Mandari Insight

V/0081/2013

Sucht im Alter

Vorlagen 08.04.2013

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Nächste Beratung: Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung, Sitzung am 07.05.2013, TOP 11

Beschlussvorlage

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Ansehen

Sucht im Alter_Bericht_13-04-19

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Ansehen

0203_Antrag Sucht im alter

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Ansehen

Beschlussvorlage

3800 Zeichen

V/0081/2013 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Sucht im Alter 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
29.04.2013 Kommunale Seniorenvertretung Vorberatung 
30.04.2013 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen
 Vorberatung 
07.05.2013 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
1. Der Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung nimmt den Bericht „Sucht 
im Alter – Ein Bericht zur aktuellen Lage in Münster“ zustimmend zur Kenntnis. 
 
2. Der von der Gesundheitskonferenz eingerichtete Arbeitskreis wird Handlungsempfehlungen 
für Münster erarbeiten, die der Gesundheitskonferenz und den zuständigen politischen 
Gremien vorgelegt werden. 
 
3. Der SPD-Antrag an den Rat Nr. A-R/0006/2012 zum Thema „Süchte älterer Menschen er-
kennen und handeln!“ ist hiermit erledigt. 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
keine 
 
 
Begründung: 
Der Antrag der SPD Fraktion an den Rat zum Thema „Süchte älterer Menschen erkennen und 
handeln!“ wurde mit Beschluss des Hauptausschusses vom 09.05.2012 zur we iteren Beratung an 
die Kommunale Seniorenvertretung sowie den Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeit s-
förderung verwiesen.  
 
Die Verwaltung hat unter Beteiligung der Kommunalen Seniorenvertretung, der Wohlfahrtsverbä n-
de, der Einrichtungen der Suchthi lfe sowie der Ärzte- und Apothekerkammer einen Gesundheit s-
bericht „Sucht im Alter – Ein Bericht zur aktuellen Lage in Münster “ erstellt. Dabei wurden auch 
Anregungen aus der Gesundheitskonferenz berücksichtigt.  
 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0081/2013 
Auskunft erteilt: 
Frau Dr. Schnabel 
Ruf: 
492-5350 
E-Mail: 
Schnabel@stadt-muenster.de  
Datum: 
19.04.2013 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0081/2013 
Der Bericht gibt einen Überblick über die aktuelle suchtmedizinische Versorgung älterer Menschen 
in Münster. Er beschreibt die Problemstellung „Sucht im Alter“ und die in Münster nach Einschä t-
zung verschiedener Institutionen der Sucht -, Kranken- und Altenhilfe vorhandene Versorgungsl a-
ge.  
 
Im Kapitel 9 wurden auf der Grundlage der formulierten Anregungen der Expertinnen und Experten 
erste Handlungsempfehlungen skizziert, die dazu beitragen können, dem Missbrauch und der A b-
hängigkeit von Suchtmitteln auch im höheren Lebensalter wirkungsvoll zu begegn en und die Ve r-
sorgungslage in Münster durch koordiniertes Zusammenwirken aller Akteure zu verbessern. 
 
Zur Konkretisierung dieser Empfehlungen hat die Kommunale Gesundheitskonferenz zum Thema 
„Sucht im Alter“ einen Arbeitskreis eingerichtet, der voraussichtlich bis Ende 2014  entsprechende 
Handlungsempfehlungen für Münster erarbeiten wird. Die Ergebnisse werden der Gesundheitskon-
ferenz und den zuständigen politischen Gremien vorgelegt.  
 
Das Thema Sucht im Alter ist nicht nur in der Stadt Münster von Interes se. Herr Dr. Weth, als Ge-
schäftsführer des Gesunde Städte -Netzwerkes, hat anlässlich einer Besprechung im Büro der 
Drogenbeauftragten der Bundesregierung zum Thema „Nationales Gesundheitsziel Gesund älter 
werden“ auf den Gesundheitsbericht der Stadt Münste r aufmerksam gemacht. Das Bundesg e-
sundheitsministerium zeigte sich sehr interessiert. Herr Dr. Weth wurde zu einer Fachtagung der 
Drogenbeauftragten des Bundes am 19.06.2013 nach Berlin eingeladen und wird dort zum Thema 
„Sucht im Alter – auch eine kommuna le Herausforderung! Kommune als Partner im Hilfesystem 
am Beispiel der Stadt Münster“ über die Aktivitäten in Münster berichten. 
 
 
In Vertretung 
 
gez. 
Thomas Paal 
Stadtrat 
 
Anlagen: 
• Antrag der SPD-Fraktion Nr. A-R/0006/2012  
„Süchte älterer Menschen erkennen und handeln!“ vom 31.01.2012 
• Bericht „Sucht im Alter“

Sucht im Alter_Bericht_13-04-19

70465 Zeichen

Sucht im Alter  
Ein Bericht zur aktuellen Lage in Münster 
April 2013 
Amt für Gesundheit,  
Veterinär- und  
Lebensmittelangelegenheiten

Sucht im Alter 
Impressum 
Herausgeberin:  
Stadt Münster, Amt für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten 
Text:  Dr. Tina Schnabel 
Redaktion:  Dr. Norbert Schulze Kalthoff 
 Dr. Claus Weth 
 Brigitte Kempe 
Druck:  Stadt Münster 
Stand: 19.04.2013

Inhaltsverzeichnis 
1 Auftrag und Ziel ........................................................................................................4  
2 Einleitung ..................................................................................................................5  
3 Problemstellung ........................................................................................................6  
4 Daten ........................................................................................................................7  
5 Einrichtungen der Prävention, Versorgung und Hilfen in Münster ............................9  
6 Bewertung der Versorgungslage in Münster durch Expertinnen und Experten 
der Sucht-, Kranken- und Altenhilfe: .......................................................................11  
7 Umfrageergebnisse aus der Befragung „Süchte älterer Menschen erkennen 
und handeln“ – Münster 2012 und Bewertung........................................................14  
8 Weitere Stellungnahmen und Anregungen aus der Gesundheitskonferenz............23  
9 Handlungsempfehlungen für Münster.....................................................................26  
10 Anlagen...................................................................................................................28

4 
1 Auftrag und Ziel 
1.1 SPD-Antrag Süchte älterer Menschen erkennen und handeln! 
Die SPD Fraktion hat am 31.01.2012 den Antrag an den Rat Nr. A-R/0006/2012 ein-
gebracht. Am 09.05.2012 hat der Hauptausschuss den Antrag zur weiteren Beratung 
an die Seniorenvertretung und an den Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Ar-
beitsförderung verwiesen. Die SPD regt an, einen Bericht vorzulegen, der: 
1. einen quantitativen und qua litativen Problemaufriss für die Stadt Münster darstellt, 
2. den kommunalen Hilfebedarf umreißt, 
3. die Zusammenarbeit der unterschiedlic hen Professionen und Hilfsangebote für 
Suchtkranke dokumentiert und die Passgenauigkeit von Hilfeangeboten für Seni-
orinnen und Senioren ermittelt, 
4. die zukünftig notwendigen kommunalen Ha ndlungsschritte aufzeigt (insbesondere 
Aufklärungskampagnen, Schulungen für Angehörige und Pflegende/Betreuende, 
lokale Therapieeinrichtungen). 
5. In die Zusammenarbeit zur Berichters tattung sind die Seniorenvertretung, die 
Wohlfahrtsverbände, die Einrichtungen der Suchthilfe sowie Ärzte- und Apothe-
kerkammer einzubeziehen. Die Berichterstattung ist geschlechtergerecht auszu-
richten, insbesondere die Handlungsempfehlungen sind für Frauen und Männer 
gesondert auszuweisen. 
Die Begründung dazu erläutert der Antrag.  
1.2 Ziel 
Ziel muss es sein, die Suchtproblematik im Alter sichtbarer zu machen und  Empfeh-
lungen sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Situation zu erarbeiten bzw. zu initi-
ieren. (vgl. auch Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.; DHS) 
Die Umsetzung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und erfordert auch auf 
kommunaler Ebene eine Verantwortlichkeit und ein koordiniertes Zusammenwirken 
aller Akteure aus der gesundheitlichen Vorsorge und Versorgung, der Suchtkranken-
hilfe mit den Beratungsdiensten vor Ort bis hin in die Bereiche von Selbsthilfe und 
Dienstleistungen der Altenhilfe und Pflege. Daher wird dieser Bericht u. a. auch der 
Kommunalen Gesundheitskonferenz und der kommunalen Seniorenvertretung zur 
Beratung, Mitwirkung und Unterstützung vorgelegt.

5 
2 Einleitung  
Sucht stammt aus dem Begriff „siechen“ als Leiden an einer Krankheit. Später wurde  
Sucht in der Fachsprache durch Missbrauch und Abhängigkeit ersetzt, ist jedoch im 
allgemeinen Sprachgebrauch als „Sucht“ erhalten geblieben. Man unterscheidet zwi-
schen stoffabhängigen (z. B. Alkohol, Tabletten) und nicht stoffgebundenen Süchten 
(z. B. Spielsucht, Ess-Sucht, Magersucht). Heute ist der Begriff international klassifi-
ziert (International Classification of Diseases, ICD F10 - ICD F19) im Sinne eines un-
erlaubten bis hin schädigenden Gebrauches einer bestimmten Substanz mit sozia-
len, physischen und psychischen Folgen für den Menschen. Hierzu gehören z. B. 
Entzugserscheinungen wie Unruhe, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Angstzustän-
de und Schweißausbrüche. Abhängigkeit wird heute als Krankheit angesehen. Ins-
besondere der Missbrauch von Alkohol, Medikamenten, sog. illegalen Drogen und 
Tabakkonsum können in eine Abhängigkeit führen. 
Alkohol und psychoaktive Medikamente können  auch im höheren Alter zu Miss-
brauch und Abhängigkeit und damit auch zu schweren gesundheitlichen Schäden 
führen. Das Thema bedarf einer besonderen Aufmerksamkeit, weil die Anzahl der 
Menschen jenseits des 60. Lebensjahres steigt und weiter wachsen wird. Insgesamt 
wird mit dieser demografischen Entwicklung ein Anstieg der Fälle von Suchtmittel-
missbrauch und Suchterkrankungen im Alter erwartet. Dies gilt auch für die Gruppe 
älterer Konsumenten von sog. Illegalen Drogen, deren Anteil derzeit  eher sehr ge-
ring ist, auch weil diese Menschen früher sterben. Somit beschäftigt sich dieser Be-
richt vorrangig mit der Alkohol- und Arzneimittelsucht im Alter.  
Das Wegbrechen sozialer Kontakte, Einsamkeit, Gefühle der zunehmenden Wertlo-
sigkeit, Ängste und familiäre Probleme sind häufige Ursachen, die zu Konflikten mit 
dem Umfeld, zum Rückzug aus der Gesellschaft, zu weiteren gesundheitlichen Ein-
schränkungen, zur Verwahrlosung bis hin zur Depression und Entwicklung von 
Suchterkrankungen führen können.

