Beschäftigungszunahme auch im Gastgewerbe insgesamt durch Corona-Pandemie
deutlich abgeschwächt
Die Branche „Gastgewerbe“ umfasst mit rund 18 750 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in
Köln 2020 sowohl das Beherbergungsgewerbe als auch die Gastronomie.6 Rund drei Viertel von ihnen
(14 200 Personen) waren innerhalb der Gastronomie beschäftigt (Tabelle 1).
Die positive Beschäftigungsentwicklung, die im Kölner Gastgewerbe insgesamt seit 2010 zu
beobachten war (+5 834 Arbeitsplätze oder +36%, Tabelle 1), hat sich in Folge der Corona-Pandemie
deutlich abgeschwächt: Rund 3 300 Arbeitsplätze sind von Ende 2019 bis Ende 2020 verloren
gegangen (-15%).
Tabelle 1: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gastgewerbe 2010 bis 2020 (31.12.)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
Ga
stronomie insgesamt büßt nach Wachstumskurs der letzten zehn Jahre in 2020 viele
Arbeitsplätze ein
In den Jahren 2010 bis 2019 gab es in Köln rund 1 800 Restaurants, Imbissstuben, Cafés und Eissalons.
Die Zahl der Kneipen, Diskotheken und Bars ist in diesen Jahren nur geringfügig von 980 auf 930
gesunken.7 Trotz dieser recht stabilen Betriebszahlen gewann die gesamte Gastronomie zwischen
2010 und 2019 insgesamt 5 080 Beschäftigte hinzu. Rund die Hälfte (-2 454) der Zahl an diesen hinzu
6 Zum Gastgewerbe zählen alle Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe, deren wirtschaftliche Tätigkeit ausschließlich oder überwiegend
darin besteht, gegen Bezahlung entweder Übernachtung für eine begrenzte Zeit (auch mit Bereitstellung von Speisen und Getränken)
anzubieten (Beherbergung) oder Mahlzeiten und/oder Getränke üblicherweise zum sofortigen oder späteren Verzehr abzugeben, sowie die
Caterer (Gastronomie).
7 Statistisches Landesamt NRW (IT.NRW): Umsatzsteuerstatistik 2019. Zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Entwicklung der
Zahl der Kölner Gastronomiebetriebe sind derzeit keine aktuellen Daten verfügbar. Es ist allerdings davon auszugehen, dass zahlreiche
Gastronomiebetriebe die Folgen der beiden Lockdowns während der Pandemie in 2020 nicht überstanden haben und schließen mussten.
absolut % absolut %
Beherbergung 4 621 5 375 4 549 754 16,3 -826 -15,4
Hotels, Gasthöfe und Pensionen 4 377 5 062 4 271 685 15,6 -791 -15,6
Ferienunterkünfte und ähnliche Beherbergungsstätten 120 172 147 52 43,3 -25 -14,5
Sonstige (Campingplätze, Privatquartiere, etc.) 124 141 131 17 13,7 -10 -7,1
Gastronomie 11 571 16 651 14 197 5.080 43,9 -2.454 -14,7
Restaurants mit herkömmlicher Bedienung 4 479 6 729 5 719 2.250 50,2 -1.010 -15,0
Restaurants mit Selbstbedienung 1 534 1 774 1 326 240 15,6 -448 -25,3
Imbissstuben 749 1 293 1 207 544 72,6 -86 -6,7
Cafés 848 996 827 148 17,5 -169 -17,0
Eissalons 149 177 149 28 18,8 -28 -15,8
Event-Caterer 134 744 656 610 455,2 -88 -11,8
Sonstige Verpflegungsdienstleistungen 1 239 2 555 2 360 1.316 106,2 -195 -7,6
Schankwirtschaften 2 179 2 016 1 636 -163 -7,5 -380 -18,8
Diskotheken und Tanzlokale 154 117 89 -37 -24,0 -28 -23,9
Bars 78 186 169 108 138,5 -17 -9,1
Sostige Gastronomie (Vergnügungslokale, etc.) 28 64 59 36 128,6 -5 -7,8
Gastgewerbe insgesamt 16 192 22 026 18 746 5.834 36,0 -3.280 -14,9
Dienstleistungssektor insgesamt 397 339 528 560 526 268 131.221 33,0 -2.292 -0,4
Alle Branchen 474 403 591 536 587 735 117.133 24,7 -3.801 -0,6
Anteil Dienstleistungssektor 4,1 4,2 3,6 0,1 -0,6
Anteil an allen Branchen 3,4 3,7 3,2 0,3 -0,5
Veränderung
2019-2020Gastgewerbe 2010 2019 2020
Veränderung
2010-2019
Kölner Statistische Nachrichten 17/2021
Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 6
gekommenen Arbeitsplätzen ging zwischen 2019 und 2020 wieder verloren (Tabelle 1). Diese
Gesamtbeobachtung trifft auch auf Restaurants mit herkömmlicher Bedienung zu, die absolut
betrachtet beschäftigungsintensivste Unterbranche in der Gastronomie.