6 
3 Problemstellung 
Die Personengruppe ab Eintritt in das Rentenalter ist in Bezug auf das Thema Sucht  
sowohl von der Suchtforschung als auch von der Suchtprävention eine bisher wenig 
beachtete Zielgruppe. Ein mangelndes Problembewusstsein in der medizinischen 
und pflegerischen Versorgung z. B. in Bezug auf Medikamentengabe wird immer 
wieder beobachtet und durch den aktuellen Arzneimittelreport 2011 der BarmerGEK 
(Kurzfassung S.15 ff), bestätigt. Stationäre Einweisungen werden auch aufgrund 
multimorbider Erkrankungen selten auf Grund der Diagnose „Sucht“, sondern eher 
wegen anderer, z. B. psychischer Erkrankungen vorgenommen, obwohl eine mani-
feste Abhängigkeit das eigentliche Problem darstellt. Sucht spielt sich vielfach „hinter 
verschlossenen Türen“ ab, wird nicht richtig erkannt bzw. bagatellisiert (vgl. DHS). 
In einer Studie von Prof. Dr. Heike Dech (FH für Soziale Arbeit, Gesundheit, Erzie-
hung und Bildung in Berlin) und in einer Stellungnahme der DHS werden folgende 
eine Suchterkrankung im Alter begünstigende Faktoren benannt: 
• Beendigung des Berufslebens, Anpassung an einen neuen Lebensabschnitt 
• Gefühl nicht mehr gebraucht zu werden 
• Einsamkeit, Wegfall sozialer Netze 
• Verwitwung, Verlust von Freunden und Angehörigen 
• unzureichende Freizeitgestaltung 
• Heimaufnahme 
• Erlernte Hilflosigkeit durch Rollen- oder Kompetenzverlust 
• Nachlassende körperliche und intellektuelle Fähigkeiten 
• Zunahme von Krankheiten und körperlichen Beschwerden 
• zunehmende gedankliche Beschäftigung mit dem Tod 
Die Betrachtung der Problemstellung stellt  folgende Hypothesen und Fragen in den 
Vordergrund: 
1. Sucht im Alter ist in der Öffent lichkeit ein wenig beachtetes Problem. 
2. Fehlen  ausreichende Informationsmög lichkeiten über das Krankheitsbild, Hilfe-
system, die Diagnostik und Therapieformen? 
3. Fehlen zielgruppen- und gender spezifische Konzepte? 
4. Gibt es zu wenige niederschwell ige Beratungs-/ Informationsangebote? 
5. Sind Sucht- und Altenhilfe unzureichend vernetzt und deren Mitarbeiter in diesem 
speziellen Themengebiet unzureichend qualifiziert? 
6. Ist das Hilfesystem von der medizini schen Versorgung bis hin zur Apotheke zu 
wenig sensibilisiert im Themenfeld Sucht im Alter?

7 
4 Daten 
4.1 Alkohol und Medikamente 
Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, dass Frauen nicht mehr als 20 
Gramm Alkohol täglich zu sich nehmen sollten. Männer dürfen aufgrund abweichen-
der physiologischer Voraussetzungen mit 30 Gramm etwas mehr trinken. Den WHO 
Grenzwert haben Frauen nach rund einem halben Liter Bier erreicht, beim Wein 
schon nach einem Glas. Männern gesteht die WHO etwa 0,75 Liter Bier oder 0,3 Li-
ter Wein zu. Ein Alkoholgenuss im Rahmen dieser Empfehlung wird als risikoarm 
eingestuft.  
Die DHS schreibt in ihrem Jahrbuch Sucht 2013 zur Frage nach der Mortalität (Sterb-
lichkeitsrate), dass in aktuelle Analysen zu alkoholbezogenen Gesundheitsstörungen 
und Todesfällen von jährlich etwa 74.000 Todesfällen durch Alkoholkonsum allein 
(26%) oder durch den Konsum von Tabak und Alkohol bedingt (74 %) ausgegangen 
wird. (Quelle: John, U.; Hanke, M. (2002): Alcohol-attributable mortality in a high per 
capita consumption country - Germany. In: Alcohol and Alcoholism, 37(6), 581-585. ) 
Bezogen auf die Morbidität (Erkrankungsrate) berichtet die DHS, dass eine psychi-
sche oder verhaltensbezogene Störung durch Alkohol im Jahr 2011 als zweithäufigs-
te Einzeldiagnose in Krankenhäusern mit 338.400 Behandlungsfällen diagnostiziert 
wurde. 
17,8% der Frauen und 28,4% der Männer in Deutschland über 65 Jahre wird ein Ri-
sikoalkoholkonsum, also ein Genuss oberhalb der o. g. Empfehlungen, zugeschrie-
ben, der zu einer Abhängigkeit führen kann. Je höher die Bildungsgruppe umso grö-
ßer ist der Alkoholmissbrauch. (GBE Bund 2009) 
Die DHS schätzt, dass ca. 1 % der Frauen über 60 Jahre und 2-3 % der Männer 
schwerwiegende Alkoholprobleme haben und mehr als die Hälfte aller Medikamen-
tenverordnungen für Patientinnen und Patienten über 60 Jahre bestimmt sind. Damit 
sind gerade ältere Menschen von Missbrauch und Nebenwirkungen betroffen. 
Nach einer Studie des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) schätzen Pflege-
kräfte, dass ca. 14 % der Menschen die von ambulanten Pflegediensten und in stati-
onären Einrichtungen betreut werden, Alkohol oder Medikamentenprobleme haben 
(Pressemitteilung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung 20.10.2010). 
Zum Medikamentenmissbrauch gibt es eine Vielzahl von Beschreibungen und Hin-
weisen seitens der DHS und der Suchthilfeeinrichtungen. Auch Forschungsberichte 
machen auf Missstände aufmerksam. Die Beauftragte der Bundesregierung für Dro-
genfragen schätzt, dass es in der BRD ca. 1,4 bis 1,9 Millionen Medikamentenab-
hängige gibt. Dabei sind im Gegensatz zum Alkoholmissbrauch Frauen häufiger be-
troffen als Männer. Der Arzneimittelreport 2011 der BarmerGEK beschreibt, dass 20 
% der Versicherten, vor allem die älteren, 80% der Arzneimittelmengen verordnet 
bekommen (Arzneimittelreport 2011 BarmerGEK, Kurzfassung S.11).  
Ende der 90er Jahre hatte sich das Gesundheitsamt Münster mit der Thematik „Frau-
en und Medikamente - Gebrauch oder Missbrauch?" beschäftigt und einen Gesund-
heitsbericht dazu erstellt. Dieser Bericht behandelte allerdings das Thema Sucht im 
Alter nur am Rande.

8 
4.2 Krankenhausfalldaten und Mortalitätsdaten für Münster 
Die Krankenhausfalldaten für Münster aus dem Jahr 2010  zeigen keine besonderen 
Auffälligkeiten, wobei, wie bereits erwähnt, ältere Patientinnen und Patienten mit ei-
ner Suchtproblematik vielfach mit einer anderen Diagnose in die stationäre Versor-
gung eingewiesen werden. Im Jahr 2010 hat es vier Sterbefälle im Alter 80 und älter 
(2x w und 2x m) klassifiziert im Sinne ICD F10 – F 19, gegeben. 
4.3 Beschreibung der Datenlage allgemein 
Es gibt bislang nur wenige Studien zur Häufigkeit, Entstehung, Verlauf und Behand-
lung von Suchtkrankheiten im höheren Lebensalter. Erste Ergebnisse aus Wissen-
schaft und Praxisprojekten verschaffen uns jedoch Einblicke in die Situation und zei-
gen Bedarfe und notwendige Hilfen auf (siehe: Sucht im Alter-Herausforderungen 
und Lösungswege für diakonische Arbeitsfelder Juli 2008; siehe auch DHS und För-
derschwerpunkt „Sucht im Alter“, BMG). Die Kommunalen Gesundheitskonferenzen 
Duisburg und Düsseldorf haben sich vor wenigen Jahren intensiv mit dieser Thema-
tik auseinander gesetzt, Befragungen durchgeführt, bewertet und Empfehlungen er-
arbeitet (www.psag-duisburg.de, www.duesseldorf.de/Gesundheitsamt).  
Nach Veröffentlichungen der DHS kennt Sucht keine Altersgrenzen. Alkohol, Tabak 
und psychoaktive Medikamente führen auch im höheren und hohen Lebensalter zu 
Missbrauch und Abhängigkeit sowie weiteren schweren gesundheitlichen Schäden. 
Auch bei illegalen Drogen gibt es eine wachsende Gruppe älterer Konsumenten, de-
ren Bedarf an Hilfe und Unterstützung über die Behandlung der Drogenabhängigkeit 
hinausgeht. 
Verbreitung illegaler Drogen (Bevölkerungsbezogene Daten) 
Tabelle 1: Prävalenz des Konsums illegaler Drogen bei Über-40jährigen in den letzten 
12 Monaten (Prävalenz = die (relative) Häufigkeit von Krankheitsfällen zu einem be-
stimmten Zeitpunkt.) 
Altersgruppen 40-49 50-59 60-64 
Irgendeine illegale 
Droge 
2,4 % 1,1 % 0,3 % 
Cannabis 2,3 % 1,1 % 0,1 % 
Auf die Darstellung der Daten für "Amphetamine", "Ecstasy", "LSD", "Heroin", "Ande-
re Opiate", "Kokain", "Crack", "Pilze" und "Spice" wurde hier verzichtet. Die Präva-
lenz des Konsums illegaler Drogen übersteigt für keine der dargestellten Altersgrup-
pen und Substanzen den Wert 0,4 %. Vielfach sind Prävalenzzahlen in Bevölke-
rungsumfragen kaum messbar. Der Konsum in den hier dargestellten Altersgruppen 
ist in der Bevölkerung so wenig verbreitet, dass auch in großen Stichproben keine 
Konsumenten auftauchen. Quelle: Epidemiologischer Suchtsurvey 2009 (Pabst et al. 
2010)  
Diese Untersuchungen zeigen, dass illegale Drogen in der Altersklasse jenseits 
des 60. Lebensjahres derzeit noch eine sehr untergeordnete Rolle spielen. Die-
sem Sachstand folgend haben wir uns im Wesentlichen bei der Datenerhebung 
und Analyse in Münster auf Missbrauch (Abusus) und Abhängigkeiten von Al-
kohol und Medikamenten beschränkt.

9 
5 Einrichtungen der Prävention, Versorgung und Hilfen in Münster 
5.1 Ambulante Hilfen 
5.1.1 Schwerpunkt: Legale Drogen 
Caritasverband für die Stadt Münster e.V. 
Suchtberatung 
Josefstr.2 
48151 Münster 
Tel. 0251-53 009-341 
Fax 0251-53 009-311 
E-Mail suchtberatung@caritas-ms.de
 
www.caritas-ms.de  
Diakonie Münster e.V. 
Evangelisches Beratungs- und BildungsCentrum GmbH 
Suchtberatung 
Hörsterplatz 2b, 48147 Münster 
Tel. 0251-49 01 50 
Fax 0251-49 01 530 
Email ebd@diakonie-muenster.de
 
www.diakonie-muenster.de/pics-
downloads/einrichtungen/beratungsdienste/sucht.pdf  
5.1.2 Schwerpunkt: Illegale Drogen 
Indro e.V. 
Institut zur Förderung qualitativer Drogenforschung, akzeptierender Drogenarbeit und 
rationaler Drogenpolitik e. V. 
Bremer Platz 18-20, 48155 Münster 
Tel. 0251-6 01 23 
Fax 0251-66 65 80 
Email INDROeV@t-online.de
 
www.indro-online.de/ 
Drogenhilfe der Stadt Münster - Drobs 
Schorlemerstraße 8, 48155 Münster 
Tel. 0251-492-51 73 
Fax 0251-492-77 82 
Email drobs(@)stadt-muenster.de
 
www.muenster.de/stadt/drogenhilfe/kontakt.html 
Niedergelassene Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, 
Hausärzte (Allgemeinmediziner und Internisten), www.kvwl.de

10 
5.1.3 Selbsthilfegruppen 
Kreuzbund e. V. 
Tel. 0251-4 95 63 20 
E-Mail info@kreuzbund-dv-muenster.de 
www.kreuzbund-dv-muenster.de 
Anonyme Alkoholiker 
AA-Gruppen in Münster 
Tel. 0251-1 92 92 
E-Mail AAMuenster@aol.com 
www.anonyme-alkoholiker.de 
Selbsthilfe-Kontaktstelle Münster 
Paritätisches Zentrum, Dahlweg 112, 48153 Münster 
Tel. 0251-609 332 30 
Fax 0251-618 511 2 
E-Mail selbsthilfe-muenster@paritaet-nrw.org
 
http://www.selbsthilfe-muenster.de 
5.2 Psychiatrische Kliniken und Ambul anzen mit suchttherapeutischen  
Schwerpunkten 
LWL-Klinik Münster 
Friedrich-Wilhelm-Weber-Straße 30, 48147 Münster 
Tel. 0251-91 555-0 
www.lwl-klinik-muenster.de 
LWL-Tagesklink Münster 
Suchtmedizinische Tagesklinik 
Schwelingstraße 11, 48147 Münster 
Universitätsklinikum Münster 
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie 
Albert Schweizer Str. 11, 48149 Münster 
Tel. 0251-83566-76 
Fax 0251-83566-12 
Alexianer Krankenhaus 
Alexianerweg 9, 48163 Münster 
Tel. 02501-9 66 20-0 00 
Fax 02501-9 66 20-7 52 
5.3 Betreutes Wohnen (mit speziellem Angebot für Suchterkrankte) 
Netzwerk Suchthilfe gGmbH 
Ambulant Betreutes Wohnen für Menschen mit schwerwiegenden, andauernden  
Abhängigkeitserkrankungen 
Bohlweg 66,48147 Münster