Bestehender Abwärtstrend bei der Beschäftigung in Kneipen, Cafés sowie Diskotheken und
Tanzlokalen durch Pandemie verschärft
Bereits schon zwischen 2010 und 2019 kam es in einigen anderen Unterbranchen innerhalb der
Gastronomie zu Beschäftigtenverlusten. Eine solche Negativentwicklung hat sich bei Schank-
wirtschaften, Cafés sowie Diskotheken und Tanzlokalen durch die Corona-Pandemie nochmals
verschärft: In den Schankwirtschaften (Kneipen) sind beispielsweise von Ende 2010 bis Ende 2019
rund 163 Arbeitsplätze verloren gegangen; zwischen 2019 und 2020 war es bereits ein Minus von
380 Arbeitsplätzen.
Pandemiebedingt 6 000 weniger Minijobs im Gastgewerbe im Jahr 2020
Das Gastgewerbe ist eine Branche, in der traditionell viele Minijobber*innen arbeiten: Durch die
Corona-Pandemie ist auch die Zahl dieser geringfügig Beschäftigten von 2019 bis 2020 zurück-
gegangen, und zwar von rund 18 300 um 6 000 oder ein Drittel auf 12 300 Personen. Von 2010
(14 200) bis 2019 war hier noch eine Beschäftigungszunahme von rund 4 100 Personen (+29%) zu
beobachten. Anders als bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, können die geringfügigen
Beschäftigungsverhältnisse nicht durch das arbeitsmarktpolitische Instrument der Kurzarbeit
abgefedert werden.
Grafik 2: Anzeigen für Beschäftigte in Kurzarbeit im Kölner Gastgewerbe
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
8 325
11 916
1 462
204 92 185 53 218
2 766
1 845
1 321
287 144 57 64 66 44 14
0
2 000
4 000
6 000
8 000
10 000
12 000
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
2020
2021
Personen in Anzeigen
über Kurzarbeit
Berichtsmonat
Kölner Statistische Nachrichten 17/2021
Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 7
Viele Arbeitnehmer*innen im Gastgewerbe waren in Kurzarbeit
Insbesondere im Kölner Gastgewerbe waren zahlreiche Unternehmen und Arbeitnehmer*innen in
Folge der Corona-Pandemie von Kurzarbeit betroffen.8 In Köln haben von März 2020 bis August 2021
rund 3 200 Betriebe im Kölner Gastgewerbe für rund 29 000 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt.
Nachdem in Köln die Anzeigen für Beschäftigte in Kurzarbeit während des ersten Lockdowns im April
letzten Jahres auf rund 11 900 stark gestiegen waren, gingen sie von Mai bis Oktober wieder deutlich
auf rund 200 zurück (Grafik 2). Mit Beginn des zweiten Lockdowns ist die Zahl der Beschäftigten, für
die Kurzarbeit angezeigt wurde, im November 2020 wieder auf rund 2 800 angestiegen. Im Dezember
des letzten Jahres ging sie auf zunächst 1 800 Personen zurück und verringerte sich von Januar bis
August 2021 sukzessive auf nur noch 14 Personen.
Männer arbeiten häufiger als Frauen in Diskotheken, Bars, Kneipen und Restaurants,
Imbissen sowie im Catering
Das Geschlechterverhältnis im Gastgewerbe insgesamt (44% Frauen und 56% Männer, Grafik 3)
entspricht in etwa dem der Gesamtbeschäftigung (47% Frauen und 53% Männer). In Diskotheken und
Tanzlokalen (30%), beim Event-Catering und in Imbissstuben (jeweils 33%), in Bars und herkömmlichen
Restaurants (34%) sowie in Kneipen (Schankwirtschaften, 36%) arbeiten deutlich weniger Frauen als
Männer.
Grafik 3: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gastgewerbe - Anteil Frauen in % 2020
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
8Dieses arbeitsmarktpolitische Instrument dient in erster Linie der Erhaltung von Arbeitsplätzen und damit zur Verhinderung eines stärkeren
Anstiegs der Arbeitslosigkeit in den besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Branchen.
44
30
33
33
34
34
36
45
54
57
57
59
59
0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100
Gastgewerbe insgesamt
Diskotheken und Tanzlokale
Event-Caterer
Imbissstuben
Restaurants mit herkömmlicher Bedienung
Bars
Schankwirtschaften
Restaurants mit Selbstbedienung
Hotels, Gasthöfe und Pensionen
Eissalons
Ferienunterkünfte
Sonstige Verpflegungsdienstleistungen
Cafés
Kölner Statistische Nachrichten 17/2021
Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 8
Grafik 4: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gastgewerbe - Anteil Teilzeit in % 2020
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
Grafik 5: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gastgewerbe - Anteil Akademiker in % 2020
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
51
25
36
37
53
53
56
61
64
64
62
68
75
39
13
22
37
38
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29
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62
60
61
44
20
30
37
44
46
49
50
50
54
62
63
66
0 20 40 60 80 100
Gastgewerbe insgesamt
Hotels, Gasthöfe und Pensionen
Ferienunterkünfte
Diskotheken und Tanzlokale
Restaurants mit Selbstbedienung
Eissalons
Event-Caterer
Restaurants mit herkömmlicher Bedienung
Sonstige Verpflegungsdienstleistungen
Schankwirtschaften
Cafés
Bars
Imbissstuben Insgesamt
Männer
Frauen
9
3
7
6
9
9
11
5
7
10
11
16
14
6
4
4
5
5
7
6
13
9
8
9
9
13
7
4
5
6
6
8
8
8
8
9
10
13
13
0 5 10 15 20 25
Gastgewerbe insgesamt
Sonstige Verpflegungsdienstleistungen
Imbissstuben
Restaurants mit Selbstbedienung
Restaurants mit herkömmlicher Bedienung
Schankwirtschaften
Diskotheken und Tanzlokale
Ferienunterkünfte
Bars
Hotels, Gasthöfe und Pensionen
Event-Caterer
Cafés
Eissalons Insgesamt
Männer
Frauen
Kölner Statistische Nachrichten 17/2021
Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 9
Überdurchschnittliche Teilzeitquote im Gastgewerbe, besonders in Imbissen,
Bars und Cafés
Mit 44 Prozent liegt der Teilzeitanteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gastgewerbe
im Vergleich mit der Gesamtwirtschaft (29%) wesentlich höher (Grafik 4). Dabei ist jede zweite Frau
und auch mehr als jeder dritte Mann teilzeitbeschäftigt, ein hoher Wert mit Blick auf die
Gesamtwirtschaft.
Wenige Beschäftigte mit Hochschulabschluss im Gastgewerbe
Hochqualifizierte sind im Gastgewerbe weniger stark vertreten als in anderen Branchen. Von den rund
18 700 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die derzeit hier arbeiten, haben rund 1 300 einen
akademischen Abschluss, das sind sieben Prozent aller Beschäftigten. In der gesamten Kölner
Wirtschaft liegt der Anteil akademischer Abschlüsse bei gut einem Viertel (Grafik 5).