11
6 Bewertung der Versorgungslage in Münster durch Expertinnen und Ex-
perten der Sucht-, Kranken- und Altenhilfe: 
6.1 Drogenhilfe der Stadt Münster 
Die Zuständigkeit der städtischen Drogenhilfe wie auch des freien Trägers INDRO 
e.V. liegt im Erwachsenenbereich bei den Konsument/innen illegaler Drogen. Aktuell 
sind Konsument/innen illegaler Drogen, die älter als 65 Jahre sind, kein Thema in der 
Arbeit der Drogenhilfe. Die Altersspanne der Klientel der Drogenhilfe (INDRO e.V. 
und Drogenhilfe Stadt) wird jedoch zunehmend größer. So war in 2011 der jüngste 
Klient der Drogenhilfe 13, der älteste opiatabhängige Klient 61 Jahre alt (vgl. Jahres-
bericht der Drogenhilfe 2011). In Münster sind mit fast 800 Personen, aktuell grob 
geschätzt 2/3 aller Opiatabhängigen, substituiert. Dieses Ausmaß an Substitution 
und die damit verbundene regelmäßige Behandlung durch einen Arzt lassen die Le-
benserwartung von Heroinkonsumenten im Durchschnitt ansteigen. Diese Entwick-
lung führt dazu, dass sich die Altenpflegeeinrichtungen mittelfristig konzeptionell 
auch auf diese Klientel werden einstellen müssen. 
Eine Unterbringung in „Spezialeinrichtungen“ (die ersten Einrichtungen entstehen 
aktuell) mag in Einzelfällen sinnvoll sein, grundsätzlich würde jedoch aus Sicht der 
Drogenhilfe die Qualifizierung des Pflegepersonals bestehender Einrichtungen der 
Altenpflege für die Arbeit mit dieser Klientel begrüßt werden.  
6.2 Sozialamt der Stadt Münster  
In verschiedenen ambulant betreuten oder stationären Einrichtungen der Eingliede-
rungshilfe leben auch Menschen, bei denen als Zweitdiagnose eine Suchterkrankung 
vorliegt. Im Vordergrund steht aber die Behandlung einer anderen Erkrankung. An-
bieter solcher Einrichtungen sind z. B. die Alexianer Münster GmbH und der Förder-
kreis Sozialpsychiatrie e.V. 
Der LWL-Wohnverbund verfügt über eine Wohngruppe für Männer und Frauen, bei 
denen eine Suchterkrankung vorliegt. Es werden 12 Plätze vorgehalten, einige Be-
wohner sind über 65 Jahre alt. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe plant eine 
neue ambulant betreute Wohngruppe an der Weseler Straße in Münster, in der Men-
schen Aufnahme finden können, bei denen eine Abhängigkeitserkrankung vorliegt 
bzw. Menschen mit Doppeldiagnosen (Sucht und Psychosen).  
Die Bischof-Hermann-Stiftung bietet das sogenannte „Langzeitwohnen“ an. Hier le-
ben Menschen, die über einen längeren Zeitraum wohnungslos waren und bei denen 
häufig eine Suchterkrankung vorliegt. Auch hier gibt es keine Altersbegrenzung, so 
dass einige von ihnen auch älter als 65 Jahre sind.  
Spezielle Angebote in den Einrichtungen der Altenpflege für abhängigkeitserkrankte 
Menschen gibt es derzeit nicht. 
In einer Altenpflegeeinrichtung in Münster leben überdurchschnittlich viele Menschen 
mit einer Suchterkrankung. Dies ist jedoch konzeptionell nicht verankert, sondern 
Resultat einer langjährigen Entwicklung. Bedürfnisorientiert finden hier im Rahmen 
der sozialen Betreuung u. a. viele Einzelgespräche statt. Ein spezielles Angebot für 
suchterkrankte Menschen existiert hier aber nicht. Eine sinnvolle Ergänzung des An-
gebotes in Münster wird zukünftig eine Einrichtung der Bischof-Hermann-Stiftung 
darstellen. In der umgebauten Dreifaltigkeitskirche werden zukünftig auch suchtkran-
ke Menschen mit Pflegebedarf aufgenommen und ambulant betreut.  
Der Soziale Fachdienst Senioren und Pflege stellte wiederholt fest, dass auch bei 
Menschen, die über 65 Jahre alt sind, Suchterkrankungen – insbesondere Alkoholer-

12 
krankungen – vorliegen.  
Bei fortgeschrittener Abhängigkeitserkrankung (z. B. Korsakowsyndrom), die auch in 
Einzelfällen mit geringer Pflegebedürftigkeit einhergeht, ist das ambulante Setting oft 
nicht ausreichend. Dieser Personenkreis benötigt eine feste Tagesstrukturierung wie 
in stationären Einrichtungen sowie Betreuungspersonal, das täglich darauf achtet, 
dass diese Menschen sich und ihre Wäsche pflegen sowie geregelte Mahlzeiten zu 
sich nehmen. Sofern eine stationäre Betreuung zwingend erforderlich ist, greift der 
Soziale Fachdienst Senioren und Pflege zunächst auf die in Münster vorhandenen 
Möglichkeiten wie z. B. die Aufnahme im Meckmannshof, im Haus Thomas oder im 
LWL-Pflegezentrum zurück. Sind hier keine freien Kapazitäten, werden Angebote in 
der Umgebung genutzt. 
Diese sind z. B.  
• Maria Veen in Reken, 
• Salze Stift in Bad Salzuflen, 
• Haus Arca in Nottuln, 
• Senioren Wohnpark Weser, Haus Glandorf in Glandorf, 
• Altenzentrum St. Augustinus in Nordwalde. 
Ein Bedarf für eine gesonderte Beratung von Einrichtungen der Altenpflege wird in 
einer Stellungnahme des Sozialamtes Münster/ Informationsbüro Pflege nicht gese-
hen, ebenso wenig die Einrichtung spezieller Wohnformen für ältere Menschen mit 
Süchten, vielmehr sollte dieser Personenkreis in den vorhandenen Einrichtungen 
Aufnahme finden. Gegebenenfalls müssten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entspre-
chend fortgebildet werden, um eine bedürfnisorientierte Betreuung leisten zu können.  
6.3 Anonyme Alkoholiker Münster 
Zusammenfassend kommen die Sprecher (Betroffene und Angehörige) der AA zu 
dem Ergebnis, dass es bezüglich der Selbsthilfe kein spezifisches Angebot für ältere 
Suchtkranke geben muss. Es existieren bezogen auf Alter und Geschlecht heteroge-
ne Gruppen, es überwiegt bereits die Anzahl der über 50 jährigen. Als problematisch 
werden zum Einen die Einsamkeit und die, nach wie vor, mangelnde Sensibilität der 
Öffentlichkeit für das Thema genannt. Zum Anderen wird kritisch angemerkt, dass 
nach wie vor die mangelnde Schulung /Wissen zum Thema Suchterkrankungen der 
(Haus-)Ärzteschaft ein Problem sei. Es werde zu wenig geschult und seitens der Ärz-
teschaft zu selten über Suchterkrankungen aufgeklärt. 
6.4 Kreuzbund Diözesan verband Münster e.V. 
Zusammengefasst kommt man im Kreuzbund überein, dass kein spezielles Angebot 
für ältere Suchtkranke in Münster benötigt werde. Verbesserungspotential wird an 
folgenden Stellen gesehen: 
Das Problem der zunehmenden Medikamentenabhängigkeit im Alter sollte offenge-
legt werden. Suchterkrankte, die in Altenheimen leben, sollten adäquate Beratung 
und Behandlung erfahren. Hier sollte die Problematik offener thematisiert werden. 
Es sei wichtig zu beachten, dass ältere oft zu anderen Tageszeiten aktiv sind als 
jüngere Menschen, dementsprechend sollten die Angebote zeitlich angepasst wer-
den. 
Eine verbreitete Problematik und möglicherweise Ursache von Suchterkrankungen 
könnte eine mangelnde sinnvolle Freizeitgestaltung im Alter sein.

13
6.5 Interview mit Dr. Tilmann Fey,  
Chefarzt Gerontopsychiatrie der LWL-Klinik Münster 
Nach einer Einschätzung von Dr. T. Fey entspricht die Zunahme der älteren Patien-
tinnen und Patienten die eine Suchterkrankung aufweisen, der demographischen 
Entwicklung in Deutschland. Ältere Menschen rechtfertigen ihre Suchterkrankung 
häufig mit dem Argument, dass das Medikament vom Arzt verschrieben und somit 
die Einnahme erlaubt sei, oder sehen dies als Lösungsstrategie um „Altersbe-
schwerden“ besser ertragen zu können. Tatsächlich gibt es nur einen relativ kleinen 
Anteil an Patientinnen und Patienten, die eine Schmerzmittelabhängigkeit aufweisen. 
Ein Großteil der abhängigen Älteren konsumiert Benzodiazepine (z. B. Lexotanil, 
Tranxilium und Valium), wobei es hierfür möglicherweise Risikofaktoren gibt, die eine 
Verschreibung der Medikamente begünstigen: weibliches Geschlecht, hohes Le-
bensalter, Heimbewohner/in. Der Anteil der low-dose-Benzodiazepinabhängigen 
könnte seiner Einschätzung folgend ca. 10-20% der Allgemeinbevölkerung über 65 
Jahre betragen (ca. 5 mg Diazepam o. ä. pro Tag). 
Folgende Vorschläge zur Verbesserung der Versorgung /Behandlung älterer Men-
schen mit Suchterkrankungen wurden von Dr. Fey abgegeben: 
• Bei älteren Menschen besteht relativ häufig eine sog. late-onset-Erkrankung,  
(Eine in Fachkreisen übliche Klassifikation besteht darin, die Betroffenen entspre-
chend dem Beginn des problematischen Trinkens in „early onset“ – bzw. „late on-
set“-Trinker zu unterteilen.) Betroffen sind vielfach Menschen aus akademischen 
Berufen, die ein anderes Beratungs- und Therapieangebot benötigen als die ear-
ly-onset-Patientinnen und - Patienten. Hier müssen Angebote differenzierter aus-
gerichtet werden. 
• Eine Broschüre oder Internetseite, mit allen Informationen über Hilfen zum Thema 
in Münster und im Umland für Betroffene, Angehörige und Professionelle, wäre 
wünschenswert. (ähnlich „Wegweiser Demenz“). 
• Es sollte eine Liste der Einrichtungen geben, die Entwöhnungsbehandlungen bei 
über 65-jährigen durchführen. 
• Es besteht weiter Aufklärungsbedarf über die benannte Problematik für Hausärz-
teschaft, Betroffene, Angehörige. 
• Es muss in somatischen Krankenhäusern bei dem Personal ein Bewusstsein für 
Suchterkrankungen älterer Menschen geschaffen werden. 
• Es wären betreute Wohnplätze für ältere polytoxikomane (= vielfach abhängig-
keitserkrankte) Menschen wünschenswert, sowie eine Liste der Einrichtungen, die 
sich prinzipiell zur Aufnahme bereit erklären.

14 
7 Umfrageergebnisse aus der Befragung „Süchte älterer Menschen er-
kennen und handeln“ – Münster 2012 und Bewertung 
Das Gesundheitsamt wurde vom Rat der Stadt Münster mit der Erstellung eines Be-
richtes zur o. g. Fragestellung beauftragt, der einen qualitativen und quantitativen 
Problemaufriss geben und mögliche Handlungsempfehlungen für die Stadt Münster 
beinhalten soll.  
Zwischenzeitlich hat sich auch die 21. Landesgesundheitskonferenz NRW mit dem 
Thema „Arzneimitteltherapiesicherheit als elementarer Baustein einer guten und si-
cheren gesundheitlichen Versorgung der Bürgerinnen und Bürger“ beschäftigt. In der 
Entschließung vom 22. November 2012 wurde u. a. der Hinweis auf die Notwendig-
keit der Beachtung des Aspektes der Medikamentenabhängigkeit im Kontext der 
Arzneimitteltherapiesicherheit gegeben. 
http://www.mgepa.nrw.de/mediapool/pdf/gesundheit/LGK_2012_-
_Entschlie__ung_20121120.pdf Seite 8) 
Zur Erstellung des Berichtes haben wir Daten aus diversen Anbietern der der Sucht-, 
Kranken- und Altenhilfe in Münster erhoben. Insgesamt nahmen vier psychiatrische 
Fachkliniken und fünf Beratungsstellen an der Umfrage des Gesundheitsamtes teil. 
Zudem beteiligten sich 23 niedergelassene Hausärztinnen und -ärzte sowie Fachärz-
te für Psychiatrie/ Psychotherapie oder Nervenheilkunde aus Münster an der Umfra-
ge. 
Die vom Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes entwickelten und ver-
wendeten Fragebögen finden sich in der Anlage. 
Die folgenden  Definitionen liegen u. a. den nachfolgenden Daten zugrunde: 
Unter (Suchtmittel-)Missbrauch allgemein versteht sich der Gebrauch einer Sache 
in einer Weise, die vom üblichen Gebrauch bzw. vom ursprünglich dafür gesetzten 
Zweck abweicht, und zwar in qualitativer und/oder quantitativer Hinsicht. Unter 
Suchtmittelmissbrauch (= Abusus) ist daher ein erhöhter Konsum zu verstehen, der 
zu körperlichen, psychischen und sozialen Schäden führt. Vom Suchtmittelmiss-
brauch gibt es fließende Übergänge zur Suchtmittelabhängigkeit.  
Nach dem ICD 10 (= Internationale Klassifikation psychischer Störungen) soll eine 
Diagnose "Abhängigkeitssyndrom bzw. Abhängigkeit" nur dann gestellt werden, 
wenn bei einer betroffenen Person während des letzten Jahres mindestens drei oder 
mehr der folgenden Kriterien gleichzeitig vorhanden waren:  
a) Ein starker Wunsch oder eine Art Zwang,  ein Suchtmittel zu konsumieren.  
b) Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der 
Menge des Konsums des Suchtmittels.  
c) Ein körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Kon-
sums. 
d) Nachweis einer Toleranz: Um die ursprünglich durch niedrigere Mengen des 
Suchtmittels erreichten Wirkungen hervorzurufen, sind zunehmend höhere 
Mengen erforderlich. 
e) Fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen und Vergnügen zu-
gunsten des Suchtmittelkonsums und/oder erhöhter Zeitaufwand, um die Sub-
stanz zu beschaffen, zu konsumieren oder sich von den Folgen zu erholen.  
f) Anhaltender Substanzgebr auch trotz des Nachweises eindeutiger schädlicher 
Folgen (körperlicher, psychischer oder sozialer Art).

15
7.1 Ergebnisse und Bewertung 
7.1.1 Beratungsstellen und Fachk liniken (relevante Ergebnisse) 
Beratungsstellen gesamt Frauen Männer 
Erstkontakte gesamt 49 33 16 
Primäres Suchtmittel Alkohol 46 31 15 
Opiatkonsum 1 1 0 
Abhängigkeit/Missbrauch von Sedativa 2 1 1 
Die weit überwiegenden Anlässe zum Aufsuchen einer Beratungsstelle stehen im 
Zusammenhang mit dem Suchtmittel Alkohol. Frauen nutzen das Angebot etwa dop-
pelt so häufig wie Männer. 
Menschen mit Abhängigkeitserkrankung, die 
sich ambulant in einer Klinik in MS vorgestellt 
haben (Erstkontakte) 
gesamt Frauen Männer 
Primäres Suchtmittel Alkohol 121 55 66 
Opiatkonsum 1 0 1 
Abhängigkeit/Missbrauch von Sedativa 10 9 1 
Auch hier dominieren alkoholbedingte Anlässe, wobei keine eindeutige signifikante 
Geschlechterdifferenz bei der Nutzung der Krankenhausambulanzen zu erkennen ist.  
7.1.2 Arztpraxen  
Geschätzte Gesamtzahl der Menschen, die in 2011 in  
hausärztlichen oder psychiatrischen Fachpraxen betreut 
wurden 
Anzahl Praxen 
Ges.: 23 
 bis 500 2 
 500-999 4 
 1000-1499 2 
 1500-1899 2 
 1900-2499 3 
 2500-3500 4 
 3500-4500 5 
 4500-7000 1 
Die Gesamtzahl der betreuten Patienten in den rückgemeldeten Arztpraxen ist sehr 
unterschiedlich, so dass kein Mittelwert oder eine andere verlässliche Statistikzahl 
als Bezugsgröße zur Berechnung von absoluten Zahlen zu Grunde gelegt werden 
kann.

16 
Geschätzte Prozentzahlen der Menschen, die 65 Jahre oder 
älter sind  
(Vergleichsgröße: Alle Patientinnen und Patienten) 
Anzahl Praxen 
 < 10% 2 
 10% 2 
 20% 6 
 30% 3 
 40% 3 
 50% 6 
 60% 1 
Als Näherungswert kann davon ausgegangen werden, dass etwa ein Viertel der 
Patientinnen und Patienten der teilnehmenden Praxen über 65 Jahre alt ist.  
Geschätzte Prozentzahl der Menschen, die 65 Jahre oder älter 
sind und einen Alkohol-Abusus betreiben 
( ) = Abhängigkeit liegt vor 
Anzahl Praxen 
Ges.: 22 
 <=1% 3 (10) 
 2% 3 (3) 
 3-5% 8 (4) 
 7-10% 3 (4) 
 12-15% 3 
 > 20% 2 (1) 
In dieser und den nachfolgenden Tabellen werden die Zahlen für Abusus (= Miss-
brauch) und Abhängigkeit (Zahlenwert in Klammern) zusammen dargestellt, da eine 
differenziertere Betrachtung im Rahmen der Zielsetzung des Berichtes nicht erforder-
lich erscheint.  
Im Mittel werden von den Praxisleitungen angenommen, dass etwa 3-5 % der Pati-
entinnen und Patienten, die über 65 J. alt sind, einen Missbrauch und etwa die Hälfte 
davon eine manifeste Abhängigkeit aufweisen. Die Bandbreite ist allerdings groß. 
Zwei Praxen gaben an, dass nach ihrer Einschätzung mehr als ein Fünftel ihrer Pati-
entinnen und Patienten über 65 einen Alkoholabusus betreiben.

17
Geschätzte Prozentzahl der Patienten, die 65 Jahre oder älter 
sind und einen Schmerzmittel-Abusus betreiben 
( ) = Abhängigkeit liegt vor 
Anzahl Praxen 
Ges.: 20 
 <=1% 2 (3) 
 2% 2 (2) 
 4-5% 9 (8) 
 7-10% 2 (7) 
 15% 2 
 18-20% 3 
Durchschnittlich wird bei etwa 5 % der Patientinnen und Patienten in den teilneh-
menden Praxen ein Schmerzmittelabusus angenommen. Aber auch hier findet sich 
eine große Bandbreite. In drei Praxen geht man davon aus, dass fast ein Fünftel der 
Patientinnen und Patienten den genannten Abusus betreiben.  
Geschätzte Prozentzahl der Patienten, die 65 Jahre oder älter 
sind und einen Sedativa-Abusus betreiben  
( ) = Abhängigkeit liegt vor 
Sedativa = Beruhigungsmittel (z. B. Benzodiazepine) 
Anzahl Praxen 
Ges.: 21 
 <=1% 3 (6) 
 2% 3 (4) 
 3-5% 9 (5) 
 7-10% 1 (3) 
 15% 3 (2) 
 > 20% 2 (1) 
Bei Beruhigungsmitteln sieht die Situation vergleichbar aus. Auch hier muss von 3-
5% der Patienten ausgegangen werden, die im Alter von über 65 J. einen Beruhi-
gungsmittelabusus betreiben oder schon eine Abhängigkeit aufweisen. 
7.2 Kommentare und Anmerkungen der Institutionen 
7.2.1 Frage: Wo besteht (bezogen au f > 65-jährige und den Gender-Aspekt) 
Ihrer Meinung nach eine Unterversorgung, welche weiteren ambulan-
ten/stationären oder rehabilitativen Versorgungslücken gibt es? 
(Frage 5 im Formular) 
EOS-Klinik: 
Niedrigschwellige, altersgemäße Beratungsangebote müssen ausgebaut werden, um 
die Behandlungsbereitschaft zu erhöhen. 
Teilstationäre psychotherapeutische Behandlungsangebote für medikamentabhängi-
ge Senioren müssen geschaffen werden.  
DROBS:  
Die Altersspanne der Klientel der Drogenhilfe (Indro e. V. u. Drogenhilfe der Stadt

18 
MS) wird größer. So war in 2011 der älteste Klient der Drogenhilfe 61 Jahre alt. Per-
spektivisch werden sich die Altenhilfeeinrichtungen konzeptionell auf diese Klientel 
einstellen müssen. 
INDRO e. V.: 
Das höchste Alter der Nutzer/innen unserer niedrigschwelligen Angebote - u. a. Kon-
sumraum - liegt bei 55 Jahren. Da viele schwer erkrankt sind, wird es in Zukunft si-
cherlich notwendig werden, über geeignete Pflegemaßnahmen bei Opiat-
/Methadonabhängigkeit (z. T. polyvalent) nachzudenken.  
Diakonie Suchtberatung: 
Problematisch ist es für lebensältere Menschen, die einer privaten Krankenkasse 
angehören, eine stationäre Entgiftung bzw. stationäre Entwöhnungsbehandlung zu 
bekommen, da die Privaten Krankenkassen Sucht i. d. R. aus ihrem Leistungskata-
log ausgeschlossen haben.  
Lebensjüngere haben bei privater Krankenversicherung zumindest noch die Möglich-
keit der stationären Entwöhnung über die Rentenversicherung.  
Caritas Suchtberatung: 
Die Fragestellung sollte Bestandteil von Leistungsvereinbarungsgesprächen und 
Qualitätsdialogen sein.  
7.2.2 Frage: Haben Sie weitere An regungen oder Handlungsempfehlungen zur 
Verbesserung von Beratungsangeboten, Vernetzung von Angeboten, 
Selbsthilfegruppen oder Stärkung von ehrenamtlicher Tätigkeit? 
(Frage 6 im Formular) 
Diakonie Suchtberatung: 
Oft fehlen für lebensältere Menschen „unter 80“ soziale Netzwerke und Treffmöglich-
keiten außerhalb des Suchtbereiches. 
Auch Betätigungsmöglichkeiten inkl. ehrenamtlicher Tätigkeit sind oft schwer für älte-
re Menschen zu finden. Hierfür sind kreative Ideensammlung, Realisierungsbemü-
hungen und Informationsweitergabe nötig.  
7.2.3 Frage: Gibt es Indizien dafür, da ss es eine stationäre oder ambulante Un-
terversorgung in Münster gibt? 
Beratungsstellen: 
In Münster gibt es 4 große Beratungsstellen für Menschen mit Suchterkrankungen, 
zudem 3 große Selbsthilfegruppen und 3 psychiatrische Kliniken mit Ambulanzen, 
die teilweise gezielt, teilweise unter anderem Menschen mit Sucherkrankungen bera-
ten. Hinweise für eine Unterversorgung werden nicht gegeben. 
Ambulant betreutes Wohnen:  
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe plant eine neue ambulant betreute Wohn-
gruppe an der Weseler Straße, in der Menschen Aufnahme finden können, bei denen 
eine Abhängigkeitserkrankung vorliegt bzw. Menschen mit Doppeldiagnosen (Sucht