Regionalvergleich:
Köln mit moderatem Beschäftigungsrückgang durch die Corona-Pandemie
Gemessen am Beschäftigtenanteil des Gastgewerbes an allen Branchen (Branchenanteil) steht Köln
mit 3,2 Prozent zwar an vorletzter Stelle der Vergleichsstädte, allerdings liegen die Branchenanteile
der Vergleichsstädte relativ nahe beieinander und bewegen sich zwischen lediglich 2,6 und
4,3 Prozent (Tabelle 2, Grafik 6).
In Köln ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gastgewerbe zwischen 2010 und
2019 zwar um 36 Prozent gestiegen, allerdings wurde diese positive Beschäftigungsentwicklung durch
die Corona-Pandemie deutlich abgeschwächt (Grafik 7). Mit einem Rückgang um rund 15 Prozent von
Ende 2019 bis Ende 2020 ist die Beschäftigung in Köln hierdurch zwar nicht ganz so deutlich gesunken,
wie in München (-18,1%) und Düsseldorf (-20,3%), aber stärker als in Leipzig (-10,1%) und auch
Hamburg (-11,9%).
Tabelle 2: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gastgewerbe 2020 – Regionalvergleich
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
Hotels, Gasthöfe und Pensionen 4 271 3 232 5 999 14 933 7 995 9 239 2 167 2 051 30 438 249 722
Ferienunterkünfte und
ähnliche Beherbergungsstätten 147 84 * 401 134 102 * 77 2 202 22 069
Campingplätze * 0 * 33 19 15 * * 358 4 507
Sonstige Beherbergungsstätten 128 33 * 147 114 352 25 * 529 3 168
Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben,
Cafés, Eissalons 9 228 7 298 9 408 34 065 18 113 17 545 6 202 4 835 89 617 483 304
Caterer und sonstige Verpflegungs-
dienstleistungen 3 016 2 843 5 825 12 957 7 461 4 015 2 059 2 910 33 442 172 111
Ausschank von Getränken 1 953 925 1 044 4 797 1 844 1 670 593 445 9 136 41 879
Gastgewerbe insgesamt 18 746 14 415 22 401 67 333 35 680 32 938 11 238 10 333 165 722 976 760
Alle Branchen 587 735 434 073 604 512 1 563 139 1 009 725 903 630 429 861 279 454 7 082 335 33 700 284
Anteil an allen Branchen 3,2 3,3 3,7 4,3 3,5 3,6 2,6 3,7 2,3 2,9
*Werte werden aus Datenschutzgründen (Dominanzprinzip) nicht ausgewiesen; Geschätzter Wert für Köln
Köln Düssel-
dorf Berlin Hamburg München NRW Deutsch-
land
Frankfurt/
Main Stuttgart LeipzigGastgewerbe
Kölner Statistische Nachrichten 17/2021
Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 10
Grafik 6: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gastgewerbe -
Regionalvergleich: Anteile am gesamten Beschäftigungsvolumen in Prozent 2020
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
Grafik 7: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gastgewerbe -
Regionalvergleich: Veränderungen 2010 bis 2019 und 2019 bis 2020 in Prozent
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
2,3 (165 722)
2,9 (976 760)
2,6 (11 238)
3,2 (18 746)
3,3 (14 415)
3,5 (35 680)
3,6 (32 938)
3,7 (22 401)
3,7 (10 333)
4,3 (67 333)
0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 4,5 5,0
Nordrhein-Westfalen
Deutschland
Stuttgart
Köln
Düsseldorf
Hamburg
München
Frankfurt/Main
Leipzig
Berlin
67,8
40,7
36,0
46,6
57,5
36,3
36,6
42,4
34,6
33,6
-10,1
-11,9
-14,9
-15,3
-15,7
-16,2
-18,1
-20,3
-10,2
-11,2
-30,0 -20,0 -10,0 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0 80,0
Leipzig
Hamburg
Köln
Stuttgart
Berlin
Frankfurt/Main
München
Düsseldorf
Deutschland
NRW
2019-2020 2010-2019
Kölner Statistische Nachrichten 17/2021
Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 11
Grafik 8: Sozialversicherungspflichtig Beschäftige im Catering und sonstigen Verpflegungsdienstleistungen -
Regionalvergleich: Veränderungen 2010 bis 2019 und 2019 bis 2020 in Prozent
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
Köln holt im Catering auf
Köln verzeichnet mit einem Plus von rund 140 Prozent zwischen 2010 und 2019 im Bereich Catering
und sonstige Verpflegungsdienstleistungen den größten relativen Beschäftigtenzuwachs (Grafik 8).