19
und Psychosen).  
Anbieter weiterer ambulanter Einrichtungen sind z. B. die Alexianer Münster GmbH 
und der Förderkreis Sozialpsychiatrie e.V. 
Stationär betreutes Wohnen: 
LWL-Wohnverbund: Wohngruppe für Männer und Frauen, bei denen eine Suchter-
krankung vorliegt, 12 Plätze. Menschen, die älter als 65 Jahre sind, gehen zunächst 
in das LWL-Pflegezentrum (Ernst-Kirchner-Haus, Kinderhauser Str. 92). Dieses bie-
tet vollstationäre Pflege im Sinne des SBG XI auch für Menschen mit erhöhtem psy-
chosozialem Hilfebedarf.  
Weitere Hinweise auf einen zusätzlichen spezifischen Bedarf für stationäre Einrich-
tungen des betreuten Wohnens werden von den Anbietern nicht gegeben. Zur Ver-
sorgungslage wird auf Kapitel 6.2 verwiesen. 
Angebote der Altenhilfe 
Spezielle Angebote in den Einrichtungen der Altenpflege für abhängigkeitserkrankte 
Menschen gibt es derzeit nicht. 
In einer Altenpflegeeinrichtung in Münster leben überdurchschnittlich viele Menschen 
mit einer Suchterkrankung (Ev. Altenhilfezentrum Meckmannshof, Meckmannweg 
74). Dies ist jedoch konzeptionell nicht verankert, sondern Resultat einer langjähri-
gen Entwicklung. Bedürfnisorientiert finden hier im Rahmen der sozialen Betreuung 
u. a. viele Einzelgespräche statt. Ein spezielles Angebot für suchterkrankte Men-
schen existiert hier aber nicht. 
Im Haus Thomas, dessen Träger die Alexianer Münster GmbH ist, leben ältere Men-
schen, die geistig oder psychisch behindert sind. Psychische Behinderungen stehen 
häufiger im Zusammenhang mit einer Suchterkrankung. 
Eine sinnvolle Ergänzung des Angebotes in Münster wird eine neue Einrichtung der 
Bischof-Hermann-Stiftung darstellen. Derzeit wird die frühere Dreifaltigkeitskirche 
umgebaut, in der zukünftig auch suchtkranke Menschen mit Pflegebedarf aufge-
nommen und ambulant betreut werden.  
7.2.4 Frage: Gibt es Indizien dafür, dass es zu wenig qualifiziertes Personal 
oder zu wenige Fortbildungen für diesen Themenbereich gibt? 
Fortbildungsangebote für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 
Die Caritas GmbH bietet z. B. eine Veranstaltung zum Thema „Menschen mit geisti-
ger Behinderung und Suchtverhalten“ an. 
Beim DPWV NRW besteht die Möglichkeit, sich zum "Suchtberater" ausbilden zu 
lassen. 
Auch die Alexianer GmbH schult ihr Personal hinsichtlich der Abhängigkeitserkran-
kungen von Bewohnern. Hier wird der „Basiskurs Sucht“ ebenso angeboten wie der 
„Basiskurs Psychiatrie“, bei dem sich ein Modul mit Abhängigkeitserkrankungen be-
schäftigt.  
Zahlreiche Fortbildungen werden über die LWL-Koordinationsstelle Sucht angeboten. 
Themen sind u. a. Sucht und Medizin, Sucht und Recht, geistige Behinderung und

20 
Sucht, Ressourcenaktivierung und Suchttherapie, Psychosoziale Betreuung Substitu-
ierter.  
Im Juni 2012 fand die Aktionswoche "Sucht hat immer eine Geschichte" statt. In die-
sem Rahmen hatte die Caritas eine Veranstaltung für Pflegedienste zum Thema 
"Sucht im Alter" angeboten, die mangels Interesse ausfallen musste. Herr Dr. Fey 
(Chefarzt Gerontopsychiatrie der LWL Klinik Münster) hielt einen Vortrag zum glei-
chen Thema, der an alle Interessierten gerichtet war, und leider nur mit sehr geringer 
Besucherzahl stattfand. 
7.2.5 Frage: Gibt es Indizien dafür, dass die Wartezeiten für eine Beratung 
oder Behandlung zu lang sind? 
Caritas Suchtberatung Münster 
Jeden Montag gibt es eine offene Sprechstunde, ein erster Kontakt kann innerhalb 
einer Woche stattfinden. Von dort oder über telefonische Anmeldung wird ein Erstge-
spräch in einer der Caritas Beratungsstellen vereinbart. Die Caritas ist ebenfalls bei 
den Anträgen auf ambulante Rehabilitation, ärztliche Gutachten und Sozialberichte 
behilflich.  
Die Klientin/der Klient bleibt während dieser Zeit, bis zur stationären oder Rehabe-
handlung weiterhin in Einzelgesprächen angebunden und erhält dann zeitnah nach 
der Kostenzusage in einer Therapiegruppe einen Aufnahmetermin; d. h. die Kontinui-
tät der Beratung bleibt in jedem Fall für den Klienten/die Klientin durchgehend ge-
wahrt. 
7.2.6 Frage: Liegen die Probleme vielle icht eher in der privathaushaltlichen 
Versorgung?  
Das Wegbrechen sozialer Kontakte, Einsamkeit, Gefühle der Wertlosigkeit, Ängste, 
familiäre Probleme sind Ursachen, die zu Konflikten mit dem Umfeld, zum Rückzug 
aus der Gesellschaft, zu weiteren gesundheitlichen Einschränkungen, zur Verwahr-
losung bis hin zur Depression und Entwicklung von Suchterkrankungen führen kön-
nen. 
Zu dieser Frage trafen keine Rückmeldungen ein. Offensichtlich liegen dem ange-
sprochenen Personenkreis bzw. den angesprochenen Institutionen keine Daten oder 
Erfahrungen zu diesem Thema vor.  
Bezüglich der theoretischen Annahmen wird auf die Ausführungen im Kapitel 3 ver-
wiesen. 
7.2.7 Frage: Wie ist die Polypharmazie im Alter zu bewerten, trägt dies zur 
Suchtentwicklung bei? 
Ein mangelndes Problembewusstsein in der medizinischen und pflegerischen Ver-
sorgung z. B. in Bezug auf Medikamentengabe wird immer wieder beobachtet und 
durch den aktuellen Arzneimittelreport 2011 der BarmerGEK (Kurzfassung S.15 ff) 
bestätigt.  
Es wird in dem genannten Bericht auch beschreiben, dass 20% der Versicherten, vor 
allem die älteren, 80% der Arzneimittelmengen verordnet bekommen (Kurzfassung 
S.11). 
Wie oben bereits erwähnt, hat sich die Landesgesundheitskonferenz NRW in ihrer

21
Entschließung zur Arzneimitteltherapiesicherheit vom November 2012 ebenfalls des 
Themas angenommen.  
Antworten zu diesem Themenfeld gingen bei der "Münsterumfrage" nicht ein. 
7.3 Zusammenfassende Bewertung der Umfrage 
Die DHS schreibt zu der Problematik von „Missbrauch und Abhängigkeit im Alter“: 
"Hauptziel ist es, Suchtmittel konsumierenden Frauen und Männern im höheren und 
hohen Lebensalter, den Zugang zu fachgerechter Beratung und Behandlung zu er-
leichtern. Die weitgehende Ausklammerung des Themas in Öffentlichkeit, Medien, 
Politik, Wissenschaft und Forschung muss aufgehoben werden. 
Zum Hintergrund: Suchtprobleme sind auch im höheren und hohen Lebensalter weit 
verbreitet: Mehr als 2 Mio. ältere Männer und Frauen rauchen, bis zu 400.000 sind 
von einem Alkoholproblem betroffen und bei 1 bis 2 Mio. Menschen weist der 
Gebrauch psychoaktiver Medikamente zumindest Gewohnheitscharakter auf. In den 
Einrichtungen der Suchthilfe sind ältere Männer und Frauen jedoch nur selten anzu-
treffen. Im Jahr 2004 waren von insgesamt rund 250.000 Betreuten, deren Beratung 
und Behandlung dokumentiert wurde, nur rund 12.400 im Seniorenalter. Damit erhält 
nur ein sehr kleiner Teil der Betroffenen angemessene fachliche Hilfe." 
Die Ergebnisse der Umfrage "Sucht im Alter" für Münster stellen aufgrund der gerin-
gen Datenmenge kein statistisch repräsentatives Ergebnis für die Stadt dar. Es be-
steht eine relativ hohe Streuungsbreite der Zahlen, die von niedergelassenen Ärztin-
nen/Ärzten, Kliniken und Beratungsstellen in Münster angegeben wurden. Dies dürfte 
mit Schwerpunktbildungen, sozialräumlicher Lage und/oder vertraglich geregelter 
Ausrichtung der Leistungsanbieter begründet sein. Die Rücklaufquote der Fragebö-
gen von Beratungsstellen und Kliniken war 100%, so dass hier verlässliche Aussa-
gen möglich sind. Der Rücklauf aus den Praxen (21 % der Angefragten) war jedoch 
relativ gering. 
Insgesamt verfügt Münster nach hiesiger Expertenmeinung über eine gute suchtme-
dizinische Versorgung. Die Wartezeiten für Beratungen sind kurz, die Einrichtungen 
jedoch oftmals nicht speziell auf die Altersgruppe jenseits des 65. Lebensjahres aus-
gerichtet. Es gibt z.B. keine Seniorenheime, die auf ältere suchtkranke Menschen 
spezialisiert sind, bisher werden suchtkranke Menschen in vorhandene Strukturen 
mehr oder weniger gut integriert. Bis dato existieren keine offiziellen Vernetzungs-
strukturen zwischen Alten- und Suchthilfesystemen. Angebote zu Fortbildungen in 
diesem Bereich sind zwar vorhanden, die Annahme dieser Angebote scheint jedoch 
gering zu sein. 
Möglicherweise ist das ein Grund dafür, dass sich den Antworten aus der Umfrage 
nicht entnehmen lässt, dass es bereits gender- oder migrationsspezifische Angebote 
in Münster gibt (s. Antworten zur Frage 7.2.4). Hier muss allerdings zwischen dem 
präventiven und dem kurativen Bereich differenziert werden. Im präventiven Bereich 
werden spezielle Zielgruppen angesprochen. Hier sind spezifische Ansätze grund-
sätzlich vielversprechend. Das Wagnis liegt eher darin, dass die Gruppengrößen 
aufgrund der hohen Spezifität (Differenzierungskriterien: Sucht, Alter, Geschlecht 
und Migrationsvorgeschichte) zu klein werden, um längerfristig einigermaßen tragfä-
hig zu sein. Im kurativen Bereich dominiert ohnehin der individuelle Ansatz (Einzelbe-
ratung und/oder Einzeltherapie), so dass individuelle Faktoren wie Alter, Geschlecht, 
Migrationsvorgeschichte etc. selbstverständlich voll umfänglich berücksichtigt werden

22 
können.  
Genderspezifisch gibt es allerdings besondere Aspekte zu berücksichtigen: 
Frauen und Männer unterscheiden sich häufig bezüglich Ursachen und Verläufen 
von Suchterkrankungen sowie hinsichtlich ihrer bevorzugten Suchtmittel und komor-
biden Störungen (zusätzliche Begleiterkrankungen).
  
Komorbide Störungen, z. B. Depression, Angst-, Posttraumatische Belastungsstö-
rung, treten bei suchtkranken Frauen häufiger auf (Lieb & Isensee, 2002). Die ver-
fügbaren epidemiologischen Daten zu den verschiedenen Abhängigkeiten können je 
nach den unterschiedlichen Erhebungsformen und Veröffentlichungen schwanken, 
zudem finden sich kaum Daten über Menschen mit Suchterkrankungen, die älter als 
65 Jahre sind. 
Alkohol (Kraus & Augustin, 2001): Für das Jahr 2000 wurden 1,5 Millionen Alkohol-
abhängige geschätzt. Die Ergebnisse zeigen eine 12-Monats-Prävalenz von 1,3% 
bei den Frauen und 4,8% bei den Männern. 
Nach wie vor trinken Männer deutlich mehr Alkohol als Frauen und weisen riskantere 
Konsummuster auf. Dennoch ist bei Frauen seit Jahren ein steigender Alkoholkon-
sum zu beobachten. Ein Vergleich europäischer Studien zum Alkoholkonsum von 
Frauen deutet zudem darauf hin, dass ein Zusammenhang zwischen dem Leben in 
gesellschaftlich weniger anerkannten Rollen (z. B. in Deutschland alleinstehende, 
berufstätige Frauen) und einem hohen Alkoholkonsum besteht (Gmel, Bloomfield, 
Ahlström, Choquet & Lecomte, 2000). 
Medikamente (Kraus & Augustin, 2001): Frauen nehmen bis zu zweimal häufiger als 
Männer psychoaktive Medikamente ein. Die 12-Monats-Prävalenz für Medikamen-
tenabhängigkeit (hier: Beruhigungs-, Schlaf-, Schmerz-, Anregungsmittel und Appe-
titzügler) beträgt 3,2% der weiblichen Wohnbevölkerung sowie rund 2,5% der männ-
lichen. Sie steigt mit zunehmendem Alter. Von den mind. 1,4 Millionen Medikamen-
tenabhängigen sind ca. 1,1 Millionen von Beruhigungs- und Schlafmitteln aus der 
Benzodiazepingruppe abhängig (Glaeske, 2003). 
Eine geschlechtsspezifisch ausgerichtete Therapie bietet – mutmaßlich – auch für 
Menschen jenseits des 65. Lebensjahres Vor- und Nachteile. In einer Studie (C. 
Zenker, 2009, „Gender in der Suchtarbeit“) wurde nachgewiesen, dass: 
• Frauen, gerade zu Beginn, Behandlungen mit anderen Frauen und durch Thera-
peutinnen ablehnen. 
• Männer soziale Fähigkeiten besonders gut in gemischtgeschlechtlichen Gruppen 
entwickeln 
• Männer besonders von strukturierten Gruppen, die auf Kognition zielen und gülti-
ge Überzeugungen vermitteln profitieren (z. B. AA) 
• Frauen eher von wenig strukturierten Gruppen, die Gefühlsbearbeitung integrieren 
sowie Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit stärken, profitieren 
„Geschlechtergerechte Suchtarbeit stellt sicher, dass Frauen und Männer in ihren 
Erfahrungen und Bedürfnissen gleichberechtigt behandelt werden und gleicherma-
ßen ernst genommen und kompetent unterstützt sind. Deshalb verbessert geschlech-
tergerechte Suchtarbeit den Zugang zum Hilfeangebot und erhöht dessen Wirksam-
keit“. (zitiert nach www.lwl.org/ks-download/downloads/fwb/leitfaden_maenner.PDF
, 
April 2006).

23
An dieser Stelle gilt es jedoch folgendes zu beachten:  
1. Behandlungen von Abhängigk eitserkrankungen sollten primär Stoff-bezogen sein, 
da sich die Ursachen, Verlaufsformen und Konsummuster bei Alkohol- und Medi-
kamentenabhängigkeit oftmals stark unterscheiden. 
2. Angesichts der relativ kleinen Menge der für diesen Bericht erhobenen Daten ist 
noch nicht absehbar, ob zum jetzigen Zeitpunkt eine geschlechtsspezifische Aus-
richtung der Suchtbehandlung möglich ist, d. h., ob es ausreichend behandlungs-
willige Frauen und Männer in Münster gibt, die älter als 65 Jahre sind und unter 
der gleichen Abhängigkeitsform (Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit) lei-
den. 
Eine geschlechtsspezifische Ausrichtung bleibt generell bei der Erarbeitung von Zie-
len, Maßnahmen und Umsetzung im Fokus der Aktivitäten. 
Auf die Frage „Wie ist die Polypharmazie im Alter zu bewerten, trägt dies dazu bei?“ 
(Frage 7.2.7), gab es leider keine Antwort. Hier muss offensichtlich noch ein Prob-
lembewusstsein in den Fachkreisen geweckt werden, da unumstritten eine Mehr-
fachmedikation (insbesondere bei Schmerzmitteln und Psychopharmaka) das Risiko 
für die Entstehung einer Abhängigkeit erhöht.  
Es werden zu folgenden Themen Anregungen seitens der Experten im Einzelnen 
erteilt: 
• Spezielle Beratungs- und Therapieangebote für ältere Menschen, differenziert 
nach early onset- und late onset-Betroffenen. 
• Informationen bzw. Übersicht über Hilfen zum Thema in Münster und im Umland 
für Betroffene, Angehörige und Professionelle mit Listen von Kliniken, Beratungs-
stellen und Selbsthilfegruppen 
• Schulung über benannte Problematik für die Hausärzteschaft, für Personal im 
Pflegebereich und in der Suchthilfe; Wissenstransfer und Vernetzung der Profes-
sionellen. 
• Weiterentwicklung der Versorgung mit Blick auf die derzeitige und zukünftige 
Problematik, insbesondere betreute Wohnplätze für ältere suchtkranke Menschen 
8 Weitere Stellungnahmen und Anregungen aus der Gesundheitskonferenz 
Kommunale Seniorenvertretung 
Die Kommunale Seniorenvertretung Münster (KSVM) wird den aufgezeigten Hand-
lungsempfehlungen im Bericht zur aktuellen Lage in Münster insbesondere hinsicht-
lich der "Verbesserten Prävention durch mehr Öffentlichkeitsarbeit" (s. u. 9.1) folgen 
und unterstützt das Vorhaben Informationsangebote an für Senioren gut erreichbaren 
Orten anzubieten, Vorträge in Senioreneinrichtungen zu halten und Presseartikel in 
Medien zu veröffentlichen, die von Senioren genutzt werden. Dazu wird die KSVM 
eine enge Zusammenarbeit mit den Beratungsstellen und dem Gesundheitsamt su-
chen. 
Apothekerkammer Westfalen-Lippe 
Die Vertreterin der Apothekerkammer in der Gesundheitskonferenz wies darauf hin, 
dass vor allem Frauen oft ungewollt in eine Medikamentenabhängigkeit geraten, da 
teilweise Informationen über die abhängig machenden Eigenschaften von Schlaf-, 
Schmerz- und Abführmitteln fehlen. Sie legte besonderen Wert auf präventive Arbeit

24 
bei Frauen ab dem 55. Lebensjahr. 
Ärztekammer Westfalen-Lippe 
Die Beratungskommission „Sucht und Drogen“ der Ärztekammer Westfalen-Lippe 
begrüßt die Initiative der Stadt Münster, sich mit dem Thema „Sucht im Alter“ ausei-
nanderzusetzen. Allerdings vertritt die Beratungskommission die Ansicht, dass die 
spezielle Problematik der Suchtentwicklung im Alter durch einen suchtspezifischen 
Bericht allein nicht ausreichend differenziert erfasst wird.  
Suchtentwicklungen bei älteren Patientinnen und Patienten sind häufig nicht ein pri-
märes Problem, sondern eine – wenn auch dysfunktionale – Coping Strategie zur 
Bewältigung von Einsamkeit, Angst und Leiden. 
Deshalb ist die Beratungskommission der Ansicht, dass die Situation älterer Men-
schen in einer Kommune umfassender aufgegriffen und angegangen werden sollte. 
Es sollte dabei auch um die Beschreibung und Benennung der sozialen und struktu-
rellen Situation der betroffenen Personengruppe (Menschen ab 65) gehen (als 
Stichworte seien hier genannt: „Teilhabe“, „Altersarmut“, „Isolation“ usw.)  Es stelle 
sich die Frage, ob die Informationen des vorgelegten Berichts nicht eher Bestandteil 
bzw. ein Aspekt des umfassenderen Seniorenberichts der Seniorenvertretung in 
Münster sein sollten. Hier wurde ja bereits, wie in anderen Kommunen auch, ein 
stadtteilbezogener, quartiers- bzw. gemeinwesenbezogener Ansatz gewählt, unter 
dem auch das Thema „Sucht im Alter“ konkreter betrachtet werden kann.  
Strukturelle und gesellschaftliche Probleme könnten nicht (alleine) durch die Ärzte-
schaft gelöst werden. Es sei erforderlich, das Thema „Sucht und Missbrauch“ bereits 
im Vorfeld der Entstehung einer Suchterkrankung anzugehen (Stichwort: Prävention 
im Alter). 
Nach Ansicht der Beratungskommission ist eine Kooperation des gesamten Un-
terstützungs- und Hilfesystems für die in Rede stehende Altersgruppe notwendig. Ein 
wirksames Hilfesystem solle sich nicht nur auf suchtspezifische Aspekte begrenzen.  
Die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) leiste seit Jahren durch verschiedene 
Aktivitäten ihren Beitrag, um das Thema „Sucht“ zu entstigmatisieren. Dabei seien 
nicht nur die Patienten und Patientinnen betroffen, sondern häufig auch ihre Behand-
ler und Behandlerinnen. So scheine der Hinweis auf das mangelnde Problembe-
wusstsein in der medizinischen und pflegerischen Versorgung (Pkt. 7.2.7) zu kurz 
gegriffen.  
Als eine Handlungsstrategie sei vorstellbar, das Thema „Sucht“ als Standardthema in 
der Aus- und Fortbildung von Gesundheits- und Sozialberufen zu etablieren. 
Die ÄKWL biete seit Jahren regelmäßig sowohl für ihre Mitglieder als auch für medi-
zinische Fachangestellte und andere Interessierte entsprechende Veranstaltungen 
an. Eine besondere Zielgruppe, z. B. bei der nächsten Veranstaltung im Rahmen der 
Fortbildungswoche auf Borkum, seien die Hausärzte und Hausärztinnen. 
Als Handlungsempfehlung für Münster schlägt die ÄKWL ergänzend und in Konkreti-
sierung der bereits formulierten Vorschläge vor, gemeinsam modellhaft ein 
Fortbil-
dungsmodul für die verschiedenen Berufsgruppen zu entwickeln und dabei das je-
weils vorhandene spezifische Wissen zu nutzen.  
Die Beratungskommission „Sucht und Drogen“ stehe dafür gerne unterstützend zur

25
Verfügung. 
Gesundheitskonferenz 
Von verschiedenen Mitgliedern der Gesundheitskonferenz wurden folgende Hinweise 
zur weiteren Planung gegeben: 
• Als Zielgruppen für Präventionsmaßnahmen sollten Menschen von 55 bis 65 
Jahren, 66 bis 75 und über 75 Jahre ins Auge gefasst werden. Zum Einen sollte 
man früh genug anfangen, um den Einstieg in die Sucht im Alter zu verhindern, 
zum Anderen bestehen in den genannten Altersgruppen sehr unterschiedliche 
Probleme, die auch unterschiedlich angegangen werden müssen. 
• Einerseits muss man „Sucht“ differenzieren, weil Sucht nicht gleich Sucht ist 
und andererseits  
• muss der Stigmatisierung der Sucht im Alter entgegen gewirkt werden. Das 
Thema muss im medizinischen und pflegerischen Bereich bewusst wahrgenom-
men und bearbeitet werden. 
• Als Mitglieder für den einzurichtenden Arbeitskreis der Gesundheitskonferenz 
werden empfohlen bzw. benannt: 
o TelefonSeelsorge  
o Krisenhilfe 
o Fachhochschule Münster, FB Sozialwesen, LB Gesundheitswissen-
schaften und Sozialmedizin, Frau Prof. Gläseker 
o Ärztekammer und gleichzeitig Ge rontopsychiatrische Beratung,  
Frau Oberfeld 
o AWO Modellprojekt „Sucht  und geistige Behinderung“,  
Frau Kretschmann-Weelink 
o Vertreter/in der ambulanten Pflegedienste 
• Die Verwaltung wurde gebeten zu prüfen, ob eine Teilnahme an einem Förderpro-
jekt des Bundes in Betracht kommt.