Dieser starke Anstieg ist allerdings Ausdruck eines sogenannten Basiseffekts, der durch geringe
Ausgangswerte entsteht, da Köln hier seit 2010 deutlich aufgeholt hat.
Kölner Beschäftigtenrückgang in Restaurants und Gaststätten in 2020 ähnlich wie in
anderen Städten
Bei Restaurants und Gaststätten liegt Köln mit einem Beschäftigungsplus von rund 41 Prozent von
2010 bis 2019 an fünfter Stelle der Vergleichsstädte (Grafik 9).
Durch die Corona-Pandemie ist die Beschäftigung in Köln zwischen 2019 und 2020 um rund
16 Prozent zurückgegangen. Insbesondere in Düsseldorf (-16,6%) und Stuttgart (-14%) gab es ähnliche
Beschäftigungsrückgänge.
Beschäftigungsabnahme bei Hotels, Gasthöfen und Pensionen in 2020 ebenfalls ähnlich
wie in Vergleichsstädten
Mit einer Beschäftigungszunahme von lediglich rund 16 Prozent zwischen 2010 und 2019 ist die Zahl
der Arbeitsplätze in Kölner Hotels, Gasthöfen und Pensionen im Vergleich zu anderen deutschen
Großstädten weniger stark gestiegen. (Grafik 10).
80,7
50,0
140,3
78,8
86,4
97,1
16,7
76,2
63,8
70,5
-1,4
-3,5
-8,6
-12,9
-13,0
-13,4
-13,8
-30,8
-5,9
-7,6
-40,0 -20,0 0,0 20,0 40,0 60,0 80,0 100,0 120,0 140,0
Berlin
Hamburg
Köln
München
Stuttgart
Leipzig
Frankfurt/Main
Düsseldorf
Deutschland
NRW
2019-2020 2010-2019
Kölner Statistische Nachrichten 17/2021
Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 12
Grafik 9: Sozialversicherungspflichtig Beschäftige in Restaurants und Gaststätten-
Regionalvergleich: Veränderungen 2010 bis 2019 und 2019 bis 2020 in Prozent
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
Grafik 10: Sozialversicherungspflichtig Beschäftige in Hotels, Gasthöfen und Pensionen -
Regionalvergleich: Veränderungen 2010 bis 2019 und 2019 bis 2020 in Prozent
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
52,9
36,1
42,7
41,4
37,3
61,9
46,1
31,5
31,4
32,6
-7,8
-12,8
-14,0
-15,9
-16,6
-18,8
-19,3
-19,6
-11,2
-11,6
-30,0 -10,0 10,0 30,0 50,0 70,0
Leipzig
Hamburg
Stuttgart
Köln
Düsseldorf
Berlin
Frankfurt/Main
München
Deutschland
NRW
2019-2020 2010-2019
49,7
15,6
33,8
37,9
30,2
25,0
21,9
21,2
24,0
16,4
-14,5
-15,6
-16,2
-17,6
-18,2
-18,4
-18,8
-22,9
-11,6
-13,7
-30,0 -10,0 10,0 30,0 50,0
Leipzig
Köln
Frankfurt/Main
Hamburg
München
Berlin
Düsseldorf
Stuttgart
Deutschland
NRW
2010-20192019-2020
Kölner Statistische Nachrichten 17/2021
Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Seite 13
Durch das weitgehende Ausbleiben der Auslandsgäste in Folge der Corona-Pandemie ist die
Beschäftigung in Köln von 2019 bis 2020 prozentual in gleichem Maße zurückgegangen (-15,6%),
wie sie vor der Pandemie seit 2010 zugenommen hatte. Den stärksten Beschäftigungsrückgang
verzeichnete Stuttgart mit rund 23 Prozent.