26 
9 Handlungsempfehlungen für Münster 
Nachfolgende Handlungsempfehlungen sollen dazu dienen, die o. g. Anregungen 
aufzugreifen und langfristig ein Konzept zur Verbesserung der suchtmedizinischen 
Versorgung älterer Menschen in Münster zu entwickeln. Sie sollen helfen, dem Miss-
brauch und der Abhängigkeit von Suchtmitteln auch im höheren Lebensalter wir-
kungsvoll zu begegnen. Dabei gilt es in erster Linie, durch Suchtprävention und Ge-
sundheitsförderung ein kritisches Bewusstsein gegenüber Suchtmitteln in der Bevöl-
kerung zu erzeugen ("primäre Prävention"). 
Des Weiteren soll die Qualität der vorhandenen Angebote der Suchtkrankenhilfe ge-
sichert bzw. verbessert und zielgruppenspezifische Maßnahmen gefördert werden.  
Hierbei muss beachtet werden, dass die vorhandenen und neu zu entwickelnden 
Maßnahmen behindertengerecht und barrierefrei sind, zudem sollte auf eine ge-
schlechtsspezifische Ausrichtung der Angebote Wert gelegt werden. 
Diese Handlungsempfehlungen wenden sich grundsätzlich an alle Verantwortlichen 
in Politik und Verwaltung, an die Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe sowie an 
Dienste der Gesundheitsförderung und -hilfe. Die Konkretisierung soll federführend 
durch die unter 9.2 benannte Projektgruppe geplant und umgesetzt werden. 
Auf eine praxisnahe Evaluation suchtpräventiver und Suchthilfe-Angebote sollte zum  
Zwecke der Qualitätssicherung künftig verstärkt Wert gelegt werden. Dabei kann die 
angebotene Mitarbeit der Fachhochschule sehr hilfreich sein. 
9.1 Verbesserte Prävention durch mehr Öffentlichkeitsarbeit 
• Öffentlichkeitsarbeit weiterentwickeln, d. h. institutionsübergreifende Informations-
angebote schaffen, an für Senioren gut erreichbaren, wohnortnahen Orten und 
Zeiten,  
barrierefrei und multimedial 
• Vorträge in Senioreneinrichtungen, Kirchengemeinden und Volkshochschule 
• Presseartikel besonders in Medien, die von Senioren genutzt werden 
Auf Vorschlag der Kommunalen Seniorenvertretung wird das Thema „Sucht im Alter“ 
das Schwerpunktthema der Veranstaltung „Gesund & aktiv – älter werden in Müns-
ter“ am 24.10.2013, 14.30 -17.30 Uhr im Gesundheitshaus. 
Erläuterung 
In Münster existiert ein recht gut ausgebautes Netz ambulanter und stationärer 
Suchthilfen; dies bestätigen viele der vor Ort tätigen Beratungsstellen, Kliniken und 
Experten der Suchthilfe. Trotzdem erkranken immer wieder auch ältere Menschen an 
Abhängigkeitserkrankungen oder bleiben über lange Zeit unbehandelt. Die Umfrage 
zeigt, dass ältere betroffene Menschen oder deren Angehörige, auf den herkömmli-
chen Wegen der Suchthilfe nur unzureichend erreicht werden und solche Angebote 
Betroffenen und Angehörigen oft zu wenig bekannt sind. 
Daher muss die Problematik bekannter und der Öffentlichkeit zugänglicher gemacht 
werden. Öffentliche Informationsveranstaltungen und die Bereitstellung von schriftli-
chem Informationsmaterial (z. B. Info-Broschüren oder Webseiten) tragen zu einer 
erhöhten Aufmerksamkeit der Bevölkerung bei.  
Informationen zu allen Fragen der Beratungsmöglichkeiten, der Suchtentwicklung

27
und Behandlungsoptionen im Alter sollten zur Verfügung gestellt werden, möglicher-
weise bestehende Zugangsbarrieren (wie z. B. lediglich per Internet verfügbare In-
formationen) müssen aufgedeckt werden.  
Um die Betreuung und Versorgung älterer Menschen mit Suchterkrankung nachhaltig 
zu verbessern, sollte neben den gesundheitlichen Problemen für die Betroffenen, 
auch auf die gesellschaftspolitische Relevanz des Themas hingewiesen werden.  
Diese Handlungsempfehlung kann nur unter Mitwirkung aller in der Suchtprävention 
und Suchthilfe tätigen Institutionen und Personen gelingen. Vorhandene Netzwerk-
strukturen sollen zur Umsetzung der Handlungsempfehlung genutzt und motiviert 
werden. Eine wichtige Rolle wird dabei die Psychiatriekoordination des Gesundheits-
amtes übernehmen. 
9.2 Krankheitsverständnis und Sensibilität bei Betroffenen, Angehörigen 
und Fachleuten wecken bzw. fördern 
• Einrichtung eines Arbeitskreises der Gesundheitskonferenz aus Mitgliedern der 
vorhandenen Arbeitsgruppe "Suchtprävention" sowie den Akteuren aus dem Be-
reich der Suchthilfe/-versorgung und Selbsthilfe, die sich mit Fragen der Weiter-
entwicklung von Angeboten für ältere suchtkranke Menschen beschäftigt, ein 
Konzept zur besseren Information und Schulung von Betroffenen, Angehörigen 
und Fachleuten entwickelt und an der Umsetzung mitwirkt. Als weitere Mitglieder 
sollen die unter Punkt 8 genannten Expertinnen und Experten eingeladen werden. 
• Im Rahmen der kommunalen Aufgabe psychosoziale Betreuung, Suchthilfe und -
beratung vorzuhalten, übernehmen die Träger subsidiär Leistungen in diesem Be-
reich. Mit der Diakonie Münster und dem Caritasverband Münster existieren sol-
che Leistungsvereinbarungen. Die Stadt Münster gewährt dem Träger der Sucht-
beratungsstelle als Gegenleistung eine finanzielle Vergütung. Die Ziele im Rah-
men der Aufgabenwahrnehmung umfassen u. a. auch die Entwicklung eines be-
darfsgerechten Angebots zur Suchtprävention und -hilfe im Alter, die Unterstüt-
zung bei der Stärkung der Suchtselbsthilfepotentiale, sowie die Bereitstellung und 
Anpassung der Präventions- und Hilfeangebote. 
Vor dem Hintergrund dieser Leistungsvereinbarung streben wir auch in Bezug auf 
das Thema Sucht im Alter eine Weiterentwicklung der Kooperation an. Hier böte 
sich die Möglichkeit der Einrichtung eines spezifischen Beratungsangebotes oder 
auch die Weitervermittlung von Hilfsangeboten an. 
Erläuterung 
Im Arbeitskreis sollen dann die einzelnen Handlungsempfehlungen operationalisiert 
und deren schrittweise Umsetzung begleitet werden. Der damit verbundene Beteili-
gungs- und Vernetzungsprozess wird mit dazu beitragen, das Thema „Sucht im Alter“ 
in Münster präsenter zu machen und die Angebotsvielfalt zu erhöhen. Dabei soll 
auch die Berücksichtigung geschlechts- und migrationsspezifischer Aspekte geför-
dert werden. Der Arbeitskreis wird sich auch mit der Frage befassen, ob Projektmittel 
des Bundes beantragt werden können. 
9.3 Über gemeindenahe Angebote für Betroffene, Angehörige und Helfer in-
formieren und deren Kooperation bzw. Vernetzung fördern 
• Auflistung vorhandener profe ssioneller Hilfe-Strukturen, z. B. durch das Erstellen 
einer Informationsbroschüre mit einer Übersicht über Institutionen mit unterschied-
lichen Angeboten und deren Kontaktadressen (Federführung: Gesundheitsamt 
unter Einbeziehung der relevanten Akteure und Strukturen im Stadtgebiet) 
• Förderung der Kooperation der Sucht- und Altenhilfe, z. B. im Rahmen einer ge-

28 
meinsamen Fortbildungsveranstaltung für Fachkräfte aus beiden Bereichen (Fe-
derführung: Geschäftsstellen der Gesundheits- und Pflegekonferenz) 
Erläuterung 
Die Erstellung einer barrierefreien Kontaktadressen-Liste mit Überblick über alle be-
stehenden Angebotsstrukturen in Münster mit dem Ziel einer optimalen Verknüpfung 
bestehender Beratungs- und Hilfemöglichkeiten erleichtert Betroffenen, deren Ange-
hörigen aber auch den professionellen Helfern eine effiziente Suche nach Hilfeange-
boten und erscheint daher sinnvoll. Inhaltlich sollten folgende Institutionen mit aufge-
nommen werden: ambulante Pflegedienste, Einrichtungen der Tagespflege, Betreu-
tes Wohnen, Träger der offenen Altenarbeit, stationäre Altenhilfe, niedergelassene 
Ärztinnen/Ärzte, spez. Stationen in Krankenhäusern, Sozialpsychiatrischer Dienst 
des Gesundheitsamtes, gesetzliche Betreuerinnen/Betreuer, Betreuungsvereine, So-
ziale Dienste, Einrichtungen der Suchthilfe und Selbsthilfegruppen. 
Möglichkeiten der Kooperation und des Wissenstransfers bieten sich beispielsweise 
auch in Qualitätszirkeln, Fallkolloquien und gemeinsamen, fachübergreifenden Fort-
bildungsveranstaltungen. Es ist notwendig, dass neben einem behandelnden Haus-
arzt auch die Möglichkeit einer fachärztlichen und einer psychotherapeutischen Be-
handlung dieser Menschen gegeben ist. 
Im Sinne einer guten Vernetzung sollten Einrichtungen der Sucht- und der Altenhilfe 
enger zusammen arbeiten und Schnittstellen definiert werden. Fachkräfte aus allen 
Bereichen müssen ausreichend qualifiziert sein, um dieser vernetzten Aufgabenstel-
lung gerecht werden zu können. Aufgabe und Ziel der Fachkräftequalifizierung sollte 
ein gegenseitiger Wissensaustausch zwischen den Expertinnen und Experten der 
jeweiligen Einrichtungen aus Sucht- und Altenhilfe sein. Hierzu könnten sich Semina-
re, aber auch regelmäßige Qualitätszirkel und Supervisionen eignen, nicht nur um 
fachliches Wissen, sondern auch um konzeptionelles Knowhow auszutauschen. Re-
gelmäßige Fortbildungen im eigenen Arbeitsbereich und Wissenstransfer zu den Ko-
operationspartnern würde die Möglichkeiten der Weiterbildung multiplizieren und die 
interdisziplinäre Zusammenarbeit zusätzlich fördern. 
10 Anlagen 
Fragebogen des Sozialpsychiatrischen Dienstes

29
 Ratsantrag: Süchte älterer Menschen erkennen und handeln! 
 
- Fragebogen für Beratungsstellen- 
 
 
Name der Institution:       
 
1. Erstkontakt: Wie hoch war die Anzahl der Menschen  ab dem 65. Lebens-
jahr, die sich aufgrund einer Sucht- Problematik erstmalig im Jahr 2011 in Ih-
rer Institution beraten ließen? 
 
Gesamt   Männlich  Weiblich 
Alkoholabhängigkeit:                         
Opiatabhängigkeit:                          
Sedativaabhängigkeit*:                        
Multiple Substanzabh.*²:                         
2. Abhängigkeit: Wie hoch war die Anzahl der medikamenten- und/oder  alko-
holabhängigen Menschen, die 65 Jahre oder älter sind und in Ihrer Institution 
beraten wurden, im Jahr 2011? (2. Kontakt oder öfter, unabhängig vom Zeit-
punkt des Erstkontaktes) 
 
Gesamt   Männlich  Weiblich 
Alkoholabhängigkeit:                        
Opiatabhängigkeit:                        
Sedativaabhängigkeit*:                       
Mult. Substanzabh.*²:

30 
3. Missbrauch: Wie hoch war die Anzahl der Menschen, die 65 Jahre oder älter 
sind und Medikamente und/oder  Alkohol missbräuchlich konsumieren?  
 
Gesamt   Männlich  Weiblich 
A l k o h o l m i s s b r a u c h :                          
O p i a t m i s s b r a u c h :                         
Sedativamissbrauch:                       
M u l t . S u b s t a n z m i s s b r .                        
*Sedativaabhängigkeit: Abhängigkeit von Benzodiazepinen oder Hypnotika 
*²Multiple Substanzabhängigkeit: Abhängigkeit von mindestens 2 unterschied. Stoffen 
 
4. Gibt es in Ihrer Einrichtung spezielle  ambulante, stationäre oder rehabilitative 
Konzepte und Angebote für >65- jährige Patienten? 
 
Nein    Ja    wenn ja welche?        
Sind diese Konzepte gender- spezifisch ausgerichtet? 
Nein    Ja  
5. Wo besteht (bezogen auf >65-jähri ge und den Gender- Aspekt) Ihrer Meinung 
nach eine Unterversorgung, welche weiteren ambulanten/ stationären oder re-
habilitativen Versorgungslücken gibt es? 
      
6. Haben Sie weitere An regungen oder Handlungsempfehlungen zur Verbesse-
rung von Beratungsangeboten, Vernetzungen von Angeboten, Selbsthilfegrup-
pen oder Stärkung von ehrenamtlichen Tätigkeiten?  
      
 
Der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes der Stadt Münster 
dankt für Ihre Unterstützung! 
 
Hr. Korn/ Fr. Dr. Schnabel

31
 Ratsantrag: Süchte älterer Menschen erkennen und handeln! 
 
- Fragebogen für Kliniken - 
 
 
Name der Institution:       
 
 
1. Erstkontakt: Wie hoch war die Anzahl der Patienten/innen ab dem 65. Le-
bensjahr, die sich aufgrund einer Sucht- Problematik erstmalig im Jahr 2011 
in Ihrer Institution ambulant oder stationär beraten oder behandeln ließen? 
 
Ambulant: 
Gesamt   Männlich  Weiblich 
 I C D  1 0  F 1 0 :                           
 I C D  1 0  F 1 1 :                           
 I C D  1 0  F 1 3 :                            
 I C D  1 0  F 1 9 :                           
Stationär: 
Gesamt   Männlich  Weiblich 
 I C D  1 0  F 1 0 :                           
 I C D  1 0  F 1 1 :                           
 I C D  1 0  F 1 3 :                            
 I C D  1 0  F 1 9 :

32 
2. Abhängigkeit: Wie hoch war die Anzahl der medikamenten- und/oder  al-
koholabhängigen Patienten, die 65 Jahre oder älter sind und in Ihrer Insti-
tution ambulant oder stationär behandelt wurden, im Jahr 2011? (2. Kon-
takt oder öfter, unabhängig vom Zeitpunkt des Erstkontaktes) 
 
Ambulant: 
Gesamt   Männlich  Weiblich 
 I C D  1 0  F 1 0 . 2 :                           
 I C D  1 0  F 1 1 . 2 :                           
 I C D  1 0  F 1 3 . 2 :                            
 I C D  1 0  F 1 9 . 2 :                           
Stationär: 
Gesamt   Männlich  Weiblich 
 I C D  1 0  F 1 0 . 2 :                           
 I C D  1 0  F 1 1 . 2 :                           
 I C D  1 0  F 1 3 . 2 :                            
 I C D  1 0  F 1 9 . 2 :

33
3. Missbrauch: Wie hoch war die Anzahl der ambulant oder stationär be-
handelten Patienten, die 65 Jahre oder älter sind und Medikamente 
und/oder  Alkohol missbräuchlich konsumieren?  
Ambulant: 
Gesamt   Männlich  Weiblich 
I C D  1 0  F 1 0 . 1 :                          
I C D  1 0  F 1 1 . 1 :                          
I C D  1 0  F 1 3 . 1 :                          
I C D  1 0  F 1 9 . 1 :                          
Stationär: 
Gesamt   Männlich  Weiblich 
I C D  1 0  F 1 0 . 1 :                          
I C D  1 0  F 1 1 . 1 :                          
I C D  1 0  F 1 3 . 1 :                          
I C D  1 0  F 1 9 . 1 :                          
 
4. Gibt es in Ihrer Einrichtung spezielle  ambulante, stationäre oder rehabilita-
tive Konzepte und Angebote für >65- jährige Patienten? 
 
Nein    Ja    wenn ja welche?        
Sind diese Konzepte gender- spezifisch ausgerichtet? 
Nein    Ja

34 
5. Wo besteht (bezogen auf >65-jähr ige und den Gender- Aspekt) Ihrer Mei-
nung nach eine Unterversorgung, welche weiteren ambulanten/ stationären 
oder rehabilitativen Versorgungslücken gibt es? 
 
      
6. Haben Sie weitere An regungen oder Handlungsempfehlungen zur Verbes-
serung von Beratungsangeboten, Vernetzungen von Angeboten, Selbsthil-
fegruppen oder Stärkung von ehrenamtlichen Tätigkeiten?  
 
      
 
Der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes der Stadt Münster 
dankt für Ihre Unterstützung! 
Hr. Korn/ Fr. Dr. Schnabel

35
Ratsantrag: Süchte älterer Menschen erkennen und handeln! 
 
- Fragebogen - 
 
 
Namen der an der Umfrage beteiligten ärztlichen Kollegen: 
 
      
 
Facharztrichtung: 
 
      
 
 
Bitte beachten Sie, dass sich die von Ihnen genannten Zahlen lediglich auf das Jahr 
2011 beziehen sollen! 
1. Wie hoch schätzen Sie die Prozentzahl ihrer Patienten die 65 Jahre oder älter 
sind? 
 
      
2. Wie hoch schätzen Sie die Prozentzahl ihrer Patienten die 65 Jahre oder älter 
sind und… 
a) einen Alkohol- Abusus betreiben?  
 
      
b) eine Alkohol- Abhängigkeit aufweisen? 
 
      
3. Wie hoch schätzen Sie die Prozentzahl ihrer Patienten die 65 Jahre oder älter 
sind und… 
a) einen Schmerzmittel- Abusus betreiben? 
      
b) eine Schmerzmittel- Abhängigkeit aufweisen?

36 
4.  Wie hoch schätzen Sie die Prozentzahl ihrer Patienten die 65 Jahre oder älter 
sind und… 
a) einen Sedativa- Abusus betreiben? 
      
b) eine Sedativa- Abhängigkeit aufweisen? 
      
5. Anmerkungen/Anregungen: 
      
 
Der Sozialpsychiatrische Dienst der Stadt Münster dankt Ihnen für Ihre Bemühungen 
und Kooperation! 
Mit freundlichen Grüßen 
Im Auftrag 
Dr. med. T. Schnabel 
Fachärztin für Psychiatrie/ Psychotherapie 
Abteilungsleitung Sozialpsychiatrischer Dienst 
Psychiatriekoordination

0203_Antrag Sucht im alter

4250 Zeichen

Antrag an den Rat Nr. A-R/0006/2012 
 
Antrag 
 
 
 
 
31.01.2012 
 
 
 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Münster  
 
 
 
Süchte älterer Menschen erkennen und handeln! 
 
Die dritthäufigste psychische Erkrankung im Alter n ach Depression und Demenz ist 
bereits heute die Sucht. Bislang sind in unserer Stadt keine eigenständigen Konzepte 
für suchtkranke Seniorinnen und Senioren entwickelt worden.  
 
Daher wird die Verwaltung beauftragt, einen Bericht vorzulegen,  
 
1. der einen quantitativen und qualitativen Problem aufriss für die Stadt Münster 
darstellt,  
 
2. den kommunalen Hilfebedarf umreißt,  
 
3. die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Profess ionen und Hilfsangebote 
für Suchtkranke dokumentiert und die Passgenauigkeit von Hilfeangeboten für 
Seniorinnen und Senioren ermittelt,  
 
4. die zukünftig notwendigen kommunalen Handlungssc hritte aufzeigt 
(insbesondere Aufklärungskampagnen, Schulungen für Angehörige und 
Pflegende/Betreuende, lokale Therapieeinrichtungen).  
 
5. In die Zusammenarbeit zur Berichterstattung sind  die Seniorenvertretung, die 
Wohlfahrtsverbände, die Einrichtungen der Suchthilf e sowie Ärzte- und 
Apothekerkammer einzubeziehen. Die Berichterstattun g ist 
geschlechtergerecht auszurichten, insbesondere die Handlungsempfehlungen 
sind für Frauen und Männer gesondert auszuweisen. 
 
 
Begründung 
 
Bei Begriffen wie Drogenmissbrauch, Sucht und Abhän gigkeit denken viele 
Menschen zuerst an junge Menschen, die massiv Alkoh ol trinken und in der 
Öffentlichkeit auffallen, oder an jüngere KonsumentInnen von illegalisierten Drogen. 
 
Im Gegensatz zu Jugendlichen fallen ältere Menschen  in der Öffentlichkeit mit ihrem 
Suchtverhalten zumeist wenig auf. Suchtprobleme, Ve reinsamung und Isolation 
zeigen sich eher im häuslichen Umfeld, seltener auc h in Pflegeeinrichtungen. Sucht 
im Alter existiert daher in der öffentlichen Wahrnehmung kaum als Problemlage. Dies 
liegt auch daran, dass das Spektrum der zur Sucht f ührenden Stoffe im Alter anders 
ist und dass das Suchtverhalten weniger öffentlich und kontrollierter ist. Außerdem ist 
die Unterscheidung zwischen den Folgen von Sucht un d einem Demenz-Prozess im 
Alter häufig schwer zu unterscheiden. Schließlich b esteht auch immer noch das 
Vorurteil, dass Menschen im höheren Lebensalter gar  nicht mehr süchtig sein 
können.

SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster 
Münzstraße 15 . 48143 Münster 
Telefon: (0251) 45 314  . Fax : (0251) 511 750  
Mail: fraktion@spd-muenster.de 
www.spd-fraktion-muenster.de 
 
2 
 
Mit der Zunahme des Anteils älterer Menschen in der  Gesamtbevölkerung verschärft 
sich auch die Suchtproblematik. So schätzt die Deut sche Hauptstelle gegen 
Suchtgefahren (DHS) den Anteil der über 60 jährigen  Männer mit einem 
schwerwiegenden Alkoholproblem auf 2% bis 3% und de n Anteil der Frauen auf ca. 
1%. Zwischen 5% und 10% der über 60 jährigen weisen  einen problematischen / 
nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch von psychoaktiven  Medikamenten und / oder 
Schmerzmitteln auf.  
 
Fachleute schätzen, dass bundesweit mehr als 1,7 Mi llionen Menschen abhängig 
von Arzneimitteln sind. Zwei Drittel davon nehmen S chlaf- und Beruhigungsmitteln 
missbräuchlich ein, die übrigen vor allem starke Sc hmerz- und Migränemittel, 
Hustenmitteln und Psychostimulanzien. 
 
Stoffgebundenes Suchtverhalten kann aber auch im Al ter erfolgreich präventiv 
angegangen und therapiert werden. Dazu ist es insbe sondere wichtig, auf dieses 
Thema hinzuweisen und Angehörige sowie die in der A ltenhilfe Berufstätigen zu 
schulen. Dies ist auch eine Aufgabe kommunaler Gesu ndheitspolitik. Daher ist es 
notwendig, die Einrichtungen der Altenhilfe auf kom munaler Ebene entsprechend zu 
schulen, die Therapiemöglichkeiten auf kommunaler E bene zu beschreiben und die 
Zusammenarbeit von Altenhilfe, Suchthilfe und Gerontopsychiatrie zu verstärken.  
 
 
Beanka Ganser   Dr. Michael Jung      Kurt Pölling      
Holger Wigger   Marianne Koch      Friedhelm Schade  
Dr. Fritz Baur   Dr. Thorsten Kornblum     Anne Sch ulze Wintzler     
Thomas Fastermann  Gaby Kubig-Steltig      Petra Se yfferth      
Philipp Gabriel   Thomas Marquardt      Beate Vilhj almsson 
Anne Hakenes   Robert von Olberg      Maria Winkel 
Ralf Hubert

Beratungsverlauf (3)

29.04.2013 Kommunale Seniorenvertretung
TOP 2 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
30.04.2013 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen
TOP 4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
07.05.2013 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung
TOP 11 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (13)

  • Josefstraße
  • Schorlemerstraße 8
  • Friedrich-Wilhelm-Weber-Straße 30
  • Schwelingstraße 11
  • Weseler Straße
  • Kinderhauser Straße 92
  • Münzstraße 15
  • Hörsterplatz 2b
  • Bremer Platz 18
  • Dahlweg 112
  • Alexianerweg 9
  • Bohlweg 66
  • Meckmannweg 74

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0081/2013
Typ
Vorlagen
Datum
08.04.2013
Erstellt
06.10.2020 14:37