Ausblick
Nach einer deutschlandweiten Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
(IAB) im Juli 2021 verringerte sich die Zahl der Betriebe im Gastgewerbe, die ihre Existenz bedroht
sehen, seit Mai um 30 Prozentpunkte auf nun 7 Prozent. Ursächlich für den wachsenden Optimismus
im Gastgewerbe sind die Öffnungen seit Juni dieses Jahres: So gaben im Juli nur noch 14 Prozent der
Betriebe an, vollständig oder teilweise geschlossen zu sein, während es im Mai noch 85 Prozent
waren.9
Der deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) berichtet im September 2021 von einer
Trendwende im deutschen Gastgewerbe und dem besten Umsatz seit Beginn der Corona-Pandemie:
In Folge der Lockerungen und einer erhöhten Nachfrage durch Tourismus lagen die Umsätze der
Branche im August 2021 nur 5,7 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2019. Betriebe, die
vorwiegend Erlöse mit Tourismus erzielten, verzeichneten durch den Trend zum Heimaturlaub und
zum regionalen Tourismus sogar drei Prozent mehr Umsatz. Dagegen sei die Situation der nicht-
touristisch geprägten Gastronomie mit einem Umsatzminus von zehn Prozent weiterhin angespannt,
da große Veranstaltungen, Messen und Kongresse erst seit Kurzem wieder stattfänden.10
Durch die neue Corona-Schutzverordnung seien keine nennenswerten Einschränkungen für Geimpfte,
Genesene oder Getestete mehr vorgesehen. Es sei jedoch davon auszugehen, dass an Stelle der derzeit
geltenden 3G-Regelung11 mit zunehmender Impfquote in den nächsten Monaten verstärkt das
2G-Modell12 zur Anwendung kommt. Nach der DEHOGA-Umfrage will die Mehrheit der Betriebe des
Gastgewerbes die 2G-Regelung zwar derzeit nicht einführen, allerdings plant jeder fünfte Betrieb, von
einer freiwilligen Einführung der 2G-Regel im Rahmen des Hausrechts Gebrauch zu machen.
Für das Beherbergungsgewerbe, das besonders auf Großveranstaltungen wie Messen, Sportevents
und Konzerte angewiesen ist, könnte dieser Trend zu einer weiteren Verbesserung der wirtschaftlichen
Lage führen. Auch die Gastronomie würde hiervon profitieren, da sie das Sitzplatzangebot und damit
den Umsatz spürbar erhöhen könnte, wenn nur noch geimpfte und genesene Personen Zutritt zu
Kneipen und Restaurants hätten.
9 Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) 2021: Erholung von der Corona-Krise: Betriebe blicken optimistischer in die Zukunft;
Siehe auch unter: https://www.iab.de/de/informationsservice/presse/presseinformationen/becovidwelle15.aspx, abgerufen am 26.8.2021
10 DEHOGA Bundesverband 2021: Ergebnisse der aktuellen DEHOGA-Umfrage: In vielen gastgewerblichen Betrieben wächst die Zuversicht.
Siehe auch unter: https://www.dehoga-bundesverband.de/presse-news/pressemitteilungen/detail/news/ergebnisse-der-aktuellen-dehoga-
umfrage-in-vielen-gastgewerblichen-betrieben-waechst-die-
zuversicht/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=45880dcee9fc74fa387a5e07f2d41372,
abgerufen am 7.9.2021
11 Geimpft, genesen oder getestet
12 Geimpft oder genesen
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
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Die Oberbürgermeisterin
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Amt für Presse und Öffentlichkeitsarbeit
ISSN 2192-9726
© Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit
Quellenangabe 13/15/0/10.2021
Mitteilung Ausschuss
3329 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IX/15/153 153 Vorlagen-Nummer 11.11.2021 3910/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Wirtschaftsausschuss 18.11.2021 Kölner Statistische Nachrichten – 17/2021 Gastgewerbe und Tourismus Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020 Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln hat mit den Kölner Statistischen Nachrich- ten 17/2021 den Bericht “Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2010 bis 2020“ veröffentlicht. Pandemiebedingt kam der Tourismus in Köln im Jahr 2020 zeitweise komplett zum Stillstand und auch das für Köln wichtige Messe- und Kongressgeschäft sowie große Teile des Geschäftsreisetou- rismus sind nahezu vollständig weggefallen. War vor der Corona-Krise die Zahl der Gästeankünfte zwischen 2010 und 2019 noch um etwa die Hälfte auf rund 3,8 Millionen und die der Übernachtungen um 44 Prozent auf rund 6,6 Millionen deutlich angestiegen, verzeichnete Köln im Jahr 2020 gegen- über dem Vorjahr einen Rückgang von mehr als 60 Prozent bei den registrierten Ankünften in Kölner Hotelbetrieben (1,44 Millionen) und den dort getätigten Übernachtungen (2,56 Millionen). Der deutliche Rückgang der Gäste und Übernachtungen in Köln im Jahr 2020 korrespondiert mit der Arbeitsplatzentwicklung im Kölner Beherbergungsgewerbe. Hier ist die Beschäftigtenzahl in Köln un- ter das Niveau des Jahres 2010 zurückgegangen. Zuvor war sie von 2010 bis 2019 kontinuierlich angestiegen (+800 Arbeitsplätze oder +16%). Aber auch im Gastgewerbe insgesamt, der Branche welche sowohl das Beherbergungsgewerbe als auch die Gastronomie umfasst, wurde die seit 2010 zu beobachtende positive Beschäftigungsent- wicklung durch die Corona-Pandemie deutlich abgeschwächt: Von Ende 2019 bis Ende 2020 sind rund 3 300 Arbeitsplätze verloren gegangen (-15% auf rund 18 700 Beschäftigte). Dieser Rückgang fällt jedoch im Vergleich zur Entwicklung in anderen Städten moderat aus. Die in Köln im Vergleich zum Beherbergungsgewerbe beschäftigungsintensivere Gastronomie (Drei- viertel aller Beschäftigten der Branche Gastgewerbe arbeiten in der Gastronomie) gewann bei stabi- len Betriebszahlen zwischen 2010 und 2019 insgesamt 5 080 Beschäftigte hinzu. Rund die Hälfte dieser neuen Arbeitsplätze ging zwischen 2019 und 2020 wieder verloren. Die bereits langjährig an- haltenden Beschäftigungsrückgänge in Kneipen, Cafés sowie Diskotheken und Tanzlokalen haben sich durch die Corona-Pandemie verschärft. Das Gastgewerbe ist eine Branche, in der traditionell viele Minijobber*innen arbeiten: Durch die Corona-Pandemie ist auch die Zahl dieser geringfügig Beschäftigten von 2019 bis 2020 um ein Drittel (-6 000 Personen) gesunken. Für rund 29 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte der Branche wurde in Köln von März 2020 bis August 2021 Kurzarbeit angezeigt. 2 Seit Jahresbeginn 2021 gibt es wieder positive Signale: Im Vergleich zum Jahresende 2020 gab es im Juli 2021 deutliche Zuwächse bei Beherbergungsbetrieben (+22%), Bettenangebot (+20%), Gäs- teankünften (+462%) und Übernachtungen (+368%) in Köln. gez. Greitemann Anlage KSN 17/2021 “Gastgewerbe und Tourismus - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regional- vergleich 2010 bis 2020“
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3910/2021
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 11.11.2021
- Erstellt
- 08.11.2021 08:52